Ungleichgewicht in der Eltern-/Kindbeziehung von Geschwisterkindern

    • (1) 18.09.13 - 15:34
      LieberAnonymHeute

      Hallo,

      ich möchter diese Frage gerne anonym stellen und ich hoffe das ist in Ordnung so.
      Primär richte ich mich an Eltern mit (fast) erwachsenen Kindern, die evtl. in eint ähnlichen Situation sind. Mein Posting könnt ihr gerne auch ins 'Familienleben' verschieben lassen.

      Die Situation ist folgende: Ich bin das älteste von 3 Geschwisterkindern. Die Mittlere kam mit einem schweren Herzfehler zu Welt und musste drei Monate vor dem ET per Kaiserschnitt geholt werden. Die Ärzte gaben ihr nur wenige Tage, versuchten trotzdem und auf drängen meiner Eltern eine OP, sie kämpfte ein halbes Jahr im Krankenhaus und überlebte - ein kleines Wunder. Ich war damals 4 und habe das natürlich nicht in vollem Maße mitbekommen.

      Heute ist sie 21 und hat zwischenzeitlich ein paar Probleme in der Entwicklung des Sozialverhaltens und eine leichte Form von ADS, die sich in der Pubertät verwachsen hat, gehabt, sich entegegen aller ärztlichen Meinungen aber normal und natürlich entwickelt, Abitur gemacht, ein Studium begonnen.

      Trotzdem ist sie in den Augen meiner Eltern immer das Sorgenkind, das kranke zerbrechliche Kind gewesen, dem jeder Wunsch von den den Lippen abgelesen wird, die nie für irgend etwas arbeiten musste, für jede Leistung hochgelobt wurde und auch finanziell viel stärker unterstützt wird - da meine Eltern ihr z.B. die Doppelbelastung Schule und Studium nicht zumuten wollen.

      Da sie, im Gegensatz zu uns anderen Schwestern, auch nie leicht Freunde gefunden hat, sind meine Eltern immer froh gewesen, wenn sie welche hatte und haben das starkt unterstützt - sei es mit Fahrdiensten, Geld für einen Urlaub, die Erlaubnis nachts lange draussen zu bleiben u.v.m.

      Ich habe da, vor allem in der Pubertät, sehr drunter gelitten, da ich mich immer zurück gesetzt, weniger lieb gehabt gefühlt habe und mich auch später im Studium geärgert, als ich ein Wohnungbudget von 250€ + staatliche Uni hatte und sie sich eine Wohnung aussuchen durfte, egal wie teuer (es waren dann 500€ + Gebühren für Privatuni), hauptsache sie fühlt sich wohl und hat Anschluss.

      Ich habe im Studium die Nächte durchgearbeitet, da ich mein Kindergeld an meine Schwester abtreten und mir meine Lebensunterhalt selbst verdienen musste.

      Irgendwann habe ich mich dann mit meinen Eltern an einen Tisch gesetzt und das Gespräch gesucht, weil ich nur noch wütend war. Das Ergebnis war, dass sie sich damals geschworen hatten, dass falls meine Schwester durchkommt, es ihr nie wieder an etwas fehlen soll.

      Ich kann das, jetzt als Mutter eines kleinen kindes, irgendwie verstehen und ich bin auch bereit, meine Schwestern weiterhin zu unterstützen.

      Mein größtes Problem habe ich aber damit, dass unsere jüngste Schwester auch darunter leidet. Sie ist mir recht ähnlich, ihr fällt die Schule leicht, der soziale Umgang etc. und empfindet sich ähnlich zurückgesetzt wie ich damals.

      Ich versuche schon, zwischen meiner Jüngsten Schwester und meinen Eltern zu vermitteln aber das Ganze ist eine blöde Situation einfach, für alle. Dabei ist es dann natürlich so, dass ich der jüngsten auch mal Geld zustecke, sie nachts rumfahre o.ä. um das auszugleichen, was mich damals so geärgert hat. Dabei will ich aber auch nicht, dass sich die Mittlere zurückgesetzt fühlt.

      Mit der Mittleren verstehe ich mich aber auch wirklich gut und möchte sie da nicht großartig mit reinziehen. Ich glaube, von den finanziellen Dingen weiß sie auch überhaupt nichts.

      Habt ihr Tipps, wie man die Situation zwischen meinen Eltern und meiner jüngsten Schwester (17) entspannen und klären könnte und wie man das Ganze für alle fair gestalten kann?

      Ich denke nicht, dass sie ihr Verhalten gegenüber der Mittleren ändern könnten.

      Gibt es hier Eltern, die etwas ähnliches erlebt haben?

      Danke schonmal

      • (2) 18.09.13 - 17:19

        Hallo,

        ich bin ein "Kind", daß ähnliches erlebt hat.

        Wir sind nur zu zweit. Mein Bruder und ich. Ich war immer pflegeleicht. Mein Bruder von Anfang an kränklich und ein Nachzügler. Hat sich dann aber auch gut entwickelt. Da ich eher ein ruhiger Mensch bin, habe ich in der Kindheit, allerdings sind wir altermäßig einige Jahre auseinander, viel zurückstecken müssen. Wenn ich einen Wunsch hatte und unsere Eltern sagten nein, dann habe ich das akzeptiert. Wenn mein Bruder einen Wunsch hatte, hat er so lange Theater gemacht, bis er bekam was er wollte. Auch das habe ich akzeptiert. Es war halt so. Ich habe mir da nie Gedanken drüber gemacht. Wir sind heute beide erwachsen, Beide Ü 40.

        Fast hätte ich vergessen, wie das damals war, wenn nicht unsere Eltern heute manchmal sagen würden, daß ich damals ziemlich "vernachlässigt" wurde im Gegensatz zu meinem Bruder.

        Nunja. letztendlich ist es so, daß mein Bruder ein paar sehr gute Jahre hatte. Auch beruflich. Dann ist er doch schwer krank geworden. Vielleicht hat er deshalb schon als Kind so gekränkelt, vielleicht war diese Krankheit damals schon angelegt? Keiner weiß es.

        Jedenfalls ist er natürlich auch heute wieder das Sorgenkind und Nummer 1 in der Familie. Er wird natürlich auch mehr unterstützt (auch finanziell). Ich habe aber kein Problem damit. Unterstütze ihn selber auch wo es geht.

        Wie ist denn das bei Eurer Schwester? Ist da wirklich nichts zurückgeblieben oder ist sie wirklich gesundheitlich schwächer als ihr?

        Versuch es der jüngsten Schwester so zu erklären. Daß sich Eure Eltern eben Sorgen machen, wegen der Krankheit. Irgendwann wird auch die jüngere Schwester das begreifen. Vor allem wird sie verstehen, daß Eure mittlere Schwester keine Schuld an der Situation trifft.

        Ich wünsche Euch dreien alles Gute.

        Ich glaube, ehrlich gesagt, dass wenn ich ein Kind hätte, das mit einem schweren Herzfehler zur Welt gekommen wäre, bei der Geburt um sein Leben gekämpft hat, 21 Jahre später immer noch mit sozialer Kompetenz und ADS zu kämpfen hätte, ich dann auch diesem Kind etwas mehr unterstützen würde - einfach weil es nicht die gleich Ausgangposition hat wie "gesunde" Kinder.

        Ich verstehe, dass du es als ungerecht empfinden magst. Aber ich weiß nicht, warum du dir anmaßt, irgendetwas zwischen deinen Eltern und deiner jüngsten Schwester "regeln" zu müssen. Warum du dein Kindergeld abgibst. Und warum du unbedingt meinst, dich für deine jüngere Schwester aufopfern zu müssen....

        • (4) 18.09.13 - 17:33
          LieberAnonymHeute

          Hallo,

          ich verstehe nicht, warum du als anmaßend empfindest, wenn meine Schwester mit einem Problem, das sie mit meinen Eltern hat, zu mir kommt und ich versuchen möchte da zu vermitteln? Zumal ich das gleiche Problem auch hatte.

          Das hat auch nichts mit aufopfern zu tun, ich bin eben ein paar Jahre älter und fest im Job, verdiene gute Geld und sie eben nicht. Wir haben soweit eine ganz normale große Schwester- kleine Schwester Beziehung, da hilft man sich eben gegenseitig.

          Was das Kindergeld angeht ist es eben so, dass meine Eltern nicht so viel Geld haben und hatten. Auch nicht unterdurchschnittlich, aber zwei Kinder im Studium und ein dritten zuhause zu finanzieren ist eben nicht einfach. Vor allem wenn das eine Kind unbedingt einen Studiengang machen möchte, der nur auf einer Privatuni angeboten wird.

          Es war nunmal so, dass ich mein Studium sehr gut hinbekommen habe und nebenbei arbeiten konnte, ohne die Noten zu verschlechtern und meiner Schwester das nicht zugetraut werden konnte.

          Ich hatte also mein eigenen Geld und konnte mich über Wasser halten, sie nicht.

          In einer Familie hilft man sich eben.

          • Ich verstehe nicht, was du eigentlich willst...???

            Deine Eltern können 3 studierende Kinder nicht finanzieren...was sollst du denn "vermitteln"?? Dass sie der kleinen Schwester mehr Geld geben (das sie nciht haben?) oder der mittleren Schwester weniger geben (was sie nicht können, weil sie dann nicht mehr studieren kann)?

            Warum kann deine kleine Schwester nicht auch ihr eigenes Studium finanzieren, wie du?

            #kratz

            • (6) 18.09.13 - 17:50
              LieberAnonymHeute

              Es geht hier doch nicht ums Geld!

              Es geht darum, dass sich die Kleinste zurückgesetzt fühlt. Sie ist traurig und versteht nich wirklicht, warum sie immer zurückstecken muss.

              Es ist ein scheiß Gefühl, wenn die eigene Schwester auf eine Privatuni geht, ein riesen WG Zimmer finanziert und eingerichte bekommt und die Eltern wöchentlich 200 km (ein Weg) fahren um für sie einzukaufen und dir gesagt wird, dass du dir ein möglichst billiges Zimmer suchen sollte, Möbel, Laptop etc selbst finanzieren musst und mehr oder weniger sofort einen Job haben musst, damit es überhaupt geht

              Und wenn du in den Semesterferien Nachtschichten am Fließband kloppst, während deine Schwester sich zuhause entspannt oder sich gesponserte 3 Wochen All Ink. auf Ibiza gönnt, das ist nicht schön.

              DA will ich vermitteln. Weil ich nicht das Gefühl habe, dass meine Eltern das mitbekommen. Zwischendurch dachte ich auch, dass ich einach blöd und ungerechterweise neidisch bin, aber meine Schwester belastet das ja genauso.

              In die Geldsachen mische ich mich nicht mehr großartig ein, da ich seit dem Studium eben finanziell unabhängig bin.

              • Dein Einsatz in aller Ehren...aber...

                Ich glaube, dass deine kleine Schwester, die 17 ist, zumindest im Ansatz verstehen kann, dass ihre herzkranke und sozial nicht ganz kompetente Schwester es einfacher hat als sie...hart, aber da muss sie durch...an deiner Stelle würde ich eher versuchen, meine Schwester so aufzubauen, dass sie ihr Studium (noch ist sie ja nicht so weit, oder?) irgendwann selbst schafft, dass sie versteht, warum sie (und du) zurückstecken müsst, dass sie dankbar ist, ihren Lebensweg frei, weil gesund und ohne Einschränkungen, gehen zu können...

                Ist es nicht auch DEINE Verletztheit, die hier etwas mitspielt? Bei all dem, was du hier aufführst, wie VIEL und wie TEUER und wie LUXURIÖS es die eine Schwester hat, klingt es fast schon, als würden deine Gefühle auch noch eine Rolle spielen...

                • (8) 18.09.13 - 18:19
                  LieberAnonymHeute

                  Hallo,

                  da ist, glaube ich, etwas falsch rübergekommen. Sie WAR herzkrank, ist es aber nicht mehr, sondern vollständig geheilt. Sie kann ganz normal leben, nimmt keine Medikamente und muss alle 5 Jahre zu einer Routine Kontrolluntersuchung.

                  Sie hatte eine sehr leichte Form vom ADS, die sich aber ausgewachsen hat und ebenfalls nie mit Medikamenten behandelt werden musste und auch einem normalen Bildungsweg in Regelschulen bis hin zu einem guten Abitur nicht im Weg stand.

                  Was die sozialem Kompetenzen angeht, sie ist da etwa 1,2 Jahre hinter Gleichaltrigen zurück. Sie ist später gelaufen als andere, hat später angefangen zu sprechen, ist später in die Pubertät gekommen und hat sich dementsprechen erst mit 14,15 wirklich für Jungs, Musik, Party etc. interessiert, was es ihr schwer gemacht hat mit den 'coolen Kids' mitzuhalten, bis sie etwa 17 war.

                  Sie führt heute also ein ganz normales, dem Alter entsprechendes Leben, wie alle anderen auch,frei, gesund und ohne Einschränkungen (abgesehen von dem Nachmittag in der Herzklinik alle 5 Jahre eben).

                  Natürlich spielen meine Gefühle hier auch eine Rolle, da ich ziemlich gut nachvollziehen kann, wie blöd sich meine jüngste Schwester fühlt.

                  Ich denke vielmehr, dass der "Schwur" meiner Eltern die größte Rolle dabei spielt, dass das eine Kind eben anders behandelt wird - was ich auch ein bisschen verstehen kann, wenn man bedenkt, dass Ihnen damals mitgeteilt wurde, dass ihr Kind nicht überleben wird und es eine medizinische Meisterleistung war, dass sie eine normale Entwicklung durchmachen konnte.

                  Wie gesagt, mir geht es nicht darum, dass ich materielle Werte vermisst habe, sondern darum dass es für die Geschwisterkinder nicht leicht ist wenn eines ganz anders behandelt wird.

                  • <<da ist, glaube ich, etwas falsch rübergekommen. Sie WAR herzkrank, ist es aber nicht mehr, sondern vollständig geheilt. Sie kann ganz normal leben, nimmt keine Medikamente und muss alle 5 Jahre zu einer Routine Kontrolluntersuchung.>>

                    Das ist ja eigentlich widersprüchlich...

                    Aber nun gut, das führt hier zu weit.

                    Ich bin auch das Kind, das zusehen musste, wie die anderen mehr bekamen. Mehr Liebe, mehr Verständnis, mehr Materielles...ohne dass einer krank, benachteiligt oder sonstiges war. Meine Eltern fanden mich wohl einfach weniger liebenswert, bedürftig, was weiß ich.... Ungerecht ist es, ja, aber das Leben ist nicht gerecht und meine Eltern haben mich trotzdem irgendwo geliebt, waren stotlz darauf, dass ich "Gehirn und Begabung" bekommen hatte, dass ich tough war, meinen Weg alleine gehen konnte. Auch sie waren nicht perfekt, konnten nicht alles sehen, lebten in ihren eigenen, Rahmen und ich denke, sie haben einfach ihr Bestes gegeben.

                    Wie gesagt, mach lieber deine Schwester stark, anstatt in Selbstmitleid und negativen Empfindungen zu verglühen - ich denke nicht, dass Eure Eltern Euch nicht oder weniger liebt - sie sind einfach nicht in der Lage, dieses Trauma der mittleren Schwester zu überwinden...Ihr beide seid intelligent und begabt, seid froh darüber - und nutze es richtig.

                    #winke

                (10) 18.09.13 - 18:40
                Hier immer so....

                Ich kann die TE sehr gut verstehen, ich war das mittlere Kind und ein drittes wäre gar nicht mehr gekommen, wenn ICH ein Junge geworden wäre.
                Mein kleiner Bruder hat immer alles bekommen, meine Schwester und ich mussten immer um alles kämpfen, wenn wir es denn dann überhaupt bekommen haben.
                Meinen Bruder schieben sie auch heute noch alles in den Allerwertesten, und egal was er sagt und macht, es ist immer alles ganz toll.

                Es geht mir schon lange nicht mehr ums Materielle (aber ganz ehrlich, damals als Teenager schon), ich fühlte/und fühle mich wenige geliebt und das ist wirklich nicht schön, mittlerweile habe ich mich damit abgefunden, habe meine eigene Familie, aber wenn ich Freundinnen mit ihren Eltern sehe, wie sie miteinander umgehen, dann könnte ich heulen.

                Bei der Schwester der TE denke ich zudem, dass sie wohl nicht mehr soooo krank ist, dass sie so gar nicht nebenbei arbeiten gehen kann, oder kann sie nach dem Studium auch nicht arbeiten?
                Ich verstehe, dass man Kinder die als Baby sehr krank waren und man immer Sorgen um sie hatte, sicher besonders beschützen will,

                ABER man darf dabei nicht seine anderen Kinder vergessen!
                Zudem sollten sie anderen Kinder nicht dafür zurückstecken müssen, zumindest nicht ständig und bei allem.

    Aloha,

    entgegen der einigen anders lautenden Meinungen finde ich das heutige Verhalten Deiner Eltern unmöglich und ungerecht.

    Ich habe auch ein herzkrankes Kind. Es geht ihm sehr gut, wie sich die Erkrankung entwickeln wird, weiss aber niemand. Die Diagnose war ein Weltuntergang für mich. Er ist bisher ein Einzelkind, eventuell bleibt er es auch, daher kann ich nicht vergleichen.

    Ich weiss aber unumstösslich, dass ich ein weiteres Kind nicht neben meinem Sohn zurücksetzen würde! Man entscheidet sich wissentlich für ein weiteres Kind (das haben Deine Eltern ja offenbar getan), also hat man doch den Willen, ein weiteres Kind zu lieben und ihm "alles" zu geben.

    Ich finde es eklatant, dass sie da mit zweierlei Maß messen, und das ist für mich irgendwie nicht mit der Liebe zu seinen eigenen Kindern vereinbar. Ich weiss nicht, was Deine Eltern dazu gebracht hat, euch so unterschiedlich zu behandeln und das unreflektiert weiterhin normal zu finden, zumal Deine Schwester ja gesundet zu sein scheint.

    Du kannst eigentlich nur weiterhin für Deine beiden Schwestern da sein und eventuell nochmal das Gespräch mit Deinen Eltern suchen, eventuell mit beiden anderen Schwestern. Es kann meiner Meinung nach auch nicht sein, dass eure mittlere Schwester davon nichts weiss.

    Alles Gute!

    Ae

Meine Eltern waren auch immer ungerecht - nicht weil einer von uns krank gewesen wäre, sondern weil meine beiden Brüder Wunschkinder waren und ich ungeplant war. Ein Unfall.

Das hieß dann, mein ältester Bruder war schon immer der Liebling meiner Mutter, der mittlere der Liebling meines Vaters, und ich war halt da. Geliebt hat mich keiner, ich habe mich eben so durch gewurstelt. Als es dann ans Studieren ging hieß es dann, dass es doch so viele tolle Ausbildungsberufe geben würde für mich, also habe ich eben eine Ausbildung gemacht.

Als mein Vater pflegebedürftig wurde fiel mir die Aufgabe zu, und noch heute bin ich diejenige die sich kümmert, auch wenn er jetzt in einem Pflegeheim lebt (es war körperlich und zeitlich nicht mehr zu stemmen ihn selber zu pflegen). Ist er mal wieder im Krankenhaus werde weiterhin immer ich angerufen...

Ja, es ärgert mich auch. Ich hätte auch gerne studiert. ich hätte gerne meine zeit für mich gehabt und sicher auch eine schönere Ehe gehabt, wenn da nicht immer auch noch mein Vater dabei wäre, und ich denke, wenn er mal stirbt wird da auch ein ganzes Stück erleichterung dabei sein.

Aber Eltern sind eben auch nur Menschen... und nicht jeder schafft es, die Liebe mit jedem weiteren Kind wachsen zu lassen.

Ich glaube nicht dass es viel bringt sich einzumischen.

Nachdem ich auch alle Deine bisherigen Antworten gelesen habe sehe ich nur einen Weg - Deine Eltern sollten nun endlich begreifen dass sie dieses Kind JETZT NICHT MEHR so verhätscheln müssen.

Sie ist inzwischen gesund, es geht ihr gut, sie hat keine Einschränkungen.

Wissen sie was sie ihr mit ihrer übergroßen Fürsorge vielleicht sogar antun?!
Sie kaufen jede Woche für sie ein und fahren dafür 400 km?!
Alles wird finanziert inkl. Urlaub?!

Perfekte Voraussetzungen um einen total unselbständigen Menschen heranzuziehen!

Ich würde versuchen ihnen die Augen zu öffnen, möglicherweise lässt sich das vermitteln ohne dass Dir Neid unterstellt wird.

LG, katzz

(15) 20.09.13 - 22:29

Ich kann das Verhalten deiner Eltern nicht verstehen, schon gar nicht, wenn du bereits über deine Gefühle gesprochen hast, und sie nichts an ihrem Verhalten ändern. Wenn man mehr als ein Kind hat, dann ist man allen Kindern gleichermaßen verpflichtet. Meine Eltern haben uns Kinder alle gleich behandelt und meine Schwester ist auch krank zur Welt gekommen, nicht komplett geheilt worden. Trotzdem waren sie für uns alle da. Ich selbst habe auch Kinder.

Ich kann also deine Gefühle absolut nachvollziehen. Leider wirst du deiner Schwester nicht helfen können. Wenn deine Eltern sie genauso hinten anstellen wie dich, wirst du das nicht komplett abfangen können. Ich find das echt traurig.

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