Ich glaube er kann uns nicht ernähren

Hallo,

wie fange ich an ohne gleich böse Worte zu ernten?

Wir haben 2 Kinder fast 3J und fast 1 Jahr. Ich habe Elterngeld bekommen für das erste Kind, bin dann zwischen rein arbeiten weil ich wieder schwanger war und bekomme jetzt aktuell wieder Elterngeld. Ich habe also zum Lebensunterhalt meinen Beitrag geleistet.

jetzt ist es der Wunsch von uns beiden, dass ich erst wieder arbeiten gehe, wenn Nr. 2 in den Kiga kommt. Allerdings habe ich Angst, dass uns ein Gehalt nicht reicht. Mein Mann verdient nicht sonderlich gut und wir hätten mit Kindergeld gerade mal 2000 Euro zum Leben. Wir wohnen zur Miete, haben Auto, Versicherungen, etc.. Zuhause bin ich für die Finanzen zuständig, ich kümmere mich um alles. Ich versuche zwar immer meinen Mann mit einzubinden, aber er interessiert sich nicht sonderlich. Ihm ist es am liebsten wenn ich sage, ich brauche Geld und das gibt er mir dann bzw. wenn ich einen Dauerauftrag für etwas einrichte und er nur unterschreiben braucht.

Was soll ich denn daher zu ihm sagen? Schatz, du kannst deine Familie nicht ernähren? Ich möchte ihn ja auch nicht kränken und verletzen.

Wenn ich sage ich gehe wieder auf Arbeit versteht es mein Mann nicht. Ich hätte kein Problem wieder zu arbeiten aber er fragt immer warum ich denn will und ob ich nicht lieber bei den Kindern sein möchte, gerade die ersten Jahre ist es doch wichtig dass ein Elternteil da ist (sehe ich ja auch so). Das ich mal "raus" muss und im Job weiterkommen will brauch ich nicht sagen, da wüsste er auch gleich dass es geschwindelt ist.

Das mit den Finanzen war nicht immer so, er war viel auf Montage und da hatten wir mehr Geld, er hat dann aber der Familie zu liebe darauf verzichtet und daher fallen nun eben die Zuschläge weg.

Er ist so ein toller Mann, er hat sich beruflich verändert um mehr bei seiner Familie sein zu können, will seine Kinder nicht fremdbetreuen lassen die ersten Jahre und ich soll sagen er kann uns nicht ernähren? Ich fühle mich so schlecht aber ich weiß nicht wie ich es sagen soll. Klar können wir uns einschränken, aber ich habe auch etwas Angst dass wir an unsere Ersparnisse müssen bzw. keine Rücklagen mehr bilden können.

Und ich möchte den Pfennig nicht fünfmal rumdrehen müssen für eine Kugel Eis. wenn ich wieder TZ arbeiten würde, dann wäre alles viel entspannter.

Was meint ihr? Soll ich es ihm sagen?

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Wenn ich sowas lese, rollen sich mir die Fußnägel hoch.

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Und warum bitte schön?

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Weil ich es bescheuert finde, wenn man als Paar nicht über solche existenziell wichtigen Dinge spricht.
"Was meint ihr? Soll ich es ihm sagen?"
Hach, huch, das ist doch kindisch hoch drei.

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Hallo,

Situationen ändern sich, familiär, beruflich, finanziell. Was macht man, wenn sich etwas ändert? Sich umstellen, sich anpassen.

Erstmal schaut zusammen Eure Unterlagen durch, die Fixkosten, Versicherungen usw. Einige Versicherungen, wie Unfallversicherungen, kann man für ein Jahr lang beitragsfrei stellen bzw. die Beiträge verringern. Vergleicht, ob für die Auto-, Haftplicht-, Hausratversicherungen usw. günstigere Angebote bekommt. Führt ein Haushaltsbuch. Bei Lebensmitteln ist fast immer Einsparpotential, wenn man auf Hausmarken umsteigt, saisonale Ware kauft und die Preise vergleicht.
Auch mit zwei Kindern kann man günstige Unternehmungen machen. Manche Museen haben an bestimmten Tagen kostenlosen Eintritt, mit einem Familienpass oder der ADAC-Clubkarte kann man sparen.
Weitere Spartipps findest Du im Internet, das brauche ich nicht alles aufzuschreiben.

Aber Dein Mann muß auch die Verantwortung tragen. Vereinbare mit ihm einen festen Termin, wo die Kinder nicht da sind. Überlege Dir schon Lösungen. "Schatz, du kannst uns nicht ernähren" ist kein richtiger Einstieg, eher "Es hat sich einiges verändert und wir müssen damit umgehen. Ich möchte mir dir gemeinsam nach Lösungen suchen." - so ungefähr.
Außerdem wäre es ratsam, daß Du früher mit Arbeit wieder anfängst. Ein Jahr Elternzeit schaffen die meisten finanziell, aber 2 oder 3 Jahre sind schwieriger, wenn man zwei Einkommen benötigt.
Übrigens gibt es den Kindergeldzuschlag von der Arbeitsagentur. Da sind bis zu 140 € drin.

LG
Silke

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Danke für deine Tipps schonmal. Ich bin auch dafür einfach wieder früher beruflich einzusteigen.

"Schatz, du kannst uns nicht ernähren" ist kein richtiger Einstieg,"

natürlich hätte ich es nicht so formuliert, aber auch freundlich gesagt läuft es dennoch auf die Aussage hinaus.

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hm, aber meinst du denn er ist völlig blauäugig? er wird doch wissen das er kein mega einkommen hat?

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Hi,
bei uns wissen wir beide, daß das Geld nicht reicht, wenn nur er Vollzeit ginge.

Bei dem letzten Arbeitgeber ja, da hatte er alleine soviel, wie wir jetzt mit meiner Teilzeit und 2x Kindergeld haben + Firmenwagen.

Als ich mit Nr. 2 schwanger war, da war er bei dem "guten AG", sagte ich schon, daß ich wieder 2 ganze Tage arbeiten werde, um auch mal im Herbst ne Woche wegfahren zu können.

Kaum hatte ich angefangen, war alles wieder a.A.

Ich hatte von 18 Std. nachher auf 26 erhöht, und es ist sehr viel, wenn man Haus, Hof, Garten, Katzen, 2 Jungs einer davon Schulkind der sehr ungern Hausaufgaben macht. Mann nicht so die Hausarbeit sieht und und und

Beim 1. Kind haben wir die Sparbücher fast geräumt, damit ich 2 Jahre daheimbleiben kann, 300 Euro Elterngeld. Beim 2. wars nicht mehr möglich. 2x Arbeitslos, da ist jetzt noch nichts bei uns zu holen.

Hättest Du den Kiga Platz und Job in Aussicht??

Dann verkaufe es ihm doch als "Gehirn-Training" für Dich, die Kids sind froh unter anderen Kindern zu sein und das zusätzliche Geld beißt ja auch nicht.

Selbst wenn alles bezahlt ist, erdreist sich ein Kind zu wachsen und schon ist wieder alles a.A.

Gruß

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Naja, natürlich kann er euch nicht ernähren. Wir sind nicht mehr in den 60ern, in denen ein Mann arbeitete und damit eine Familie satt machte.

Verstehe ich es richtig, ihr habt MIT Kindergeld 2000€ im Monat an Einkommen?

Ich meine, dein Mann muss doch theoretisch von allein wissen, dass das zum Leben nicht ausreicht, oder?
Ich würde da also schlichtweg ehrlich reden, und nicht davon ausgehen, dass ihr die Dinge realistisch sehen könnt.
Formuliere es nicht so negativ, sondern rechne mit ihm durch, was ihr an Einnahmen und an Ausgaben habt.

Schaut dann, was es bräuchte, um entspannter zu leben, aber dennoch viel Zeit miteinander haben zu können. Wie viel Geld "muss noch reinkommen"? Was könntest du dafür tun? Wie wäre das mit den Betreuungszeiten vereinbar?
Partnerschaft meint in meinen Augen, füreinander da zu sein, ehrlich miteinander umzugehen, gemeinsam nach Lösungen zu suchen.
Das schafft ihr schon!

L G

White

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Wie war es denn für euer erstes Kind betreut zu werden damit Du arbeiten kannst? War das schlimm, hat es drunter gelitten, oder hatte es auch Spaß dran? Was soll denn der Vorteil sein, mit Mama daheim? Oder fährst Du dann eben mit Kind zu Kinderturnen, Spielgruppe etc. damit es nicht so langweilig wird?

Ich finde, die Betreuung zu Hause wird oft über den grünen Klee gelobt und ist dabei gar nicht so toll. Zumindest nicht so, dass es sich lohnen würde sich finanziell so sehr einzuschränken.

Dein Mann ist eben wirklich kein Großverdiener, das muss er doch auch selber so sehen?

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Ich finde, die Betreuung zu Hause wird oft über den grünen Klee gelobt und ist dabei gar nicht so toll.

Und was ist so verkehrt daran, seine Kinder selber erziehen und betreuen zu wollen?????

Hier wird wie ein Mantra den Frauen immer vorgebetet, dass es ja ach so toll ist, die Kinder am besten noch mit der Nabelschnur dran in eine KiTa zu geben. Mag sein dass das für einige so toll ist, weil sie das Leben einer "nur" Hausfrau nicht mit ihrem Ego verbinden können. Das heisst aber nicht, dass das die alleinig seeligmachende Lösung ist.

Ich habe den größten Respekt vor Frauen, die beides (Kinder und Broterwerb) stemmen MÜSSEN, aber ob das der Idealzustand ist, das wage ich - für mich persönlich - zu bezweifeln. Ich schaff mir nunmal auch keinen Hund an, wenn ich dann für den keine Zeit habe, und ich schaff mir auch keine Kinder an, um dann nur noch von 17.00 bis 19.00 Uhr noch schnell Mutter zu sein.

Deshalb ist der Wunsch der TE und ihres Mannes durchaus legitim. Nur müssen sie das eben mit ihren Finanzen unter einen Hut bringen.
Als erstes würde ich unnötigen Ballast wie Versicherungen etc. stillegen oder abstossen, wenn das alleine nicht reicht, ggf. versuchen auf Teilzeitbasis etwas dazu zuverdienen. Wenn alles zusammen nicht reicht zum Leben, dann nutzt halt alles nix. Dann kann dieses Lebensmodell halt so nicht umgesetzt werden.

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Das hat mit Sicherheit nicht nur etwas mit dem eigenen Ego zu tun.

Ich empfinde und empfand es immer auch als meine Pflicht, dafür zu Sorgen, dass mein Kind und ich im Falle einer Trennung nicht finanziell ins Bodenlose fallen....Was nutzt dem Kind eine Mutter, die zwar immer präsent ist, aber psychisch Angespannt und ständig pleite ist?

Ich habe mich vor kurzem von meinem Freund getrennt, bin jetzt zwar für einige Monate in die Arbeitslosigkeit gerutscht aber habe dank fundierter Ausbildung das Glück in kürze wieder für mich und meinen Sohn sorgen zu können. Ich bezweifle, dass das so schnell gegangen wäre, wenn ich jahrelang zu Hause geblieben wäre...Im ersten Jahr war ich zwar zu Hause, habe aber immer den Kontakt zu meiner Firma gehalten, bin eingesprungen wenn Not am Mann war oder wenn sich die Aufträge bis zur Decke stapeln

Das alles gehört für mich zur VERANTWORTUNG, die ich meinem Kind gegenüber habe. Du empfiehlst ihr ja sogar an der Absicherung der Familie zu sparen #schock

Übrigens, nicht nur die Quantität sondern die Qualität der zusammen verbrachten Zeit zählt. Und die steigt, wenn man sich nicht ständig auf der Pelle hockt...das ist wie bei jeder anderen Beziehung auch.

Ich freue mich auf jeden Fall auf meinen Job, dann kann ich mir und meinem Kind was leisten und bin durch die Anerkennung die ich im Beruf bekomme, viel entspannter...was wiederum meinem Kind gut tut..

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Hallo,

hat dein Mann echt so wenig Überblick über die Finanzen, dass er nicht selbst sieht, dass es hinten und vorne finanziell nicht hinhaut, wenn du kein Elterngeld mehr bekommst.
Das würde mir echt Angst machen. Er verlässt sich da total auf dich, oder? Mutti wird es schon wuppen, egal wie - hauptsache sie bleibt schön zu Hause. Er macht es sich ganz schön einfach. Verlangt von dir zu hause zu bleiben aber alles Finanzielle sollst du bitte regeln. Im Übrigen denke ich, dass eine Wurzel seines Wunsches, dass du zu Hause bleiben sollst ist, dass er im Alltag nur nicht so sehr mit anpacken muss, weil du ja mitarbeitest. Ist doch schön, wenn Frau den ganzen Tag zu Hause ist, die Kinder versorgt, das Heim richtet, den Haushalt schmeißt und abends steht lecker selbstgekochtes Essen auf dem Tisch.

Ich persönlich bin der Meinung, dass beide zur finanziellen Sicherheit in der Partnerschaft beitragen sollten. Setzt euch doch einfach mal in Ruhe hin und macht eine Finanzplanung für einen durchschnittlichen Monat - ohne dein Elterngeld. Da du ja die "Finanzministerin" bist, wirst du wissen, was da so an Fixkosten anfällt und was nebenbei bezahlt werden muss.Lege ihm diese vor und frage ihn, ob er so die nächsten Jahr(e) leben möchte.
Im Übrigen würde ich mir nie von meinem Partner vorschreiben lassen, ob ich arbeiten gehe oder nicht. Deinen Vorschlag, vorerst Teilzeit zu arbeiten, finde ich gut.
Was mich noch interessieren würde: hat er dich eigentlich gefragt, was du möchtest, oder besteht er stumpf darauf, dass du zu hause bleiben sollst?

LG

Nici

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nun ja- selbstverständlich müßt ihr das besprechen.
macht eine aufstellung aller einnahmen udn aller koen und schaut, wie es am ende aussieht.

wenn ihr beide wollt, daß die kinder nicht fremdbetreut werden, müßt ihr eben schauen, wie ihr das hinbekommt (du arbeitest dann, wenn er zu hause ist z.b.)
oder wie ihr zumindest einen kleinen augleich hinbekommt

odeer aber ihr entsheidet beide, dßa für diese zeit eben die ersparnisse herhalten müssen oder oder oder
aber wichtig ist, daß ihr im gespräch bleibt.

das hat nichts mit versagen zu tun, sondern damit gemeinsam lösungen für gemeinsame probleme zu finden.

ansonsten wird dieses "nicht sprechen" zum größeren problem als die finanzen

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Hallo,

Du bist zuständig für die Finanzen und weißt nicht, ob die Kohle reicht? Verstehe ich nicht.

Wenn er nicht mehr soviel verdient wie früher, musst Du halt auch arbeiten. Wo ist das Problem? Ich denke, eine Kröte musst Du schlucken: entweder den kleinen schon bald in die Kita geben oder eben weniger Geld zur Verfügung haben...

Grüße

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Streich doch einfach die dämliche "er kann uns nicht ernähren" Formulierung (wir haben nicht 1950!) und rechne ihm eure (!) Einnahmen und Ausgaben durch.

Dann könnt ihr gemeinsam entscheiden, wie ihr vorgehen wollt - noch irgendwo sparen, Ersparnisse anknabbern oder Du gehst wieder arbeiten.