Wir ziehen nicht mehr am selben strang

Hallo

Ich bin schon seit einiger Zeit unglücklich über unsere Beziehung. Wir sind 11 Jahre verheiratet und haben zwei Kinder, 3 und 6. Mein Mann arbeitet sehr viel und ist nebenbei noch Präsident eines Vereins, in der er eine hohe Verantwortung trägt. Die Arbeit ist für ihn sehr wichtig und gibt ihm ein gutes Selbstwertgefühl. Wir können uns auch einiges leisten, da er gut verdient. Leider ist er zuhause aber oft müde und gereizt, schreit die Kinder wegen Kleinigkeiten an und hat schlechte Laune. Wenn er mal auf die Kinder aufpassen soll, merke ich, dass es ein Müssen ist für ihn. Am Abend sitzt er oft noch zuhause in seinem Büro am Compi und macht irgendwas. Ich hocke dann halt vor dem Fernseher. Wir haben schon etliche Gespräche darüber geführt, dass ich möchte, dass er einen anderen Job sucht, denn es belastet unsere Familie. Aber er geht nicht darauf ein. Ich kann auf vieles verzichten, von dem wir haben, ich brauche das alles nicht, wichtiger ist mir, dass wir eine glückliche Familie sein können und eine gute Ehe führen können. Ist das zuviel verlangt ? Soll ich mich mit dem zufrieden geben, was ich alles habe?

>Wir haben schon etliche Gespräche darüber geführt, dass ich möchte, dass er einen anderen Job sucht, denn es belastet unsere Familie.<

Hast Du ihn auch mal gefragt was ER möchte, oder stand nur im Vordergrund, dass die Familie leidet und was DU möchtest?

Ja natürlich. Aber er weiss es ja selbst nicht. Wenn ich sage, er solle mal was für sich machen, dass er sich erholen kann, will er das auch nicht. Auf der eines Seite ist er unzufrieden mit sich und allem auf der anderen Seite, will er doch nichts daran ändern. Ich sehe einfach dass der strenge Job ihn kaputt macht, was ich ihm schon mehrmals gesagt habe und es macht nicht nur ihn kaputt sondern es leiden irgendwie alle, nur er scheint das nicht zu merken. Ich finde einfach, wenn man ein Ehepaar ist, dann muss man auch auf den anderen Rücksicht nehmen. D.h. er kann nicht einfach sein Job über alles stellen. Dann sind da noch die Kinder. Ja Kinder sind halt auch streng und es braucht Nerven! Es kann nicht sein, dass ihn der Job so auspowert, dass er für die Familie keine Kraft und FReude aufbringen kann. Oder liege ich völlig daneben?

"Hast Du ihn auch mal gefragt was ER möchte, oder stand nur im Vordergrund, dass die Familie leidet und was DU möchtest?"

Was bitte soll denn sonst im Vordergrund stehen? Laut der TE hat der Mann wenig Zeit und Nerven für / Lust auf seine Kinder. Ich finde, das ist schon ein Grund für die Frau, eine berufliche Neuorientierung vorzuschlagen, oder? Wenn der Beruf DER Grund ist und nichts sonst? Was soll der Mann sonst machen? Oder fändst Du es in Ordnung wenn er sich wenig kümmert und den Kindern gegenüber gereizt ist und grundlos aus der Haut fährt?

weitere 6 Kommentare laden

Ich kann gut verstehen das Dir das stinkt. Ich habe meinem Mann immer gesagt ich folge ihm überall hin und unterstütze ihn in allem aber ich möchte nicht das er einen Job annimmt der mich zur alleinerziehenden Mutter macht. Wir leben so jetzt auch sehr gut und mir ist es wichtig das wir als Familie leben und nicht jeder für sich. Aber das war alles von Anfang an klar und wir treffen Jobentscheidungen auch immer zusammen. So muss ich nicht mit Überraschungen rechnen und weiß auch mein Mann ist da meiner Meinung,

Ich würde Dir Raten ihm zu sagen das er am Familieleben teilnehmen soll. Die Zeit die ihr habt soll er sinnvoll mit euch nutzen und nicht genervt sein wenn er nach den Kindern gucken soll. Sucht zusammen nach einer Lösung. Vielleicht hat er schiss den Job zu wechseln? Vielleicht setzt Du ihn unter Druck und wird gerade deswegen bockig? Frag mal was mit ihm los ist das er keine richtige Lust auf seine Kinder hat. Frag ihn was er als Lösung vorschlägt aber sei selber auch Kompromissbereit #herzlich

War bei uns ähnlich-führte dazu dass er uns als Familie, auch an den wochenenden komplett ignoriert hat - war immer allein mit den kids- bei unternehmungen, spielplatz, bei den mahlzeiten etc.
Gestritten haben wir, wenn er mal da war viel, er war auch aggressiv mir gegenüber. Irgendwann bin ich gegangen- wollte er partout nicht, hat geweint und um ne chance gebeten- die konnte und wollte ich nicht mehr geben. War nach jahrelanger Eiszeit und Leid selbst eiskalt und die Gefühle für ihn weg. Im nachhinein wars für mich das allerbeste, bin mit meinem 2. Mann glücklich ohne Ende- vor allem fühl ich mich geliebt. Für die kids wars hart- aber für mich nicht mehr erträglich