Mein Mann ist zum Choleriker geworden!

    • (1) 21.05.13 - 13:19
      Drei_Tage_Regenwetter

      Hallo zusammen!

      Ich brauche mal euren Rat, denn ich bin irgendwie traurig und verzweifelt. Mein Mann und ich sind 12 Jahre zusammen. Seit einiger Zeit läuft es zwischen uns nicht mehr so prickelnd. Ich versuche was ich kann, um die Beziehung so angenehm wie möglich zu gestalten. Aber ich habe das Gefühl, ich bin die Einzige, die an unserer Beziehung arbeitet. In letzter Zeit wird mir auch immer deutlicher, wo es in unserer Beziehung krankt. Mein Mann wird zunehmend cholerisch. Er nimmt alles sofort persönlich und schreit mich und unseren Sohn an. So war er doch früher nicht... Ich schildere euch jetzt mal ein paar Szenen aus unserem Wochenende, um euch einen kleinen Einblick zu verschaffen.

      Am Samstag wollten wir Lebensmittel einkaufen. Das Wetter war nicht das Beste und leider ließ ich die Terrassentür offen, als ich den Hund in den Garten ließ. Unser Sohn (2 Jahre) nutzte die Gelegenheit und saute sich draußen ein. Die Schuhe waren innen komplett nass. In diesem Zustand konnte er sie unterwegs nicht tragen. Ich fragte meinen Mann also, ob es OK sei, wenn wir ihm jetzt ein kleineres Paar Schuhe anziehen und unterwegs dann ein zweites Paar in seiner Größe kaufen könnten. Denn es kommt ja immer mal vor, dass Kids sich die Schuhe einsauen. Er stimmte zu und wir gingen zunächst Schuhe kaufen. Wir fanden schnell welche und wollten weiter zum Supermarkt. Auf dem Weg dorthin fing mein Mann plötzlich an, mich wegen des Preises (36€) für die Schuhe anzumachen.

      Ich muss dazu sagen, dass wir momentan ein paar Geldsorgen haben, aber es ist nicht so schlimm, dass uns 36€ in den Ruin treiben. Zumal ich sonst auch oft gebrauchte Kleidung kaufe oder eben welche bei C&A und Ernsting's. Wir wollen sparsamer werden, aber bei den Schuhen für mein Kind fange ich sicher nicht an, solange mein Mann noch Zigaretten kauft.

      Jedenfalls fuhr er mich an, dass die Schuhe viel zu teuer waren. Ich würde IMMER nur Marken kaufen ( #kratz ) und es würde auch günstigere Schuhe geben. Er hätte vor ein paar Jahren für 20€ Schuhe bei Deichmann gekauft. Sicher gäbe es da auch welche für unseren Sohn (für 5-10€). Da ich selber wegen meines kaputten Rückens eine Schwerbehinderung habe, ist es mir einfach wichtig, dass unser Sohn gute Schuhe trägt. Man weiß ja heute, dass schlechtes Schuhwerk sich auf das ganze Knochengerüst auswirkt. Deshalb möchte ich gute Schuhe. Und genau das versuchte ich zu erklären.

      Ich muss dazu sagen, dass ich seit längerem zur Psychotherapie gehe. Dort habe ich auch gelernt, mein Verhalten zu kontrollieren. Ich achte schon sehr stark darauf, dass ich meinem Mann keine Angriffsfläche für Schreiereien biete. Ich rede ruhig, provoziere ihn nicht. Ich versuche auch, bissige Bemerkungen zu vermeiden. Außerdem schreie ich nicht zurück, auch wenn es manchmal schwer fällt. Daher kann ich bei mir keine Schuld sehen, dass er mich sofort angemotzt hat.

      Leider gab es wirklich einen großen Krach wegen der Schuhe. Egal was ich sagte, er butterte mich runter. Wir vertrugen uns erst am Sonntagmorgen wieder. Er sagte, es tue ihm leid und er wüsste nicht, warum er direkt so ausgerastet ist.

      Gestern Abend wollten wir Sex haben. Ich hatte mich schon sehr darauf gefreut, aber es ging buchstäblich in die Hose... Beim Vorspiel berührte er mich untenrum immer wieder mit seinem besten Stück. Irgendwann fragte ich ihn dann, ob er "rein will" oder ob das zum Vorspiel gehört. Zack! Er hörte auf und sah mich beleidigt an. Ich dachte schon, dass es das war, aber er beruhigte sich wieder. Ich verstand den Aufstand gar nicht, denn ich habe ihn ganz normal gefragt und er hätte ganz normal antworten können.

      Wir machten weiter und als er mich am Bauch küssen wollte, war er zu stürmisch und schlug mir mit dem Kinn in den Bauch. Ich konnte mir ein leises "Au!" nicht verkneifen, aber er machte weiter. Wir legte los und da ich, wie oben angedeutet habe, eine Behinderung habe, kann ich nicht jede Stellung ewig lange einnehmen. Aber ich gebe mir Mühe. Gestern merkte ich irgendwann, dass die Stellung, in der wir gerade waren, nicht mehr geht. Ich sagte ihm, dass wir mal die Position wechseln müssen. Aber das war's dann!

      Er war so angefressen, dass er sofort aufhört und mich anschrie! Ich würde nur daliegen und mich bedienen lassen! Mir wäre nie irgendetwas recht! Ihm würde es langsam auf die Nerven gehen, dass er nie irgendwas richtig machen würde. Neulich hätte mir dies oder jenes noch gefallen und jetzt plötzlich nicht mehr. Ich würde nur meckern!

      Ich versuchte ihm klarzumachen, dass nicht ein Tag wie der andere ist. Was heute schön ist, muss doch morgen nicht automatisch das Nonplusultra sein. Auch fragte ich ihn, warum er direkt jede Aussage persönlich nimmt. Er verstand mich nicht, knallte die Tür und ging eine rauchen.

      Ich verstehe ihn einfach nicht mehr! Wir können kein normales Gespräch mehr führen. Er nimmt mir alles übel, überinterpretiert ständig das was ich sage und brüllt mich an. Eine zeitlang dachte ich, es läge an mir, weil ich psychische Probleme hatte und selbst schnell laut wurde. Aber ich habe an mir gearbeitet und finde, dass ich mich mittlerweile wieder sehr gut im Griff habe. Daran kann es also nicht liegen.

      Ich liebe ihn und will ihn nicht verlieren. Aber wenn er nicht an sich arbeitet, dann lässt er mir keine andere Wahl. Was kann ich denn tun, damit er merkt, wie sehr er uns damit verletzt? Wie stark sein Verhalten unsere Beziehung belastet?

      Für Tipps wäre ich wirklich sehr dankbar! Und danke an alle, die sich durch meinen Text gekämpft haben.

      Grüße

      Drei_Tage_Regenwetter

      • Ich denke, ihr beide tragt euren Anteil an der angespannten Situation.

        Warum hat dein Kind lediglich nur 1 Paar Schuhe? Vor einem Wocheneinkauf würde mich Schuhekaufen nerven.

        Ihr habt Geldsorgen? Warum müssen es dann Schuhe für 36 € sein?

        Ihr wollt Sex - der gestaltet sich offenbar alles andere als entspannend. Deine Bemerkungen und dein "Au" etc - da würde mir schnell die Lust vergehen.

        Merkst du was?

        Auch für deinen Mann wird der Umgang mit dir nicht immer einfach sein. Kaputter Rücken, Behinderung und psychische Probleme...auch das muss ein Partner erst mal auffangen. NEBEN seinem normalen Alltag mit Job, Kind, Haus.

        Das ihm da oftmals ein gerüttelt Maß an Geduld fehlt, kann ich - ehrlich gesagt - verstehen.

        Grussa
        gostea

        • (3) 21.05.13 - 14:30
          Drei_Tage_Regenwetter

          Danke für deine Antwort!

          "Warum hat dein Kind lediglich nur 1 Paar Schuhe?"

          Er ist gerade erst aus seiner kleineren Größe rausgewachsen. Und da wir momentan mit dem Geld haushalten müssen, hab' ich ihm erst mal nur ein Paar gekauft. Eben alles nach und nach.

          "Vor einem Wocheneinkauf würde mich Schuhekaufen nerven."

          Das hätte er aber doch sagen können! Ich habe ihn ja gefragt, ob wir das machen können. Er hätte doch auch Nein sagen können. Dann wäre ich unter der Woche eben alleine gefahren. Das hätte mir nichts ausgemacht. Für's nächste Mal weiß ich es jetzt besser!

          "Warum müssen es dann Schuhe für 36 € sein?"

          Muss es ja nicht zwingend! Ich kaufe auch gerne reduzierte Schuhe, z.B. aus dem Vorjahr. Aber der Schuh soll auch gut passen. Unser Sohn hat sehr schmal Füße. Die meisten Schuhe sind zu breit. Und ich habe nun mal ein gutes Gefühl, wenn ich die Schuhe in einem Fachgeschäft kaufe, weil ich dann weiß, dass wir gut beraten wurden und der Schuh auch wirklich optimal passt. Aber ich frage dann schon auch nach reduzierten Modellen.

          Ich denke auch, dass mein Mann sich da nicht beschweren kann. Meine Mutter kauft in fast jeder Größe mind. ein Paar Schuhe für unseren Sohn. Wir gehen dann zusammen einkaufen und sie zahlt. Nur diesmal nicht, weil sie operiert wurde und längere Zeit nicht so gut laufen kann.

          Ich denke auch, dass er im Laden etwas hätte sagen können! Die Verkäuferin war oft genug im Lager und hat einen zweiten Schuh geholt, sodass er es auch nicht vor ihr hätte sagen müssen, wenn es ihm unangenehm war. Ich habe auch kein Problem damit, mit Budgets zu arbeiten. Er hätte ja auch vorher sagen können, dass er er nicht mehr als X€ ausgeben will. Das verstehe ich eben nicht.

          Weißt du denn, wo man günstigere Schuhe bekommt, die keine ganz schlechte Qualität haben?

          "Ihr wollt Sex - der gestaltet sich offenbar alles andere als entspannend. Deine Bemerkungen und dein "Au" etc - da würde mir schnell die Lust vergehen."

          Aber wie sage ich ihm denn, was mir gefällt und was nicht? Ich habe ja auch Bedürfnisse und die sollte ich doch auch irgendwie einbringen können. Der Sex soll ja uns beiden Spaß machen.

          "Auch für deinen Mann wird der Umgang mit dir nicht immer einfach sein. Kaputter Rücken, Behinderung und psychische Probleme...auch das muss ein Partner erst mal auffangen. NEBEN seinem normalen Alltag mit Job, Kind, Haus."

          Ja, das weiß ich und ich verstehe es auch. Wir wissen das ja noch nicht so lange. Ich habe durchaus Verständnis dafür, dass meine Diagnose auch sein Lebenspläne durchkreuzt haben. Er hatte sicher auch Träume für die Zukunft, die durch meine Krankheit nun geplatzt sind. Allerdings habe ich ihm nie im Weg gestanden. Er hätte auch gehen können und ich hätte verstanden, wenn er damit nicht hätte leben können. Nun hat er sich entschieden, den Weg weiter mit mir zu gehen.

          Ich versuche schon, die Probleme so gut wie möglich von ihm fern zu halten. Trotz allem erledige ich die meiste Hausarbeit, das Essen steht abends auf dem Tisch, wenn er nach Hause kommt. Wenn ich beim Arzt war, erzähle ich ihm selten davon. Ich versuche wirklich, alles so normal wie möglich zu gestalten.

          An den Problemen, die ich beheben kann, arbeite ich ja auch. Ich gehe zweimal pro Woche zur Krankengymnastik und alle zwei Wochen zur Psychotherapie. Ich habe mich selbst meist wieder sehr gut im Griff. Oft spüre ich jedoch, dass mich sein Verhalten psychisch wieder zurückwirft. Das macht es mir auch schwer... Aber ich würde ihm das nicht vorwerfen. Ich suche gerade Arbeit, sodass ich ihm den Druck nehme, finanziell alles alleine stemmen zu müssen.

          Ich weiß nicht, wie ich es ihm sonst leichter machen soll! Ich tue was ich kann, damit er mit uns so wenig Stress wie möglich hat. Aber mir sind eben auch Grenzen gesetzt. Und, so blöd es sich anhören mag: Ich kann für meine Krankheit nichts. Es ist ja nicht nur für ihn schwer, sondern auch für mich! Wenn er dann seinen Unmut über die Gesamtsituation an mir auslässt, dann empfinde ich das auch als unfair, denn ich bemühe mich sehr!

          Grüße

          • Danke für deine ausführliche Antwort!

            Ich kaufe bevorzugt im Schuhcenter Siemes. Da gibts alles. Von Marke bis No - Name, von günstig bis teuer.:-)

            Hast du ihn denn mal gefragt, wie er sich euer Zusammenleben wünschen würde? Jetzt, in der aktuellen Situation mit dieser Diagnose?

            • (5) 21.05.13 - 16:50
              Drei_Tage_Regenwetter

              Danke für den Tipp! Ich hab' gerade mal geschaut. In der nächstgelegenen, größeren Stadt haben wir auch einen Schuhcenter Siemes. Da werden wir sicher beim nächsten Mal vorbeischauen.

              "Hast du ihn denn mal gefragt, wie er sich euer Zusammenleben wünschen würde? Jetzt, in der aktuellen Situation mit dieser Diagnose?"

              Nein, ich glaube nicht und das bereue ich gerade auch. Aber es ist noch nicht zu spät dafür! Ich werde das auf jeden Fall tun!

              Danke für deinen Rat!

              • Setzt euch in Ruhe zusammen. Gemütlich, entspannt und redet. Auf Paarebene. Ich bin sicher, das bringt euch ein ganzes Stück nach vorne. Wenn ihr euch noch nah genug seid. Und davon gehe ich aus.

                Lass mal von dir hören hier;-)

                Gruss
                agostea

          Hi,

          du hast vor kurzem eine schwere Diagnose bekommen, versuchst dennoch deinem Mann alles so normal wie möglich zu gestalten und alles Unangenehme von ihm fernzuhalten, gehst in Psychotherapie und arbeitest an dir und deinem Verhalten.

          Was genau tut er denn, um dich zu unterstützen?

          Euer Verhältnis klingt ja ziemlich unausgeglichen. Pass auf, dass du dich nicht zu klein machst und nur noch versuchst,ihm alles Recht zu machen, damit er ja nicht ausflippt. Du bleibst dabei auf der Strecke.

          Ich würde mal Klartext mit ihm sprechen. Nicht nur er leidet unter der derzeitgen Situation (Finanzen, Krankheit), du genauso (wenn nicht mehr). Also sollte man doch auch ein gewisses Maß an Unterstützung und Verständndis erwarten können.

          LG juju

          • (8) 21.05.13 - 17:07
            Drei_Tage_Regenwetter

            Danke für deine Antwort!

            "Was genau tut er denn, um dich zu unterstützen?"

            Ich möchte da auch nicht ungerecht sein! Er hat auch einen harten Tag, arbeitet pro Woche 50 bis 60 Stunden. Und wenn er nach Hause kommt und sieht, dass viel Arbeit liegen geblieben ist, weil ich keinen guten Tag hatte, dann erledigt er alles, ohne dass ich ihn auffordern muss. Er lässt mich am Wochenende ausschlafen, wenn ich total platt bin, obwohl er den Schlaf selber nötig hätte. Außerdem hält er mir finanziell den Rücken frei. Er sagt, dass ich nicht arbeiten muss, wenn ich gesundheitlich nicht kann. Obwohl ich merke, dass es eine (vielleicht zu) große Bürde für ihn ist. Er ist also schon für mich da!

            "Pass auf, dass du dich nicht zu klein machst und nur noch versuchst,ihm alles Recht zu machen, damit er ja nicht ausflippt. Du bleibst dabei auf der Strecke."

            Das merke ich momentan sehr stark! Mir setzte es schwer zu, wenn er mich so anbrüllt, Türen knallt, o.ä. Klar würde ich mich gerne nicht mehr so klein machen und mich ihm entgegensetzen. Aber das hab' ich im letzten Jahr eine Zeit lang getan und das hat uns beiden auch nicht gut getan. Wir haben uns zu sehr in die Geschichte hineingesteigert, weil wir beide stur sind. Keiner kann nachgeben. So warte ich momentan eben ab, bis er sich wieder abgekühlt hat, weil erst dann vernünftige Gespräche möglich sind. Aber trotz allem leide ich unter diesen cholerischen "Anfällen".

            "Ich würde mal Klartext mit ihm sprechen. Nicht nur er leidet unter der derzeitgen Situation (Finanzen, Krankheit), du genauso (wenn nicht mehr). Also sollte man doch auch ein gewisses Maß an Unterstützung und Verständndis erwarten können."

            Ich denke, dass wir das vielleicht alleine gar nicht mehr hinbekommen. Wir haben es so oft versucht, sind aber immer daran gescheitert, dass sich aus den Gesprächen neue Probleme ergeben haben, die dann zu neuem Ärger geführt haben. Bspw. hat er bestimmten Absprachen zugestimmt, wollte es aber gar nicht. Er hat nur gesagt, dass es für ihn OK ist, weil er dachte, wenn er es nicht täte, wäre ich sauer auf ihn. Bloß ist das nicht aufrichtig gewesen und ich habe im Nachhinein wieder Ärger abbekommen, weil er doch nicht einverstanden war und die Wut über sich selbst an mir abgelassen hat.

            Ich denke wirklich, dass ein Gespräch auf neutralem Boden und mit Mediator am besten wäre. Heute Abend werde ich ihn fragen, ob das für ihn in Ordnung ist und wenn dem so sein sollte, suchen wir uns zusammen jemanden aus, der uns hilft.

            Danke noch mal!

      (9) 21.05.13 - 15:21

      "Ihr habt Geldsorgen? Warum müssen es dann Schuhe für 36 € sein?"

      Ich kenne mich jetzt mit Kinderschuhen nicht so aus aber die TE meinte ja, sie läge Wert auf gutes Schuhwerk da sich die Schuhe auf das gesamte Knochengerüst auswirken können. Das kann ich absolut nachvollziehen. Besonders weil sie ja meinte, dass sie es nicht einsieht beim Kind zu sparen, ihr Mann sich aber nicht beim Zigarettenkonsum einschränkt. Und ich habe auch die Erfahrung gemacht dass etwas teurere Schuhe leider auch oft die besseren sind.

      • (10) 21.05.13 - 15:56

        Ja, aber in Bezug auf den Spontankauf (da das eine Paar des Kindes nass war) und in Anbetracht des finanziellen Engpasses, tun Schuhe in der Preislage m.M.nicht Not.

        Und das Kind wird schon keinen Hüftschiefstand erleiden, weil es sekundär mal Aldi - Schuhe trägt.

        Gruss
        agostea

        • (11) 21.05.13 - 16:06

          Ha, jetzt wissen wir wo Agostea arbeitet ;-)

          Nein, natürlich hast Du recht. Für zwischendurch dürfen es auch mal Lidl-Schuhe sein.

          Aber das Argument mit den Zigaretten zieht trotzdem!

          • (12) 21.05.13 - 16:27

            Das Argument mit den Zigaretten zieht definitiv. Sehe ich auch so.

            <<Ha, jetzt wissen wir wo Agostea arbeitet <<

            Genau! Ich sitze versteckt zwischen dem Schwanenpilsener und den Slipeinlagen mit einem Medion - Schlepptopp auf den Knien, und tippe heimlich zwischen 2 Kassiervorgängen bei Urbia *gg

            • (13) 21.05.13 - 21:36

              Jetzt weiß ich auch warum die Kassiererinnen bei Aldi immer so lahmar.... sind!

              Nein, Scherz. Liebe Kassiererinnen ich weiß, Euer Job ist nicht einfach und ich warte gerne mal ein bischen länger.

              Aber auf die Slipeinlagen lass ich nichts kommen, die sind super!

Ich würde vermuten, dein Mann fühlt sich momentan einfach mit allem überfordert, er hat das Gefühl, er kann Dir nichts recht machen, fühlt sich bevormundet, bemuttert vielleicht und bei all dem ist er nicht mal in der Lage, ausreichend Geld für seine Familie nach hause zu bringen.

Und so reagiert er cholerisch.

Tipp. Schwer. Was soll es sonst sein, als miteinander zu reden? Dazu gehören aber nunmal zwei.... und es sieht nicht so aus, als hättet ihr momentan den besten Draht zueinander... um reden zu können.

Lichtchen

  • (15) 21.05.13 - 14:41
    Drei_Tage_Regenwetter

    Danke für deine Antwort!

    Reden wäre gut! Aber ich bin mir auch darüber im Klaren, dass es momentan schwierig ist. Er reagiert sehr empfindlich, schreit gleich und interpretiert Dinge in meine Aussagen, die ich so gar nicht gemeint habe.

    Ich habe schon überlegt, ihn evtl. mal mit zur Psychotherapie zu nehmen, sodass man auf neutralem Boden und mit einer Art "Mediator" über alles reden kann. Aber dann habe ich auch Angst, dass er vielleicht denkt, ich würde ihm unterstellen, dass er einen an der Klatsche hat.

    Denkst du, das könnte evtl. helfen?

    • > Aber dann habe ich auch Angst, dass er vielleicht denkt, ich würde ihm unterstellen, dass er einen an der Klatsche hat. <

      Dann denkt er auch von Dir, dass Du einen an der Klatsche hast?

      Sicherlich würde in der Situation reden mit einem Mediator helfen, aber ob da "Deine Psychotherapie" der richtige Ansprechpartner ist?

      Außerdem muss er das ja auch wollen.

      Lichtchen

      • (17) 21.05.13 - 17:25
        Drei_Tage_Regenwetter

        "Dann denkt er auch von Dir, dass Du einen an der Klatsche hast?"

        Das habe ich ihn auch schon gefragt, aber das sei ja was ganz Anderes. Wahrscheinlich weil es MICH und nicht IHN betrifft. ;-)

        "Sicherlich würde in der Situation reden mit einem Mediator helfen, aber ob da "Deine Psychotherapie" der richtige Ansprechpartner ist?"

        Natürlich werde ich ihn vorher frage und er soll mir aufrichtig antworten! Ich werde ihn sicher nicht zwingen, mit mir zu einem Psychologen oder einer Beratungsstelle zu gehen. Aber vorschlagen möchte ich es ihm.

        Und wahrscheinlich hat du Recht! Es ist sicherlich nicht so günstig, zu meinem Psychologen zu gehen. Er kennt zwar mich, aber genau das könnte mein Mann dann wieder falsch auffassen. Ich will nicht, dass er denkt, dass die Person, die sich mit uns befasst, parteiisch ist.

        Danke für deinen Rat!

    Hallo!

    Also ich denke das ist eine gute Idee. Du musst ihm nur klar machen dass es dabei nicht darum geht, ihn gemeinsam mit dem Psychologen fertig zu machen. Sag ihm es wäre interessant für Deinen Therapeuten auch mal eine andere Sicht der Dinge zu sehen und eine andere Meinung zu hören.

    LG!

    • (19) 21.05.13 - 17:59
      Drei_Tage_Regenwetter

      Danke auch für deinen Rat!

      Ich werde bei meinem Psychologen auf jeden Fall noch mal nachhaken, ob er es im Fall der Fälle für gut befinden würde, wenn ich meinen Mann für solche Gespräche mitbringe. Er weiß da sicher besser Bescheid. Wird ja nicht das erste Mal sein, dass ein Paar eine Gesprächstherapie machen möchte.

      Ich könnte mir aber durchaus vorstellen, mir eine neue Person zu suchen, mit der wir unsere Gespräche führen. Den Grund wurde ja weiter oben schon genannt.

      Danke noch mal für deine Antwort!

Ich verstehe dich zum Teil - und deinem Mann zum Teil.

Man kann ja immer nur Antworten geben, die sich auf dem hier gepostetem beziehen und generell ist das keine allgmeingültige Geschichte.

Nun...wenn man nur diesen kleinen Ausschnitt Eures Alltags betrachtet stößt mir sofort deine "beherrschte" Art des Streitens auf...wenn mein Partner so leidenschaftslos und belehrend mit mir reden oder streiten würde würde ich mich auch bevormundet und dumm fühlen. Es scheint ein bisschen durch, dass du dich etwas überheblicher fühlst, weil du in Therapie bist und schon "viel Richtiges" gelernt hast. Ich persönlich könnte mit jemandem, der oder die so drauf ist, ncihts anfangen, da ist ja nichts echt - keine Emotion, keine Leidenschaft, alles kontrolliert, verstellt und - wie gesagt - oberlehrerhaft.

Die Schuhe...eigentlich beugt man vor und hat immer ein Paar extra - zu einem vernünftigen Preis. Und nicht Samstags zwischen Tür und Angel gekauft. Dennoch - so lange noch Geld für Zigaretten vorhanden ist und Ihr nicht hungern müßt muss man sich nicht so aufregen.

Der Sex...größeres Thema...mich würde es auch abturnen wenn der Partner etwas unentspannt Fragen stellt und wegen einen Kinnstupser "Au" sagt. Ich verstehe, dass du wegen deiner Behinderung nicht ganz locker bist und ich verstehe nicht, warum du ihm zuliebe Positionen durchziehen willst, die du gar nicht kannst, das kann gar nicht gut gehen. Irgendwann hast du keine Lust mehr auf Sex - und er auch nicht. Ihr müsst gerade deshalb vorher klären, was geht, was geht nicht. Probiert neues aus, findet Euren Weg. Dann seid Ihr beide entspannter und könnte den Sex geniessen.

Alles in allem habe ich den Eindruck, dass bei Euch die Kommunikation, das Miteinander und die Zusammengehörigkeit in Schieflage geraten ist. Dein Mann sieht viel Verzicht seinerseits, du "spielst" die "Kluge", die "Zarte"...und erwartest eigentlich nur Rücksicht und Respekt von ihm, ohne zu sehen, wie es ihm geht.

Redet miteinander, geht aufeinander zu...ehrlich und offen und mit Gefühl...und vor allem auf Augenhöhe.

#klee

  • (21) 22.05.13 - 14:12
    Drei_Tage_Regenwetter

    Danke für deine Antwort!

    "Es scheint ein bisschen durch, dass du dich etwas überheblicher fühlst, weil du in Therapie bist und schon "viel Richtiges" gelernt hast. Ich persönlich könnte mit jemandem, der oder die so drauf ist, ncihts anfangen, da ist ja nichts echt - keine Emotion, keine Leidenschaft, alles kontrolliert, verstellt und - wie gesagt - oberlehrerhaft."

    Oh je, ich hoffe nicht, dass es so auf meinen Mann wirkt. Es ist auch nicht so, dass ich jegliche Emotionen unterdrücke und total lieblos streite. So ist es nicht! Aber ich schreie nicht mehr sofort los. Wir haben lange Zeit eine sehr stressige Beziehung mit fast täglichen Streitereien geführt. Einer hat etwas Falsches gesagt, der Andere hat es gleich falsch aufgefasst und hat geschrien und es wurde zurückgeschrien. So haben wir uns gegenseitig angebrüllt, bis ich meistens keine Stimme mehr hatte. Das hat uns alle sehr belastet. Schlimm, oder? Alle Nachbarn wussten Bescheid und so auch schnell der Rest des Ortes. Unser Hund bekam tierische Angst und hat sich versteckt. Unser Sohn war total verstört und hat mitgebrüllt. Einmal habe ich vor lauter Zorn mein iPhone an die Wand geschmissen, so sehr habe ich mich hineingesteigert.

    So will ich nicht mehr sein! Und deshalb bemühe ich mich, ganz normal zu reden und nicht zu schreien. Ich muss mich selbst beruhigen, weil ich einfach sonst in einen Zustand hineingerate, in dem mein Hirn ausschaltet und ich Dinge sage oder tue, die ich später bereue. Aber das bedeutet nicht, dass ich mich völlig emotionslos an der Diskussion beteilige. Ich halte meine Emotionen nur im Zaum. Zumindest versuche ich das. Es bedeutet nicht, dass ich beim Streiten nicht auch mal weine oder eine bissige Bemerkung mache. Das passiert mir (leider) viel zu oft. Ich bin eben auch nicht perfekt.

    "Die Schuhe...eigentlich beugt man vor und hat immer ein Paar extra - zu einem vernünftigen Preis. Und nicht Samstags zwischen Tür und Angel gekauft. Dennoch - so lange noch Geld für Zigaretten vorhanden ist und Ihr nicht hungern müßt muss man sich nicht so aufregen."

    Das weiß ich jetzt auch. Nächstes Mal kümmere ich mich unter der Woche darum und nicht samstags. Aber ich denke auch, dass man deshalb nicht so aus der Haut fahren muss. Zumal ich ihn ja gefragt hatte, ob es für ihn OK ist.

    "Probiert neues aus, findet Euren Weg. Dann seid Ihr beide entspannter und könnte den Sex geniessen."

    Ich weiß jetzt auch, dass es für ihn nicht besonders schön ist, wenn ich immer solche Bemerkungen beim Sex mache. Ich muss einfach einen anderen Weg finden, um ihm zu zeigen, was mir gefällt und was nicht. Er muss im Gegenzug etwas aufmerksamer werden, wenn ich ihm dann z.B. zeige was mir gefällt, damit er meinen Wunsch nicht übergeht.

    Wir haben es gestern Abend noch mal versucht. Ganz ohne Zwang. Es war nichts geplant. Es ist einfach so passiert und es war sehr schön, wenn auch ganz anders als sonst.

    "Alles in allem habe ich den Eindruck, dass bei Euch die Kommunikation, das Miteinander und die Zusammengehörigkeit in Schieflage geraten ist. "

    Das wissen wir und wir möchten es auch ändern. Allerdings, wie oben schon mal angedeutet, schaffen wir das nicht mehr alleine, weil sich aus jedem Gespräch neuer Zündstoff entwickelt. Wir sind uns einig, dass wir jemanden hinzuziehen müssen, der uns bei der Klärung hilft. Ich hoffe, dass es dann besser wird.

    Danke noch mal für deine Antwort!

Entgegen einiger anderer Meinungen hält sich mein Mitleid für Deinen Mann in Grenzen.
Ich habe zu meinem auch schon mal gesagt, ich brauche keinen "Gutwettermann" sondern einen "Allwettermann" - und bei einer langjährigen Ehe gehört Mistwetter einfach mal dazu.
Leider tendieren sehr viele Männer dazu, nur "pflegeleicht" zu sein, wenn alles glattläuft -das ist ein solcher Mist, höre ich aber wirklich oft. Du bist aber nicht seine "Ich-nehme-alle-Sorgen-auf-mich" -Maschine - und das gerade in einer Zeit, wo es Dir auch nicht gut geht.
Und dass Du mit Behinderung nicht jede Kamasutra-Stellung mitmachen kannst, wußte er schon vor eurer Ehe, nehme ich mal an.
Also auch hier kann ich Dich verstehen, wenn Du bei einem solchen Rumgestocher frägst, wohin er nun will (nicht böse sein, ich grinse gerade, weil ich mir das bei mir auch vorstellen könnte ;-) ) Leidenschaftlicher Sex hört sich für mich eh anders an. Muss mir jedesmal genau die Abfolge vom letzten Mal gefallen ? Eher nicht.....
Aber wie soll der Sex klappen, wenn ihr gerade ein solches Kommunikationsproblem habt ?

Hör mal ganz schnell damit auf, die dauernde Gutwetterfrau zu spielen - okay anschreien muss nicht sein - aber man muss auch mal emotional diskutieren können.
Wenn er das nicht kann, hat eigentlich ER das Problem, nicht Du.Und - sorry, wenn sich einer wegen eines derartigen Pille-Palle-Problems wegen Kinderschuhe aufregt.....naja..... #schock Was macht der Mann, wenn es mal echte Probleme gibt ??????
Gut 36 Euro sind nicht billig, da würde ich eben wirklich mal auf Vorrat bei Lidl oder Aldi welche holen - die sind nämlich wirklich nicht schlecht und ein schiefes Kreuz kriegt man davon auch nicht gleich. Aber so ein Affentheater rechtfertigt das auch nicht.
Und das würde ich ihm auch mal wirklich so sagen, dass es SO eben nicht weitergeht und von BEIDEN etwas Engagement erwartet werden kann - dem Kinde zuliebe.
LG Moni

  • (23) 22.05.13 - 16:49
    Drei_Tage_Regenwetter

    Danke für deine Antwort!

    "Ich habe zu meinem auch schon mal gesagt, ich brauche keinen "Gutwettermann" sondern einen "Allwettermann" - und bei einer langjährigen Ehe gehört Mistwetter einfach mal dazu."

    Ich stimme uneingeschränkt zu! #pro

    "Und dass Du mit Behinderung nicht jede Kamasutra-Stellung mitmachen kannst, wußte er schon vor eurer Ehe, nehme ich mal an."

    Nein, er wusste es leider nicht! Wir wussten es beide nicht! Wir sind seit zwölf Jahren zusammen und seit fünf Jahren verheiratet. Meine Krankheit wurde aber erst vor einem Jahr diagnostiziert. Allerdings dauert meine Krankheitsgeschichte schon bedeutend länger. Es fing in der Teenagerzeit an, aber es waren alles eher Einzeldiagnosen. Rückenschmerzen, Hüftschmerzen, ... Es konnte aber niemand ahnen, dass es eine einzelne Krankheit ist, der alles zuzuordnen ist. Das stellte sich erst im letzten Jahr heraus, als mein Körper komplett verrückt spielte.

    Mein Mann hat sich sehr um mich gesorgt, war bei jedem Arzttermin mit dabei, stellte Fragen und informierte sich. Aber Außenstehende haben mir auch zugetragen, dass sie finden, dass mein Mann seitdem eher schlecht aussieht. Blass, abgemagert, faltiger, besorgt. Das hat sich jetzt wieder gebessert, aber ich weiß auch, dass ihn meine Krankheit wirklich getroffen hat.

    "Leidenschaftlicher Sex hört sich für mich eh anders an."

    "Aber wie soll der Sex klappen, wenn ihr gerade ein solches Kommunikationsproblem habt ?"

    Zweimal: Stimmt! Wir haben uns gestern Abend noch kurz darüber unterhalten und haben festgestellt, dass der Sex für uns beide nicht so richtig zufriedenstellend ist. Ich denke, wir müssen einfach mal neue bzw. andere Wege beschreiten, damit es für uns beide wieder schön ist.

    "Und das würde ich ihm auch mal wirklich so sagen, dass es SO eben nicht weitergeht und von BEIDEN etwas Engagement erwartet werden kann - dem Kinde zuliebe."

    Ich denke, dass er das mittlerweile auch weiß. Wir hatten noch nicht die Gelegenheit uns in aller Ausführlichkeit zu unterhalten. Das ist wahrscheinlich auch mit ursächlich für das Kommunikationsproblem. Aber gestern Abend hat er zumindest schon mal zugestimmt, dass wir eine Gesprächstherapie für Paare machen können. Ich hoffe, dass uns das hilft. Im Grunde weiß ich nämlich, dass es keine einseitige Liebe ist. Mein Mann braucht mich auch. Aber momentan ist es für ihn eben unheimlich schwer. Natürlich gibt es keine Entschuldigung dafür, dass er mich anschreit, Türen knallt, o.ä. Sehr wohl gibt es aber Gründe und denen gilt es auf den Grund zu gehen. Demnächst steht evtl. auch ein Jobwechsel an und ich hoffe, dass er in seinem neuen Job, nach der Einarbeitungsphase, etwas entspannter wird.

    Dir noch mal vielen Dank für deine Antwort!

mein Mann hatte auch so eine Phase. hat herumgeschrien wie blöd.
Auslöser: Kind hat zu lange am Topf gebraucht, ich hab zu wenig salz verwendet, Kinder zu laut, die Autoreparatur in der Werkstatt hat zu lange gedauert (Dame am schalter "anschreien müssen sie mich NICHT"), ich bin zehn Minuten zu spät gekommen, es war kein Saft mehr im Kühlschrank, er hat seinen Schlüssel nicht gefunden und ich muss ihn ja wohl verlegt haben usw usf

eigentlicher Grund: im Beruf Stress und Überforderung. hat er alles zu Hause auslassen. Schlussendlich hat er selbst eingesehen dass das so nicht gehen kann und hat sich beruflich verändert.

LG

  • (25) 21.05.13 - 19:42
    Drei_Tage_Regenwetter

    Danke für deine Antwort!

    Daran habe ich auch schon gedacht! Mein Mann hat einen sehr stressigen Job, ist in einer Führungsposition und arbeitet gut und gerne 50 bis 60 Stunden pro Woche. Der Chef verlangt noch mehr, aber mein Mann kann nicht noch mehr arbeiten.

    Er hat momentan auch ein gutes Jobangebot, aber er schwankt noch. Bis Ende der Woche muss er sich entscheiden. Ich hoffe, er trifft die für ihn richtige Entscheidung.

    Sollte er den neuen Job annehmen, hätte er deutlich mehr Freizeit. Das würde ihm und uns als Familie unheimlich gut tun.

    Danke für diesen Denkanstoß!

Top Diskussionen anzeigen