Meine Frau hat sich verändert

    • (1) 23.09.13 - 12:52
      Andreas Schw.

      Hallo,

      ich bin auf dieses Forum durch eine Kollegin aufmerksam geworden, die öfter ihre Mittagspause hier verbringt. Als Mann hab ich das oft belächelt und mehr als Spaß angesehen. Heute hat mir meine Kollegin ihren Forenzugang zur Verfügung gestellt, damit ich hier um Rat fragen kann, einfach mal verschiedene Sichtweisen höre und ich wage es nicht zu hoffen, eine Lösung finde. Ich trage mich mit Trennungsgedanken. Möchte aber nicht vorschnell handeln, mir tut alleine der Gedanke daran, meine Familie aufzugeben, weh.

      Meine Frau und ich haben uns vor 15 Jahren kennengelernt. Sie war ein bezauberndes Wesen, für so vieles interessiert. Beide hatten wir gerade unser Studium abgeschlossen, waren glücklich und haben uns auf eine Zukunft zusammen gefreut. Wir sind viel gereist, sind unseren gemeinsamen Interessen nachgegangen und haben unglaublich viel geredet, haben lange Diskussionen auch über berufliche Themen geführt (sind beide in der gleichen Branche tätig gewesen), haben über Bücher und Filme diskutiert, es war nie langweilig. Wir wollten Haus und Kinder, haben uns unser Leben als Familie ausgemalt.

      Im Grunde ist alles so eingetroffen. Wir haben geheiratet, haben ein altes Haus gekauft und renoviert. Das Haus war fertig und das erste Kind war unterwegs. Perfekt!!! Unser Sohn wurde geboren. Wir hatten beschlossen, daß meine Frau ihn 1,5 Jahre zu Hause betreut, dann wollte sie wieder in den Beruf zurück. Ich selber hatte so viel Urlaub aufgespart, daß ich nach der Geburt auch 6 Wochen die Familie genießen konnte. Eine schöne Zeit. Auch das erste Jahr haben wir genossen. Kurz bevor meine Frau wieder arbeiten ging, kündigte sich Kind Nummer 2 an. Ungeplant aber gewollt. Sie war dann wenige Wochen im Beruf, hatte dann ein Beschäftigungsverbot. Wieder haben wir gesagt: 1,5 Jahre, dann geht sie in den Beruf zurück. Mit unserem gemeinsamen AG war das abgesprochen. Damit wir beide Zeit für die Familie haben, wollte sie auf 25 h reduzieren, ich auf 32 h/Woche.

      Unsere Tochter wuchs heran. Kitaplatz war klar. Meine Frau meinte, es würde ihr wehtun, die Kinder jetzt in Betreuung zu geben. Unser Sohn war diese 1,5 Jahre auch zu Hause bei ihr, nur die kurze Zeit als meine Frau arbeitete, war er in der Kita. Kurzum, meine Frau hat ihre Meinung vertreten und immer neue Ausreden gefunden, warum sie nicht wieder arbeiten kann oder möchte. Inzwischen ist das ältere Kind eingeschult und sie immer noch den ganzen Tag daheim. Unsere Tochter geht vormittags für 3 Stunden in die Kita.

      Ich verdiene inzwischen recht anständig, so daß wir bisher keine finanziellen Probleme haben. Für mich heißt das natürlich immer am Ball zu bleiben. Fortbildungen, Überstunden. Am Abend dann die Frage: Warum kommst Du so spät? Am Wochenende wenn die Kinder im Bett liegen sitzen wir nebeneinander auf der Couch, der Fernseher läuft. Keine guten Gespräche mehr über Filme oder Bücher, Ausstellungen. Wenn ich mit beruflichen Themen komme, die uns früher beide interessierten, hat sie kein Interesse, wahrscheinlich weil sie inzwischen raus ist aus der Thematik. Jeder Vorschlag von mir dahingehend jetzt wieder einzusteigen wird abgelehnt. Die Kinder brauchen sie und das Geld reicht doch.

      Inzwischen langweile ich mich neben meiner Frau. Wir haben kaum noch Gemeinsamkeiten. Den Feierabend sehne ich nicht mehr herbei. Um die Ehe aufzufrischen habe ich vorgeschlagen, die Kinder eine Woche zu Oma und Opa zu geben und zu verreisen. Zu zweit. Will sie nicht, wegen der Kinder. Sie hätte dann Sehnsucht nach ihnen, wer weiß was Oma und Opa mit den Kindern machen, ob sie dann auch richtig essen und so weiter. Ich kann es nicht mehr hören. Meine Frau ist zur Oberglucke mutiert.

      Ich habe diese Frau so geliebt. Von der Liebe ist inzwischen kaum noch was übrig, sie hat sich so verändert. Dabei könnte es so schön sein. Wir könnten uns die Lasten des Alltags teilen. Wenn sie auch Geld nach Hause bringen würde, könnte ich stundenmäßig kürzer treten, wir hätten zu viert mehr Zeit füreinander. Aber nein, sie will das nicht. Sie möchte ihre Kinder 24 h am Tag aufwachsen sehen.

      Ich suche nach einer Lösung für uns und finde sie nicht.

      Andreas

      • Hast du ihr das mal an einem ruhigen Abend bei einem Glas Wein gesagt? Genau so? Wenn nicht, dann wäre das der erste Schritt.

        lg thyme

        Willkommen im Club.

        Vieles was Du schreibst kommt mir bekannt vor.
        Bei der Frage der Frau: "Warum kommst Du so spät?" mußte ich schmunzeln, die Frage kenne ich auch. Ich komme so spät, weil ich morgens noch die Große in den Kiga bringe und irgendwie auf meine Stunden kommen muss und vor allem was schaffen muss!

        Ich habs bis ganz zu Ende gelesen. Auf eine Sache habe ich gewartet, die bei uns noch dazu kommt. Wir haben praktisch keinen Sex mehr seit einem Jahr. Es kommt nur dazu, wenn ich sie dränge oder bettel. Von ihr kommen keine Zärtlichkeiten, keine Liebkosungen und keine Berührungen oder Küsse. Das darf sich Mann alles abholen. Der Mann ist zum Kellner und Dienstboten verkommen; er ist halt da und macht nen ganz guten Job.

        Den Schritt "Trennung" habe ich noch nicht in Erwägung gezogen, aber wenn es so weiter läuft, dann wird der Tag früher oder später kommen.

        Ich bin treu!

        • (4) 23.09.13 - 13:26

          Der Sex geht so. Aber er hat nachgelassen.

          Treu bin ich auch. Ich will es auch bleiben. Denke dann eher an Trennung. Der Rest fügt sich dann.

          Andreas

          • Du scheinst mit eurer Beziehung schon einen Schritt weiter zu sein als ich.
            Ich kann den Ausweg Trennung zur Zeit noch nicht in Erwägung ziehen.
            Unsere 2 Kinder sind auch jünger (5 und 1).
            Aber unterschwellig taumelt unsere Beziehung auf das gleiche Ende zu auch wenn es mich sehr traurig machen würde.

            Die Hinweise "ihr müßt reden" "knall ihr das an den Kopf so wie Du es hier geschrieben hast" sind alle gut und schön. Den Rat hätte ich Dir auch geben können, weil es der einfachste ist.

            Es ist ja so, dass Du genau wie ich das Beziehungsproblem schon x-fach durchgekaut hast. Du bekommst dann vielleicht mal irgendwelche Zusagen wie wenn die Kinder so und so alt oder weit sind, dann könnte ich ja wieder arbeiten und ich höre von meiner Frau die Bestätigung, dass sie weiß, dass es um unsere Ehe nicht zum besten steht und das wir nur noch Mama und Papa und nicht mehr Frau und Mann sind.

            Das eigentlich Problem ist aber, dass Frau der wirkliche und ehrliche Wille fehlt etwas zu ändern. Dem Gespräch oder dem Streit müssen auch Taten folgen. Wenn dem nicht so ist, dann ist Frau zu Veränderungen nicht bereit.

            Mann hat dann die Wahl die Situation so zu akzeptieren wie sie ist oder es kommt die Trennung, oder man ist eben doch mal nicht mehr so treu und läßt es drauf ankommen.

      (6) 23.09.13 - 13:15

      Hallo,
      ich denke, dass euch nur noch helfen kann, wenn du JETZT schonungslos ehrlich bist. Du hast vielleicht etwas lang gewartet, wenn deine Gefühle schon so abkühlen. Sag deiner Frau direkt, was sie auf's Spiel setzt, wenn sie NUR noch an die Kinder denkt, und eure Ehe vergisst. Vielleicht fangt ihr erstmal mit einem Wochenende zu zweit an, wenn deine Frau eine Woche noch zu lang findet. Vielleicht kann sie mit dem Arbeitgeber absprechen, dass sie zwei Tage in der Woche ein paar Stunden einsteigt? Kann sie sich das vorstellen? Du solltest respektieren, wenn sie möglichst viel bei den Kindern sein möchte, aber wenn das Kleine in die Kita geht, ist stundenweises Arbeiten doch denkbar. Redet über Kompromisse in dem Bereich.

      Mach ihr nicht nur Vorwürfe, sondern sag auch, was du gut findest, was dir aber sonst fehlt. Vielleicht ist deiner Frau nicht klar, wie unzufrieden du bist. Ich kann dich auf jeden Fall verstehen und hoffe, dass deine Frau eine Chance in eurem Gespräch, das sicher nicht leicht wird, sehen kann.

      LG

      • (7) 23.09.13 - 13:25

        Bisher weigert sie sich ganz wieder zu arbeiten. Angeblich wegen der Kinder.

        Daß ich akzeptieren soll, daß sie so viel wie möglich mit den Kindern zusammen sein will, höre ich von ihr auch. Aber wer akzeptiert, daß ich das auch möchte? Ursprünglich war es so geplant, daß wir beide beruflich in dem Umfang kürzer treten, daß ich meine Vaterrolle auch ausfüllen kann.

        Ich muß mich damit abfinden, meine Kinder nur abends und am Wochenende zu sehen. Meine Bedürfnisse dahingend werden von niemandem akzeptiert. Als Vater bin ich auch kein Eisklotz.

        Was ist aber: Die finanzielle Last bleibt bei mir alleine. Am Ende ernte ich für meine Mühen noch Vorwürfe.

        Andreas

        • Weigern ist ja gut und schön, so lange die Kasse voll ist.

          Mal ein rein kalkulatorischer Ansatz.
          Wie hoch sind eure festen Kosten für Haus, Energie, Lebensmittel, Auto und Alltag? Reduziere Deine Stunden, so dass dies noch sicher finanziert ist. Hast Du dann mehr Zeit für die Kinder? Urlaub fällt dann eben etwas kleiner oder regionaler aus oder er fällt ganz aus. Vielleicht wird sie wach, wenn sie nicht mehr im Land von Milch und Honig lebt.

          Damit würdest Du sie vor vollendete Tatsachen stellen.

          Du könntest das sogar prima in ein Gespräch verpacken und langfristig ankündigen. Dann kann sie rechtzeitig reagieren und mit einem eigenen Job gegensteuern.

        (10) 23.09.13 - 19:40

        Das ist nicht fair. Wenn ihr eine Abmachung hattet, dass ihr beide Arbeit und Kinderbetreuung aufteilt, sollte sie dazu stehen und dir jetzt nicht die Versorgerrolle aufdrücken. So jung sind eure Kinder auch nicht mehr. Ich hab selbst einen Sohn von 2,5 Jahren und würde mich freuen, wenn mein Mann diesen Vorschlag machen würde. Ich versteh deine Frau da nicht ganz.

Hallo Andreas,

viel helfen kann ich dir nicht. Ich würde auch nur vorschlagen, dass du ihr das genauso sagst. wie es uns geschildert hast. anstatt abends nebeneinander (vor dem TV?) auf dem Sofa zu sitzen, solltest du drauf bestehen, dass ihr redet. ist dies nicht möglich, gibt es ja vielleicht noch die Möglichkeit des schriftlichen Weges?

Sag ihr unbedingt, dass du sie schätzt und auch teilweise nachvollziehen kannst, was in ihr vorgeht (sofern du das kannst), aber sage ihr auch deutlich, dass du deine Frau zurück haben willst und mit der "Nur-Mama" nix anfangen kannst.

ich wünsche euch, dass ihr das hinbekommt.

Dein Thread ist im übrigen für mich ein Merkzettel - ich werde auf jeden Fall schnell wieder arbeiten gehen (wollen).

Alles Gute!

Wow! Ihr könntet so ein tolles Leben haben und dann wird das nur aus reinem Egoismus deiner Frau zerstört.

Sie kann also den ganzen Tag zu Hause sitzen und sich um die Kinder kümmern, während du Überstunden machst und die Kinder dadurch nicht mehr wirklich zu Gesicht bekommst!?

Hat sie dich denn schon einmal gefragt, was DU möchtest?

Für mich liest sich das so, als würdet ihr keine gemeinsamen Entscheidungen treffen, sondern es so läuft, wie sie das sagt.

P.S. Wenn die Kinder eine Wahl hätten entweder

a. den ganzen Tag die Mama um sich zu haben, oder
b. die Mama etwas weniger zu sehen und stattdessen mehr Familienleben mit beiden Elternteilen zu geniessen, würden sie sich sicherlich für b entscheiden.

Somit geht es deiner Frau höchstwahrscheinlich auch nicht um die Kinder, sondern nur um ihren Egoismus.

  • (13) 23.09.13 - 13:37

    Du hast REcht. Es geht darum, was sie will. Ich kann sie schlecht an die Hand nehmen und zu einem Job schleifen. Ich habe mit Engelszungen geredet. Sie ist der Meinung, die Kinder brauchen in erster LInie ihre Mutter um sich. Da wir uns das leisten können möchte sie unseren Kindern alle mütterliche Fürsorge angedeihen lassen, die geht.

    Das geht soweit, daß ich teilweise wie ein Idiot behandelt werde. Sie hatte einen Arzttermin am Vormittag in der Frühe. Ich habe die Kinder in Schule und Kita gebracht. Sie hat mir doch ernsthaft die kompletten Sachen für die Kinder rausgesucht und hingelegt. Ich sagte noch zu ihr, hetz Dich nicht so, ich mach das schon. Aber nein, sie wüßte als Mutter besser, welche Klamotten die Kinder mögen, was zusammenpasst und für die Witterung optimal ist.

    Zurzeit ist mit meiner Frau kaum Reden möglich. Sie läßt mich spüren, daß sie in erster Linie Mutter ist und die Weißheit in dieser Richtung für sich gepachtet hat. Die Frau, die ich so liebte, gibt es nicht mehr. Sie ist unter der Mutterschaft verschüttet.

    Andreas

    • <<<Ich habe mit Engelszungen geredet.>>>

      Dann solltest du die Engelszungen weglassen und ihr sagen was Sache ist.

      Sag ihr doch einfach das du so keine Ehe mehr führen möchtest und über eine Trennung nachdenkst, wenn sich nichts ändert.

Hallo,

ich finde deine Geschichte interessant, da mein Mann und ich in einer so ähnlichen Situation waren. Es war fast zu 99 % wie bei euch und weder er noch ich waren zufrieden, aber es wurde auch nichts geändert.
Bis dann eine gute Freundin von mir sich von ihrem Mann getrennt hat, die beiden waren auch wie wir seit Teenagerzeiten zusammen (auch wir 15 Jahre) und immer das perfekte Paar, bis sie sich verloren haten, weil sie nur noch Eltern waren.

Das hat mich irgendwie aufgerüttelt, weil ich gesehen hatte, dass auch das perfekteste Paar verloren gehen kann, wenn man nicht aufpasst.

Sie sagte zu mir:

"Die Eltern sind die Stützpfeiler der Familie, wenn ihr als Paar nicht mehr funktioniert, gibt es die ganze Familie nicht mehr...DANN leiden die Kinder drunter. Also lieber ab und zu mal was ohne Kinder machen, als immer nur Eltern sein und dann Alleinerziehend."

Ich war früher auch so, dass ich Hemmungen hatte die Kinder bei Oma zu "parken" weil ich dachte ich bin Mutter, es ist doch egoistisch was alleine zu machen oder mit Partner. Aber seit ca. einem Jahr hat sich das geändert.

Wir machen einmal im Monat an einem Wochenende etwas zu zweit, wir gehen in die Stadt shoppen, in Ruhe Essen, Kino, mit Freunden oder alleine...auf jeden Fall ohne Kinder. Das tut uns so gut, davon zehren wir dann in stressigen Zeiten und freuen uns auf das nächte Mal.

Auch wenn die Kinder im Bett sind, da kann man auch viele schöne Dinge machen, die nicht vor dem Fernseher stattfinden.

Gestern z.B hat mein Mann uns ein schönes Bad vorbereitet, mit Kerzen, ganz romantisch, so etwas kenne ich garnicht mehr. #schwitz
Was würde deine Frau dazu sagen? Da kann man sich mit einem Glas Wein zusammen reinsetzen und einfach mal zusammen sprechen.

Ich würde aber trotzdem niemals eine ganze Woche ohne meine Kinder wegfahren, da wäre ich dann auch nicht so entspannt. Wir machen aber zweimal im Jahr ein langes Wochenende zu zweit, das reicht auch für Zweisamkeit.

Auf jeden Fall haben die anderen hier Recht, du musst mit ihr sprechen bevor noch mehr kaputt geht.

Lg
MIlka

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