Seit 4 T. in Tagesklinik. Ich bin mir nicht sicher ob es das richtige für mich ist, wann kommt das?

    • (1) 25.07.13 - 20:29
      MsUnwirklich

      Hallo liebe Urbianer!

      Wie ich schon im Betreff geschrieben habe bin ich seit 4 Tagen nun in einer Tagesklinik. Ich wurde dort eingewiesen wegen depressiven Episoden, aktueller Depression und eventuell noch mehr, ungeklärtes. Dort soll eine Diagnostik stattfinden und mich erstmal wieder fit machen für das Leben.

      Nun fühle ich mich dort leider nicht sehr wohl. Die anderen Patienten sind alle sehr nett, auch die Schwestern und Ärzte, aber ich habe ständig das Gefühl, dass alle anderen viel kränker sind als ich und ich dort eigentlich gar nicht hingehöre.
      Gut, ich hatte vor ca. 2 Wochen eine schlimme Phase, aber seitdem ging es auch wieder bergauf, die Klinik zieht mich momentan eher runter.

      Außerdem fühle ich mich meinem Tagesablauf beraubt bzw. vor allem Zeit mit den Kindern fehlt mir dadurch, dass ich erst abends heimkomme. Vorher war ich nur zu Hause seit ich krankgeschrieben bin und davor nur in Teilzeit berufstätig, ich hatte also immer mehr Zeit übrig als jetzt.

      Kann mir jemand sagen wie schnell man sich sicher sein kann ob man die richtige Therapieform für sich gewählt hat? Mir ist klar, dass ich Hilfe benötige, aber ich weiß eben nicht ob es die Tagesklinik für mich ist.
      Andererseits wüsste ich auch nicht wie es ohne Tagesklinik weitergehen sollte. Einfach nur krankgeschrieben daheimzusitzen und auf einen Psychotherapieplatz zu warten ist ja auch nicht das Gelbe vom Ei!

      Ich wäre dankbar für Rückmeldungen, ich weiß gerade nicht wohin mit meinen Gedanken und Gefühlen.

      MsUnwirklich

      • Hallo, ich war auch mal eine Woche in der Tagesklinik und habe es wieder aufgegeben, weil es einfach zu stressig mit Kind und Haushalt war. Es war mehr Belastung als vorher.

        In einer akuten Phase wäre es besser, wenn du dich vollstationär behandeln lässt. Ohne Kinder. Auch wenn du es dir nicht vorstellen kannst oder organisatorisch unmöglich ist, es muss sein. Schau, dass es nicht so weit kommt wie bei mir, dass es nicht mehr anders geht. Ich war ein halbes Jahr weg. Das geht auch schneller, wenn man nicht ganz am Ende ist.

        Ich war wegen Depressionen und schweren Schlafstörungen zuerst in der Psychiatrie, dort wurde ich medikamentös eingestellt und danach in einer psychosomatischen Klinik. Dann habe ich eine ambulante Therapie gemacht und auch inzwischen abgeschlossen.

        Es geht mir bedeutend besser, aber ob ich jemals wieder arbeiten kann, steht in den Sternen. Momentan bin ich als Hausfrau und Mutter mit einem kranken Kind vollkommen ausgelastet. War ich vor meinem Zusammenbruch auch, wollte ich nur nicht wahrhaben.

        Kannst mich gerne anschreiben, wenn du noch etwas wissen willst.

        Hallo!
        Oh, das klingt natürlich nicht sonderlich gut.
        Es gibt eigentlich in jeder Stadt Einrichtungen zur Seelsorge (ich weiß, der Begriff ist theologisch, aber es ist ja auch keine Psychotherapieeinrichtung, eher eine Beratung). Meine Mama hat das mal in Anspruch genommen als sie auch auf einen Therapieplatz gewartet hat während ihrer Depressionen. Man kann da wohl 3-6 Sitzungen wahrnehmen und es sind ausgebildete Therapeuten, die dir dort helfen, dir zuhören. So hättest du wenigstens eine Konstante bis zur Therapie. Meiner Mutter hat das sehr geholfen, für sie war eine Klinik auch keine Option.

        Ich wünsch dir von Herzen alles Gute!

        hi!
        Ich war auch schon 3 x in einer Tagesklinik, damals war es okay für mich.

        Aber ich bin inzwischen soweit, dass ich genau auf mein Bauchgefühl höre. Dein Bauchgefühl sagt Dir etwas Negatives, dass Du Dich dort unwohl fühlst..dein Kopf sagt, alles toll, nette Patienten, nette Ärzte und sei froh, dass Du diesen Platz bekommen hast...

        Aber es ist nicht stimmig, und daher mein Tip: höre darauf. Dann ist das nicht der richtige Ort zur richtigen Zeit. Wenn Du Dich zuhause wohler fühlst und von dort dann aktiv nach einer ambulanten Therapie suchst, dann ist das Dein Weg.

        Und es muss Dir auch nicht unangenehm sein, dass in der Klinik Deinem Arzt auch zu sagen. Du bist damit kein "Therapieverweigerer"... (sowas wurde mir mal von einem Arzt an den Kopf geworfen, als ich mich weigerte, ein neues Medikament weiterzunehmen, das starke Nebenwirkungen verursachte).

        Und sollten alle Stricke reissen und es Dir zuhause zu schlecht gehen, gibt es immer noch die Option stationär zu gehen, oder wieder in eine TK.

        Liebe Grüße !

        #liebdrueck

      • >>>die Klinik zieht mich momentan eher runter.<<<

        Das halte ich nicht für unnormal. Vielleicht solltest du etwas mehr Geduld aufbringen.

        Ich glaube, nach 4 Tagen fühlt sich jeder noch unwohl. Du bist wahrscheinlich noch gar nicht richtig angekommen. Gib dir etwas Zeit...

        Da die Diagnostik noch gar nicht abgeschlossen ist, kannst du gar nicht wissen, ob die anderen kränker sind als du.

        Ich würde sagen, wenn du nach 6 Wochen immer noch nicht angekommen bist, ist es vielleicht doch nicht das richtige.

      Hallo MsUnwirklich,

      Ich kann dir nur aus meiner Erfahrung berichten, dass mit zur Zeit meiner depressiven Episode ein stationärer Aufenthalt ziemlich geholfen hat und die anschließende tagesklinische Behandlung überhaupt nicht.

      Auch bei mir waren alle Leute sehr nett und trotzdem hatte ich das Gefühl, dass meine Depression deutlich weniger wiegt, als die Probleme der Menschen die mit mir da waren. Das Spektrum reichte von Kriegstraumata bis hin zu Vergewaltigungen und ich dachte: "Du mit deinen Alltagsproblemen hältst dich lieber zurück, die Anderen haben das hier viel dringender nötig als du!"
      Allerdings stellte ich nach und nach fest, dass viele im Kern dieselben Probleme hatten. Sich selbst nicht Wert zu schätzen oder als unverzichtbar zu sehen oder sich durch die Taten die man vollbringt zu definieren. Das habe ich erst im Laufe gelernt und ich war wirklich lange in der Klinik (insgesamt 6 Monate). Ebenso die Tatsache, dass viele auch von meinen Erlebnissen und Erfahrungsberichten profitieren konnten. Das war während des stationären Aufenthalts, wo ich abgeschnitten von der Aussenwelt war und mich nur auf meine aktuellen Probleme konzentrieren konnte.

      Während der Tagesklinik hate mich der Berufsalltag wieder eingeholt, ebenso der Haushalt und vieles mehr. Ich hatte weniger Geduld mit mir selbst und wollte schnell vieles erreichen um wieder funktionieren zu können und mit den alltäglichen Erfordernissen trotzdem fertig werden. So funktioniert das jedoch leider nicht.
      Ich rate dir dich (auch wenn es nur für eine gewisse Zeit ist) dich vollstationär einweisen zu lassen, um dir selbst die Möglichkeit zu geben, an deinen Problemen ohne Ablenkung arbeiten zu können. Denn wenn du die ganze Zeit im Kopf hast, ob es deinen Kindern gut geht oder ob du ihnen gerecht wirst, hast du nicht die Kraft dich um deine zentralen Probleme mit dir selbst zu kümmern.

      Ich habe durch die Therapie in der Station auch viele Mütter (teilweise mit über 3 Kindern) kennengelernt, die sich die Zeit genommen haben um an den Problemen zu arbeiten. Also es ist nicht unmöglich.

      Falls du Fragen hast kannst du mir auch gerne per PM schreiben.

      Viel Glück und Kraft
      Moire

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