Ich habe einen anderen kennengelernt - was nun???

    • (1) 21.10.13 - 14:16
      ratlose-sie

      Hallo zusammen,

      ich bin momentan irgendwie ratlos. Bin Mitte 40, seit fast 20 Jahren fest liiert, haben zusammen auch 3 Kinder. Nie hat mich ein anderer Mann interessiert, seit ich mit Meinem zusammen bin. Wir haben ein Haus, er geht arbeiten, ich bin daheim und versorge Kinder, Haus und Garten.

      Leider ist mein Mann im sozialen Bereich sehr verschlossen und zurückhaltend. Alle unseren sozialen Kontakte haben wir durch mich. Ihm reichen seine Arbeit und die Familie. Auch mal ausgehen, feiern, tanzen, lachen, Spaß haben, fröhlich sein, das ist alles nicht möglich mit ihm. Er war noch nie eine Partykanone, aber mit der Zeit wurde er immer muffeliger. Inzwischen ist es so, dass wir kaum noch reden miteinander, ihn interessiert mein "Hausfrauengewäsch" nicht und über seine Arbeit mag er auch nicht mit mir reden, weil ich "davon eh keine Ahnung habe. Einen gemeinsamen Freundeskreis haben wir nicht, da die meisten Leute, die wir kennenlernen, ihn mit der Zeit zu langweilig finden. Er ist aber ein guter Papa für unsere Kinder und wenn er mich auch manchmal lieblos behandelt, so behandelt er mich doch nie schlecht.

      Nun ist es mir aber, ohne dass ich das gesucht hätte, passiert, dass ich über das Internet wieder Kontakt zu einem alten Bekannten aus der Grundschulzeit habe seit ein paar Wochen. Wir haben erst einfach nur über die übliche bekannte Internetplattform uns gegenseitig als Bekannte angeklickt und ein paar oberflächliche "Na, wie gehts dir denn inzwischen so?"-Nachrichten ausgetauscht, die aber aufgrund unserer beider erlebten Schicksalsschläge der letzten Jahre ziemlich schnell von oberflächlichen in die Tiefe gingen. Er ist ein sehr emotionaler Mensch, mit dem man lachen und weinen kann. Seit ich mit ihm Kontakt habe, wird mir bewusst, wie sehr mir diese emotionale Komponente bei meinem Mann fehlt, und ich muss sagen, dass ich schon fast Verliebtheitsgefühle für meinen alten Bekannten inzwischen hege, obwohl wir uns nur schreiben. Auch er lebt in einer festen Beziehung mit Kindern, und obwohl keiner von uns beiden bisher zugegeben hat, dass das irgendwie sehr berührend ist zwischen uns, lese ich doch aus seinen Nachrichten heraus, dass es ihm ähnlich geht. Er ist das völlige Gegenteil von einem Mann: Total empathisch, dabei aber jemand, mit dem man auch richtig Spaß haben und feiern kann, alles, was mir total abgeht in meiner Ehe, wie ich aber jetzt erst merke, wo ich sehe, es geht ja auch anders!

      Ich weiß nun überhaupt nicht, wie ich damit umgehen soll. Ich möchte meinen Mann nicht betrügen und hintergehen und auch unsere Ehe und die Familie nicht zerstören für solche "Flausen", andererseits tut mir der Gedanke, den Kontakt zu diesem Mann wieder abbrechen, total weh. Was würdet Ihr an meiner Stelle tun? Soll ich es lieber abbrechen? Oder weiterschreiben und einfach gucken, wo es hinführt? Ich denke fast nur noch an ihn und bin einerseits glücklich drüber, aber andererseits auch unglücklich, weil ich mir schon in meinem Kopf was zusammenträume, wie schön es wäre, mit einem Mann zusammenzusein wie ihm, der gut gelaunt von der Arbeit kommt und nicht muffelig, mit dem ich reden kann und lachen und der aktiv ist und nicht nur immer im stillen Kämmerchen hocken will und auf soziale Kontakte pfeift.

      Ich fürchte, ich schlittere gerade total in eine Midlifecrisis! Was soll ich denn nur tun? Ich habe schon mit meinem Mann geredet und ihm gesagt, dass mir das fehlt bei ihm, ohne zu sagen, dass ich da jemanden "kennengelernt" habe, aber er findet mich undankbar und dass ich zuviel von ihm erwarte, er gehe ja schließlich den ganzen Tag arbeiten und da will er nach Feierabend und am Wochenende seine Ruhe und keine Leute einladen oder irgendwo hingehen. Und ich sitze hier und frage mich: Soll das denn jetzt mein Leben gewesen sein? Ich fühl mich wie lebendig begraben und jetzt, wo ich das merke und Licht ins Leben blitzen sehe, fällt es mir schwer, das einfach zu ignorieren und weiterzumachen wie bisher. Ich möchte aber auch meinem Mann und meinen Kindern nicht weh tun. Gott, was soll ich nur tun??

      LG
      ratlose-sie

      • > Soll das denn jetzt mein Leben gewesen sein? Ich fühl mich wie lebendig begraben und jetzt, wo ich das merke und Licht ins Leben blitzen sehe, fällt es mir schwer, das einfach zu ignorieren und weiterzumachen wie bisher.<

        Und wieso blitzt das Licht in Form eines anderen Mannes? Niemand verlangt sicher von Dir, dass Du dich wie lebendig begraben fühlst. Deine Kinder werden nicht mehr Mini sein, warum gehst Du nicht raus? Arbeiten? Das schafft neue Horizonte, abseits vom "hausfrauenkram".

        Ich habe nur zu oft erlebt, dass das Konstrukt einer geht arbeiten, einer bleibt zu Hause bei den Ehepartner einfach zu weit auseinander führt, weil zwei so unterschiedliche Leben gelebt werden.

        Und noch einen anderen Denkanstoß: Kann gut sein, dass dieser empathische Mann, mit dem man Spaß haben kann und feiern gehen kann, Dir nach 20 Jahren ebenso auf den Sack geht.. mit seiner unzuverlässigen Art vielleicht ;-).

        Kann aber auch sein, dass jetzt die Phase mit Deinem Mann, der offensichtlich als Vater gut war, vorbei ist. Und Du auf nach Neuem strebst.

        Beantworten kannst Du Dir das nur selber.

        Wenn Du wirklich Deine Ehe und Familie nicht zerstören willst, dann brech den Kontakt zu dem anderen ab und versuch, Dir - ohne dass ein anderer Mann im Spiel ist - mehr Spaß im Leben zu verschaffen. Vielleicht wirds dann auch mit Deinem Mann wieder interessanter, wenn Du interessanter wirst.

        Lichtchen

        • (3) 21.10.13 - 14:35

          Hallo Lichtchen,

          vielen Dank für deine Antwort. Die Fragen, die du mir stellst, habe ich mir auch teils schon selbst gestellt. Leider ist es bei uns so, dass die Kinder noch recht klein sind (zwischen 5-10) und egal ob Ferien, Krankheiten etc. pp. alles an mir hängen bliebe, weil mein Mann sich beruflich dafür nicht freimachen kann. Das macht kein Chef mit, wenn ich dann jedesmal fehle wenn was ist. Von familiärer Seite kann mir auch keiner was abnehmen mit den Kindern, weil die alle zu weit weg wohnen. Ich gehe stundenweise in einem kleinen Büro helfen/arbeiten, aber ein richtiger fester Job ist so momentan nicht drin.

          Vielleicht fehlt mir auch einfach Selbstbestätigung, das habe ich mir auch schon überlegt. Leider kann ich an der momentanen Situation nicht viel ändern. Ich treffe mich ab und zu mit Freundinnen, dass wir abends mal einen Frauenabend machen, zusammen essen gehen, ausgehen, ins Kino, tanzen, aber es fehlt mir sehr, dass ich auch diese Freude nicht mal verbal mit meinem Mann teilen kann - ich komme dann gut gelaunt und euphorisch nachts nach Hause und wenn ich ihm am nächsten Tag erzählen will vom Vorabend, interessiert ihn das auch alles nicht. Ab und zu haben wir richtig Streit dann wegen seiner Emotionslosigkeit mir gegenüber, dann habe ich ihm auch schon im Frust an den Kopf geworfen, dass ich das nicht ewig aushalte, dann reißt er sich ein paar Wochen am Riemen und ist etwas zugänglicher, aber dann verschließt er sich wieder. Er ist leicht depressiv, das wusste ich auch von Anfang an und konnte damit immer gut umgehen, weil ich ein starker Charakter bin, aber seit einiger Zeit empfinde ich das nur noch belastend.

          Ich weiß, ich bin wahrscheinlich undankbar und blind für das was ich habe.

          LG

          • > Ich weiß, ich bin wahrscheinlich undankbar und blind für das was ich habe. <

            Tja, das ist eben die Frage, die Dir niemand anders beantworten kann. Vielleicht stellst Du auch wirklich nur fest, dass Du so nicht weitermachen kannst und möchtest.

            Interessant wäre ja immer, die andere Seite zu hören, Deinen Mann.

            Denke über die Alternative nach, wenn die Kinder noch so klein sind. Alleinerziehend? Meinst Du dann wird es "besser" mit den Rahmenbedingungen, die doch in Deinen Augen jetzt schon keine regelmässige Berufstätigkeit zulassen?

            Versteh mich nicht falsch, ich kann verstehen, wenn Du so von Deinem Mann erzählst, was Dir da fehlt. Aber bevor man allzu leichtfertig einen anderen Mann am Horizont winken sieht, der nun natürlich im Vergleich der "tolle Hecht" ist, sollte man vielleicht zu Hause genauer hingucken und versuchen, dort was zu ändern.

            Dass dazu natürlich zwei gehören ist klar. Dazu gehört aber auch, dass Du klar und deutlich mit Deinem Mann sprichst und formulierst was Dir fehlt. Gemeinsamkeiten schaffen? Was interessiert denn euch beide mal?

            Dass alles an Dir "hängenbleibt" ist klar, denn das ist Dein Job.

            Lichtchen

            • (5) 21.10.13 - 15:18

              Ja, das sehe ich auch so, ich wollte mich auch nicht beschweren über meinen "Job", dass alles an mir hängenbleibt, sondern erklären, warum es daher zur Zeit nicht möglich ist, mir einen festen Job zu suchen. Es kann aber durchaus sein, dass mir gerade einfach nur die Decke auf den Kopf fällt vor Langeweile und Eintönigkeit, was durch das Desinteresse meines Mannes an meiner Person noch zusätzlich Nahrung findet. Und ich weiß auch, dass das, was ich gerade empfinde, vergänglich ist, denn es ist ja nicht so, als wäre es mit meinem Mann nicht AUCH mal so in der Art gewesen.

              Ich versuche noch mal, mit ihm zu reden, momentan gibt er sich ja wieder Mühe, nachdem ich am Wochenende wegen einer erneuten abwertend-lieblosen Bemerkung mir gegenüber an die Decke gegangen bin. Und ich liebe ihn, da bin ich mir sicher, denn wenn dem nicht so wäre, würde mir ja nicht schon der Gedanke weh tun, IHM weh zu tun! Und ich bin sogar 100% sicher, wenn ich mir das im Kopf ausmale, ich würde ihn für den anderen verlassen mit allem drum und dran, dass ich diesen Schritt in spätestens 1 Jahr wahrscheinlich total bereuen würde. Auch weil mein Mann optisch weitaus attraktiver ist. Ich vermisse momentan einfach nur dieses Gefühl von Schmetterlingen im Bauch total, was mich fast 20 Jahre nicht gejuckt hat. Aber jetzt haben sie durch die Mails plötzlich angefangen zu flattern und ich würde dasselbe so gern wieder für meinen Mann empfinden können.

              Ich sag ja, ich bin emotional verwirrt, im Kopf weiß ich schon, was am Ende richtig ist/wäre, aber es ist schwer, Emotionen wieder abzustellen, wenn sie einmal geweckt wurden.

          (6) 21.10.13 - 17:01
          kann ich nicht verstehen

          Hallo,

          <<Leider ist es bei uns so, dass die Kinder noch recht klein sind (zwischen 5-10) und egal ob Ferien, Krankheiten etc. pp. alles an mir hängen bliebe, weil mein Mann sich beruflich dafür nicht freimachen kann. Das macht kein Chef mit, wenn ich dann jedesmal fehle wenn was ist. Von familiärer Seite kann mir auch keiner was abnehmen mit den Kindern, weil die alle zu weit weg wohnen. Ich gehe stundenweise in einem kleinen Büro helfen/arbeiten, aber ein richtiger fester Job ist so momentan nicht drin.<<

          Entschuldige, aber so viele Ausreden auf einmal habe ich schon lange nicht mehr gehört. Wie machen es denn all die anderen Frauen die Arbeiten und die auch keine familiäre Unterstützung haben? Oftmals haben diese Frauen auch noch kleinere Kinder!

          Auch seit dein Mann und du gleichberechtigte Partner und wenn dein Mann dir nicht hilft und dich unterstützt, kannst du dir überlegen ob du so einen Menschen an deiner Seite Leben möchtest oder nicht, aber dann solltest Du auch nicht jammern.

          Hört sich alles so an, als ob Du "deinen Arsch" nicht hochkriegst und es deinen Mann in die Schuhe schiebst.

          Alles Gute

    platte Antwort: du hast zuviel Langeweile vertreib sie mit einem Job und steh jetzt irgendwann mal auf eigenen Füßen, weil Witwenrente wird echt überschätzt.

(10) 21.10.13 - 15:40

"Ich denke fast nur noch an ihn und bin einerseits glücklich drüber, aber andererseits auch unglücklich, weil ich mir schon in meinem Kopf was zusammenträume, wie schön es wäre, mit einem Mann zusammenzusein wie ihm, der gut gelaunt von der Arbeit kommt und nicht muffelig, mit dem ich reden kann und lachen und der aktiv ist und nicht nur immer im stillen Kämmerchen hocken will und auf soziale Kontakte pfeift."

He, alles was dun schreibst, könnte zu 95% von mir stammen.

Der Unterschied: Ich bin 36, wir haben 3 Kinder und ich habe noch niemanden kennen gelernt. Aber ansonsten scheinen wir mit demselben Mann verheiratet zu sein. Es ist alles so, wie du es beschreibst: Er ist verantwortungsbewusst, arbeitet sehr viel und ist ein guter Vater. Mich behandelt er weder besonders schlecht, noch besonders gut. Ich bin halt da. Ich denke, dass er mich auch liebt, aber er sieht keine Notwendigkeit das zu zeigen. Im Gegenteil. Er ist gerne schroff und abweisend. Seine Aussprüche sind gerne auch demütigend, was er selber aber nicht so sieht. Ich bin ja immer zu empfindlich.

Es ist einfach keine Partnerschaft, wie ich sie mir vorgestellt habe. Ich bin (inzwischen) selbstbewusst und gestalte mein Leben, wie ich es für richtig halte. Ich kann jedoch nicht mit irgendeiner Wertschätzung dafür rechnen. Im Gegenteil. Ehrenamt? Für wen? Für was? Hast du nicht genug zu tun? Auch Treffen mit Freundinnen werden belächelt, wenn ich von anderen und ihren Probleme erzähle, wird es ins Lächerliche gezogen. So erzähle ich ihm kaum noch was, weil diese selbstherrliche Art kann ich absolut nicht leiden. Wenn wir zusammen wohin gehen, kann ich mich selten entspannen, weil ich nie weiß, wie es endet. Wenn er schlecht gelaunt ist, sitzt er einfach nur muffig da und antwortet einsilbig. Das ist so peinlich. Wenn ich ihn danach zur Rede stelle wird er sauer und redet von meiner "ach so tollen Familie und meinen ach so tollen Brüdern". Dann denke ich mir: Ja, die sind auch toll, denn sie würden sich nie so affig benehmen! Wie ein Kleinkind in der Trotzphase. Wie kann man als gebildeter Erwachsener so sein? Es ist mir ein Rätsel. Wenn er gut gelaunt ist, kann ich durchatmen. Plötzlich weiß man doch, wie man sich in Gesellschaft benimmt.

Das ist alles so anstrengend. Ich sitze abends auf der Couch neben ihm. Er schaut fern. Es gibt einfach keinen Kontakt zwischen uns. Irgendwie haben wir uns verloren. Ich habe versucht schon ein paar mal mit ihm darüber zu sprechen, habe ganz klar Trennungsgedanken ausgesprochen, aber für ihn sind das alles Spinnerereien. Er nimmt mich nicht ernst. Mir gehe es zu gut, ich habe zu viel Zeit, ich sei zu empfindlich...Es ändert sich nichts, weil er gar keine Notwendigkeit sieht.
So verliere auch ich mich in Fantasien, was wäre wenn...was wäre, wenn man einen Partner hätte, der aufmerksam ist, der sich freut, dass man da ist, der einen wahrnimmt, der einen begehrt und das auch zeigt.

Daher kann ich dich wirklich gut verstehen.
Ich bin mir selber nicht sicher, ob ich die nächsten Jahrzehnte so leben möchte. Obwohl, nein, da bin ich mir sicher, dass ich das nicht will. Ich habe aber noch Hoffnung, dass es doch noch anders wird zwischen uns. Ich hoffe es wirklich sehr, denn wir hätte eigentlich alle Voraussetzungen, um glücklich zu sein.

Vielleicht wäre dieser Scheidepunkt in eurer Ehe der richtige Zeitpunkt, um der Frage nachzugehen, ob eure Ehe noch Sinn macht und Bestand hat. Auch unabhängig von deiner neuen Bekanntschaft. Du weißt genausogut wie ich, dass man so nicht leben möchte. Es sollten jetzt beide ihre Karten auf den Tisch legen.

Für mich ist die Situation einfach traurig und belastend. Dass ich eines Tages so eine schlechte Ehe führen würde, hätte ich nie zu träumen gewagt. Eine Scheidung war für mich auch immer außerhalb meines Horinzonts, ist es irgendwie noch immer.

Liebe Grüße und alles Gute
Christin

  • (11) 21.10.13 - 15:59

    Hallo Christin,

    danke für deine Antwort! Mann, es ist, als ob du meine Ehe und meinen Mann beschreibst, es ist wirklich haargenau dasselbe, auch dieses abwertende über andere Menschen, die mir nahestehen, wie auch die eigene Familie. Ich finde mich zu 99% in dem wieder, was du schreibst! Dann weißt du ja auch ganz genau, wie ich mich jetzt fühle.

    Ich habe jetzt auch so ein Alter erreicht, wo viele ja eine Krise durchlaufen, selbst die, die objektiv gar keinen Grund dazu hätten, unzufrieden zu sein. Ich war nie eine, die Verständnis dafür hatte, wenn Andere für ein bisschen Kribbeln im Bauch eine Familie verlassen / zerstören, denn wir wissen ja alle, dass dieses Kribbeln nicht ewig hält. Und auch die Vorstellung, was würde sich denn groß ändern mit einem neuen Mann? Ich meine, da sind ja trotzdem die Kinder, und man ist geschafft und genervt vom Alltag, man würde sich eine Weile mehr auf den Partner freuen, OK, aber die Routine wäre ja auch da ruck-zuck wieder da, mit Kindern ist man nun mal mehr Papa und Mama im Alltag und weniger (LIebes-)Paar! Ich denke dann, das sind doch eh nur irrationale Tagträumereien, wenn ich mich mit einem anderen Mann an der Seite fröhlich und entspannt bei Festen und auf Parties sehe, weil der weiß, wie man sich benimmt und endlich mal die Anderen sagen und denken würden "Der ist aber nett!", und mehr "Was findet sie nur an dem?" oder gar "Was ist DAS denn für ein Idiot?"

    Ja, auch ich schäme mich oft genug für das Benehmen meines Mannes, je nach Laune ist er nicht berechenbar, wird pampig und unverschämt, blafft Leute an, die MIR wichtig sind, IHM aber egal sind. Seinen eigenen paar Freunden und Kollegen gegenüber kann er das wunderbar abstellen, die finden den alle total nett und super, aber Zuhause muss er sich ja nicht mehr verstellen. Ich habe mich schon so oft hinterrücks bei Nachbarn, Familie und Freunden für sein blödes Benehmen entschuldigen müssen, dass ich es nicht mehr zählen kann, und wirklich MÖGEN tut ihn außer mir niemand von denen, was zusätzlich einsam macht, weil man auch versucht die Momente, wo diese Menschen auf ihn treffen, gering zu halten. Fazit: Mann lädt kaum noch Leute ein, aus Angst, er benimmt sich wieder daneben, und man geht lieber allein als mit ihm zusammen irgendwohin. Praktisch, es spart den Babysitter. Aber als Paar erleben wir uns nur noch selten, und ich fühle mich inzwischen auch mehr als Mutter als als Frau...

    Ein Gefühl, das nun wieder geweckt wurde durch ein paar kleine nette Worte in eMails. Er schreibt gar nichts großartig bedeutendes, es sind nur nette kleine Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln wie "Ich drücke dich!" oder "Ich freu mich schon jetzt auf deine nächste Nachricht!", die meinn Herz vor Freude hüpfen lassen, weil mir selbst SOLCHE kleinen Nettigkeiten seit Jahren nicht mehr gesagt wurden von (m)einem Mann. Und das finde ich erschreckend und unsagbar traurig!

    Ganz lieb Grüße an dich, liebe Leidensgenossin!

    • schreibt gar nichts großartig bedeutendes, es sind nur nette kleine Begrüßungs- und Abschiedsfloskeln wie "Ich drücke dich!" oder "Ich freu mich schon jetzt auf deine nächste Nachricht!", die meinn Herz vor Freude hüpfen lassen, weil mir selbst SOLCHE kleinen Nettigkeiten seit Jahren nicht mehr gesagt wurden von (m)einem Mann. Und das finde ich erschreckend und unsagbar traurig
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      Wann hast du deinem Mann solche Nettigkeiten das letzte Mal zuteil werden lassen? Meist schläft eine langjährige Beziehung von beiden Seiten aus ein und nicht, weil einer plötzlich kein Interesse mehr hat. Es ist zu bezweifeln, dass der neue in 20 Jahren auch noch solch eine Begeisterung an den Tag legt, wenn ihr euch täglich seht und Alltag zusammen habt. Dass man sich zu Anfang viel mitzuteilen und viele neue Themen miteinander hat, ist ganz klar. Damit kann man durchaus auch ein paar Monate oder Jahre zubringen. Dann werden diese weniger und stattdessen überwiegen weniger spannende Themen wie Steuererklärung, Rechnungen bezahlen, Kindergeburtstage, Krankheiten und Stress im Job. Erst DANN wird es interessant und spannend, ob eine Beziehung auf Flughöhe gehalten werden kann.

Hi,

dieses verliebtsein üners Internet ist #contra solange man sich nciht getroffen hat.
Auch wenn ihr Euch vor langer Zeit kanntet, kann die Ausstrahlung so bescheiden sein, das alles schriftliche in den Hintergrund tritt.

Trifft euch, spricht Euch richtig aus und dann schaut weiter.
Fange das Arbeiten an, da er ja ( wenn was geschieht) auch noch eine Familie zu unterstützen hat.

lisa

  • (14) 21.10.13 - 17:12

    "Auch wenn ihr Euch vor langer Zeit kanntet, kann die Ausstrahlung so bescheiden sein, das alles schriftliche in den Hintergrund"

    Ich hatte mal einen Kollegen, mit dem ich mir auch ziemlich viel geschrieben habe (Handy und über die Software in der Firma), er war in mich verliebt und schrieb immer nette Sachen, das Schreiben fand ich toll und immer wenn wieder eine tolle SMS kam, dann spürte ich auch ein Kribbeln, in Natur fand ich ihn nett, aber er war nicht wirklich mich mein Typ, deswegen war das Kribbeln auch wirklich immer nur beim Schreiben vorhanden, beim persönlichen Kontakt leider nie :-(

    • Eine Freundin von mir auch....die hat sich mit ihren Internet-Bekanntschaften immer monatelang teils 1 1/2 Jahre geschrieben....immer nach dem ersten Treffen war alles aus, das Geheule groß, Herzschmerz endlos.

      Und die große Lücke...tägliche emails, SMS zur Nacht, zum Aufstehen, stundenlanges Telefonieren....war riesig.

      Ich habe daraus gelernt und habe meine Internet-Bekanntschaften innerhalb einer Woche immer getroffen....die Letzte habe ich dann geheiratet.#rofl

      Daher halte ich nichts von "alten Freunden" , "Herzbubberln wenn man sich schreibt"...Beziehung in Frage stellen für einen Unbekannten.....

      Lisa

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