Überempfindlich?

    • (1) 29.11.13 - 12:29
      schlaflos2013

      Hallo zusammen,

      ich bin mit meinem Partner seit 13 Jahren zusammen und wir haben einen 3-jährigen Sohn. Unsere Beziehung war nicht immer rosarot, aber welche ist das schon.
      Es gab vor Jahren 2 Ereignisse, die das Vertrauen in meinen Partner erschüttert haben. Es hat mich damals in eine wichtige Lebensentscheidung nicht mit einbezogen. Ok, könnte ich mit leben, er wollte es mit sich ausmachen. Hat mich aber über seine Entscheidung nicht in Kenntnis gesetzt und getan als ob alles noch beim Alten wäre - ein halbes Jahr lang. Wir wohnten damals nicht zusammen, von daher war das möglich.

      Wir zogen zusammen und es lief ganz gut. Er bekam einen guten Job und alles lief. Ich hatte immer mal wieder Anflüge von Misstrauen, nichts greifbares. Er bekam einen neuen besseren Job, in den er sich seit 2 Jahren stürzt. Anders kann ich es nicht mehr beschreiben.
      Er ist mind. 15 Stunden am Tag außer Haus, es können auch 20 Stunden werden. Dann schläft er ein wenig und muss morgens schon wegen unseres Sohnes raus.
      Am Wochenende hat er zwar meistens frei, ist aber auch erledigt. Verständlicherweise.

      Diese Woche war auch wieder recht hart. Gestern früh sah er einfach nur furchtbar aus, wegen des wenigen Schlafes. Gestern Abend dann ging er zu einem Geschäftsessen. Ich habe nicht damit gerechnet, dass wir uns noch sehen. Ich kenn das ja.

      Halb 4 wurde ich wach und er war noch nicht da. Ich versuchte ruhig zu bleiben und zu schlafen, was aber leider nicht ging. In meinem Kopf kreiste es. Ist was passiert? Hat er getrunken und bleibt bei einem Kollegen (was aber schon ewig nicht mehr vorgekommen ist)?
      Er hat prinzipiell die Angewohnheit mir nicht Bescheid zu geben. Ich weiß nicht, wie oft wir diese Diskussion schon hatten, dass einfach Bescheid geben soll, wenn es später wird.
      Ich stand dann kurz vor 5 auf, und hörte dann, dass er nach Hause kam.

      Er wollte mich begrüßen, aber meine Verzweiflung (?) ist in Wut umgeschlagen und sagte nur sowas wie "kannst du dir nicht vorstellen, dass ich mir Sorgen mache?" und bin duschen gegangen und er schlafen, um 7 Uhr wieder aufstehen zu können.

      Und jetzt sitz ich auf Arbeit und irgendwie schmerzt das alles nur.

      All das was hätte sein können ist in meinem Kopf. All das was vll. gewesen ist, ist in meinem Kopf und tausend Fragezeichen. Die Frage, warum seine Arbeit IMMER so verdammt wichtig ist und anscheinend seine Kollegen, denn mit denen war er ja sicherlich weg. Wichtiger als seine Gesundheit und seine Familie. Er sagt immer, er tut das ja auch für uns (Geld). Ist schon klar, verstehe ich ja auch, aber in diesem Ausmaße? (ein gewisses Geltungsbedürfnis hat damit sicherlich nichts zu tun...) Und dann natürlich die Frage, warum ich hier sitze und noch nichts von ihm gehört habe - ach ja, er ist ja bei der Arbeit, da hat er für andere Dinge keinen Kopf, nicht mal eine Minute anrufen. Wenn ich ihn anrufen würde, wäre er sowieso nicht bei der Sache....

      Ich könnte ewig weiterschreiben und keiner hätte mehr Lust zu lesen. Also von daher, danke dafür. Gerne immer her mit euren Gedanken und Tipps? Ich musste das jetzt einfach ein bisschen loswerden.

      Rückt mir mal den Kopf zurecht, dass ich spinne und froh sein soll, dass er sich für uns so aufopfert und so´n Kram...

      • Habt ihr über diesen Job und die damit verbundene Zukunft gesprochen, bevor er ihn annahm?

        • (3) 29.11.13 - 13:18

          Das ließ sich vorher nicht so absehen. Sein vorheriger Job war auch schon zeitintensiv, aber eher 4mal die Woche "pünktlich", also normale Uhrzeit, zu Hause und 1mal nicht oder so. Er wollte da aber raus, weils frustrierend lief und hat dann dieses gute Angebot angenommen.

          Es ist ein Job, in dem man sich hocharbeitet u.U. recht schnell, wenn man gut ist, kommt man weiter nach oben, hat man mehr Aufgaben, mehr Verantwortung. Und wie gesagt, dass konnte man sich nicht ausmalen. Anfangs war´s noch im Rahmen, seit einem halben Jahr läuft richtig extrem, wie ich finde.

          • Ich verstehe das. Ich hätte auch lieber meinen Mann öfter bei mir, als mehr Geld.

            Hast du ihm schonmal gesagt, das du darunter leidest und es dir zu viel wird?

            Kann er nicht etwas kürzer treten, ohne den Job komplett aufzugeben?

            • (5) 29.11.13 - 13:31

              Ja, wir hatten schon zig Gespräche. Es läuft immer wieder auf´s Selbe raus: "was soll ich denn machen?" "nur noch das eine Ding, dann wirds ruhiger" "ich krieg nen neuen Kollegen, da kann ich mehr abgeben" Ich könnte die Liste endlos fortsetzen. Und nächstes Jahr soll er befördert werden...

              Wenn er kürzer tritt, ist er "raus", sagt er immer. Vll. ist es auch so. Ich glaub, grundsätzlich kann ich fast damit leben, aber ich fand, dass er dem Ganzen heute morgen quasi die Krone aufgesetzt hat. Sagen wir mal, das Essen ging, großzügig gedacht, bis Mitternacht. Ich kann und will einfach nicht verstehen, warum man sich dann noch die ganze Nacht um die Ohren schlägt obwohl man die letzten 4 Tage max. 15 Stunden geschlafen hat. Da kommt dann mein Misstrauen - leider.

      Ein Problem ist sicher das exzessive Arbeiten. Warum muss er morgens wegen eurem Sohn aufstehen? Kannst du das nicht übernehmen? Du scheinst weniger Stunden zu arbeiten.

      Die andere Frage, die ich mir stelle ist: bei welchem Geschäftsessen kommt man erst um 5:00 Uhr morgens nach Hause? Finde ich seltsam.

      • (9) 29.11.13 - 17:42

        Im Prinzip muss er aber trotzdem "früh" da sein. Spätestens 10 Uhr, das bedeutet nunmal spätestens 7.30 Uhr aufstehen und wenn er, wie die Woche 2-3 Uhr nach Hause kommt, bleibt nicht mehr viel Schlaf.

        Das ist ja das was ich meine. Das Geschäftsessen ging sicherlich lange, aber nicht so lange und dann wird er mit allen (oder einem Teil) der anwesenden Kollegen/innen noch losgezogen sein. So vermute ich es. Wir haben ja noch nicht gesprochen, aber es wäre nicht das erste Mal...

Top Diskussionen anzeigen