Kollegin rennt ins Verderben? Einmischen? Sie machen lassen?

    • (1) 06.07.13 - 22:48
      Ziemlich ratlos.

      Guten Abend.

      Ich weiß echt nicht, was ich machen soll. Ich arbeite seit acht Jahren mit einer total netten Kollegin zusammen, die gerade etwas ins Studeln geraten ist (wurde kurz vor der Hochzeit verlassen, das ist einige Monate her und das hat sie sehr heftig mitgenommen). Sie hängt nun mit viel jüngeren Werkstudentinnen ab und hatte da auch schon Probleme mit dem Chef (weil sie oft feiern geht und ihre Arbeitsleistung einfach nicht so gut ist wie früher). Alles in allem bedenklich. Ich habe mit der Kollegin nichts Näheres zu tun, aber ich mag sie eigentlich sehr.

      Jetzt habe ich durch Zufall etwas mitbekommen, was ich unglaublich finde - sie möchte in der Lounge der Firma eine heimliche Privatparty veranstalten, die Vorbereitungen laufen schon (sie ist sozusagen die "Eventmanagerin" der Firma, daher geht das unauffällig). Ich weiß nicht, ob ich sie darauf ansprechen soll (das ist einfach Irrsinn hoch zehn, nie im Leben wird sie schaffen, dass der Chef das nicht herausbekommt, sie bildet sich ein, dass sie den Werkschutz so weit im Griff hat, dass er nicht plaudert). Damit ist ihr Job weg. Soll ich mich da einmischen? Eigentlich ist sie ja eine erwachsene Frau (mit seltsamen Ideen).

      Oder doch mit ihr reden und ihr klarmachen, dass das nicht geht (was ja eigentlich klar sein sollte!) - ich werde vermutlich auf Granit beißen und habe Angst, dass sie dann sagt, ich hätte es dem Chef gesteckt (was ich nicht machen werde, aber ....).

      • Ja! Ich wuerde mit ihr reden. Nicht nur weil es loyal gegenueber deiner Firma ist sondern weil du sie auch damit schuetzen kannst.

        Setz dich mit ihr zusammen und rede mit ihr. Du kannst ihr ja klar machen, dass es deine Pflicht ist die Firma zu informieren oder auch, dass dir einfach klar ist, dass ales rauskommen wird und du ihr helfen willst.

        Wenn du sie wirklich gerne magst, dann kannst du dir ja auch ueberlegen, ob du die Kraft und energie hast fuer sie da zu sein und bereit bist sie aufzufangen.

        • Wenn du sie wirklich gerne magst, dann kannst du dir ja auch ueberlegen, ob du die Kraft und energie hast fuer sie da zu sein und bereit bist sie aufzufangen.
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          Bei einer Kollegin, mit der man nichts Näheres zu tun hat? Fände ich schon eigenartig, wenn mir jemand so nah kommen und so persönlich werden würde, den man nur flüchtig kennt. Bei Kollegen mit denen man privat und freundschaftlich verkehrt ist, ist das etwas anderes.

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          Du kannst ihr ja klarmachen, dass es deine Pflicht ist, die Firma zu informieren......^^^^^

          Und dann? Lässt sie sich nicht abhalten, wird sie von der TE verpfiffen? Kein schöner Stand für die TE. Zumindest dürfte sich die Zuneigung spätestens dann erledigt haben und die TE steht im Kollegenkreis als die Verräterin da. Womöglich hat es berufliche Konsequenzen für die Verursacherin, die dann auch auf die Kappe der TE gehen.

          Die Kollegin ist erwachsen und offensichtlich so abgeklärt und abgebrüht, dass sie durchdacht und zeilorientiert handeln kann. Den Werkschutz um den Finger wickelt etc. Das ist keine Kurzschlusshandlung aufgrund ihrer traurigen persönlichen Situation sondern berechnendes Handeln. Wer dazu fähig ist, kann auch als Erwachsene die Konsequenzen tragen. Es wird niemandem Schaden zugefügt, also ist ein Eingreifen seitens der Kollegen nicht zwingend notwendig.

          • Ja, wenn ich eine Kollegin habe und sehe, dass sie Probleme hat und sich selber mit ihrem Verhalten schaden wird, dann spreche ich sie darauf an. Ich schaue dann nicht weg.

            Und wenn ich diese Kollegin sehr mag und meine, dass ich ihr helfen kann, dann biete ich ihr diese Hilfe an. Sie kann ja als erwachsene Person entscheiden, ob sie diese Hilfe annimmt.

            Das ist natürlich eine Sache der Kommunikation. Keiner verlangt, dass man dabei plump mit der Tür ins Haus fällt.

            Aber ich bin wirklich verwundert, wenn ich hier lese "petzen", "Verräterin" und ähnliches. Eine Party in den Geschäftsräumen ist doch kein Kavaliersdelikt.

            • Und du bist die Mutter des Betriebes? Springst du immer auf alles an, was du durch Zufall erfährst?

              Die TE hat nur durch Dritte davon erfahren. Die Kollegin hat sie nicht ins Vertrauen gezogen oder um Rat gefragt. Wer weiß, ob die Information überhaupt (noch) stimmt. Es scheint eine große Firma zu sein. Da kursieren Gerüchte manchmal wie Stille Post durch die Abteilungen. Mit sowas sollte man immer vorsichtig sein. Zumal die TE mit ihr nicht einmal in einer Abteilung arbeitet.

              Und bei jemandem, den ich nicht gut persönlich kenne, wäre ich extrem vorsichtig. Wenn die TE Pech hat und die Aktion fliegt auf, wird sie noch als Mitwisserin entlarvt. U. U. Fragt der Chef, wer davon wusste und die Kollegin plaudert fröhlich aus, weil sich die TE eingemischt hat. Dann steht sie in der Tat vor dem Chef ungünstig da. Sie hat es nicht gemeldet obwohl sie konkret davon wusste ( und man ist dem AG zur Loyalität verpflichtet, wenn man seinen Job ernst nimmt) Andernfalls muss sie es melden und steht als Verräterin da vor den Kollegen. Ich weiß nicht, was ich besser finden würde.

              • Was soll denn das hier?

                Ich möchte jetzt bitte nicht die ganze Zeit hier persönlich angepampt werden, nur weil ich in dieser Sache eine andere Meinung habe. Können wir uns da jetzt vielleicht auf eine respektvollere Ebene einigen, bekommst du das hin?

                Es bringt doch überhaupt nichts, hier weiter zu mutmassen wie es wohl bei der TE läuft im Betrieb. Du gehst da stark von deinem Umfeld aus, ich halt von meinem.

                Ich werde jährlich auf richtiges Verhalten im Job geschult und meine Firma legt das viel Wert drauf.

                Wenn ich nun nicht nur weiss (offensichtlich gibt es ja keinen Zweifel an der VA) dass diese Party stattfinden wird, sondern mir auch an 10 Fingern abzählen kann, dass dies auch rauskommt, dann würde ich halt etwas unternehmen. Auch ohne dass ich eine Tratschtante, Verräterin, Petze, Mutter der Firma ... bin.

                Es kommt bei mir natürlich auch auf das Ausmaß des Vergehens an. Eine Privatparty in den Geschäftsräumen finde ich schon recht heftig. Aber das ist nur meine persönliche Meinung, vielelicht ist das in anderen Branchen nicht so unüblich und gar nicht so bemerkenswert.

                Was denn, wenn sich so rausstellt, dass die TE davon wusste und gar nichts gemacht hat, weil sie einfach keine Verantwortung übernehmen wollte und weggeschaut hat?

                • Offensichtlich verstehst du es ja doch! Das ist doch mein Rden!
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                  Was denn, wenn sich so rausstellt, dass die TE davon wusste und gar nichts gemacht hat, weil sie einfach keine Verantwortung übernehmen wollte und weggeschaut hat?
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                  Entweder unterbinde ich die Veranstaltung oder stehe loyal zu der Mitarbeiterin und drohe nur mit Anzeige beim Chef, so klar hast du dich aber nicht geäußert.

                  • Also loyal zu einer Kollegin stehen heisst dass ich billige, dass sie eine völlig falsche Aktion mache?

                    Irgendwie verstehe ich dein ganzes Posting nicht, sorry!

                    • Also loyal zu einer Kollegin stehen heisst dass ich billige, dass sie eine völlig falsche Aktion mache?

                      Irgendwie verstehe ich dein ganzes Posting nicht, sorry!
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                      Du verstehst gar nicht, was du selbst willst. DU willst loyal zur Kollegin stehen und ihr Hilfe anbieten ( und nicht unbedingt zwingend den Chef informieren trotzt möglicher Konsequenzen für alle Mitarbeiter) und andererseits predigst du Loyalität dem AG gegenüber, was hieße, die Party von oben unterbinden zu lassen. Aha....... Meiner Meinung nach geht nur eines von beidem.

      Ich bin anderer Meinung als meine Vorschreiberin. Da sie offenbar im Moment nicht ganz "Herr ihrer Sinne" ist, könnte sie es vollkommen falsch verstehen, wenn du sie vorwarnst. Zum einen hast du von der ganzen Geschichte nur über Klatsch erfahren, da ihr offenbar kein so enges Verhältnis habt und zum anderen seid ihr keine direkten Kolleginnen, so dass Loyalität zwar angenehm wäre, aber nicht zwingend erforderlich.

      Versteh mich bitte nicht falsch - ich finde deine Gedanken hochlöblich, aber bedenke, dass auch schnell beim Chef der Eindruck entstehen kann, dass du in der ganzen Sache mit drinsteckst, wenn du sie anspricht und die Party trotzdem stattfindet.

      • Ernsthaft?

        Nur weil der Chef denken könnte, man hätte was mit der Partyplanung zu tun, sollte man sie wissend in eine schlimme Situation rennen lassen? Ich könnte ja verstehen, wenn es heisst, das geht dich nichts an und sie wird es dir nicht danken.

        Aber so einen guten Stand und einen gewissen Grad des Vertrauens sollte man in seiner Firma schon haben, dass man seinem Chef reinen Wein einschenken kann ohne dass er denkt, dass man illegale Partys veranstaltet.

        • Meine Meinung - deine Meinung. Und sicher ist es mir ernst, sonst hätte ich es nicht geschrieben.

          Wir wissen nichts über die TE, die Firma, den Chef, die anderen Mitarbeiter etc. - ich finde es nicht selbstverständlich, dass man einen derart guten Stand im Unternehmen hat, dass man einfach mal so zum Chef geht und mit ihm über etwas redet, dass man über den internen Tratsch erfahren hat. Selbst die TE hat dass nicht in Betracht gezogen - möglicherweise, weil man in den Augen der Kollegen auch als Verräter dastehen kann ...

          Zweitens - da die beiden noch nicht einmal enger zusammen arbeiten, fände es die benannte Kollegin vielleicht sogar übergriffig, auf das Thema angesprochen zu werden. Und dann? Steht die TE auch doof da.

          Daher noch mal mein Rat - Finger weg und Mund halten, zu allen. ;-)

          • Hatte ich etwas davon geschrieben, dass man einfach so zum Chef rennt und ihm irgendetwas berichtet, dass man nur vom Tratsch her weiss? Du nimmst es jetzt einfach an, dass es irgendein Tratsch ist, kann doch auch ganz anders sein und ich hatte ja ganz deutlich gemacht, dass sie das Gespräch mit der Kollegin suchen soll.

            Ich finde es ganz schlimm, dieses immer wegschauen, "was könnte wer von mir denken", bloss nicht blöd dastehen wollen, nie Verantwortung für irgendetwas übernehmen.

            • Ok, ich habe hier nichts vermutet, nur aufmerksam gelesen - die TE schrieb, dass sie es "durch Zufall" erfahren hat. Ergo - wenn mir jemand etwas nicht direkt erzählt, dann haben wir a) kein besonders enges Verhältnis und b) möchte diejenige mich auch nicht einbeziehen. Und daher würde ich sie ihr Ding machen lassen, weil es nichts mit wegschauen zu tun hat. wegschauen kann ich nur, wenn mir jemand etwas selbst erzählt und ich dann nicht handle. Wer sagt denn eigentlich, dass die Geschichte tatsächlich stimmt und nicht wirklich nur Klatsch ist, da sich die Kollegin so verändert hat? Ich habe bei uns schon Dinge erlebt ...

              Des weiteren hast du ihr empfohlen, dass du im Gespräch mit ihr erwähnen würdest, dass du den Chef informieren müsstest, wenn sie nicht von ihren Plänen ablässt. Keine Ahnung wo und wie lange du schon arbeitest, aber ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass petzen beim Chef, selbst nach Ankündigung, nicht gut ankommt - je nach Typ Chef noch nicht mal bei diesem selbst. Schließlich würde sie hier eine "Privatveranstaltung" melden, die nichts mit dienstlichen Abläufen zu tun hat.

              • Ich habe nun ja nicht geschrieben, dass sie sofort zum Chef laufen soll, ganz im Gegenteil, sie soll ja mit der Kollegin sprechen. Und deine seltsame Definition von Wegschauen finde ich ja sehr zweifelhaft.

                Naja, mit meinen über 40 Jahren habe ich wohl doch einiges an Berusferfahrung.

                Wenn du natürlich professionelles Verhalten als "petzen" ansiehst, dann haben wir vielleicht unterschiedliche Erfahrungen im Berufsleben gehabt. Dann weiss man auch, dass eine Party in den Geschäftsräumen keine "Privatveranstaltung" ist, und doch wohl irgendwas mit der Arbeitsstelle zu tun hat, oder? Nämlich die Örtlichkeit!

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