wie lange war der prozess (trennung) bei euch, vom gedanken zur umsetzung

    • (1) 12.01.14 - 10:44
      ich denke es wird nicht h

      hallo,

      seit einigen jahren habe ich das gefühl, dass wir das irgendwie nicht schaffen werden. wir haben 2 kinder (3+8). ich möchte eigentlich, dass meine kinder mit mutter und vater aufwachsen könne, weil ich dieses glück nciht hatte (trennung da war ich 6 und dann ein horror-stiefvater). allerdings ist mein mann kein gutes vorbild für die kinder (in vielerlei dingen) und er ist extrem ungeduldig mit ihnen und überfordert sie oft.

      insbesondere die kleine bekommt seine fiese seite zu spüren,s ie ist in einer schwierigen phase und wird eigentlich nur noch angeranzt...

      ich bin zwar gewillt die beziehung irgendwie aufrechtzuerhalten, möchte aber auch nciht, dass meine kinder leiden. abgesehen davon haben wir keine gemeinsamen interessen (ich gehe alleine in den urlaub, ins kino, ins theater, zum sport...).

      ich habe keine zeit für mich obwohl wir zu zweit sind und er überdurchschnittlich viel zeit hat. er hat keine sozialkontakte und sitzt nur zu hause rum...

      ich habe das gefühl, in 2 jahren gibts uns nicht mehr, bis dahin bin ich selbständig genug um den schritt zu wagen. und die kinder sind auch größer. ich weiß, es klingt nach einem abekarteten spiel. ich habe so oft versucht mit ihm zu reden, ihm eine beratung vorzuschlagen, unternehmungen vorzuschlagen... ich habe resigniert.

      wie lange ging es bei euch, vom ersten gedanken bis zur trennung und wie habt ihr es verkraftet? und die kinder?

      danke schonmal

      • Bei mir war es ein Jahr, von seiner Aussage, er habe nicht mehr so viele Gefühle für mich, bis zu meiner Aussage, dass wir nun getrennt sind. Ich hatte mir da aber irgendwann auch die Frist gesetzt und mir gesagt: Wenn es bis hier nicht besser ist, dann handle ich, da er es ja nicht tut.

        "Wegen der Kinder" bleibe ich mit niemandem zusammen, denn das ist kein ausreichender Grund für mich, eine Beziehung aufrecht zu erhalten.

        • (3) 12.01.14 - 11:30
          wie lange noch

          hallo,

          danke für deine antwort. wie alt waren deine kinder zu dem zeitpunkt? und wie waren deine gefühle für ihn zu dem zeitpunkt? und wie habt ihr euch finanziell geeinigt? das ist doch häufig ein grund, dass man nach einer trennung als frau finanziell schlecht dasteht und die kinder in armut leben ...

          lg

          • Meine Tochter (nicht von ihm) spielte da aus mehreren Gründen keine Rolle, unser Sohn war zweieinhalb Jahre alt.

            Ich hatte ihn zu dem Zeitpunkt noch geliebt, aber was bringt mir das, wenn es einseitig ist? Meine Einstellung war einfach, dass ich bestimmt glücklicher bin, wenn ich mich räumlich von ihm trenne und genug Abstand habe, um über ihn hinweg zu kommen. Hat auch voll zugetroffen.

            Finanziell einigen mussten wir uns nicht groß, ich bekam Unterhalt für unseren Sohn, bin in eine Wohnung gezogen und habe mich auf Jobsuche begeben. Etwa ein halbes Jahr lang habe ich ALGII bezogen, bis ich meinen jetzigen Job gefunden habe. Unterhalt für mich habe ich nie gefordert, dafür hat er halt noch die KiTa fürs Kind bezahlt.

            "In Armut leben" ist relativ. Wir hatten etwa ein Jahr lang keine Couch, das war etwas unbequem, aber ich habe nur sehr begrenzt Platz hier in der Wohnung (baulich bedingt). Also habe ich gespart, um dann ein optisch und räumlich passendes Stück zu ergattern. Ebenso bin ich mit dem Kleiderschrank für mich verfahren und den Möbeln für die Kinder. Anfangs habe ich im Kinderzimmer meines Sohnes gechlafen. Meine Tochter ist dann irgendwann sowieso mehr oder weniger ausgezogen, so habe ich jetzt sogar ein Schlafzimmer.

            Ich finde es eher ein Zeichen von Armut in einer unbequemen und schmerzvollen Situation leben zu müssen. Da ist eine zeitweise Einschränkung finanzieller Art echt nicht schlimm. Ich war unglücklicher in der 100qm Wohnung als jetzt in meiner Miniwohnung.

      Wieso schiebst du den Schritt 2 Jahre hinaus? Du siehst eure Situation sehr realistisch. Und 2 Jahre länger mit einem Vater, der seine Kinder nicht schätzt, sie anranzt und überfordert: das ist ne lange Zeit. zumal du das mit einem Stiefvater ja selbst durchgemacht hast.

      Meine letzte Trennung ist mit eurer Situation nicht zu vergleichen, ich war hochschwanger und er ist fremd gegangen. Nachdem ich es erfahren habe, haben wir noch 3 Monate zusammengewohnt, dann habe ich ihn gebeten, erstmal uns auf kurze Zeit räumlich zu trennen. Er war einen Monat weg, kam wieder und nach einem weiteren Monat wars dann ganz aus. Also haben wir uns ein halbes Jahr rumgequält. Summa summarum 6 Monate zu viel. Total verschenkte Zeit. Es war eigentlich von vornherein klar, dass er zu schwach sein wird, seine Affäre (die schon 5 Monate ging, bevor ich davon Wind bekam) aufzugeben und was für unsere Beziehung zu tun. Aber ich wollte das einfach nicht glauben und wusste in dem Moment nicht anders, als mich an diese Hoffnung, es würde doch alles wieder gut, zu klammern. Zumal ich gerade unser 2. Kind auf die Welt gebracht habe.

      Ich an deiner Stelle - ich weiß, das sagt sich so einfach, wenn man den Schritt nicht selber gehen muss - würde die Trennung nicht rausschieben. Ihr seid faktisch schon lange kein Paar mehr. Jeder lebt sein Leben, keiner ist damit zufrieden. Eine Trennung ist für euch beide eine Chance für einen Neuanfang. Ihr steht euch doch so nur im Wege. Und du wirst freie Energien für deine Kinder haben. Und er, wenn er die Kids dann ganz gezielt immer mal ein WE haben wird, wird ganz anders auf die Kinder eingehen und da vielleicht auch ne ganz andere Bindung zu denen aufbauen können.

      Also: nix auf morgen verschieben. Du siehst keine Chance mehr. Dann ist es nur ehrlich und fair dir und ihm gegenüber, die Beziehung zu beenden.
      Von Herzen alles Gute,
      palomita

      • (6) 12.01.14 - 11:54

        ich finde es waren keine 6 monate verschenkte zeit.dadurch hast du die sicherheit bekommen das es nichts bringt.ohne die 6 monate hättest du dich vermutlich noch oft und lang gefragt ob du nicht doch besser hättest kämpfen sollen, so konntest du abschließen.

        • (7) 12.01.14 - 12:33

          ja, das stimmt. Aber das war ne ganz schlimme Zeit. Ständig hoffen-enttäuscht werden-hoffen-enttäuscht werden, ganz "nebenbei" ein Baby und eine Dreijährige großziehen und aus allem raushalten. Um dann am Ende doch alles beenden zu müssen. Aber vielleicht brauchte es diese Erkenntnisse und Erfahrungen, um wirklich mit ihm und unserer Beziehung abschließen zu können. Nach dem halben Jahr und dem ganzen Schmerz konnte ich mich wirklich von ihm trennen und wusste ganz sicher, dass ich mit diesem Mann nie wieder zusammen sein will. Da hat sich das Leid dann vielleicht doch gelohnt für diese Erkenntnis...

          • Eben - ganz ohne Leiden geht es nicht... dann wäre ja nie was gewesen.

            Man sollte nur zusehen, dass immer auch die Zukunft im Blick ist, damit das Leiden nicht zum Selbstzweck wird.

            Daher sind die 6 Monate sicherlich gut investierte Zeit gewesen :-)

    Eine Beziehung ist erst dann vorbei, wenn sie vorbei ist. Bei mir waren es 10 Jahre vom ersten Versuch, bis ich es endlich geschafft hatte.

    Man sollte es vielleicht nicht so lange überlegen, wie ich, aber mit 2 kleinen Kindern auf jeden Fall sehr gut.

    Ca. 1,5 Jahre

    Hi,

    bei uns ging es sehr schnell vom Gedanken bis zur Trennung. Zirka vier Monate.
    Muss aber sagen, dass wir vor drei Jahren schon einmal eine Trennung hatten und ich von daher instinktiv schnell wusste, dass es aus ist.

    Damals haben sich die Konflikte lange aufgestaut (natürlich immer abwechselnd mit schönen Zeiten, wie das so ist). Dann alle Prozesse von Nicht-Wahrhaben über Wut, Hoffnung etc.

    Diesmal wollten wir beide kein langsames Sterben.

    Irgendwann kommt der Punkt, da ahnst du, dass das Ende unweigerlich kommt. Sei offen für diese Erkenntnis und habe keine Angst. Du verlängerst nur das Leiden.

    Wenn du es ahnst, dann sorge dafür, dass du ziemlich rasch auch WEißT, ob es vorbei ist. Wenn ja, dann kannst du den Mut aufbringen es zu tun - Trennung erfordert viel Mut und ist anstrengend.

    Trenne dich nur, wenn du wirklich an diesem Punkt bist. Es sollte das letzte Mittel sein, wenn Kinder dabei sind. Aber wenn der Punkt da ist, dann lasse ihn auch zu, um dir ein langsames Sterben zu ersparen. Lasse gewissermaßen die Ahnung, dass es so sein wird, nach oben kommen.

    Ich hoffe, das war jetzt nicht zu kryptisch beschrieben... mir hat es diesmal geholfen, das Ganze etwas rational anzugehen (was nicht heißt, dass ich nicht auch traurig bin - aber eher wegen des Scheiterns an sich. Dass die Ehe am Ende ist, sehe ich sehr klar).

    LG, Nele

    Hallo

    gut 3 Jahre.
    Davor ernsthaftes Bemühen, Versöhnungen, Ehetherapie ( die hätten wir viel früher machen sollen )Danach war für mich klar, es ist vorbei.
    Wir haben alle ( die Kinder und ich ) noch mal gut 4 Jahre gebraucht um alles zu verarbeiten.

    L.G.

    2 Jahre, ungefähr.

    Ich habe es sehr gut verkraftet, denn die Trennung ging von mir aus, und ich hatte wie gesagt diese zwei Jahre VOR der Trennung, in denen ich mir klarer und klarer wurde, so geht es nicht mehr.

    Unsere Kinder haben es auch gut verkraftet. Ich habe immer sehr viel und sehr offen mit ihnen gesprochen, über vieles, ich habe immer versucht, ehrlich zu sein, den Papa nicht zu schützen, aber auch nicht reinzureiten, was na klar auch mal ein Drahtseilakt sein kann. Wir haben auch um der Kinder Willen eine Trennungsberatung gemacht. Dort wurde auch geklärt, wie der Umgang mit den Kindern sein soll. Mein Ex geht anders mit den Kindern um als ich es tue, und wir sind uns bei Weitem nicht immer einig.

    Aber die Kinder scheinen das recht gut zu verarbeiten. Wenn die Trauer um die verlorene Kernfamilie aufkommt, wird getröstet. Die Zukunft ist immer Thema bei uns und Papa wird in diese Zukunft einbezogen, ganz selbstverständlich. Die neuen Partner von uns aber auch.

    Da selbst meine ExSchwiegermutter mir vor kurzem sagte, dass sie erstaunt ist, wie gut die beiden das alles verarbeitet haben und wie gut wir Eltern mit der Situation umgehen, muss ich das langsam glauben.

    Und das, wo ich so unglaublich selbstkritisch bin... #gruebel

    Also, es wird immer besser.

    L G

    White

    Bei mir hat ein gutes Jahr gedauert.

    Es gab einen bestimmten Anlass, zu dem mir klar wurde, dass ich mich trennen werde. Ein Jahr habe ich darüber nachgedacht und geplant und dann habe ich die Trennung durchgezogen. Die Kinder haben es gut verkraftet. Mein Ex hat inzwischen eine neue Frau und die Kinder kommen gut mit ihr klar. Darüber bin ich sehr froh.

    In deinem Fall würde ich der Kinder zuliebe nicht mehr warten.

    VG
    Rose

    (15) 12.01.14 - 20:58

    Das ist ein interessanter Post.
    Ich ertappe mich in letzter Zeit auch immer wieder bei dem Gedanken, wie es wäre mich zu trennen. Aber ich stehe auch noch ganz zu Beginn dieses Prozesses. Ich habe noch keine Ahnung, in welche Richtung es gehen wird, denn so klar, wie bei euch, ist es bei uns nicht.
    Wir sind fast 15 Jahre verheiratet, haben 3 Kinder. Mein Mann war schon immer ein schwieriger Charakter, "leicht" cholerisch. Das Irrwitzige für mich ist: Am Anfang unserer Ehe war mein Mann viel schlimmer. Jeder Mensch mit normalem Menschenverstand hätte sich getrennt. Nun ist es viel "besser" geworden, aber ich bin nach diesen Jahren viel empfindlicher gegen jegliche Art von Ungeduld geworden. Ich bin richtiggehend allergisch darauf. Könnte ausflippen, wenn er wegen irgendeiner Belanglosigkeit aus den Latschen kippt. Es macht mich richtig aggressiv und ich bin nicht mehr in der Lage einfach darüber zu stehen. (Bin ich inzwischen cholerischer als er?) Am liebsten würde ich ihm in solchen Momenten die Pfanne ins Gesicht schlagen. Aber er hat eben auch andere, gute Eigenschaften, bla bla...
    Ich kann vieles fast nicht mehr ertragen, diese täglichen kleinen Sticheleien seinerseits...wie er Sachen, die ihn gerade stören nicht offen ausspricht, sondern murmelnd im Selbstgespräch (z.B. "Diese Pfanne habe ich gestern schon in der Spüle gesehen"). Ich ertappe mich immer öfter dabei, wie ich mir ein Leben ohne Mann ausmale, in eigenen 4 Wänden und in seeliger RUHE. Nur leider ist in der Theorie alles so einfach. In der Praxis wäre es das mit Sicherheit nicht. Mein Mann würde sich wahrscheinlich unberechenbar verhalten...ich könnte mir vorstellen, dass er nicht zu vernünftigen und einvernehmlichen Lösungen bereit wäre. Ich denke, dass dieser Stress noch weitaus belastender wäre, als die momentane Situation. Deshalb halte ich meine Füße still - zumindest für die nächsten 5 Jahre.

    Ich leben ja auch ein gutes Leben! Ich arbeite und habe sämtliche Freiheiten, lebe ein selbstbestimmtes Leben. Es ist ein schönes Leben. Nur die Partnerschaft ist eben nicht schön. Das respektlose Verhalten meines Mannes gegenüber mir macht mich in manchen Momenten einfach nur todtraurig.

    Liebe Grüße und alles Gute für deinen Prozess,
    Frau Müller

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