Das leidige Thema der Kinderplanung

    • (1) 22.07.13 - 11:13
      kariertes Maiglöckchen

      Hallo ich Lieben,

      ich brauche mal Rat…
      Ich bin seit über 5 Jahren mit meinem Freund zusammen. Wir wohnen seit über 4 Jahren zusammen auf 100 qm. Er ist 27 und ich bin fast 27. Wir führen eine ausgeglichene, gute Beziehung...

      Mein Freund ist selbständig als Handwerker und ich habe nach meinem dualen Studium schon seit ein paar Jahren eine Stelle in einem größeren Betrieb, wo ich auch gut verdiene (mehr als er, zumindest noch). Nun kommt immer wieder die Frage nach der Familienplanung auf.#wolke
      Bevor jetzt jemand fragt, ob man das nicht vorher abklärt: Ja, mein freund und ich haben in der Anfangszeit unserer Beziehung über Kinder gesprochen. wir waren einer Familie nicht abgeneigt – aber irgendwann halt. Ich hab vor ihm eigentlich nie Kinder haben wollen, wollte Karriere machen. Aber mit ihm wurde das dann anders. Bei so einem Gespräch kam auch raus, dass seine Ex nach der Trennung schwanger war, aber abgetrieben hat, weil die beiden viel zu jung waren. Nachdem wir 3 Monate zusammen waren, bestand kurzzeitig mal der Verdacht, dass ich schwanger sein könnte und er fand das viel weniger schlimm als ich. Er meinte, er könnte sich keine besser Mutter als mich für seine Kinder vorstellen und wenn es so wäre, würden wir das gewuppt kriegen. Aber es war halt falscher Alarm.

      So, nun hat er sich vor 1,5 Jahren selbständig gemacht und arbeitet unermüdlich, also so richtig viel, was ich auch ok finde, so ist das halt bei Handwerkern, ich kenne das ja nicht anders. Aber jetzt kommt halt seit bestimmt einem Jahr immer wieder die Frage nach der Zukunft auf. Mein Freund hat privat keine bestimmten Pläne sagt er. Beruflich trifft er sofort Entscheidungen, aber privat tut er sich total schwer.
      Wenn er erst mal in Situationen reingeworfen wird, findet er sich damit schnell zurecht.
      In mir wächst der Kinderwunsch schon länger und wir haben da schon öfter jetzt drüber gesprochen, aber wir kommen zu keiner Einigung.

      Manchmal sagt mein Freund, er denkt mit Ende 30 vielleicht mal über Kinder nach, dann bespaßt er die Kinder von Freunden, dann sagt er, dass Kinder noch zu viel Gewusel sind, er das finanziell nicht hinkriegt, er was erleben will (mag Urlaub aber gar nicht und arbeitet ja rund um die Uhr) usw. um dann zu Freunden zu sagen, dass er sich damit abfinden/anfreunden könnte, wenn es jetzt halt passieren würde durch einen Unfall (das sagt er aber nicht zu mir, nur zu Freunden). In seinem Freundeskreis hätte er gesehen, dass der Kinderwunsch nie von den Männern ausging, sondern immer von den Frauen, dass sich die Männer aber im Nachhinein damit haben anfreunden können.

      Aber er will einfach meine Argumente für eine frühere Mutterschaft als Ende 30 nicht hören und kann den Wunsch nach einem Kind halt nicht nachvollziehen. Er ist so unentschlossen, manche männliche Freunde sagen, er ist einfach ein Schisser (sorry, für das Wort) und bekommt kalte Füße, wenn es ernst wird und er sich entscheiden muss. Mit seiner extrem harten Schale würde er den sensiblen Kern schützen wollen.

      Ich habe nun eine Möglichkeit, erst mal je nachdem wie es mein Zeitpensum neben der Arbeit erlaubt, eine lukrative Nebentätigkeit im Finanzsektor auszuüben. Sollte das gut laufen und mir Spaß machen, stehe ich nach einiger Zeit vor der Entscheidung, mich damit selbständig zu machen und mehr Geld zu verdienen als heute.
      Meine Idealvorstellung (ich sage extra meine) wäre, ich arbeite erst mal weiter in der Festanstellung, mache die Arbeit im Finanzsektor nebenher und bekomme in der Zeit, in der ich noch hier in der Firma bin, ein Kind und pausiere ein bisschen, bis ich dann meinen Job kündigen und auf selbständiger Basis die andere Arbeit machen kann, mit freier Zeiteinteilung. Das funktioniert bei einer Freundin mit Kleinkind z.B. sehr gut.
      Ich will ihm meinen Plan nicht aufs Auge drücken, auch kein Kind andrehen, nur um das direkt klar zu stellen, aber ich frage mich, wie ich mit meinem freund auf einen Nenner kommen kann. Kompromisse gibt’s in dem Thema ja nicht und ich kann mir inzwischen ein Leben ohne Kinder nicht mehr vorstellen. Er versteht aber nicht, dass ich kein Kind mit irgendwem haben will, sondern ein Kind mit ihm! Ist das für Männer nicht ein Kompliment? Aus dem Grund würde eine Trennung wegen des Kinder-Themas mein Herz brechen, weil ich ihn über alles liebe. #gruebel
      Guter Rat ist da teuer schätze ich… ich hätte nie gedacht, dass wir uns bei diesem Thema mal so uneinig sein würden. :-(

      • (2) 22.07.13 - 11:27

        Hallo

        Erklär deinem Freund doch mal das mit der weiblichen Fruchtbarkeit. Mit Ende 30 sinkt auch so langsam die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft. Nachher stehst du da möchtest Kinder und es klappt nicht mehr. Das würde ich ihm vllt. mal näher bringen.

        Ansonsten erzähl ihm wie du dir das vorstellst und frag ihn einfach nochmal nach Kindern. Sag ihm ruhig, dass du weißt was er seinen Freunden gesagt hat.

        Gruß

        (3) 22.07.13 - 11:32

        Bin ich froh, dass mein Mann und ich uns immer so einig waren. :-p Aber lass dir von einer Frau, die seit über drei Jahren erfolglos versucht, ein Baby zu bekommen sagen: es klappt nicht immer alles nach Plan.

        Du willst dich wirklich evtl. selbstständig machen? Also ich kann mir nicht vorstellen, beides gleichzeitig auf die Reihe zu bekommen. Zumindest nicht die ersten Jahre. Ein (Klein-)Kind bedeutet viel Arbeit und das mit dem Selbstständig machen ist ja auch so eine Sache... von dem her wäre dein Plan, während der Festanstellung noch "schnell" ein Baby zu bekommen, durchaus vernünftig. Wenn nur dein Freund mitspielen würde... und du kannst ihn halt leider nicht dazu zwingen. Er ist ebenfalls sein eigener Chef und das bedeutet viel Stress, Ärger und Sorgen. Ich kann schon verstehen, dass die Familiengründung da absolut unvorstellbar ist.

        Mein Mann hat seit knapp einem Jahr auch einen Job, der ihm viel, viel Zeit kostet. Unsere Beziehung bleibt auf der Strecke, wir haben nur den Sonntag zusammen. Und den auch nicht immer, wenn mal ne Veranstaltung ist (Motorradladen, d. h. im Sommer viele Events). Wir können uns gerade auch nicht vorstellen, so ein Kind gemeinsam aufzuziehen. Da wir aber schon so lange ein Baby wollen, ist das Verschieben für den Job aber gar nicht zur Debatte gestanden. Nur wird mein Mann wohl nen neuen Job brauchen, wenn er seine Kinder auch mal sehen möchte.

        Ich arbeite wirklich gerne und hab´s auch schon relativ weit gebracht. Trotzdem war ich niemals scharf auf Karriere, ich wollte immer Familie haben, ein Haus und Hunde. Wenn die Karriere für dich aber immer wichtig war, musst du dir auch - unabhängig von deinem Freund - überlegen, ob du tatsächlich jetzt bereit bist und die Karriere mit der Selbstständigkeit auf Eis gelegt wird. Wenn du JETZT die Chance dazu hast, heißt das nicht, dass sie in 2-3 Jahren noch immer da ist. Und wer weiß, vll. bekommst du dann den Wunsch nach einem weiteren Kind...

        will heißen: wenn du Kind UND Karriere willst, musst du die Chance ergreifen, die dir gerade im Moment geboten wird. Und dass ist die Karriere, oder? Dein Freund ist auch noch nicht bereit dazu, also fügt sich doch alles...

        • (4) 22.07.13 - 11:48
          kariertes Maiglöckchen

          Ich muss dazu sagen, die Chance, sich selbständig zu machen im Finanzsektor besteht quasi immer. Man könnte es auch sein Leben lang nebenher machen, aber irgendwann rechnet sich das finanziell einfach, die Festanstellung aufzugeben. Aber Druck ist nicht dahiner...

          • (5) 22.07.13 - 11:55

            Hm, okay. Gut...

            Aber wie du deinen Freund überzeugen kannst, weiß ich leider trotzdem nicht. :-p

            Bei meinem Mann reicht es schon, im Kaufhaus auf ein paar winzige Babysöckchen zu zeigen und schon ist er hin und weg. Mit der Meinung, es wird sich schon alles regeln.

            Ich denke auch, dass dein Mann einfach wahnsinnigen Schiss hat. Wahrscheinlich weniger wegerm Baby, eher wegen eigener Firma + Geld. Da hilft wohl nur Reden, reden, reden... und mal ein paar Rechnungen, wie das mit dem Geld dann ausgeht. ;-)

            Viel Glück damit!

      Mein Frauenarzt sagte zu mir damals, dass die beste Zeit, um Kinder zu bekommen zwischen 20 und 30 liegt. Ich hatte mit 35 schon eine Risikoschwangerschaft.

      Beruflich hast Du Dir das gut durchdacht, von daher - ich kann mir kein Argument dagegen vorstellen.

      Er hat Angst vor dem, was kommt, das ist alles.

    • Mal davon abgesehen, dass bei einer SS bei über 35jährigen Frauen immer ein Risiko dabei ist (hab ich zumindest gehört), wäre es vielleicht für deinen Freund eine Entscheidungshilfe, wenn er sich vorstellt, wie es mit Ende 30 oder über 40 ist, ein Kind großzuziehen - wenn das Kind 18 ist wäre er vielleicht schon fast 60 - mit 60 möchte ich ja schon soweit sein, dass mein Kind komplett selbstständig ist (da ist meine Tochter auch schon 31 ;-)).

      Schwieriges Thema, wenn man so gar nicht auf einen Nenner kommt.

      Wie steht dein Freund denn zum Thema heiraten?
      Irgendwie hab ich das Gefühl, das er sich ein kleines "Hintertürchen" offen halten will.
      Und irgendwann will man (bzw. Frau ;-) ) doch auch mal einen Schritt weitergehen in der Beziehung, indem man eine Familie gründet.

      Ich würde nochmal versuchen ganz vernünftig mit ihm reden, das du dir ein Leben ohne Kinder nicht vorstellen kannst und wenn er das nicht möchte, mußt du halt gucken was du machst.
      So blöd es klingt, aber jetzt hättest du noch die Chance einen neuen Partner zu finden, der auch Kinder haben möchte.

      Jetzt hast du das Beste Alter, je älter man wird, umso schwieriger wird es.
      Und es ist ja nicht gesagt, das es sofort klappt.

      • heiraten will er nicht, sagt er.
        was für mich kein Problem wäre, weil ich heiraten auch nicht brauche. Ich finde heiraten auch eher unsexy...
        wobei man dazu sagen muss, dass er mir ja direkt nach 2 Monaten im Urlaub nen Antrag gemacht hat, den ich nicht ernst genommen habe, weil er recht lapidar war und ich das auch nach 2 Monaten total absurd fand. Heute sagt er, ich muss mir keine Hoffnungen mehr auf nen Antrag machen, ich hätte seinen ja schon mal abgelehnt. ich wäre an der reihe #rofl

        • Mein Mann hat nach drei Wochen einfach festgestellt "nächstes Jahr um die Zeit sind wir verheiratet". Ich habe erst gelacht und gefragt ob das sein Ernst ist, und er hat es ernst gemeint, im September haben wir unseren 10. Hochzeitstag.

          Finde ich fair dass er jetzt findet, dass Du dran bist mit Fragen, er ist schon mal dumm dagestanden und hat ja seine grundsätzliche Bereitschaft verdeutlicht.

    >>>Manchmal sagt mein Freund, er denkt mit Ende 30 vielleicht mal über Kinder nach<<<

    Mit Ende dreißig denkt er über Kinder nach, aber nur vielleicht, dann bist du auch Ende dreißig.
    Diese Aussage von ihm bringt dich keinen Schritt weiter. Was ist, wenn er sich dann, falls er darüber nachdenken sollte, gegen Kinder entscheidet?

    Dann ist es für dich zu spät.

    Bis dreißig sollte man sich über die prinzipielle Marschrichtung im Klaren sein, dann seid ihr mehr als acht Jahre zusammen und solltet wissen, wohin ihr wollt.

    Bis Ende dreißig auszuharren, zu warten, wäre für mich keine Option.

    Hallo!

    Bei dem Thema gibt es leider keine Kompromisse. Bis Ende 30 warten und dann will er vielleicht doch nicht ist ja sicher keine Option, denn wenn er sich dagegen entscheidet, dann müsstest Du Dich spätestens mit 30 trennen, auf die Suche nach einem neuen Mann machen, und hast dann gerade noch Zeit für eine angemessene Kennenlernphase, bis es wirklich zeit wird.

    daher würde ich ernsthaft über ein Ultimatum nachdenken - Kinder bevor Du 30 wirst oder Trennung. Nur auf die Art hast Du noch genug zeit.

    Mit Ende 30 ist deine Fruchtbarkeit schon zu deutlich auf dem absteigenen Ast, da kann Dir einfach die Zeit ausgehen, wenn es dann nicht sofort klappt, Auch das Risiko für gendefekte etc. ist wesentlich höher. und wenn Du vielleicht mehrere Kinder willst wird es dann endgültig zu eng.

    auch der Gedanke, dass man selber schon in Rente ist, bis die eigenen Kinder mit Ausbidung und Studium fertig sind ist nicht so toll.

    es gibt keinen Kompromiss - entweder Kinder oder nicht, und das mit einem klaren Zeitplan.

    hallo!

    das ist nun wirklich ein sehr unglückliches thema. :-(

    als mein mann anfing mit "vielleicht mal irgendwann" habe ich mich mit ihm hingesetzt und folgende dinge besprochen:

    - finanzplanung (mein mann hatte immer angst, dass es eng werden würde, wenn ich nur elterngeld bekäme oder ein kind uns millionen kosten würde #augen er brauchte eben schriftlich, wieviel ich bekomme, wieviel er hat, wieviel wir ausgeben, was voraussichtlich das kind kosten wird. das habe ich alles großzügig kalkuliert und es kam weit besser als erwartet).

    - freizeitplanung (da bleibt einem nur ehrlichkeit. ja, urlaube in der karibik sind am anfang mist und auch sonst geht es eben eher in den zoo als in die disco. das war für meinen mann gott sei dank nie ein problem, weil er eh kein partytyp ist)

    - wohnungsgestaltung (ist genug platz für ein kind? wann und wie und wo wird ein kinderzimmer eingerichtet? was ist im falle eines falles mit zwillingen?)

    - lebensplanung (beruflich, hochzeit, wohnsituation, wohnort eben alles, was geklärt sein sollte, bevor man kinder bekommt... wenn du unbedingt heiraten willst und er nicht, dann geht ihr vielleicht grundsätzlich in unterschiedliche richtungen...)

    - verhütung... tja, das war dann wohl unser knackpunkt. ich habe meinem mann gesagt, dass ich die pille absetze und wenn er sich gegen kinder entschieden hat, dann muss ER kondome kaufen und damit verhüten. ich gebe ihm ein jahr, hat er sich bis dahin nicht für ein kind entschieden, werde ich gehen, da ein leben ohne kinder für mich nicht infrage kommt.

    es hätte mir das herz zerrissen, hätte das das aus für unsere beziehung bedeutet, aber ich weiß, ich hätte es ihm den rest meines lebens vorgeworfen, hätte ich seinetwegen auf kinder verzichten müssen.

    mittlerweile sagt er, dass er einfach angst vor der veränderung hatte und sich nicht vorstellen konnte, dass er einen guten vater abgeben könnte (ist er aber #verliebt). er hatte einfach eine ganze reihe ängste, die ausgesprochen und "bearbeitet" werden mussten, bevor wir dann letztendlich nach einem jahr üben ein kind erwarteten....

    ich wünsch dir einen positiven ausgang für euch als paar und als künftige familie
    hopsdrops + emily + stopshops

    • (14) 22.07.13 - 13:30
      kariertes Maiglöckchen

      Hey,
      danke für deine konstruktive Antwort.
      wenn ich deine Punkte abarbeite spricht nix dagegen...
      - Finanzplanung: ich verdiene gut und Elterngeld wäre daher auch der Höchstsatz
      - Freizeitplanung: Er ist auch nicht der Partytyp, wir haben einen Freundeskreis mit vielen Kindern und die waren bisher nie ein Problem.
      - Wohnungsgestaltung: wir haben eine 100 qm Wohnung, wo ein Zimmer "über" ist, das habe ich früher als ich noch nebenher studiert habe, als Arbeitszimmer genutzt. Das brauchen wir jetzt quasi nicht mehr.
      - Lebensplanung: ich muss auch nicht zwingend heiraten. er sagt da selbst "vielleicht heiraten wir ja doch noch in ein paar jahren, wenn wir das gefühl haben, das zu brauchen oder wenn es um Absicherung geht"
      - Verhütung: ich nehme die Pille, ich hab mich noch nicht getraut, ihm so ein Enddatum zu setzen.

Ich habe jetzt zwei Mal Dein Posting nach dem handfesten Grund abgesucht, warum er jetzt kein Kind möchte. Den nennst Du entweder nicht, oder Du kennst ihn nicht und gibst Dich mit "jetzt halt nicht, später mal sehen" zufrieden.

Vielleicht möchte Dein Freund nicht einfach "mal so" ein Kind zeugen, ohne sich darum kümmern zu können. Du müsstest ja mit dem Kind wochentags alles alleine machen und er will sich vielleicht an den Wochenenden viel erholen, weil er so viel arbeitet.

Das könnte ich ehrlich gesagt schon verstehen.

Was ich nicht verstehen kann ist, dass Du nicht zu wissen scheinst, warum ein Kind für ihn jetzt nicht in Frage kommt.

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