Partner bringt sich nicht ein, interessiert sich nicht für Kind

    • (1) 10.05.13 - 10:53

      Hallo,

      ich (35) bin mit einem Mann (45) zusammen und das seit 3 Jahren. Es war bei ihm sowas wie Liebe auf den ersten Blick und ich hatte mich auch nach ein paar Treffen Hals über Kopf in ihn verliebt. Das war vor 3 jahren. Am Anfang war alles einfach wunderbar. Er hatte schon bevor wir uns kennengelernt hatten den Entschluss gefasst sich scheiden zu lassen, getan hat er es dann erst 1 Monat nachdem wir zusammengekommen sind. Er ist dann ausgezogen und etwa 3 Monate später kam dann das Thema darauf dass ich gerne seine Kinder (damals 10 und 12 ) kennenlernen würde. Ab da war es ein permanentes auf und ab. Er meinte ich würde mich reindrängen wollen, für mich war es eine ganz normale Entwicklung, da er meinen Sohn auch schon kennengelernt hatte und wir eigentlich immer beieinander übernachteten und auch viel zu Dritt machten. Im Jänner des drauffolgenden Jahres machten wir dann einen gemeinsamen Urlaub, zu 5t..dieser war eine Katastrophe. es war unglaublich viel Spannung zwischen uns, weil ich einfach merkte, dass er nicht zu uns stehen kann...es gab kein Handhalten, keine Bussi, die Abende verbrachte er in den Zimmern der Kinder,, es gab auch keinen Körperkontakt zwischen uns. so ging es die nächsten 2 Jahre weiter. Er schwankte immer zwischen " Ich liebe Dich so" und Depressionen weil er nicht mit seiner Kindheit, seiner Trennung und der Tatsache klar kam, dass er seine Kinder verlassen hatte ( sein Vater hatte ihn als Kind auch verlassen). Bis jetzt gibt es keinen Kontakt zu seiner Familie, mittlerweile ist es so, dass er die Urlaube und die Wochenenden mit seinen Kids komplett alleine verbringt, weil er meint, zu 5t wäre ihm zuviel. Die Überlastung und die übermäßige Verantwortung wäre der Grund für seine Trennung gewesen. Für mich ist das alles sehr schwer, vor Allem auch deshalb weil er bis jetzt nicht wirklich eine Beziehung zu meinem Sohn (8). Man muss dazu sagen, dass er vor 6 Jahren eine schwere Meningitis hatte , von der noch Spätfolgen vorhanden sind, wie Lärmempfindlichkeit und schwer verkraftbarer Stress. Das Thema ist einfach das, dass er selber sagt, dass wir wenn die Kinder nicht da wären, alles wie am Schnürchen laufen würde. Er sagt zwar, dass wir, Mein Sohn, er und ich gerne was gemeinsam unternehmen könnten, seinerseits passiert aber in keiner Form eine Annäherung oder auch nur ein Bemühen in diese Richtung. Klingt das alles plausibel oder eher nach Hinhalten? Bitte um Eure Hilfe!

      • (2) 10.05.13 - 10:58

        Weißt Du, ob die Ehe aus den gleichen Gründen gescheitert ist?

        Gruß

        Manavgat

        • (3) 10.05.13 - 11:05

          Ich merke, dass er seine Kinder sehr liebt. Sie regelrecht vergöttert. Laut seinen Aussagen ist sie daran gescheitert, dass er immer von Verantwortung erdrückt wurde, seine Frau nichts selbst gemacht hat, er für alles verantwortlich war. Er hatte dann Krebs und eben die Meningitis, er meinte sicher auch aufgrund der Situation. Und er meinte, dass er kaputt gegangen wäre wenn er diesen Schritt nicht gemacht hätte. Wir machen eine Imago Therapie und da ist rausgekommen, dass er sein Leben lang immer so vile Verantwortung hatte. ICh weiss einfach nicht ob das mit der Zeit besser werden kann, wenn er merkt dass ich ein anderer Mensch bin, sehr eigenbestimmt. Die letzten 2 Jahre waren einfach sehr überlagert von seinen Aufs und ABs.

          • (4) 10.05.13 - 12:08

            Mir wäre das an Deiner Stelle zuviel Verantwortung. Du bist nicht seine Krankenschwester und musst schauen, dass Du mit Eurem Kind ein schönes Leben hast. Das sind seine! Altlasten und er ist derjenige der hier dringend eine Psychotherapie braucht.

            Das, was Du meinst zu wissen, ist nun mal seine Sicht. Wie sieht es denn die Ex?

            Gruß

            Manavgat

            • (5) 10.05.13 - 12:13

              Das weiss ich nicht... Diese meidet strikt jeden Kontakt. Ich habe zu meinem Ex und seiner neuen Freundin ein sehr gutes Verhältnis. Auch dieser regelmäßige Kontakt ist ihm nicht recht..das werde ich aber nicht ändern weil ich der Meinung bin dass ein netter und freundlicher Umgang das beste für unseren Sohn ist.

              Die Ex meines Freundes hat ihn am Anfang nur bekämpft und gegen mich interveniert. Er musste sehr lange Zeit Angst haben seine Kinder deshalb zu verlieren. Nun ist es so, dass seine Tochter von 1 Jahr Amerika wegen psychischer Probleme und Selbstmordgedanken zurückgeschickt wurde und auch der Sohn immer weder extreme Verlustängste hat, sprich Hilfe bräuchte. Mein Freund meint, dass das nur aufgrund der Trennung ist, wo ich ihm widersprechen musste weil eine Trennung zwar meiner Meinung nach zu Problemen der Kinder führen kann aber ich denke nicht, dass sich das so gravierend äußert wenn da nicht schon vorher gewaltige Probleme waren und man vor Allem für die Kinder so normal wie möglich mit einer Trennung umgeht.

              Oder denke ich da falsch?

              • (6) 10.05.13 - 14:57

                Also ich kann mich nur wiederholen: wer weiß, ob Du wirklich informiert bist. Vielleicht war die Beziehung zwischen den beiden nicht zuende, als Du aufgetaucht bist und er hat dir da keinen reinen Wein eingeschenkt.

                Was die Tochter anbelangt: Suizidgedanken sind in der Pubertät gar nicht so selten, das ist in jeder Hinsicht eine gefährliche Zeit.

                Es gibt keine wirklich empirischen Studien, die belegen würden, ob die Trennung oder das Verbleiben in einer dysfunktionalen Ehe besser für Kinder ist. Das Leben bringt immer Veränderungen mit sich. Eventuell haben sich die Eltern für die Kinder sehr unschön getrennt. Imho ist das eher ein Grund für Traumata.

                Ich hätte auf diesen Mann, wenn es so ist wie Du es beschreibst, keine Lust. Warum? Weil er die Gründe für irgendwelche Probleme immer bei den anderen sieht. Wo ist sein Part?

                Gruß

                Manavgat

                • (7) 10.05.13 - 15:59

                  Er sieht sie glaube ich schon.... er kapierst dass es er war der das nicht " hingekriegt" hat. Trotzdem ist immer irgendein Problem da...immer tut ihm was weh, geht es ihm nicht gut und ich frage mich mittlerweile wirklich wieso immer alles soooo schwierig ist... Ich denke es gibt Menschen die können einfach nicht glücklich sein...und suchen immer wieder Gründe warum es nicht geht..das ist soooo anstrengend... alles ist ein Problem, da ist so überhaupt keine Leichtigkeit...obwohl es genau das ist was er mir vorwirft...aber ich denke nicht, dass es zuviel verlangt ist, dass man möchte dass ein bisschen ein Interesse da ist, dass der Partner sich für das eigene Kind interessiert...Keiner verlangt, dass er ihn liebt oder Ersatzpapa spielt...

      (10) 10.05.13 - 11:01

      Was noch zu sagen ist: Er sagte auch vor Kurzem, dass es ihm vermutlich auch zu viel sein würde wenn seine Kinder permanent und nicht nur an den WE bei ihm sein würden, dass er nach den 2 Tagen immer ziemlich erschöpft sei, genauso wie nach zb einem 3tägigen Meeting usw. Ich weiss nach den 3 Tagen einfach nicht mehr was da wirklich dran ist und was nur Ausrede ist...Bin ratlos und weiss nicht ob ich mich trennen soll.

      (11) 10.05.13 - 12:13

      Der Mann ist - wie so endlos viele Männer - mit dem Leben überfordert. Er war offensichtlich in seiner Ehe überfordert und ist es jetzt auch, es ist ihm einfach alles immer zuviel.

      Sorry, ich bin jetzt echt hart, aber ich kanns auch nicht mehr hören, hatte auch grad so ein Exemplar. Ich armer Tropf, musste in meiner Ehe alles alleine entscheiden, meine Frau war mir gar keine Hilfe. ach ja? Guck mal genau hin, was muss er jetzt alleine entscheiden? nix weiter oder? Trotzdem ist es alles zuviel? Fällt Dir was auf?

      Der arme Tropf hatte eine schwere Kindheit, verließ seine Kinder und hat Depressionen. Jetzt ist er auch überlastet, zuviele Kinder, Lärmempfindlich.....

      Am Ende musst Du entscheiden, ob Du mit diesem Mann leben willst.

      Lichtchen

      • (12) 10.05.13 - 12:20

        Du hast absolut recht.. mir dämmert es auch langsam. Bis jetzt habe ich ihn immer in Schutz genommen. Ist ja nicht so, dass mich meine Freunde nicht darauf aufmerksam gemacht hatten, dass er sich nicht für meinen Sohn interessiert und mich runter zieht. Aber da muss ich wohl an mir selber arbeiten. Jemand anderer hätte sich vermutlich schon lange getrennt. Bin selber Schuld. Ich schäme mich ein bisschen dafür aber ich habe nach diesen 3 Jahren momentan echt das Gefühl, dass eine Beziehung wenn man schon ein Kind von einem anderen Partner hat nicht funktionieren kann. Fühlt sich grad nicht so gut an...

        Wie lange wart Ihr denn zusammen? Hast Du dich dann getrennt?

        • (13) 10.05.13 - 12:24

          Weisst Du was nämlich interessant ist? Mit seiner Tochter Französisch lernen und Ihn zu Veranstaltungen ( bekomme immer wieder ´VIP Karten für Fußballspiele) mitnehmen, dagegen hat er nichts....hab grad Aggressionen...#schock

          (14) 10.05.13 - 12:26

          4 1/2 Jahre..

          Eigentlich ist er aus der Beziehung geflüchtet... alles zuviel, zu nichts mehr Lust, am Ende "Depression"... Schluss gemacht habe ich dann. Ich konnte und wollte so nicht mehr leben. ich habe auch lange alles entschuldigt, weil es einzeln gesehen für mich nicht schlimm war.

          Aber am Ende blieb.. er kriegt einfach nix auf die Kette, ist verschuldet, fängt tausend Dinge an, bringt nix zu Ende. Komisch, irgendwann versteht man die Ehefrau, die Ex-Frau dann umso besser.

          lichtchen

          • (15) 10.05.13 - 12:41

            Ja, nur das eigenartige ist, dass er sich getrennt hat...und was noch schlimmer ist...er ist Verkaufsleiter in einem sehr großen Unternehmen und wenn Du ihn siehst und kennenlernst hast Du das Gefühl dass er sowas von alles im Griff hat... auf das angesprochen sagt er immer: das ist was Anderes...das Berufliche bedeutet mir nichts. Da habe ich eine Maske auf...wenn Emotionen im Spiel sind kann ich nicht einfach alles beiseite stellen". Er hat wenige Menschen die er an sich ran lässt und sogar die denken, er kriegt alles hin und sehen zu ihm auf. Als Partner glaubt man dann halt, dass es die eigene Schuld ist, dass er so drauf ist. klingt ja lieb wenn man das so betrachtet. Ich komme erst jetzt drauf, dass das was ich von ihm erwartet habe, nicht Aussergewöhnliches was, ganz im Gegenteil. Aber ich habe das lange Zeit geglaubt.... ich bin einfach grad ratlos. Von der Vernunft weiß ich was zu tun ist, aber.... das arge ist, dass ich bei einer Mediation war. Sie hat mich gefragt was ich verlieren würde wenn er nicht mehr da wäre. Mir ist nichts eingefallen. Echt schlimm.

            Hast Du auch Kinder?

            • (16) 10.05.13 - 14:10

              Mein Ex war auch derjenige, der in seiner Ehe Schluss gemacht hat. Sagt er. Weiß man es? Er ist auch dort "krank" geworden, hat das alles nicht mehr ausgehalten. Hm....

              Ja, ich habe Kinder, ein Kinder. das ist aber erwachsen und spielt insofern keine Rolle. Seine Kinder waren jedes zweite Wochenende mit bei mir, die waren 10 und 14 als wir uns kennenlernten.

              Ich habe auch nicht viel erwartet eigentlich.. vielleicht ist das auch ein Fehler.

              Lichtchen

    (17) 10.05.13 - 13:13

    er will und kann sich nicht so in die beziehung einbringen, wie du es möchtest. warumwiesoweshalb… es ist eigenltich egal. du wirst ihn nicht ändern – wenn, dann muss er es selber wollen (scheint aber a) weder einfach noch b) von ihm wirklich angestrebt zu werden). mach dir nicht so viele gedanken um SEINEN gemütszustand. solange du in dieser beziehung – die dir nicht genügend zu geben scheint – festsitzt, nimmst du dir die chance einen anderen mann kennen zu lernen, der dir mehr geben kann.

    alles gute, ks

    (18) 10.05.13 - 13:18

    Hallo,

    das was du schreibst, kommt mir sehr bekannt vor. Es ist zwar so, dass sich mein Mann jetzt für unser Kind interessiert, aber in schlechten Phasen nimmt das auch ab. Er ist auch Akademiker und hat einen guten Job. Im Privaten auch mit allem überfordert und braucht seine Ruhe. Ich bin die, die immer Stress macht. In guten Phasen sind wir glücklich, was mich immer wieder bei ihm bleiben lässt, auch wenn es nicht immer leicht ist das zu akzeptieren. Zum Psychologen will er nicht gehen, er hockt lieber den ganzen Tag vor dem PC, wenn es ihm nicht gut geht.

    Das sind meiner Meinung nach Depressionen, da fühlt man sich ja mit allem überfordert und geht ungern unter Leute usw.

    Entweder du trennst dich oder du lernst damit zu leben. Es gibt wohl viele Männer, die damit Probleme haben.

    LG

    • (19) 13.05.13 - 12:01

      Das klingt definitiv nach Depressionen. Das hat meiner alles schon hinter sich. Psychologe, Psychopharmaka...das Thema ist einfach, dass er permanent irgendwelche Wehwechen hat, immer leidet. ICh denke, dass ich seit 3 Jahren eine Engelsgeduld habe, aber irgendwann ist man des Ganzen dann einfach unendlich müde.

      Darf ich Dich was fragen? Wie sieht es bei Euch mit Sex oder körperliche Nähe aus?

(20) 10.05.13 - 14:24

Ich denke dein Mann muss erst einmal seine eigene Kindheit aufarbeiten und vor allem sein nicht verarbeitetes Trauma des Verlassenwerdens! Natürlich wollte ER es als Vater eines Tages viel besser machen, der perfekte Vater sein. Und was ist nun? Zum einen fühlt er sich schlecht, weil er genau das gemacht hat, was er auf jeden Fall nicht wollte - er hat seine Kinder verlassen. Zudem trägt er noch die eigenen Narben des Verlassenwerdens in sich. Ich denke, dass er das alles in einer Therapie aufarbeiten müsste.
Sein Verhalten klingt für mich absolut plausibel.

Grüße
Luka

  • (21) 10.05.13 - 16:05

    Wir machen gemeinsam eine Imagotherapie, der er sehr bereitwillig zugestimmt hat. Leider ist es so, dass wir uns zusehends voneinander entfernen seit wir das machen. Grund ist glaube ich, dass er einfach nie gelernt hat konstruktiv zu kommunizieren und dass unterschiedliche Einstellungen nicht zwangsläufig schlecht sind. Aber das Thema ist halt einfach, dass er spürt, dass in geringstem Maße Erwartungen von der anderen Seite da sind, sofort den Rückzug einleitet. Es ist in Wahrheit nicht möglich Probleme gemeinsam zu lösen oder Schwierigkeiten zu meistern. Er sagt selbst, dass er nie jemanden an sich herangelassen hat. Und jedes Mal wenn ich ihm emotional zu nahe komme, er das Gefühl hat, dass er sich nun öffnen " muss" damit ein " gemeinsam" entsteht, zieht er sich absolut zurück. Und ich verzweifle an dieser Wand die immer wieder da ist. So kann man keine Beziehung, kein gemeinsames Leben führen. Bin ich zumindest der Meinung, bzw. ich kann das nicht. Dabei werde ich selbst unglücklich...

    • (22) 11.05.13 - 12:42

      Hallo,

      wie meinst du das "emotional zu nahe kommen"?

      • (23) 13.05.13 - 11:57

        Naja, wenn er versucht ist sich zu öffnen, mir zu zeigen wieviel ich ihm bedeute, wenn er in die Sitaution kommt sich festlegen zu " sollen" bzw. wenn er glaubt das machen zu müssen. Er sagt selber, dass er mit positiven Gefühlen anderen Menschen gegenüber, außer seinen Kindern, überfordert ist. da bekommt er Angst, dass ihn wer festnagelt.

        • (24) 13.05.13 - 19:39

          Tja, damit haben viele Männer Probleme. Vielleicht drückt er seine Zuneigung anders aus, auf seine Art. Klar ist ist schöner wenn dir jemand geradeaus sagt was er fühlt. Vielleicht kann er seine Gefühle besser aufschreiben als aussprechen? Das fällt mir auch oft bei Männern auf. Wenn das sein Naturell ist, wirst du nicht viel machen können außer es hinnehmen und nicht persönlich werten.

      (25) 13.05.13 - 11:58

      Da mir diese Schwierigkeit sehr fern ist, tu ich mir oft echt schwer das nachzuvollziehen.

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