kostet der Job die Beziehung?

    • (1) 27.10.13 - 01:11
      der job

      Hallo,

      kurz die Eckdaten: verheiratet seit 4 Jahren, seit 7 ein Paar, 2 Kinder (2Jahre 8 Monate und 6 Monate)

      Mein Mann ist Monteur und daher Mo-Fr nicht da, ab und an auch mehrere Wochen am Stück.

      Als wir nur ein Paar waren, war es für mich OK, da ich auch lange gearbeitet habe. Ich habe ihn zwar so kennengelernt, wir haben aber immer besprochen wenn Kinder da sind, wird er sich nach etwas anderem umsehen. Ist bist jetzt aber noch nicht passiert, er kriegt den Hintern einfach nicht hoch.

      Nun ist es so, dass ich das Gefühl habe, mich von im entfremdet zu haben und unsere Beziehung nur noch am Tel. und in der Ferne funktioniert.

      Wenn er weg ist tel. wir täglich, meist 2mal. Einmal sagt er den Kindern gute Nacht und dann später reden wir, da auch mind. 30 Minuten, oft auch länger. Wir erzählen von unserem Tag, was so los war und bereden manchmal auch wichtige Dinge die die Familie betrifft (Grundstückskauf ja/nein, neues Auto etc.).

      Ich habe inzwischen auch meinen Rhythmus mit den Kinder. Ich bin ja hier wie alleinerziehend. Klappt aber wunderbar, ich weiß wie ich was machen muss, dass es am besten, zeitfreundlichsten usw klappt.

      Daher bin ich in den letzten Monaten eher genervt wenn mein Mann mal wieder zuhause ist. Erst freue ich mich, aber dann geht er mir auf die Nerven. Einmal muss ich ständig schimpfen, da er immer alles liegen lässt (leere Flaschen, Wurst nicht wieder in den Kühlschrank, Unterwäsche liegt nach dem Duschen im Bad). Und da ich keine Lust habe immer hinterher zu räumen, muss ich ihn "erinnern" dies und das bitte noch aufzuräumen. Da ist er wie ein kleines Kind und das macht mich wütend. Ich habe genug zu tun, da möchte ich nicht auch noch ihm hinterherräumen müssen.

      Wenn er nicht da ist weiß ich auch, dass ich mich um alles alleine kümmern muss zb dass der Müll am Abholtag draußen steht. Wenn ich ihn bitte auch mal mit an solche Sachen zu denken, damit ich nicht alles im Kopf haben muss meint er immer: Erinner mich bitte nochmal daran....da kann ich es auch gleich selbst machen, ich hätte gerne mal was abgenommen bekommen. Ich kümmere mich um ALLES: Termine, Finanzen; Steuer, Versicherung usw.
      Und das ärgert mich dann auch wieder, wenn er es vergisst. Da denke ich mir, da mach ich es lieber gleich selber, da weiß ich dass es passt...aber das sehe ich eigentlich nicht ein, also geht das Spiel wieder von vorne los.

      Wenn wir weg wollen, dauert es mit den Kids immer etwas bis die beiden fertig sind mit wickeln, anziehen, Sachen einpacken. Alleine weiß ich wie es am besten machen muss damit es am schnellsten geht. wenn er da ist macht er mit und es dauert nur noch länger. Er ist manchmal so umständlich,das macht mich wahnsinnig! ich will aber nix sagen, da es ja nicht falsch ist nur weil er es anders macht, aber ich habe halt auch mehr Erfahrung. Daher halte ich meinen Mund und bin genervt.

      Dann das Zwischenmenschliche: Enn er weg ist reden wir sooo viel. Daheim hocken wir nur noch vor der Glotze oder einer ist am PC. Von Kommunikation keine Spur. Das tut mir weh. Klar hat er eine anstrengende Woche und will ausspannen, aber ich bin doch auch noch da!

      Manchmal ertappe ich mich bei dem Gedanken, dass ich froh bin wenn er unter der Woche weg ist. Da kann ich machen was mir gefällt...mit den Kids haut es gut hin und abend kann ich das am TV sehen was ich mag, lesen oder sonst was machen.

      Ich habe aber Angst, dass es langsam der Anfang vom Ende ist da jeder seine Gewohnheit ohne den andern hat und auch gut klar kommt. Und weil er mich so nervt wenn er da ist, das gab es früher nie! Soll ich ihm mal sagen, dass ich das Gefühl habe mich langsam zu "entlieben"? Dass er mir nicht mehr so fehlt wie früher wenn er weg ist? Oder soll ich für mich versuchen, hier etwas anders zu machen? Was meint ihr?

      Hier sind ja viele Frauen mit Monteur-Männern. Wie ist es bei Euch?

      • Guten Morgen,

        schön zu lesen das es andren auch so geht. Wir führen seit knapp 15 Jahren (boh sind wir alt #schock) eine WE- Ehe und manche Sachen die Du schreibst kommen mir sehr bekannt vor.
        Wir allerdings sind mit dem Model sehr zufrieden. Mein Mann düst gern in der Weltgeschichte rum, ich genieße es das ich zu Hause schalten und walten kann wie ich möchte.

        Aber zu Deinen Fragen und Beispielen. Natürlich hast Du mit den Kindern allein einen Rhythmus entwickelt und natürlich kann Dein Mann den nicht kennen. Selbstverständlich dauert alles länger wen er es macht als bei Dir.
        Wie lange würde es wohl dauern wen Du SEINEN Job machen würdest ?
        Da solltest Du nachsichtiger sein bei diesem Punkt hat er keine Chance gegen Dich.

        Was das rum liegen lassen von Sachen angeht überlege einfach mal welche "Baustelle" welchen Kampf wert ist und wo Du den Familienfrieden sicherst wen Du es eben selbst machst.
        Das soll natürlich kein Freifahrtsschein für ihn sein aber lohnt es sich wegen 1 Schachtel Wurst in auf der Arbeitsplatte stundenlang schlechte Laune zu haben wen ihr eh nur 48 Stunden habt ?

        Klar Dich nerven die Sachen aber hast Du Deinen Mann auch mal gefragt was ihn den nervt wen er nach Hause kommt ? Ich meine es ist auch sein zu Hause. Das Zauberwort heißt Kompromisse eingehen.

        Mein Mann würde sich auch niemals den Abholtag der Mülltonne merken. Wen ich möchte das er die Tonne mit an die Straße nimmt stell ich sie halb aus der Mülltonnenbox raus wen ich sowieso grade zur Mülltonne muss. Er weis dann was das bedeutet und stellt sie an die Straße.

        Wir "Reden" in der Woche übers Telefon vermutlich auch deutlich mehr als am Wochenende. Da haben wir einfach mehr Ruhe für die Gespräche weil keine Kinder um uns rumwurschteln.

        Ist zwar erstmal komisch aber ich finde Hauptsache wir reden überhaupt miteinander.

        Mein Mann ist auch mehr der Typ der gern am Wochenende zu Hause bleiben würde. Er meint immer er war war ja die ganze Woche unterwegs. Ganz ehrlich das lass ich ihm nicht durchgehen. Er ist Vater und kein Single und seine Kinder wollen selbstverständlich auch etwas mit ihrem Vater unternehmen.

        Notfalls schups ich ihn vom Sofa und er hat dann auch Spaß an unsren Aktionen er kommt nur etwas schwer in "Wallung".

        Fazit: Ihr müsst mehr reden natürlich wird Eure Ehe den Bach runter gehen wen ihr so weiter macht.

        Ich denke aber als erstes solltest Du Dich auch mal in seine Lage versetzen den ich lese hier verdammt viel "ich ich ich"....
        Er macht den Job vermutlich sehr gern aber er macht ihn doch auch damit er Euch seine Familie versorgen kann.

        Wir waren übrigens auch mal an dem Punkt an dem ihr jetzt seit da hat mein Mann gesagt: Ich komm mir hier vor wie ein Besucher und nicht als wäre ich zu Hause. Da war klar wir müssen was ändern.

        Ihr könnt Eure Beziehung sicher retten wen ihr wollt aber dafür müsst ihr beide etwas tun. Dein erster Schritt sollte sein mit Deinem Mann reden und zwar sachlich und ohne Vorwürfe und ich bin mir fast sicher das er Dir auch eine Menge zu sagen hat und sicher werden nicht nur Liebesschwüre dabei sein darauf solltest Du Dich einstellen.
        Aber dann redet ihr zumindest wieder miteinander und könnt Eure Probleme aus der Welt schaffen.

        Grüße dore

        Hallo

        Kenne das durch zwei verschiedene Paaren bzw. Expaaren.

        Mein Vater z.B. hat auch als Monteur gearbeitet. Entweder kam er jedes Wochenende oder zeitweise nur einmal im Monat übers Wochenende.
        Ich kann dir aus der Sicht als Kind sagen das man die Anspannung sehr merkt. Meine Mutter war immer hektisch und genervt wenn er da war. Uns Kinder (3) hatte er nicht gerne um sich. Nur meine Mutter und damit sie als Frau funktioniert. Das war nicht schön aber am schlimmsten fanden wir diese elendige anspannung/genervt sein.
        Diese Ehe ist vorbei.

        Bei meiner Tante ist es so, dass mein Onkel auch auf Montage ging. Wenn er nach Hause kam waren erst die beiden Kinder dran ... reden, kuscheln usw., aber alle zusammen.
        Samstags wurde Vormittags gemeinsam der Haushalt gemacht und dann gab es nur Familie. irgendwann waren die Kinder im Bett und dann waren sie ein Paar für sich. Seine privaten Freizeitbedrüfnisse ist er, wie meine Tante auch, in der Woche nachgegangen. Er arbeitet zwar nicht mehr als Monteur aber die Ehe ist mein Vorbild.
        Die Kinder sind fast Erwachsen und der Umgang untereinander ist heute noch wunderschön.

        Könntest du nicht an den Wochenenden über das liegenbleiben hinwegsehen? Damit sparst du dir das genervt sein. Die Kinder merken das und dein Mann bestimmt auch. Vielleicht verdrückt er sich auch deshalb?

        Wenn mein Freund mehr am PC hängt und ich seine Aufmerksamkeit haben will, bringe ich das auch fertig mir was besonders anzuziehen und mich ganz unschuldig in seine Sichtweite es bequem zu machen #schein

        Alles gute für euch

        Kenne ich! Aber aus der Sicht eines Monteurs.
        Mein 1. Einsatz lief 4 Monate auf Lanzarote. Nix mit WE mal schnell nach Hause.
        Der 2. Einsatz dann aber 4 Jahre am Stück in der Türkei. In dieser Zeit konnte/wollte ich nicht nach D. Es war ein Terminbezogener Auftrag und mit einer "fetten" Prämie verbunden.
        Auch ich war verheiratet und wir hatten eine Tochter.

        Diese Art der Tätigkeit habe ich aber auch ausgeführt um meiner kleinen Familie ein sorgenfreies Leben zu bieten. In den 4 Jahren kamen Frau und Kind oft i.d. Türkei.
        Wollte sie auch um mich haben.
        Dann würde ich zur "Beschwerdestelle" meiner Frau.
        Kurz, sie wollte das ich mir in D eine Arbeit suchen. Konnte ich nachvollziehen.
        Zwischenzeitlich habe ich aber mein eigenes Unternehmen gegründet. Mit Mitarbeiter.
        Konnte/wollte nicht alles aufgeben. Meiner Frau habe ich auch vorgerechnet welches Einkommen ich in D erzielen konnte. Da entstand schon eine gewaltige Differenz.
        Das Lamentieren hörte nicht auf. Ich habe dann auf das Konto mal den Betrag überwiesen, der möglich wäre, wenn ich in D gearbeitet hätte.
        Dass "Erstaunen" war groß.
        Lange Rede, gar kein Sinn, ich war in einer Zwickmühle. Konnte es weder meiner Familie, meinen Mitarbeitern, meinem Auftraggeber (langfristige Verträge) noch mir Recht machen.
        Ergebnis: "Kuschelscheidung". Es gab weder einen Rosenkrieg noch Streitereien vor Gericht.
        Was möchte ich der Dame mitteilen, die offensichtlich mit Ihrer Situation sehr unzufrieden ist?
        Dein Mann ist kein Tourist der aus Spaß nur am WE zu Hause ist.

        Meinst Du wirklich das es ihm leicht fällt nur am WE bei Euch zu sein?
        Und Du mokierst Dich weil er die Wurst nicht i.d. Kühlschrank deponiert?
        Schalte mal einige Gänge runter und genießt Eure wenige Familienzeit.
        Was wären denn die Alternativen, gäbe er den Job auf?
        Kann auch gut sein, er wäre ohne diese Arbeit unzufrieden. Du evtl. auch? Weil er dann ja "immer" präsent wäre?

        Zum Ende meiner Antwort an Dich, eine kleine Geschichte:
        Zwei Frauen unterhalten sich über die Arbeit ihrer Ehemänner. Eine erzählt dass ihr Mann auch auf Montage ist und nur alle halbe Jahre für zwei Wochen zu Hause ist. Darauf fragt die Freundin ob das nicht schlimm für sie sei? Nein, antwortet sie, die zwei Wochen gehen schnell vorbei.
        Ich weiß, einfach ist es für Euch nicht. Aber unterstütze ihn. Und räume die Wurst einfach kommentarlos weg.
        FG

      • (5) 27.10.13 - 11:51

        Hi,

        es wurde ja schon vieles geschrieben.
        Dein Mann ist selten zu Hause, woher soll er bitte immer genau wissen, wie bei der Ablauf ist? Mülltonnenzeit....für Dich sind es normale Termine für ihn allerdings nicht.

        Sicherlich, er ist kein Besucher zu Hause -auch wenn ihm das so erscheint- aber läßt Du nie was liegen....Deine Sachen die ihm vielleicht stören würden?

        Ich räume meinem Mann auch nicht alles hinterher ABER ich mache auch keinen Hickmäck draus, weil mal eine Unterhse rumliegt...wenn ich mich umschaue, liegen meine Handarbeitssachen, Zeitschriften, ...etc auch rum und er sagt nicht, das ihm das stört. Und ich räume meine Sachen auch nicht pinkelig " sofort " weg, nur merkt es keiner, weil mein Mann auch nicht ständig da ist.

        Lisa

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