psychisch kranke Schwester

    • (1) 15.01.14 - 14:50
      Mutterangst

      Hallo!
      Ich weiß, das Thema gehört ins Familienleben, aber es ist mir unangenehm und hier kann ich anonym schreiben. Vielleicht könnt ihr es verschieben? Ich versuche, möglichst alles zu schreiben, damit ich dann nicht mehr dort antworten muss, entschuldigt bitte, dass es so lang ist. Ich bin sehr verunsichert und brauche ein paar Meinungen.

      Meine Familie besteht aus mir, meinem Mann, zwei Söhnen und einer Tochter. Sie ist aus meiner ersten Ehe, wurde aber von meinem zweiten Mann vor ein paar Jahren als Erwachsene adoptiert. Sie hat keinen Kontakt mehr zu ihrem leiblichen Vater und möchte dies auch nicht. Meine Kinder sind jetzt aus dem gröbsten raus und wir als Familie haben keine großen Probleme. Meine Tochter ist Mitte 20 und wohnt nicht mehr Zuhause, kommt aber oft bei uns vorbei. Insgesamt also alles super. Nun zu meinem Problem:

      Meine ältere Schwester ist psychisch krank. Was genau sie hat, weiß ich nicht, sie wird auch nicht behandelt. Sie ist verheiratet, hat erwachsene Kinder, ich bewundere meinen Schwager, dass er es mit ihr aushält. Sie war schon als Jugendliche sehr komisch, ich verstehe auch bis heute nicht, warum unsere Eltern da nicht eingegriffen haben. Meine anderen Geschwister sehen es übrigens genauso. Trotzdem, sie ist unsere Schwester und gehört zur Familie. Wir sehen sie auch nicht so oft, ein paar mal im Jahr bei Geburtstagen etc. Ich weiß gar nicht, wie ich ihr Verhalten erklären soll. Meist ist sie nur etwas seltsam, wir ignorieren das dann. Als junge Frau ist sie einmal auf mich losgegangen, vor einigen Jahren hat sie einmal meinem Mann an den Hals gepackt, stellte es dann aber als Scherz hin. Ich glaube, in 30 Jahren ist sie vielleicht 5mal auf jemanden losgegangen. Das ist natürlich schon viel zu viel, klar, aber sie ist nicht gemeingefährlich. Oder vielleicht doch...? Ich weiß es nicht. Wann und weshalb sie ausrastet, ist nicht nachvollziehbar. Ein ganz klares Hassthema ist für sie das Rauchen. Sie ist auch fanatisch was Religion betrifft und scheinbar magersüchtig.

      Im Alltag schränkt uns, als meinen Mann, meine Kinder und mich, das alles nicht ein. Sie ruft ab und zu an, sie möchte dann einfach nur über alles mögliche reden, mit wem ist eigentlich egal, habe ich so das Gefühl. Ich telefoniere dann auch mal mit ihr (auch wenn's anstrengend ist), mein Mann redet nur wenige Minuten mit ihr und würgt sie dann irgendwie ab, unsere Kinder allerdings gehen nicht ans Telefon, wenn sie den Namen auf dem Display sehen. Ein beliebter Witz bei den dreien: "Wenn du nicht lieb bist, gebe ich Tante x deine Handynummer!" Auch auf Geburtstagen gehen meine Kinder ihr meist aus dem Weg, quatschen oberflächlich mit ihr, weil sie höflich sind, versuchen aber sich schnell aus der Situation zu entziehen. Auch das funktioniert seit Jahren gut. Meine Jungs interessiert das alles auch relativ wenig. Aber auf meine Tochter hat sie es abgesehen, denn die ist ja ein Scheidungskind. Immer wieder spricht sie meine Tochter darauf an. Gratuliert ihr am Telefon zum Geburtstag und sagt "Du vermisst sicherlich sehr deinen Vater?" "Mein Vater ist hier" "Ich meine deinen leiblichen" "Nein, mit dem möchte ich auch nichts mehr zu tun haben" "Das muss doch schrecklich sein, dass dein Papa nicht bei dir ist" und so weiter. Meine Tochter geht da nach außen hin souverän mit um, aber sie leidet darunter. Es war nicht leicht für sie mit ihrem leiblichen Vater, sie hatte auch oft das Gefühl, nicht richtig zu uns zu gehören. Die Adoption durch meinen Mann war sehr wichtig für sie. Es ist natürlich kein Geheimnis, dass sie adoptiert ist, nicht falsch verstehen. Aber die Frage ist, wie man darüber redet.

      Vor ein paar Monaten fing meine Schwester meine Tochter in einem Nebenraum bei uns zuhause ab und quatschte mit ihr über belangloses Zeug, bis sie auf das Thema Ernährung kam. Meine Tochter ist auch sehr schlank, aber sportlich, und wollte den Vergleich "du siehst ja genauso aus wie ich" nicht stehen lassen. Sie sagte ihrer Tante auch, dass deren Untergewicht nicht gesund sei, daraufhin eskalierte die Situation, wir griffen mit mehreren Leuten ein. Meine Schwester fing aber immer wieder mit dem Thema an und zum Abschied riss sie einen Stehkerzenständer hoch, fuchtelte damit vor der Nase meiner Tochter rum und schrie "so stark bin ich, so stark!" Ihr Ehemann nahm sie dann an die Hand und ging mit ihr raus.

      Letztes Wochenende war ich mit meinen Geschwistern plus Partnern auf einer Kurzreise. Wir erzählten unseren Kindern natürlich nachher, was wir so gemacht haben...leider gab es auch einen erneuten Ausraster meiner kranken Schwester - sie ging auf den Mann unserer Schwester los, weil dieser rauchte. Meine Tochter, die auch raucht, sagte daraufhin: "so, ganz ehrlich? Das ist mir zu gefährlich. Wenn die zum nächsten Geburtstag hier hin kommt, dann komme ich nicht". Erst nahm ich das nicht ernst, aber sie weinte dann und sagte, dass sie immer wieder von x angegriffen wird verbal und sich immer den selben Kram anhören muss und ihr das weh tut und sie dann auch nicht die Klappe halten kann. "Irgendwann geht die noch auf mich los...oder ich hau der mal eine rein" (mein(meine Tochter hat sich übrigens noch nie geprügelt oder jemanden geschlagen, soweit ich weiß, sie ist kein aggressiver Mensch) Ihre Brüder fanden ddie Vorstellung sehr amüsant, einer sagte "Ich halte sie dann auch für dich fest". Ich bin ehrlich gesagt schockiert, sowas von meinen Kindern zu hören, aber irgendwie kann ich es sogar verstehen.

      Jetzt weiß ich nicht, was ich tun soll. Natürlich ist es mir und meinem Mann wichtiger, dass unsere Kinder bei uns sind, wenn einer von uns Geburtstag hat, als meine Schwester, klar. Unsere Söhne sagten übrigens direkt "Ja, und wir? Können wir dann auch woanders hin?" Andererseits möchte ich meine Schwester auch nicht ausschließen. Sie ist krank, ja, aber sie gehört zur Familie, sie ist meine Schwester. Mit ihr brauche ich übrigens nicht darüber reden, ich habe sie mehrfach gebeten, meine Tochter nicht immer wieder auf ihren leiblichen Vater anzusprechen, sie verstehet das nicht und ich wäre eh eine Sünderin, da geschieden. Ich könnte ihr natürlich sagen, dass ich sie bei diesen Anlässen hier nicht mehr sehen will. Allerdings ist ihre Tochter mein Patenkind, und die wäre dann doch sehr enttäuscht von mir. Sie ist auch schon 30 Jahre alt und selber Mutter und hat mich immer sehr gebraucht...und sie fand meinen Umgang mit ihrer Mutter immer super. Aber wenn meine Kinder jetzt solche Dinge sagen? Mir war bisher nicht bewusst, wie sehr sie ihre Tante verabscheuen...ich bin völlig durcheinander. Was kann ich meinen Kindern sagen? Was soll ich tun? Wie regele ich diese Situation am besten? Mein Geburtstag ist erst in ein paar Monaten, aber irgendwie muss ich da ja einen Weg finden. Was würdet ihr tun? "nicht einladen" klappt übrigens nicht, wir verschicken nie Einladungen und es kommt einfach, wer kommen will.

      Danke schon mal für Tipps. Liebe Grüße in schwarz...:-(

      • Mit dem Schwager und der Nichte sprechen, denen Dein Problem schildern und diese fragen, was sie denn an Deiner Stelle täten?

        Deine Schwester benötigt wahrscheinlich kompetente Hilfe. Habt Ihr schon mal mit dem Schwager darüber gesprochen? Dem kann ja auch nicht Wurscht sein, wenn seine Frau ihrer Nichte mit nem Kerzenständer einen Scheitel zieht. "Normal" ist das nun wirklich nicht.

        Sollte das nicht Dein Weg sein, wären mir meine Kinder auch sehr wichtig und ich würde trotz des Gefühles, daß sie im Recht sind versuchen zu intervenieren. Einen Tag kann man sich zusammenreißen. Deine Schwester wird Deine Tochter vielleicht nerven, aber nicht umbringen. Bei Tätlichkeiten wäret Ihr ja auch vor Ort.

        GzG
        Irmi

        Ich schaue von außen darauf und würde klar sagen: Wer mein Kind körperlich attackiert, der ist mir nicht mehr willkommen.

        Dass Du emotional in einer Zwickmühle steckst ist mir völlig klar, aber ganz ehrlich: Nach der Aktion mit dem Kerzenständer wäre bei mir eine Grenze überschritten gewesen. Verständnis hin, Verständnis her. Sicher, sie ist krank, aber das ist eine Erklärung, keine Entschuldigung für lebenslanges Fehlverhalten.

        • Das Kind wurde nicht körperlich attackiert. Die Schwestr nahm den Kerzenständer lediglich um ein "so stark bin ich, soo stark" zu demonstrieren, nicht um der Nichte damit einen Scheitel zu ziehen.

          Das die Frau professionelle Hilfe benötigt ist unbenommen. Das Verhalten der Familie durch Duldung hat etwas von Co-Abhängigkeit.

          • "daraufhin eskalierte die Situation, wir griffen mit mehreren Leuten ein. Meine Schwester fing aber immer wieder mit dem Thema an und zum Abschied riss sie einen Stehkerzenständer hoch, fuchtelte damit vor der Nase meiner Tochter rum und schrie "so stark bin ich, so stark!" "

            Technisch gesehen magst Du Recht haben, aber so, wie die Situation beschrieben wurde, war das wohl eher Zufall und dem schnellen Eingreifen mehrerer (!) Personen zuzuschreiben.

            Bedroht wurde sie ganz offensichtlich. Macht für mich jetzt keinen großen Unterschied.

            • Ich ging davon aus, daß die vorherige Eskalation verbaler Art war. Das mit dem Kerzenständer sehr unschön, lächerlich aber nicht gefährlich im Sinne von körperlichem Angriff. Die Frau wollte der Nichte demonstrieren, daß sie trotz der unterstellten Magersucht in der Lage ist, mit einen Kerzenständer zu wedeln.

              Macht die Situation unwesentlich besser. Ne Macke hat die Tante auf jeden Fall und gehört dringend behandelt.

              • Der Erzählung nach ist ihre Hemmschwelle, andere körperlich anzugehen, generell eher gering.

                Interessant und absolut typisch finde ich, dass wirklich inenrfamiliär alles versucht wird, sich mit der Krankheit zu arrangieren und es der Kranken Recht zu machen, anstatt zu versuchen ihr Grenzen aufzuzeigen, die sie dazu bringen könnten eigenständig Handlungsbedarf zu erkennen. Wie schon geschrieben: Gleiche Symptomatik wie Co- Abhängigkeit.

      Sorry, aber ich würde diese Verrückte nicht in mein Haus lassen.

      Gruß

      Manavgat

      Hallo,

      Der Umgang mit psychisch kranken Menschen ist wahnsinnig anstrengend und deine Schwester scheint nie angemessen behandelt worden zu sein.

      Ich würde also mit dem Schwager ganz offen und ehrlich darüber sprechen und das es eben mit deiner Tochter nicht mehr machbar ist solche Treffen weiter zuführen.
      Wenn es dir trotzdem wichtig ist, dann feiere deine Geburtstage doch 2 mal, also einmal extra für deine Schwester.
      Das es eine Zwickmühle für dich ist ist klar es ist und bleibt deine Schwester, die nichts für ihre Krankheit kann.
      Ihr selbst wird es wahrscheinlich ja nicht mal klar sein das sie krank ist.

      Sollte sie dich deswegen angehen würde ich ihr auch ehrlich sagen das sie sich behandeln lassen soll, dann könnt ihr weiter sehen, aber so geht es nich.
      Bei manchen hilft es, manche sehen es aber auch nicht ein.
      Schwer abzuschätzen wenn man nicht weiß unter welcher Erkrankung sie überhaupt leidet.

      Alles Gute und LG

      Ohne dich angreifen zu wollen aber eigentlich machst du den gleichen Fehler wie deine Eltern früher! Denn du reagierst auch nicht auf die Attacken deiner SChwester. Du schreitest auch nicht ein und handelst. Im Gegenteil du überlegst noch weiter was du machen kannst. Mensch klar isses deine Schwester aber wenn sie deine eignen Kinder attakiert sorry dann muss man nicht mehr überlegen. Würde meine Schwester ( ich hab allerdings keine) mein Kind einmal so angreifen wie deine SChwester würde ich ihr eine knallen und dann verschwinden. Psychisch krank hin oder her aber mein Kind greift keiner so an wie deine SChwester. Handel halt endlich mal.

      Ela

      (11) 16.01.14 - 07:52

      Deine Schwester gehört in Behandlung. Solange ihr alle aber so tut als wenn alles in Ordnung wäre und sie walten lasst, dann wird sich nichts änderen.

      Schwarger und Nichte bei Seite nehmen und drüber sprechen. Therapie vorschlagen und solange den Kontakt einschränken.

      VG
      Mateo

      (12) 16.01.14 - 11:42

      Hallo,

      ich würde Deine Schwester frühestens erst dann wieder ins Haus lassen, sobald sie sich nachweislich ärztliche Hilfe geholt hat. Dein Schwager und Deine Nichte sollten Verständnis haben, dass Dir Deine Kinder wichtiger sind, sprich mit ihnen vor Deinem Geburtstag darüber.

      LG
      Karin

      ich verstehe echt nicht, warum sich die Frau nicht ärztliche Hilfe holt oder die anderen sie dazu bringen es zu tun. Das ist doch weder für sie noch für ihre Familie gut und gesund alles totzuschweigen. Vielleicht ist sie auch Schizophren, keine Ahnung, tritt das nicht immer mal wieder auf und ist dann weg?
      Also mir wäre das zu gefährlich und ich würde sie zur Not zwangseinweisen lassen. #zitter

      • (14) 16.01.14 - 14:02

        Du kannst keine volljährige Person gegen ihren Willen einfach zwangseinweisen.

        Ich würde mir nichts von ihr gefallen lassen und ihr klar die Grenzen aufzeigen...aber viele haben Angst, weil ist ja Familie und soetwas darf man nicht...wäre es nur eine Freundin oder Bekannte würde man den Riegel vorschieben, also warum nicht auch bei der Schwester? Nur weil dann irgendwer traurig ist?

        Sorry, wäre meine Kinder so angreifen würde, ob verbal oder körperlich, wäre das letzte Mal Gast in meinem Haus gewesen.

        • natürlich kannst auch eine volljährige Person einweisen lassen. Ein Freund von mir ist schizo und den haben seine Eltern auch einweisen lassen, er war da 25 glaube ich.

          Wenn sie mal wieder so einen Ausraster hat ist es eine Gefahr für andere.

          • (16) 16.01.14 - 14:33

            Ja wenn eine Fremd- oder Selbstgefährdung vorliegt...aber das sehe ich so bei der Schwester zumindest wie geschildert nicht...sie ist ja wohl nicht mal in psychatrischer Behandlung, so dass eine Schizophrenie oder eine manisch-depressive Krankheit nachgewiesen ist.

            Das einzige Mittel wäre, bei der nächsten Tätlichkeit die Polizei zu rufen, damit ihre Ausraster aktenkundig werden...aber ich weiß nicht, ob die TE dazu in der Lage ist.

            • naja, wenn sie einem an den Hals geht, dann sehe ich das schon als Fremdgefährdung #zitter
              Ich habe ja gesagt, ich verstehe nicht, warum sie nicht in Behandlung ist. Und wenn sie es selbst nicht einsieht, dann MUSS es eben gegen ihren Willen passieren.

    (19) 16.01.14 - 14:36

    Vielleicht kennst du den Begriff der Co-Abhängigkeit.

    So ähnlich ist es doch in eurer Familie gelagert! Ihr unterstützt die Psychosen deiner Schwester, weil gar niemand einschreitet. Du wirfst deinen Eltern vor nie gehandelt zu haben. Jetzt, wo ihr alle erwachsen seid und ihr die Situation kennt, schreitet jedoch auch niemand ein. Klar bin ich nicht in deiner Situation und da ist gut reden...aber ich glaube ich hätte keine einzige ruhige Minute, wenn ich meine wehrlosen Nichten und Neffen in der Obhut einer gestörten Mutter wüsste! Das wäre für mich der Zeitpunkt gewesen um einzugreifen, mit dem Schwager zu sprechen, zu schauen, was man tun kann, welche Optionen es gibt. Klar macht schwarzer Humor die Situation erträglicher, er hilft euch aber auch nicht über die Tatsache hinweg, dass deine Schwester ein echtes psychisches Problem hat. Du bist dir selber nicht sicher, ob sie gemeingefährlich ist - Wann wollt ihr also einschreiten? Wenn sie mit dem Messer auf jemanden losgegangen ist? Ob der Schwager da eine große Hilfe ist, ist auch fraglich, schließlich hat er bisher auch nichts unternommen, obwohl er sicherlich am stärksten betroffen ist. So gesund scheint er auch nicht zu sein...

    An deiner Stelle würde ich auf jeden Fall mal einen Familienrat einberufen und das Thema ernsthaft auf den Tisch bringen. Schlussendlich geht es ja um HILFE für deine Schwester!

    Grüße
    Luka

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