Liebt ein Partner immer mehr als der ander...

    • (1) 14.09.13 - 15:10
      liebende

      Hallo,

      ich bin seit 1 Jahr in einer neuen Beziehung und total hin und weg von dem Mann. Wir wohnen seit 3 Monaten zusammen und sind auch sehr glücklich. Ich spüre ganz genau, dass er mich liebt, dennoch habe ich das Gefühl, dass ich ihn noch viel mehr liebe als er mich.

      Bei meinem Ex war es umgekehrt. Da hatte ich von Anfang an das Gefühl, er liebt mich mehr als ich ihn.

      Ist das immer so? Wie ist es bei euch?

      LG
      die Liebende

      • Nun, es ist schwer zu beurteilen, wie stark die Liebe des anderen wirklich ist.

        Du empfängst was er sendet, aber ob das so ankommt, wie es gemeint ist, weiss man nicht.

        Du bist nicht er, also kannst du gar nicht ganz genau wissen, wie sehr er dich liebt, und ob das "messbar" mit deiner Liebe auf einer Höhe ist.
        Und du hast vielleicht ganz andere Massstäbe für die Liebe als er.

        Also kann er dich sehr wohl genauso sehr lieben wie du ihn, aber du siehst das nicht.

        Herrjeh, schwer zu erklären, das.

        Hallo

        Liebe ist ein Gefühl und jeder Mensch empfindet Gefühle unterschiedlich ausgeprägt. Aber ich weiß was du meinst. In meiner Partnerschaft denke ich auch manchmal, mein Mann liebt mich mehr als ich ihn. Allerdings ist meine Liebe nicht zu beurteilen, dass kann auch keiner außer vielleicht der Empfänger. Solange sich der Gegenüber auch geliebt fühlt ist alles gut.

        Liebe Grüße

        Hi!

        Ich stimme vollkommen mit white überein.

        Und ich versuche mich mal an einem anderen Erklärungsversuch:

        Bei meinem Mann und mir ist es so, dass ich diejenige bin die ihre Liebe zu ihm ständig nach außen transportiert. Ich fliege ihm um den Hals, ich sage ihm ganz oft wie unglaublich sehr ich ihn liebe. Wenn er nicht da ist schießt mir ganz oft die Liebe ein und ich muss ihm das dann sofort sagen oder schreiben. Sonst habe ich das Gefühl dass ich platze vor Glück. Es muss also raus.
        Verstehst du was ich meine?

        Mein Mann ist da eher introvertiert. Er ist eher sparsam mit Liebeserklärungen und "Gefühlsaufwallungen". Und manchmal denke ich dann auch, ich liebe ihn mehr als er mich.
        Aber, seine Liebeserklärungen sind eben anders als meine. Er lässt mehr Taten sprechen. Für mich ist das dann nicht immer einfach zu erkennen. Vielleicht auch deshalb, weil ich vieles als selbstverständlich hinnehme. Was es aber gar nicht ist. Besonders klar wird mir das immer, wenn ich hier bei Urbia lese wie es anderen Frauen mit ihren Partnern geht.
        Manchmal knallt mein Mann aber auch etwas heraus, das mich sprachlos dastehen lässt. Er hat z..B. ein Lied über den Anfang unserer Liebe geschrieben. Gesagt hat er nichts davon. Als er letztens die Rohfassung des neuen Albums seiner Band zum Anhören mitgebracht hat,und ich dieses Lied gehört habe, bin ich fast nach hinten über gekippt...

        Lange Rede, kurzer Sinn:
        Jeder Mensch bringt seine Liebe anders zum Ausdruck. Mit "mehr" oder "weniger" hat das überhaupt nichts zu tun :-).

        Ein schönes Wochenende wünscht

        vam-pir-ella

      • Wie man Liebe quantifizieren will, erschließt sich mir nicht. Ich denke, dass so eine Aussage nicht viel Sinn macht, der liebt mehr, der liebt weniger...#kratz

        Aber es gibt Menschen, die mehr Angst vor dem Alleinsein haben, deren Selbstwert nicht dazu reicht, aus einer schlechten Beziehung auszusteigen. Es gibt meiner Meinung nach viele Menschen, die Angst vorm Alleinsein und Angst vor Unabhängigkeit mit Liebe verwechseln. Es gibt viele Frauen, die glauben, eine Liebe sei besonders "groß", wenn sie mit viel Schmerz, Selbstverleugnung und Opfern "erkauft" wird.

        Lieben diese Frauen "mehr" als ihr Partner?

        Wir Menschen sind schwach und haben oft Angst, sind oft voller Stress. Und oft verwechseln wir das und den ganzen Gefühlswirrwarr, der damit einhergeht, mit Liebe.

        Ich glaube es gibt in einer Beziehung zumindest imemr einen Part der mehr Angst hat den anderen zu verlieren. Ob das dann Liebe ist oder einfach die Furcht vor dem Alleinsein, keine Ahnung aber ein Ungleichgewicht besteht, ja. Einer will immer "mehr" als der andere.
        Denke ich.

      Ich hab immer gespührt wenn ich meinen Partner nicht so sehr geliebt habe, dass er mich mehr liebte. Die Typen hatten mich nicht 100% vom Hocker gerissen. Es war schön mit denen aber eben noch nicht "perfekt".
      Bei meinem Mann war dann ALLES anders. Ich war schon extrem verknallt bevor wir zusammen kamen und bin fast durch gedreht vor Liebe. Ich war auch das erste Mal eifersüchtig und habe auch gedacht ich liebe ihn mehr als er mich. Jetzt sind wir schon 13 Jahre zusammen und ich weiß das er mich sicher nicht weniger liebt. Ich war damals nur unsicher und ziemlich überrumpelt von dieser starken Liebe die ich zuvor nie empfunden hatte. Männer sind ja auch ein bisschen verhaltender indem wie sie ihre Liebe äußern.

      (17) 15.09.13 - 00:07

      Ich glaube das hat viel mit dem eigenen Selbstwertgefühl zu tun. Wenn man einen Menschen über sich selbst stellt, ihn auf ein Podest stellt, dann kann dieser Mensch einen noch so sehr lieben, man hat immer ein bisschen Zweifel daran.

      Das ist bis zu einem bestimmten Grad ganz normal relativiert sich meist im Laufe einer Beziehung. Bedenklich finde ich es, wenn Menschen sich wegen der Liebe selbstaufgeben und deren Leben ohne den anderen keinen Wert mehr hat. Das ist eine sehr kranke Form von Liebe. Sie ist erdrückend, einengend und zerstörerisch.

      Menschen mit einem gesunden Selbstwertgefühl lieben nicht weniger, aber sie verlieren sich selbst dabei nicht aus den Augen, achten darauf, dass ihre eingenen Bedürfnisse nicht zu kurz kommen und opfern sich nicht ständig nur für den anderen auf.

      VG
      Mateo

      (18) 15.09.13 - 09:21

      Meine Erfahrung ist, dass es insbesondere in einer langjährigen Beziehung sich ändern kann und soll. Unser Bedürfnis nach Nähe ist bei uns nicht immer gleich, manchmal brauche ich mehr Nähe, mein Mann mehr Distanz und dann wieder umgekehrt. Klar gibt es auch symbiotische Zeiten, aber die Normalität ist doch die Zeit, wo wir immer wieder auspendeln, wie viel wir zur Zeit vom anderen brauchen, um uns selbst zu spüren. Und die Liebe eines Menschen zeigt sich für mich nicht in Worten, sondern in Taten und im Umgang mit mir (und umgekehrt).

      • (19) 18.09.13 - 12:07

        Eine wirklich schwierige Frage.
        Ich habe in meiner Beziehung auch oft das Gefühl. Rational gesehen, ist das natürlich schwierig zu beurteilen. Man kommuniziert Liebe vielleicht anders, man hat evtl. mehr Angst den Partner zu verlieren usw. Es macht nicht viel Sinn, denn man kann es ja nicht empirisch messen. Aber auch wenn einem das völlig klar ist, verschwindet dieses Gefühl ja nicht automatisch. Naja, das Wichtigste ist doch aber sowieso, dass ihr zusammen sehr glücklich seid :)

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