schlimmer Jahrestag

    • (1) 24.11.13 - 01:24
      Gatte

      Guten Abend,

      ich habe vor Jahren meine wunderbare Frau kennengelernt, wir haben Kinder, leben ein glückliches Leben.

      Sie hat eine Vergangenheit mit "soften" Drogen, einer verkorksten Familie und leider auch einer Vergewaltigung. Sie hat zurück ins Leben gefunden. Letztlich auch durch unsere Beziehung. Ich stehe immer an ihrer Seite und habe sie zurück ins Leben geholt. Wir leben ein ganz normales Leben, sie ist stabil.

      Bald kommt wieder dieser Jahrestag. Auch wenn sie alles therapeutisch aufarbeiten konnte, habe ich Angst. Tage vorher komme ich nicht an sie heran, sie ist schreckhaft, ängstlich, wehrt mich ab, Seit Jahren fahren wir an diesem Tag zu der Stelle, weil sie es so will. Aber ich will das nicht mehr. Nicht weii ich es nicht aushalte, wegen ihr.Aber wenn ich sie nicht fahre, tut es eine Freundin.

      Warum ist das so? Wie kann ich sie davon abbringen? Was kann ich an diesem Tag mit ihr machen? Es ist am Wochenende, wo wir "sturmfrei" haben, weil die Kids von Samstag auf Sonntag bei Oma sind, Nicht deswegen, sondern grundsätzlich.

      Ich bekomme Magengeschwüre dabei, wenn ich daran denke, dass sie wieder dort "gucken möchte".

          • (5) 24.11.13 - 10:42

            Was ist das für eine seltsame Art der "Therapie"? Sie merkt doch selbst, wie schlecht es ihr dabei geht und das ist in dem Fall sehr kontraproduktiv. Wenn sie will jetzt das letzte mal hinfahren und nie wieder

            (6) 24.11.13 - 11:10

            Wie viele Jahre ist das her?
            Was ist das für ein Ort?
            Ein Waldstück? Ein Haus?

      (8) 24.11.13 - 08:07

      Hallo,

      Hat sie dir mal erzählt warum sie unbedingt da hin möchte ?

      Was macht sie da ?

      LG

      Hallo,

      wäre es eine Option, dieses Wochenende mal ganz woanders zu verbringen? Wenn die Kinder untergebracht sind, schenk ihr ein gemeinsames Wellnesswochenende oder einen Städtetrip. Natürlich nach vorheriger Absprache mit ihr.

      Ist Deine Frau in Therapie, was sagt der Therapeut zu ihrem Wunsch, immer wieder diesen Ort aufzusuchen?

      Lg, Cinderella

      (10) 24.11.13 - 11:01

      Ich verstehe nicht warum sie dort immer hin will, würde es aber akzeptieren und sie dabei unterstützen. Ich kann mir vorstellen, dass deine Frau spürt, dass du sie nur widerwillig begleitest, so dass es ihr vielleicht deswegen schwer fällt, davon los zu kommen.

      Fahr mit ihr hin, auch wenn du es nicht verstehst, aber macht anschließend etwas, was du gern mit ihr zusammen tun möchtest.

      Warum besuchen Überlebende Konzentrationslager, wo dort so schreckliche Dinge Millionen Menschen zugestoßen sind?

      Weil auch die Dämonen zu ihrem Leben gehören.

      Und wenn man ihnen Aug in Aug gegenüber steht, haben sie keine Macht mehr über einen, weil man selbst überlebt und sie bezwungen hat.

      Wenn man dem Schrecken ins Gesicht blickt, ohne daran zu zerbrechen, dann zerbricht der Schrecken ein Stück weit.

      Und das halte ich für ihre Art Therapie.

      • (12) 24.11.13 - 17:11

        Danke, so habe ich es noch nicht betrachtet.

        Ja, sie merkt mit jedem Besuch, dass es immer weniger weh tut. Es ist das Haus, in dem sie früher mit ihrem Exfreund gewohnt hat.

        Ich möchte nicht, dass sie alleine fährt, da ich Angst habe, dass ihr während der Fahrt etwas passiert.

        Danke.

    (13) 24.11.13 - 20:21

    hallo!
    ich denke auch, dass es eine art therapie ist. opfer von sexueller gewalt verdrängen meist sehr viel. wenn sie ihre gefühle zulässt, ist sie dabei, es zu verarbeiten.

    vielleicht kannst du ihr vorschlagen, sich von dem ort zu verabschieden, ein brief, eine blume etc. und danach beginnt ihr den tag neu, gestärkt... vielleicht ein essen oä.
    ich hoffe, sie hat auch eine "richtige" therapie!
    lg julia

    (14) 24.11.13 - 22:47

    Ich verstehe, dass es für dich schwer zu ertragen ist, da du ja relativ hilflos daneben stehst, aber es ist natürlich wichtig, was es für sie bedeutet. Wenn ihr diese Art der Konfrontation tatsächlich den Schrecken der Erinnerung mindern kann, ist es grundsätzlich vielleicht hilfreich. Was mich irritiert, ist die Ritualisierung des Jahrestages in dieser Form. Hat sie darüber mit einem Therapeuten gesprochen?

    Auf jeden Fall ist das Thema etwas, das den Partner teils außen vor lässt. Sie muss damit klarkommen. Wenn sie einen Weg findet, wie sie das schafft, ist viel gewonnen.

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