Möchte ihm nicht weh tun...

    • (1) 01.11.13 - 08:57
      die schreibfee

      Guten Morgen zusammen!

      Zunächst zu meiner Situation. Ich bin 5 Jahre verheiratet, 17 Jahre mit dem Mann zusammen, 2 gemeinsame Kinder. Die Beziehung läuft gut bis OK, wie es halt nach so einer langen Zeit läuft, alles ein bisschen im Alltagstrott.

      Nun schreibe ich mir seit einigen Wochen per Internet mit einem echt superlieben Mann, den ich von ganz früher noch kenne (Schulzeit). Wir sind voll auf einer Wellenlänge und haben uns gegenseitig rein menschlich schon richtig "lieb". Mein Mann ist kein Mensch großer Worte, während dieser Mann unheimlich emotional sein kann, aber auch lustig, das Gesamtpaket passt. Ich hatte anfangs ein bisschen schlechtes Gewissen, einem "Anderen" so viel Aufmerksamkeit zu schenken (wir schreiben uns täglich mehrfach und ich muss auf oft an ihn denken, er auch an mich), aber es tut so gut und nachdem wir geklärt hatten, dass es ja nur ein bisschen Flirten ist und nichts zu bedeuten hat in Sachen, dass einer von beiden will, dass es mehr wird, konnte ich mich auch lockerer drauf einlassen und es einfach nur genießen. (Der Andere ist auch in Beziehung, aber ohne Kinder).

      Ich wollte nur einfach mal ein paar Erfahrungen/Meinungen dazu wissen. Kennt das jemand? Kann sowas auch auf lange Sicht gut gehen, dass sich daraus eine gute tiefe Freundschaft entwickelt, die für die bestehenden Beziehungen kein Problem darstellt? Ich habe schon das Gefühl, dass ICH das im Griff habe, allein schon weil mir bewusst ist, dass das eben nur auf DIESEM Wege sowas Besonderes ist und sich das im Alltag mit diesem Mann ganz schnell ebenso verlieren würde wie es sich mit MEINEM Mann ja mit den Jahren auch irgendwann durch Gewöhnung verloren hat (der "Zauber"). Ich habe aber Angst, dass ER es evtl. nicht in den Griff bekommt oder behält, ich möchte ihm wirklich ungern weh tun! Er sagt schon manchmal solche Sachen wie "Warum konnten wir uns nicht schon vor 17 Jahren begegnen?", was ja irgendwie impliziert, dass er die Vorstellung schön fänd, heute der Mann an meiner Seite zu sein, oder? Andererseits sagt er, es habe nichts zu bedeuten, wenn er sowas schreibt, es sei sein Ernst, aber es sei doch klar, dass wir in verschiedenen Welten leben, die keiner von Beiden zerstören will!

      Ich möchte ihm einfach nicht weh tun, weil ich ihn echt total gern mag, als Mensch, denn für ihn wäre es natürlich ohne Ehe und Kinder weitaus einfacher, emotional "umzuswitchen" auf eine andere Frau, als es für mich wäre, und daher könnte es ihm vielleicht auch eher passieren, dass er plötzlich DOCH mehr sich erhofft, und das möchte ich halt einfach nicht! Aber ich möchte diesen schönen Kontakt auch nicht jetzt einfach so aufgeben... An ein Treffen o.ä. ist hierbei nicht gedacht, wir schreiben wirklich nur und dabei möchte ich es eigentlich auch belassen, alles Andere könnte dann evtl. doch Komplikationen bringen oder aber bei Nichtgefallen auch das, was wir jetzt haben, zerstören.

      Kennt das jemand? Was denkt Ihr darüber?

      LG

      • (2) 01.11.13 - 10:02

        Denk einfach mal darüber nach, wie es für Dich wäre wenn Dein Mann sowas täte.

        Die ganze Energie die Du dafür aufwendest, hätte eher Dein Mann und Deine Ehe verdient.

        (3) 01.11.13 - 10:09

        Da ich seit vielen Jahren in einer Beziehung lebe, in der ich nur noch der gebende Teil bin, aber nicht mehr viel zurückbekomme an Partnerschaft, Freude, Sex usw- und aus dieser Nummer auch nie herauskomme, weil mein Mann krank ist, kann ich Dich verstehen. Hatte auch schon so eine Internetbekanntschaft "am Anlaufen" - dann aber bemerkt, dass man viel zu viel Energie und sinnlose Träume reinsteckt, die einem eigentlich viel Realität rauben. Es hat keinen Sinn, es geht nicht - und fertig. Da muss man dann wohl den Kopf einschalten und aufhören. Irgendwann tut es sonst entweder einem oder beiden sehr sehr weh oder man verrennt sich in was - alles miteinander nicht gut. Träumen ist schön - führt aber immer in eine emotionale Sackgasse, das Leben ist leider kein Traum, sondern Realität.
        LG

        (4) 01.11.13 - 11:21

        Hi,
        wenn du es trennen kannst... ?

        Dann kann so eine Freundschaft auch beflügelnd für die eigene Partnerschaft sein. Genieße es und interpretiere einfach nicht mehr rein, als es ist, eine Freundschaft.

        Wieso sollte die Beziehung unter einer reinen Freundschaft leiden?

        • Bin ich der Einzige, der jetzt an "Harry & Sally" denken musste?

          Ihr seid doch beide offensichtlich schon bei Gedankenspielen über das "Was wäre wenn...?".

          Freundschaft klingt toll. Ich beneide meine Freundin total um ihre Möglichkeiten des tiefgreifenden Austausches mit ihren Freundinnen über Dinge, die ich bestenfalls bei Urbia posten würde... Aber ernsthaft: Als ich in einer schwierigen Phase (Krankheit) nicht so für sie da war, wie es hätte sein sollen, gab es auch jemanden wie jetzt bei Dir, der zuhörte, ein Freund war, sie aufmunterte. Ich wusste von den Gesprächen, wusste dass es ihr gut tat. Vielleicht grade auch deshalb, weil er von außen kam. Sie sind schließlich im Bett gelandet.

          Es wird immer mal den Moment geben, wo einer oder beide den Alltag einfach satt haben und ans Ausbrechen denken. Wie praktisch, wenn es dann Jemanden gibt, der schon vertraut ist, mit dem man emotional zusammenpasst.

          Ich glaube nicht, dass ein "Wir sind doch nur Freunde" bei soviel Nähe und Gleichklang auf Dauer funktioniert.

      Meine Erfahrung ist: Gefühle lassen sich nicht kontrollieren, nicht planen, nicht steuern.

      Heute sagst du: Ich bin mir sicher, dass ich nicht mehr von ihm will, da ist nicht mehr von meiner Seite...#bla...und plötzlich verändern sich deine Gefühle.

      Und dann liebst du zwei Männer und dann kommen die inneren Konflikte, die Schuld, die Sehnsucht und der ganze Rest.

      Ich weiß, wovon ich rede. :-(

      Dessen muss man sich klar sein, wenn man Menschen begegnet, mit denen man sich sehr verbunden fühlt, dass man sie eines Tages womöglich liebt. Und das dann auch leben will. Und den anderen trotzdem nicht verlassen will. Weil man den auch liebt.

      Ich habe erlebt, dass das passieren kann, auch wenn die Ehe gut ist. Der andere ist einfach anders und das ist es dann, manchmal geht es gar nicht darum, "draußen" etwas zu suchen, was "drinnen" fehlt, es kommt vielmehr etwas herein, von dem man bis dahin gar nicht wußte, wie elektrisierend und köstlich man das findet.

      Davor ist man nie sicher.

      Dessen solltest du dir bewußt sein bei deinem Kontakt.

    • Hallo schreibfee,

      also wenn ihr euch wirklich nur Nachrichten schreibt, wird er sich mit Sicherhit nicht verlieben. Letztlich kann man sich ja nur im realen Leben richtig kennenlernen.
      Falls du das Gefühl hast, dass er doch weiterführende Absichten hat, solltest du ihm nochmal deutlich machen, dass für dich nur eine Freundschaft infrage kommt.

      Ich denke, wenn zudem keine Treffen geplant sind, sollte das kein Problem sein.

      Liebe Grüße,
      lanamagschoki

      • >>>also wenn ihr euch wirklich nur Nachrichten schreibt, wird er sich mit Sicherhit nicht verlieben. Letztlich kann man sich ja nur im realen Leben richtig kennenlernen.<<<

        Ich denke, das siehst du nicht ganz richtig.

        Gerade WEIL man sich im realen Leben nicht richtig kennenlernt, kann man in das virtuelle Gegenüber alles Mögliche reininterpretieren und sich evtl. in eine Romatik und Verliebtheit reinsteigern.

        • Hallo gh1954,

          natürlich kann dies passieren, allerdings kann man dann nicht von wirklich Verliebtheit sprechen.
          Man liebt ja in diesem Fall nicht den Menschen, sondern nur die eigenen Vorstellungen.
          In diesem Fall würde ich das eher als eine Schwärmerei ansehen.

          Es ist aber sicher auch eine Typfrage.
          Ich muss gestehen, dass ich mich in einen Menschen nur dann wirklich verlieben kann, wenn ich ihn besser kenne, mit ihm spreche und ihn berühre.

          Trotzdem kann sie ja ihren Wunsch nach einer Freundschaft offen kommunizieren, sodass er weiß, wie sie die Sache sieht.

          Liebe Grüße,
          lanamagschoki

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