Hauskauf erst große Freude, nun große Frustration, Einsamkeit

    • (1) 21.08.13 - 09:44
      Rosenrot22

      Hallo,

      ich muss mich einfach mal ausheulen, heute ist wieder so ein bescheidener Tag.
      Wir haben vor knapp 2 Jahren ein Haus gekauft, das Haus an sich ist total schön , alles passt und das habe ich auch nicht bereut aber die Gegend, ich bin zwar hier in der Nähe aufgewachen in einem Mehrfamlienhaus aber es fühlt sich doch alles fremd an.

      Anfangs dachte ich noch das es sich legt, wir uns erst eingewöhnen müssen, aber ich finde einfach keinen Anschluss, wir haben drei Kids, die Große ok hat ihre Schulfreundinnen, die 2. tut sich auch schwer, die Kleinste ist 6 und hat schon mehrere Freundinnen gefunden, hier wohnen nur wenige Kinder, die Gegend ist schon älter und viele alteingesessene ist zwar kein Dorf, aber ähnlich.
      Aber auch die Mütter sind so distanziert, ernst , spießig.
      Vorher haben wir in einem Mehrfamilienhaus gewohnt, da war alles gemischt, ältere Leute, Ausländer, junge Leute, ein Arzt und alle durch die Reihe waren super nett, man hat sich mal Kuchen gebracht, gegrüßt wurde immer, da war einfach Lebensfreude.

      Hier graben sie in ihren Gärten und putzen ihre Autos, läuft man vorbei und grüßt kommt nur ein kurzes kühles Hallo, langsam wird es mir auch zu blöd.
      Unsere direkten Nachbarn links und rechts sind zum Glück sehr nett, aber haben auch schon große Kinder.

      Habe die Kleine heute zur Schule gebracht, bin heim und kein Mensch auf der Straße, hier ist alles wie ausgestorben, ich werde schon langsam richtig depressiv und auch mein Mann bekommt es ab.
      Ich arbeite auf 400 Euro, aber auch das macht es nicht besser.

      Gestern war meine Freundin mit ihrer Tochter da und eine alte Nachbarin, ich war ein anderer Mensch, endlich mal wieder viele Kinder und Leben im Haus.

      Langsam spiele ich sogar mit dem Gedanken das Haus zu verkaufen, aber ich hoffe noch das es sich irgendwann besser.
      Kennt sowas jemand von euch?

      Gruß!

      • (2) 21.08.13 - 10:52

        Ja, das kenne ich.

        Wir haben vor vielen Jahren auf einem Kuhkaff gebaut ......war billig ..... und das stellt man sich so ruhig und romantisch vor. Es war die Hölle.

        Komische Menschen, komische Stimmung, leere Straßen, Einöde.

        Ich habe das nicht ausgehalten und wir haben wieder verkauft. Hat übrigens ewig gedauert bis wir das Haus los wurden ..... da wollte einfach keiner hin.

        Nie wieder.

        Hallo,

        und wenn Du versuchst, mal den ersten Schritt zu machen? Mal dem einen oder anderen ein Schwätzchen aufhalsen? Vielleicht zieht das ja?

        2 Jahre und sich noch immer nicht wohlfühlen - das würde ich auch überdenken. Was fehlt Dir denn genau? Der Kontakt zu den Nachbarn? Hast Du irgendwelche Interessen, die Du verwirklichen könntest? Ein Hobby, was Du ausbauen könntest? Versuch doch mal eine richtige Oase zu schaffen, die Deiner Seele gut tut. Neuen Garten anlegen, Pool aufstellen, Sauna in den Keller.

        Mich persönlich stört das jetzt weniger. Wir wohnen auch in einer alt eingesessenen Siedlung. Meist ältere Menschen, wenig Kinder. Unsere Nachbarn - bis auf die direkten - sind für mich auch komisch. Ich grüße, die grüßen, mehr auch nicht. Allerdings will ich das auch nicht, dass daraus mehr entsteht. Ich bin froh, wenn ich nix höre und sehe. Unsere direkten Nachbarn wohnen jetzt seit einem Jahr hier, sind noch jünger, haben zwei Kinder (auch schon 18 und 14 Jahre) und klingen ab und zu um mal ein Eis unseren Kindern zu geben oder Kirschen vom Baum. Wir quatschen mal 20 Minuten am Zaun. Dass da allerdings Einladungen kommen - nö.

        Unsere Freunde wohnen nicht in dieser Siedlung und wir sehen sie auch nicht regelmäßig. Trotzdem vermissen wir nichts.

        Unsere Kinder kommen vereinsamen trotzdem nicht. Schule, Kindergarten, Fussball und Kung Fu am Nachmittag. Ich arbeite auch 2 mal die Woche in der Innenstadt. Für mich ist das Action genug.

        LG
        Caro

        • (4) 21.08.13 - 12:08

          Hallo,

          in der Schule gibt es natürlich auch Verabredungen mit den Kindern, und auch mal ein Gespräch mit anderen Müttern, gestern war ich auch auf einen Kaffee eingeladen, aber irgendwie gibt mir das alles nichts, die Mütter hier sind alle schon viel älter, und die Interessen und Gesprächsthemen doch anders und sehr oberflächlich.

          Ich vermisse meine Freundin mit der ich mal quatschen konnte am Spielplatz hinterm Haus, die Nachbarn die meine Tochter geküsst hat weil sie sie so gern hatte, meine Schwägerin die ab und spontan vorbei kam.
          Einfach nette Menschen um einen herum, das ist hier nicht, alle ziehen eine Miene.
          Außerdem ziehe ich mich gerne schön an, mach mich mal schick, schminke mich aber da ist man auch gleich unten durch und wird angeguckt als ob man vom anderen Stern kommt #gruebel
          Hier gibts keinen Spielplatz wo sich Kinder treffen, man sieht keine Kinder alleine draußen immer sind die Eltern dabei sogar beim Kreide malen vor der Tür, es spielt sich alles im Garten ab, ich dachte das es leichter wird wir mehr Freiheiten haben mit einem Haus, aber ganz im Gegenteil wir hocken aufeinander und die Kinder müssen immer andere einladen damit jemand da ist, niemand kommt spontan alle sind ausgebucht.

          Ich glaube einfach das ich ein Stadtmensch bin, aber gut ändern kann ich es eh nicht mehr ich muss das beste draus machen.

          Gruß

          • Hi,

            irgendwie ist es aber schon logisch, dass sich mehr in den Gärten abspielt. Jeder hat ein Haus mit Garten. Im Garten stehen wahrscheinlich genug Spielmöglichkeiten - so wie bei uns auch. Warum sollte man auf einen Spielplatz gehen? Anders in einem Mehrfamilienhaus. Hier hat man eine Wohnung, evtl. mit Balkon. Die Kinder wollen raus. Also geht's auf den Spielplatz. Dort kommen dann alle zusammen, die eben keinen eigenen Garten haben. Zwangsläufig sitzen hier die Eltern dabei und man kommt ins Gespräch.

            Im eigenen Haus kommen zwar auch die Kinder aber eben ohne Eltern. Weil man was im Garten z. B. zu tun hat oder im Haus. Geht mir auch nicht anders. Mir ist es auch lieber, wenn die Kinder alleine da sind und ich nebenher was machen kann. Das ist allerdings nicht böse gemeint.

            Warum kann Deine Schwägerin nicht trotzdem vorbeikommen? Seid Ihr soweit weggezogen? Oder auch Deine Freundin?

            Das mit dem "Schick anziehen und Schminken" kann allerdings auch dazu beitragen, dass Du vielleicht erst mal unten durch bist. Ich z. B. gehe auch nicht ungeschminkt auf die Straße. In den Kindergarten oder zum Einkaufen bin ich auch "falsch" angezogen. Die meisten kommen so, wie sie gerade aufgestanden sind :-p.

            Möglicherweise - so wie ich auch - wirkst Du auf andere unnahbar und distanziert. Alleine von Deinem Auftritt. Vom ersten Blick her, kennt man nur die Optik, nicht aber den Menschen. Trotzdem wird man in Schubladen verpackt.

            Ich hab mal ein Experiment gemacht: Ich habe mir fest vorgenommen, einfach nur nett zu sein. Ich habe mein Lächeln schon morgens aufgesetzt und erst mal im Bus und in der U-Bahn alle angegrinst und meinem Gegenüber ein freundliches "Guten Morgen" zugeschmissen. Das habe ich echt den ganzen Tag über durchgezogen und siehe da, die Menschen reagieren vollkommen anders. Viel offener, freundlicher. Und weil ich so gut drauf war, habe ich spaßeshalber noch einen Kuchen gebacken und ein paar Stücke einem alten Ehepaar hier in der Siedlung gebracht. Die haben sich gefreut wie Bommel!

            Wenn Dir so viel dran liegt, mach doch mal ein Grillfest in Eurem Garten. Lade alle ein, bitte jedem was mitzubringen. So eine Art Siedlungsgrillen.

            LG
            Caro

      Hallo,

      Du hast Deine Erwartungen und Erfahrungen, die Du im Mehrfamilienhaus erlebt hast, in das neue Haus genommen. Und nun wird davon nichts erfüllt. Weißt Du, warum Menschen Einfamilienhäuser für sich kaufen? Damit sie ihre Ruhe haben.
      Die Nachbarschaft kann nicht Deine Erwartungen erfüllen, Umziehen ist zu teuer, also wechsle mal den Raum: Du kannst Hobbies nachgehen, Du kannst auch spontan mit einem Stück Kuchen zum Nachbarn gehen, Du kannst eine neue Sprache an der Volkshochschule lernen, Du kannst Dich regelmäßig mit Freunden treffen. Du mußt aktiv werden und nicht die Nachbarschaft.

      Die Mütter sind spießig? Aller sicher nicht. Geh auf die Leute zu, wenn man nur Hallo sagt, entwickelt sich kein Gespräch. Eine positive Bemerkung über den Garten, das Auto, das Haus usw. bietet doch einen Einstieg in ein Gespräch.

      LG
      Maria

    • Du schreibst, dass du eigentlich ein Stadtmensch bist und es nun nicht mehr ändern kannst. Als Stadtmensch hast du vielleicht die "Dorfromatik" etwas unterschätzt. Ich kenne das Dorfleben von dem Ort, in dem ich aufgewachsen bin und es ist sehr schwierig. Man muss sich sehr aktiv in das dortige Leben einbringen, da man ansonsten keine Kontakte knüpfen kann und immer als der Fremde wahrgenommen wird.

      Gibt es denn bei euch im Ort irgendwelche Vereine, Chöre, Turngruppen, Schwimmvereine, Reitvereine oder sonst etwas? Zu solchen Gelegenheiten kann man den anderen Einwohnern näher kommen. Auch Kirchengruppen, freiwillige Feuerwehren oder sonstiges sind hervorragende Kontaktbörsen. Auch wenn das Angebot nicht unbedingt immer den eigenen Geschmack trifft, muss man dann eben Prioritäten setzen, wenn man Leute kennenlernen will.

      Vielleicht kannst du deinen Kindern und dir ja auch Kontakte in Nachbarorten oder in der nächsten Stadt organisieren. Hier findet man vielleicht durch VHS-Kurse, Vereine oder Freiwilligendienste Kontakte. Klar muss man dann fahren, gerade auf dem Dorf geht es aber manchmal nicht anders.

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