Die Liebe meines Lebens ....

    • (1) 19.12.13 - 09:54

      Hallo!

      Ich bin immer wieder erschlagen von solchen Begrifflichkeiten wie in der Überschrift.
      Was bedeutet sowas?

      1. Ich habe noch niemals in meinem Leben so geliebt wie xy?
      2. Ich habe noch nie einen Menschen so lange geliebt wie xy?
      3. Ich liege im Sterben und habe einen Menschen vom ersten Tage an bis jetzt geliebt?
      4. Ich habe in meinem bisherigen Leben noch niemals einen anderen geliebt außer xy?
      5. Mich hat noch nie jemand in meinem Leben so geliebt wie xy?

      Zu 1. ) Wie kann ich sowas sagen, wenn ich nicht weiß, ob noch jemand anderes kommt, den ich mehr liebe?

      Zu 2) Was ist, wenn es zu Ende ist und der andere mich nicht mehr liebt?

      Zu 3) Da würde mir nur meine eigene Person einfallen. Oder bis zu ihrem Tod, meine Eltern/mein Bruder.

      Zu 4.) Auch da könnte ja noch mal ein anderer Partner auftauchen!

      Zu 5.) Entweder Mama und Papa oder eine stalkende Klette.

      Warum werfen so viele Menschen mit solch schweren Geschützen um sich? Brauchen sie derart superlative Umschreibungen um die Intensität ihrer Liebe zu beschreiben?

      #Genau ergeht es mir mit Aussagen wie: ich liebe dich mehr als mein eigenes Leben! Ich werde dich immer lieben ....

      In der heutigen gleichgültigen Gesellschaft, wo Nächstenliebe beispielsweise keine Bedeutung mehr zu haben scheint, finde ich derarte Äußerungen über alle Maßen übertrieben und kitschig. Es sei denn, irgendwer kann mir erklären wozu so eine Aussage gut ist :-)

      Was für Sätze laufen bei euch kalt den Rücken runter?
      "Seelenverwandtschaft" gehört auch dazu, da schüttelt es mich!

      Schönen Tag euch

      • (2) 19.12.13 - 10:06

        Genau meine Meinung, was du schreibst!

        <<Was für Sätze laufen bei euch kalt den Rücken runter?>>

        Traummann / Traumfrau

        Lieben Gruß

        Geht mir genauso. Ich finde diese Superlative, egal welcher der obigen Beispiele, immer etwas merkwürdig. Ich glaube, ich würde wohl auch recht sparsam gucken, wenn mein gegenüber dieses Worte zu mir sagen würde. Am Besten noch, ohne Taten folgen zu lassen.

        Das übt ja auch auf den Adressat der "ewigen seelenverwandten Liebe" einen immensen Druck aus. Was ist, wenn der andere nicht so fühlt?

        Worte und Bezeichnungen sind ohnehin nur Schall und Rauch. Ehrliche Zuneigung zu einem Menschen zeigt sich doch in Gesten und Taten.

        Mir ist mein aufmerksamer Freund, der mir meine Lieblingsschoki mitbringt, mir süße Nachrichten schickt, mit mir den Kaufladen für den Zwerg streicht, meinen verspannten Rücken massiert und generell liebevoll mit mir umgeht tausendmal lieber als nichts sagende, unbewiesene Liebesschwüre!

        Mich schüttelt es ähnlich wie Dich und ich würde einzig und allein Punkt 3 gelten lassen, mit solchen Begrifflichkeiten um sich zu werfen.

        Genauso Gänsehaut kriege ich bei Äußerungen von wegen, mein Mann ist DER Mann für mich, wir sind so glücklich und werden es immer sein. Hinterhergefragt ist das dann eine 4, 5, oder 6 jährige Beziehung.

        Dann grinse ich mir einen. und bin mir nicht sicher, ob ich zu realistisch bin, zu alt um so naiv zu sein oder einfach eine an allem zweifelnde Zicke.

        Mein Leben hat mich anderes gelehrt. Eine Ehe kann auch nach 17 20 oder 30 Jahren noch scheitern. Nichts ist für die Ewigkeit. Man kann nicht in die Zukunft sehen. Begriffe wie niemals oder immer sind vorsichtig zu verwenden. Liebe ist jedesmal neu und die aktuelle immer GANZ anders als vorige.

        Lichtchen

      • <<<Brauchen sie derart superlative Umschreibungen um die Intensität ihrer Liebe zu beschreiben>>>

        Extreme Gefühle benötigen scheinbar manchmal die dazu passende Wortwahl.

        Ich bin da wohl auch eher zurückhaltender.

        Mein "Superlativ" bleibt ein "ich liebe dich".....in Momenten gesagt, wo ich es auch wirklich so meine, und es auch entsprechend "bedeutsam" rüber kommt.

        <<<Was für Sätze laufen bei euch kalt den Rücken runter?>>>

        Mhh....fällt mir spontan nichts ein.....aber eine übertriebene Anwendung von teils eigenwilligen Kosenamen vor "Publikum" finde ich zuweil irritierend.

        <<<In der heutigen gleichgültigen Gesellschaft, wo Nächstenliebe beispielsweise keine Bedeutung mehr zu haben scheint, finde ich derartige Äußerungen über alle Maßen übertrieben>>>

        Da muss ich Dir widersprechen.....um in Bildern zu sprechen: GERADE wenn es draussen von Tag zu Tag kälter wird, möchte man es zu Hause doch warm und wohlig haben....und ich denke hier heiligt der Zweck die Mittel, egal wie "suspekt" das für Aussenstehende anmuten mag.

        LG
        Tomm

        (6) 19.12.13 - 10:27

        Hmmm...

        Ich denke schon, dass es möglich ist, dass man jemanden mehr "liebt"...dass man fühlt, hier gehöre ich hin...ob man es nun in Worte kleiden möge bleibt jedem selbst überlassen, das ist dann Geschmackssache.

        Wann "darf" mann denn die "Liebe seines Lebens" empfinden?

        Gar nicht?

        Nach 3 Monaten? 5-6 Jahre? Oder 60 Jahren? Viele Paare, dazu zählen z.B. meine Eltern, die +50 jahre zusammen sind definieren sich vielleicht gar nicht als "Liebe ihres Lebens"...andere können dagegen sagen "ich wußte vom ersten Blick dass es die Liebe meines Lebens ist" und sind nach 50 Jahren immer noch verliebt...

        Gut, viele sagen solche Sätze leichfertig, aus einem Hormonrausch oder Wunschvorstellung heraus...aber manchmal ist es wirklich so...

        Als ich das erste Mal meine Nase in den Hals meines Freundes vergrub und seinen Duft wahrnahm fühlte ich "hier gehöre ich hin"......es war einfach dieses Gefühl, angekommen zu sein...ich kann es nicht erklären, aber so ist es eben mit den Gefühlen. Ich habe ihm das vor kurzem so erzählt, ohne Kitsch...was aus uns wird weiß ich nicht, es ist noch sehr frisch, aber dieses "richtige" Gefühl sitzt einfach...das vergesse ich nie wieder...

        #verliebt

      (11) 19.12.13 - 10:30

      >>>Was für Sätze laufen bei euch kalt den Rücken runter?<<<

      *Ich liebe ihn "überalles".*

      *Wir hatten (nach einem Jahr Partnerschaft :-)) viele Höhen und Tiefen, aber das hat uns noch mehr zusammengeschweißt.*

    (13) 19.12.13 - 10:31

    Liebe ist ein ziemlich großes Wort.

    Viele interpretieren auch sonstwas hinein und möchten demjenigen, den es direkt betrifft oder anderen halt mitteilen, das genau diese eine Person z. Zt. und über nicht anderes kann man ja sprechen, das Wichtigste in dessen Leben ist.

    Ja. Ich habe meinem Mann und auch anderen mehrfach gesagt, daß er "der Mann meines Lebens ist". Was nicht zwingend bedeutet, daß wir "seelenverwandt" (schruuhuuuder!!!) oder auf immer und ewig verbandelt seien. Er nimmt einen großen Teil meines Lebens ein, er ist der Vater meiner Kinder und ich konnte und kann mir keinen anderen dafür vorstellen.

    Liebe? Meine Kinder - bedingungslos.... - auch wenn ich sie täglich mehrfach schreddern könnte. Dann noch 4 Menschen, die hier nicht genannt werden sollen - bis auf ewig, weil irgendeine Macht dies vorgesehen hat.

    Aber manchmal liebt man doch nicht mal sich selbst..... - daher sind so pathetische Aussagen für mich immer situationsbedingt.

    (14) 19.12.13 - 10:50

    Hallo!

    In deinen Punkten 1-5 geht es ja um den derzeitigen Stand im Leben und nicht um die Zukunft.

    Bspw.
    >1. Ich habe noch niemals in meinem Leben so geliebt wie xy?

    Zu 1. ) Wie kann ich sowas sagen, wenn ich nicht weiß, ob noch jemand anderes kommt, den ich mehr liebe?<

    Die Aussage dahinter ist doch, dass ich bis zum jetzigen Zeitpunkt im Leben noch nie jemanden so stark geliebt habe. Wie es in Zukunft aussieht wird damit ja auch nicht ausgedrückt. Sonst müsste man es z.B. so formulieren: "Ich werde nie wieder in meinem Leben jemanden so lieben wie xy".

    Ich gehöre eher zu den Menschen, die ihre Gefühle dem anderen gegenüber "dezent" ausdrücken, dafür aber im richtigen Moment mit der richtigen Bedeutung (jedenfalls versteht mich mein Mann dahingehend). Aber manche brauchen immer das ganz große Kino, mit vielen großen Emotionen und den dazugehörigen Worten. Meist finden sich dann auch gleichgesellte, anders würde es eher nicht zu einer funktionierenden Partnerschaft kommen. Zumindest würde mein Mann mir mit solchen Worthülsen mit der Zeit stark auf die Nerven gehen...

    Prinzipiell finde ich solche Aussagen aber auch genauso sinnvoll wie zu Beginn eines neuen Jahrhunderts bereits von einer Jahrhundert-Flut/-Sturm/-Katastrophe zu sprechen. #augen

    (15) 19.12.13 - 10:56

    Hallo,

    also dann würdest du bei mir vermutlich aus dem Augen verdrehen und kalt den Rücken runter laufen nicht mehr heraus kommen. ;-)

    Ich würde tatsächlich sagen dass mein Mann die Liebe meines Lebens ist. Ich habe ihn schon als kleines Kind geliebt und war jahrelang felsenfest davon überzeugt dass ich ihn heiraten werde. Jedes Mal wenn ich ihn sah bekam ich Herzklopfen und habe kein Wort rausgebracht. Er hat mich immer nur angestrahlt und hat mich schon damals mit meinem Kosenamen angesprochen, den er heute noch für mich hat. Ich habe schon mit 7 Jahren meinen Namen mit seinem Nachnamen auf diversen Schulheften und in Tagebüchern "geübt" ...

    Da er 7 Jahre älter war hatte er schon eine Freundin als ich in ein halbwegs "passendes" Alter kam. Die hat er dann schließlich auch geheiratet. Für mich war der Tag ein Albtraum. Immer wieder habe ich von ihm geträumt, habe gedacht ich sehe ihn irgendwo in der Straße. Das hat nie aufgehört. Ein paar Jahre danach habe ich meinen ersten Mann geheiratet und weil der zufällig mit der Frau meiner Kinderliebe befreundet war, bekamen wir wieder Kontakt. Mein erster Mann und die Frau hatten regen Emailkontakt (später bekamen wir heraus, dass sie auch anderweitigen "Kontakt" und eine Affäre hatten und das schon vor unserer Hochzeit ...) und so fingen mein heutiger Mann und ich auch an zu mailen. Dabei kam dann heraus dass auch er mich schon immer als ganz besonderen Menschen wahr genommen hatte, aber weil ich selten bis nie ein Wort zu ihm sagte (vor lauter Herzklopfen und Aufregung), dachte er immer, ich sei nur freundlich und weit von den Gefühlen entfernt, die er für mich hatte. Es folgten sehr schwere und unglückliche Jahre, in denen wir sehr verzweifelt waren, weil wir wussten wie sehr wir uns lieben, wegen unseren Ehen und meinen Kindern mit meinem ersten Mann aber darauf verzichteten uns näher zu kommen. Dazu kam dass seine Frau bei mir immer öfter über ihre Ehe klagte, sie sei unglücklich und er sei schuld dass sie keine Kinder bekommen könnte ... ich wurde (ungeplant) nochmal schwanger von meinem ersten Mann und er machte mir deswegen das Leben zur Hölle. Dann bekam ich von der Affäre Wind und schließlich verlor ich das Baby bei der Geburt und lag tagelang auf der Intensivstation zwischen Leben und Tod, woraufhin er mir sagte, es wäre ihm lieber das Baby wäre am Leben und ich wäre gestorben, ein Kind könne man nicht ersetzen, eine Frau schon ...
    Da war für mich die Ehe beendet. Und für meinen heutigen Mann waren diese Tage in denen er nicht wusste ob ich überlebe ebenfalls der Knackpunkt. Er kam zu mir auf die Intensiv und sagte mir ich solle stark sein für ihn, er trennte sich von seiner Frau (ohne zu wissen dass ich auch schon von meinem Mann Abstand genommen hatte und ohne von der Affäre zu wissen ...)

    Heute sind wir schon einige Jahre sehr glücklich miteinander, sind verheiratet (zur Hochzeit habe ich ihm einen der Zettel geschenkt auf denen ich als Kind meinen Namen geübt habe ... ;-)) und haben noch eine kleine Tochter bekommen, obwohl es hieß ich könne nach dem Tod meines letzten Kindes keine Kinder mehr bekommen und er in seiner ersten Ehe in versch. Kinderwunschzentren als zeugungsunfähig ausgewiesen wurde.

    Und ja, dieser Mann ist die Liebe meines Lebens, der mich als ich ganz am Ende und dem Tode nahe war wieder ins Leben geholt und es wieder hell gemacht hat. Ich bin wirklich jeden einzelnen Tag glücklich und unendlich dankbar für diesen Mann. Und ich weiß dass ich ihn immer lieben werde. Da müsste er mir schon Gewalt antun oder irgendein schlimmes Verbrechen an Kindern begehen, damit sich da was ändern würde.
    Es ist als ob ich immer auf diesen Menschen gewartet habe. Das mag sich kitschig anhören, ist aber so. Ich war immer ein sehr unruhiger Mensch, hatte Schlafstörungen, unerklärliche Fieberanfälle, Herzschmerzen, aber es wurde nie etwas gefunden. Seit er bei mir ist, ist das alles nie wieder aufgetreten. Ich schlafe jede Nacht wie ein Stein (na gut zur Zeit nicht wegen unseres Babys ;-)), hatte nie wieder diese Fieberanfälle oder Herzprobleme, bin ruhig und gelassen, kein Augenzucken mehr, keine restless legs ...
    Wenn ich morgens aufwache und in sein liebes Gesicht sehe könnte ich heulen vor Glück. Er ist immer für mich da und oft haben wir die gleichen Gedanken, sagen das gleiche, schenkten uns sogar das gleiche, obwohl da vorher nicht drüber gesprochen wurde und es nichts "aktuelles" war was auf der Hand lag ... Er ist mein Traummann und das kann ich sagen ohne mit der Wimper zu zucken. Er ist "der" Mann für mich. Für jede andere mag er ein Durchschnittstyp sein, für mich ist er nahezu perfekt. Ich will nichts und niemand anderen. Und ich glaube, man weiß es einfach wenn man "den" Menschen gefunden hat ... Er sagt, er hat ihn in mir gefunden und er ist sehr sehr glücklich ...

    Ich hoffe es bleibt so. Und wenn nicht war ich einige Jahre meines Lebens die glücklichste Frau der Welt weil der Mensch den ich (neben meinen Kindern) auf dieser Welt am meisten liebe mich in dieser Zeit auch geliebt hat.

    LG, Tina

    (16) 19.12.13 - 11:02

    Hallo,

    ich denke man sollte diesen Satz nicht auf das restliche Leben beziehen, sondern auf jetzt gerade.

    Ich bin 35 und seit 17 Jahren mit meinem Mann zusammen (davon 9,5 Jahre verheiratet). Und ja, er ist die Liebe meines Lebens.

    Ob nochmal wer anderes kommt, möchte ich damit ja nicht ausschließen und kann es auch gar nicht.

    LG
    Tanja

    (17) 19.12.13 - 11:02

    Hallo

    ich würde unterscheiden wann eine Person diese Aussagen macht.
    Im Überschwang der Gefühle könnte man die ein oder andere deiner Aussagen schon treffen, jeder bastelt sich seine Gefühlswelt zurecht, empfindet anders.
    Vielleicht brauchen romantisch Veranlagte diese Extreme.Manche sind auch liebessüchtig und hauptsächlich von ihren aktuellen Gefühle überwältigt.Warum nicht?
    Die Zeit relativiert es.Im Nachhinein gelingt eine realistischere Einschätzung besser.

    Kopfmenschen tun sich wohl eher schwer mit diesen schicksalsträchtigen Formulierungen.
    Trotzdem kann es passieren, dass man viele Jahre später die ein oder andere deiner Feststellungen für irgendwie zutreffend hält.
    Auch ich finde deine Aussagen eher befremdlich, 1. ,2. und 4. z.B.
    3. habe ich allerdings schon durchaus glaubhaft gefunden/ erlebt, z.B. bei meinem Vater kurz vor seinem Tod.60 Jahre hat er nur eine Frau geliebt.
    Die Aussage 5. hat mich mal Jahre lang irgendwie belastet, weil sie wohl so empfunden wurde von einem Ex-Partner.
    Überrascht wurde ich allerdings auch schon von mir selbst,weil ich einige meiner Gefühle niedriger angesiedelt hatte.Zu meinem Glück.Sie hätten mich handlungsunfähiger gemacht.
    Nicht jede große Liebe macht glücklich,manchmal ist sie einfach nicht alltagstauglich.
    Von einer Seelenverwandtschaft würde ich nie sprechen.Da werden gemeinsame Vorlieben und gleich stark empfundene Gefühle überstrapaziert/ idealisiert.

    Auf die idee,das alles mit Nächstenliebe in Bezug zusetzen, käme ich nicht.Ist das nicht auch nur ein romantisch- verklärter Begriff?

    L.G.

    (18) 19.12.13 - 11:31

    Schade für dich, wenn du noch nicht so tief und innig geliebt hast, um sowas zu sagen. Dann könntest du nämlich die Leute verstehen, die sowas sagen.

    Natürlich kann ich nicht wissen, was in der Zukunft ist. Aber ich lebe weder in der Vergangenheit noch in der Zukunft. Ich lebe in der Gegenwart. Und wenn ich sowas sage, dann ist das mein Ist-Zustand; so wie ich fühle.

    Ich war nie eine Frau, die mit der rosaroten Brille durchs Leben ging und ich werde das auch nie sein. Ich bin keine Träumerin, keine Romantikerin. Ich bin eine Realistin. Aber trotzdem kann ich sagen, dass ich seit 10 Jahren DEN Mann an meiner Seite habe, dass er mein Seelenverwandter ist und dass ich ihn über alles liebe (auch wenn ich ihn manchmal auf den Mond schießen könnte).

    Außerdem unterscheide ich zwischen der Liebe zu meinem Mann und zu meinen Eltern. Die lieben mich schon länger als mein Mann, aber eben anders.

    Ich hoffe für dich, dass du auch mal jemanden triffst, die/der (was auch immer) bei dir ins Herz trifft. Dann wirst du verstehen, warum man solche Aussagen trifft.

    (19) 19.12.13 - 11:33

    Danke! #pro
    Habe selbst auch schon öfters angesetzt mir ernsthaft Gedanken darüber zu machen ob ich vielleicht nicht normal bin. Habe den Gedanken allerdings schnell wieder verworfen. "Seelenverwandschaft" ist auch mein Unwort.

    (20) 19.12.13 - 11:35

    In meinem Leben gibt es nur einen Menschen, den ich bedingungslos liebe, und das bin ich selbst.

    Hört sich scheiße an. Ich weiß. Ich bin sowohl zu großer romantischer, wie auch freundschaftlicher Liebe fähig. Aber nur solange auch was zurück kommt das diese Liebe nährt.

    VG
    Mateo

    (21) 19.12.13 - 12:18

    << Was für Sätze laufen bei euch kalt den Rücken runter? >>

    Bei keinem der von dir genannten Sätze. Aber einer fällt mir gerade ein:

    "Hände hoch, sonst puste ich dir dein Hirn aus dem Schädel"

    Erheiternd finde ich manche Attribute in Kontaktanzeigen: Herzeigbar, tageslichttauglich, angeblich intelligent ...

    So etwas kannst du doch nicht mit gesundem Menschenverstand erklären. Es sind Gefühle und bei Gefühlen, die man eh schlecht in Worte fassen kann, da benutzt man eben auch mal die von dir genannten Sätze.

    Genauso gut wissen alle, dass jede zweite Ehe geschieden wird, trotzdem heiraten noch viele und denken bei ihnen wird es bestimmt klappen und die Ehe halten.
    Bei mir ist es wirklich so, ich war schon sehr oft verliebt, aber ich habe nur einmal einen Menschen wirklich geliebt. Und ja, ich benutze auch das böse Wort Seelenverwandtschaft, denn es ist einfach so. Selbst wenn die Beziehung nicht bis an das Lebensende hält, halte ich ihn immer noch für meinen Seelenverwandten und die Liebe meines Lebens.
    Keine Ahnung was in 3 Jahren, 5 oder 10 Jahren sein wird, aber so empfinde ich JETZT, also drücke ich es natürlich auch so aus.

    (23) 19.12.13 - 12:30

    Hallo!

    Hollywood-Syndrom...:-P
    Meine Generation wurde ja mit den kitschigsten Disney-Filmen groß, da wurden alle Grenzen überwunden und ungleiche Paare lebten trotz aller Widerstände glücklich für immer (glaubten wir, weder von "die Schöne und das Biest", noch von "Arielle" wurde jemals die Fortsetzung gedreht, wo man Streit und Alltagsstress erlebte...schade eigentlich, ich hab da gerade gute Szenen im Kopf :-D ). Also schon mal falsche Vorstellungen, da wir den Zauber des Anfangs als Liebe verkauft bekommen haben.
    Dann kamen in der Pubertät die Hollywood-Filme hinzu...in meiner Generation prägend: Titanic! Oh, wie haben wir mit Jack und Rose gelitten. Und diese 101 Jahre alte Frau schwärmte immer noch über diese Liebe...sie war damals 17 und das ganze hielt nur ein paar Tage, unfreiwillig zwar durch Jacks Tod, aber eigentlich ja wirklich nichts im Vergleich zu einem langen Leben zu zweit. Und klar kann sie ihn da bedingungslos lieben, der "Zauber des Anfangs" wurde ja nie unterbrochen, es gab nie Alltagsstress und Streit und Gefühlskälte, es gab nur: "er hat mich so gerettet, wie ein Mensch nur von einem anderen Menschen gerettet werden kann" (sinngemäß, kann den Film nicht ganz auswendig;-) ). So, das prägt natürlich. Ja, ich muss zugeben, dass ich mit 15 Jahren mal einen Freund hatte, der mir sagte: "Wenn du springst, springe ich auch", was mich schwer beeindruckt hat. Es war nur so dahergesagt, ein "was wäre wenn", ich hatte nicht vor zu "springen" und ich denke, wenn wäre er nicht mal mit aufs Haus gekommen, zumindest war er drei Monate später mit der nächsten zusammen. Solche Geschichten habe ich schon öfters erlebt und bin deswegen auch hochgradig skeptisch, wenn ich solche Dinge höre. Denn so mancher "für immer und ewig"-Mensch war nach wenigen Wochen anderer Meinung. Ich halte nicht mehr viel von Worten und finde Taten wichtiger. Das ist wohl dieses "Erwachsen werden"...

    Wenn man sich die Teenager heute anguckt, könnte es sogar noch schlimmer werden. Schon mal ne "Bravo" oder "Mädchen" von heute durchgeblättert? Sehr empfehlenswert. Da gibt es nur noch Begriffe wie "bbf" (best friend forever) - wie viele dieser Freundschaften halten für immer? Viele halten nicht mal bis zur nächsten Party.

    Drama, wir brauchen Drama! Letztens hörte ich eine ca 20Jährige vor dem Krankenhaus rumkreischen: "Er ist die Liebe meines Lebens und jetzt sowas!", ein gleichaltriger Kerl antwortete laut: "Ey, das ist dein Ex, hast du vergessen, was..." "Halt die Fresse! Ich liebe ihn über alles, ja, mein Ex, aber er liegt da im Sterben!" (Schimpfwörter und eys und Alter beliebig einfügen,die folgende Diskussion konnte ich leider nicht mehr mitverfolgen, da meine Pause zu Ende war ) Neugierig wie ich bin konnte ich den Hintergrund des Dramas schnell rausfinden, der besagte Ex war von einem Auto im Schritttempo angefahren worden und hatte das Bein gebrochen, nach Gipsanlage konnte er wieder nach Hause...und so lebten sie wahrscheinlich glücklich bis ...zum nächsten Streit.

    Viel geschrieben...lange Rede, kurzer Sinn: wir brauchen Drama. Jemand hatte so treffend geschrieben, dass wir es zuhause schön warm haben wollen, wenn es draußen immer kälter wird. Das könnte die Ursache sein. Liebe gilt nicht mehr viel, überall Betrug, Lügen, Egoismus. "Aber bei mir, bei mir und meinem Schatz, da ist das ja anders. Wir lieben uns, so ganz echt wirklich, viel mehr als andere das tun, für immer und ewig." Ich sage dann gerne "für immer ist eine lange Zeit, vor allem gegen Ende".

    Ich möchte nicht sagen, dass es sowas nicht mehr gibt. Und so mancher wusste nach dem ersten Blick "der/die ist es" und sie waren glücklich bis ans Ende ihres Lebens. Aber das sind Ausnahmen. Ich habe die Erfahrung gemacht: wer am meisten drüber redet, muss am meisten verstecken. Paare, die glücklich sind, müssen das nicht nach außen tragen. Ein Mensch, der liebt, handelt und labert nicht. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel.

    Liebe Grüße, Truly

    (24) 19.12.13 - 12:45

    >>In der heutigen gleichgültigen Gesellschaft, wo Nächstenliebe beispielsweise keine Bedeutung mehr zu haben scheint, finde ich derarte Äußerungen über alle Maßen übertrieben und kitschig. Es sei denn, irgendwer kann mir erklären wozu so eine Aussage gut ist :-)<<

    Vielleicht hilft Dir das weiter:

    http://www.tonight.de/duesseldorf/news/musik/oh-sweet-lorraine-geht-unter-die-haut-96-jaehriger-erobert-mit-liebessong-weltweit-die-herzen.986689

    Viele Grüße
    Trollmama

    (25) 19.12.13 - 13:37

    Hallo,

    diese Äußerungen beschreiben doch immer Momentaufnahmen. Die Gegenwart, welche durch die Vergangenheit eine Vergleichsmöglichkeit erhält. Das kann man auf alle Bereiche des Lebens anwenden:

    Ich habe (bis jetzt) noch nie so eine leckere Gans gegessen.
    Ich habe (bis jetzt) noch nie so ein tolles rotes Kleid besessen.
    Ich habe mich (bis jetzt) noch nie so gefürchtet.
    Ich habe (bis jetzt) noch nie solche Gefühle für jemanden gehabt.

    Ob ich in der Zukunft nicht noch eine Gans, ein Kleid, eine Furcht oder eine Liebe erlebe, die das noch toppen wird, weiß ich nicht.

    Ich verstehe aber durchaus, was du ausdrücken möchtest. Zu dick aufgetragene Zuneigungsbekundungen hinterlassen für Außenstehende häufig ein befremdliches Gefühl.

    Viele Worte werden auch zu inflationär gebraucht und erhalten dadurch eine Abwertung ins Gewöhnliche.

    Vielleicht ist es dir auch noch nicht passiert, dass du von deinen Gefühlen für eine andere Person völlig überrollt wirst und kannst es daher nicht so nachvollziehen. Es ist durchaus möglich, dass du einem Menschen begegnest, der dir so die Schuhe auszieht, dass du regelrecht schockiert bist über die Intensität vorher nicht gekannter Gefühle.

    Ab einem gewissen Alter und gemachten Erfahrungen wird man auch einfach etwas nüchterner in der Betrachtung der Dinge und hat meist schon selbst erlebt, dass Gefühle veränderlich sind. Da ist man Superlativen gegenüber einfach verhaltener.

    Und es ist natürlich auch immer eine Charakterfrage, ob man überschwenglich damit hausieren geht oder doch eher im Stillen einfach genießt.

    Sätze die mir die Fußnägel hochrollen sind:

    Ich liebe ihn mehr als mein Leben.
    Ich würde alles für ihn tun.

    Liebe Grüße

    Litha

Top Diskussionen anzeigen