Einmal depressiv-immer wieder depressiv?

    • (1) 20.05.13 - 20:29
      ein kühler tag

      Hallo zusammen,

      ich möchte gern anonym schreiben,da das Thema recht heikel für mich ist. Vor etwa 3-4 Jahren bin ich in eine Depression geschlitten, die durch die schmerzhafte Trennung und das emotionale Loslösen vom Vater meines Kindes ausgelöst wurde. Ich habe mir therapeutische Hilfe gesucht, ging etwa 1,5 Jahre hin, gegen Ende nahm ich auch Antidepressiva. Die Ausprägung war nicht so stark, also ich gehörte nicht zu den Menschen, die nicht aufstehen konnten und an Selbstmord dachten. Jedoch war ich sehr traurig, unproduktiv, lethargisch, viel geschlafen usw. Irgendwann wurde es besser, ich habe die Medikamente abgesetzt.

      Nach diesen Erfahrungen habe ich jedoch gemerkt, dass ich nun viel schneller in ein emotionales Loch falle als früher. Unsicherheit im Beruf, Probleme mit meiner Mutter, vtll. Probleme in der Beziehung - das alles löst schnell die depressiven Gefühle von damals aus. Seit längerer Zeit bin ich in jemanden verliebt, es ist aber eine Fernbeziehung. Ich liebe diesen Mann, aber sobald ich wieder eine depressive Phase habe, sind diese positiven Gefühle weg. Ich bin traurig, möchte mich verkriechen, in Ruhe gelassen werden. Wenn er was nettes schreibt, kann ich nicht darauf reagieren. Ich habe keine Kraft im Haushalt was zu machen, esse ungesundes Zeug zum Beispiel, mein Kind nervt mich schneller als sonst.

      Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht? Diese Phasen vergehen dann wieder, wenn ich etwas positives erlebe. Aber ich finde das sehr kontraproduktiv, das nimmt mir ein Stück Lebensqualität weg. Wird es immer so bleiben, dass ich schneller in solche Stimmungstiefs falle als vor der Depression?

      Ich danke euch schon mal im Voraus.

      • Hallo!

        Ja mir geht es auch so....
        Allerdings begann das ganze bei mir schon in der Jugendzeit.
        Ca. 1 Jahr nach der Geburt meines 1. Kindes hatte ich dann, durch beziehungskrise, Probleme wegen eines gesundheitlichen Problems bei meinem Sohn und den Tod meiner Oma einen total Absturz.
        Seitdem geht es mir auch von zeit zu zeit mal nicht so gut und ich merke das ich wieder in ein tief zu fallen drohe.

        Was mir geholfen hat, war mich intensiv mit meiner Psyche zu befassen, ich habe viel über Psychologie gelesen und dabei gelernt mich selbst zu verstehen.
        Ich kann jetzt die Vorzeichen deutlich wahr nehmen, wann ich wieder in ein Loch falle.
        So kann ich von vorne rein dagegen an wirken, ich gehe dann tief in mich und suche nach dem Problem was mich grad beschäftigt.
        Manchmal ist es ja nicht ganz offensichtlich.
        Das gehe ich dann an, frage mich selbst, was ich ändern kann oder muss um wieder zufrieden zu sein.
        Wenn ich grad nichts an der Situation ändern kann, dann akzeptiere ich das und mache mir klar das es nichts besser macht, mich daran runter zu ziehen.

        Ich fahre gut auf dieser Schiene und lebe glücklich und zufrieden.
        Depressionen sind eine Krankheit, die wird man nicht mal eben los und meist bleibt sie leider für immer.
        Aber man kann damit leben lernen und sie als ein Teil von sich akzeptieren, dann steht sie einem nicht allzusehr im weg.
        Und wenn's gar nicht geht, gibt es ja immer noch die Möglichkeit einer Therapie oder eben Medikamente ( beides habe ich bisher für mich selbst immer abgelehnt).

        LG

        Ich hatte auch schon mehrere depressive Episoden und war einmal auch schon in stationärer Behandlung. Es war damals so schlimm, dass ich teilweise Suizidgedanken hatte, was für mich ein Warnsignal war. Die Auslöser waren damals für mich das Mobbing bei der Arbeit sowie die psychische Erkrankung meiner Mutter. Irgendwann habe ich den Belastungen nicht mehr stand gehalten und bin von einem Tag auf den anderen zusammengebrochen. Nach der stationären Therapie bin ich dann noch für einige Wochen in eine Psychiatrische Tagesklinik gegangen. Danach ging es mir so gut wie nie zuvor und ich bin wieder arbeiten gegangen. Einige Monate später wurde ich gewollt schwanger, musste aber in der ersten Zeit ohne Antidepressiva auskommen. Das war sehr hart für mich, aber ich war nicht mehr die Jüngste und wollte meinen Kinderwunsch endlich in die Tat umsetzen. Nachdem die ersten drei SS-Monate vorbei waren, habe ich wieder mit einer geringen Dosis Antidepressiva angefangen.

        Nun ist mein Kleiner 14 Monate alt und momentan sehr anstrengend. Einerseits genieße ich es, zu Hause zu sein, andererseits fällt mir auch oft die Decke auf den Kopf. Was mir sehr hilft, ist regelmäßiger Sport. Das wäre für dich evtl. auch eine Option, wenn du eine depressive Verstimmung hast. Ansonsten würde ich dir raten, wieder Antidepressiva zu nehmen, da dir das ja in der Vergangenheit schon geholfen hat. Wie sieht es mit ambulanter Psychotherapie aus? Leider sind die Wartezeiten auf einen Therapieplatz meistens extrem lang, aber ein guter Therapeut kann viel bewirken.

        Generell denke ich, dass Depressive immer wieder zu Stimmungstiefs neigen, wenn die psychische Belastung zu groß wird. Das liegt m. E. einfach an der Persönlichkeit eines Menschen und ein Stück weit ist das auch Veranlagung. Vermutlich hilft da nur, die eigene Sichtweise auf negative Dinge zu verändern und insgesamt gelassener zu werden.

        Hallo!

        Ich kann mich grade total gut in Dich hineinversetzen, obwohl meine Depris in der Kindheit begründet sind.

        Dass Du Dir therapeutische Hilfe gesucht hast war doch schon super. Ich war erst ein einer Tagesklinik. Keine Ahnung ob da einiges aufgewühlt und hervorgekramt wurde, auf jeden Fall wurde es zunächst schlimmer und ich war auch nicht arbeitsfähig. Deshalb ging ich, wie mir zuvor bereits empfohlen wurde, in stationäre Therapie. Da ich auch Probleme hatte, meinen Alltag zu bewältigen (morgens aufstehen war sehr schwierig und genau wie Du war ich sehr lustlos, habe wenig geschafft...) hat sich danach gleich ein erneuter Aufenthalt in der Tagesklinik angeschlossen. Danach dann ambulante Therapie, wiedereingliederung in den Arbeitsmarkt....

        Fazit: Es hat mir wirklich geholfen!!! Wenn mich jemand fragt, wie es mir heute (vier Jahre danach) geht, kann ich sagen: Insgesamt gut. Ich habe zwar nach dem Absetzen der Medis wieder weniger Energie, schaffe nicht mehr so viel, bin recht langsam.

        Extreme Depriphasen hatte ich seitdem *toitoitoi* nicht mehr, wohl aber Stimmungstiefs, in denen es mir so erging wie Du beschreibst. Ich melde mich dann auch nicht bei Freunden und gehe nicht an`s Telefon wenn mein Freund anruft. Das ist für ihn natürlich immer schlimm weil er dann Angst hat, ich würde mir etwas antun.

        Meine Psychologin meinte, ich soll mich dann zumindest überwinden ihm zu sagen dass es mir nicht gut geht, ich mir aber nichts antue. Man könne ein Codewort vereinbaren. Das könnte ich ihm dann simsen und er wüsste Bescheid. Das ist natürlich nicht so einfach... aber ein Tipp halt :-) Du solltest den Mann also auf jeden Fall einweihen und ihn auch vorwarnen was es für ihn ev. bedeutet, mir Dir eine Beziehung zu führen. Gehst Du noch zur Therapie? Vielleicht kann er man bei einem Gespräch dabei sein.

        Ich glaube auch, dass man, wenn keine schwere Depession vorliegt, viel mit Disziplin, Ablenkung, Regeln und der Überwindung des inneren Schweinehundes erreichen kann.

        Ich habe bestimmte Regeln wann ich spätestens aufstehen muss, was ich auf jeden Fall erledigt haben muss. Morgens wird als erstes geduscht. Dann habe ich das schon einmal geschafft. Dann kommt ein kleines Stückchen Haushalt und dann wird als Belohnung gefrühstückt. Wenn ich Frühschicht habe ist es natürlich anders. Regeln geben mir Halt und auch an schlechten Tagen fehlt mir etwas wenn ich sie nicht einhalte. Dadurch schaffe ich es, auch während der schlechten Phasen eine "Grundversorung" aufrecht zu erhalten ;-)

        Wenn schlechte Gedanken kommen hilft Ablenkung. Ein Spaziergang, ein schönes Lied hören, vielleicht auch etwas süßes Essen. Man braucht natürlich Disziplin und Willenskraft um sich nicht einfach in diese schlechte Phase hineinfallen zu lassen. Und an Willenskraft mangelt es mir leider manchmal... Aber wenn es klappt schaffe ich es schon, mich abzulenken und aus der Phase herauszuholen. Hast Du vielleicht Leute, die von Deinen Problemen wissen und die Du anrufen kannst wenn es ganz schlimm wird? Die vielleicht auch Dein Kind mal spontan für eine oder zwei Stunden nehmen können damit Du mal spontan Luft hast?

        Ich würde auf jeden Fall weiter ab und zu zur Therapie gehen. Mir haben auch Selbsthilfegruppen sehr geholfen. Dort lernt man Menschen kennen, die es einem nicht übel nehmen wenn man sich mal merkwürdig verhält, das empfand ich als sehr stärkend. Ich finde es ist wichtig, einen Ansprechpartner zu haben der für einen da ist wenn mal wieder ein Tief kommt. Und wie gesagt, vielleicht kann ja auch Dein Partner mal zu einem Gespräch mitkommen.

        Hast Du eigentlich auch Dein Kind in die Therapie miteinbezogen? Ich denke es bekommt ja mit wenn Du an einigen Tagen anders bist als sonst. Und ich habe schon öfter gehört dass Kinder diese Stimmungsschwankungen dann auf sich beziehen und die Schuld bei sich suchen. Ich glaube, da ist es ganz wichtig dass das Kind versteht, dass das nichts mit ihm zu tun hat und die Mama es trotzdem lieb hat.

        Ich glaube, es ist normal, dass man auch nach erfolgrecher Therapie einer Depression nicht wieder ganz "die alte" ist. Leider. Ein Arzt meinte mal zu einem Bekannten dass eine richtige Depri zu 70% nicht wieder weggeht. Es bleiben immer kleine Reste zurück. Im Radio habe ich mal eine Dame gehört, die meinte, sie würde bereits seit 40 Jahren an Depressionen leide. Sorry, aber da hab ich echt geheult. Trotzdem kann man lernen damit zu leben. Zumindest mit diesen kleinen Tiefs.

        Bei mir war es übrigens immer schlimmer wenn ich die Pille nahm und vor der Regel. Achte mal darauf, vielleicht ist es bei Dir auch so. Und in der zweiten Winterhälfte. Hier haben dann Besuche im Sonnenstudio oder eine Lichttherapie (beim Arzt oder in einer Tagesklinik, oder auch mit einem privaten Gerät zu hause) geholfen.

        Sö, das sind so die Tipps die ich Dir mit auf den Weg geben kann.

        Von Herzen alles Gute!

      • Es gibt bestimmt Menschen, die einmal eine depressive Episode erleben und danach nicht mehr. Aber für die meisten Erkrankten, wurde mir gesagt, sind die Depressionen eine lebenslange Sache, die latent eben da ist und unter ungünstigen Umständen immer wieder akut werden kann. So ähnlich wie Herpes ;-) Wichtig ist, dafür Strategien zu entwickeln. Beobachte dich selbst: Wann treten diese depressiven Tiefs auf, was sind die Auslöser? Führst du ein Stimmungstagebuch?

        Dann gibt's noch die verhaltentherapeutischen Helferlein. Sport, regelmäßig, am besten täglich - hilft sehr gut gegen Depressionen. Auf die Ernährung achten, jeden Tag an die frische Luft gehen, jeden Tag mit festen Strukturen füllen, die auch Wohlfühlzeiten für dich beinhalten. Und: kein Stress, wenn die Tiefs kommen. Erkennen, akzeptieren, annehmen. Sie kommen, sie gehen auch wieder. Dann geht's halt mal nur mit halber Kraft, setz dir Prioritäten, was erledigt werden muss (z.B. "Kind versorgen und kuscheln"), sch* auf den Rest.

        Das Optimum ist es natürlich, wenn du für solche Tiefs die "Rettungsanker" entwickelst, mit denen du das Tief abfedern kannst, statt dass du auf Anlässe von außen warten musst. Meine sind: Sport (wenns geht), schreiben und malen, Briefe schreiben/telefonieren, Musik und ausheulen, duschen und stylen (ohne Mist - Körpergefühl rocks), raus in die Natur. Jeden Abend etwas Positives an meinem Tag finden und aufschreiben.
        (Pro-)Aktivität ist das einzige, womit du der Depression was entgegen setzen kannst.

      (8) 21.05.13 - 07:04

      Vielen lieben Dank für eure Antworten. Ihr habt euch wirklich viel Mühe gemacht und viele Tipps gegeben. Zusammen gefasst: ich muss diese Zustände einfach akzeptieren, denn sie werden immer wieder kommen. Ein Stichwort war:Sport. Ich kann mir sehr gut vorstellen, dass es einem mehr Energie verschafft. Dazu muss man sich aber aufraffen:-(

      Sich aufraffen-das ist das Schwierigste in diesem Zustand. Ich mache den Fehler, dass ich unter der Woche fast gar nichts im Haushalt schaffe(ok, ich bin erst fast gegen 19 Uhr oder später daheim, da hab ich schon genug) und erst am Samstag dann erst recht das kleine bisschen Energie was ich habe schon im Vornerein gedämpft wird wenn ich an die ganze Arbeit denke, die bevor steht: Wäsche waschen, bügeln, aufräumen, Fenster müssen geputzt werden, Teppiche wollte ich waschen und und. In dem Moment hab ich keine Kraft das alles zu bewältigen. Es gibt Leute, die das als faul bezeichnen würden. Das ist aber wirklich nicht so. Man hat den Willen, aber die Kraft reicht nicht áus. Ich muss mir echt alles lieber in kleine Happen aufteilen, sonst verliere ich gleich den Mut und das Wochenende ist hin.

      Stationäre Behandlung geht bei mir leider nicht, da ich Vollzeit arbeite und den Job auf keinen Fall aufgeben möchte (bin AE)

      p.s diese neue Kraft und Energie hab ich eine zeitlang verspürt als ich frisch verliebt war. Damals konnte ich wirklich alles schaffen was ich mir vorgenommen habe. Nur leider hält das Hochgefühl nicht ewig an und ja....Aber wenigstens ein bisschen von diesem Hochgefühl könnte ich jetzt gebrauchen:-(

      einen schönen und stressfreien Tag an euch alle

      • Hey... Schraub auf jeden fall deine Ansprüche an dich selbst runter.
        Grad wenn du ein tief hast, solltest du weniger Ansprüche an dich setzen, wenn man die nicht erfüllt geht's einem nur noch schlechter.

        Wenn du nach 19 Uhr Zuhause bist MUSST du nicht alles auf einmal schaffen, mach dir einen wochenplan, jeden Tag ein bisschen und so das du ihn schaffen kannst.
        Das bringt zum einen Routine in deinen Alltag, du bist vorbereitet und zum anderen bist du dann nicht so unzufrieden gar nichts geschafft zu haben.

        Mit Sport ist mir ehrlich gesagt auch nicht so zu helfen, weil ich Sport einfach nicht mag.
        Ich gehe jetzt aber jeden Samstag schwimmen,da tu ich was für mich, es ist nicht so Kräfte zehrend und ich kann mal ein wenig von den Kindern abschalten (bin grad vollzeithausfrau mit 3 kleinen Knirpsen).
        Jetzt pausiere ich grad, wegen einem kleinen Eingriff, ich merke jetzt nach einer Woche schon das es anfängt mich zu frustrieren, aber da muss man eben durch.

        Ich stelle mir deinen Tag verdammt anstrengend vor grad als Alleinerziehende, ich kenne das von Zuhause, meiner Mama ging es auch immer so.
        Da hilft dann wirklich nur Ansprüche runter, wen stört es wenn nicht alles perfekt ist?
        Im Grunde nur dich selber :-)

        Faul bist du definitiv nicht, die einen haben eben viel mehr Energie und andere weniger, jeder kann nur das, was im Rahmen seiner Möglichkeiten ist.

        LG

        Ich kenne das, was du bezüglich des Haushalts schreibst, sehr gut. Ich bin momentan Hausfrau und schaffe unter der Woche wegen meines Kindes nur wenig im Haushalt. Bei dir ist der Fall aber anders gelagert, da du ja Vollzeit arbeitest und nebenbei noch ein kleines Kind hast. Du kannst meiner Meinung nach stolz auf deine Leistungsfähigkeit sein, da du ja eine Doppelbelastung hast und zudem noch alleinerziehend bist.

        Ich habe den Eindruck, dass du sehr perfektionistisch veranlagt bist und zu hohe Ansprüche an dich selbst stellst. Ich würde mir daher nicht allzu viel vornehmen, da du ansonsten hinterher immer nur frustriert bist, weil du nicht alles geschafft hast. Mit Faulheit hat das ganze aber überhaupt nichts zu tun, da Antriebslosigkeit ein Kernsymptom einer Depression ist. Das sagen in der Regel nur Leute, die von der Krankheit Depression überhaupt keine Ahnung haben. Leider gibt es einfach zu viele Leute, die kein Verständnis für diese Krankheit haben und die zu wenig Informationen darüber haben. :-(

        Was den Sport anbelangt, habe ich es für mich so gelöst, dass ich mich bei Volkshochschulkursen angemeldet habe. Da bin ich dann quasi gezwungen, hinzugehen, weil ich ja im voraus die Kursgebühr bezahlt habe. Außerdem steht da vor mir eine strenge Trainerin, die Anweisungen erteilt und mich anfeuert. Von mir aus würde ich auch nie im Leben auf die Idee kommen, Gymnastik zu machen oder mich zum Joggen aufzuraffen.

    (11) 21.05.13 - 11:12

    Hallo,

    mir gehts leider genauso. Meine Depression wurde auch durch eine schwierige Trennung vom Vater meiner Tochter ausgelöst. 1,5 Jahre danach ging es mir richtig schlecht, habe auch Antidepressiva genommen und eine Therapie angefangen. Die Therapie habe ich dann irgendwann abgebrochen, weil ich in dem Moment keinen Sinn drin gesehen hab und die Medikamente nach einem Jahr ausgeschlichen, weil ich mich wie ein emotionsloses Monster gefühlt habe.

    Als ich mich verliebt habe und mit meinem Freund zusammen gekommen bin, gings mir besser. Aber leider schleichen sich bei mir auch immer wieder große Tiefs ein :-(. Ich liebe meinen Freund, aber die Gefühle sind dann in dem Moment auch weg und ich zweifel alles in meinem Leben an. Das macht mich wirklich fertig. Ich schaff dann auch kaum was, was sich auch im Job niederschlägt.

    Ich möchte das nicht mehr und endlich wieder richtig leben. Aktuell überleg ich, ob ich eine Therapie nochmal in Angriff nehmen soll.

    LG

    ich auch!

    habe 2005 zum ersten mal eine depression erlebt (gewaltbeziehung) mit therapie, akkut klinik und medikamenten hab ich es da raus geschafft. aus der beziehung und der depression.

    dann war ruhe. ich war mir sehr sicher das mir das nie mehr passiert, hab die anzeichen deuten können, muster durchleuchtet, viel mit meinen gedanken gesteuert, auf mich geachtet, mit sport, ernährung usw gegen gesteuert.

    bis 2011. (3 schicksalsschläge auf einmal) und peng war ich wieder drin. schlimmer als je zuvor. wieder akkut in die klinik. bewusst und hart an mir gearbeitet. wieder medikamente die ich gerade ausschleichen lassen.

    ich weiss udn akzeptiere: ich werde nie wieder die alte sein. ich muss damit leben udn suche nach meiner ganz eigenen art damit umzugehen, auszuhalten, gegen zu steuern.

    nochmehr auf mich achten, meine freunde und meinem schatz offen zu begegnen und vorallem mich selbst so anzunehmen. ich bin eine andere als vor ein paar jahren und ich
    weiss - es kann mich jederzeit wieder erwischen und die kraft wird mit dem alter ja nicht mehr. aber so ist es - jetzt - mein leben. ich weiss nur - ich WILL das schaffen udn glaube an mich. wenn es mich wieder erwischen sollte - werde ich keine sekunde warten und mir aus jeder ecke hilfe holen. der gedanke hilft mir.

    alles gute für dich.

    (13) 21.05.13 - 20:20

    Hallo,

    ich hatte nach der Scheidung von meinem Mann sehr schwere Depressionen, damals ging es auch darum, dass er mir die Kinder wegnehmen wollte.
    Es zog sich ungefähr über 1 Jahr. Als ich gesehen habe, dass er es nicht schafft, was er sich vorgenommen hat, wurde es Stück für Stück besser, aber es war eine sehr schlimme Zeit.
    Danach war ich 8 Jahre völlig ohne Symptome, bzw. habe ich gedacht ich wäre wieder gesund.

    Nun ist es mir vor 2 Jahren noch mal passiert, ich war 8 Wochen in einer Klinik und habe Verhaltenstherapeutisch einiges gelernt.Damals habe ich gedacht, mir passiert das nie wieder, dass ich da noch mal reinrutsche. Vor 2 Monaten hatte ich wieder extrem emotional belastende Erlebnisse und erste Anzeichen einer Depression ( Unkoordiniertheit, Unkonzentriertheit ( wie ich das hasse), und bin sofort zu meinem Arzt und habe mir Antidepressiva aufschreiben lassen, habe sie aber auch nur sehr kurz genommen, weil sich mein Zustand schnell besserte.

    Bei mir waren es immer belastende Erlebnisse, die das ausgelöst haben. Ich habe mich nicht gescheut, Antidepressiva zu nehmen und zum Glück auch eines gefunden, was bei mir wirkt.
    Bei zuviel Stress kommt der Serotoninspiegel ( Glückshormon) im Gehirn durcheinander
    und Tabletten können dabei helfen, einiges zu bessern.
    Allerdings sollte man sich auch fragen, welche Auslöser diese Depression hatte und diese möglichst eleminieren. Ich weiß, das geht nicht immer.

    Ansonsten sollte man sich weder über noch unterfordern und sich schöne Erlebnisse gönnen, wie meine Vorschreiber schon erwähnt haben.

    Ich habe ziemlichen Respekt und auch große Angst vor dieser Krankheit, aber mittlerweile auch meine "Waffen" gegen sie. Trotzdem würde ich mich nicht als dauerhaft krank bezeichnen. Mit den Depressionen bin ich nicht mehr ich, und ich war bisher zum Glück immer stark genug, bzw. hatte das Glück, sie wieder los zu werden.

    Allerdings denke ich, dass niemand davor gefeiht ist.Die Ereignisse müssen nur schlimm genug sein. Und ich denke, dass sensible Menschen anfälliger sind für Depressionen.

    Eine Verletzung der Seele und ich bin davon überzeugt, dass auch solche Verletzungen heilen können, wahrscheinlich ist eine Seele leichter verletzbar, die schon einmal schwer verwundet war...

    Alles Gute und liebe Grüße

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