Mein Mann ist nicht mehr liebevoll

Hallo zusammen!

Ich bin echt richtig frustriert! Mein Mann und ich sind jetzt fast 13 Jahre zusammen. Wir haben ein Haus und ein Kind zusammen. In letzter Zeit läuft es eher mittelprächtig. Vielleicht auch nur für mich. Man weiß es nicht!

Ich kann jedenfalls nur für mich sprechen und ich bin unglücklich, so wie es aktuell ist. Mein Mann gibt sich überhaupt keine Mühe mehr. Er umarmt mich selten bis nie, einen Kuss bekomme ich auch nur hin und wieder. Er ist, so sagt er selbst, von meinen Gesprächsthemen gelangweilt. Angeblich liebt er mich noch. Ich merke davon nichts mehr. Ich habe in allen möglichen Situationen versucht mit ihm zu sprechen. Meist macht er dicht, redet kaum, lenkt vom Thema ab.

Es sind einfach so viele Kleinigkeiten, die mich richtig traurig machen. Gestern habe ich ihm aus der Zeitung etwas vorlesen wollen. Plötzlich schaltet er, während ich mit ihm rede, den Fernseher ein und starrt hinein. Auf meine Frage, ob er mir zuhört, antwortete er mir nur mit: "Jaja!" Das kenne ich schon. Stelle ich ihm dann eine Frage, schaut er mich total verwirrt an und ich merke, dass er mir gar nicht zugehört hat.

Wenn ich ihn in den Arm nehmen möchte, dann ist er oft genervt, sagt mir, dass er gerade etwas zu tun hat. Kleine Zärtlichkeiten im Alltag gibt es nicht. Es ist alles so lieblos und ich will das so einfach nicht mehr!

Beim Sex habe ich oft das Gefühl, es geht nur um ihn. Wenn ich Lust habe, möchte er eigentlich selten. Er erteilt mir dann eine Abfuhr. Wenn er aber Lust hat, reicht seine Geduld oft nicht aus und er fummelt und redet so lange, bis er bekommt was er will. Da kann er dann auch echt liebevoll sein und das genieße ich sehr. Oft dauert der Sex dann aber nicht lange.

Aktuelles Beispiel: Wir hatten jetzt 2 Wochen keinen Sex. Freitagabend wollte er dann plötzlich, obwohl ich gerade von der Weihnachtsfeier meiner Firma kam und ziemlich müde war. Egal, ich habe mitgemacht. Er hat mich echt heiß gemacht, aber nach nur zwei Minuten war es vorbei. Ihm war es sehr unangenehm, ich war verständnisvoll und er gab mir zu verstehen, dass wir es am nächsten oder übernächsten Tag wieder versuchen. Doch gestern und heute ist bisher nichts passiert und als ich vorhin eine kleine Anspielung machte, bekam ich eine derbe Abfuhr. Dass ich vor Lust bald platze, interessiert ihn scheinbar gar nicht. Er hat ja bekommen, was er wollte. Das ist so schade!

Manchmal erreiche ich ihn und dann klappt es mal ein paar Tage besser. Aber dann kommt irgendwann der Punkt, an dem alles wieder wie vorher ist. Oft schiebt er es auf die Arbeit, aber ganz im Ernst: Selbst wenn er am Wochenende Zuhause ist, ist es nicht anders. Und auch lange Arbeitszeiten sollten nicht dazu führen, dass man dauerhaft lieblos mit seiner Frau umgeht. Er ist kein Unmensch. Im Gegenteil! Er ist gutherzig, sympathisch, treu. Als Kumpel ist er einfach ein super Typ! Aber für einen guten Ehemann reicht es scheinbar nicht aus. Und ich glaube auch nicht, dass es schon immer so war. Denn meine Werte und Ansprüche haben sich eigentlich nicht so grundlegend verändert.

Ich frage mich ernsthaft, ob das alles ist… Ich bin jetzt 27 Jahre alt und hatte mir das alles so anders vorgestellt. Sicher habe ich auch meine Fehler. Aber ich arbeite hart an mir, um meinem Mann zu gefallen.

Vielleicht sollte ich erwähnen, dass ich seit 3 Jahren eine körperliche Behinderung habe. Diese tritt Schubweise auf, aber ich versuche, das alles von meinem Mann fernzuhalten, so gut es eben geht. Klar frage ich mich manchmal, ob es daran liegt. Aber er sagt, dass es ihn nicht stört, und ich kann daran sowieso nichts ändern.

Ich denke immer öfter über Trennung nach. Eigentlich will ich das nicht, denn ich liebe meinen Mann sehr! Mir tut das aber alles zu sehr weh! Sein ganzes Verhalten trägt maßgeblich dazu bei, dass ich dauerhaft unglücklich bin. Mittlerweile kann ich einfach nicht mehr in die Beziehung investieren, weil sowieso nichts zurückkommt.

Ich möchte wieder mehr Romantik, mehr liebevolle Gesten, nette Gespräche. Einfach eine harmonische und glückliche Ehe. Das, was ich jetzt hier "habe", kann noch nicht alles sein. Wenn ich daran denke, dass ich u.U. noch mehrere Jahrzehnte so leben soll… Ich glaube, das schaffe ich nicht.

Aber ob ich eine Trennung schaffe, weiß ich auch nicht. Durch meine Behinderung habe ich auch nur eine halbe Stelle und verdiene nicht so supergut, dass ich mir ein eigenständiges Leben leisten könnte. Wie es mit Unterhalt aussehen würde, weiß ich nicht. Ich habe das noch nicht so konkret durchdacht, weil ich einfach noch nicht bereit bin, meine Ehe aufzugeben.

Um ehrlich zu sein, weiß ich nicht, was ich mir von euch erhoffe! Vielleicht einen Rat, wie es weitergehen kann und sollte.

Danke!

Du arbeitest hart an dir, um ihm zu gefallen? Was soll das für eine Partnerschaft sein?
Sich gehen lassen ist nicht ok, aber hart an sich arbeiten? #kratz

Ich hab letztens einen äußert interessantes Ebock über Männer gelesen, geschrieben von einem Mann....und eines stand da ganz eindeutig drin...versuche nicht über eine Beziehung zu diskutieren oder ihm aufzuzeigen, dass er Dich nicht glücklich macht, damit erreichst Du das Gegenteil...er wird sich mehr und mehr entfernen.

Auch hier gilt das uralte Sprichwort: Willst Du gelten, mach Dich selten.
Keine stundenlangen Diskussionen, kein herumkritisieren an ihm...zieh Dein Ding durch, sei selbstbewußt, sei eine anziehende, geheimnisvolle Frau...

Ich wünsch Dir ganz viel Kraft!!!

Willst Du gelten, mach Dich selten ist so ziemlich der größßte Dummfug, den ich seit langem gelesen habe.

Einer Person, die komplett anders gestrickt ist einen Rat zu geben, der im direkten Gegensatz zu ihrer emotionalen Persönlichkeit steht, ist schon ein starkes Stück.

Den Effekt davon kann ich Dir auch schon vorab sagen. Die Beziehung wird dann unweigerlich scheitern, schlicht, weil sich die TE so weit von sich selbst entfernen müsste, dass sie so nicht mehr leben wollte. Einziger Ausweg dann... Trennung.

Und noch eins oben drauf. Wenn mir als Ehemann meine sonst als liebe- und hingebungsvoll vertraute Frau meint sich rar machen zu müssen in einer Situation, in der es offnebar kriselt... Dann kann sie auch gleich gehen.

Ich bin ja erklärter Gegener dieser ganzen unsinnigen "Schauspielerei" Ratgeber, da sie in meinen Augen die Kluften eher vertiefen, statt zu überbrücken.
Menschen sollten lieber authentisch sein und ofen miteinander umgehen. Wenn das mal beherzit würde, dann hätten die Menschen erheblich weniger Probleme auf allen Leveln der zwischenmenschlichen Beziehungen...

Dass hast Du leider komplett falsch verstanden, es ging nicht darum zu schauspielern...Männer und Frauen ticken nunmal anders...die wenigsten Männer haben Lust auf ständige Beziehungsgespräche bzw sich anhören zu müssen, was bei ihnen nicht richtig sei und wie unglücklich Frau ist. Dann ziehen sie sich noch weiter zurück.

Botschaft war eher, dass die Fragestellerin selbstbewußter werden soll und sich nicht klein machen soll und die Fehler zu bei sich suchen.

Ist halt leider etwas komplizierter, wenn man nur hier schreiben kann, da es jeder in einer anderen Stimmung liest.

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Rede mit deinem Mann Tacheles in Ruhe abends. Sag ihm, dass du das so nicht mehr kannst und willst und schon soweit bist, über eine Trennung nachzudenken. Bumm! Wenn er dann immer noch die Glotze einem Gespräch mit dir vorzieht, wird es Zeit, die Koffer zu packen. Ansonsten solltest du ihm klar machen, dass dir das ERNST ist, er JETZT noch eine Chance hat, das Ruder rumzureißen, wenn sich GRUNDLEGEND (und nicht nur für ein paar Tage) was ändert, und wenn das nicht klappt, dass du dann die Konsequenzen ziehen musst und wirst.

Nur musst du das natürlich auch meinen, was du dann sagst, wenn er merkt, dass du dich zu abhängig fühlst um zu gehen, dann wird er nichts ändern und DU auch nicht. Dir steht neben deinem Einkommen Kindesunterhalt zu + das Kindergeld. Wenn du alleinerziehend bist, zahlst du auf dein Einkommen in Steuerklasse 2 kaum noch steuern und hast dann auch mehr im Portmonee, wenn das nicht zum Leben reicht, müsstest du dich schlau machen, was dir dann noch vom Amt zusteht (Wohngeld o.ä.).