Bin unzufrieden

Würdet Ihr so eine Beziehung weiterführen?

    • (1) 20.11.13 - 08:19
      Unzufriedene

      Hi,

      ich bin seit 10 Jahren liiert. Wir haben aber nie geheiratet und haben aus Überzeugung getrennte Haushalte. Wir hatten sehr schöne Jahre. Ich habe wirklich gedacht, meine Traumbeziehung endlich gefunden zu haben. Wir haben beide Scheidungen hinter uns.

      Vor vier Jahren ist er dann arbeitslos geworden. Mit Ü50 findet sich nicht so leicht ein neuer Job. Er hat sich bemüht und sich so durchgewurstelt. Es hat gereicht. Dann wieder Arbeitslosigkeit. Trotz sehr guter Ausbildung und jahrelangen Führungspositionen findet er nichts, was anständig bezahlt wird. Er ist jetzt Aufstocker. Arbeitet für diesen Hungerlohn meist 45 Stunden die Woche. Dann hat er noch zwei minderjährige Kinder, zwar meistens nur am WE aber die kosten natürlich auch.

      Nun ist es so, daß wir aufgrund seiner finanziellen Situation im Grunde nichts mehr machen können. Keine schönen Reisen mehr, außer ich bezahle. Das möchte er aber auch nicht. Er fühlt sich dann unwohl.

      Wir gehen nur noch selten essen. Ich vermute, da ich ihn meistens einlade, hat er keine Lust mehr dazu. Wir gehen nicht mehr in Konzerte oder mal ins Kino. Kein Geld oder die Kinder sind da.

      Ich selber verdiene ganz gut, aber auch nicht genug, um ein Leben für zwei und evtl. noch die beiden Kinder (was Reisen) betrifft, zu finanzieren, so wie ich mir das vorstelle.

      Fazit: Ich habe eine gescheiterte Ehe hinter mir, wollte jetzt endlich LEBEN, was von der Welt sehen, solange ich noch gesund bin. Nichts davon geht. Und Änderung ist nicht in Sicht.

      Ich bin momentan hochgradig unzufrieden. Würde mich aber auch mies und ungerecht fühlen, wenn ich die Beziehung aus finanziellen Gründen beende.

      Nur, meine Zeit rennt. Irgendwann werde ich nicht mehr die Chance haben, einen Partner zu finden, der zu mir paßt (das wird immer schwerer) und gesund genug bin, um zu reisen und etwas vom Leben zu haben.

      U.

      • Er ist alleine und bekommt trotzdem noch ALG2?. Und das bei einer 45 Stunden Woche? Da muß er nicht nur einen Hungerlohn bekommen, sondern er wird ausgebeutet.
        Ich bin Alleinverdiener und wir bekommen noch einen Teil Alg2, so die Hälfte von der Miete. Aber wir sind 6 Personen und wenn ich alleine wäre, würde ich locker über die Runden kommen und ich verdiene nicht so pralle.

        Ich für meinen Teil werde ja ankreuzen, weil mir Reisen und Essen gehen nicht wichtig sind. Sonst scheint ja alles bei euch zu stimmen.

        LG

        • (3) 20.11.13 - 08:42

          Ja, er wird ausgebeutet. Das weiß er und ich weiß es auch. Er findet nichts anderes und es sieht schlecht aus, daß sich das noch mal ändert. :-(

          Mir ist es aber eben schon wichtig, daß man nicht nur in der Wohnung rumhockt, sondern auch mal rauskommt. Das einzige "Vergnügen", daß wir außerhalb haben sind Spaziergänge. Ich trau mich schon gar nicht mehr zu erzählen, wenn ich shoppen war und bin dann froh drüber, daß wir nicht zusammen wohnen.

          Wie hält man das aus, ganz ohne Theater, Konzerte, Museen, Restaurants, Sauna usw. Selbst auf einen Cappu möchte er sich nicht einladen lassen, wenn wir unterwegs sind, also beim Spaziergang. Früher war das kein Problem, da hat er das gern gemacht, im Café sitzen und Leute beobachten. Heute kommt immer: Nicht böse sein, heute nicht.

          U.

          • Vermutlich fällt es ihm deswegen so schwer eine Einladung anzunehmen, weil er spürt, dass du mit seiner finanziellen Situation unzufrieden bist. Das ist nachträglich natürlich schwer zu ändern, oder wenn, dann nur kleinen Schritten.

            Eine Partnerschaft muss ausgeglichen sein im Geben und Nehmen, und damit meine ich nicht das Finanzielle. Gib' ihm Gelegenheit Dir zu geben, dann wird er auch wieder annehmen können.... (Vielleicht kann er dich pflegen, wenn du krank bist, dir was reparieren oder das Auto zum TüV bringen, ein romantisches Abendessen für dich kochen, was auch immer.) Gib' ihm die Gelegenheit auch mal der Starke zu sein, der dir hilft!

      Ganz schön egoistisch und wenig partnerschaftlich dein Denken. Gut, dass du nicht auf >in guten wie in schlechten Zeiten< geschworen hast.

      VG
      Rose

        • Ich habe nicht behauptet, dass sie unehrlich und unmenschlich sind.

          • Stimmt, du hast sie wenig partnerschaftlich und egoistisch genannt, was ich beispielsweise übergriffig finde.

            Die eigenen gefühlte kann einem keiner absprechen und es ist legitim wenn das deine Sicht der Dinge ist, dennoch denke ich, dass das ein Schnellschuss und unsensibel war.

            • Ihr Partner macht beruflich und finanziell eine Krisenzeit durch und sie denkt an Trennung, weil sie mit ihm nicht gut Essen gehen, nicht ins Kino gehen und nicht so reisen kann, wie sie das gern würde. Das ist in *meinen Augen* egoistisch und wenig partnerschaftlich.

              • Verhält der Partner sich weniger egoistisch? Verhält er sich partnerschaftlich?

                Er dümpelt und japst scheinbar in Selbstmitleid rum und selbst die Partnerin die für ihn einsteht, darf das nicht.

                Keine Einladung zum essen? Ausflüge, Einkäufe USW.

                Auch das ist ein füreinander einstehen. Und ja, versuchte ich derart viel und es mündet in die immer gleiche Ablehnung, würde mir der Spaß an Partnerschaft und damit einhergehend dem Leben ebenso vergehen.

                • Vielleicht habe ich es ja überlesen - hat ihr Partner ihr verboten alleine oder mit anderen ins Kino oder essen zu gehen?

                  Gut, dass die Menschen nicht alle gleich sind. Ich würde meinen Partner in so einer Situation jedenfalls nicht verlassen und die Freude am Leben würde ich auch nicht verlieren. Jeder setzt andere Prioritäten.

                  • Da es um die Partnerschaft geht, sollte es wohl selbstredend sein auch Erlebnisse mit dem Partner zu teilen.

                    Hier geht es nicht um Schuldzuweisungen und wenn doch, bekleckern sich mindestens beide nicht mit Ruhm.

                    • Man muss nicht jedes Ereignis mit dem Partner gemeinsam erleben, wenn manches für den Partner, warum auch immer, gerade nicht machbar ist. Es geht ja hier der TE um die Aktivitäten, die er nicht mitmacht, weil sie für ihn nicht bezahlbar sind und auf die sie aber nicht verzichten möchte.

                      Ich habe doch gar nicht von irgendwelchen Schuldzuweisungen gesprochen. #kratz

                      • Welche er aber wohl rigoros ablehnt, wenn sie ihn einladen möchte.

                        Kaffee? Nö
                        Kino? Nö
                        Theater? Nö
                        Zoo? Nö

                        Das er das nicht zahlen kann, ja mei, Durststrecken hat man selbst wohl auch mehr als einmal erlebt. Sich aber rigoros der Zuwendung des Partners verwehren, lieber keinerlei gemeinsame Aktivitäten unternehmen, dazu gehören auch Bildung und Leben, kann doch wohl dauerhaft keine Lösung sein.

                        Kurze Durststrecken, ja da ist zurückstecken wohl normal, da läuft man mal auf Sparflamme, aber dich nicht rigoros und wohlmöglich Monate/ jahrelang.

                        Und natürlich kann sie Erlebnisse auch mit ihren Freunden teilen, warum aber eingeladen nicht mit dem Partner. Auch das ist dich Partnerschaft, Dinge gemeinsam erleben.

                        • Sie schreibt doch selber in ihrem Eingangsthread, dass sie sich mies fühlen würde, würde sie die Beziehung aus **finanziellen** Gründen beenden. Bis er in einen finanziellen Engpass kam, war es lt. ihrer eigenen Aussage eine sehr glückliche Beziehung.

                          Sie schreibt auch, dass sie Essen gehen, Kino usw nur noch selten tun. Selten heißt nicht nie. Und sie schreibt, dass sie "meistens" bezahlt. Er möchte das offenbar abe nicht häufig, dass sie für ihn bezahlt. So habe ich das verstanden. Einschränkungen und Kompromisse müssen in einer Partnerschaft immer mal wieder eingegangen werden. Er fühlt sich unwohl, wenn er sich von seiner Partnerin ständig finanzieren lassen soll, warum das so ist, wird wohl nur er wirklich beantworten können. Ich würde mich dabei auch nicht wohl fühlen, kann das also gut nachvollziehen. Sie ist es, die keine Kompromisse eingehen will.

                          Ganz klar erkenne ich, dass sie nicht auf ihren bisherigen Vergnügungsstandart verzichten möchte. Das ist ja ihr gutes Recht. Aber wenn das der Grund für ihre Trennungsgedanken sind, dann, und hier komme ich wieder auf unseren "Streitpunkt" zurück, ist das wenig partnerschaftlich und egoistisch.

Top Diskussionen anzeigen