Wieviel Zeit für einsame Mutter investieren?

    • (1) 03.06.13 - 14:56
      pixxelchen

      Wir, Ehepaar mittleren Alters ohne Kinder, beide voll berufstätig. Eltern des Mannes leben weit entfernt hoch betagt im Altenheim, aber rundum versorgt, auch durch weitere Geschwister des Mannes direkt "um die Ecke".

      Mutter der Frau (rund 20 Jahre jünger als die Eltern des Mannes) seit 6 Jahren Witwe, wohnt ca. 700 m entfernt, sehr allein, keine weiteren Kinder, Freundeskreis nahezu null, will nie was unternehmen - außer mit Tochter und Ehemann (sogar zusammen in Urlaub), erwartet entsprechend Aufmerksamkeit, natürlich dann, wenn wir endlich Freizeit haben. Manchmal ist das okay, manchmal nervt es aber auch. Und man hat sofort ein schlechtes Gewissen, wenn man sich mal ein Wochenende nicht (persönlich) meldet. Telefoniert wird eh fast jeden Tag. #augen Unternehmen wir mal was alleine, wird natürlich gefragt, wo wir waren. Erzählt man meist auch, ist ja kein Geheimnis, aber manchmal sage ich auch einfach nur so aus dem Gefühl heraus, dass sie ja nicht alles wissen muss, eben nicht, wenn wir weg waren oder wo wir waren. Oft "erkauft" sie sich auch sehr offensichtlich unsere "Gesellschaft", das fängt bei simplem Essen gehen an, über ausgedehnte Shoppingtouren bis hin zur Einladung in (sehr teure) Urlaube. Zugegeben ist das natürlich klasse, aber das schlechte Gefühl dabei bleibt manchmal doch. Nun spielt sie sogar mit dem Gedanken an den Kauf eines Hauses mit ELW für sich, damit sie im Alter nicht allein ist. Einerseits nicht verkehrt, denn kümmern muss ich mich (als Einzelkind) so oder so irgendwann, wenn sie noch älter wird. Und dann nicht wer weiß wohin fahren zu müssen, ist ja auch angenehm. Andererseits, wenn ich so an die "Kebbel-Phasen" von ihr und meinem Mann denke, finde ich das nicht so dolle..................ich sitze dann nämlich immer so zwischen den Stühlen. (aber das sind ja erst mal nur "Spinnereien")

      Wieviel Zeit würdet ihr für angemessen halten, um einer Person in dieser Situation gerecht zu werden? Ältere Menschen haben ja gern auch feste Termine, damit sie sich auf was freuen können, also z.B. immer an einem bestimmten Tag in der Woche was zusammen unternehmen. Aber Mo-Fr fällt bei uns aus beruflichen Gründen schon mal total aus. Und Sa/So sind wir oft so platt, dass wir froh sind, mal nichts machen zu müssen. Oder wie kann man sie motivieren, mehr mit ihrer freien Zeit anzufangen?

      Abends kann sie allein auch nicht weg, da ihre Augen im Dunkeln nicht mehr autofahrtauglich sind. Wir wohnen auch etwas ländlich außerhalb. Also zu Fuß ist da gar nichts zu erreichen. Ich arbeite gerade daran, sie mal zum Busfahren zu bekommen, da weigert sie sich strikt. Ich werde wohl 1x mit ihr zusammen fahren müssen, sonst wird das nichts. Denn sonst braucht sie irgendwann für jeden Arztbesuch unsere Hilfe, wenn sie gar nicht mehr Auto fahren kann..........

      • Hm, sei mir nicht böse, aber ich finde es merkwürdig und irgendwie bezeichnend für den Charakter eines Menschen, wenn er in einem Forum wie diesem fragt, wieviel Zeit er/sie wohl mit seiner einsamen Mutter verbringen sollte?

        Wenn meine Mama oder Schwiegereltern in der Situation wäre, würde ich alles daran setzen so viel wie möglich Zeit für sie zu haben und sie auch in unsere Nähe zu holen.

        Du hörst dich sehr kühl und distanziert an. Ich kann natürlich nicht beurteilen, woran das liegt und ob du vielleicht eine lieblose Kindheit hattest o.ä.

        Auch das mit eurer Arbeit hört sich mehr nach einer Ausrede an. Wieviele Paare arbeiten Vollzeit, haben außerdem Kinder, engagieren sich in Vereinen usw. und kümmern sich trotzdem um Eltern und/oder Großeltern ...

        Also: du/ihr müsst für euch überlegen, wie wichtig euch deine Mutter ist und wieviel Zeit und Nähe ihr GERNE wollt. Was nützt es dir, wenn ich jetzt schreibe, ich würde meine Mama zu uns holen und möglichst viel Zeit mit ihr verbringen, bzw. versuchen sie einzubinden und Freundschaften/Gruppen zu vermitteln oder wenn jemand anderes schreibt: 2 Mal die Woche telefonieren ist ausreichend. Es kommt doch darauf an, was du fühlst und was für dich machbar ist.

        Ich wünsche euch eine gute Lösung für alle Beteiligten!
        Tina

        • (3) 03.06.13 - 16:02

          Entschuldigung, ich habe es nicht so gelesen, das die Mutter so alt ist. Es kam eher so rüber, als das sie recht bequem und eigenwillig ist.

          Wenn sie nicht mehr kann, steht es auf einem anderen Blatt. Aber ansonsten ist jeder für Einsamkeit selbst verantwortlich. Du kannst nicht Deine Kinder zu Deiner "Unterhaltung" verpflichten.

          An die TE: Ich bin auch Einzelkind, ähnliche Situation wie bei Dir.
          Meine Ma hat mit 71 jemanden kennengelernt und unsere Telefonate werden seltener und intensiver und interessanter. Von täglich auf einmal in der Woche :-). Meine Ma hat nicht gesucht, aber gefunden. Fazit: Es gibt immer Hoffnung

          Viel Glück#klee

          • Mir geht es dabei auch nicht um das Alter der Mutter. Meine Mama ist auch noch nicht sooo alt, aber ich würde sie trotzdem zu mir holen wenn sie sowas andeuten würde und gerne Zeit mit ihr verbringen und versuchen ihr zu helfen, Anschluss zu bekommen.

            Und es ist eben die Frage, ob ich mich "verpflichtet" fühle, oder ob ich meine Mama so lieb habe, dass ich gerne Zeit mit ihr verbringe und es für mich keine unangenehme Aufgabe, sondern eine liebevolle Selbstverständlichkeit ist ...

            LG

      Angemessen finde ich:
      1-2 mal pro Woche telefonieren
      alle 3-4 Wochen etwas unternehmen
      Ihr arbeitet und ich finde es verständlich, dass ihr am Wochenende eure Ruhe wollt.

      Ein erwachsener Mensch sollte sich nicht an seine Kinder klammern, sondern, wenn er sich einsam fühlt, Zeit mit Freunden verbringen. Es gibt Gartenvereine, Buchklubs, Kochkurse, Seniorenreisen... und Busse. Sie kann nicht erwarten, immer gefahren zu werden.

      Ich würde nicht mit meinen Eltern oder Schwiegereltern in ein Haus ziehen.

      Hallo,

      wie viel Zeit möchtet ihr denn "investieren"? - das klingt alles so gequält. Ich (arbeite auch Vollzeit und habe drei Kinder) betreue neben her noch meine kinderlose Tante und Onkel etwas mit, die auch etwas isoliert vor sich hin leben.

      Ich habe auch mal mehr und mal weniger Zeit und das kommuniziere ich auch so und das ist dann okay. "Gerade ist es stressig, aber wollt ihr nicht in zwei Wochen zum Kaffee kommen?" - ihnen ist wichtig, dass sie an Weihnachten, Ostern etc. versorgt sind und auf das Bedürfnis gehen wir ein. Sie verstehen im Gegenzug, dass wir ein anderes Zeitfenster zur Verfügung haben als wir.

      GLG
      Miss Mary

    • Hallo,

      um deiner Mutter mehr LEBENSQUALITÄT zu geben , würd ich als Tochter schauen, daß sie wieder aktiv am Leben teilnimmt und nach und nach auf euch als einzige Stütze "verzichten" kann..

      Deine Mutter braucht Freunde, Bekannte, Leute mit denen sie etwas unternehmen kann..Geh mit ihr zu VHS-Kursen, sucht ne Wandergruppe , vielleicht findet sie eine ehrenamtliche Tätigkeit dir ihr Spaß macht....

      Ich denke, daß du sie im übertragenen Sinn - an die Hand nehmen musst - daß sie lernt, ihre Zeit wieder mit LEBEN zu füllen...
      Dann kannst du dich nach und nach zurückziehen.....Hilfe zur Selbsthilfe ;-)

      LG #winke

      Schade, dass du mit deiner Mutter offensichtlich so gar nichts anfangen kannst. Dein Text klingt so steril, als würdest du über eine Bratpfanne referieren.

      Um auf deine Frage in der Überschrift zurückzukommen:
      So viel ich kann!

      Ich liebe meine Mutter über alles, wir leben gemeinsam in einem Haus, sehn uns fast täglich, fahren auch zusammen in Urlaub u.ä. Selbstverständlich muss sie (ohne Führerschein) nicht mit dem Bus fahren, ich bin ja da und habe ein Auto.
      Wir verbringen einfach sehr gern Zeit zusammen und mir graut jetzt schon vor dem Tag, an dem sie irgendwann nicht mehr ist.

      Insofern kann ich deinen Text leider nicht nachvollziehen und finde es schade, dass du deine Mutter als Last empfindest.

      LG Claudi

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