Eifersüchtig auf sein Kind

    • (1) 03.12.13 - 17:46
      ist mir peinlich

      Hallo zusammen,

      der Kleine (7) meines Freundes ist ein lieber und cleverer Kerl, der mich akzeptiert und mag.
      Mein Freund ist ein sehr liebevoller und engagierter Vater, der sich beide Beine für seinen Jungen ausreissen würde.
      Es ist toll zu sehen, wie Vater und Sohn miteinander umgehen.

      Mir gegenüber ist mein Freund genauso liebevoll und aufmerksam.
      Soll heissen, es gibt keine (oder kaum) Abstriche in irgendeiner Form.
      Ich bin mir sicher, dass wir zwei - sein Junge und ich - die größten Lieben seines Lebens sind.
      Die Mutter des Jungen ist ein eigenes Thema und gehört woanders hin.

      Nun stelle ich seit geraumer Zeit fest, dass es immer wieder mal zu einem grummeligen Gefühl in mir kommt, wenn mein Freund mir z.B. sagt, dass er nun seinen Kleinen abholt.
      Es kommt mir vor, als vergöttert er ihn.
      Er hat z.B. ÜBERALL Fotos von ihm. Die gesamte Wand im Flur ist mit gerahmten Bildern seines Sohnes gepflastert.
      In der Küche, im Wohnzimmer, sogar am Badezimmerspiegel klebt eine Foto von dem Kleinen.
      Seinen Geldbeutel brauch ich wohl nicht zu erwähnen.
      Mir kommt das alles übertrieben vor.
      Es wird auch ständig was gekauft. Ich hab mir kürzlich echt überlegt, ob ich mal ne Liste führen soll, was der Junge über nur 1 Woche verteilt so alles bekommt.
      Bei nahezu jedem Einkauf gibt es ein Matchbox, ein Ü-Ei, ein irgendwas.
      Der Kleine muss noch dahin, weil er noch Munition braucht, dann hat er ja noch ein paar Euro von seinem Taschengeld, da müssen wir auch noch irgendwo hin.
      Auf dem Weihnachtsmarkt gab es einen großen Adventskalender, ein Türchen öffnen kostet 1,50Euro.
      Es blieb natürlich nicht nur bei einem Türchen. Es waren erstmal 2 oder 3 und auf dem Rückweg dann nochmal eins.
      Der Junge wird (entschuldigung) zugeschissen mit Geschenken, Kosenamen, einer Affenliebe. So kommt es mir vor.

      Der Kleine kommt auch gerne nachts in Papas Bett.
      Dagegen habe ich nichts. Ich habe selbst zwei Kinder, die früher zu mir ins Bett kamen.
      Doch haben wir ausgemacht, dass er in seinem Bett schläft und morgens ab 8.00h (er kann die Uhr lesen) zu uns ins Bett gekuschelt kommen darf.
      Tja, ich finde, es gibt eine Zeit für Kinder (tagsüber) und die Nächte würde ich gerne mit meinem Freund alleine verbringen.

      Ich mag den Kleinen und muss dazu sagen, dass die beiden vor meiner Zeit, immer zusammen klebten.
      Mein Freund ist vor 3 Jahren bei der Mutter des Kindes ausgezogen.
      Er holt den Kleinen jeden Tag nach der Arbeit ab, bastelt und spielt mit ihm, macht ihm Essen und liefert ihnn fast bettfertig Zuhause wieder ab.
      Da wir eine Fernbeziehung haben, hat er den Kleinen auch nur noch jedes 2. Wochenende, da wir uns mit dem Fahren abwechseln.
      Der Junge kommt nicht mehr mit zu mir, da er nicht so weit weg von seiner Mama sein möchte. Das ist eine eigene und schwierige Geschichte und hat nichts mit mir zu tun.

      Ich bin nicht eifersüchtig, weil mein Freund so viel Zeit mit seinem Sohn verbringt.
      Mich nervt eher diese (tut mir ehrlich leid) Affenliebe.
      Einerseits finde ich diese Vater-Sohn-Beziehung großartig, andererseits nervt mich dieser Hype um sein Kind und das wie das Bett nachts nicht für uns haben.

      Ich bin 38 Jahre alt, habe 2 größere Kinder und würde mir gerne selbst helfen, dass alles etwas entspannter zu betrachten.
      Es gelingt mir leider nicht.
      Im März ziehen wir zusammen (wir zu ihm), suchen uns dann gemeinsam ein Haus.
      Wir haben schon besprochen, wie wir unsere Möbel kombinieren, welche Bilder wir aufhängen usw.
      Dabei habe ich einfließen lassen, dass er 2-3 schöner Bilder von seinem Sohn aussuchen sollen die wir passend zu den anderen Bilder rahmen und aufhängen.
      Ich möchte keine 30 Fotos von seinem Sohn in unserem Haus haben.
      Einfach von jedem der wichtig ist ein paar Bilder schön gerahmt im Haus verteilt.

      Puh, wurde jetzt doch länger.
      Kann mich jemand verstehen und/oder mir nen Tip geben?

      Danke für´s lesen. #stern

      • Hallo,

        es ist keine Affenliebe, sondern die schlichte Liebes eines Vaters zu seinem Kind.

        Das musst Du akzeptieren.
        Deinen Freund gibt es nur mit seinem Sohn.

        Durch die Trennung leidet der Mann sehr, dass er seinen Sohn nicht dauernd sieht.
        Und deswegen verwöhnt er ihn eben auch, das ist doch ok.

        Und es wird auch die Zeit kommen, in der der Junge beginnt, seine eigenen Wege zu gehen (trifft sich mit Freunden, etc).
        ich sehe dies bei einem Bekannten von mir. Als sein Sohn in dem Alter war wie der Kleine Deines Freundes, klebten die beiden nur zusammen, machten Disney-DVD-Abende, Kinder-Indoor-Spielplatz, und und und.

        Inzwischen ist der "Kleine" ein junger Mann von 14 und geht in seiner Freizeit mit Freunden weg, Papa ist zwar noch cool - aber eher wenn es um Computer und iPad geht, aber das Kuscheln gibt es schon lange nicht mehr in dieser Form.

        Auch das mit den Bildern finde ich nicht ok.
        2-3 aufhängen wird für Deinen Freund schwer sein.
        Lass ihm doch z.B. sein Arbeitszimmer, dass er mit den Pics von seinem Sohn gestalten kann. Und hier und da ein Foto mal, das stört doch nicht....?

        Kopf hoch und mach Dich locker.

        LG

        • (3) 03.12.13 - 18:28

          Hi,

          danke für deine Antwort.
          Hat schonmal geholfen. :)
          Nur das mit den Fotos finde ich schon richtig.

          Wenn er ein eigenes Zimmer hat (für was auch immer), kann er sich da reinhängen, was er will.
          Aber in unseren gemeinsamen Wohnräumen muss es nicht sein, dass 30 Bilder seines Sohnes dort hängen.
          Nene, dass muss nicht sein. ;)

          Nochmals, er sieht sein Kind jeden Tag!

          • Hallo nochmal,

            versucht am besten die Lösung mit dem Arbeitszimmer für seine Fotos.

            Badezimmerspiegel wäre auch mir too much, aber gegen vl 1-2 kleine gerahmte Bilder im Wohnzimmer spricht ja eigentlich nichts...du stellst ja vielleicht auch vl ein Bild von deinen Kindern hin.

            Und ansonsten lass ihm das verwöhnen.

            Die Trennung war für das Kind auch nicht einfach, er tut eben alles für sein Kind.

            Das ist ok, wie schon jemand schrieb, solange er sich hier keinen kleinen Tyrann ranzieht.

            Lg

      Du hast ja mehrere Baustellen, die dich stören.

      Zum einen die "Affenliebe" zu seinem Sohn. Ich finde es großartig, dass es noch Väter gibt, die sich so um ihre Kinder kümmern, Zeit sinnvoll mit ihnen verbringen und nicht ausschließlich den Kindesunterhalt abliefern. Das zeigt doch, was für eine liebevoller und verantwortungsvoller Mensch dein Freund ist. Ich würde mich darüber freuen, solange die Partnerschaft nicht darunter leidet, sprich..er Dich und eure Beziehung nicht vernachlässigt.

      Wofür dein freund sein Geld ausgibt, geht dich schlichtweg nichts an. Ob er es ins Klo spült oder seinem Kind öfter als manche Eltern etwas kauft........halt dich raus, das gibt nur böses Blut und lässt dich missgünstig erscheinen. Vielleicht spielt ein wenig schlechtes Gewissen eine Rolle. Er ist von seiner Familie weggezogen und kompensiert es evtl. damit, dass er den Jungen mehr materiell verwöhnt. Solange der Junge sich dadurch nicht zum

      Tyrannen und ewig fordernden, undankbaren Ekel entwickelt, ist doch nichts dabei.

      Die Sache mit dem nachts ins Bett kommen sehe ich etwas differenzierter. Ich kann nicht beurteilen, wie es sich anfühlt, wenn ein " fremde" Kind nachts bei mir im Bett schlafen würde und ob man diesem Kind auch emotional so nah ist, dass man sich damit wohl fühlt. Auf den ersten Blick würde ich sagen: ja, damit hätte ich auch Probleme. Außerdem habe ich unsere Kinder auch nie bei uns schlafen lassen. Sie waren nachts immer so unruhig und ich bin ständig aufgewacht. Wenn sie krank waren oder Nähe brauchten, bin ich ins Kinderzimmer umgezogen und habe mich mit einer Matratze vor ihr Bett gelegt. So konnten wir alle ruhig schlafen.

      Allerdings würde ich das Zusammenziehen samt Hauskauf schwer überdenken. Du fühlst dich jetzt schon damit unwohl. Ich würde vorher abklären, wie das Zusammenleben mit dem Kind und deinem Partner im neuen Heim gestaltet werden soll. Darüber sollte schon Einigkeit bestehen sonst seid ihr gerade eingezogen und der Ärger nimmt seinen Lauf.

      • (6) 03.12.13 - 18:36
        ist mir peinlich

        Hi,

        aich danke an dich!

        ich bin nicht missgünstig und es geht mir auch nicht ums Geld.
        Mir geht´s um dieses hinten und vorne reingepuste.
        Das der Junge überladen wird mit Kram und es noch nicht genug ist.
        Aber du hast recht, es ist und bleibt nicht mein Problem.

        Mit meinem Freund habe ich darüber nicht gesprochen und werde es auch nicht tun, da ich nichts kaputt machen möchte. Bzw. mich nicht einmischen möchte.
        Daher wende ich mich ja an euch.
        Nur das mit dem schlafen, dass habe ich ihm (schon öfter) gesagt.

        Mein Anliegen ist es, mit dieser Situation klar umzugehen und mich bissl locker zu machen.

        Und das er ein toller Vater ist, habe ich ja mehrfach erwähnt.

        Das empfinde ich wirklich so und sage ihm das auch.

        #winke

        • ich bin nicht missgünstig und es geht mir auch nicht ums Geld.
          -------

          Das wollte ich dir auch nicht unterstellen :-D Wenn du es aber thematisierst, könnte es so falsch aufgefasst werden. Das wäre schade. Jeder hat eben ein anderes Verständnis von Zuwendung finanzieller Art und auch unterschiedliche Mittel dafür zur Verfügung.

          Die Bilder würde ich in der Tat ansprechen. Eine gemeinsame Fotoecke mit Familienbildern von euch, von allen Kindern o. ä. wäre ja eine Option. Oder ein Zimmer für deinen Freund, das er dann gestalten kann, wie er mag. Die Liebe zu seinem Sohn ist ja nicht abhängig von der Menge an aufgehängten Fotos.

          (8) 03.12.13 - 19:17

          Ich kann dir nur ans Herz legen, laß das mit dem Zusammenziehen. Genieß die Zeitbmit dem Mann aber behalte deine Wohnung als Rückzugsort nur für dich.

          Du sprudelst nur so über vor Eifersucht. So reagiert man, wenn man jemandem etwas nicht gönnt. Definition von Missgunst.

    (11) 03.12.13 - 19:13

    Abgesehen davon, daß ich Deine Eifersucht auf den Jungen total überzogen find, sag ich Dir: Finger weg von Männern mit so kleinen Kindern! Erst recht, wenn die eigenen Kinder schon recht groß oder gar erwachsen sind. Es ist schwer und oft problematisch. Ich erlebe das gerade selber. Dabei ist bei mir Null Eifersucht vorhanden. Trotzdem ist die Situation sehr prekär. Wenn ich vorher gewußt hätte, was auf mich zukommt, wäre ich mit dem Mann nie zusammengekommen.

    Für Kinder ist tagsüber Zeit, aber bitte nicht in der Nacht? Finde ich eine ziemlich krasse Einstellung von Dir!!! Das Kind krabbelt sicher nicht in Euer Bett, um Euch zu ärgern, sondern weil es vielleicht Verlustängste hat, Nähe braucht, die Trennung vom Vater zu verkraften hat?!?

    Meine Stieftochter kam mit 8/9 noch regelmäßig in unser Bett gekrochen. Heute ist sie 13 und macht es nicht mehr! Sie und auch unsere gemeinsamen Kinder werden mit "Affenliebe" "verwöhnt" und ich finde da gar nichts Schlimmes dran, so lange man den Kindern auch Grenzen aufzeigt.

    • (13) 03.12.13 - 20:16
      ist mir peinlich

      Hallo,

      ich wollte keine Verurteilung oder Belehrung sondern vielmehr einen Tip oder Hinweis zur Hilfestellung, da ich meine Gedanken und Gefühle diesbezüglich ins positive wandeln möchte.

      • Dann versetze Dich doch einfach mal in das Kind hinein anstatt Deine Bedürfnisse in den Vordergrund zu stellen. Du bist die Erwachsene und musst Dich zurücknehmen. Wenn Du das nicht kannst, bist Du als Partnerin für einen Mann mit Kind(ern) fehl am Platz. Das ist keine Belehrung, sondern Tatsache.

        Ich kenne viele Stiefmütter und ausnahmslos alle müssen Abstriche in Kauf nehmen. Das ist oft hart, aber man weiß, wofür.

        Ich fand es auch nicht immer angenehm und manchmal fand ich es auch lästig, wie meine Stieftochter insbesondere an mir geklammert hat.

        Ich konnte manchmal nicht mal aufs Klo gehen!

        Als unsere Kleinste geboren war, hatte ich auch mal eine Phase der Abneigung.
        Wie ich das wieder ins Positive gewandelt hab?

        Ich habe es akzeptiert und meine Stieftochter mit ihren guten Seiten und Macken angenommen. Ich habe viele Gespräche mit meinem Mann geführt.
        Ich habe meine Stieftochter als "vollwertiges" Mitglied meiner/ unserer Familie akzeptiert.

        Und ja, es ist nie leicht, vor allem weil die Kindsmutter IMMER für Stress und Ärger sorgt. Aber ich weiß, dass mein Mann seine Tochter liebt, dass unsere Kinder ihre Schwester lieben, dass wir eine tolle Familie sind und allein dafür lohnt es sich zu kämpfen.

(15) 03.12.13 - 20:36
Versteh ich soooo gut!!!

Ich habe gerade gezählt , 27 Bilder auf den mein Stiefsohn ist und ein paar auf denen er mit uns oder anderen drauf ist, sind in unserer kleinen Wohnung. Und ich habe vor unserem zusammenzug auch gedacht, ich will hier kein Museum von seinem Sohn.
Ich selber habe auch eine Tochter... Von ihr sind wesentlich weniger Bilder an den Wänden, mein Mann meint, ich würde sie ja auch immer sehen, da müsste eigentlich kein Bild von ihr an der Wand hängen.

Ich konnte mich nicht durchsetzen und ich wollte deswegen auch keinen Streit. Das einzige, was für mich nicht in Frage kam, war ein Ultraschallbild. Ich will doch nicht die Gebärmutter einer anderen (oder von überhaupt jemanden) an der Wand hängen haben :-p

In der zwischenzeit stören mich die Bilder auch nicht mehr so. Ich finde sie zwar nicht alle Traumhaft schön, aber ihm sind die Bilder an den Wänden halt wichtig. Dafür lohnt es sich nicht zu Streiten.

Bevor wir zusammen gezogen sind, hat mein Mann sich manchmal mit seinem Sohn ins Bett gelegt und war bei ihm, bis er geschlafen hat. Da war er 8 Jahre alt. Ich fand das übertrieben, aber auch das hat irgendwann nachgelassen. Ich denke mir, irgendwann ist er groß, irgendwann gehen die Kinder ihre eigenen Wege und dann sind diese Dinge Schnee von gestern.

Was das schenken angeht, es wird immer wieder Dinge geben, die Dich stören. Vielleicht solltest Du dafür sorgen, dass Du in eurem späteren Haus einen Rückzugsort hast....

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