Mann wird aggressiv

    • (1) 23.12.13 - 19:36
      hilfe suchende

      Mein Mann wird mittlerweile immer agressiver und tickt regelrecht wegen Kleinigkeiten aus.
      Kleines Bsp. von vorhin. Ich habe das Weihnachtsessen gekocht für morgen und eine der benötigten Zutaten, ja es war nur Tomatenmark, wurde schon angebrochen. Ich habe eher beiläufig gesagt "mist, hast du das Tomatenmark zum kochen genommen?". Er sofort auf 180, nein habe ich nicht. Ich habe nur gesagt das er es wohl irgendwann die letzten Tage genommen hat. Daraufhin ist er fast ausgerastet. Hat wütend im Kühlschrank und im Speiseschrank gesucht, richtig agressiv gesprochen das muss dann die alte vom letzten Jahr sein.
      Ich habe gesagt das es ja nicht so schlimm ist das es auch so geht zum kochen. Er brauche jetzt nicht danach suchen weil es wirklich keine weitere Tube gibt.
      Ach ich kann das gar nicht richtig beschreiben das ihr das versteht. Es ist wie ihr seht nur eine Kleinigkeit und er kann dann nicht mehr aufhören und sucht agressiv, gibt mir die Schuld bis ich wirklich Angst vor ihm bekomme, denn im Weg sollte man ihm dabei nicht stehen.

      Die Kinder haben auch Angst bekommen und ich hab versucht ihn aus der Küche zu "schmeissen" das ich überhaupt weiter machen konnte.
      Aber er kann dann nicht aufhören steigert sich immer weiter rein, wird immer agressiver bis wir uns gegenseitig anschreien, das er endlich gut sein lassen soll und raus gehen.
      Danach werde ich dann wieder ignoriert behandelt als wäre ich Luft.

      So ist es immer, egal bei welchem Streit. Er ignoriert mich dann und irgendwann tut er so als wäre nichts gewesen.
      Mit ihm reden kann man nicht.

      Ich verstehe das nicht. Bitte macht euch nicht drüber lustig wie man sich über sowas streiten kann, ich verstehe es auch nicht - schon gar nicht sein aggressives Verhalten dabei. Er hat mich in solchen Situationen auch schon mehrfach geschubst, wenn ich ihn nicht habe austoben lassen.

      Ich weis nicht mehr weiter.

      • Was heisst "mit ihm reden kann man nicht."? Auch nicht, wenn er sich wieder abgekühlt hat? Was sagt er dazu, wenn Du ihm schilderst, wie Dich sein Verhalten verletzt? Seit wann ist er überhaupt so und wann hast Du seine Aggression so stark wahr genommen?

            • (5) 23.12.13 - 20:16
              hilfe suchende

              Danke, ich werde den link nachher mal in Ruhe durchlesen.

              Gerade bin ich nur am weinen, weil mich das Verhalten so fertig macht. Ich habe wie so oft jetzt wo er sich abgekühlt hatte versucht darüber zu reden und gesagt das es doch gar nicht schlimm ist egal wo jetzt diese blöde Tube Tomatenmark auch ist. Das ist doch kein Grund zu streiten,
              Doch er macht weiter und weiter. NEIN, ER MUSS JETZT DIESE TUBE FINDEN UND DANN KANN ER BEWEISEN DAS ER GAR NICHTS GEMACHT HAT.

              Ich habe mehrfach gesagt das ich nicht streiten möchte und es doch gar nicht dramatisch war.
              DOCH ICH HABE IHN TOTAL ANGEFAHREN UND IHM DIE SCHULD GEGEBEN!

              Dabei habe ich doch nur das von vorhin gesagt. Ohne negative Wertung oder sonstiges. Es war ja auch nichts schlimmes.
              Aber er hört nicht auf, durchsucht wieder den Kühlschrank und den Speiseschrank wie ein Verrückter. Vorher blitzten seine Augen wieder agressiv und seine Wangenknochen zuckten. Er schaute mich richtig wütend und hasserfüllt deswegen wieder an.

              Wieso kann er das blöde Thema denn nicht beenden? Es ist doch nicht dramatisches gewesen. Einfach nur ein Kommentar von mir, bei dem ich mir nicht viel dabei gedacht habe.

              Mich nimmt das psychisch so sehr mit. Und dann höre ich immer nur "aber DU DU DU" DU WARST AGGRESSIV, NICHT ICH!

              • Beruhige Dich. Atme tief durch.

                Ich kann Dir versprechen: Es ist nicht Deine Schuld, dass er so wütend geworden ist. Lass ihn suchen. Findet er die Tube Tomatenmark und sie ist noch zu, dann gut. Findet er sie nicht, auch gut. Das Ergebnis ist sowieso egal: Er will jetzt wütend sein. Fühlt sich wahrscheinlich gerade selbst schlecht. Ist aber sein Problem.

                Rede nicht auf ihn ein, versuche ihn zu ignorieren. Lass Dich auch nicht provozieren. Und tu Dir und den Kindern einen grossen Gefallen: Wenn er anfängt zu randalieren, zu brüllen oder Dich anzugehen, dann ruf die Polizei und lass ihn entfernen.

                Sein Verhalten ist krankhaft, nicht normal. Das weisst Du aber auch. Und nochmal: Es ist NICHT DEINE SCHULD, um es mal so deutlich laut auszudrücken, wie er es tut.

                • (7) 23.12.13 - 21:07
                  Hilfe suchende

                  Vielen Dank für deine lieben Worte. Ea fällt mir so schwer denn ich möchte doch gar keinen Streit. Er ignoriert mich jetzt sowieso und behandelt mich wie Luft, als wäre ich im gleichen Raum wie er gar nicht vorhanden.

                  Mich macht sowas einfach unfassbar traurig und es belastet mich sehr, da es immet häufiger so der Fall ist wie heute.

                  • Das ist das System, er behandelt Dich so, dass Du Dich schlecht fühlst und denkst, Du bist an der Situation schuld. Dabei ist es in Wahrheit gar nicht so, Du hast ja nur eine Frage gestellt.

                    Normal wäre:

                    Du *suchst das Tomatenmark*
                    Findest das Angebrochene.. fragst ihn: "mist, hast du das Tomatenmark zum kochen genommen?"
                    Er: "Puh, kann mich nicht erinnern. Ich schau mal nach.."
                    Er sucht das Tomatenmark, findet keines.
                    Du sagst: "Ach, ist egal, ich nehme das hier, das ist ja auch noch gut".
                    Er: "Okay, aber ich schreibe das jetzt einfach auf den Einkaufszettel."

                    Er reagiert aber so, als hättest Du gesagt: "Du blödes dummes Arschloch, hast Du schon wieder das Tomatenmark angebrochen? Wie dämlich bist Du Affenkopf eigentlich? Muss ich Dir immer wieder sagen, Du sollst keine Sachen anfassen, die ich kaufe?"

                    Lies mal den Link, den ich Dir gegeben habe, aber lass Dich dabei nicht erwischen.

              Hier muss ich nochmal einhaken und auf meinen separaten Beitrag hinweisen.

              Du nimmst Dich selbst auch völlig falsch wahr.

              Und im Prinzip bist Du damit genauso wie Dein Mann. Das traurige dabei ist, dass es eigentlich nicht mehr um ein MITeinander geht, sondern jeder für sich lebt, in seiner eigenen Realität.

              Die ganze Zeit behauptest Du, Du hättest doch nichts getan und keinen Streit gewollt.

              Darf ich euren Dialog wiederholen, wie Du ihn geschildert hast?
              Du: Hast Du das Tomatenmark zum Kochen genommen?
              Er: Nein.
              Du: Doch. Du MUSST es genommen haben!

              Ganz klar bezichtigst Du hier Deinen Mann der Lüge.

              Wissend um seine Persönlichkeit hättest Du jegliche Eskalation vermeiden können. Aus einem mir nicht erklärlichen Grund hast Du Dich aber dagegen entschieden und wunderst Dich dann, dass er so reagiert, wie er es eben tut.

              Ich will nicht sagen, dass sein Verhalten vollkommen in Ordnung geht, sondern Dir lediglich vor Augen führen, dass es durchaus anchvollziehbar ist.
              Ich habe den Eidnruck, dass es bei euch beiden nur noch ums Rechht haben geht. Und darin liegt vllt auch ein wenig die Wurzel der Krise eurer Beziehung.
              Wer durchbricht nun als erstes diesen Kreislauf?

              Merry Christmas!

          (10) 24.12.13 - 10:03

          Meinst Du nicht, dass das ein wenig übers Ziel hinaus schiesst?

          Erstens sind diese Artikel auf der Seite alle so allgemein geschrieben, dass sich jeder teilweise darin wieder finden wird, selbst ich als Mann kann mich darin sogar erkennen, obwohl ich sicher nicht die Zielgruppe bin und meine Frau alles andere als respektlos.

          Zweitens propagiert die Seite ja durch die Schilderung der Ungleichheit bzw des Ungleichgewichts eigentlich ja das Ideal, dass man GEMEINSAM und auf Augenhöhe eine Beziehung fördern sollte, wird aber gleichzeitig immer wieder dann hier zitiert, um "Grabenkämpfe" zu vertiefen oder gar zu entfachen...

          Sollte man nicht vielmehr versuchen, auch mal etwas reflektiv an die Sache heranzugehen?
          Hier in diesem Beispiel die Schuld für das Beziehungsversagen alleine auf den Mann zu schieben ist sicher etwas am Thema vorbei. Man könnte sicher auch das Pferd ganz anders aufzäumen, das wäre zwar immer noch kontraprodukti, aber sehr gut möglich wäre das Szenario, dass er sich laufend in die Enge gedrängt fühlt, der Lüge bezichtigt etc.
          Seine Frau, die TE, spielt das Zuckerbrot und Peitsche Spiel, ohne es zu merken(?) Einerseits "Mist. hast Du das Tomatenmark zum Kochen benutzt?", dann wieder im weiteren Verlauf "Ach ist doch gar nicht so schlim." Dann möge man es nbitte nicht zum Thema machen.
          Ein durchaus mögliches Szenario, dass zwar weiter sein Schubsen nicht rechtfertigt, aber auch durchaus die Beiteiligung der Frau als aktiven Part in der Auseinandersetzung berücksichtigt.

          Prinzipiell bin ich kein Freund von Lösungen, die allzu einseitig dargestellt werden, und schon gar nicht von solchen, die immer gleich Richtung Trennung lauten. Aber das sind leider die Zeichen unserer Zeit.

          Zum Glück, habe ich solche Probleme nicht...

          Merry Christmas!

          • (11) 24.12.13 - 12:48

            "Meinst Du nicht, dass das ein wenig übers Ziel hinaus schiesst?"

            Sofern ich das alles richtig verstanden habe, was die TE geschildert hat und sie nichts Wichtiges vergessen hat: Nein, meine ich nicht. Es ging darum, den Link zu lesen und zu schauen, ob es noch weitere Situationen gibt, in der er oder sie wieder zu finden sind.

            Und dass ich ihr zur Trennung geraten haben soll, davon möchte ich mich sehr deutlich distanzieren. Mein Rat war, ihn in Ruhe toben zu lassen, bis er sich beruhigt hat, ihn aber auch unter gewissen Umständen aus der Wohnung räumen zu lassen.

            Und wenn Du mich fragst, ist hier ohne neutrale und geschulte Drittperson eine gemeinsame Kommunikationsbasis gar nicht mehr möglich.

            Euch auch fröhliche Weihnachten!

            • (12) 24.12.13 - 13:02

              >>... Und wenn Du mich fragst, ist hier ohne neutrale und geschulte Drittperson eine gemeinsame Kommunikationsbasis gar nicht mehr möglich...<<

              Jepp. der Karren scheint hier schon ordentlich vor die Wand gefahren...

(13) 23.12.13 - 21:22

Dein Mann hat eine Störung. Wenn er nichts dagegen tun will, würde ich ihn verlassen. Dich macht das kaputt und die Kinder auch.

(14) 23.12.13 - 21:25

ich kann nicht verstehen wie man mit so einem Mann zusammen sein kann.

Da gruselts mich. Mein Vater war schon immer cholerisch. Wegen Kleinigkeiten wurde er ungehalten und laut, hat meine Mutter respektlos zusammengestaucht, völlig kopflos, unsensibel und unreflektiert. Jedes Mal bei solchen 'Streits' hab ich als Kind und Jugendliche gelitten wie ein Hund, hab mir die Ohren zugehalten und gehofft dass es bald vorbei ist. Meinem Bruder ging es genauso. Das muss deinem Mann klar werden - sein grässliches Verhalten ist ganz ganz schlimm für die Kinder (und dich auch). Ich bin ziemlich Choleriker-allergisch und finde solch ein Verhalten auch nicht normal.

Hallo.

Was du da beschreibst, kommt mir nur zu bekannt vor. Einige haben bereits einige hilfreiche Kommentare geschrieben. Von mir kommt jetzt mal ein paar ganz andere Ideen:

1. Sein Verhalten verstärkt sich so seit dem Eintritt einer Veränderung (Hochzeit, Baby, Krankheit, Traurr, mehr Arbeit etc.)
2. Könnte er evtl. ADHS haben? Schau mal u.a. hier: http://www.adhs-studien.info/adhs_selbsttest.html
3. Reagiert er immer gleich bei gewissen Äußerungen von dir? Manch einer hat vllt. Assoziation aus früheren Beziehungen. Ist er generell mit irgendetwas Bestimmten (deinerseits) unzufrieden?

...Das sind nur mal so ein paar Denkansätze. Man ist ja eigentlich nicht von Grund auf aggressiv, alles hat irgendwo eine Ursache, auf die dann eben eine bestimmte Wirkung erfolgt. :-/

Lass dich nicht entmutigen. Versuch's mal so rum: Stell dir vor meine 1,5jährige Tochter wird schnell mal rasend wütend seit sie 6 Monate alt ist. Manchmal fehlt nicht viel, dann hat sie sich extrem reingesteigert und findet dann nicht mehr raus (schreien, weinen, schlagen, auf dem Boden rollen etc.). Seit wir sie liebevoll versuchen aufzufangen, ihr durch Spaß, Spiel, Küsschen und dergleichen gewissermaßen den Wind aus den Segeln zu nehmen, können wir ganz anders miteinander umgehen. Ich kann mir vorstellen, dass sich dein Mann (wegen irgendetwas) unwohl/frustriert/deprimiert fühlt. Vielleicht fühlt er sich nicht verstanden/wertgeschätzt/genug miteinbezogen. [Hast du evtl. was im Alleingang entschieden/durchgezogen oder nach mehrmaligem Bitten vergessen etwas miteinzukaufen/mitzuwaschen? Wie oft sagst du "Ich liebe dich" oder zeigst ihm deine Liebe und dass du ihn begehrst? Wie häufig herzelt ihr noch miteinander? Männer, oh jaaa, drücken sich zuweilen sehr subtil aus, denken dann, alles ist klar und gehen davon aus ihre Frau könne Gedanken lesen.]
Glaub mir, ich kenne deine Situation nur zu gut. Wir trainieren auch immernoch und üben uns im besseren Kommunizieren. ;) Probiers mal aus und versuch deinem Mann den Wind aus den Segeln zu nehmen und überfalle ihn mit einer Umarmung, einem Kuss. Sag beim nächsten Mal: "Ach Schatz, ich liebe dich. Fühl dich doch nicht geärgert..." oder ähnlich. Wer weis, vielleicht hilft's.

Ich glaube dir, wie unangenehm solche Situationen sind. Deinen Betrag hätte ich auf Punkt und Komma (noch vor einem Jahr) genauso schreiben können. Manchmal müssen trotz allem unser verletztes Ego selbst einmal zur Seite nehmen und versuchen zu verstehen, was in dem anderen vorgeht. ;) Und ich kann mir nicht vorstellen, dass dein Mann sich dauerhaft gut und ausgeglichen dabei fühlt, wenn er sich so polternd Luft gemacht hat.
Versuch nicht so vieles auszudiskutieren. Das endet doch meist in gegenseitigen Vorwürfen und aufgebrühten Geschichten aus der Vergangenheit. Streiten muss mal sein, Schmollen darf man auch. Aber dann muss es aber auch wieder gut sein und braucht nicht weiter ausgelatscht werden. :)

So, das war jetzt doch ein bisschen lang. Sorry. Ich wollte jedenfalls nur mal meine eigenen Erfahrungen beisteuern und Hoffnung aufzeigen. Auch wenn einiges verloren scheint, kann man an seiner Beziehung/Liebe arbeiten. :)

Alles Liebe,

silasi

(17) 23.12.13 - 23:39
auchmanchmalhilflos

So in der Art verhält sich mein Mann leider manchmal auch. Die Sache, für den Streit auslöst, ist oft ganz banal, aber er poltert dann gleich los, unterbricht mich und ist ungenießbar. Wenn ich ihn dann später darauf anspreche, bleibt oft im Raum, ich habe ihn zu Unrecht beschuldigt, und er kann auf keinen Fall etwas mit der Sache zu tun gehabt haben.
Beispiel von heute: Im Bad neben der Toilette waren Blätterteigkrümel, die halt auffielen, nachdem mein Sohn (11) die Klospülung etwas zu heftig betätigt und das Bad gut durchnässt hatte. Ich fragte meinen Mann, der im Bett las, ob er da gekrümelt habe (weder mein Sohn noch ich hatten was gegessen), und wurde gleich angeranzt, dass er das gar nicht gewesen sein könne, weil ja wir zuletzt im Bad waren. Ich habe dann nur ruhig gesagt, dass wir nichts gegessen haben und befand mich schon wieder auf dem Weg raus, aber natürlich kam noch ein Schwall hinterher: Ich unterstelle ihm etwas, er wolle seine Ruhe haben, ich solle jetzt sofort aufhören ...
Mein Mann ist psychisch nicht ganz stabil, womit ich im Prinzip auch umgehen kann, aber seine harschen Reaktionen sind auch verletzend. Es gibt schon auch Momente, in denen ihm dieses "Machtgehabe" wirklich Leid tut, aber solche blöden Streitereien kommen trotzdem immer wieder vor.
Einen echten Rat kann ich Dir nicht geben, aber ich spüre auch, dass ich ihn einfach bocken lassen muss, weil sonst die Streitereien eskalieren.
Liebe Grüße

Also vorab erstmal, das Schubsen geht gar nicht, aber ich muss hier doch mal deutlich etwas formulieren, wie sich das für mich darstellt. Daraus wird dann auch recht schnell deutlich, warum der Mann so aufbraust.

1. Du fragst ihn, ob er das Tomatenmark benutzt hast. Darin schwingt schon der Unterton eines Vorwurfs mit.

2. Er antwortet mit "Nein". Hier könnte das Gespräch eigentlich im Sinne des festiven Anlass beendet sein, Aber nein!, denn

3. Doch Du musst es benutz haben! Wenn die Antwort auf die Frage in 1. bereits bekannt ist, warum stelle ich sie dann?, wenn bereits vorher klar ist, dass ich eine negative Antwort, gemäss 2. auf meine Frage aus 1. inakzeptabel ist, wieso frage ich dann überhaupt???

4. Der Mann sucht also nach dem Tomatenmark, dabei vermutlich feststellend, das es doch sein könnte, das er es "versehentlich" benutzt hatte (stand auf der Tube eigentlich drauf, dass sie fürs Weihnachtsessen zurückgehalten werden muss?). Deine vorherige Strategie, des absoluten Fehelr auf ihn schieben, macht eine Umkehr seinerseits ebenso unmöglich, schliesslich muss ein Mann zu seinem Wort stehen, ergo kommt es zum Streit.

5. Sagst Du nun, wo Du merkst, dass die Situation zu eskalieren droht, "ach ist doch gar nicht so schlimm."... Wenn es denn nicht schlimm ist, WARUM macht man dann anfänglich unter 1., 2. und 3. so ein Fass auf???

Mir ist bei so etwas einfach nicht klar, warum man so auf sein Recht pochen muss, und sich dann wundert, dass die Situation eskaliert?
Das ist so das Urbia-Virus "Ich hatte aber recht, also muss ich das auch sagen dürfen und der Mann hat gefälligst alles zu schlucken"

Man bin ich froh, dass meine Frau und ich ns die Kocharbeit teilen, jeder einen Teil zum Menü beisteuert und der andere sich da jeweils raushält. Und trotzdem wir momentan unter engsten Bedingungen in eine kleinen Küche werkeln, gibt es da keinerlei Probleme.

Gut. ich schubbs meine Frau nicht (dazu wär hier auch gar kein Platz), und ich brüll sie nicht an oder erhebe meine Stimme, aber im Gegenzug verschont mich meine Frau mit Fragen mit vorgefertigtem Ausgang...

Merry Christmas!

  • (19) 24.12.13 - 10:52
    auchmanchmalhilflos

    Ich hatte weiter oben gepostet, weil ich in der Beschreibung der TE manchmal Situationen mit meinem Mann wieder erkenne.
    Teilweise muss ich Dir recht geben: Eine Frage, deren Antwort unwichtig ist, braucht man nicht erst zu stellen, und wenn sie doch wichtig ist, muss man auch damit umgehen können, dass die Antwort nicht lautet: "Oh entschuldige Schatz, wie konnte ich nur so blöd sein, diese Tube zu nehmen".
    Aber vielleicht ist das Beispiel der TE auch schlecht gewählt, jedenfalls kenne ich das Gefühl, dass ein harmlos gemeinter Satz Reaktionen auslöst, die ich nicht erwartet habe (und auch im Nachhinein kann ich nicht immer feststellen, dass mein Satz ungeschickt, provozierend oder vorwurfsvoll formuliert war).

    Es ist schwer, diesen Kreislauf des "Aber eigentlich habe ich recht" zu durchbrechen - letztlich müssen da beide Seiten dran arbeiten.

    Frohes Fest!
    Anja

    • >>... letztlich müssen da beide Seiten dran arbeiten...<<

      Genau darauf wollte ich hinaus. Leider wird in solchen Fällen wie hier nur zu gerne eine einzige Betrachtungsweise gewählt und als Meinung vertreten. Sicher eine Folge des Frauenüberschuss auf Urbia, aber leider auch ein Armutszeugnis, wenn es darum geht konstruktiv und allumfassend Rat zu geben.

      Sicher können, wie Du es schilderst manchmal unbedacht gesagte Sätze unerwartete Reaktionen hervorrufen, das funktioniert sogar in beide Richtungen und ist in einer gesunden Beziehung auch gar nicht weiter schlimm.

      Erst, wenn ein Ungleichgewicht entsteht muss tatsächlich nachgeforscht werden, was da gerade passiert. Der erste Ansatz sollte dabei allerdings der eigenen Person gelten. Mache ICH irgendetwas anders, dass mein Partner plötzlich ein bestimmtes Verhalten an den Tag legt?
      Es wird einem jeden einleuchten, dass man das eigene Verhalten besser steuern kann, als das jemals bei einem anderen gelingen kann.

      Es ist natürlich einfacher zunächst einfach die Ursache nicht bei sich selbst zu suchen, sondern beim Partner, denn das bedeutet erstmal, dass man nicht selbst aktiv werden muss und es fühlt sich natürlich besser an, wenn man sich nicht selbst auch Fehler eingestehen muss...

      Aber hilft es in der Sache?
      Will sagen, wenn ich eine Situation entschärfen kann, dann tue ich das im Interesse des größeren Ganzen meist. Komme ich jedoch langfristig zu dem Schluss, dass tatsächlich nicht ich mein Verhalten geändert habe sondern mit meinem Partner etwas nicht stimmt, versuche ich Hilfe anzubieten, um das Problem gemeinsam anzugehen.
      Es sollte ja nun gerade die Stärke einer Partnerschaft sein, dass man mindestens zwei Betrachtungsweisen desselben Problem nebeneinander stellen kann, und gemeinsam Lösungen findet.
      Vier Augen sehen mehr als zwei...

      Das war jetzt ein längerer Exkurs, der natürlich nur wieder einmal meine eigene Meinung und Erfahrungen aus einer glücklichen aber sicher nicht problemfreien Beziehung wiederspiegelt. :-)

      Merry Christmas!

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