Trennung, er zwingt mich Kopftuch zu tragen usw.

    • (1) 15.06.13 - 00:19

      Hallo,
      Ich bin 24, seit 2008 verheiratet ,er ist Afghane aber im Iran aufgewachsen, sein Vater und sein Familie sind sehr konservativ. Ich hatte mich vor 4 Jhren entschlossen Kopftuch zu tragen, ich wollte es selber, bn zuvor auch zum Islam konvertiert. Wir haben einen Sohn der Bald 1 Jahre wird.

      Mein Mann ist fast nie zu Hause, kümmert sich um nichts.... Er ist oft schlecht gelaunt und mault mich an, ist sehr oft bei seinem Freund, hat keine richtige Arbeit und ist verschuldet.... Ich habe nun mein Kopftuch abgelegt, da ich es einfach nicht mehr wollte.
      Er ist ausgetickt und abgehauen. War seit gestern nicht mehr zu hause und meldet sich auch nicht. Ich dürfte auch nicht ins Schwimmbad, geschweige denn im Sommer ein Tshirt tragen. Er akzeptiert mich nicht wie ich bin/sein will.

      Wir sind schon fast seit 9 Jahren zusammen. Ich habe mich soooo stark angepasst. Bin zweimal mit in seine Heimat... Pflege seine Tarditionen usw. aber ich will es einfach nicht mehr.

      Ich habe so Angst diesen Schritt zu gehen, aber ich kann nicht mein Leben lang nur das Maul halten, damit er nicht ausflippt.
      Er hat gesagt dass er die Scheidung will wenn ich das Kopftuch ablege, glaube aber nicht das er das schafft.

      Ich weiß nicht weiter....Ich will ein freieS Leben, ich habe einen kleinen Sohn und will mit ihm glücklich sein.
      Ich habe Angst es ihm zu sagen... weiß nicht ob es noch einen Sinn hat, ich bin so ambivalent....

      • Es gibt Hilfsangebote und Organisationen die sich um Frauen in deiner Situation kümmern.

        Das ist ein kompliziertes Feld, kann große Schwierigkeiten mit sich bringen. Handle nicht überstürzt und provoziere jetzt keine kritischen Situationen, nach so langer Zeit kommt es auf ein paar Wochen nicht an- sondern kontaktiere entweder einen versierten Anwalt und/oder eine entsprechende Organisation! Schon für dein Kind!!

        Alles Gute!

        • Das ist ein sehr guter und wichtiger Rat.

          Bist Du aus tiefem Glauben und Überzeugung zum Islam übergetreten, oder um ihm eine Freude zu machen und ihn heiraten zu können? Warst Du Dir bewusst dass in einigen Ländern (und in wohl noch mehr Köpfen) die Abkehr vom Islam als Todsünde gilt?

          Ich würde nicht das Kopftuch ablegen oder gar ins Schwimmbad gehen so lange Ihr noch vereiratet seid. So weit ich weiß kann so etwas in seiner Kultur als Ehrverletzung aufgefasst werden. Du kennst ihn natürlich besser, aber ich würde trotzdem kein Risiko eingehen. Man liest ja nicht selten wohin solche Ehrverletzungen hinführen können...

      (4) 15.06.13 - 00:46

      hmnm, also doofe Belehrungen helfen dir ja eigentlich auch nicht, aber ich finde, wenn du einmal das Kopftuch tragen wolltest und es nun einfach nicht mehr willst, musst du damit rechnen, dass deinem Mann das nicht gefällt. Dass das vielleicht auch zu einer Trennung, zu mindest aber zu Streit führt, war dir vorher schon klar. Ich kann beim besten Willen nicht verstehen, wie man sich erst dazu bereit erklären kann und dann ein paar Jahre später merkt: "Mensch, das gefällt mir doch gar nicht!"

      Ich weiß nicht, wie eure Beziehung gelaufen wäre, wenn du dich von Anfang an geweigert hättest, das Kopftuch zu tragen, aber wahrscheinlich wäret ihr dann nun nicht verheiratet und hätte vermutlich auch kein Kind.

      Sorry, aber wenn man sich für so etwas entscheidet, muss man auch mit den Konsequenzen leben.

      Was du nun tun kannst? Nun, du kannst hoffen, dass deinem Mann das plötzlich nicht mehr so wichtig ist, aber ich persönlich würde damit nun nicht so richtig rechnen. Du kannst dir bei der Caritas oder ProFamilia oder ähnlich Organisationen Hilfe holen. Die können dich bei deiner Entscheidung unterstützen. Und dann musst du dich halt entscheiden; Entweder du trägst das Kopftuch, dann hast du eben "das Maul zu halten damit er nicht ausflippt" oder du trennst dich, dazwischen wird es wohl kaum viel geben.

      So oder so wünsche ich dir viel Kraft.

      p.s: jeder geht wohl gewisse Kompromisse ein wenn man in einer Beziehung ist. Ich selbst bin deswegen knapp 100 km von meiner Familie weg gezogen. Aber deswegen denke ich mir nicht in eine paar Jahren: "eine Wohnung ist Osnabrück wäre doch auch schön gewesen." Mir ist absolut klar, dass ich hier nicht wieder weg komme und wenn doch, dann nur ohne meinen Mann. Damit kann und muss ich nun leben. Vielleicht solltest du dir für deine nächste Beziehung vorher fragen, welche Kompromisse du bereit bist ein zu gehen und wie viel von deiner Persönlichkeit du aufgeben kannst.

      Gruß

      Karin

      • (5) 15.06.13 - 01:19

        Also bis zu deinem P.S. bin ich einverstanden.

        "Vielleicht solltest du dir für deine nächste Beziehung vorher fragen, welche Kompromisse du bereit bist ein zu gehen und wie viel von deiner Persönlichkeit du aufgeben kannst."

        Manchmal merkt man eben erst später, dass man mit einem einmal eingegangenen Kompromiss nicht mehr leben kann. Dass die Liebe doch nicht ausreicht, weil man zu viele Zugeständnisse machen muss. Oft merkt man es nach der Geburt des ersten Kindes (Will ich dieses Leben für mein Kind?)
        Das ist nicht selten und deshalb darf man sich keine Vorwürfe machen. Man entwickelt sich schließlich immer weiter.

        • (6) 15.06.13 - 01:54

          Ich gebe Dir recht.

          Leider ist es aber so dass in einigen Kulturkreisen eine Abwendung vom Islam als Todsünde gilt und z. T. sogar mit dem Tode bestraft wird.

          Darüber sollte sich jeder im Klaren sein, der zum Islam konvertiert. Besonders wenn er es, wie die TE ja hier schreibt, mit einer konservativen Familie zu tun hat.

          Wahrscheinlich war die TE blind vor Liebe und hat das ganze durch die rosarote Brille gesehen...

      (7) 15.06.13 - 01:36

      "hmnm, also doofe Belehrungen helfen dir ja eigentlich auch nicht, aber ich finde, wenn du einmal das Kopftuch tragen wolltest und es nun einfach nicht mehr willst, musst du damit rechnen, dass deinem Mann das nicht gefällt."

      Was für ein - sorry - selten blödes Gerede!

(11) 15.06.13 - 00:48

Selber schuld.

(16) 15.06.13 - 00:59

Es kann dich doch nicht wirklich überraschen, dass du in so einer Situation gelandet bist, oder? Ein konservativer Mann aus einer stark konservativen Familie ist aus einem solchen Kulturkreis absolut das, womit man rechnen muss. Und natürlich auch mit entsprechendem Widerstand, wenn man es (zumal als Frau!!) auch nur wagt, eigene Bedürfnisse zu äußern.
Ich kann es überhaupt nicht nachvollziehen, wie man seine Freiheit und Eigenständigkeit so aufgeben kann!
Nun bist du ja nun aber dabei, dir deinen Freiraum zurückzuholen und das finde ich mutig und stark. Du musst an dich denken, und welches Umfeld für deinen Sohn am besten ist.

Es gibt Anlaufpunkte für Frauen in deiner Situation, nutze diese Chance!

Meinst du wirklich, dein Mann wird sich irgendwann ändern?

(17) 15.06.13 - 01:01

Nun ja, du mußt selbst entscheiden, wie du dein leben leben willst und kannst das glücklicherweise auch

insofern: sprich mit ihm und erkläre ihm, wie du dir das leben vorstellst- offenbar hat sich bei dir etwas verändert, denn scheinbar hattet ich bei der hochzeit ähnliche vorstellungen vom leben

Meine iranische Bekannte würde im übrigen im Leben nicht auf die idee kommen ein kopftuch zu tragen- und ihr (iranischer) ehemann ebenfalls nicht- beide erzählen von heimatbesuchen, daß selbst im iran die jungen frauen dagegen aufbegehren und inder öffentlichkeit stark geschminkt und mit schmalem Band/ schal als kopftuchersatz zu sehen sind

  • (18) 16.06.13 - 06:04

    "Meine iranische Bekannte würde im übrigen im Leben nicht auf die idee kommen ein kopftuch zu tragen- und ihr (iranischer) ehemann ebenfalls nicht- beide erzählen von heimatbesuchen, daß selbst im iran die jungen frauen dagegen aufbegehren und inder öffentlichkeit stark geschminkt und mit schmalem Band/ schal als kopftuchersatz zu sehen sind "

    ersthaft? #schock

    Schlimm genug #nanana

(20) 15.06.13 - 01:15

Er macht, was er will und hat wohl an sich schon ein Persönlichkeitsproblem.
Egal, was immer du tun willst und tust: Du wirst es ihm nicht recht machen. Weil er liebt dich nicht.
Er hat dich geheiratet und mit dir einen Sohn gezeugt. Er kann jetzt in Deutschland bleiben.
Du kannst sein Verhalten entweder akzeptieren oder dich selber verändern. Ihn wirst du nicht mehr ändern!

So, wie ich dich einschätze, bekommst du so schnell nicht die Kurve, ein eingeständiges und selbstbestimmtes Leben zu führen.

Alles Gute!

(21) 15.06.13 - 02:28

Hallo!

Ich glaube das Schwimmverbot und die langen Ärmel im Sommer sind im Moment Dein kleinstes Problem.

Spontan habe ich beim Lesen gedacht "Na, das hätte sie doch ahnen können", aber ich kenne die Familie ja nicht, daher kann man da immer viel reden. Aber kann es sein dass Du ein bischen blauäugig an die Sache rangegangen bist?

Wusstest Du dass in einigen Kulturkreisen die Abkehr vom Islam als Todsünde gilt?

War Dir bewusst dass in vielen islamischen Gesellschaften die Kinder, insbesondere Söhne bei einer Trennung beim Mann bleiben? Das ist ja an sich nicht schlimm, aber so weit ich weiß gibt es laut Koran oder Sunna kein Umgangsrecht. Sollte er das Kind entführen, sei es nach Afghanistan oder in den Iran, wäre ich mir nicht sicher ob Du überhaupt das Recht hättest es zu besuchen wenn Dein Ex es nicht möchte.

Bist Du aus tiefem Glauben, tiefer religiöser Überzeugung übergetreten oder nur damit er sich freut und Du ihn heiraten darfst? Wenn letzteres: #klatsch Allerdings hätte man dann zumindest erwarten können dass Du nicht von religiösem Eifer benebelt sondern fähig zu einer umfangreichen Informierung über den Islam warst.

Du solltest, wie der Süddeutsche schon sagte, Deinen Mann nicht durch relative Kleinigkeiten verärgern sondern Hilfe suchen. Er könnte es als Verletzung seiner Ehre auffassen wenn Du ihn verlässt. Wende Dich an ein Frauenhaus, eine Frauenberatungsstelle, die Caritas. Aber ohne dass Dein Mann es mitbekommt. Wende Dich an die Polizei, einen Anwalt (aber pass auf wegen der Post), aber sei Dir dem eventuellen Ernst der Situation bewusst. Einer Bekannten von meinen Schwiegereltern blieb vor ein paar Jahren nur die Flucht ins Ausland.

(22) 15.06.13 - 11:52

Hi,

Also ich selbst bin Muslime, jedoch nicht wirklich streng gläubig, würde mir weder Schwimmbad noch die entsprechende Kleidung im Sommer verbieten lassen!

Aber wenn ich hier einige Postings lese kann ich nur den Kopf schütteln !!!!

Dass gleich alle an ein Drama denken mit 'Todessüde' und 'Mord' und was weiß ich noch stimmt gar nicht !!!

Natürlich gibt es Psychopathen im Islam, so wie auch in anderen Religionen und Nationalitäten und und und ! Aber NUR weil die Medien ein, so wie es in nicht islamischen Familien als Familiendrama titulierten Mordfällen als Ehrenmord bezeichnen, muss das nicht zwingend bei jedem Moslem gleich der selbe Fall sein.

Hättest du statt dem Kopftuch etwas anderes benannt, würden die Antworten ziemlich anders aussehen! Z.B: "Schieß den schei.. Kerl in den Wind und lass dir das alles nicht gefallen!" Oder "wo leben wir denn, dass eine Frau sich sowas gefallen lassen muss!" ....

Na ja jetzt zu dir, geh und reich die Scheidung ein, denn für mich klingt es so, dass du nicht wirklich gut mit ihm klar kommst und auch nicht an einem Tisch mit ihm über gewisse Probleme sprechen kannst! Und ganz abgesehen von dem Kopftuch, T-Shirt und dem Schwimmbad solltet ihr wenigstens zusammen an einem Tisch über gewisse Dinge sprechen können.

Wahrscheinlich hat die Familie viel Einfluss auf euch bzw. ihn und bevor dein Sohnemann auch irgendwann sich gegen dich wendet und eine schwierige Kindheit erlebt, sollst du dich entscheiden.

Ich wünsche dir und deinem Kind alles alles Gute und die Kraft endlich klar und gezielt denken zu können!

Herzliche Grüße

YIL

  • Nun ja, zumindest kommen in Deutschland Gewaltverbrechen aufgrund von "Ehrverletzungen" häufiger vor als in anderen religiösen Kreisen, da kann schon mal der EIndruck entstehen dass da ein Zusammenhang besteht und was die Sharia (oft genug angewandt) in den entsprechenden Staaten von den Rechten der Frau hält ist auch nicht unbedingt geeignet einer, mit einem konservativen und wenig kommunikativen Moslem verheirateten Deutschen zu raten: knall ihm deine Meinung vor den Latz und mach' dich locker vom Acker, wird schon alles ok sein...#schein

    • Ich glaube du hast nicht ganz verstanden worum es geht bzw was ich sagen wollte.

      Wer hat überhaupt gesagt, dass die TE eine 'Deutsche' ist? Das spielt hier auch überhaupt keine Rolle.

      SO wie es leider zu oft dargestellt wird, ist es nicht. Und die Vorfälle mit (ich sag mal vorsichtig) muslimischen Beteiligten in Deutschland werden von Medien etwas stärker betont als die der nicht muslimische!

      Das soll in kleinster Weise diese Taten oder die Motive dafür verharmlosen- nein um Gottes Willen nicht! Auffällig ist es trotzdem!

      Gib doch mal bei Google 'Ehrenmord' und vergleichsweise 'Familiendrama' ein, du wirst sehen was ich meine!

      LG YiL

      • Der Punkt ist aber, dass die Statistik eine andere Sprache spricht. Die sogenannten Familiendramen haben einen prozentual deutlich höheren Anteil an vollzogenem oder versuchtem Suizid seitens des Gewalt Ausübenden, beim sogenannten "Ehrenmord" geht es rein um "Strafe" bzw. "Rache" und die, die die Gewalt ausüben fügen sich selbst in den allermeisten Fällen keinen kösüerlichen Schaden zu. Damit ist durchaus eine andere Ausgangslage zur Bewertung gegeben.

        Und ja, die Medien machen einen Unterschied zwschen dem Bruder der seine Schwester mit einem Kopfschuss hinrichtet und dem Vater der mit seinen drei Kindern im Auto gemeinsam vor den Baum fährt. Um mal ganz drastische Beispiele der jüngeren Vergangenheit zu nennen.

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