In Gedanken lebe ich ein anderes Leben...

    • (1) 15.01.14 - 22:16
      ...verzweifelt...

      Hallo!

      Ich schreibe mal hier weil ich lieber anonym bleiben möchte. Für mich ist das Thema schon sehr peinlich und unangenehm.

      Ich bin verheiratet und habe 3 Kinder. Ich kann eigentlich total zufrieden sein. Alles ist schön, alle sind gesund und wir haben alles um glücklich zu sein.
      Und doch ist das der eine Punkt der mir Sorgen macht.

      In Gedanken lebe ich ein ganz anderes Leben. Es ist schwer zu beschreiben... Ich bin eine andere Person, in einer anderen Familie an einem anderen Ort. Ich lebe in Gedanken verschiedene Situationen durch. Positive und Negative. Oft bin ich da so 15 Jahre. (Mit 15 haben sich meine Eltern getrennt. Vielleicht darum?)

      Das ist doch absolut nicht normal. Manchmal bin ich tagsüber gar nicht anwesend weil ich so in Gedanken bin. Dann freue ich mich auf abends wenn es ruhiger wird und ich meinen Gedanken freien Lauf lassen kann.

      Woran lieg das denn?? Meine Kindheit war dank meiner Mama sehr schön. Ich liebe sie und genieße noch jetzt jeden Moment mit ihr.

      Vor ein paar Monaten habe ich mir die Frage gestellt was für schöne Momente ich mit meinem Vater hatte... bis heute ist mir nichts eingefallen.

      Ich hatte immer Angst vor ihm. Er hat mich nie so genommen wie ich bin. Alles musste so laufen wie er es wollte und wie er es für normal meinte.
      Auch geschlagen hat er mich wenn ich etwas gemacht habe.

      Ob das alles damit zusammen hängt weiß ich nicht. Aber so ein Verhalten ist doch auch nicht normal, oder?

      Was meint ihr?

      • (2) 15.01.14 - 22:28

        >>Ob das alles damit zusammen hängt weiß ich nicht. Aber so ein Verhalten ist doch auch nicht normal, oder?<<

        Es ist immer schnell und einfach gesagt, aber du solltest dir fachkundige Hilfe suchen. Du scheinst wirklich ein Problem aus deiner Kindheit mitzuschleppen.

        Du lebst in einer glücklichen Beziehung? Eine glückliche Familie? Eigentlich bräuchtest du dich dann nicht in eine andere Familie flüchten. Wobei du dort, wo du dich hinträumst, dich ja anscheinend als Kind wieder findest. Du scheinst einiges aufarbeiten müssen. Hast du darüber schon mal mit deinem Mann gesprochen? Weiß er davon? Sprech mit ihm und lass dir bitte helfen.

        Wünsche dir alles Gute dabei!

        LG
        Somniator

        (3) 16.01.14 - 01:03

        Andere Leute lesen Bücher, ich träume meine Geschichten selbst. Ich finde da ist nichts bei.

        Allerdings ist das bei mir immer nur zeitweise so. Also wenn ich besonders viel Stess habe oder unzufrieden bin. Andere werden dann depressiv und ich habe durch meine Tagträume ein Ventil.:-) Das entspannt mich und ich nehme meine Probleme gelassener hin.
        Dabei verliere ich aber die Realität nicht aus den Augen.

        #winke

        Was tagträumst du, wenn du dann als 15jährige lebst?
        Wie sieht dein Leben aus als 15jährige?
        Ich gebe zu, das ist Neugier, weil ich mir nicht vorstellen kann, dass du in dieses Zweitleben so viel Zeit und Gedanken investierst.
        Was fehlt dir in deinem Leben?

      • Hallo verzweifelt,

        ob normal oder anormal mag ich nicht zu beurteilen und denke darum geht es nicht. Für mich hört es sich mehr nach unverarbeiteten Problemen aus deiner Kindheit hat. Das Verhältnis zu deinem Vater war nicht das beste. Du hast bis heute keine positiven Erinnerungen an ihn. Es ist gut möglich das es durch deinen Vater zu traumatischen Ereignissen kam die du noch nicht verarbeiten konntest. Oft kommt es vor das traumatisierte Personen gedanklich in eine frühere Zeit versetzt werden und erlebtes zum Teil noch einmal durchleben.

        Wie denkst du die Erlebnisse mit deinen Vater verarbeitet zu haben?

        Freundliche Grüße blaue-rose

        Hallo,

        wenn ich mit meinem Hund spazieren bin, tagträume ich auch.
        Das kann sogar soweit gehen, dass ich in Gedanken versunken nur noch einen Fuß vor den anderen setze.
        Allerdings habe ich da meist schon einen arbeitsreichen Tag im Büro hinter mir, ich denke schon, dass tagträumen ein Ventil sein kann, um aus dem realen Drumherum abzuschalten und sich kurz zu erholen.

        Allerdings schreibst du ja, du bist am Tage fast nur in Gedanken und kaum ansprechbar.
        Ich könnte mir vorstellen, dass dir in deinem Leben etwas fehlt. Vielleicht ist das tagtägliche Einerlei nicht das, was du dir vom Leben erhofft hast. Aus diesem Grund schaffst du dir sozusagen ein zweites Leben, in dem du der Regisseur bist.

        Alles Gute

        Nici

      • Ich finde Tagträumerei nicht unnormal. Das ist eine Form des Abschaltens oder auch irgendwo eine Art Meditation.

        Wenn das aber dein Leben bestimmt, dann ist es vielleicht Zeit, dein Leben zu ändern.

        "Manchmal bin ich tagsüber gar nicht anwesend weil ich so in Gedanken bin." Vielleicht solltest du ein paar Stunden am Tag arbeiten gehen. Dann ist dein Alltag voll und du hast weniger Zeit zum Grübeln. Du kannst auch ehrenamtlich arbeiten. Was auch immer. Dein jetziges Leben scheint dich jedenfalls nicht auszufüllen.

        Du stehst schon fast vor einer Depression. Versuche, dass du in diesen Teufelskreis nicht reinrutschst. Und wenn du mit deiner Vergangenheit nicht klar kommst, dann suche dir einen Psychologen. Ich glaube, mit jemandem reden, würde dir schon sehr helfen.

        War bei mir auch eine Zeit lang so, vielleicht nicht ganz so schlimm, aber ausreichend. Am schlimmsten war es so mit 18. Da hat eigentlich alles gepasst, ich war kurz vor dem Abitur, war beliebt, hatte viele Freunde un Verherer und einen Freund der mich über alles geliebt hat und eine grosse Karriere vor sich hatte.

        Von aussen sah das perfekt aus, alle haben mich beneidet, aber ich war innerlich traurig und zerrissen. Und ich habe mich nur noch geschämt, dass andere, die so viel weniger haben als ich viel glücklicher und gelöster durchs leben gehen. Ich hatte auch Angst, denn mir war klar, dass es nicht immer so ideal laufen würde, wie würde ich mich erst fühlen in schlechteren Zeiten?

        Mit Anfang zwanzig habe ich mit einer Psychologin gesprochen. Sie hat mir gesagt, dass ich mir selbst nicht erlaube glücklich zu sein.Und das wiederum sei Anzeichen einer Depression.

        Wirklich weiter geholfen hat mir diese Einsicht aber nicht, trotz Therapie. Besser wurde es erst, als ich in eine sehr schwierige Lebensphase gekommen bin. Da konnte ich mich auf einmal über kleinere "Verbesserungen" freuen.
        Muss immer an die Textzeile denken: Manchmal muss ich leiden um zu spüren, dass ich lebe...( Verfasser sage ich jetzt mal nicht ;-))

        Im Moment geht es mir sehr gut, kaum noch Tagträume und wenn dann versuche ich nicht sie zu unterbinden. .. man kann sie auch durchaus positiv nutzen, z.b. beim Sport, da vergeht die Zeit viel schneller. Danach bist du dann auch körperlich augepowert, was die Gedanken so und so beruhigt.

        Hast du eigentlich einen Job? Mir hat auch mein Beruf sehr gut getan, da hab ich einfach nicht so viel Zeit und ich bekomme Anerkennung über die ich mich ehrlich freuen kann.. Und bist du dir sicher, dass das was du hast auch das ist was du willst?

        Mich würde aber auch interessieren, welche Situationen du meist durchspielst....

        Hallo.

        Ich weiß ja nicht, wie alt jetzt dein ältestes Kind ist. Vielleicht auch um die 15 Jahre? Denn da würde ich mal vielleicht denken, dass du jetzt diese Zeit parallel nochmal miterlebst. Nur, dass die jetztige (deine eigene) Familie noch intakt ist. Mit Eltern und Kinder. Vielleicht versetzt du dich auch gerade in die Lage deiner Eltern, als sie sich trennten und was der Grund war und ob es gut so war oder doch nicht so gut.

        Ich denke mal, dass du deinen Kindern eine intakte Familie bietest und du hattest sie ja ab einer wichtigen Lebenszeit nicht mehr. Und das du dieses jetzt parallel miterlebst. Ich würde sagen, genieß es mit deinen Kindern zusammen, dass sie eben einen tollen Papa haben, den du für sie ausgesucht hast.

        Alles Gute.

        LG

        Guten Morgen,

        ich liebe auch meine Tagträumerei - mal kommt sich vermehrt vor und dann gibts wieder Zeiten wo ich gar nicht daran denke oder wo ich das nicht brauche.

        Bei mir ist es definitiv ein Ventil, fast wie Meditation - ich fühle mich danach tatsächlich erfrischt oder erholt.

        Allerdings könnte es bei dir schon sein, daß du etwas aus deiner Kindheit (die Beziehung zu deinem Vater) mit dir herumschleppst. Ich würde auch mal über eine Therapie nachdenken.

        Aber prinzipiell sind Tagträume etwas gutes.

        LG

        An Tagträumen und Wunschdenken ist so lange nichts verkehrt wie das reale Leben nicht gravierend darunter leidet.

        Was nun bei Dir die Ursache Deiner Fantasien betrifft, wird Dir hier niemand wirklich sagen können, allerdings bist Du da vielleicht sogar schon selbstkritisch genug gewesen mit Deiner kleinen "Analyse" und hast vielleicht ins schwarze getroffen....und verarbeitest irgendwelche Dinge, die Dich unterbewusst beschäftigen.

        Es gibt wohl kaum jemanden, der sich nicht schon mal in Tagträumereien "gestürzt" hat.....unabhängig davon ob es nun eine Flucht aus einer gerade unangenehmen Situation war, oder es sich um gewisse Fantasien mit (einer) anderen Person/en gehandelt hat, oder man sich beim lesen von Büchern oder schauen von Filmen gedanklich so tief ins "Geschehen" hineinversetzt, dass es fast schon real wirkt. Ich gehe sogar so weit zu sagen, dass das jeder Mensch täglich mehrmals macht....in unterschiedlicher Intensität.

        <<<Das ist doch absolut nicht normal. Manchmal bin ich tagsüber gar nicht anwesend weil ich so in Gedanken bin.>>>

        Was "normal" und "nicht normal" ist.....wer entscheidet das denn? Wohl jeder für sich....oder?

        Ein Schriftsteller der sich gedanklich mit seinem Roman beschäftigt, wird das von Dir beschriebene "Szenario" als völlig normal ansehen....und ist noch wesentlich exzessiver in Gedanken versunken, als Du es wahrscheinlich jemals warst. :-)

        Ein völlig fantasieloser Mensch, der gänzlich nur auf das "hier und jetzt" bezogen ist, wird im Gegenteil wohl schon die Stirn runzeln, wenn ihm jemand beiläufig von einem nächtlichen Traum erzählt....einfach weil er mit Fantastereien nichts anfangen kann.

        Wo also die Grenze ziehen?

        Solange es Dir dabei gut geht.....kann ich da eigentlich nichts falschen daran finden, wenn Du am Tag mehrmals ins "Wunderland" abtauchst.

        LG
        Tomm

        Die "Twilight Zone" hat eine Antwort darauf, was passiert, wenn man sich zu sehr eine andere Familie wünscht: http://www.youtube.com/watch?v=yGGyBWhFIU4 ;-)

        Nein, ich will micht nicht lustig machen über Dein Problem. Ich denke, es ist völlig in Ordning, seine Gedanken auch sehr intensiv abschweifen zu lassen.

        Solange man den Blick für die Realität nicht verliert.

        (13) 16.01.14 - 14:17

        Dein Nick lautet "verzweifelt". Daraus schließe ich, dass du diese Tagträumereien schlussendlich nicht als etwas Positives erlebst. Sie scheinen dich zu belasten und deinen Alltag zu beeinträchtigen. Das wäre dann für mich der Punkt, wo man durchaus über professionelle Hilfe nachdenken könnte. Ich bin ja auch nur ein Küchenpsychologe, aber so, wie du das beschreibst, scheinst du wirklich eine zweite Identität/ Realität aufzubauen. Das würde mir auch Angst einjagen!

        Grüße
        Luka

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