Ich bin überheblich !

    • (1) 15.07.13 - 18:20
      nasehoch

      Hallo ihr lieben,

      in den Augen meines Freundes bin ich 'manchmal schon echt überheblich'. Die Aussage hat mich schon verletzt und ich weiß nicht so recht, was ich davon halten soll.

      Konkret vorangegangen ist dem, dass wie jemanden gesehen haben, der eine Tasche mit dem Aufdruck 'Free Snowden' trug. Ich sagte, dass ich auch gerne so eine hätte.

      Er fragte mich daraufhin, wer den Snowden überhaupt sei. Meine Reaktion war wahrscheinlich so: #klatsch#augen#nanana

      Klar, ich hätte vielleicht ruhig erklären sollen, um was es geht. Aber eigentlich dachte ich: HALLOOOO, NACHRICHTEN??? Und konnte mein Unglauben auch schwer bis gar nicht verbergen.

      Es tut mir dann auch wirklich leid und ich weiß, dass ich in solchen Situationen auch belehrend wirken kann. Aber manchmal glaube ich, dass ich ihm in Bildungsdingen nicht einfach überlegen bin, was sicherlich nicht an der Intelligenz, sondern am Interesse und Engagement liegt. Und ich erwarte, dass er das ändert. Man will sich ja auch unterhalten können.

      Ist das jetzt auch ein überheblicher Gedanke?

      Ich möchte auch niemandem meine Meinung aufdrängen, aber ich erwarte, dass mein Gegenüber eine Meinung hat.

      Und zugegeben, wenn es eine sehr einfach gestrickt Meinung ist ( a la 'Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich jedem eine Millionen Euro im Jahr und einen Ferrari geben, nicht so wie die Säcke da oben'), dann macht es mir schon ein bisschen Spaß, aufzuzeigen, dass das zwar nett wäre aber nicht praktikabel ist und warum.

      Ich meine, wer sich auf eine Diskussion einlässt oder sie sogar beginnt, der muss auch einstecken können, oder?

      Ich habe da bisher oft die Erfahrung gemacht, dass gerade Männer es gar nicht haben können, wenn sie einsehen müssen, dass sie im Unrecht sind oder ein Fehler in ihrer Argumentation liegt. Einmal habe ich auch einen Mann kennegelernt, der nachher zu meiner Freundin meinte, ich wäre ihm zu klug, das mache ihm Angst und er können sich nicht vorstellen, dass ich ihm abends Wurstbrote schmieren würde.

      Ich möchte aber nicht überheblich wirken, nur kann ich anscheinend keinen Mittelweg finden, vor allem wenn ich für ein Thema brenne.

      Hat jemand konkrete Vorschläge?

      Einfach 'Ja, du hast recht' sagen, wenn ich es nicht meine, kann ich nicht.
      Einfach 'Nein, davon habe ich keine Ahnung', wenn ich sie aber habe, kann ich nicht.
      Und ich muss meine Ansichten einfach erklären, wenn mich jemand falsch versteht und ich bitte auch schonmal darum, dass mir mein Gegenüber seine Meinung nochmal erklärt, wenn ich sie nicht verstanden habe.

      Ich habe übrigens kein Problem damit, insgesamt einen Charakter zu haben an dem manche anecken und nicht Everybody's Darling zu sein (oder zu mimen).

      Aber überheblich will ich nicht wirken, ich habe einfach Spaß an tiefgründigen Diskussionen, die mich fordern.

      vlg

      • Hallo,

        es tut mir ja leid, aber ich finde schon, dass du überheblich klingst, irgendwie auch leicht arrogant. Du erwartest sehr viel von deiner Umwelt. Gibst du denn auch soviel zurück?

        LG,
        Silberknopf

      (4) 15.07.13 - 18:39

      Für mich klingt es schon ein wenig überheblich! Ich bin mal ehrlich, ich weiß, wer Snowden ist und kenne die Nachrichten, aber bei Tasche mit dem Aufdruck "Free Snowden" dachte ich auch einen Moment "Hä, was will sie?"

      Ich kenne sowas auch hin und wieder von meinem Mann. Er ist mir in der Tat haushoch überlegen. #schein Ich hab auch studiert und höre Nachrichten, aber er saugt einfach alles auf, da kann ich nicht mithalten. Trotzdem muss er mich nicht belehren, ich erwarte von ihm mit Respekt behandelt zu werden. Ich hab eben woanders meine Stärken!

      Allerdings ist meine Meinung unerheblich, denn es kommt doch vor allem drauf an, was Dein Freund fühlt. Sprich ihn doch einfach nochmal konkret an! Wie fühlt er sich? Das würde ich auch ernst nehmen!

      Und ja, Du hättest durchaus sagen können "Hast Du es in den Nachrichten nicht verfolgen können?" und dann die Fakten...

    • (5) 15.07.13 - 18:44

      Gute Gespräche hab ich auch gern und ich denke auch, dass es nicht unwichtig ist, wenn Partner sich intellektuell relativ ebenbürdig sind. Ich könnt keine Dumpfbacke an meiner Seite haben, die von nix ne Ahnung hat.

      Ich hab so ne Arbeitskollegin, die weiß echt nix. Die liest nie Zeitung, schaut nie Nachrichten, beschäftigt sich überwiegend mit WOW und ähnlichem Schrott. Meldet sich des Geldes wegen als Wahlhelferin und weiß aber nicht, wer Hannelore Kraft für NRW ist. Da geht mir der Hut hoch.

      Dennoch lass ich sie wie sie ist. Es ist nicht mein Job, sie draufhinzuweisen, wie dusselig sie ist. Sie ist glücklich in ihrem Leben, da solls mir Recht sein.

      Nichts find ich schlimmer, als wenn mir jemand ständig irgendwelche Weißheiten unter die Nase reibt oder sich wie ein oberlehrerhafter Erklärbär gibt. Da ergreif ich die Flucht.

      Leben und Leben lassen. Wenn dir dein Freund zu toastbrotig ist, dann such dir einen, der dir geistig gewachsen ist. Aber ich würd dir den Tipp geben, ihm nicht ständig dein Wissen unter die Nase zu reiben. Das ist sehr unangenehm und tatsächlich auch ein stückweit arrogant. Selbst wenn du das selber so nicht willst. Aber so kommt das meist rüber, bei Menschen, die sich geístig unterlegen fühlen.

      Ob du ihn groß geändert kriegst, ist fraglich. Ich hab da eher meine Zweifel.

      Hallo!

      Ich habe auch Phasen wo ich mich überhaupt nicht um das Geschehen um mich herum (Politik, Wirtschaft) interessiere weil mich andere Dinge beschäftigen. Zeitung lesen ich zur Zeit aus Kostengründen nicht. Auf Nachrichten habe ich manchmal keine Lust. Da kann es auch passieren dass einige Dinge öffentlichen Interessen einfach so unbemerkt an mir vorbeigehen.

      Ein Familienmitglied von mir reagiert dann auch manchmal so:#klatsch#augen#nanana

      Ich empfinde das auch manchmal als herablassend. Jeder hat andere Schwerpunkte, Interessen, manchmal vergisst man auch Sachen. Wenn wieder einmal jemand etwas nicht weiß, was - Deiner Meinung nach - zur Allgemeinbildung gehört, dann klär ihn doch einfach freundlich auf. Ohne #klatsch#augen#nanana. Geht es um ein Thema, wo man sich WIRKLICH auskennen sollte kannst Du das auch freundlicher zum Ausdruck bringen. Z. B. Das ist der und der... hast Du davon noch gar nicht gehört? Aber ohne Vorwurf.

      Ich wundere mich auch oft was einige Menschen nicht wissen. Eine Bekannte von mir, nun immerhin schon Mitte 40, hatte z. B. noch nie davon gehört dass es in einigen Kulturkreisen üblich ist, dass die Eltern den Heiratspartner aussuchen. Das ist eben so.

      Der Witz ist dann auch: Reagiert man bei meinem Familienmitglied auf die gleiche Art und Weise wird es sauer. Ist das bei Dir auch so? Stell Dir mal vor, jemand reagiert auf eine von Deinen Fragen so, wie Du auf die Deines Freundes. Wir würdest Du das finden?

      Ich denke wenn man viel weiß kann man auch viel sagen. Aber der Ton macht die Musik. Mit einem "Oh mein Gott, das weiß man doch" in der Stimme gilt man schnell als arrogant. Ich kenne auch jemanden, der wirklich sehr viel weiß und zu allem etwas sinnvolles zu sagen hat. Er sagt es in einem ruhigen, freundlichen Ton. Von Herablassung keine Spur. Keine Ahnung wie ich es Dir beschreiben soll. Hast Du mal Deine innere Einstellung überprüft? Oftmals will man einen bestimmten Ton gar nicht anschlagen, aber es passiert trotzdem weil man in der betreffenden Stimmung ist. Vielleicht musst Du Deine Einstellung überdenken. Es gibt viele unintelligente, ungebildete, faule, vergessliche Menschen (zumindest zu den letzten dreien zähle ich mich auch :-) ) Aber sie haben trotzdem ein Recht auf einen netten Umgangston.

      Wenn Du für ein Thema brennst kannst Du das ruhig deutlich machen. Warum sollen andere Leute Deine Begeisterung, Dein Interesse nicht spüren? So lange Du auch andere Meinungen akzeptieren kannst und sachlich diskutierst ist das doch in Ordnung!

      Ich finde es klasse dass Du Dich gerne informierst und diskutierst. Das Gerücht, Männer würden es nicht mögen, wenn ihnen eine Frau intellektuell überlegen ist, hält sich ja hartnäckig. Ob es wirklich so ist weiß ich nicht. Da müsste man eine anonyme Umfrage starten.

      Der Wurstbrotmensch hat sich im Grunde doch schon selbst lächerlich gemacht und seine Minderwertigkeitskomplexe vormuliert. Was will man mehr?

    "Aber manchmal glaube ich, dass ich ihm in Bildungsdingen nicht einfach überlegen bin, was sicherlich nicht an der Intelligenz, sondern am Interesse und Engagement liegt. Und ich erwarte, dass er das ändert. Man will sich ja auch unterhalten können."

    du kannst viel erwarten, wenn der tag lang ist. aber er, will er das ändern? weil wenn nicht, dann habt ihr ein grundsätzliches problem. obwohl ich dich verstehen kann, klingt es trotzdem so, als ob du den respekt langsam verlierst vor ihm, wenn er daran nix ändert.

    grüsse, ks

    Ganz ehrlich: Du hast dir deinen Partner ausgesucht ;-). >>Und ich erwarte, dass er das ändert. Man will sich ja auch unterhalten können.<< Wie stellst du dir das vor? Wenn dir dein Partner ein absolut uninteressantes Buch vorlegt, würdest du es lesen, weil es von dir verlangt wird? Weil er sich gern mit dir darüber unterhalten würde? Sicher, das Geschehen um einen herum ist wichtiger als irgendein Groschenroman. Aber für manche Menschen sind Politik, Zeitungen und Tagesschau einfach ein Graus.

    >>Und zugegeben, wenn es eine sehr einfach gestrickt Meinung ist ( a la 'Wenn ich Bundeskanzler wäre, würde ich jedem eine Millionen Euro im Jahr und einen Ferrari geben, nicht so wie die Säcke da oben'), dann macht es mir schon ein bisschen Spaß, aufzuzeigen, dass das zwar nett wäre aber nicht praktikabel ist und warum.<< Das kenne ich nur zu gut und ich mag das auch. Aber nicht um jeden Preis. Wenn ich merke, dass man Gegenüber nur noch irgendetwas sagt, um vermeintlich mithalten zu können, wohlmöglich auch noch Todschlagargumente ins Feld führt, dann ist die Diskussion vorbei. Das hat auch nix mehr mit Spaß zu tun.

    Ich kann deinen Partner verstehen (ja, deine Reaktion scheint überheblich gewesen zu sein), aber ich kann auch dich verstehen. Aber wenn ich das Gefühl hätte, meinem Partner intelektuell nicht ebenbürtig zu sein oder er mir, dann sähe ich in der Beziehung leider keine Chance, übereinzukommen.

    >>Ich habe da bisher oft die Erfahrung gemacht, dass gerade Männer es gar nicht haben können, wenn sie einsehen müssen, dass sie im Unrecht sind oder ein Fehler in ihrer Argumentation liegt. Einmal habe ich auch einen Mann kennegelernt, der nachher zu meiner Freundin meinte, ich wäre ihm zu klug, das mache ihm Angst und er können sich nicht vorstellen, dass ich ihm abends Wurstbrote schmieren würde.<<

    Klischee. Es gibt immer solche und solche. Aber Gott sei Dank gibt es in dieser Welt nicht nur solche Machos. Würde mich mal interessieren, was die Freundin dazu gesagt hat. #kratz

    >> Hat jemand konkrete Vorschläge?<< Damit leben, dass du es nicht jedem Recht machen kannst. Ich kenne dein Diskussionsverhalten aber auch nicht. Vermeide bei Menschen, die du nur über Dritte kennst, brenzlige Themen. Versuche dich, wenn du eine andere (möglicherweise polarisierende) Meinung hast, aber nicht direkt angesprochen wirst, aus der Diskussion rauszuhalten. Versuche nicht, deine Meinung durchzudrücken. Mit besten Freunden oder engen Vertrauten sieht das ganze anders aus.

    Zu guter letzt: Das Argument überheblich fällt öfter mal, wenn dein Gegenüber sich von dir bloßgestellt fühlt. Rede nicht mit erhobenem Zeigefinger.

    Um noch weiterzureden, sollten wir telefonieren #rofl. Mir tun nämlich schon die Finger weh, obwohl ich gern noch weiter zu diesem Thema schreiben würde ;-).

    GLG obscuritas

    • (10) 15.07.13 - 19:35

      Ich würde dir gerne noch mehr Sterne geben! ;-)

      Zum einen kenne ich auch diese Problematik, zum anderen kann ich sehr sarkastisch sein und zum Schluss, nicht immer meine Klappe halten....

      Übrigens bin ich Friseurin und frage nicht, wieviele mit offenen Mündern dasitzen, wenn ich mit ihnen über gewissen Dinge diskutiere... Tja, das Klischee ist halt noch voll bedient... #zitter

      • Ist doch schön! Da kann dir niemand wegrennen... Hauptsache, sie kommen dennoch wieder!

        #liebdrueck

        L G

        White

        • (12) 15.07.13 - 20:44

          Das stimmt! Mir kann keiner entfliehen...#huepf

          Und es kommen viele Kunden gerade deswegen zu mir.
          Manche schauen dann einfach mal so rein und fragen mich zb nach Literaturtipps für den Urlaub oder so.

          Ich bin eben auch nicht so aufgetakelt oder stark geschminkt... Viele meiner Kollegen entsprechen allerdings wirklich dem Klischee...

          Naja, was solls...

          #liebdrueck

          • Ich liebe meinen Frisör.

            Und ansonsten: Die Leute kommen zu dir, um sich Tipps zu holen? Das ist cool!

            #pro

            Dann bist du aber anders als die TE, die sich Schrott lacht über ihren Freund, wenn er etwas nicht weiss.

            • (14) 15.07.13 - 20:59

              Nein, das tue ich in der tat nicht.

              Ich habe soviele unterschiedliche Menschen kennengelernt, aus allem Bevölkerungsschichten. Teilweiße aus Psychatrie von Betreuern gebracht, Suchtkranke, Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Anzugmänner und richtig "schäbig-schmutzige-dreckige" Menschen. Omas mit demenz nicht zu vergessen.

              Ich habe immer versucht, nicht zu Werten und mich auf die Menschen einzustellen, diese so anzunehmen wie sie sind. Was man, gerade durch den entgegengebrachten Respekt für Geschichten hört, ist einfach unvorstellbar! Jeder dieser Menschen hat seine Geschichte! Es sind viele tragische Dinge dabei gewesen, wodurch sie so gewurden sind wie sie sind... Daran versuche ich immer zu denken, wenn ich jemanden begegne...

              Es klappt nicht immer, Voruteilsfrei zu sein, aber ich versuche es.

              Manchmal fühle ich mich eher wie eine Lebensberatung... Und der berühmte Satz "erzähls deinen Frisör" bekommt eine ganz andere Bedeutung.;-)

              • "Ich habe soviele unterschiedliche Menschen kennengelernt, aus allem Bevölkerungsschichten. Teilweiße aus Psychatrie von Betreuern gebracht, Suchtkranke, Menschen mit verschiedenen Behinderungen, Anzugmänner und richtig "schäbig-schmutzige-dreckige" Menschen. Omas mit demenz nicht zu vergessen.

                Ich habe immer versucht, nicht zu Werten und mich auf die Menschen einzustellen, diese so anzunehmen wie sie sind. Was man, gerade durch den entgegengebrachten Respekt für Geschichten hört, ist einfach unvorstellbar! Jeder dieser Menschen hat seine Geschichte! Es sind viele tragische Dinge dabei gewesen, wodurch sie so gewurden sind wie sie sind... Daran versuche ich immer zu denken, wenn ich jemanden begegne..."

                Das sind sehr gute Voraussetzungen, um selbst ein guter Mensch zu sein. Ernsthaft.

                #liebdrueck

      (16) 16.07.13 - 09:12

      Vielen Dank!

      Warum habe ich deine Antwort auf meinen Beitrag eigentlich nicht angezeigt bekommen? Urbia ist schon mysteriös #kratz#hicks.

      GLG obscuritas

(17) 15.07.13 - 19:29

>>Einfach 'Ja, du hast recht' sagen, wenn ich es nicht meine, kann ich nicht.
Einfach 'Nein, davon habe ich keine Ahnung', wenn ich sie aber habe, kann ich nicht.<<

Dann lerne es.

  • Weshalb sollte sie?

    • (19) 15.07.13 - 20:11

      Gegenfrage: Wieso nicht? Wieso nicht Menschen auch verbalen Raum lassen, ohne die eigene Meinung, Ahnung, Überheblichkeit aufzwingen zu wollen? Anstatt nur in oberflächliche Zeitungswissen zu investieren, wäre doch soziale Intelligenz auch eine Option.

      • "Einfach 'Ja, du hast recht' sagen, wenn ich es nicht meine, kann ich nicht.
        Einfach 'Nein, davon habe ich keine Ahnung', wenn ich sie aber habe, kann ich nicht."

        Diese Aussagen zu leben, würde ich jetzt nicht mit sozialer Intelligenz verbinden.

(21) 15.07.13 - 19:58

Auf mich wirkst Du auch überheblich, sorry, und nicht nur das.

Nun ja, deine Reaktion war verletzend, nicht belehrend. Nicht verletzend zu sein, kannst du lernen, wenn du das willst.

L G

White (war das belehrend?)

(23) 15.07.13 - 20:07

Hallo,

ist dir schon einmal der Gedanke gekommen, dass dein Freund gar nicht der richtige Partner für dich ist?
Ich empfinde ein ähnliches Bildungsniveau in einer Partnerschaft schon als sehr wichtig und das Interesse am Tagesgeschehen sollte auch nicht völlig auseinander driften. Nichtwissen ist immer leicht damit zu entschuldigen, dass man andere Interessen hegt, dass man andere Schwerpunkte pflegt, aber letztendlich ist es doch bestürzend, wie das Tagesgeschehen an manchen vorbei geht. Dann muss man sich vielleicht auch eingestehen, dass die Interessen zu weit auseinander gehen, um auf Dauer miteinander glücklich zu werden.

"Es tut mir dann auch wirklich leid und ich weiß, dass ich in solchen Situationen auch belehrend wirken kann. Aber manchmal glaube ich, dass ich ihm in Bildungsdingen nicht einfach überlegen bin, was sicherlich nicht an der Intelligenz, sondern am Interesse und Engagement liegt. Und ich erwarte, dass er das ändert. Man will sich ja auch unterhalten können."

Überheblich finde ich diesen Gedanken oder diesen Wunsch nicht, immerhin traust du ihm ja zu, dass er die Nachrichten erfasst und sich mit dir darüber austauschen könnte. Aber wenn es ihn nicht interessiert, kannst du viel erwarten oder willst du, dass er sich für ihn drögen Stoff quält, um mit dir über für ihn langweilige Themen zu diskutieren? Was würdest du denn sagen, wenn dein Freund äußerte, du solltest dich ändern und bitte mit diesem langweiligen Geschwätz aufhören und bitte schön dich ein wenig übers Häkeln, Angeln, Taubenzucht, Handball oder Formel 1 Motoren belesen....ohne Zweifel Themen, die mich zu Tode langweilen würden. Man könnte jetzt natürlich eine Wertigkeit der Themen festlegen und ich dem Tagesgeschehen sicher eher zugeneigt bin, aber das ist eben mein persönliches Empfinden. Zu erwarten, dass er sich ändert, heißt doch eigentlich, dass du dir einen anderen Partner wünscht.

Dein Freund wird ja sicher auch Interessen haben, bist du denn da eine ebenbürtige Gesprächspartnerin? Oder ist er generell im intellektuellen Bereich unterlegen? Vielleicht sortierst du diese Fragen und mögliche Antworten mal für dich allein und fragst dich, ob du auf Dauer mit ihm glücklich sein kannst. Geistige Anregung kann man ja auch ausserhalb der Partnerschaft bekommen und pflegen, wenn man dies für sich so leben kann.

Tja wie du mit deinem überlegenem Wissen umgehst und wie du es deinem Freund zeigst, kann ich hier schlecht beurteilen. Aber für einen Austausch ist es schon schlecht, wenn man dem Gegenüber ein schlechtes Gefühl gibt und es wirkt auch nicht gerade begeisternd und anspornend. Ich lasse mich eigentlich gerne belehren, weil ich gerne lerne, aber wenn jemand mich aufgrund meines Nichtwissens verbal abwertet, ärgert mich das auch. Wobei ich sehr ausgeglichen damit leben kann, dass ich eben nicht alles weiß, nicht alles kann und andere vielleicht auch wichtige Dinge viel besser können. In manchen Bereichen hat mein Partner viel mehr auf dem Kasten als ich. Ich find das super, ich kann ihn fragen, wenn ich etwas nicht weiß oder er kann mich aufklären. Ich kann das aber eben gut annehmen, weil er mir auch nicht das Gefühl gibt, es sei ein Schwerverbrechen, gewisse Dinge nicht zu wissen. Wie du mit seinem Nichtwissen umgegangen bist....weißt du selbst am besten.

Einmal habe ich auch einen Mann kennegelernt, der nachher zu meiner Freundin meinte, ich wäre ihm zu klug, das mache ihm Angst und er können sich nicht vorstellen, dass ich ihm abends Wurstbrote schmieren würde.

Unserem Sohn schmiere ich abends ein Wurstbrot. Ich bin froh, dass mein Mann das selbst kann. Ein Kleinkind reicht mir. Das wäre jetzt ein Subjekt, welches ich als Mann bezeichnen würde.

An deiner Stelle würde ich mich selbstkritisch hinterfragen, ob meine Diskussionskultur für andere wirklich angenehm ist oder ich vielleicht doch ein wenig zu penetrant agiere.
Ebenso könntest du dir ebenso begeisterte Mitstreiter für Diskussionen suchen, wenn dich etwas brennend interessiert, bringt es nichts auf nicht interessierte Mitmenschen wie auf einen lahmen Gaul einzureden.

"Ich habe da bisher oft die Erfahrung gemacht, dass gerade Männer es gar nicht haben können, wenn sie einsehen müssen, dass sie im Unrecht sind oder ein Fehler in ihrer Argumentation liegt."

Genau dieser Satz wirkt ein bisschen penetrant, wobei er inhaltlich ja eigentlich harmlos ist. Man merkt etwas auf, wenn man ihn gelesen hat, denn es liest sich so, als könntest du womöglich bei Diskussionen kein Ende finden und immer wieder alles aufdröseln müssen, um ja recht zu haben. In Diskussionen oder Gesprächen auf der Jagd nach des anderen Unrecht oder dessen Fehler in der Argumentation zu gehen, ist auch schlecht für die B-Note. Die Kunst ist es seine eigene Meinung überzeugend darzulegen. So richtig beurteilen kann ich das ja nicht, ich weiß ja nicht, welchen Unfug du dir so anhören musst...ob das wirklich so schlimm ist....
Vielleicht ist es eine Mischung aus beidem? Falscher Partner und eigener fragwürdiger Diskussionsstil? Mit ein bisschen Übung kann man den eigenen Stil sicher verbessern, ohne sich zu verbiegen. Das ist ja auch eine Form der geistigen Fortbildung.

LG
Rufinchen

(24) 15.07.13 - 20:32

Hallo,

überheblich hin oder her, ich weiß nicht, ob Überheblichkeit jetzt wirklich dein "Thema" ist.

*Ich habe da bisher oft die Erfahrung gemacht, dass gerade Männer es gar nicht haben können, wenn sie einsehen müssen, dass sie im Unrecht sind oder ein Fehler in ihrer Argumentation liegt.*

Weißt du, wenn man oft auf "uneinsichtige" Menschen trifft, ist die Wahrscheinlichkeit sehr hoch, dass man selbst ein sehr rechthaberischer Mensch ist.

Wie steht es denn mit DEINER Fähigkeit, einzuräumen, dass du dich geirrt hast?

Oder kommt das nicht vor, weil du so klug bist, dass du immer "Recht" hast?

Vorsicht: Bloß weil man immer ein "Ja, aber..." aus dem Hut zaubern kann, heißt das noch lange nicht, dass man die besseren Argumente hat.

LG

(25) 15.07.13 - 21:04

Hallo

ich glaube eher du bist mit deinem Partner nicht auf Augenhöhe. Den Bekannten der Wurstbrote geschmiert haben will finde ich auch schräg,deinen Freund allerdings erschreckend uninformiert.Wo lebt er denn?

Wir diskutieren dieses Thema seit Tagen und fast alle in unserem Umfeld auch auch. Gestern z.B. kam der Vater einer Freundin meiner Jüngsten um 20.00 um seine Tochter abzuholen.Um 23.00 sind sie gegangen.
Es betrifft uns alle , diese Frage hätte man mir auch nicht stellen dürfen.
Dein Freund ist sicherlich ein Extrem.

L.G.

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