50/50 oder 90/10

    • (1) 13.10.13 - 18:26
      Mittelwert

      Hallo liebe Urbia-Gemeinde!

      Stellt euch vor, eure Beziehung und deren Glucksfaktor würde man im Verlauf mit Punkten bewerten. 0 Punkte entspricht todunglücklich und 100 himmelhochjauchzend.

      Welche Variante wäre euch lieber (oder welche lebt ihr), eine konstante, die bei 50 rumdümpelt, mal Ausschläge zur 60 und Abstürze auf 40 Punkte hat, oder ein auf und ab mit 90er-Höhenflug und 10-Punkte-Tief?
      Angenommen, der Mittelwert wäre bei beidem gleich (von mir aus auch über 50), welche "Koordinaten" würdet ihr euch wünschen? Und mit welchen würdet ihr eurer Beziehung bewerten?

      Klar, 85-90-75-80 oder permanent 100 Punkte wären am schönsten, aber das geht bei diesem Gedankenexperiment jetzt einfach mal nicht. ;-) (ich glaube auch nicht, dass das in der Realität so klappt)
      Mich würde da eure Meinung interessieren, hatte gestern eine Diskussion darüber im Freundeskreis und die Ansichten gingen sehr auseinander. Die einen meinten, eine konstante Beziehung wäre am besten, die anderen fanden dies langweilig und würden die Abstürze in Kauf nehmen für die Höhepunkte. Manch einer sagte, dass man spätestens, wenn man Kinder hat, dieses auf und ab nicht mehr leben könnte, der andere fand, dass eben das die Beziehung frisch hält und somit die Basis für eine langfristige Bindung besser wäre. Einer liebt die Streitereien und Versöhnungen, einer mag die unspektakuläre Zweisamkeit.

      Also, Urbianer, wie ist das bei euch? :-)

      • ich?

        ich hab im Moment sowieso Stress in meinem leben, der aber nix mit Beziehung zu tun hat. da könnte ich vermutlich mit der 90-10 Variante nix anfangen - zu kräfteraubend, die tiefpunkte würden mich vermutlich zu viel Energie kosten die ich im Moment einfach nicht hab. da würde ich wohl lieber alleine bleiben oder die 50-50 Variante wählen.

        ich für mich kann also sagen: es kommt auch auf die anderen umstände an. übrigens: auch davon ob es gemeinsame Kinder gibt und davon wie die unter den tiefs leiden.

        LG

        #winke

        Jetzt musste ich ne Weile nachdenken...gar nicht einfach!

        Aber ich komme zu dem Schluss: 90-10 mag eine Zeit lange interessant sein aber auf Dauer raubt es (mir) zu viel Kraft.

        2 Jahre lang hatte ich eine solche Beziehung. Machtkämpfe waren alltäglich...Streit gabs teilweise schon beim Frühstück. alles musste diskutiert werden, einfach ALLES!
        Auf der anderen Seite hatten wir wunderschöne Zeiten...pure Harmonie...rosa-rote Wolken! Das dauerte ca. 5Std., dann flogen wieder die Fetzen (und teilweise auch das Geschirr#hicks)!
        Es war interessant und teilweise auch sehr...*hust*...sehr anregend. Aber auf Dauer so leben? NIEMALS

        Nach 2Jahren war ich mit meinen Nerven am Ende. Mittlerweile gab es auch mehr 10-10-10-90 und ich haben mich getrennt! Die Tür fiel hinter mit zu und ich konnte nur denken 'Gott sei dank!' :-D

        Heute lebe ich deutlich ruhiger....manche würden sagen spießig oder langweilig. Aber eben glücklich - und ausgeglichen!

        Ich würde sagen 60-60-60-70 #verliebt
        Wir streiten sehr selten und wenn dann konstruktiv (nein, kein Geschirr mehr, das fliegt...ich bin ruhiger geworden im 'alter' #rofl)und die schönen Zeiten überwiegen eindeutig! Obwohl wir derzeit eine nicht gerade leichte Phase durchlaufen.

        Lg
        Nina

        Hallo,

        ich denke auch, dass 90/10 ziemlich leidenschaftlich, himmelhochjauchzend und dann wieder totunglücklich ist, das sind eher die kurzen Affären, so etwas hät wohl keine Beziehung auf Dauer aus. Klar ist es aufregend und toll, aber mir sind die gleichmäßig guten, mit Tendenz zu sehr gut schon eindeutig lieber.

        Ich würde sagen bei uns läuft es seit 15 Jahren so: 80/70/40/80/70/40/80/70/40

        Jetzt muss ich mal meinen Mann fragen was er dazu sagt ;-)

        LG
        MIlka

      • Ich schlechten Phasen ist meine Leben aufgrund einer bipolaren Störun eh schon 'ne Achterbahnfahrt zwischen 0 und 100 Punkten insofern wäre mir der strunzlangweilige 50:50 Mittelwert ganz recht.

        Mit dem freien Fall, dem euphorischen Höhepunkt und dem mühsamen Klettern aus tiefen Tälern hab' ich echt genug Erfahrung.

        • (6) 13.10.13 - 23:51

          Das verstehe ich...wer mit sich selber schon manische und depressive Phasen durchmacht, kann dies in einer Partnerschaft sicher nicht gebrauchen, im Gegensatz, da braucht man wohl einen Menschen an seiner Seite, der einen konstant in der Mitte hält. Wobei ich nicht glaube, dass ich das leisten könnte...:-( ich würde wohl mit fliegen und Fällen und das wäre dann wohl fatal.

          ich hoffe, es geht dir heute besser und wünsche dir viel Kraft! :-)

      Aloha,

      für mich wäre beides nichts.

      Ich weiß nicht, was 50 in dem Fall für eine Gefühlsregung ist - sowas wie nette "Neutralität"?
      Das genügt mir für eine Beziehung nicht.
      Ich liebe meinen Freund leidenschaftlich, und wenn wir streiten, dann heftig. Das passiert aber ca dreimal im Jahr... *auf Holz klopf", und öfter brauchen wir das auch beide nicht.
      Permanenter Wechsel zwischen genial und schrecklich, das wäre für mich dann nur schrecklich. Da würde ich auf eine Beziehung verzichten.
      Ich will meine konstanten 80-90 mit gelegentlichen Ausflügen auf 10.. und auf 100 ;-)

      Liebe Grüße,

      Ae

      • (9) 14.10.13 - 00:00

        Bei unserer Diskussion hieß 50 "ganz okay soweit, nicht gut, nicht schlecht, läuft halt". Allerdings nicht auf die Gefühle ansich bezogen, also nicht, dass einem der Partner egal ist, sondern im Hinblick auf die Beziehung: keine Ups, keine Downs, keine megatollen Momente und auch keine tränenschwere Eskalationen. ...wobei das vermutlich schwer ist, zu trennen. Bei 90/10 wäre es ja eine Hass-Liebe, bei 50/50 dann vielleicht neutral...mmh.

        Aber angenommen, du müsstest dich entscheiden (Blödsinn, weiß ich, aber WENN ;-) ) und es gäbe nur die beiden Möglichkeiten, welche würdest du dann wählen?

        • Ich kann mir keine Beziehung vorstellen, die weder gut noch schlecht ist, sondern "halt läuft", sorry ;-)
          Entweder bin ich glücklich, oder irgendetwas sorgt dafür, dass ich nicht glücklich bin..dann will ich das ändern, wenn ich den anderen liebe (und er mich), wenn das nicht klappt, ist es vorbei.
          Aber "nicht auf die Emotionen bezogen" funktioniert das bei mir nicht, denn wenn ich glücklich bin, läuft auch meine Beziehung toll, und eben nicht bei 50/50..
          Ich kann nur sagen, dass für mich beides nichts wäre, denn bei keiner Variante wäre ich glücklich, würde also auf keine Weise eine Beziehung führen.

    Vor 20 Jharen habe ich zu WG Zeiten solche Fragen eroertert und natuerlich wollten wir alle lieber die 90:10.

    Grosse Lieben gehen nur, wenn man auch leidet usw.

    heute sehe ich das anders.

    Diese 90% die wir damals hatten, wenn wir so richtug gelitten hatten, waren doch total konstruiert, weil man meinte, dass man jetzt so dermassen dafuer gekaempft hat.

    das will ich auf keinen fall. Und meine 90:10 funktionieren jetzt auch eher retrospektiv. Das was ich jetzt habe ist auf jeden fall die 90 verglichen mit damals und vielem was ich erlebt habe.

    • (12) 13.10.13 - 23:28

      Dass es etwas mit dem Alter zu tun hat (nicht negtiv auffassen ;-) ), habe ich mir auch schon gedacht, da die 20jährigen für die 90/10-Variante waren und die fast 30Jahre alten eher zur 50/50 tendierten. Ich (mitte 20) hatte irgendwie keinen klaren Standpunkt bzw konnte alle Argumente nachvollziehen und habe auch selber einige gebracht, jedoch sowohl für die eine als auch für die andere Seite.

      Ich denke , 50/50 wäre mir wohl auch in zwanzig Jahren zu langweilig (entspricht ja "permanent alles okay soweit"), aber 60/40 klingt da schon besser...wobei ich schon eher zur 70/30 tendiere. :-D Ach, ich weiß es immer noch nicht! :-D

      • ich denke nicht, dass man eine beziehung fuer sich in 50:50 oder 90:10 einordnen kann.

        Wie gesagt mit Anfang 20 habe ich es auch so gesehen, da eine Versoehnung nach einem heftigen Knall ja sicher eine besonders intensive Erfahrung ist.

        Jetzt empfinde ich die Liebe nicht mehr so.

        Dieses heftige gefuehl nach Verlustaengsten und eventuellen Enttaeuschungen faellt halt weg.

        Ich bin aber alt genug zu erkennnen, dass das was dahinter steckt nicht weniger intensiv und euphorisch sein kann, als dieses kuenstlich konstruierte Drama.

        meine beziehung ist sicher intensiver als diese versoehnungsarien in jungen jahren udn weit von einem 50:50 entfernt.

Hallo,

die Variante von 90 bis 10 wäre mir jetzt viel zu anstrengend,
bin auch kein Typ, der sich von jetzt auf gleich immer wieder auf neue Tiefs und Hochs einstellen kann, das zehrt an meinen Kräften zu sehr.

Eine Beziehung, die harmonisch verläuft ist mir da lieber.

Aber mit 50/ 50 kann ich gar nichts anfangen, das ist Langeweile pur für mich.

Bei uns lief es in der ersten Verliebtheitszeit bis 100,
nun, nach vielen Jahren, wenn mal Streitigkeiten auftreten sind wir etwa bei
40, aber an den meisten Tagen bei 60 / 70.

Besondere Momente der Zweisamkeit liegen jetzt bei 90.

So ist das bei mir, wie es mein Mann sieht?- Ich werde ihn mal fragen:)

Lotta

Hallo,

also ich würde sagen, wir liegen durchschnittlich bei 60-70 mit nur seltenen Ausschlägen nach oben oder unten.
Wir lieben uns sehr, streiten selten.
Ich brauche auch keine Ausschläge mehr.

Bin auch der Meinung, auf Dauer ist für die Beziehung "Gleich und Gleich gesellt sich gern" besser als "Gegensätze ziehen sich an".

LG

  • Ich wäre wohl für irgendwas zwischen 70:30 und 60:40. Ich finde Kontinuität sehr wichtig.

    Beziehungen in denen ich immer wieder leide wie ein Hund, und mich dann über sporadisch hingeworfene Leckerchen freue wie irre hatte ich auch - aber ganz ehrlich, der eine schöne gemeinsame Abend ist in Wirklichkeit keine 90 Punkte wert, sondern würde in einer kontinuierlichen Beziehung in der man solche Abende mehrmals im Monat hat, eben nur 60-70 Punkte bekommen - weil es eben irgendwo normal ist.

Eine Beziehung mit Hoehenfluegen und Abstuerzen ist auf Dauer nicht gesund.

(18) 13.10.13 - 23:29

Hallo!

Unsere Beziehung war die ersten Jahre zweifellos 90/10. Es war bei 90 superschön und bei 10 habe ich extrem gelitten. Wir waren so typisch "nicht miteinander und nicht ohne einander". Aber es war toll, leidenschaftlich geliebt, leidenschaftlich gelitten. Wir lieben uns wirklich sehr. Bis heute.

Dann kamen die Kinder und damit kamen wir in ruhigere Fahrwasser. Jetzt ist es etwa 60/40, manchmal auch 50 oder 70, aber nicht mehr solche extremen Höhen und Tiefen. Es ist nicht mehr so anstrengend, die Kraft brauchen wir jetzt eben anderswo, da kann man nicht ständig daran sein sich zu streiten und zu versöhnen. Aber es ist eben auch nicht mehr so aufregend. Wir sind jetzt 16 Jahre zusammen, 6 davon verheiratet. Es ist beides irgendwie schön, aber 90/10 wäre auf Dauer nicht gut gegangen. Irgendwann ist man einfach fertig damit. Man hat es satt, dieses ständige Auf und Ab und nie weiß man woran man ist. Ich bin froh, dass ich alles mit dem gleichen Mann erleben konnte und vielleicht kommen ja auch mal wieder ein paar 90 er Zeiten, wer weiß. Auf die 10er verzichte ich gern, aber sicher kommt auch so eine Zeit mal wieder. Leben und Lieben ist Veränderung.

LG

  • (19) 13.10.13 - 23:43

    Vielen Dank für deine Meinung und deine Erfahrungen!
    Darf ich fragen, ob ihr die Kinder geplant in der 90/10-Zeit bekommen habt und es dann ruhiger wurde oder war es schon vorher nicht mehr so extrem? Gestern sagte nämlich jemand, dass er keine Kinder mit einem Partner bekommen würde, wo die Beziehung so starken Schwankungen unterlegen ist, das wäre zu unsicher. Hast du auch so gedacht bzw hattest du/hattet ihr Zweifel? Woher hast du die Kraft genommen und was hat dich nicht aufgeben lassen?
    Es freut mich auf jeden Fall, diesen Verlauf zu lesen...durch die 10er-Zeiten seid ihr krisenerprobt, durch die 90-Punkte-Phasen habt ihr wunderschöne Erinnerungen und jetzt habt ihr euren Weg gefunden. Das finde ich einen schönen Verlauf! :-)

    • (20) 14.10.13 - 22:00

      Wir waren noch jung und unbeschwert, als sich das 1. Kind ankündigte, ich war 20 und mein Mann 18. Wir waren da 2 Jahre zusammen und durch viele Up and Downs gegangen. Eigentlich war ich gerade auf dem Absprung, hatte meine Lehre beendet und wollte neu anfangen. Auch mit Kind. Aber mein Mann hat mich nicht gelassen und vielleicht wollte ich das auch nicht, weil ich ohne ihn ja verdammt unglücklich war. Wir haben uns zusammen gerauft, neue Wohnung usw. Tja, das Kind sollte krank zur Welt kommen, Schicksal. Durch blöden Verlauf kam eine geistige Schwerstbehinderung dazu. Wir waren zusammen jeden Tag 13 Monate lang bei ihm im Krankenhaus. Trotzdem war gerade diese Zeit sehr 90/10. Und auch als das Kind nach Hause kam, war es noch eine Weile so.

      Es wurde ruhiger, die guten Phasen hielten länger an und die schlechten kamen seltener, die guten wurden ruhiger, die Verzweiflung in den schlechten war wie eh und je. Also vielleicht so 70/10. Wirklich ruhig wurde es bei uns erst nach dem 2. Kind. Das kam geplant in einer längeren ruhigen Phase. Und diese hielt auch an, es gab seither noch 1 oder 2 10er Phasen, aber im Großen und Ganzen ist es jetzt eher ruhig. Das 3. Kind kam dann geplant in die idealste Phase, man konnte sich auf die Beziehung verlassen und doch, das ist ein große Sicherheit für alle.

      Die Frage ist, kam die Ruhe mit dem Alter oder durch die Kinder. Durch beides vermutlich, wir konnten ja beide reifen. Man fühlt sich nicht mehr so getrieben, dass man was verpassen könnte, der Freundeskreis hat nachgezogen mit Kindern und festen Beziehungen usw.

      Wir haben uns immer wieder zusammengerauft, aber leicht war es wirklich nicht immer. Es stand öfter auf der Kippe. Die Kraft habe ich durch die Liebe bezogen, die man in den guten Zeiten anspart. Und aus dem Wissen, dass ich ohne den Mann nicht wirklich existieren kann, er ist mein Gegenstück, passt perfekt und wir haben uns zum Glück in die gleiche Richtung entwickelt. Er sieht es übrigens genauso. Und das Kämpfen hat sich gelohnt, wirklich.

      LG

Bewertet man Liebe mit Zahlen, hat die Liebe eigentlich schon verloren.

Ich finde diese Diskussion einfach nicht diskutabel.

90-10 Variante ist auf Dauer viel zu anstrengend und nervig.
Die Energie, die das kostet, investiert man besser woanders hin.

50-50 droht schon langweilig zu werden, ist aber als Basis für eine Dauerbeziehung brauchbarer. Langeweile muß man dann halt irgendwie bekämpfen

Also die Beziehung ist sicher ein sehr wichtiger Bestandteil im Leben, aber eben nur ein Bestandteil von vielen. Die Bestandteile fürgen sich mal mehr und mal weniger gut ineinander. Wenn ich einen schlechten Lauf im Job habe oder es bei einem oder mehreren Kindern Probleme gibt, brauche ich nicht auch noch Aktion in der Beziehung. Wäre mir zu anstrengend.
Ist es grad ein Tief in der Beziehung, bin ich froh, wenn alles andere läuft.

Ich brauche dauernde Streits nicht, nur weil ich die Versöhnungen schön finde.

Mhh......will man in dem Fall nicht eher immer das, was man gerade nicht hat?

Ich hatte schon beides, und auf Dauer vermisst man unabhängig des "Modells" immer etwas.

Jetzt da der Bart anfängt grau zu werden, und die Lachfältchen um die Augen etwas mehr, würde ich mir etwas mehr Stabilität wünschen......dass einfach mal ein paar Wochen ...Monate....oder Jahre....am Stück alles nur so läuft wie es sollte......mit einem "sanften Dauerglühen" an Zufriedenheit, anstatt einem täglichen auf und ab an Emotionen, weil man sich um jemanden Sorgen macht.

Einfach nur mal zum Akku aufladen..........

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