seit drei Jahren unglücklich verliebt

    • (1) 31.10.13 - 16:38
      eponine_89

      Hallo zusammen,

      kurz zu mir: Ich bin 24 Jahre und bin lesbisch, hatte aber noch nie eine ernsthafte Beziehung mit einer Frau. Ich studiere momentan noch, arbeite aber seit drei Jahren nebenbei in einem Forschungsinstitut. Schon kurz nachdem ich dort angefangen habe, habe ich gemerkt, dass ich mich in meine Chefin verliebt habe. Zuerst dachte ich, es wäre nur eine kurze Schwärmerei, es hat aber innerhalb der drei Jahre ziemliches Ausmaß angenommen. Sie ist 10 Jahre älter als ich, hat einen kleines Kind und einen Freund, der ebenfalls in dem Institut arbeitet.

      Am Anfang habe ich das Gefühl des Verliebt seins noch genossen, aber ich leide zunehmend unter der Situation. Wie verstehen und sehr gut und da es keine so deutlichen Hierarchien dort gibt, reden wir auch mal über privates. Es ist jetzt also kein klassisches Chef-Angestellten Verhältnis. Dennoch ist die Situation natürlich ziemlich ausweglos und ich mache mir auch überhaupt kein Hoffnung diesbezüglich. Trotzdem ist es mir außerordentlich wichtig, was sie von mir denkt, bin eifersüchtig, wenn ich sie mit anderen Leuten sehe und versuche mit allen Mitteln ihre Aufmerksamkeit zu bekommen und habe ständig Angst, dass sie irgendwie schlecht über mich denkt. Ich freue mich und kriege Herzklopfen, wenn sie mir E-mails schreibt, ich sie sehe oder treffe. Ich melde mich unter irgendwelchen Vorwänden bei ihr, nur um mit ihr zu reden. Im Grunde bestimmt Sie und mein Verhältnis zu ihr meine gesamte Stimmungslage.

      Ich habe nun das Angebot bekommen nach meinem Studium (ab Sommer 2014) in dem Institut weiterzuarbeiten und zu promovieren. Da ich gerne in der Forschung arbeiten möchte, ist das für mich eins super Angebot, was ich eigentlich nicht ablehnen möchte. Vor allem weil das ein Forschungsbereich ist, den es in Deutschland nicht so häufig gibt, der mich aber sehr interessiert.

      Ich würde dann also noch 4 weitere Jahre für meine Chefin arbeiten. Auch wenn mich auf der einen Seite darüber freue, bin ich mir nicht mehr so sicher, ob ich das noch 4 weitere Jahre aushalte und ob das eine wirklich gute Basis für eine weitere Zusammenarbeit ist. Ich würde mich so gerne einfach „entlieben“, aber irgendwie werden meine Gefühle zu ihr eher stärker als weniger.

      Ich weiß nicht, was ich tun soll und möchte eigentlich unbedingt diese Doktorarbeit schreiben, leider aber unter dem ständigen Liebeskummer, der Eifersucht und den Gedanken an sie.

      Ich weiß gar nicht, wie ihr mir da helfen könnt, aber vielleicht habt ihr ja Ratschläge.

      Liebe Grüße,
      eponine

      • Hallo Eponine,

        das ist ein starkes Dilemma.

        Die nächsten vier Jahren darfst du auf keinen Fall ausschlagen. Es hört sich aus der Ferne jedenfalls super an.

        Es wäre gut, wenn du aktiv auf der Suche nach einer Frau wirst. Alles anders hält man kaum aus.

        Wenn du einfließen lässt, dass du lesbisch bist, wird sie dich wahrscheinlich mit anderen Augen sehen.

        Eine Freundin von mir hat mal ihre Liebe zu mir gestanden. Ehrlich gesagt kam ich mir verraten vor. Da sie mir so wichtig als Freundin war.

        Ich würde mich aktiv nach einer anderen Frau umsehen, um keinen Bruch zu forcieren.

        • Vielen Dank für Deine Antwort! Ja, ich weiß, dass ich dieses Angebot eigentlich nicht ausschlagen kann (und auch nicht möchte). Du hast Recht, der einzige Weg ist wahrscheinlich eine neue Frau kennenzulernen. Ich bin nicht so in der "Homosexuellen-Szene" drin, fühle mich da nicht so wohl, bin aber in auf mehreren Seiten für lesbische Frauen angemeldet. Ich habe aber habe bis jetzt niemanden kennengelernt, der mich interessiert hat. Im Vergleich zu meiner Chefin hat dich das alles nur "halb" angefühlt. Ach, manchmal wünsche ich mir, dass ich mich auch in Männer verlieben könnte. Man trifft dann einfach mehr potenzielle Partnerin seinem Alltag!

          Danke nochmal!

      Hey du,

      spontan fallen mir drei Dinge ein:

      Lass irgendwann, irgendwie einfließen, dass du lesbisch bist. Wenn du weißt, dass sie es weiß, verändert das sicher auch dein Verhalten ihr gegenüber etwas.

      Das Arbeitsangebot auszuschlagen ist nicht wirklich eine Option, wenn alles so gut passt. Vielleicht kannst du aber besprechen, einen Teil deiner Arbeit in Homeoffice/Bibliothek zu verrichten. Das schränkt die direkten Kontaktmöglichkeiten vielleicht etwas ein.

      Die letzte - und m.E. schlechteste Option scheint mir, sie einzuweihen. Das könnte zwar vielleicht klare Verhältnisse schaffen, aber evtl. auch euer Arbeitsverhältnis gefährden. Vielleicht hilft dir aber auch schon, dir vor Augen zu führen, dass diese Verliebtheit höchstwahrscheinlich keine Zukunft hat. Ich weiß, ein Scheißspruch, aber irgendwo musst du einen Anfang machen und dein Verhalten grundlegend verändern - sonst kommst du da nicht raus. Das ist - zugegeben - schwierig, wenn man sich weiterhin täglich sieht. Daher auch Vorschlag zwei (siehe oben).

      Alles Gute!

      Irgendwann in der Zukunft wirst du klar sehen und es wird alles gut sein!

      #klee

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