Mein Mann soll eine Familie haben

    • (1) 22.05.13 - 10:14
      Fast verzweifelt

      Hallo,

      ich gehöre eigentlich in das Forum "Unterstützter Kinderwunsch" und habe seit einigen Monaten ein Problem das ich langsam nicht mehr aushalte.

      Ich bin seit zehn Jahren mit einem sehr fürsorglichen und liebevollen Mann verheiratet.
      Wir führen eine sehr schöne Beziehung, jeder bemüht sich um die Wünsche des jeweils anderen und wir sind richtig gute Partner.

      Vor eineinhalb Jahren kam dann völlig überrraschend ein von mir vorher nie gespürter Kinderwunsch ans Tageslicht (Ich bin jetzt 37).

      Wir sind ein Wochenende weggefahren und haben das Ganze durchdacht.

      Nach vielen Reisen und einem schönen Leben zu Zweit war der Gedanke an eine Familie plötzlich sehr schön.

      Meinem Mann hatte ich schon länger angemerkt dass er gerne Vater wäre, ich wollte aber keine Mutter sein.

      Ende letzten Jahres wurde festgestellt dass ich mich leider zu spät entschieden habe.

      Wir haben einige Behandlungen gemacht und nun bin ich am Ende.

      Körperlich und psychisch. Für mich ist es nicht das Schlimmste keine Mutter zu werden, der Gedanke ist mir nicht fremd.

      Ich gehe wirklich kaputt daran dass mein Mann kein Vater wird. Durch meine Schuld. Er könnte mit einer anderen Frau auf ganz normalem Weg Kinder haben.
      Ich habe ihm vor ein paar Wochen gesagt dass er sich das Ganze gut überlegen soll und ich ihn gehen lasse wenn er merkt dass Kinder wichtig sind.

      Nachdem er erst sauer wurde schlief er eine Nacht darüber und sagte vollkommen klar und aufgeräumt dass er auschließlich und wenn überhaupt ein Kind von mir will.

      Keine Eizellspende, Adoption und schon gar keine andere Frau.
      Mein Glück sei ihm das Wichtigste und er könne sich sehr gut vorstellen mit mir ein schönes kinderloses Leben zu führen.
      Schöne Liebeserklärung - gar keine Frage und ich weiss auch dass er es so meint.
      Er liebt mich sehr und zeigt mir das auch.

      Ich komme trotzdem nicht klar damit. Ich merke dass ich immer blöder ihm gegenüber werde und dauernd nach Streit suche. Ich unterstelle mir selber die Beziehung kaputtmachen zu wollen.
      Ich fühle mich wertlos, unweiblich und steinalt. Ich will ihm nicht sein Leben versauen.
      Er wäre ein toller Vater und seine Eltern wundervolle Großeltern.
      Meine Unfruchtbarkeit nimmt ihnen für immer Rollen, die sie sehr glücklich machen würden.

      Ich sitze hier und heule. Das Gefühl ist wirklich schlecht zu ertragen.....

      • Oh je, ich glaube das ist typisch Frau #zitter
        Laß Dir helfen, Du machst Eure Beziehung kaputt!!!
        Er hat sich entschieden und ich als über 40-Jährige würde aus meiner Erfahrung behaupten, er meint es so wie er es sagt. Männer haben nicht den Bezug und diesen starken Wunsch nach Kindern wie Frauen, sie können gut damit umgehen keine Kinder zu haben.

        Du solltest drüber nachdenken und darauf vertrauen, sonst kannst Du Dich gleich trennen, wäre für Dich und Deinen Mann angenehmer als ein Krieg, den Du raufbeschwörst für nix und wieder nix #wolke
        Alles Gute!

        • (3) 22.05.13 - 10:48
          Fast verzweifelt

          Ja, ich werde wohl um ein paar Sitzungen beim Psychologen nicht herumkommen.

          Das ist mein absoluter Traum-Mann.

          Danke dir für deine Antwort!!

      (4) 22.05.13 - 10:33

      Hallo,

      ich kann es sehr gut nachvollziehen, denn auch ich hatte das gleiche Problem (w).
      Mein Mann und ich sind durch 7 Jahre Behandlungen gegangen (zuerst Spülung der Eileiter, dann Eisprung-Stimulierung durch Spritzen, div. Medikamente, dann eine Ruhephase über 1,5 Jare, danach 5 künstliche Befruchtungen).

      Nichts zu machen. Damals war ich auch am Boden zerstört.

      Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, uns zu trennen, damit er eine Familie mit einer anderen Frau gründen kann (es hat mir das Herz zerrissen, es vorzuschlagen, denn er war die Liebe meines Lebens). Er reagierte so wie dein Mann. Auch er wollte keine Adoption, kein Pflegekind, nur ein Kind mit mir.

      Danach (nach diesen 7 Jahren) haben wir alle Versuche eingestellt und haben es akzeptiert, kinderlos zu bleiben.

      Leider ist unsere Ehe ein paar Jahre später zerbrochen (ich habe ihn verlassen, obwohl er meine große Liebe war), wir haben uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt, jeder hat dann nach und nach Seins aufgebaut und ich merkte einfach, dass wir wie Bruder und Schwester zusammen gelebt haben. Alle Gespräche und Versuche uns zusammen zu raufen haben zu nichts geführt. Beide haben sehr unter dieser Trennung gelitten (ich - weil mein großer Traum mit diesem Mann für immer zusammen zu bleiben, nicht in Erfüllung gegangen ist - die Liebe war weg und er, weil er mich liebte). Ich beschreibe nur meine Situation, damit will nicht sagen, dass es auch bei euch so kommen kann.

      Mitterweile bin ich seit Jahren von meinem Mann getrennt. Er hat eine Chance auf eine neue Familie. Wir haben keinen Kontakt, ich weiß nicht was er macht. Aber ich wünsche ihm alles Liebe und Gute.

      Aber an deiner Stelle würde ich versuchen es zu akzeptieren, dass ihr kinderlos bleibt. Das Leben ist schön auch ohne Kinder.

      Ich bin nun fast 40, bin in einer glücklichen kinderlosen Beziehung, habe gar keinen Wunsch mehr nach einem Kind. Mir geht es richtig gut.

      LG

      • (5) 22.05.13 - 10:54
        Fast verzweifelt

        Sieben Jahre...... Wow!!!

        Dann bist du eine sehr tapfere Frau.

        Mir reichten schon zwei Behandlungen um die Nerven blank zu scheuern.

        Ich werde jetzt die Reißleine ziehen und mir einen Psychologen suchen.

        Ich liebe meinen Mann sehr und will mit ihm später alt und faltig auf der Bank vor dem Haus sitzen.

        Ich danke dir vor allem für deinen letzten Abschnitt. Den Übergang dahin werde ich mir jetzt ebnen.

    Hallo,

    meinst Du nicht, daß Du das Recht auf eine glückliche Partnerschaft hast und zwar mit dem Mann, den Du liebst?
    Falls es mit der Kinderwunschbehandlung nicht klappt (ich drücke Dir die Daumen, daß sich Dein Wunsch erfüllt), überlegt, was Euch zusammengebracht hat: der vorranige Wunsch einer Familie oder für Euch beide eine Zukunft?
    Ich kann nicht beurteilen, wie stark der Kinderwunsch ist, aber könntet Ihr Euch vorstellen zur Not ohne Kinder eine Beziehung zu gestalten?
    Es gibt viele Schicksalsschläge, die die Zukunft einer Partnerschaft verändert (und ich weiß leider aus persönlicher Erfahrung), aber mein Partner ist nicht nur der Vater (möglicher) Kinder, sondern meine Liebe, mein Gefährte, mein Freund und Seelentröster.

    Ich kann Dir nur raten Dich mit Deinem Mann nochmal zu besprechen, vielleicht mit einem Therapeuten, denn mir tut es leid, wenn Du auf Deine Liebe verzichten willst, damit Dein Mann die Chance auf Kinder hat.

    LG
    Carmen

    • (7) 22.05.13 - 10:56
      Fast verzweifelt

      Sehr liebe Worte...

      Danke dir.

      Wir sprechen sehr oft darüber und ich hole mir jetzt Hilfe.

      Er ist meine große Liebe und ein unglaublicher Partner.

      Es gibt bestimmt einen Weg aus dieser oberfiesen Phase....

      #blume

Hallo!.

Es hört sich fast so an, als hättest Du selber gar keinen richtigen Kinderwunsch. Dein Mann und Deine Schwiegereltern scheinen den zu haben. Es ist auch nicht immer nur schön Familie ein Baby ist ne ganz schöne Anstrengung, die viele Beziehungen auf die Probe stellt. Vielleicht ist es dann für Dich persönlich auch die richtige Entscheidung gewesen so lange zu warten und gar nicht zu spät.

Dein Angebot kann ich schon nachvollziehen, Du willst ihm seinen großen Wunsch nicht verwehren, das ist sehr nobel von Dir. Es ist jetzt nur die Frage, glaubst Du ihm was er Dir als Antwort präsentiert hat? Anscheinend nicht? Warum nicht? Er ist erwachsen und kann entscheiden, wie er in Zukunft leben möchte. Und das hat er Dir gesagt. Mit Dir! Auch ohne Kinder!

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Lebensende! Zerstöre Dir Deine Beziehung nicht wegen schlechter Gedanken!

Viel Glück

  • (9) 22.05.13 - 11:04
    Fast verzweifelt

    Ja, du hast schon irgendwie recht.

    Ich kann dir aus dem Stand zehn Argumente gegen ein Kind präsentieren und ich stehe seit Jahren mit großer Begeisterung für meinen Job auf. Ich gehe wahnsinnig gerne zur Arbeit.
    Der Wunsch entstand aus dem Nichts und wurde von mir mit Freude aufgenommen.
    Es sollte aber nicht sein und wahrscheinlich hat es seinen Grund. Keine Ahnung.

    Ich glaube ihm. Ich habe einfach Angst vor der Langzeitwirkung - ich will eine Glaskugel und wissen ob er in zehn Jahren auch noch damit klarkommt.

    Gibt es nicht - ich weiss.

    Ich hole mir Hilfe und somit hoffentlich den Endsatz eines jeden Märchens den du so schön als Abschluss genommen hast.

    Vielleicht lässt mich der Psychologe ja ein Kreuzchen an "glücklich und zufrieden" machen......

    Danke!!

    • Du weißt auch nicht, ob ihr mit Baby in zehn Jahren noch zusammen seid!? Und kinderlos zu bleiben ist für die Partnerschaft nicht unbedingt das Schlechteste! Ich hätte es mit meinem Mann in unserer Beziehung wesentlich leichter ohne Kinder! Ich würde es zwar auch nicht anders wollen (wir hatten beide ja schon Kind bevor wir uns kannten) aber manchmal beneide ich so kinderlose Pärchen, ohne diesen ganzen Kinderstress!

      • (11) 22.05.13 - 11:24
        Fast verzweifelt

        Gott bist du eine ehrliche Person...

        Ich finde das toll!

        Du bist bestimmt eine tolle Freundin.

        Ich räume den Mist jetzt mal auf...

        • Danke...(ich habe tatsächlich einige sehr gute und tiefe Freundschaften und das schon lange Jahre.)

          Nun es ist eben so, warum sollte ich immer nur das Beste vorheucheln, was Kinder und Familie betrifft. Es ist in der Realität eben nicht immer "Friede, Freude, Eierkuchen".

          Der Onkel meines Mannes lebt mit seiner Frau nach über 40 Jahren Ehe kinderlos, glücklich und zufrieden zusammen. Sie hatten sogar beide einen innigen Kinderwunsch, es sollte eben nicht sein. Aber was ich sagen will, es kann funkionieren, auch ohne Kinder!

          Mach Dich nicht verrückt und geniesse Dein und Euer Leben!

Ich verstehe deine (Schlud)Gefühle sehr, sehr gut.

Nur…bisher wart Ihr glücklich ohne Kinder, dein Mann hat sich klar für dich – für Euch – ausgesprochen.

Wer sagt auch, dass er innerhalb relativ kurzer Zeit eine Frau findet, mit der er glücklich ist und die Kinder bekommen kann – und will??

Egal, wie schuldig und unglücklich du dich jetzt fühlst – und ganz gleich wie nobel dein Wunsch ist, ihn freizugeben – woher weißt du, dass das das Beste ist, dass er dadurch glücklich wird, dass es das ist, was er will??

Hadere nicht so sehr mit dir und dem Leben. Ich weiß – leicht gesagt. Lass ein bisschen Zeit vergehen und lebe, seid glücklich miteinander…und sehe, was zwischen Euch geschieht…jetzt bist du natürlich im Schock und musst erst einmal das Wissen verarbeiten, deinem Mann kein leibliches Kind schenken zu können (meinen Eltern ging es auch so…meine Mutter konnte keine Kinder bekommen…sie haben mich und meine Schwester adoptiert). Sprich mit deinem Mann über deine Gefühle, lass ihn wissen, wie es dir geht und was es für dich bedeutet, höre ihn zu und haltet zusammen. Ihr liebt Euch…das ist so viel Wert.

Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute.

#klee

Ich kann deine Gedanken verstehen! Sie bringen dir nur nichts, außer das deine Ehe daran scheitern wird.

Es hört sich zwar blöd an, aber uns wurde auch gesagt, dass wir erschwerrte Bedingungen haben bis keine. Der kleine Mann sitzt jetzt neben mir und ist 2 Jahre alt.

Ich habe auch Behandlungen über mich ergehen lassen und es dann gelassen und mich damit abgefunden.

  • (16) 22.05.13 - 13:55

    :-)

    Freut mich dass du einen kleinen Sohn hast. #herzlich

    Nein, mir reichen zwei Versuche.

    Ich möchte gerne beruflich noch weiterkommen.

    Meine große Hoffnung ist einfach dass meinen Mann nicht irgendwann der Sehnsucht-Hammer trifft.

    Das wäre schlimm.

    Ich danke dir für deine nette Antwort!!

    • Was hast du denn machen lassen, wenn ich fragen darf und wo liegt denn dein Problem?

      • (18) 23.05.13 - 12:54
        Gar nicht mehr so schlimm

        Darfst du.

        Ich bin low responder und habe einen nicht mehr nachweisbaren AMH.

        Die beiden IVFs ergaben jedes Mal nur eine befruchtete Eizelle (von zwei entstandenen) und haben sich nicht eingenistet.

        Die Empfehlung lautet Eizellspende.

Zunächst einmal: Wieso bist du denn mit 37 Jahren schon zu alt? Hast du keinen Eisprung mehr oder woran liegt es? In meinem Geburtsvorbereitungskurs waren viele (Mehrfach)Mamis, die sogar noch älter waren, und schwanger waren. Ich selbst hab mein Baby auch erst mit 35 bekommen. Und hab derzeit nicht das Gefühl, dass sich bei mir schon die Wechseljahre ankündigen. ;-)

Ich hab mal gelesen, dass die Psyche beim Nicht-schwanger-werden eine sehr große Rolle spielt. Vielleicht hast du dich irgendwie ja doch innerlich gegen ein Baby gesträubt. Der Körper spürt so etwas und dann klappt es eben nicht. Ich hatte beim Lesen deines Beitrages jedenfalls den Eindruck, dass der Kinderwunsch auf deiner Seite eigentlich gar nicht so groß ist.

Was deinen Mann betrifft. Ich glaube, dass ein Kinderwunsch bei Männern nicht so extrem ist, wie bei Frauen. Daher glaube ich, dass Männer leichter damit klar kommen, keine Kinder zu haben als Frauen. Ich denke, du solltest deinem Man vertrauen. Wenn er dir sagt, dass es ok für ihn ist, dann wird das vermutlich stimmen.

Ich würde an eurer Stelle einen Haken dahinter machen. Versucht, euer Leben zu zweit wieder so zu genießen, wie vor der Kiwu Zeit. Lasst die Verhütung weg und wer weiß: Vielleicht klappt es ja, wenn der Kopf wieder frei ist und ihr beide vom Kinderwunsch Abstand genommen habt.

Alles Gute!

  • (20) 22.05.13 - 14:13

    :-)

    Danke dir für deine Antwort.

    Ich reagiere aufgrund meiner eingeschränkten Eierstock-Tätigkeit nicht mehr auf hormonelle Stimulierung und habe Antikörper gegen Spermien im Zervix.

    Ein guter Rundum-Schutz sozusagen.

    Meine Psyche hat ganz sicher eine Rolle dabei gespielt - daran glaube ich auch.

    Ich würde ehrlich gesagt zur Beendigung dieser fiesen Behandlungsphase und für den richtigen Abschied vom Kinderwunsch gerne sofort wieder mit Verhütung anfangen.

    Ich glaube nur dann kann man das Ganze richtig beenden.

    Vielleicht gibt es ja eine Pille die mich noch ein Weilchen vor den ersten Wechseljahres-Symptomen bewahrt.

    Danke dir für deine Antwort!!

    • Oh na da scheint dein Körper ja tatsächlich ganz und gar nicht bereit zu sein, für ein baby. Das mit den Antikörpern ist aber selten oder?

      Steckst du noch in der Behandlung oder habt ihr schonaufgehört? Denn die Hormone die man da bekommt, sind für die Psyche nicht ohne. Vielleicht ändert sich dein Gemütszustand und dein Verhalten deinem Mann gegenüber ja wieder, wenn die Behandlung vorbei ist. Ich hab eine Arbeitskollegin gehabt, die auch Hormone einnehmen musste, weil sie nicht schwangr wurde. Sie hat dabei fast ne Depression entwickelt und ihre Beziehung wäre fast gescheitert. Alo die Medis sind echt nicht ohne.

      "Ich würde ehrlich gesagt zur Beendigung dieser fiesen Behandlungsphase und für den richtigen Abschied vom Kinderwunsch gerne sofort wieder mit Verhütung anfangen.

      Ich glaube nur dann kann man das Ganze richtig beenden." --> Wahrschenlich hast du recht.

      Vielleicht könntet ihr euren Kiwu ja symbolisch "beerdigen", um auch irgendwie "handfest" abzuschließen. Denn sagen kann man viel, aber wenn man einen kleinen Karton nimmt, alle Dinge reinpackt, die mit dem Kiwu zu tun hatten, und dann gemeinsam vergrabt, dann kann man mental vielleicht doch besser bschließen.

(22) 22.05.13 - 17:46

Hey,

ich kann gut nachempfinden, wie du dich fühlen musst. Ich lebe nicht in der gleichen Situation, allerdings auch in einer, welche mich in ähnlicher Art und Weise zu dem Gedanken treibt, meinem Partner etwas zu nehmen - sein Leben hat er sich nämlich ganz bestimmt nicht so vorgestellt!

Vor sechs Jahren erhielt ich, völlig unerwartet,die Diagnose: "Krebs - nicht heilbar!". Ich war zu dem Zeitpunkt frisch getrennt und alleine mit zwei kleinen Kindern - mir hat das Ganze den Boden unter den Füßen weggerissen. Den Schock darüber habe ich dank der Kinder schnell verdauen können und weil es mir trotz der schweren Erkrankung erstaunlich gut ging, wollte ich unbedingt weiterhin arbeiten und den Alltag so laufen lassen wie bisher. Und dank dieser Entscheidung habe ich vor fünf Jahren meinen Partner kennengelernt. Ich habe von Anfang an offen über die Krankheit geredet, schon bevor wir eine Beziehung eingegangen sind (vom ersten Augenblick an war ein ungewöhnlich enges Vertrauensverhältnis da). Ich habe zu dem Zeitpunkt nicht damit gerechnet, dass ich jemals wieder in einer Beziehung leben werde, doch dieser Mann wollte den schweren Weg mit mir gehen. Wir führen eine sehr enge Beziehung und ich bin trotz der Krankheit unheimlich glücklich - und dennoch denke ich so oft, dass es egoistisch von mir ist, ihm das Ganze zuzumuten. Wir sind noch so jung...er ist ein gutaussehender und überall beliebter Mann und könnte so viele andere, viel "bessere", Frauen haben als mich.

Ich war oft nicht nett zu ihm, vermutlich weil ich nicht wollte, dass er sich emotional zu sehr bindet...ich wollte ihn einfach davor schützen, irgendwann um mich zu trauern und seine Entscheidung zu bereuen. Fakt ist aber: Er möchte keine andere Frau an seiner Seite haben!
Er ist erwachsen und in der Lage, Entscheidungen zu treffen.

Ich würde es ihm nie übel nehmen, wenn er mich verlässt...das weiß er auch.

Er hatte ganz andere Pläne für seine Zukunft - erst die sportliche Karriere ausbauen, dann heiraten und Kinder bekommen etc. Er sagt immer: "Kinder haben wir doch (er liebt meine Kinder über alles und wird sich auch immer um die beiden kümmern) und heiraten werden wir noch. Die sportliche Karriere mache ich in 50 Jahren im Seniorenteam!". In seiner Stimme höre ich dann immer eine Selbstverständlichkeit, wie man sie selten erlebt. Er opfert seine Träume, um mich an seiner Seite haben zu können.

Dazu habe und werde ich ihn nie nötigen. Ich kann und will ihn nicht an mich ketten und ihm die Chance nehmen, doch noch Träume zu verwirklichen - ER trifft diese Entscheidung!

Und das ist es, was auch dein Mann tut! Er entscheidet für sich, dass er an deiner Seite bleiben möchte...er entscheidet für sich, dass er auch ohne Nachwuchs glücklich ist, solange er dich hat. Ihm stehen doch alle Wege offen...er könnte gehen, wenn er wollte...aber er möchte nicht ohne dich!
Vielleicht denkt er in 50 Jahren wirklich mal darüber nach, wie es wäre, wenn er sich für eine Zukunft mit einer anderen entschieden hätte. Das ist dann aber nur ein kurzer Gedanke - viel mehr wird er nämlich immer an die Zeit denken, die er mit dir gemeinsam verbracht hat!

Ich wünsche dir, dass du deine Gedanken und Gefühle schnell ablegen kannst und ihr eine traumhaft schöne Zukunft erlebt!

Ganz liebe Grüße an Euch!

  • (23) 23.05.13 - 12:49
    Gar nicht mehr so schlimm

    Ich danke dir für deine sehr persönliche Antwort...

    Es beschämt mich schon fast dass du meine Situation mit deiner so viel schlimmeren Lage vergleichst, das weiss ich zu schätzen.

    Ich weiss dass mein Mann glücklich an meiner Seite ist.

    Trotz meines wirklich manchmal schwierigen Charakters und meinen im Leben immer mal wieder auftretenden Katastrophen.

    Er sagt mir sehr oft wieviel Liebe er für mich empfindet - es ist ein Geschenk.

    Ich wünsche dir von ganzem Herzen eine noch sehr sehr lange und möglichst unbeschwerte Zeit mit deinem tollen Mann und deinen Kindern!!!!!!!!!

    Es bedeutet mir viel dass du mir etwas von deiner Zeit geschenkt hast!! #herzlich

    • (24) 23.05.13 - 17:14

      Du klingst schon viel befreiter von den quälenden Gedanken, das freut mich sehr für dich!

      Ich habe dir den Einblick in mein Leben gerne gegeben. Trotz dass die Situationen unterschiedlich sind, empfinden wir eben doch das gleiche Gefühl in Bezug auf den Partner.

      Genieße die schönen Momente mit deinem Mann und sei glücklich darüber, einen Menschen an deiner Seite zu haben, der dich so sehr liebt - ich bin mir sicher, dass er genau so empfindet!

      Mir hilft es übrigens sehr, meine vielen Gedanken und Gefühle in Form von Tagebüchern aufzuschreiben - Es hat eine befreiende Wirkung auf mich.
      Ich schreibe nicht täglich etwas, sondern eher nach Lust und Laune. Für die Kinder halte ich dort Momente fest, von denen ich ihnen später gerne erzählen würde oder klebe etwas ein und schreibe nur einen kurzen Kommentar dazu.
      Für meinen Freund schreibe ich alles, was mich bewegt...dazu gehören neben tollen Augenblicken und Geschichten aus dem Alltag auch ganz viel Leid und Wut...und nicht selten ist das eine Wut gegen mich selbst, weil ich das Gefühl habe, ihn um seine Zeit zu berauben.
      Manchmal lese ich ihm etwas aus dem Buch vor oder lasse ihn selber lesen - das gibt mir das Gefühl, ihn ganz tief in meine Seele blicken zu lassen und ich weiß, dass er über so manche Zeilen später von Herzen lachen wird.

      Vielleicht würde es auch dir gut tun, deinem Mann zu schreiben. Es muss ja kein ganzes Buch sein, sondern einfach ein paar Zeilen, die ihn ganz tief in dich blicken lassen.

zuerst einmal solltest du dich von dem gedanken frei machen, dass DU verantwortlich bist für das glück deines mannes und seiner eltern. dein mann ist selbst seines glückes schmied und- er hat sich für sein glück entschieden. für dich. ohne wenn, ohne aber, ohne kind. von manchen lebenswünschen muss man sich verabschieden, das geht jedem irgendwann mal so, in allen bereichen. ich würde an deiner stelle mit der behandlung aufhören. was bringt das denn, wenn du eigentlich gar kein kind willst und es nur anderen zu liebe probierst? mal eine andere frage, warum lässt du das mit der verhütung nicht einfach sein? gibts da irgendein risiko? was wenn du einfach liebe und lust nach lust und laune machst, ohne pillen? theoretisch kann ja nichts passieren. und praktisch, wenn du dir denkst, wenn es passiert, wäre es auch okay, dann gibts doch kein risiko für euch. ausser, dass ihr im späteren alter völlig unerwartet doch noch eltern werdet. ärzte haben nicht immer recht. und kinder kommen irgendwie auch dann, wenn sie wollen. bekannte von uns haben 10 jahre lang geübt und es war zermürbend, das mit anzusehen. irgendwann haben sie aufgehört. mit 41 hat sie ihr erstes (und letztes ) kind bekommen- und ist jetzt sehr glücklich. man kann nicht immer alles planen und das schlimmste bei unerfülltem kiwu ist wohl, dass man über etwas reden muss, auf das man so wirklich null einfluss hat. das man völlig aus der hand geben muss, keine kontrolle ausüben kann. du machst deinem mann nichts kaputt, wenn du aufhörst, dich zu zermürben. vielleicht tun da die medis ihr übriges. ich würde das so bald als möglich abbrechen. es wird immer omas geben, die nie oma werden (im eigentlichen sinne). aber es ist doch deren aufgabe, mit ihrem leben trotzdem was sinnvolles anzufangen. mach dich nicht verrückt.

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