Beste Freundin hält sich für was Besseres...

    • (1) 09.08.13 - 21:18

      Hallo zusammen,

      meine beste Freundin hält sich neuerdings für was Besseres. Deswegen sind wir in letzter Zeit oft in Streit geraten. Wir haben uns generell in den letzten Jahren in stark unterschiedliche Richtungen entwickelt. Doch da wir schon so lange befreundet sind, will ich das auch nicht einfach aufgeben.
      Wir sind nun beide Mitte 20. Ich habe studiert und wohne seit längerer Zeit eigenständig und seit zwei Jahhren mit meinem Freund zusammen und wir wollen bald heiraten und eine Familie gründen. Finanziell geht es uns, wie wohl den meisten die gerade fertig studiert haben, ganz gut, aber haben keine Rücklagen und müssen zudem Bafög zurückzahlen.
      Meine Freundin (25)hat eine Ausbildung gemacht und wohnt mit ihrem Freund (28)bei dessen Eltern. Sie müssen keine Miete zahlen und sich auch sonst nur so "wie es gerade passt" an den Ausgaben beteiligen, d.h. wenn sie mal einkaufen gehen. Nach eigenen Aussagen wird im Monat so viel gespart wie ausgegeben.

      Das ist ja auch alles gut und schön. Doch irgendwie kann sie nicht verstehen, dass andere Menschen auch ein bisschen auf ihr Geld achten müssen. Eine gemeinsame Freundin ist in einer ähnlichen familiären und finanziellen Situation wie ich und hat letztens geheiratet. Es war eine richtig schöne Feier, mit knapp über 100 Leuten. Ich finde auch nicht, dass man gemerkt hätte, dass irgendwo dran gespart wurde. Meine "beste" Freundin fand aber natürlich überall etwas zu meckern. Dies und das würde man ja so nicht machen und das ginge ja gar nicht.
      Mir wurde es dann irgendwann zu bunt. Ich weiß auch gar nicht, warum man den Tag nicht einfach genießen kann. Alles war ihr nicht gut genug. Vom Buffet (Menü muss es sein!), über die Deko (die passt ja gar nicht zum Restaurant) über die Frisur der Braut (muss das so?) war alles dabei. Und ich würde bei meiner Hochzeit dies und das ja auch nur machen um Geld zu sparen. Wir planen eigentlich unsere Traumhochzeit, aber egal, nur weil da nicht alles dabei ist, was sie braucht (z.B. einen DJ vor 17 Uhr). Sie könne sich das ja alles leisten. Ich habe versucht sie darauf aufmerksam zu machen, dass sie nicht soo reich ist, wie sie glaubt, dass das Leben mehr kostet als sie denkt, aber gut, wie soll ich ihr das erklären? Ich bin damals auch blauäugig mit ein paar Hundert Euro in die erste eigene Wohnung ausgezogen und musste schnell merken, dass das alles etwas mehr kostet.
      In dem Punkt fühl ich mich oft einfach nur missverstanden und alleine, weil wir irgendwie nicht die gleichen Lebenserfahrungen haben :-(

      Hinzu kam noch, dass sie und ihr Freund meinten, dass das mit den Kindern bei uns (bei mir und meinem Freund und auch bei dem Brautpaar) ja besser noch warten solle, da WIR ja noch nicht "mit beiden Beinen im Leben" stünden. Ich muss dazu sagen, dass mein Freund (32) und ich (24) beide an der Uni arbeiten und unsere Doktorarbeit schreiben. Aber auch danach geht es immer mit befristeten Verträgen weiter, da wir beide an der Uni bleiben wollen. Da sich das also in absehbarer Zeit nicht ändert, weiß ich nicht, worauf wir warten sollten. Zudem es an der Uni viele Begünstigungen (Elternzeitregelung, Kita, flexible Arbeitszeiten) gibt.

      Ich glaube, das große Problem ist, dass sie selbst immer gerne früh heiraten und Kinder bekommen wollte, ihr Freund nun aber nicht will, genauso wie er nicht ausziehen will. Ich habe den Verdacht, dass das alles nur aus Neid kommt und ich weiß nicht genau, wie ich damit umgehen soll? Hat vielleicht jemand ähnliche Erfahrungen??

      • (2) 09.08.13 - 21:28

        Hi :-),

        also MEINER besten Freundin würde ich all DAS definitiv ins Gesicht sagen....

        Das wäre also auch mein Rat an Dich !

        Lg, Pieda#winke

        (3) 09.08.13 - 21:34

        Also ich wundere mich, warum du das ganze Kommentieren deiner Freundin so herum interpretierst. Ne Freundin möchte halt auch mal lästern, dafür ist nunmal eine Freundin da. Warum lachst du nicht darüber und machst dezent mit?
        Es klingt alles von hinten bis vorne nach Zickerei, nicht aber nach einer ehrlichen Freundschaft.

        Einer gönnt dem anderen nichts und unterstellt ihm böse Absichten.

        Finde das kindisch und link.

        (4) 10.08.13 - 00:49

        Dich wichtigste Frage ist doch: Warum trifft es dich so? Du hast das doch ganz gut erfasst... Deine Freundin ist noch nicht da angekommen, wo sie gerne würde und deshalb kehrt sie Oberflächlichkeiten nach außen, die ihren Status quo aufwerten sollten.

        Ihr wisst doch, dass ihr beiden Akademiker später mehr Gehalt insgesamt verdienen werdet, als deine Freundin es je kann mit ihrer Ausbildung. Und der Freund wohnt noch zuhause... ich bitte dich...#augen

        Es wäre natürlich netter, wenn deine Freundin deine Entscheidungen unterstützt, aber sie muss nicht alles toll finden, was du machst. Und umgekehrt auch nicht.

        Mach dein Ding, erwarte von deiner Freundin zumindest, dass sie es toleriert. Und wenn sie was zu meckern hat und es verletzt dich, dann sag ihr klipp und klar, dass sie ihre Meinung bitte für sich behalten möge. Kritik ist nur erlaubt, wenn sie konstruktiv ist.

        Ein gute Freundschaft hält ein klares Wort aus.

        • (5) 10.08.13 - 08:01

          Hallo,

          ich finde deinen Beitrag gut.

          Allerdings stimmt das mit dem Geld bei Akademikern nicht immer. Aber vielleicht in der Gesamtheit. Keine Ahnung.

          • (6) 10.08.13 - 20:32

            Also, rein statistisch gesehen wirkt sich so ein Doktortitel schon finanziell aus. Frei nach dem Motto: Willst du gelten, mach dich selten.

        (7) 10.08.13 - 09:35

        <<Ihr wisst doch, dass ihr beiden Akademiker später mehr Gehalt insgesamt verdienen werdet, als deine Freundin es je kann mit ihrer Ausbildung<<

        Das stimmt so nicht und kommt auf das Studienfach an. Geisteswissenschaftler sind froh überhaupt einen Job zu bekommen und arbeiten oft was ganz anderes und werden gar nicht gut bezahlt. Ohne Auslandsaufenthalt in einem englischsprachigen Raum und zig Praktika und Erfahrungen hat man heutzutage kaum Chancen auf eine Position in einem guten interantionalen Konzern mit Aufstiegsmöglichkeiten. Spreche da aus Erfahrung

        • (8) 10.08.13 - 21:06

          Rein statistisch gesehen ist es immer noch so, dass Akademiker, zumal mit Doktortitel, die größten Chancen auf dem Arbeitsmarkt haben und die höchsten Gehälter kassieren.

          (9) 11.08.13 - 18:57

          So pauschal stimmt das nun auch wieder nicht. Statistisch gesehen, zahlt sich jedes Jahr mehr Ausbildung am Ende in barem Geld aus. Was "viel" oder "wenig" ist, hängt auch vom Maßstab ab - dann fängt ein Geisteswissenschaftler beispielsweise mit 3.500 brutto an, und das gilt als wenig, weil Ingenieure mit über 6.000 brutto anfangen. Auch unter Geisteswissensschaftlern gibt's da noch Unterschiede.
          Und selbst unter Geisteswissenschaftern sind die Arbeitslosenzahlen m.W. noch niedriger als unter Nicht-Akademikern. Allein schon, weil viele Trainee-Programme für Akademiker ausgeschrieben sind, egal, welches Fach studiert wurde.

    (10) 10.08.13 - 08:05

    Hallo,

    was verbindet dich mit deiner Freundin?

    Um die 20 herum habe ich meine etwas "verloren". Wir haben uns zu unterschiedlich entwickelt. Sie ist mir heute, fast 20 Jahre später immer noch wichtig und wie können noch lachen.

    Leider kann ich mit ihr nichts spannendes bereden und am Telefon höre ich nur Standart-bla-bla. Nach einem Gespäch lasse ich das Telefonat noch mal an mir vorbei ziehen und stelle nur Belanglosigkeit fest.

    Leider. Aber ich kann mit ihr herzlich lachen. Deshalb die 1. Frage an dich. Was gefällt dir an ihr oder an eurer Beziehung?

    (11) 10.08.13 - 11:43

    Mach mal die Augen auf: diese Person ohne Bildung, Manieren und Stil passt nicht zu Euch. Was willst du mit dieser hohlen Nuss?

    Gruß

    Manavgat

    (12) 10.08.13 - 12:40

    Danke für eure lieben Antworten.

    Mit ihr geredet habe ich schon. Aber unsere Meinungen gehen eben stark auseinander, wie oben beschrieben. Wir sind uns nur einig, dass wir uns nicht mehr gut verstehen und dass wir die Freundschaft aber eigentlich nicht aufgeben wollen.

    Ihr habt schon die richtigen Fragen gestellt: Warum trifft mich das so? Was verbindet mich mit ihr? Und warum bin ich gerne mit ihr befreundet?
    Ich glaube es trifft mich so, weil es wirklich meine längste Freundin ist und ich über die ganzen Jahre immer regelmäßigen (wöchentlichen) Kontakt zu ihr hatte. Ich versteh einfach nicht, wie es da passieren kann, dass man sich so auseinanderlebt. Das hätte ich einfach nie für möglich gehalten. Andere Freunde sehe ich teilweise Monate oder Jahre nicht. Und wir verstehen uns größtenteils besser, haben ähnliche Ansichten und Erfahrungen.
    Was mich mit ihr verbindet sind einfach die langen Jahre, in denen wir auf einer Wellenlänge waren, die ganze Pubertät, die ganzen "Jungsgeschichten". Und warum ich gerne mit ihr befreundet bin ist, dass ich weiß, dass ich sie im Notfall immer erreichen kann. Selbst wenn ich scheiße gebaut hab, hat sie immer zu mir gehalten. Eigentlich ist ja auch das, das was eine Freundschaft wichtig macht, oder? Ich würde mich auch immernoch an sie wenden. Im Moment gibt es nur irgendwie (Gott sei Dank) keine Notfälle und unser Alltag ist so verschieden, dass wir uns eben nicht verstehen oder uns die Themen ausgehen.
    Es ist nur aber schon so weit, dass ich glaube, dass sie sich mir gar nicht mehr anvertrauen würde. Ich glaube wirklich, dass sie Stress mit ihrem Freund hat wegen Ausziehen und Zukunftsplanung. Manchmal rutscht ihr da was raus. Nur dass sie sich das vor mir nicht eingestehen will, vermutlich aus Stolz, auch wenn ich nachfrage. Sie hätten noch nicht die perfekte Wohnung gefunden, bräuchten mindestens x Tausend Euro, weil so eine Küche wie wir sie hätten, würden sie ja im Leben nicht nehmen und so weiter. Da versteh ich manchmal echt die Welt nicht mehr, warum sie sich so vor mir profilieren muss.
    Ja, alles nicht so einfach. Ich glaube ich muss mich einfach an dem Gedanken gewöhnen, dass es im Moment nicht so läuft. Vielleicht findet man über die Jahre ja auch wieder zusammen oder eben nicht. Sie ist auch wie eine Schwester für mich, weil wir uns wirklich seit dem Sandkasten kennen und zu denen bricht man ja auch nicht einfach den Kontakt ab.

    • (13) 11.08.13 - 17:40

      Hallo,

      Ich kann dich verstehen. Ich kenne meine einzige beste Freundin seit der Grundschule. Leider mussten wir damals aus dem Ort wegziehen und wir sahen uns die letzten Jahre mal mehr, mal weniger. Aber in all den Jahren ticken wir immernoch ähnlich. Das heisst wir sehen uns und es ist als wäre keine Zeit vergangen. Wenn du dieses Gefühl nicht hast, dann ist das auch nicht mehr die Freundschaft die man als Kind hatte. Auch wenn man sich lange kennt, von Kind zum Erwachsenen ändert sich viel und wenn man sich entwickelt kann dies auseinander gehen. Bei meiner Freundin und mir hat sich nichts geändert.

      Wenn ihr schon öfter darüber gesprochen habt und ihr euch nicht mehr wirklich nah seit, dann ist es besser die Freundschaft etwas einschlafen zu lassen.Ihr habt euch beide verändert und passt nicht mehr zusammen.

      Ihr hattet eine schöne Zeit zusammen, solange das noch gepasst hat. Das ist auch etwas wert.

      LG Sonja

(14) 10.08.13 - 21:31

Hallo!

Ich glaube, als ich 24 gewesen bin, hätte ich lieber Dein Leben geführt als ihres.
Du wirkst zufrieden und hast klare Vorstellungen - bewahre Dir das.
Sie wirkt unzufrieden, so wie Du sie beschreibst. Ich denke, dass Eure Freundschaft irgendwann im Sand verlaufen wird, das ist halt manchmal so...

Alles Gute auf Deinem Weg!

(15) 11.08.13 - 19:16

Nicht mit einer einzigen Person, aber mit verschiedenen zusammen genommen.
Ich habe da auch aussortiert.
Die Freundin, die selber nicht arbeitet, als Einzelkind aber von Mama, Papa und Ehemann verwöhnt und hofiert wird, mietfrei bei den Schwiegereltern wohnt und kein anderes Thema als ihre Neuerwerbungen kennt - Kontakt reduziert. Nicht wegen ihrem Lebensstil, sondern der Art, damit umzugehen.
Eine andere Freundin, die eine Ausbildung gemacht hat, erzählt mir auch gerne, dass ich als Studentin ja gar nicht richtig am "echten" Leben teilgenommen habe, sondern im Elfenbeinturm gesessen und realitätsfern vor mich hinstudiert habe. Ich habe ihr dann mal auseinander gesetzt, dass ich in puncto "mit wenig Geld lange auskommen" und "mies bezahlte, befristete, undankbare Jobs machen" sehr viel mehr Erfahrung habe als sie, die mit einem relativ komfortablen Ausbildungs- und Einstiegsgehalt und einem überstundenfreien 9-to-5-Job (ebenfalls mietfrei bei den Schwiegereltern) wirklich keine Ahnung von Existenzängsten oder 60-Stunden-Wochen samt Nachtschichten hat. Seitdem ist das Thema durch und sie merkt höchstens an, dass Geisteswissenschaften doch eigentlich überflüssig sind - kein Ding, kann ich kontern. Sie hat genug andere, gute Qualitäten, dass ich die gelegentlichen Diskussionen hinnehme.
Sei selbstbewusst, kontere, was dich ärgert, sei dir bewusst, dass sie neidisch ist und deswegen stänkert. Und wenn es dich zu sehr ärgert, schränk den Kontakt ein oder brich ihn ab. Du bist nicht gezwungen, dich mit einer hohlen Hupe abzugeben. Such dir Leute auf deinem Niveau.

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