Mein Mann soll eine Familie haben

    • (1) 22.05.13 - 10:14
      Fast verzweifelt

      Hallo,

      ich gehöre eigentlich in das Forum "Unterstützter Kinderwunsch" und habe seit einigen Monaten ein Problem das ich langsam nicht mehr aushalte.

      Ich bin seit zehn Jahren mit einem sehr fürsorglichen und liebevollen Mann verheiratet.
      Wir führen eine sehr schöne Beziehung, jeder bemüht sich um die Wünsche des jeweils anderen und wir sind richtig gute Partner.

      Vor eineinhalb Jahren kam dann völlig überrraschend ein von mir vorher nie gespürter Kinderwunsch ans Tageslicht (Ich bin jetzt 37).

      Wir sind ein Wochenende weggefahren und haben das Ganze durchdacht.

      Nach vielen Reisen und einem schönen Leben zu Zweit war der Gedanke an eine Familie plötzlich sehr schön.

      Meinem Mann hatte ich schon länger angemerkt dass er gerne Vater wäre, ich wollte aber keine Mutter sein.

      Ende letzten Jahres wurde festgestellt dass ich mich leider zu spät entschieden habe.

      Wir haben einige Behandlungen gemacht und nun bin ich am Ende.

      Körperlich und psychisch. Für mich ist es nicht das Schlimmste keine Mutter zu werden, der Gedanke ist mir nicht fremd.

      Ich gehe wirklich kaputt daran dass mein Mann kein Vater wird. Durch meine Schuld. Er könnte mit einer anderen Frau auf ganz normalem Weg Kinder haben.
      Ich habe ihm vor ein paar Wochen gesagt dass er sich das Ganze gut überlegen soll und ich ihn gehen lasse wenn er merkt dass Kinder wichtig sind.

      Nachdem er erst sauer wurde schlief er eine Nacht darüber und sagte vollkommen klar und aufgeräumt dass er auschließlich und wenn überhaupt ein Kind von mir will.

      Keine Eizellspende, Adoption und schon gar keine andere Frau.
      Mein Glück sei ihm das Wichtigste und er könne sich sehr gut vorstellen mit mir ein schönes kinderloses Leben zu führen.
      Schöne Liebeserklärung - gar keine Frage und ich weiss auch dass er es so meint.
      Er liebt mich sehr und zeigt mir das auch.

      Ich komme trotzdem nicht klar damit. Ich merke dass ich immer blöder ihm gegenüber werde und dauernd nach Streit suche. Ich unterstelle mir selber die Beziehung kaputtmachen zu wollen.
      Ich fühle mich wertlos, unweiblich und steinalt. Ich will ihm nicht sein Leben versauen.
      Er wäre ein toller Vater und seine Eltern wundervolle Großeltern.
      Meine Unfruchtbarkeit nimmt ihnen für immer Rollen, die sie sehr glücklich machen würden.

      Ich sitze hier und heule. Das Gefühl ist wirklich schlecht zu ertragen.....

      • Oh je, ich glaube das ist typisch Frau #zitter
        Laß Dir helfen, Du machst Eure Beziehung kaputt!!!
        Er hat sich entschieden und ich als über 40-Jährige würde aus meiner Erfahrung behaupten, er meint es so wie er es sagt. Männer haben nicht den Bezug und diesen starken Wunsch nach Kindern wie Frauen, sie können gut damit umgehen keine Kinder zu haben.

        Du solltest drüber nachdenken und darauf vertrauen, sonst kannst Du Dich gleich trennen, wäre für Dich und Deinen Mann angenehmer als ein Krieg, den Du raufbeschwörst für nix und wieder nix #wolke
        Alles Gute!

        • (3) 22.05.13 - 10:48
          Fast verzweifelt

          Ja, ich werde wohl um ein paar Sitzungen beim Psychologen nicht herumkommen.

          Das ist mein absoluter Traum-Mann.

          Danke dir für deine Antwort!!

      (4) 22.05.13 - 10:33

      Hallo,

      ich kann es sehr gut nachvollziehen, denn auch ich hatte das gleiche Problem (w).
      Mein Mann und ich sind durch 7 Jahre Behandlungen gegangen (zuerst Spülung der Eileiter, dann Eisprung-Stimulierung durch Spritzen, div. Medikamente, dann eine Ruhephase über 1,5 Jare, danach 5 künstliche Befruchtungen).

      Nichts zu machen. Damals war ich auch am Boden zerstört.

      Ich habe meinem Mann vorgeschlagen, uns zu trennen, damit er eine Familie mit einer anderen Frau gründen kann (es hat mir das Herz zerrissen, es vorzuschlagen, denn er war die Liebe meines Lebens). Er reagierte so wie dein Mann. Auch er wollte keine Adoption, kein Pflegekind, nur ein Kind mit mir.

      Danach (nach diesen 7 Jahren) haben wir alle Versuche eingestellt und haben es akzeptiert, kinderlos zu bleiben.

      Leider ist unsere Ehe ein paar Jahre später zerbrochen (ich habe ihn verlassen, obwohl er meine große Liebe war), wir haben uns in unterschiedliche Richtungen entwickelt, jeder hat dann nach und nach Seins aufgebaut und ich merkte einfach, dass wir wie Bruder und Schwester zusammen gelebt haben. Alle Gespräche und Versuche uns zusammen zu raufen haben zu nichts geführt. Beide haben sehr unter dieser Trennung gelitten (ich - weil mein großer Traum mit diesem Mann für immer zusammen zu bleiben, nicht in Erfüllung gegangen ist - die Liebe war weg und er, weil er mich liebte). Ich beschreibe nur meine Situation, damit will nicht sagen, dass es auch bei euch so kommen kann.

      Mitterweile bin ich seit Jahren von meinem Mann getrennt. Er hat eine Chance auf eine neue Familie. Wir haben keinen Kontakt, ich weiß nicht was er macht. Aber ich wünsche ihm alles Liebe und Gute.

      Aber an deiner Stelle würde ich versuchen es zu akzeptieren, dass ihr kinderlos bleibt. Das Leben ist schön auch ohne Kinder.

      Ich bin nun fast 40, bin in einer glücklichen kinderlosen Beziehung, habe gar keinen Wunsch mehr nach einem Kind. Mir geht es richtig gut.

      LG

      • (5) 22.05.13 - 10:54
        Fast verzweifelt

        Sieben Jahre...... Wow!!!

        Dann bist du eine sehr tapfere Frau.

        Mir reichten schon zwei Behandlungen um die Nerven blank zu scheuern.

        Ich werde jetzt die Reißleine ziehen und mir einen Psychologen suchen.

        Ich liebe meinen Mann sehr und will mit ihm später alt und faltig auf der Bank vor dem Haus sitzen.

        Ich danke dir vor allem für deinen letzten Abschnitt. Den Übergang dahin werde ich mir jetzt ebnen.

    Hallo,

    meinst Du nicht, daß Du das Recht auf eine glückliche Partnerschaft hast und zwar mit dem Mann, den Du liebst?
    Falls es mit der Kinderwunschbehandlung nicht klappt (ich drücke Dir die Daumen, daß sich Dein Wunsch erfüllt), überlegt, was Euch zusammengebracht hat: der vorranige Wunsch einer Familie oder für Euch beide eine Zukunft?
    Ich kann nicht beurteilen, wie stark der Kinderwunsch ist, aber könntet Ihr Euch vorstellen zur Not ohne Kinder eine Beziehung zu gestalten?
    Es gibt viele Schicksalsschläge, die die Zukunft einer Partnerschaft verändert (und ich weiß leider aus persönlicher Erfahrung), aber mein Partner ist nicht nur der Vater (möglicher) Kinder, sondern meine Liebe, mein Gefährte, mein Freund und Seelentröster.

    Ich kann Dir nur raten Dich mit Deinem Mann nochmal zu besprechen, vielleicht mit einem Therapeuten, denn mir tut es leid, wenn Du auf Deine Liebe verzichten willst, damit Dein Mann die Chance auf Kinder hat.

    LG
    Carmen

    • (7) 22.05.13 - 10:56
      Fast verzweifelt

      Sehr liebe Worte...

      Danke dir.

      Wir sprechen sehr oft darüber und ich hole mir jetzt Hilfe.

      Er ist meine große Liebe und ein unglaublicher Partner.

      Es gibt bestimmt einen Weg aus dieser oberfiesen Phase....

      #blume

Hallo!.

Es hört sich fast so an, als hättest Du selber gar keinen richtigen Kinderwunsch. Dein Mann und Deine Schwiegereltern scheinen den zu haben. Es ist auch nicht immer nur schön Familie ein Baby ist ne ganz schöne Anstrengung, die viele Beziehungen auf die Probe stellt. Vielleicht ist es dann für Dich persönlich auch die richtige Entscheidung gewesen so lange zu warten und gar nicht zu spät.

Dein Angebot kann ich schon nachvollziehen, Du willst ihm seinen großen Wunsch nicht verwehren, das ist sehr nobel von Dir. Es ist jetzt nur die Frage, glaubst Du ihm was er Dir als Antwort präsentiert hat? Anscheinend nicht? Warum nicht? Er ist erwachsen und kann entscheiden, wie er in Zukunft leben möchte. Und das hat er Dir gesagt. Mit Dir! Auch ohne Kinder!

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis ans Lebensende! Zerstöre Dir Deine Beziehung nicht wegen schlechter Gedanken!

Viel Glück

  • (9) 22.05.13 - 11:04
    Fast verzweifelt

    Ja, du hast schon irgendwie recht.

    Ich kann dir aus dem Stand zehn Argumente gegen ein Kind präsentieren und ich stehe seit Jahren mit großer Begeisterung für meinen Job auf. Ich gehe wahnsinnig gerne zur Arbeit.
    Der Wunsch entstand aus dem Nichts und wurde von mir mit Freude aufgenommen.
    Es sollte aber nicht sein und wahrscheinlich hat es seinen Grund. Keine Ahnung.

    Ich glaube ihm. Ich habe einfach Angst vor der Langzeitwirkung - ich will eine Glaskugel und wissen ob er in zehn Jahren auch noch damit klarkommt.

    Gibt es nicht - ich weiss.

    Ich hole mir Hilfe und somit hoffentlich den Endsatz eines jeden Märchens den du so schön als Abschluss genommen hast.

    Vielleicht lässt mich der Psychologe ja ein Kreuzchen an "glücklich und zufrieden" machen......

    Danke!!

    • Du weißt auch nicht, ob ihr mit Baby in zehn Jahren noch zusammen seid!? Und kinderlos zu bleiben ist für die Partnerschaft nicht unbedingt das Schlechteste! Ich hätte es mit meinem Mann in unserer Beziehung wesentlich leichter ohne Kinder! Ich würde es zwar auch nicht anders wollen (wir hatten beide ja schon Kind bevor wir uns kannten) aber manchmal beneide ich so kinderlose Pärchen, ohne diesen ganzen Kinderstress!

      • (11) 22.05.13 - 11:24
        Fast verzweifelt

        Gott bist du eine ehrliche Person...

        Ich finde das toll!

        Du bist bestimmt eine tolle Freundin.

        Ich räume den Mist jetzt mal auf...

        • Danke...(ich habe tatsächlich einige sehr gute und tiefe Freundschaften und das schon lange Jahre.)

          Nun es ist eben so, warum sollte ich immer nur das Beste vorheucheln, was Kinder und Familie betrifft. Es ist in der Realität eben nicht immer "Friede, Freude, Eierkuchen".

          Der Onkel meines Mannes lebt mit seiner Frau nach über 40 Jahren Ehe kinderlos, glücklich und zufrieden zusammen. Sie hatten sogar beide einen innigen Kinderwunsch, es sollte eben nicht sein. Aber was ich sagen will, es kann funkionieren, auch ohne Kinder!

          Mach Dich nicht verrückt und geniesse Dein und Euer Leben!

Ich verstehe deine (Schlud)Gefühle sehr, sehr gut.

Nur…bisher wart Ihr glücklich ohne Kinder, dein Mann hat sich klar für dich – für Euch – ausgesprochen.

Wer sagt auch, dass er innerhalb relativ kurzer Zeit eine Frau findet, mit der er glücklich ist und die Kinder bekommen kann – und will??

Egal, wie schuldig und unglücklich du dich jetzt fühlst – und ganz gleich wie nobel dein Wunsch ist, ihn freizugeben – woher weißt du, dass das das Beste ist, dass er dadurch glücklich wird, dass es das ist, was er will??

Hadere nicht so sehr mit dir und dem Leben. Ich weiß – leicht gesagt. Lass ein bisschen Zeit vergehen und lebe, seid glücklich miteinander…und sehe, was zwischen Euch geschieht…jetzt bist du natürlich im Schock und musst erst einmal das Wissen verarbeiten, deinem Mann kein leibliches Kind schenken zu können (meinen Eltern ging es auch so…meine Mutter konnte keine Kinder bekommen…sie haben mich und meine Schwester adoptiert). Sprich mit deinem Mann über deine Gefühle, lass ihn wissen, wie es dir geht und was es für dich bedeutet, höre ihn zu und haltet zusammen. Ihr liebt Euch…das ist so viel Wert.

Ich wünsche Euch alles Liebe und Gute.

#klee

Ich kann deine Gedanken verstehen! Sie bringen dir nur nichts, außer das deine Ehe daran scheitern wird.

Es hört sich zwar blöd an, aber uns wurde auch gesagt, dass wir erschwerrte Bedingungen haben bis keine. Der kleine Mann sitzt jetzt neben mir und ist 2 Jahre alt.

Ich habe auch Behandlungen über mich ergehen lassen und es dann gelassen und mich damit abgefunden.

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