Der Tochter (7) den Vater "ersetzen"

    • (1) 14.06.13 - 08:13
      Zweifelnd

      Hallo zusammen,

      Ich habe eine 7jährige Tochter.

      Ich mache mir von Anfang an immer viele Gedanken über Erziehung usw Lese viele Bücher, versuche meine Tochter achtsam zu erziehen usw.

      Ich erziehe sie eben alleine. Ihren Vater hat sie erst mit knapp 3Jahren kennengelernt, da ich das Kind damals gegen seinen Willen bekam und er sich daraufhin zurückzog. Wie dem auch sei, als er dann "wollte" empfingen wir ihn mit offenen Armen.

      Ich habe seit dem auch einen Partner, mit dem wir aber nicht Zusammenleben, durch die Enge der Wohnungen sehen wir uns auch meistens nur wenn wir kinderlos sind.

      Meine Tochter war immer sehr unregelmäßig beim Vater, was an ihm lag, nicht an uns, da waren manchmal Abstände von zwei bis drei Monaten dazwischen.

      Da das Verhältnis zwischen allen sehr entspannt ist, war das auch für meine Tochter immer sehr entspannt.

      Er hat auch zwischenzeitlich Nachwuchs nochmal bekommen und das funktioniert alles sehr gut.

      Nun will er weiter weg leben und wenn es hoch kommt seine Tochter in den Ferien sehen.

      Mir tut das sehr leid für meine Kleine, weil ich weiß, dass sie sehr sensibel ist und dass auch irgendwann als negativ wahrnehmen und darunter Leiden wird, dass ihr Vater nicht anwesend ist und sein Leben woanders mit seiner Familie lebt und sie dabei "zurücklässt"

      Ich habe Sorge, dass ihr das einen Knacks verpasst und ich nichts dagegen tun kann, auch wenn ich die Situation noch so sehr gurrende und ihr Sage, dass es nicht an ihr liegt, dass er weggeht, bleiben mir Zweifel.

      Ich frage mich, ob ich genug sein kann für meine Tochter.

      Ich weiß, wie ich meinen Vater geliebt habe und auch heute noch mehr an ihm Hänge, als an meiner Mutter.

      Fühle mich fast schon schlecht und egoistisch, dass ich dieses Kind damals bekommen habe und ihr heute dieses Leben zumute.

      Obwohl sie bisher prima aufgewachsen ist, ich höre von allen Seiten, dass sie ein wunderbares, liebes, lebensfrohes und gut erzogenes Mädchen ist.

      Aber ich kenne auch ihre sensible Seite.

      Was kann ich tun, um z kompensieren, dass ihr Vater weggeht, oder ist es überhaupt nötig etwas zu tun.

      Sie hat ein zwei männliche andere Bezugspersonen, die aber auch mehr oder weniger regelmäßig anwesend sind.

      Mit meinem Freund ist es finanziell und organisatorisch derzeit nicht mach Bar, zusammenzuziehen, möchte ich auch nicht, nur der männlichen Bezugsperson wegen.

      Was denkt ihr.

      Lg und danke fürs lesen

      • (2) 14.06.13 - 08:30

        Morgen.

        Diesen Gedanken:

        >>>Fühle mich fast schon schlecht und egoistisch, dass ich dieses Kind damals bekommen habe und ihr heute dieses Leben zumute.<<<

        solltest du mal ganz schnell wieder vergessen. Du hast sie bekommen, weil du sie liebst. Und das spürt sie auch. Das ihr Vater sich jetzt wohnlich weiter entfernt ist nicht schön, aber er ist nicht aus der Welt. (Finde es leider immer schrecklich, als Mutter darfst du nicht einfach so weiter weg ziehen, zwecks Besuchs- und Umgangsrecht des Vaters, aber andersherum funktioniert sowas ohne Probleme, nur mal so laut gedacht.)

        Inwiefern ist dein neuer Partner denn schon als "Vater" für deine Tochter präsent. Oder weiß sie nichts von deiner neuen Beziehung. Auch da würde ich vielleicht mal etwas voranschreiten. Ihr Vater hat eine neue Frau und bekommt jetzt noch ein Kind. Das wird doch deine Tochter auch verstehen und akzeptieren, warum dann nicht bei dir. Wenn ihr alles soweit mit dem Kindsvater geklärt habt und ihr ein normales Verhältnis zueinander habt, dann kommt die Kleine damit klar.

        <<<Sie hat ein zwei männliche andere Bezugspersonen, die aber auch mehr oder weniger regelmäßig anwesend sind.>>>

        #kratz

        Also wie gesagt, wenn ihr das alles im Ruhigen abwickelt, dann kommt die Kleine damit klar. Auch wenn nicht immer eine männliche Bezugsperson anwesend ist.

        LG

        • (3) 14.06.13 - 10:47

          (Finde es leider immer schrecklich, als Mutter darfst du nicht einfach so weiter weg ziehen, zwecks Besuchs- und Umgangsrecht des Vaters, aber andersherum funktioniert sowas ohne Probleme, nur mal so laut gedacht.)<<<<<<

          Klar darfst du, nur musst du dann für die Umgangskosten aufkommen.

          Und er muss diese auch zahlen um sein Kind zu sehen wenn er es schafft. Ich kenne Mütter die einfach umziehen und der Vater sehen muss wie er zu seinem Kind kommt. Hätte er das Kind müsste er die Mutter fragen ob das ok ist, und dürfte es nicht so einfach.

          An die TE wieso schafft er die Entfernung zu seinem Kind? Berufliche Gründe oder private?

          Ich kann nur sagen das mein Mann das so nicht machen würde, also weiter wegzuziehen von seinen Kindern.

          • (4) 14.06.13 - 11:01

            Ich meine natürlich, bei dem das Kind wohnt, der muss um Erlaubnis bitten.

            Mein Ex ist damals auch weggezogen, weil er angeblich dort Arbeit findet. Haha, er hat sich einfach nicht gekümmert. Hat sich nicht mal Mühe gegeben, seine Kinder dann wenigstens mal zu sich zuholen. Und wenn das mal dann passiert ist, mussten wir sie zum nächstgelegenen Ort hinbringen, ihm wär es sogar lieber gewesen, direkt bis nachhause. Naja, aber das ist ja zum Glück nicht bei allen so.

            • (5) 14.06.13 - 11:07

              Wieso musstet Ihr das? Wurde das so gesagt? Wow, wir holen die Kinder immer und bringen sie, in 7 Jahren war es einmal uns nicht möglich da hat sie die Kinder geholt.

              Schade das manche Väter so sind.

              • (6) 14.06.13 - 11:17

                Müssen nicht, aber wir haben es den Kinderwillen gemacht. Ansonsten hätten sie noch weniger Kontakt gehabt. Er wollte für alles mir die Schuld geben. Also musste ich dafür sorgen, dass er auch die Kinder sieht. Mittlerweile haben die Kinder das Spielchen durchschaut und ihre eigene Meinung gemacht. Aber darauf mussten sie selber kommen, war eigentlich nur eine Frage der Zeit. Die Große ist ja damals mitgezogen, da sie dort ihre Freunde hatte. Naja und das, was sie mir jetzt, wo sie ihren eigenen Haushalt hat, so erzählt, haut mich immer wieder um (nur kurz ständig neue Freundinnen, keine Arbeit, kein Gelde, essen auf Sparflamme). Sie hat es einfach geduldet und wollte ja uns (mir, meinem Partner und den Geschwistern) nicht belästigen. Dabei hatten wir ihr immer wieder angeboten, dass sie auch mal länger zu uns kommen kann. Was ja in Notsituationen dann auch mal passierte. Hatte ihr dann auch immer noch etwas mehr Geld überwiesen, damit sie wenigstens über die Runden kommt. Aber sie hat daraus gelernt und ihr eigenes Leben aufgebaut und ihr geht es jetzt gut, bin stolz auf sie. #verliebt Auch die anderen beiden haben ihr Bild und machen das Beste draus. Mittlerweile ist er wohl in einer festen Partnerschaft. Ich hoffe es, dadurch kommt auch etwas Ruhe rein. Naja, mit sowas muss man sich dann rumärgern, nur weil einer verletzt aus einer Ehe geht.

                Schön, dass ihr es so regelt und auch noch pflichtbewusstsein habt. Die Kinder können nichts für eine Trennung. Die Erwachsenen müssen da Vorbild sein.

                Alles Gute euch.

                • (7) 14.06.13 - 11:23

                  Das ist wahr, und ok das versteh ich, wir machen manchmal auch Sachen wo ich denk mein Gott muss das sein? Aber für die Kinder und des Friedens wegen lenken wir oft ein.

                  Sie hat noch keinen neuen, manchmal denke ich sie benutzt die Kinder ein wenig als Partnerersatz.....Haben auch schon viel schlucken müssen und hoffe die Kinder sehen später mal beide seiten wieso manche dinge so abliefen.

                  • (8) 14.06.13 - 11:33

                    <<<<Haben auch schon viel schlucken müssen und hoffe die Kinder sehen später mal beide seiten wieso manche dinge so abliefen. >>>>

                    Glaube mir, sie sehen das jetzt schon. Nur können sie sich noch nicht damit outen.Aber es kommt. Sie wissen, wo es ihnen gut geht und wo nicht. Kinder, weißt du doch, haben sehr sensible Sensoren. Manchmal erledigen sich dann auch Dinge von ganz allein.

                    Meine erzählen jetzt von Dingen, die sie damals so mitbekommen haben. Ich staune immer wieder, was sie so mitbekommen (haben).

                    • (9) 14.06.13 - 11:36

                      Da bin ich gespannt, ich will nicht sagen das die Mutter eine schlechte Mutter durch und durch ist, aber sie bringt dinge wo ich mir denke man komm uns doch mal entgegen.

                      Urlaub, dürfen wir nicht, zumindest nicht ausserhalb von Deutschland #augen

                      Kleider, gibt sie keine mit, und wenn dürfen die ja nicht dreckig werden, obwohl ich sie waschen würde ehe sie wieder gehen.

                      Aufhetzten vom feinsten, gegen mich die Oma Opa und sogar Kinder die sie überhaupt nicht kennt mit denen sie bei uns spielen. #augen

                      Aber das sind kleine Sorgen wenn ich andere so lese wie es da abgeht.

                      • (10) 14.06.13 - 11:46

                        Stimmt, Frauen oder Mütter können auch manchmal ganz schön stressen. Die neue von meinem Ex ist so eifersüchtig, er darf die Kinder nicht mehr bei uns zuhause abholen (was er mittlerweile ja getan hat). Bekloppt, warum verstehe ich nicht. Sie müssen immer zu einer bestimmten Stelle kommen. Kindergarten sage ich nur. Aber die Mittlere hat schon gar keine Lust mehr. Sie wird auch ständig gelöchert von ihrer "Stiefmutter" mit Schule, Berufswunsch etc. Das nervt ihr mächtig. Sie meinte, sie kommt eigentlich hierher um paar schöne Tage zu verbringen, aber nein, immer wieder dieses löchern. So nach dem Motto, deine Mutter kümmert sich nicht wirklich um euch. Aber sie ist da ehrlich und mutig und sagt was sie denkt im Gegenzug zu der jüngsten. Die lässt sich noch ziemlich einwickeln. Aber auch sie kommt dahinter. :-p

                        • (11) 14.06.13 - 11:49

                          Oh je, was ist das für eine #rofl

                          Ich löcher nie, die Kinder erzählen ab und zu ein paar dinge, aber das ich ständig frag wieso geht ihr dieses Jahr nicht im Sommer in Urlaub, ne wieso auch ist mir doch piep egal #rofl

                          Meine Stiefkinder mögen mich, nur den Ausdruch Stiefmutter/Stiefkind hassen sie #rofl Aber ich mag diesen auch nicht.

                          Zur zeit gehen viele Fragen los ich denke das sie es jetzt erst verstehen das die Eltern getrennt sind, und obwohl die 2 1,5 und 2,5 Jahre waren damals....

                          • (12) 14.06.13 - 11:56

                            Ist schön, dass auch auch liebe "Stiefmütter" gibt. :-p Ich mag diesen Begriff auch nicht. Aber meine Jüngste sagt jetzt wieder öfter "Stiefvater". Hört sich total böse an.#aerger Aber die andere hat mal vor kurzem was schönes gesagt. Vater ist nicht gleich Vater. Unser Vater ist mein Erzeuge und Mike "Stiefvater" ist mein Vater. Er ist wirklich da für uns und macht und tut. Das fand ich total schön.#verliebt Gibt mir dann das Gefühl, richtig gehandelt zu haben.

                            Deine "Stiefkinder" waren ja noch klein. Da ist der Begriff eh etwas hochgegriffen. Sie merken ja jetzt erst, was vor sich geht. Also wird es bei euch nie so richtig "Stief" gehen. Eigentlich bei unseren noch nicht mal. Aber die jüngsten ist momentan auf solch einen Tripp. Naja, abwarten.

      Hallo,
      wir leben in einer ähnlichen Situation: Mein großer Sohn hat einen leiblichen und einen zusätzlichen, sozialen Vater (Daddy und Papa). Kein Mensch der Welt kann einen leiblichen Elternteil ersetzen. Es kann aber Menschen geben, die manche oder alle Erziehungs- und Versorgungsaufgaben für ein Elternteil ganz oder teilweise übernehmen. Mein Mann ist als Caspars Zusatz-Papa so ein Mensch. Er übernimmt alle Aufgaben eines leiblichen Vaters und liebt ihn wie seine leiblichen Kinder. Trotzdem kann er Caspars Daddy eben nur ergänzen, niemals ersetzen.
      Vielleicht gibt es bei euch jemanden, der manche Papa-Aufgaben übernehmen kann? Wenn auch nur teilweise? Den Kontakt zu ihrem leiblichen Vater würde ich so intensiv wie möglich halten. Regelmäßig telefonieren, skypen, Briefe schreiben, Fotos schicken, in den Ferien gemeinsame Urlaube machen.

      Wenn mein Mann (Caspars Papa) mal viel arbeiten muss, dann beziehen wir ihn trotzdem mit ein: Die Kinder rufen ihn an, wenn es um Entscheidungen geht, schicken ihm ein Foto von dem, was sie gerade tun, wünschen ihm per Skype eine gute Nacht und lassen sich dabei gleich eine Gute-Nacht-Geschichte erzählen.
      Kannst du dir sowas in der Art vorstellen?
      Liebe Grüße
      Sophie

      (15) 14.06.13 - 09:13

      Einen "Knacks" hat sie schon...vermutlich mehrere...aber die haben wir doch alle, durch Dinge, die "nicht optimal gelaufen sind" in unseren Leben...

      Klar, wird es sie kneifen, dass der Vater wegzieht, mit seiner Familie, und sie bleibt zurück. Andererseits hat sie dich, ihr Umfeld, ihre Freunde...das haben ihre Halbgeschwister nicht. Und ihr Vater ist und war nicht ihr Lebensmittelpunkt. Sehen werden sie sich auch weiterhin, wenn auch weniger. Es ändert sich nicht so viel für sie.

      Ich glaube, du musst Abstand davon nehmen, deine Gefühle und Erinnerungen auf sie zu projezieren und nur zu sehen, was sie alles nicht hat und schauen, was sie hat, und ihr das auch vermitteln, sonst bekommt sie tatsächlich einen Knacks...

      Sie ist 7, sie mag empfindlich sein - das sind sie alle in dem Alter (und auch später) aber sie sind auch tough und unkompliziert und gehen ihren Weg ins Leben, Schule, Freunde, Freizeit, alles ist bunt und schön und voller spannende Möglichkeiten, da ist ein Erzeuger, der nicht so oft im Bilde ist, nicht der Nabel der Welt. Und sie ist nicht das einzige Kind, das kein heiles Elternhaus hat...wenn das denn immer so erstrebenswert ist...#gruebel

      Ich würde nicht so viel Trara machen. Sie hat ja Kontakt zu ihrem Vater - das ist mehr als was viele andere haben. Das ist gut und positiv! Lass sie ihren Weg gehen, beobachte sie einfach und sehe, ob es notwendig ist, etwas zu tun. Rede mit ihr, wenn sie Bedarf hat - aber haklt dich mit Mitleid zurück - sei einfach ihre Mutter und genieße Eure kleine, glückliche Familie.

      #klee

      Ich kenne das aus meiner Familie. Die "Scheidungskinder" sind jetzt erwachsen, so dass ich das ein bisschen beuteilen kann.

      Kinder, die sowas durchmachen, haben so oder so einen Knacks. Bei manchen wirkt sich das auf spätere Beziehungen aus, bei anderen wird man nie irgendetwas merken.

      Wenn ich z.B. meinen Neffen sehe, dann sehe ich einen jungen Mann, dem ein emotionales Verhältnis zu seinem Vater gefehlt hat/fehlt. Die Verbindung war immer da, das Geld kam auch irgendwann regelmäßig, aber dieses Gefühl, dass der Vater keine richtige Liebe geben konnte, dass auch irgendwie das Verständnis und die Akzeptanz gegenüber seinem Sohn fehlt, hat bei meinem Neffen einen seelischen Knacks hinterlassen (ein Sensibilchen ist er so oder so), obwohl er sonst mit sich und dem Leben sehr gut klar kommt. Meine Schwester war aber immer eine tolle Mutter, die diese fehlende Liebe kompensieren konnte. Sie haben ein überaus gutes Verhältnis, wahrscheinlich auch gerade wegen eines fehlenden RICHTIGEN Vaters.

      Ganz wichtig ist, dass du ihr all deine Liebe und Aufmerksamkeit gibst. Du bist ihr Fels in der Brandung. So merkt sie, dass ihre Mama sie nicht alleine lässt und es Menschen gibt, die für sie da sind. Das ist für ihre Entwicklung nur von Vorteil.

      (17) 15.06.13 - 15:11

      Ich danke Euch allen fürs Lesen und Antworten, habe mir jede Antwort genau durchgelesen und zu Gemüte geführt, kann jetzt nur nicht auf jede einzeln Antworten, es fehlt die Zeit.

      Vielen vielen Dank!

      Lg

Top Diskussionen anzeigen