Übergriff in der Kindheit durch die Eltern (lang)

    • (1) 23.05.13 - 02:45
      Das innere Kind

      Hallo Zusammen,

      ich schreibe heute lieber mal in schwarz.

      Es geht nicht um das Thema Partnerschaft, sondern um ein Ereignis aus meiner eigenen Kindheit.

      Ich kam in die Pubertät. Ich war denke ich 12, knapp 13. Meine Brüste fingen wohl langsam an zu wachsen und für mich fühlte sich das ungewöhnlich an (irgendwie so Wachstumsschmerzen, "Verhärtung" in der Brust) und weil ich das nicht so recht einordnen konnte (wusste als Kind nicht, dass jetzt halt einfach das Brustwachstum beginnt) fasste ich mir eines abends kurz vorm zu Bett gehen ein Herz und wollte meine Mutter fragen, was denn da mit mir passiert.
      Sie saß mit meinem Vater im Wohnzimmer - ich wollte sie allein sprechen und fragte, ob sie mit mir kommt.

      Sie: Nee, raus mit der Sprache -Ich: nein, bitte es ist mir peinlich.
      Sie (lacht mich aus): Los, sag, hier gibt's keine Geheimniskrämerei!

      Dann bin ich halt mit meinem Anliegen rausgerückt. Dann meinte sie ich solle mich ausziehen, damit sie gucken kann. (Wir waren immer noch im Wohnzimmer, mein Vater direkt daneben#schock)...

      Ich wollte zwar auch das nicht, machte es aber, weil ich wusste, dass sie mich sonst zwingt oder mich für meine "Widerworte" schlägt. Für Außenstehende ist das jetzt wahrscheinlich jetzt irgendwie seltsam oder unlogisch, aber so war das - ich wusste in meinem Innern, ich komm' gegen meine Mutter in der Situation nicht an, wenn sie sich in den Kopf gesetzt hat, was ich jetzt zu tun hab.

      Und jetzt kommt der Oberhammer: Meine guckt sich meinen Oberkörper an und meint, sie wisse jetzt auch nicht, was da los ist, sie würde nix außergewöhnliches sehen...und mein Vater solle mich "da" (an meinen Brüsten) jetzt mal abtasten...
      Ich (halbherzig): Nein, nein. Ich will das nicht.
      Meine Eltern beide: Jetzt hab dich nicht so. - Meine Mutter (drohend): Doch...du machst das jetzt!

      Und so befingerte (ich kann das nicht anders nennen) mein Vater meine Brüste und meine Mutter guckte mich dabei mit einer eisigen, herablassenden Genugtuung an.

      Weitere Vorfälle dieser Art gab es nicht, aber unser Familienleben war schon sehr geprägt von den Launen meiner Mutter, die dann häufig grob, übergriffig, gemein und handgreiflich wurde (Schläge auf den Kopf, schubsen, abfällige Bemerkungen über meinen Charakter/Aussehen, ins Badezimmer kommen, während ich mich wasche).
      Mein Vater hat mich nur einmal in meinem Leben geschlagen (da war ich echt frech zu ihm) aber war eher cholerisch und hat rumgebrüllt.
      Gleichzeitig waren Beide aber eher überbesorgt und überbehütend.
      Meine Kindheit war nicht nur schlecht, aber einige Dinge und oben beschriebener "Vorfall" haben mich geprägt.
      Ich schämte mich furchtbar, gab mir selbst die Schuld und erzählte niemandem davon, bis ich mit Mitte 20 Therapie machte. Und auch mein Ehemann weiß davon.

      Irgendwann konfrontierte ich meine Eltern mit meiner Erinnerung... Zuerst schrie meine Mutter, ich wäre krank, würde lügen, mir das alles einbilden und meine Schwester hätte mich gegen Sie aufgehetzt.#schock (ich war fassungslos)

      Ich ließ mich nicht verunsichern und meinte ruhig und bestimmt:Ich weiß , dass es genau so passiert ist und ich finde es unverzeihlich.

      Dann war ein paar Wochen kein Kontakt und schließlich meinten sie, ok. Es sei passiert. Meine Mutter meinte dann gleich, sie könne da aber nix dafür, mein Vater sei Schuld...er wollte das unbedingt. Mein Vater bestätigte dies so.#schock
      Und wieder einige Zeit später hieß es, sie hätten Angst gehabt, dass ich Brustkrebs hätte...
      JA KLAR, mit 12/13! (Beim ARZT waren sie damals übrigens NICHT mit mir)

      Das ist jetzt auch wieder ein paar Jahre her. Ich habe auch heute noch Kontakt zu meinen Eltern und wir sehen uns zu Festen und auch mal zwischendurch. Es gestaltet sich allerdings schwierig...ich kann die Vergangenheit nicht verzeihen und vergessen!
      Und habe heute selber ein Kind, dass ich schützen will. Sie ist nie allein bei meinen Eltern! Meinn Mann und ich sind immer dabei.
      Meine Eltern setzen mich unter Druck und wollen ständig häufigere Treffen, ihr Enkelkind am Besten wöchentlich sehen. Ich lasse mich nicht unter Druck setzen, aber es nagt an mir.

      Was denkt ihr? So weitermachen? Kontakt doch noch abbrechen?

      Ich weiß es nicht.

      Danke für's Lesen dieses extrem langen Textes.

      • (2) 23.05.13 - 04:10

        Du brauchst unsere Meinungen nicht, dein Bauch sagt dir, was richtig ist für dich und dein Kind.

        Du solltest auf deinen Bauch hören, das sehe ich auch so. Du warst mutig und hast es angesprochen. Es gab Erklärungen und Ausreden, gut. Aber du hast deinen Standpunkt dargelegt und gezeigt, du verschweigst Dinge nicht, du nennst sie beim Namen.

        Auf diesem Standpunkt würde ich an deiner Stelle auch bleiben.

        Wenn sie euch bedrängen, würde ich den Grund nochmals nennen, WARUM euer Kind nicht allein bei den beiden bleibt.

        Alles Gute

        White (ich denke, wenn du schon "inneres Kind" heisst, solltest du schauen, ob dieses Kind nicht noch ziemlich viel Trost und Zuspruch benötigt.#liebdrueck)

        Morgen.

        Schreib mich mal über PN an. Ich kann dir einiges erzählen.

        LG Hermina

      Hallo,
      Deine Eltern waren übergriffig, aber ich habe ehrlich gesagt nicht den Eindruck, als ob das sexuell motiviert gewesen ist. Ich glaube, sie waren einfach ignorant und Deine Gefühle der Scham waren ihnen egal. Es wirkt so, als ob Deine Eltern Dir einen Fuss abgetastet hätten.

      Meine Mutter hat als ich im Wachstum war, meine Brüste sogar einmal stolz gestreichelt, weil sie so gut wuchsen. Ich habe es gehasst! Es war entsetzlich! Trotzdem bin ich sicher, dass da keinerlei sexuelle Motive gewesen sind und es ist nie wieder vorgekommen.

      Deine Eltern haben Deine Gefühle komplett ignoriert bei dieser Aktion. Jetzt sind ihnen Deine Gefühle wieder egal und sie setzen Dich wieder unter Druck. Nun bist Du erwachsen. Lass' Dich nicht wieder unter Druck setzen.

      • (7) 23.05.13 - 10:32

        Leute wie du, verschaffen Leuten die gegen Kinder/ Teenager übergriffig werden einen

        Freifahrtsschein.

        Nein, das ist doch alles völlig normal. Hast du sie noch alle?
        Egal wozu du deinen Senf abgibst, immer Kontra.
        Mir ist das in der Kindheit auch passiert, ich war 5 als es anfing. Und ja, ich hatte mich
        offenbart, und? Ich wurde als Lügnerin hingestellt und es gin jahrelang munter weiter.
        Da schwillt mir der Kamm, bei solchen Beschwichtigungen

        • (8) 23.05.13 - 10:49

          es ist wohl ein erheblicher unterschied zwischen der te und dir!

          und dann noch dieser satz von dir <<<Leute wie du, verschaffen Leuten die gegen Kinder/ Teenager übergriffig werden einen<<<<<....absolut daneben.

          ich habe selber einiges diesbezüglich erlebt und auch mir hat man nicht geglaubt und ich wurde als lügnerin hingestellt, aber niemals, niemals würde ich so oberflächlich mein kommentar abgeben wie du.denn es sind wohl zwei paar schuh und ich erwarte von jemanden wie dir, dass er das unterscheiden kann und nicht so einen mist schreibt.

          es nervt tierisch und ich habe mit solchen leuten absolut kein mitleid mehr, wenn sie einiges erlebt habe und tiefsinnigkeit/verständnis von anderen erwarten aber selber nicht von der tapete bis zur wand denken können.

          s-n-w hat es mehr als ausdrücklich erklärt und ich finde es peinlich wie sehr du ihr jetzt etwas unterstellst.

          natürlich ist es nicht ok was ihre eltern da 1x getan haben diesbezüglich, aber das ist wohl etwas völlig anderes als das was dir da wohl anscheinend passiert ist und hatte null sexuellen hintergrund bei der te.

          (9) 23.05.13 - 13:51

          #liebdrueck!
          Es tut mir leid, dass dir keiner geglaubt hat!
          Es ist sch...., dass die Gesellschaft, in der wir leben sexuellen Missbrauch/ Gewalt in der Familie immer noch totschweigt und oft genug Täter in Schutz nimmt! Ich hoffe, wirklich, dass sich das in den nächsten Jahren noch ändert.

          Durch die Art, wie wir mit unseren Kindern umgehen #herzlich!!!

          Ich denke, als "völlig normal" wollte die Schreiberin mein Erlebnis jetzt nicht hinstellen...ich fand' ihre Sichtweise aber schon stimmig und hilfreich.

        Wie bitte? Ich verlese mich wohl gerade. Du scheinst eine persönliche Aversion gegen mich zu haben, zumindest schreibst Du absolut unsachlich.

        Ich hatte ein einmaliges Erlebnis, das sehr unschön gewesen ist. Du hingegen bist anscheinend jahrelang missbraucht wurden. Meinst du nicht, dass da ein hauchfeiner Unterschied besteht?

        Kein Wunder, dass immer von "feigen Graunicks" gesprochen wird, jetzt verstehe ich, was damit gemeint ist. Das sind die Stänkerer, die einen persönlich und an der Sache vorbei angreifen. Und sich nicht trauen, das unter ihrem normalen Nick zu machen, weil sie eben keine Argumente, sondern nur Mist vorzubringen haben.

        #kratz Und wo genau hat sie nun geschrieben, dass das alles völlig normal ist? Ich finde die Stelle nicht.

        Sie hat geschrieben die Eltern waren ignorant, haben die Gefühle der TE missachtet und sie soll sich nicht weiter unter Druck setzen lassen. Und dass sie vermutet, dass es keinen sexuellen Hintergrund für das Abtasten seitens des Vaters gab.

        Was du ihr da vorwirfst, kann ich dem Beitrag nicht entnehmen.

    >>>>Meine Mutter hat als ich im Wachstum war, meine Brüste sogar einmal stolz gestreichelt, weil sie so gut wuchsen. Ich habe es gehasst! Es war entsetzlich! Trotzdem bin ich sicher, dass da keinerlei sexuelle Motive gewesen sind und es ist nie wieder vorgekommen.<<<<

    Dir gehts aber jetzt soweit ganz gut oder?

    Ich habe drei Mädchen schon durch die Pubertät gebracht, ich habe keines davon ihre Brust gestreichelt, weil sie so gut wuchsen. Gerade in dieser Zeit ist Privatsphäre wichtig. Sie könne mit allen Fragen zu mir kommen, aber ich würde mir nie anmaßen, sie zu streicheln, geschweige denn noch meinen Mann mit ins Boot nehmen. Das grenzt schon an Kindermissbrauch.

    Alles Gute dir.

    • Mir geht es gut, und Dir? Nicht ich war es übrigens bei meiner Tochter, sondern meine Mutter bei mir.

      • Hallo.

        Hattet ihr darüber nochmal gesprochen oder ist das im Sand verlaufen. Meistens ist es ja so, dass die Mütter einiges nicht mehr wissen, aber beim Kind hat es geprägt. Wie ist dein Verhältnis zu deinen Eltern. Schlimm finde ich nur bei der TE, dass der Vater da noch "mitmachte". Unglaublich. Ich als Mutter würde es mir nie anmaßen, nicht mal denken.

        Ich hatte nicht in dieser Richtung ein Übergriff, sondern meine Mutter machte mich psychisch runter, wo ich einiges sehr spät erst realisierte. Aber ich habe gelernt, mich zu wehren. Und fühle mich jetzt sehr wohl.

        Dir trotzdem alles Gute für die Zukunft, man lernt aus solchen Umständen.

        LG

        • Wir haben darüber gesprochen und es wurde geleugnet.

          Ganz losgelöst von den hier beschriebenen Vorfällen: Ich finde es sehr interessant, hier im Forum immer wieder zu lesen, dass die häufigste Reaktion von missbrauchenden Eltern das Leugnen der Tat ist. Dieses Leugnen empfinde ich als ganz schlimm, denn so hat man selber keine Chance, das Ganze gemeinsam mit seinen Eltern aufzuarbeiten. Es ist, überspitzt ausgedrückt, eine weitere Missachtung. Die Eltern denken, sie haben es nicht nötig, sich mit diesem unbequemen Vorwürfen auseinander zu setzen.

          Psychisch herunter gemacht wurde ich auch. Diese körperlichen Übergriffe (das Betasten der Brust) zeigen meines Erachtens nach eine absolute Missachtung der Gefühle, Rechte und der Privatsphäre des eigenen Kindes. Genau wie psychisches Heruntermachen.

          Schön, dass Du gelernt hast, Dich zu wehren und Dich wohl fühlst.

          (17) 24.05.13 - 13:03
          Das innere Kind

          Diese Antwort ist zwar nicht an mich gerichtet, aber DAS ist auch eine der Fragen, die ich mir heute noch stelle:

          Warum hat er damals mitgemacht? Und warum sagt er heute es ging von ihm aus, meine Mutter habe keine Schuld?!

          Dabei muss ich persönlich sagen, mir geht es auch nicht um SCHULD, sondern einfach darum VERANTWORTUNG für das eigene Handeln zu übernehmen.

          Und diese Verantwortungsübernahme fehlt im Allgemeinen bei (Macht-)missbrauchenden Eltern irgendwie immer!

          Das beschreibt ja "Schöne-neue-Welt" in ihrer Antwort auf deinen Beitrag auch.

(18) 23.05.13 - 14:04

Hallo,

ich denke, du wolltest mir sagen, dass ich mit meinem Erlebnis nicht allein bin, oder?

Ja, sexuell motiviert war's nicht, aber absolut nicht ok.
Es tut mir leid, was dir da passiert ist - #liebdrueck. Hast du noch Kontakt zu Ihnen?

Auf mich wirkt es so, als ob Deine Eltern Dich in dem Moment noch als kleines Kind gesehen haben (und da ist es ja nicht unüblich, daß auch der Vater die Tochter mal badet, beim Klogang hilft o.ä.), während Du Dich verständlicherweise schon als junge Frau gefühlt hast, die zu Recht solche Dinge nicht mehr mit dem Vater klären will?

Die Ausflüchte Deiner Eltern sind vielleicht damit zu erklären, dass ihnen ihr Verhalten im Nachhinein selbst peinlich ist, sie das aber nicht eingestehen wollen.

Ich muss sagen, der Gesamtkontext (Schläge und gemeine Bemerkungen der Mutter etc.) wären für mich zehnmal mehr ein Grund für einen Kontaktabbruch als allein dieser eine Vorfall. Oder "brauchst" Du eine Interpretation dieses Ereignisses als sexuell motiviert, um vor Dir selbst den Kontaktabbruch rechtfertigen zu können?

  • Sehr scharfsinnig.

    (22) 23.05.13 - 10:18

    Ich stimme dir zu und glaube auch nicht, dass der Vorfall auf sexuelle Neigungen des Vaters schließen lassen. Vielmehr sehe ich das als einere weitere Facette der Machtausübung und der psychischen Misshandlung.

    Meine Mutter hat mich beschimpft, als ich meine Periode bekommen habe, mich aus dem Zimmer geschickt und meinen Bruder gerufen, um mit ihm zu besprechen, wie mit der frühreifen Schlampe weiterverfahren wird. Auch mein Brustwachstum, Körperbehaarung, mein hässliches Gesicht, meine Figur ganz allgemein, wurde gerne und oft vor und mit anderen besprochen und ich bin mir sicher ihr ging es um die Demütigung die sie mir zugefügt hat.

    Und so ähnlich würde ich das Verhalten der Eltern der TE auch einordnen. Meine Mutter hat es, als ich die Dinge angesprochen habe, abgestritten oder damit "entschuldigt", dass ich nunmal einen schlechten Charakter hatte, frühreif und hässlich war, es war meine Schuld, ich war einfach so.

    Ich habe noch Kontakt, ich halte alles soweit möglich sehr oberflächlich, aber ihre Angriffe haben nicht aufgehört ("dein Sohn sieht zum Glück seiner Oma und Tante ähnlich, er hat gar nichts von dir", "du kannst froh sein, dass dich jemand geheiratet hat", etc., ich könnte ewig weitermachen ...) aber ich kann besser damit umgehen.

    Ich möchte bald eine Therapie machen, weil ich nicht möchte, das mein Kind unter meiner Vergangenheit leiden muss, meinen Frieden werde ich mit ihr wohl nie machen können.

    • (23) 23.05.13 - 10:23

      ich glaube, dass es bei Sexuellen übergriffen sehr häufig um Demütigung und Machtausübung geht!

      • (24) 23.05.13 - 10:28

        Du hast absolut recht, ich denke nur, dass der Vater wahrscheinlich keine pädophilen Neigungen hat, und das ist ein Punkt, der für mich einen großen Unterschied bezüglich des Enkel- Großeltern-Umgangs machen würde. Das wollte ich eigentlich sagen und bin abgeschweift zu meiner eigenen Geschichte ...

        • (25) 23.05.13 - 10:34

          Wie bereits an die TE geschrieben, spielt die Motivation des "Täters" keine Rolle. Das Empfinden des Kindes steht hier im Vordergrund!

Top Diskussionen anzeigen