Ich erkenne meinen Mann nicht wieder!

    • (1) 06.08.13 - 09:48
      tränentier

      Hallo in die Runde!

      Seit gestern Abend bin ich etwas hilflos.
      Also mein Mann und ich hatten am Sonntag einen kleinen Streit (nichts wildes, ging um unsere Tochter und den Haushalt)

      Ich bin dann ohne Aussprache ins Bett gegangen und für mich war dann am Montag alles wieder gut.
      Ich habe auch meinen Mann gefragt ob alles gut ist und ihm gesagt das ich ihn liebe.

      Mittags habe ich ihn bei der Arbeit angerufen, wegen der Abendplanung, da wirkte er am Telefon schon so matt/desinterssiert (wie am Morgen auch schon).

      Gestern kam er spät von der Arbeit 20:00 Uhr.
      Da hatte ich gerade unsere Tochter zu Bett gebracht, danach fragte ich ob ich was kochen soll, er wollte aber nichts essen.

      Als ich fragte ob alles gut ist sagte er, er wäre einfach müde und setzte sich auf den Balkon, da habe ich ihn auch gelassen und habe meinen Kram erledigt.

      Nach 20min. wollte ich mal nach ihm schauen und sah wie er da sitzt und die Tränen nur so flossen. (das ist sehr ungewöhnlich für meinen Mann, er zeigt sonst nur wenig bis garkeine Emotionen).
      Ich war ganz aufgelöst und fragte was ist, ob es mit Sonntag zusammenhängt, aber er sagte nur er wüsste es nicht und er sei einfach nur total platt.
      Dann sagte er ich solle ihn bitte alleine lassen...

      Habe ich auch gemacht und mich total unwohl dabei gefühlt.
      Um zehn habe ich dann gefragt ob er mit ins Bett kommt, da liefen noch immer die Tränen!

      Er kam dann auch und schlief recht schnell ein, als der Wecker heute klingelte stand er direkt auf und erledigte den den Schriftverkehr am Computer.
      Ich habe ihm Kaffee gebracht und gefragt ob es besser geht, Nein!

      Was mach ich denn jetzt?
      Er ist immer der starke in unserer Beziehung!

      Heute Abend sind wir mit meinen Eltern zum Essen verabredet, ich habe gefragt ob ich es absagen soll, da er doch so platt ist....Er sagt nein wir machen das.

      Ich bin total überfordert mit der Situation!
      Wie soll ich mich verhalten?

      Mit lieben Worten und Umarmung habe ich es schon versucht!
      Natürlich habe ich auch Hilfe angeboten!

      Ich hatte gehofft, dass nach einer Nacht alles wieder gut ist!

      Ja, ich lasse mich immer gleich aus der Bahn werfen und beziehe alles auf mich (weiß ich schon und ist auch Thema mit meiner Therapeutin)

      Danke fürs lesen!

      • Ich würde die Verabredung mit Deinen Eltern absagen, es sei denn, Dir ist es Recht, euer Problem dort zu thematisieren. Sonst musst du nämlich so tun, als ob nichts wäre.

        Euer Streit scheint nur der Auslöser für die Trauer Deines Mannes zu sein. Was genau dahinter steckt, weiß natürlich nur er.

        Ich würde ihm sagen, dass Du zutiefst verunsichert bist und gerne wissen möchtest, was dahinter steckt. Mach' ihm klar, dass es unfair von ihm ist, Dich in diesem ungewissen Zustand zu lassen und dass Du so das Schlimmste vermutest, was Dich fertig macht. Da könnte ja sonst etwas dahinter stecken: eine Krankheit, ein Trennungswunsch, ein Fremdgehen, eine Depression von ihm, und und und.

        • (3) 06.08.13 - 10:56

          Ich würde das Essen auch lieber absagen, ich weiß auch, dass mein Mann sich so sehr zusammenreißen kann das niemand was merken würde.
          Doch das halte ich für keine gute Idee, wenn er doch eh schon so gestresst ist.
          Da sollte er sich doch besser zu Hause erholen.
          Aber er sagt ich soll nicht absagen!
          Soll ich trotzdem?

          • (5) 06.08.13 - 14:19

            Kann man nicht auch mal ohne den Partner irgendwohin gehen?
            Warum müsst ihr unbedingt zusammen hingehen, so nach dem Motto beider oder keiner.
            Du könntest ihn bei Deinen Eltern entschuldigen und sagen, dass es ihm nicht gut geht, a ist es ja schließlich auch.

            (6) 06.08.13 - 20:10

            wenn man so heult und so fertig ist, dann ist man nicht nur gestresst und kann sich auch nicht zuhause am besten erholen wo man sowieso nicht alleine ist.das geht vielleicht mal hier und da ein paar stündchen, aber nicht dauerhaft.

            dein mann ist total am ar*** und das wird seine gründe haben.sowas kommt nicht von heute auf morgen, warum hast du also nie was bemerkt?

            wenn ich dein mann wäre würdest du mir mit deinem getue momentan die luft nehmen...

      Oh je, kann dich da sehr gut verstehen. Ich glaube mich würde das auch sehr mitnehmen. Ich war vor ein paar monaten auch noch so, das ich ALLES auf mich bezogen habe. Sobald mein Partner schlecht drauf war, habe ich sofort die Schuld bei mir gesehen.

      Doch so ist es nicht. Er war wirklich manchmal total ausgepowert und wollte einfach seine Ruhe haben. Ich habe laaaaaange gebraucht bis ich damit umgehen konnte. Aber irgendwann hat es wirklich geklappt. Nach einiger Zeit kam dann sogar mein Partner auf mich zu und erzählte mir was los war in der Arbeit oder wenn ihn sonst was beschäftigte.

      Männer erzählen eigentlich nie von sich aus was los ist. Die machen das oft mit sich selber aus und als Frau denkt man ¨Oh gott, was habe ich nur falsch gemacht. Oder er liebt mich nicht mehr. ¨ Und lauter so Sachen.

      Ich glaube nicht, das dein Mann ein Problem mit dir hat. Da ist irgendetwas passiert, was ihn tierischt aus der Bahn geworfen hat oder er ist wirklich absolut erschöpft. Was arbeitet denn dein Mann?

      Ich weiß es ist total blöd, wenn man nur gesagt bekommt ¨Lass mich in Ruhe¨ Aber so schwer das ist, lass ihm diese Zeit. Er muss nachdenken. Wie war denn eure Grundstimmung vor dem kleinen Streit am Sonntag?

      LG Nancy

    (12) 06.08.13 - 11:38
    Allesnichtsoeinfach

    Stress auf der Arbeit oder oder.
    Ich denke der Streit war der Auslöser,das er angefangen hat über eure ehe nachzu denken,und vielleicht an einem punkt ist,wo er einfach nicht mehr kann!?!

    • Sehr weit aus dem Fenster gelegt.

      Vor einigen Monaten war ich psychisch echt angeknackst, es gab einen kleinen Zwist, ich war 1-2 Tage noch angefressener und irgendwann polterte alles raus. Ich heulte Rotz und Wasser, konnte gar nicht mehr aufhören und erst Recht konnte ich es nciht erklären.

      Lass dir aber gesagt sein: Beziehungsprobleme gabs nicht.

Hallo

Irgendwie kein gutes Zeichen. Ich hoffe, das hat nichts mit eurer Bez. zu tun. Wenn er sich so zurück zieht, denkt er über etwas nach und irgendwas ist ihm bewusst geworden. Es scheint eine größere Kiste zu sein. Wie war eure Beziehung in letzter Zeit? Hast du seine Liebe gespürt? Die Männer in meiner Abteilung haben auch sehr viel zu tun, viel unterwegs, Druck vom Vorstand, Auslandsreisen usw. Aber man merkt, dass sie privat glücklich sind in ihren Familien, sie sind trotz allem ausgeglichen und zufrieden.

Bedränge ihn nicht. Männer brauchen manchmal Zeit und Raum bevor sie reden können. Sag ihm, dass du ihm Zeit gibst und wenn er bereit ist zum Reden, bist du da.

Kopf hoch

Hallo,

ich denke er hatte einen Nervenzusammenbruch.

--Bei einem Nervenzusammenbruch handelt es sich um eine umgangssprachliche, unpräzise Bezeichnung für einen psychischen Ausnahmezustand, meist nach traumatischen Erlebnissen, wie z. B. Unfällen, Naturkatastrophen oder Todesfällen, aber auch als Folge von lang anhaltendem, zehrendem Stress aller Art mit fortgesetztem Burnout.--

Als Folge lang anhaltenden Stress...das trifft doch bei euch zu. Vielleicht war der Streit nur der kleine Tropfen der das Fass zum Überlaufen gebracht hat, wer weiß, ich würde ihm einfach noch etwas Zeit geben. Vielleicht erholt er sich von alleine, vielleicht braucht er aber auch Hilfe.

LG
MIlka

(16) 06.08.13 - 12:23

Also, ich habe ihn ja gefragt ob es wegen dem Streit oder unserer Ehe ist....
Er sagt nein!

Als er ins Bett gekommen ist, hat er auch kurz meinen Arm gestreichelt....
Ich hoffe doch nicht, dass es doch wegen unserer Beziehung ist.:-(

  • (17) 06.08.13 - 21:18

    Bei mir leuten da Alarmglocken. Aber gewaltig. Ich hatte das gleiche in grün. Es MUSS ja nicht das gleiche sein, aber es hört sich sehr verdächtig an. Mein Tipp:

    Zieh dich zurück!!!

    Je mehr du ihm jetzt zeigst, wie sehr du ihn liebst, desto weiter wird er sich von dir distanzieren.

    Meiner hatte auch geweint, gesagt, er hätte auf Arbeit zu viel Stress -hatte er auch- aber weil er mit seinen Gedanken nur bei mir war und wusste, dass er sich trennen wird und wie sehr es mich verletzen wird. Auch er meinte noch, er liebt mich und es hat wirklich nichts drauf hingedeutet. Folglich powerte ich in ihn rein, war für ihn da, nahm ihm alles ab, wollte nur, dass er sieht, dass er es "gut bei mir" hat. Resultat: Er verließ mich. Jetzt -einige Zeit später- kann ich es nachvollziehen, wie es ihm damals ging. Und dadurch, dass ich den Fehler von meiner Seite bemerkt habe und mich viel viel nachgedacht habe (und auch viele Fehler nach der Trennung gemacht habe), habe ich -so hoffe ich- die Kurve gekriegt. Und das hat er -obwohl wir kaum Kontakt haben- irgendwie mitbekommen.

    Nachdem nun seit der Trennung nichts weiter von ihm kam, kam er nun langsam aus sich heraus und auf mich zu. Ich habe Hoffnung, dass wir es nochmal packen. Aber sowas brauch Zeit. Glaub mir, ich hab den Mann abgöttisch geliebt und dementsprechend gelitten - das ging unter keine Kuhhaut. Weil ich emotional abhängig war. Und wenn ich deinen Text so lese, find ich mich mit meinem damaligem Verhalten total wieder.

    Daher mein Tipp, geht er auf Distanz - mach du es ebenso.

    Es muss natürlich nicht so sein, aber es kann.

    Alles Gute

Wenn jemand so weint.... dann frag ich doch nicht am nächsten Tag "Ist alles wieder gut."

#gruebel

Wie soll das denn gehen? Über Nacht? Ein paar Tränen und alles ist wieder gut?
Hab ich noch nie so erlebt...

Da wird es schon ordentlich rattern im Kopf Deines Mannes.

Und ich glaube ehrlich gesagt schon, dass es was mit Dir zu tun hat. Sonst hätte er doch sicher gesagt: Mach Dir keine Sorgen, es hat nichts mit Dir zu tun.
Vor allem, wenn er von Deinem Problem weiß.

Also ich würde ihm sagen, dass Du gerne reden würdest, wenn er soweit ist.

(19) 06.08.13 - 13:16

Ich kann die Situation aus Sicht Deines Mannes verstehen, weil ich selbst diese abgrundtiefe Traurigkeit kenne, in denen die Tränen nicht mehr zurückzuhalten sind. Es braucht dazu nicht immer einen aktuellen Anlass.

Ich bin in keinster Weise depressiv, aber die letzten Jahren haben mir den Rest gegeben.

Du solltest auch bei Deinem Mann etwas genauer hinschauen und nicht nur die naheliegende Vergangenheit in Dein Denken einbeziehen. Manchmal staut sich über Jahre hinweg soviel auf, dass sich das ein Ventil sucht. Mir tut das Weinen sehr gut und ich weine eigentlich nur, wenn ich alleine bin. Ich habe das Gefühl mit den Tränen fließen auch ein paar Sorgen aus mir raus, hinterher bin ich immer völlig erschöpft. Am nächsten Tag habe ich noch diese Traurigkeit in mir und dann sage ich mir, dass ich mich so leicht nicht unterkriegen lasse und packe die Dinge neu an.

Manchmal kommt soviel zusammen! Bei mir war es der plötzliche Verlust meines Vaters, der Arbeitsunfall meines Mannes, der ihn letztendlich den Beruf kostete und uns unser Haus, dann die Krankheit unseres ältesten Sohnes, von der wir erst in den nächsten Jahren erfahren werden, wie sie ausgeht. Dann starb noch meine Schwiegermutter und für mich immer Ersatzmutter ganz unerwartet und ein halbes Jahr später hat mich mein Mann betrogen.

Letzteres hat mir den Boden unter den Füßen weggerissen. Für mich war meine Familie immer der Halt und dieser Vertrauensbruch hat mir so unglaublich wehgetan, ich konnte das nicht auch noch einfach so wegstecken.

Jetzt kommen noch finanzielle Probleme hinzu und hätte ich meine drei kleinen Kinder nicht, dann hätte ich mein Leben schon längst beendet.

Ich hoffe nicht, dass es bei Deinem Mann so gravierend ist. Ich wollte auch nur sagen, dass es auch viele Kleinigkeiten sein können, die zu dieser tiefen Traurigkeit führen. Und manche Menschen machen das eben lieber mit sich selbst aus, das kann ich nachempfinden.

Eventuell sind seine Tränen ein Ventil und in ein paar Tagen / Wochen geht es ihm schon wieder besser. Er stellt vermutlich gerade alles in Frage, aber dabei kannst Du ihm vermutlich eh erstmal nicht helfen.
Sei einfach für ihn da, falls er reden möchte.

  • <<Ich wollte auch nur sagen, dass es auch viele Kleinigkeiten sein können, die zu dieser tiefen Traurigkeit führen.<<

    Bei dir waren das aber richtige Schläge und keine Kleinigkeiten :-(

    Gruss
    agostea

    • "Bei dir waren das aber richtige Schläge und keine Kleinigkeiten :-("

      Allerdings! :-(

      Ich hoffe, Sachen wie "wenn meine kleinen Kinder nicht wären, hätte ich mir schon das Leben genommen" sind inzwischen auch passé!!?? Nicht nur der Kinder wegen... :-(

      • Solche Tiefen musst du erstmal wegstecken können....ich hoffe, die Schreiberin hat Unterstützung im Umfeld etc. - denn alleine stelle ich mir das schwer vor.

        Hier und da haben wir alle Nackenschläge zu verkraften - aber wenn dazwischen kaum Luft zum aufatmen bleibt...Und das hier sind ja richtig dicke Dinger...

        • Das stimmt! Bei uns gibt es seit ein paar Jahren auch Einiges zu verkraften (ähnliche Dinge wie hier), aber wir haben uns und halten als Familie immer zusammen... ich habe so einen Satz bei uns glücklicherweise noch nie gehört.

          Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll... #gruebel Sich das Leben "nur" der Kinder wegen nicht zu nehmen... also wenn jemand an dem Punkt ist, das Leben um Seinetwillen nicht mehr weiterführen zu wollen, sondern nur deswegen, weil noch jemand da ist, der einen braucht... schrecklich. :-( Ich hoffe wirklich, diese Gedanken sind abgehakt. Die Kinder spüren sowas doch auch. ;-(

          • (24) 06.08.13 - 14:01

            Hallo,

            man sieht mir meine Traurigkeit nicht an. Im Gegenteil, ich bekomme als Rückmeldung immer wie gefasst und fröhlich ich wirke.
            Bei meinen Kindern bin ich mir nicht sicher, ob sie etwas spüren, aber vielleicht ja doch. Meine Tochter sagt mir alle zwei Minuten, wie lieb sie mich hat (sie ist aber auch noch sehr sehr klein) und meinem kleinen Sohn muss ich immer versprechen, dass ich niemals weggehe. Aber das können auch Phasen sein, da sehe ich keinen Zusammenhang zu meinem wahren Empfinden.

            Es wird schon besser werden hoffentlich. Warten wirs ab!

            Es hat gut getan, hier auch mal ein paar Sätze loswerden zu können.

            • Generell ist es wichtig, dass du drüber sprichst - und sei es "nur" in einem Forum. Egal. Hauptsache, du schreibst deine Gedanken und Gefühle nieder. Das kann manchmal reinigen und man reflektiert sich evt etwas besser, als wenn man mit seinen düsteren Gedanken alleine ist und sich im Kreis dreht.

              Ich kann dir aus eigener Erfahrung sagen: Es wird besser. Aber es dauert. Und man muss zulassen, mit seinem Schmerz, seinen Problemen etc. eine Weile zu leben und sich damit auseinandersetzen zu müssen. Das gehört zum Prozess dazu. Das ist wichtig. Auch wenns mürbe macht.

              Und es kommt der Tag, da wirst du merken: Bo....mein Herz ist ganz leicht...und dir wird es richtig gut gehen und dann wirst du sehen: Du hast es geschafft, du hast es verarbeitet, du kannst neu anfangen. Aber bitte in DIESER Welt!

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