Kinder? In Amerika sind sie willkommen

    • (1) 29.07.13 - 22:54
      sternchen....+

      Kinder? In Amerika sind sie willkommen
      In den USA gibt es kein Kindergeld, kein Elterngeld, keine geförderten Kitaplätze - trotzdem machen Mütter dort eher Karriere und
      bekommen mehr Kinder als Mütter hier.

      Bis zum 1. August 2013 sollen in Deutschland über 100.000 neue Kinderbetreuungsplätze geschaffen sein.
      Willkommen im Kinderparadies Deutschland! Jetzt wirft die Bundesregierung den Eltern einen neuen Knochen hin: Sie hat versprochen, dass bis zum 1. August jedes Kind zwischen einem und drei Jahren Anspruch auf einen Betreuungsplatz hat. In der Hoffnung, dass mehr Kitaplätze mehr Kinder produzieren. "Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutz des Staates", so steht es im Grundgesetz. Diese Fürsorge ist dem deutschen Staat einiges wert, insgesamt mehr als 200 Milliarden Euro. Doch Eltern (und Kinder) lassen sich einfach nicht kaufen.
      In den USA gibt es kein Kindergeld, keine Elternzeit und keinen geförderten Kitaplatz. Kinderkriegen ist hier ganz klar Privatsache. Das geht schon vor der Geburt los. Selbst Amerikanerinnen, die krankenversichert sind, müssen einen Teil der Schwangerschaftsvorsorge selbst zahlen. Und nicht nur vor der Geburt, auch danach müssen Mamas (und Babys) für sich selber sorgen. You are on your own, baby! Die USA sind das einzige Industrieland, in dem es bis heute keinen gesetzlich garantierten, bezahlten Mutterschutz gibt. Wer in größeren Firmen arbeitet, bekommt maximal zwölf Wochen Mutterschaftsurlaub - unbezahlt.
      Für Ganztagsbetreuung müssen Eltern in Amerika - je nach Ausstattung und Lage - durchaus 10.000 Euro im Jahr hinblättern. Damit ist Kinderbetreuung teurer als die Studiengebühr an vielen öffentlichen Universitäten. Wer sich keinen Kindergarten- oder Krippenplatz leisten kann, teilt sich eine Tagesmutter mit anderen Familien. "Nanny-Sharing" heißt das Modell. Kosten pro Stunde: etwa zehn bis zwölf Dollar für zwei Kinder. Für die Kosten kommt nicht der Staat auf, sondern es zahlen die Eltern. Trotzdem haben amerikanische Frauen mehr Kinder als deutsche. Und amerikanische Mütter machen eher Karriere als deutsche. Warum nur?
      Vielleicht, weil Kinder einfach dazugehören. Weil sie keine Störfaktoren sind, sondern Normalität. Eltern mit Kindern werden gerne als Mieter akzeptiert. Im Restaurant bringt der Kellner selbstverständlich Hochstuhl und Wachsmalstifte an den Tisch. Buchläden und Leihbüchereien bieten kostenlose Vorleseprogramme an. In jeder größeren Stadt gibt es Museen für Kinder.
      Kinderfreundlichkeit sei durchaus ein Faktor, der den Trend zur Familie in den USA zumindest mit erklärt, bestätigt der US-Demografie-Experte Carl Haub. "Für Amerikaner hat Familiengründung einfach einen anderen Stellenwert. Es ist eine Mentalitätsfrage. Kinder zu haben, ist etwas Positives."

      Hier bei uns in Deutschland ist Kinderkriegen dagegen offenbar vor allem eins: ein Problem. Menschen müssen dazu überredet werden, Kinder zu bekommen, denn Kinder sind anstrengend, ein Karrierehindernis, ein Kostenfaktor und eigentlich kaum zumutbar. Das Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung hat kürzlich eine Studie mit dem Titel (Keine) Lust auf Kinder? vorgelegt. Darin präsentieren die Experten Daten und Zahlen über die Einstellung der Deutschen zu Kindern: "Nicht einmal die Hälfte (45 Prozent) der kinderlosen Deutschen zwischen 18 und 50 Jahren glaubt, dass sich ihre Lebensfreude und ihre Zufriedenheit verbessern würden, wenn sie in den nächsten drei Jahren ein Kind bekommen würden." Für Kinderlose ist der Job am wichtigsten, gefolgt von Freunden, Freizeit, Partnerschaft. Und: Immerhin acht Prozent aller Deutschen möchten nicht, dass Menschen mit vielen Kindern in ihrer Nachbarschaft leben. Da, wo es viele Kinder gibt, werden sie vor allem als laut und störend wahrgenommen.
      Manchmal genügt schon ein Bummel durch die Wohnviertel einer beliebigen deutschen Großstadt, um zu sehen, was Kinder wert sind: Im Sandkasten auf dem Spielplatz liegen zerbrochene Bierflaschen. Die Sporthalle der Grundschule ist seit zwei Jahren baufällig und deshalb unbenutzbar. Im Supermarkt passt der Zwillingswagen nicht durch die Kasse, und niemand hilft der Mama beim Einpacken der Milchtüten und Tomatendosen. Beim Überqueren der Straße wird das trödelnde Kleinkind angehupt. Im schicken Café an der Ecke darf der Dreijährige die Toilette nur benutzen, wenn er vorher eine Bio-Rhabarberschorle konsumiert hat. Und draußen an den Baum pinkeln ist natürlich auch verboten, denn der ist für die Hinterlassenschaften der Möpse und Cockerspaniel der Stammkundschaft reserviert. Der Tierschutzbund hat in Deutschland mehr als 800.000 Mitglieder, der Kinderschutzbund 50.000. Willkommen im Kinderparadies?
      Vielleicht geht es beim Kinderkriegen am Ende gar nicht so sehr ums Geld und die um Rundum-sorglos-Kinderbetreuung. Vielleicht geht es einfach darum, dass wir stinkende Windelbabys, brüllende Kleinkinder und vorpubertäre Achtjährige nicht als Störfaktoren sehen, sondern als das, was sie sind: Zukunft.

      • dann wander doch nach amerika aus, wenn du deutschland so kinderunfreundlich findest. mir als mutter gefällt es hier und ich halte deutschland für sehr kinderfreundlich.

        (3) 29.07.13 - 23:09

        Amen.

        Warst du schon mal in Amerika? Schon mal gemerkt, dass der normale Durchschnittsamerikaner dumm gehalten wird? Sie denken überhaut nicht zukunftsorientiert, sondern leben nach dem Motto 'alles wird schon gut gehen'. So funktioniert ein Deutscher nicht. Du kannst eben Äpfel nicht mit Birnen vergleichen.

        Ahja

        Und was ist die Quintessenz ?

      • Wenn du schon Artikel kopierst, dann nenn doch bitte wenigstens den Autoren.

        http://www.zeit.de/gesellschaft/familie/2013-07/kinderbetreuung-usa-deutschland-vergleich

        Grüße!

        #winke

        Ja, es ist wirklich toll, dass es in Amerkia keinen bezahlten Mutterschutz gibt, keinen gesetzliche Krankenkasse, keine oder wenig Hilfe für Alleinerziehende oder Eltern allgemein.

        Aus dem Grund geht es ja allen Amerikanern auch immer so gut wie es die Medien (Film und Fernsehen) zeigen.

        Doch dass jeder 6te Amerikaner (insgesamt 46 Millionen) als arm gilt...keine Krankenkasse hat und dass auch viele Kinder davon betroffen sind....das schreibst du nicht.
        Auch nicht, dass das staatliche Schulsystem dermaßen schlecht ist...dass jeder der es sich auch nur in geringstem Maße leisten kann, Abstand davon nimmt und seine Kinder in Privatschulen schickt.

        Ich weiß nicht warum diese Kinder für dich Zukunft bedeuten, wenn sie diese in ihrem eigenen Land nicht mal haben. Besonders die schwarze Bevölkerung nicht...und auch nicht die Latinos.

        Von Karriere (auch nicht der der Mütter...die meist nicht mal nen Job haben...von Ausbildung ganz zu schweigen) keine Spur!

        LG
        Eichkatzerl

      • (7) 29.07.13 - 23:50

        Ich frage mich wenn die amerikaner keine Krankenversicherung haben

        1: Was passiert wenn eine person dort einen verhkersunfall hat wird dem jenigen im Krankenhaus geholfen?? oder nur wenn diese Person es sich leisten kann?

        2: Was wenn ist wenn eine Person aus der Familie operiert werden muss? wie finazieren die das?

        3: frag ich mich wie viel die wohl zahlen wenn sie im Krankenhaus ein Kind zu Welt bringen.

        • Die Familie muss Schulden aufnehmen...so einfach ist das.

          Oder: Es wird nur das Nötigste gemacht. Auch viele nötige Therapien finden nicht statt, weil die Familien es sich nicht leisten können.

          Wir haben hier in der Nähe (in Burgau) ein sehr angesehenes Therapiezentrum für neuronale Schäden.

          In diesem Zentrum werden jedes Jahr kostenlos Kinder aus den USA behandelt (das zahlt eine Stiftung) weil es sich die Familien dort nicht leisten können und es keine staatliche Hilfe gibt.
          Und das in nem Industrieland!

          Ich habe von einem Fall gelesen (der Mann war sogar versichert...was nicht selbstverständlich ist) bei dem sich ein Mann 4 Finger abtrennte. Die Versicherung war aber nur bereit das Annähen von 2 Fingern zu zahlen...alles andere wäre zu teuer. Der Mann durfte sich aussuchen welche.
          Was hälst du davon?

          Es gibt da ne tolle Doku drüber:
          Sikko...von Michael Moore.

          Wenn du das gesehen hast...willst du nie mehr in Amerika leben!

          LG

          (9) 30.07.13 - 00:03

          Ich antwortr dir mal

          also unfall opfern die es sich nicht leisten können werden einfach liegen gelassen bis sie halt sterben.

          Oh ja, da mache ich auch mit!

          1. Man verschuldet sich! Bei einem Notfall muss das Krankenhaus den Verletzen annehmen. Manchmal kann man Ratenzahlung mit dem KH ausmachen, wenn man sich die Raten nicht leisten kann bleibt nur ein Darlehen, Kredikarten und am Ende Bankrott anzumelden. Viele Familien verlieren nach so einem katastrophalen Ereignis ihr Haus, Auto, Job... super, gell!

          2. Siehe Antwort 1. Wenn es sich nicht um einen Notfall handelt muss das Krankenhaus den Patienten nicht aufnehmen und nicht behandeln.
          Man stelle sich einen alltaeglichen Fall vor: du entdeckst einen Leberfleck der etwas komisch aussieht. Machst dir ein wenig Sorgen und entscheidest dass es die $150 fuer einen Arztbesuch wert ist. Der Arzt raet dir zu einer Biopsie, die aber $2000 kostet, die du mal nicht so eben uebrig hast. Also warten viele einfach ab.... wenn sie dann mit Hautkrebs diagnostiziert werden ist es haufig im fortgeschrittenen Stadium...
          Bei anderen Sachen wie Leistenbruch, Blinddarm wartet man einfach bis es sich so verschlimmert das es ein Notfall ist.... dann muss das KH einen behandeln.

          3. Meine ambulante vaginale Geburt mit einer Hebamme hat etwa $8000 gekostet vor 6 Jahren. Ich habe in einem kleinen KH ohne Neugeborenenstation entbunden (das kostet extra), ohne Schmerzmittel (man muss sowohl die Schmerzmittel als auch den Anaesthesisten zuzsaetzlich zahlen) und hatte keinerlei Komplikationen. Die durchschnittlich normale Geburt kostet in meiner Stadt etwa $15.000, KS etwa $30.000.
          Ich war krankenversichert als meine Tochter geboren wurde und musste etwa $800 aus eigener Tasche zuzahlen.

          Ich bin jetzt immer noch krankenversichert (privat, weil ich nicht mehr arbeite) und die private Versicherung wuerde keine Kosten fuer SS-Vorsorge oder Geburt uebernehmen. Wir nehmen es also sehr genau mit der Verhuetung!

          Ich habe letztens noch mit einer Bekannten gescherzt dass momentan wohl kostenguenstiger waere einen Flug nach London zu bezahlen und mich im KH von Catherine einzuquartieren sollte ich ohne Versichrungschutz schwanger werden...

      Ich kann nur den Kopf schütteln..

      Warum sind sooo viele mit Kindern überfordert? Fahren zur Kur? Fühlen sich ausgelaugt?

      Warum häufen sich Trennungen? Ziehen Partner sich oftmals nach der Geburt zurück?

      Ach so, weil Kinder die Zukunft sind! Na dann streichen ab morgen die Krankenkassen die Kuren, Arbeitgeber sichern alle Teilzeitregelungen zu usw..

      Ein wenig Tunnelblick... Ja, ich würde mich freuen, wenn nicht jede Frau aus Sozialromantik oder Fortpflanzungstrieb Kinder blauäugig in die Welt setzt.

      Mutter zu sein ist ein anspruchsvoller Job, da man Verantwortung trägt, für die Versorgung, früh die Erziehung, usw. . Und ja, hierbei spielen Lebensumstände und Finanzen auch eine Rolle. Warum Sind Arbeitgeber oft nicht flexibel? Weil Mütter es ebenfalls nicht sind. In Frankreich gehen Mütter nach 3 Monaten wieder arbeiten, in anderen Ländern nach 6 Monaten. In Deutschland ein Unding, das arme Kind!! Warum? Weil die Mütter sich finanziell an der Versorgung beteiligen. Fremdbetreuung ist undenkbar. In anderen Ländern sind Aupairs an der Tagesordnung. Nur bei uns nicht, da muss die Mama daheim bleiben. Das ist unser Weltbild. "Ich setze doch kein Kind in die Welt, um anderen Menschen die Erziehung zu überlassen." Höre ich ständig.

      Und ja, das Erziehungshilfe hat sich geändert. Wir beteiligen Kinder an jeder Entscheidung. Möchtest du dies oder das? Mal im Ernst, ich bin und war nie genervt von Kindern, sind das, was wir alle mal waren. Aber das Problem stellen die Erziehungsberechtigten dar. In den meisten Fällen zumindest. Kinder haben nicht den Verstand eines Erwachsenen, brauchen Orientierung und auch Grenzen, sollen Kommunikation lernen usw.. Ich bin auch oftmals genervt bei Kindern, die sich unmöglich benehmen, aber nur, weil Eltern dies oft ignorieren. Konflikte sind halt unbequem.

      Und ja Finanzen gehören dazu. Warum stellen oftmals Frauen die Frage, von welchem Amt, welche Zuschüsse zu bekommen sind? Ach ja, weil Finanzen unwichtig sind, Kinder sind ja die Zukunft. Da ist egal, wieviel Geld zur Verfügung steht, wenn die Beziehung scheitert. Hauptsache die Welt ist Rosa und wir werden toleranter...

      Es gibt kaum noch Beziehungen, die ein Leben lang halten. Selten, das ist Fakt. Dass alleinerziehende Frauen hart ums Überleben kämpfen müssen, ist auch Fakt.

      Also ich kann diesen Ansatzpunkt in keiner Weise nachvollziehen.

      Es muss natürlich überlegt werden, wer die Femdbetreuung finanziert, denn die Kosten sind hier nicht wenig und die Einkünfte nicht so hoch im Rahmen einer normalen Beschäftigung.

      Ich würde mir wünschen, dass mehr Kinder überlegt gezeugt werden und nicht aus reinen Launen oder Gefühlen heraus.. Ein Kind ist kein Spielzeug, sondern das wertvollste Gut, was wir besitzen können.

      Meine Meinung..
      LG, Anne

      (12) 30.07.13 - 00:03

      Schonmal überlegt dass es dort mehr Kinder gibt weil dort mehr Menschen leben?

      Wenn in einem Land 10 Mio Leben und in einem anderen 1 Mio ist es doch klar das in dem 10 Mio Land mehr Kinder kommen als in dem kleinen;-)

    Warum hast du nicht gleich ein paar Antworten auf diesen Artikel mitkopiert?

Hast du eine Ahnung wie viele Kinder in den USA von Armut betroffen sind und in welchen Verhältnissen sie leben müssen? Ich schon. Ich habe erlebt, wie Halbwüchsige sich gegenseitig abknallen. In manchen Gegenden erleben sehr viele ihren 21. Geburtstag nicht. Die Medallie hat immer zwei Seiten.

VG

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