Mutterrolle nie gefunden

    • (1) 27.04.13 - 21:10
      keine Liebe

      Hallo,
      ich schreibe hier, weil es anonym geht, aber auch weil meine Partnerschaft sehr darunter leidet. Und zwar geht es um Folgendes: wir haben zwei Kinder, 11 und 3 Jahre alt... und ich empfinde nichts für sie. Am Anfang nach der Geburt vom ersten Kind sah es noch gut aus. Mit Baby ging es auch noch, es war keine Belastung sich drum zu kümmern, da es ja noch viel schläft. Aber dann: Kleinkindphase, Trotzphase etc.. ich bin damit nicht klar gekommen, konnte mich nicht mehr kümmern, meine Eltern haben das dann übernommen.. war auch die ganze Zeit in Therapie, Wochenbettdepression wurde ausgeschlossen, da ich ja die ersten 1-.2 Jahre gut klar kam und außerdem es schon immer so empfunden habe, dass Kinder mir nichts bedeuten. Dann kam ungeplant nr.2.. ich wollte dieses Kind nicht, hatte schon einen Termin zum Abbruch, hab mich aber von meinen Mann überreden lassen, es zu behalten. Er kümmert sich auch ganz toll und ist geduldig, aber auch streng und konsequent.Ich bin außen vor und mein Mann leidet sehr darunter dass ich so lieblos und aggressiv zu den Kindern bin.. aber verlassen will er mich auch nicht...ich glaube aber es hat keinen Sinn mehr. Er braucht mich nicht, die Kinder auch nicht. ich denke, ich werde gehen.
      Was stimmt nur nicht mit mir? Kein Therapeut konnte mir helfen oder ergründen, warum auch meine eigenen Kinder mir nichts bedeuten.. einer sagte mal: vielleicht müssen wir einfach akzeptieren, dass es so ist, Gefühle sind wie sie sind, leben sie damit. ihre Kinder werden ja umsorgt vom Vater, von der Gr0ßeltern, sie bekommen ja was sie brauchen, akzeptieren sie es. nun, was tun?

      • Hallo,
        es tut mir leid für dich und deine Familie, dass du - wie du es schreibst - deine Mutterrolle nie gefunden hast.

        Mich überrascht, dass Therapeuten keinen anderen Weg nennen, als den Status quo einfach zu akzeptieren. Das kann doch nicht die Lösung sein. Außerdem macht mir Sorge zu lesen, dass du glaubst, niemand bräuchte dich mehr. Vielleicht hat es für dich den Anschein, weil dein Mann sich um die Kinder kümmert, ich kann mir jedoch nicht vorstellen, dass das Leben deiner Familie ohne dich einfach so weiter ginge. Wenn du wirklich so kalt und gleichgültig deinen Kindern gegenüber wärst, wie du es schreibst oder gar selbst siehst, hättest du den Abbruch damals durchgezogen.
        Ich glaube, dass ein guter Therapeut dir helfen kann. Vielleicht kann dich dein Mann begleiten. Ich kann mir vorstellen, dass es sehr viel Kraft kostet, eben NICHT aufzugeben. Ich befürchte nur, dass du in ein großes Loch fällst, wenn du gehst - und da wieder rauszukommen, wird bestimmt noch schwerer...
        Ich wünsche dir alles Gute und vor allem viel Kraft - deine Kinder brauchen dich, auch wenn du es nicht glaubst!
        schwanog

        • (3) 28.04.13 - 00:59

          Das kann sehr wohl eine Lösung sein, vordergründig.
          Warum soll sie sich die Last aufbürden, "falsch gepolt" zu sein, Schuldgefühle zu haben und sich mit Krampf zu wünschen, sich so lange therapieren zu lassen, bis sie "richtig gepolt" ist.
          Warum darf sie sich nicht so annehmen, wie sie ist?
          Sie ist deswegen kein schlechterer Mensch als andere.

          • Niemand (auch nicht ich) sage, dass sie falsch gepolt ist. Aus ihrem Thread ist aber ganz klar herauszulesen, dass insbesondere SIE nicht glücklich mit der Situation ist, oder? Tut mir leid, aber beim ersten Lesen von "ich gehe" ist es mir eiskalt den Rücken runtergelaufen, mein Bauchgefühl hat sich da gemeldet, wenn du verstehst, was ich meine... und das wäre sicher niemandes Wunsch!
            Und ihr vorzuschlagen, es einfach so hinzunehmen, ist auch etwas ganz anderes als "sich so annehmen, wie man ist".
            Deine Meinung - meine Meinung.
            LG schwanog

      Hallo,

      ich habe mal jemanden kennen gelernt, welcher behütet in einer anderen Familie aufwuchs. Die Mutter interessierte sich nicht für ihn. Als er erwachsen war, besuchte er sie hin und wieder. Die Initiative ging immer von ihm aus.

      Sein Therapeut riet ihm, nicht mehr auf Gefühle von ihr zu warten.

      Es tut mir Leid für die vielen Jahren, die er hoffte.

      Was empfindest du für deinen Mann?

      Ich weiß nicht, welche Form deine Aggressionen haben. Vielleicht ist es besser für deine Familie, wenn du gehst.

      Es tut mir Leid. Warum ist das so? Wie bist du aufgewachsen?

      Das fehlende Muttergen - eine Laune der Natur?

      LG

      Ach herje, dass ist ja schrecklich für alle!

      Ich kann dir nur positives von einer Hypnotherapie berichten. Dort wird man ich einen entspannten Zustand versetzt und dann werden Blockaden gelöst, Ängste aufgelöst usw.

      Vielleicht magst das ausprobieren. Das schöne daran ist, dass es schon direkt nach der Behandlung Erfolge bringt. Ich habs selbst probiert. Wenn du mehr wissen willst, dann schreib mir eine private Nachricht.

      Alles Liebe

    • Hallo!

      Mensch das ist ja schlimm zu lesen wie es dir geht!

      Das dir kein Therapeut bisher helfen konnte kann ich kaum fassen, aber vielleicht hast du den richtigen noch nicht gefunden....

      Bitte glaub mir: Kinder lieben bedingungslos!
      Verlasse sie nicht. Sie brauchen dich!

      Sicher spüren sie, dass du sie nicht so lieben kannst, wie sie dich. Aber vielleicht gibt es noch einen Weg für euch... du hast so lange gekämpft, so lange durchgehalten, so lange Kraft gehabt... und das alles GANZ ohne Liebe?? Irgendwas muss da sein!!!

      Ich wünsche euch alles Gute!

      • (8) 28.04.13 - 07:48

        Ja, Kinder lieben bedingungslos! Gerade deshalb ist es besser das sie geht. Ich bin mit so einer Mutter aufgewachsen und habe noch zwei Geschwister. Wir haben alle Jahre therapeutische Hilfe gebraucht um halbwegs die eigenen Leben vernünftig leben zu können weil jeder von uns dadurch geschädigt wurde.

        Ich finde es mutig und vernünftig dass sie gehen will. Für die Kinder ist es sicher besser.

    Hallo!

    Bisher waren die Antworten ja richtig nett. Das wird nicht so bleiben.

    Ich kann sowas nicht verstehen aber ich moechte auch keine Steine werfen.

    Es ist nie gut davonzulaufen, es wird dich einholen und das wird noch mehr weh tun.

    wie hast du denn deine eigene kindheit in erinnerung? und wie die erzaehlte von deiner mutter und grossmutter? es muss nicht nur dein problem sein...

    Das, was Du schreibst finde ich ziemlich extrem. Du solltest weitere Hilfen in Anspruch nehmen und Dich nicht einfach davon machen.

    Wie wäre es denn mal mit einer Familientherapie?

    Kennst Du Genogrammarbeiten? Oder Marte Meo? Familienaufstellung?
    Wobei Marte Meo eher aus der Erziehungsberatung kommt, man hierüber aber auch

    die Bindung zwischen Personen ersehen kann.

    Es wäre zumindest einen Versuch wert.

    Der Ansatz Deines Therapeute, es einfach hinzunehmen, ist keinesfalls verkehrt WENN Du alles, bzw. ihr alles als Familie, ausgeschöpft hast.

    Es lebt sich "besser" damit Dinge einfach anzunehmen anstatt sich ständig den Kopf darüber zu zermartern wieso dies oder jenes so ist ....

    LG, Lena

    Hallo,

    ich lass mal sämtliche beurteilenen Atribute weg, davon hattest Du genug und ich glaube nicht dass das irgenwas bringt.

    Ich möchte Dir keinesfalls zu Nahe treten und ich geh hier weiß Gott nicht mit jedem sanft um.

    So wie Du schreibst bekomme ich ein ganz beklommenes Gefühl, denn es fehlt ja tatsächlich jegliche Emotion. Und nachdem es zum Mensch-sein wie alles andere dazugehört, ist meine Vermutung ist, dass Dein Herz wie zugemauert ist und DAS hat mit ganz großer Sicherheit einen guten Grund.
    Auch hier behaupte ich mal wieder, das Deine Therapeuten nicht gut, nciht engagiert waren oder einfach nicht die Richtigen.

    Es bleibt aber eine wahre Tatsache, das man Dinge die man ändern möchte, erstmal annehmen muss. D.h. aber ja nicht, an dieser Stelle dann "aufzugeben".
    Ich weiß nicht warum, aber ich bin mir sicher, dass da ein Trauma dahintersteht.

    Ob man das auflösen kann, weiß ich nicht, ob Du das auflösen WILLST, musst Du entscheiden. Für Deine Kinder wär das vielleicht gut, aber das abzuschätzen geht nicht...

    Ich wünsch Dir in jedem Fall alles Gute für Deinen Weg.
    Cora

    (13) 28.04.13 - 10:50

    Hallo,

    danke für die zahlreichen Antworten. Es ist sicher sehr schwer für "normale Menschen" so eine Gefühlswelt zu verstehen oder zu akzeptieren.... es kann auch niemand hier noch irgendetwas sagen oder schreiben, was ich an verletzenden, abwertenden Kommentaren noch nicht gehört hätte. Da kann mich wirklich nichts mehr schocken... die Vorwürfe und Schuldgefühle, die ich mir selber mache, sind viel schwerer zu ertragen, als das, was Außenstehende so an Bewertungen abgeben können.. nur helfen tut es halt nicht...
    ich denke, dass es schon was mit meiner eigenen Kindheit zu tun hat.. jahrelange Therapien sind halt wohl doch nicht ganz umsonst.. aber diese Erkenntnis hat nicht zu einer Änderung meiner Gefühle geführt.

    Dass ich es so akzeptiert habe, wie es ist, war schon eine Erleichterung, was nicht heißt, dass ich jetzt so weiterleben will.
    Für meine Kinder ist es sicher sehr schwer, aber ich leide genauso, auf andere Art.. man hat ein Stigma, wo in unserer Gesellschaft doch Kinder das höchste Gut sind und alle Eltern sich darin übertreffen, gute Eltern sein zu wollen, gerade fehlende Mutterliebe ist ein absolutes Tabu.
    Ich hätte auf mein Gefühl hören sollen, dass mir schon immer sagte: besser keine Kinder für mich, aber alle meinten, das legt sich, wenn du es im Arm hast.. eine Fehleinschätzung, wie ich nun weiß.. bei solchen Dingen sollte man auf seine Bauch hören.

    • Hallo,

      vielleicht bist das wirklich DU, vielleicht kämst du ohne deine Kinder auch ohne diese Schuldgefühle gut durchs Leben.

      Aber ich denke auch man sollte bei dir in der Kindheit ansetzen, kein Mensch kommt dermaßen gefühlskalt zur Welt und ich rede hier nicht ausschließlich von positiven Gefühlen. Die Frage ist ob du nicht nur Liebe nicht definieren oder empfinden kannst, sondern ob das auch z.B. bei Wut so ist.

      Ich denke es ist ein Trugschluss zu sagen, meine Kinder leiden wenn ich bei ihnen bin, also gehe ich und alle Beteiligten sind glücklich.

      Ich wünsche dir einen kompetenten Therapeuten, der es zusammen mit dir schafft den Ursprung zu finden und daran zu arbeiten. Das bedeutet nicht, dass du zu einer Mutter wirst, die vor Liebe überschäumt, aber du solltest all dem auf den Grund gehen und eine für euch alle so angenehme Lebensqualtität wie möglich finden.

      Alles Gute...

      • Hallo,

        es tut mir echt leid so etwas zu lesen, erstens natürlich für deine Kinder und zweitens auch für dich. Ich frage mich wie sich das bei dir äußert, also im Alltag? Es ist eine Sache ob man keine Liebe verspürt oder ob man das Kinder auch fühlen lässt. Wie verhältst du dich ihnen gegenüber? Beschäftigst du dich mit ihnen und spielst mit ihnen oder machst du garnichts mit ihnen? Wenn du dich als "normale" Mutter verhältst und nur innerlich das Problem hast, dann würde ich nicht sagen dass die Kinder besser ohne dich aufgehoben sind. Aber wenn du sie natürlich deine Ablehnung spüren lässt, ständig genervt bist und den ganzen Tag rumschreist und sie keinerlei körperliche oder geistige Zuwendung bekommen, dann wäre es vielleicht doch besser wenn sie dieser Lieblosigkeit nicht länger ausgesetzt wären.

        Was sagt dein Mann dazu? Wie schätzt er die Lage ein, was meint er würde er und die Kinder es ohne dich schaffen, oder evtl besser schaffen?

        Ihr müsst gemeinsam überlegen was für die Kinder das Beste ist.

        Lg
        MIlka

        • (16) 28.04.13 - 14:39

          Nein, ich spiele nicht mit ihnen, aber das machen andere Mütter auch nicht, zumindest bei denen, die ich kenne, kommt das vor... daran würde ich auch nicht die Problematik festmachen.. Kinderspiele interessieren mich nicht und das geht sicher vielen Erwachsenen so.
          Meine Kinder haben mich aber auch nie wirklich als Spielpartner gefordert, wahrscheinlich weil sie merken, dass mir das nicht liegt. Sie waren aber auch schon sehr früh im Kiga, wo sie ja den ganzen Tag Beschäftigung und Spielkameraden haben.
          Körperlicher Kontakt ist auch sehr rar, es kostet mich halt Überwindung. Ich bin oft genervt,
          ablehnend und sage meinen Kindern auch, dass sie mich nerven und mir lästig sind, in den entsprechenden Situationen, wo sie halt anstrengend sind, schreien, trotzen...ich meide den Kontakt, bin wenig daheim, was sich auch aus meinem zeitintensiven Beruf, den ich auch bewusst so ausübe, ergibt....schreien ja kommt auch vor, aber die verbale Ablehnung ist, denke ich schlimmer...ich muss mich ja immer verstellen und auf liebende Mutter machen und das ist sehr anstrengend und in Stresssituationen, wenns mir schlecht geht, schlage ich dann um mich. Meine große Tochter hat auch schon mal gefragt, warum ich sie überhaupt bekommen habe und warum ich sie nicht so liebhaben kann.. da sie nicht mehr so klein ist, hab ich ihr ehrlich gesagt, dass ich nicht wusste, dass ich so empfinden würde, bevor sie geboren wurde und das sie nichts dafür kann und sie ein tolles Mädchen ist, was sehr liebenswert ist.
          Auf einer Mutter-Kind-Station sagte mir mal ein Therapeut, dass ich durchaus liebevoll mit meinen Kindern wäre, halt nur nicht kontinuierlich, da ich immer wieder eine Distanz schaffen müsste, warum auch immer.
          Ich ertrage sie nicht lange um mich, ein ganzes Wochenende überstehe ich nicht, ohne mindestens einen Tag davon weg zu sein. gemeinsame Urlaube sind auch eine Tortur.. ich fühle mich eingesperrt, kriege Panikattacken, die ich nur mit Medikamenten in den Griff kriege.. wenn wir also mal fahren, dann bin ich immer unter Psychopharmaka.. deswegen lassen wir das jetzt. Mein Mann fährt im Sommer alleine mit den Kindern weg, dann habe ich zwei Wochen, um mich zu erholen.. die Ruhe und Einsamkeit genieße ich dann auch...mein Mann liebt mich obwohl ich so bin und ich liebe ihn auch, deshalb weiß ich ja auch, dass es bei meinen Kindern nicht so ist.

          • Hallo nochmal,

            hm, das ist wirklich schwierig. Ich meinte jetzt auch nicht direkt nur mit ihnen spielen, ich meinte eben sich mit ihnen beschäftigen, eben Zuwendung schenken...so allgemein. Also in gewissem Maß kann das wohl jede Mutter verstehen, man ist öfter genervt, will seine Ruhe haben, Zeit für sich und wünscht die Kinder zum Mond :-p ... nur bei dir ist es wohl ziemlich stark ausgeprägt. Es ist natürlich traurig, dass du ein Wochenende mit ihnen nicht überstehst, aber ihr habt ja anscheinend einen Weg gefunden. Wenn du beruflich eh sehr eingespannt bist und dein Mann bereit ist mit den Kindern alleine wegzufahren und sich dafür umso mehr einzubringen , dann ist es doch für alle ok. Ich würde mich trotzdem nicht komplett aus dem Leben der Kinder zurückziehen, das würde sie noch mehr schädigen und verstören und sie würden sich die sShuld dafür geben dass du weg bist. So bist du ja trotzdem noch da, aber du hast zwischendurch Auszeiten und bist eben nicht so präsent wie der Papa. Wenn ihr alle damit leben klönnt, dann wäre es doch erstmal ok. Vielleicht versuchst du ja trotzdem nach der Ursache zu forschen warum es bei dir so ist wie es ist, denn es ist nie zu spät etwas zu ändern.

            Lg
            Milka

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