Das verflixte 7. Jahr?

    • (1) 11.11.13 - 12:49

      Hallo zusammen,

      ich würde gerne Eure Meinung/Erfahrung zum verflixten 7. Jahr hören. Ist das sowieso nur ein Blödsinn oder ist tatsächlich nach 6 Jahren (plus - minus ein Jahr) herum ein Knackpunkt in einer Beziehung? Wenn ja, warum gerade dann?

      Warum ich das frage - weil wie der Zufall so will, wir gerade im 7. Jahr unsere Beziehung sind und ich mich nun vermehrt frage, ob unsere Ehe eigentlich noch "gut" läuft.
      Das verwirrende ist, das ich eigentlich keinen Grund habe bzw gab es nicht wirklich einen Vorfall und trotzdem gibt es in mir den Zweifel, ob unsere Ehe halten wird!?!

      Mein Mann und ich haben prinzipiell dieselbe Einstellung gegenüber Werten und Hobbies/Interessen sind auch sehr überschneidend.

      Liebesleben ist zwar nicht so oft wie wir es beide gerne hätten, aber wenn dann ist der Sex befriedigend. Zwar zugegeben nicht 100% das was ich mir vorstellte (vermutlich umgekehrt auch), aber nur diese kleine Unstimmigkeit, kann doch nicht für das Zweifeln an der Beziehung verantwortlich sein oder etwa doch?

      Oder ist nach dieser Zeitspanne so richtig der Alltag eingekehrt (noch dazu mit Kleinkind), auch wenn die anfängliche rosa-rote Brille ja schon seit einiger Zeit abgelegt wurde?

      Es gibt natürlich Streiterein, aber eigentlich keine großen Zwists. Sind wir uns vielleicht zu ähnlich und sehen im anderen die Defizite von einem selber? Ist die Redenswendung "Gegensätze ziehen sich an" vielleicht doch besser in einer Beziehung?

      Habt ihr Erfahrungen mit plötzlichen Zweifeln, auch wenn die Beziehung gut läuft? Wenn ja wäre ich dankbar zu erfahren, wie ihr herausgefunden habt, wo der Zweifel herkommt, bevor mein Kopf zum Rauchen beginnt. ;-) Ev. habt ihr einen Denkanstoß für mich, denn irgendwie drehe ich mich im Kreis.

      Mit meinem Mann hab ich noch nicht darüber gesprochen. Also wir hatten ein Gespräch das in die Richtung ging, aber ich habe nichts von dem nagenden Zweifel erwähnt. Es ging hauptsächlich darum, wie wir qualitativ mehr Zeit als Paar nutzen können. Das klappte eigentlich auch und trotzdem sind da immer noch diese Zweifel die ich nicht festmachen kann. #klatsch

      Für jeden Tipp oder Gedanken dankbar!

      LG
      Dani

      • Ich denke in jeder Beziehung gibt es Phasen, in denen die Beziehung in Frage gestellt wird. Ob das verflixte 7. Jahr ein Mythos ist, kann ich dir nicht sagen.

        Wir haben genau im siebten Jahr unser erstes Kind bekommen und hatten zu dem Zeitpunkt eine Krise. Ob es am 7. Jahr lag, oder an der neuen Situation, in die wir erst reinwachsen mussten, kann ich dir nicht sagen.

        Fakt ist, das man alle schlechten Phasen überwinden kann, wenn es beide wollen.

        Dazu muss man aber auch das miteinander reden beherrschen und versuchen, dass Beste aus der Situation zu machen und sich nicht festzufahren.

        Meistens sind wir Frauen diejenigen, die sich zu tief in das schlechte reindenken und das gute in diesen Phasen komplett ausblenden. Deshalb sollten wir erst bei uns selbst anfangen, zu hinterfragen was uns fehlt, bzw. was in Zukunft besser gemacht werden könnte.

        Und dann können wir auf unsere Männer zugehen und versuchen die Lage zu ändern. Meistens erledigt es sich aber mit der Zeit von selbst und dann kommt wieder eine schöne Phase, die von Jahr zu Jahr immer länger anhält.

        Mein Tipp: Versuche das positive in deiner Beziehung in den Vordergrund zu drängen. Wenn das Negative sich immer noch meldet, dann sprich mit deinem Mann darüber.

        • <<< Dazu muss man aber auch das miteinander reden beherrschen und versuchen, dass Beste aus der Situation zu machen und sich nicht festzufahren. >>>

          Ja, da liegt ein Problem bei uns. Wir reden schon. Meist fange ich damit an, aber vielleicht nicht 100% klar genug. Meine Angst in diesem konkreten Fall ist, das wenn ich von dem Zweifel anfange und er mich fragt, welcher denn das ist, ich keine vernünftige Antwort geben kann und sich dadurch das Gespräch im Sand verläuft, aber der Zweifel trotzdem bleibt.

          >>> Mein Tipp: Versuche das positive in deiner Beziehung in den Vordergrund zu drängen. Wenn das Negative sich immer noch meldet, dann sprich mit deinem Mann darüber. >>>

          Danke, ja darauf wird es wohl hinaus laufen.

          LG

          • <<<Meine Angst in diesem konkreten Fall ist, das wenn ich von dem Zweifel anfange und er mich fragt, welcher denn das ist, ich keine vernünftige Antwort geben kann und sich dadurch das Gespräch im Sand verläuft, aber der Zweifel trotzdem bleibt.>>>

            Warum solltest du keine vernünftige Antwort geben können?

            Ist es vielleicht einfach nur der Alltag und die Langweile, weil jeder Tag nach dem gleichen Schema abläuft?

            • Das kann sein... Aber mir ist und war immer bewusst, das eine Beziehung einen Alltag hat. Das ist zb eine Tatsache, die ich auch Freundinnen immer sage, wenn sie mit einer Unzufriedenheit zu mir kommen. Ich hätte nicht gedacht, das mich das auch so überrumpeln könnte.

              • Wir Frauen machen uns immer viel zu viele Gedanken, während die Männer es meistens so akzeptieren können, wie es ist.

                Vielleicht sollten wir uns eine Scheibe abschneiden und einfach froh sein, dass wir sie haben. :-)

                Mach dir nicht zu viel Kopf. Wie gesagt, versuche zuerst an dir zu arbeiten und wenn du merkst, das er der Grund für die momentane Krise ist, dann spreche ihn darauf an. Bis dahin wirst du sicherlich auch definieren können, was es ist.

                Ansonsten warte ab...... es kommen ganz sicher auch wieder gute Zeiten.

                Bei uns sind es jetzt 14 Jahre. Und immer wenn ich gezweifelt habe, hat er mir gezeigt, das es schlimmeres gibt und er der richtige für mich ist.

      (7) 11.11.13 - 13:01
      das verlixte 8. Jahr

      Solche Gedanken (trotz, dass alles mehr oder weniger gut lief) habe ich mir im 5. Jahr auch gemacht. Allerdings ging es da noch ganz gut. Es hat angefangen im 8 Jahr zu kriseln, im 9. habe ich meinen Mann verlassen.

      Meine Schwester hatte tatsächlich im 7. Jahr ihre große Ehekrise, die sie doch noch überstanden haben. Diesen Monat sind sie dann 16 Jahre zusammen.

      Es kann so oder so ausgehen. Warum aber ausgerechnet das 7. Jahr als verflixt bezeichnet wird - ist mir ein Rätsel.

      Alles Gute für euch

      • Sorry das ich frage, aber hast du deinen Mann verlassen, weil sich gegenüber dem 5. Jahr nichts geändert hatte? Oder kam etwas anderes hinzu?

        Eine Trennung will ich eigentlich nicht, vor allem aus welchem Grund auch bei uns? Ich befürchte, das aus einem Zweifel, den ich nicht mal benennen kann (bescheuert, ich weiß), mit den Jahren chronische Unzufriedenheit wird und irgendwann der große Knall kommt.

        Wenn ich aber mit meinem Mann etwas berede, das ich nicht wirklich begründen kann, dadurch Unsicherheit schüre, zerstöre ich vielleicht mehr als eigentlich notwendig ist.

        Ev. sollte ich auch einfach mal aufhören, das Thema durch zu denken und sehen wie die nächste Zeit läuft und wie Medina sagt, es einfach nur gerade eine schlechte Phase ist.

        • (9) 11.11.13 - 13:51
          das verlixte 8. Jahr

          Im 5. Jahr habe ich mir darüber angefangen Gedanken zu machen, weil ich eben nicht wollte, dass es bei uns im 7. Jahr kriselt. Der Auslöser war, dass alles, wie soll ich es besser ausdrucken, mehr oder weniger zur Routine wurde. So habe ich mir überlegt, wie ich es ändern könnte. Meinen Mann darauf angesprochen, war ich überrascht, dass er mit der Routine recht zufrieden war... Mir war es zu wenig, ich wollte nicht, dass es keine Überrauschungen mehr gibt, dass alles so vor sich hin läuft...

          Na ja, dann wurde es im 8. Jahr aber so, dass jeder nur seine Interessen im Blick hatte. Nachdem mein Mann jahrelang Fußball spielte, was für mich von Anfang an in Ordnung war, und mir Versrechungen machte wie "mit 32 höhre ich auf" und mit 32 dann noch seine Trainer- und Schiedsrichter-Scheine gemacht hat, Spieler-Trainer und nur noch an Fußball interessiert war, habe ich mir mehr Hobbies gesucht. Wir haben uns dann unter der Woche ca. 15 Min / Tag gesehen und wochenends ca. 3 Std (Auswärtsspiele, Essen/Trinken gehen mit der Mannschaft, Schiedsrichterjob, Trainersitzungen und einfach "Sauf"-Abende mit Fußballfreunden) habe ich gemerkt, dass ich ihn einfach nicht mehr vermisse/brauche/will.

          Wir begannen (ich besser gesagt) eine Therapie. Er sagte, geht du zuerst zur Therapeutin - unsere Ehe retten. Na ja, man kann nicht viel retten, wenn nur einer an der "Rettung" interessiert ist, bzw. sich aktiv einbringt.

          Als er mitwollte... war es schon zu spät. Die Gespräche haben mich darin gestärkt, nach mir selbst zu schauen, selbst glücklich zu werden. Ja, ich bin glücklicher ohne ihn. Ich war früher irgendwie auf einer Warteposition. Wenn mein Mann endlich Zeit für mich findet, dann könnten wir das und jenes tun. Aber ohne ihn war es viel entsprannter und schöner, und ich musste nicht warten, bis alle Fußballjobs gepalnt und erledigt waren und alle Frußballfreunde getapet, zum Bus gefahren/vom Bus abgeholt, alle Fußballberichte geschrieben und alle Interviews gemacht wurden.

          Leben statt warten - das ist schön. Schön ohne ihn oder weil ohne ihn...

          LG

          • Danke für deine ausführliche Antwort.

            Ich sehe leider einige Ähnlichkeiten - auch bei mir ist es so, das ich mir manchmal wünsche, wir würden mehr gemeinsam machen. Wenn das mal ist, dann ist es mir aber auch nicht recht so wie es ist.

            Langsam glaub ich eher, das ICH das "Problem" bin....

            LG

            • (11) 11.11.13 - 14:31
              das verlixte 8. Jahr

              Nein, nein, so darfst du nicht denken.

              Warum ist man mit einem anderen Menschen zusammen?
              Nicht etwa, um diesen Menschen z.B. deinen Mann mit sauberer Wäsche und warmen Essen zu versorgen. Sondern, um GEMEINSAM etwas zu erleben. Der Alltag gehört dazu, ganz klar. Aber was ist es für eine Gemeinschaft, wenn es nur auf die Grundversorgung hinausläuft und man sonst "beste Freunde" oder ein "eingespieltes Team" ist?

              Was spricht dagegen deinen Mann darauf anzusprechen, dass du mehr Zeit mit ihm verbringen willst, dass deine sexuellen Vorstellungen von seinen abweichen... Du schreibst du vermutest, dass es ihm gleich geht, daher nehme an, habt ihr nicht darüber gesprochen. Sag ihm, das er dir fehlt, dass du ihn auch als Liebhaber vermisst, dass du mehr vom Leben erwartest als nur zu funktionieren und halbwegs zufrieden oder glücklich zu sein.

              Viele Grüße

    Hallo Dani,

    ich glaube an solche Theorien nicht. Ich denke es ist normal, wenn man ab and an an seiner Beziehung zweifelt, jedoch sollte man sich einfach bewusst machen wie sehr man jemanden lieb hat und ob man ohne ihn leben möchte (den man "kann" auch immer ohne, aber die Frage ist für mich ob man das will). Man sollte sich einfach vor Augen halten, dass das Leben sehr kurz ist und den anderen nie als selbstverständlich erachten. Wenn man jeden Tag aufwacht und sich klar macht, dass man jeden Tag mit den Partner genießen sollte, dann hat man auch genug Motivation einfach für seine Beziehung jeden Tag was zu tun um sie ein bisschen spannender zu gestalten. Ich denke ihr sollte einfach ein bisschen mehr flirten und versuchen euch wieder zu erobern...und generell bin ich der Meinung, dass man solche Gedanken mit seinem Partner teilen sollte...und schließlich muss ich dir sagen, dass ich mittlerweile der Meinung bin, dass nicht das zählt was eventuell in der Zukunft passieren könnte, sondern das Hier und Jetzt.

    LG

    Patty

    • <<< Ich denke ihr sollte einfach ein bisschen mehr flirten und versuchen euch wieder zu erobern... >>>

      DA ist etwas zugegeben etwas wahres dran. Das kommt sehr selten vor bei uns. Leider muss ich zugeben, auch von meiner Seite. Ich werde mir das mal zu Herzen nehmen. Danke.

      LG

Ich habe nie in den letzten 10 Jahren an meinem Mann gezweifelt. Ich habe eher an der Beziehung gezweifelt. Aber nicht wegen der Liebe, sondern weil ich das Gefühl hatte und manchmal noch habe, noch einmal irgendwas komplett anderes zu machen. Da ist dieser Gedanke, was im Leben verpasst zu haben. Mal 2 Jahre woanders arbeiten, die Welt bereisen. Das geht halt in diesem Leben nicht. Und zu zweit einen kompletten Neustart machen, dazu habe ich mit Ü30 gar keine Ambitionen bzw. keine Kraft mehr.

Aber: ich bin wirklich zutiefst dankbar, diesen Mann gefunden zu haben. Ich will gar keinen anderen, weil er einfach der passende Deckel für mich unförmiges Töpfchen ist. Ich bin glücklich wie mein Leben verlaufen ist. Das Schlimmste wäre, ihn nicht an meiner Seite zu haben. Fernweh hin oder her.

  • Das Gefühl etwas versäumt zu haben, ist es eigentlich nicht. Ich selber habe einige Jahre als überzeugter Single gelebt, war 2,5 Jahre im Ausland und habe dann aber eine Ehe/Familie gewollt. Das alles ist genauso gekommen und wir als Eltern funktionieren super. Als Paar kommen wir oft zu kurz, aber darüber haben wir gesprochen und wir arbeiten daran - klappt mal mehr und mal weniger. Aber ich denke das ist "normal".

    Ach ich weiß auch nicht. Ich habe (bzw hatte bisher) eigentlich die Meinung eine 100% stimmende Partnerschaft ist ein Mythos. Es gibt immer Abstriche und man muss nur entscheiden, welche Abstriche man bereit ist zu machen. Ev komm ich grade dahinter, das das Blödsinn ist. :-(

    LG

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