Alles aus oder bin ich zu empfindlich???

    • (1) 18.01.14 - 22:38
      Traurig 012014

      Hallo Ihr Lieben,
      ich brauche bitte eure ehrlichen Antworten.
      Bin seit knapp 4 Jahren mit meinen Mann zusammen, davon 2 Jahre verheiratet. Haben einen 5 Monate alten Sohn. Ich liebe ihn sehr, doch in letzter Zeit geht diese Liebe immer mehr kaputt. Er ist selbstständig, arbeitet viel von 8-20Uhr, 3Stunden Mittagspause zum essen und schlafen. Die WE haben bis vor einem Jahr immer gemeinsam verbracht. Ich gehe gerne aus, er möchte zu Hause bleiben, also bleiben wir zu Hause. Fiel mir auch nicht schwer es ihm zuliebe so zu machen,
      Seit einiger Zeit plant er seine WE nur für sich. Fr Training mit dem Personal Coach, obwohl alle 2Wochen seine Kids aus erster Ehe übers WE kommen, legt er seinen Trainingsbeginn genau zu der Zeit wo sie kommen und parkt sie vor der Wii.
      Geht mir total gegen den Strich. Samstag ausschlafen bis min 12, egal ob die Kids da sind, dann meist verkatert auf dem Sofa, So ausschlafen und ab 13 h Training mit dem besten Freund. Danach kaputt und Sofa und Ruhe.
      Für uns ist in seinem Leben kein Platz mehr .
      Nun der aktuelle Anlass:

      Gestern wollten wir zu einer Bandparty, Babysitter war arrangiert, hatte er keine Lust. War zwar etwas sauer, doch ich denke etwas gemeinsam zu unternehmen sollte beiden Spass machen, bin daher mit ihm zu Hause geblieben. Unser Kleiner ist heute mit Fieber und jammernd aufgewacht und war den ganzen Tag so. Mein Mann hat bis Mittag geschlafen, ist dann mit einem Freund zum schießen( war schon lange verabredet). Für den Abend hat er eine Einladung zu einer Party, bekommen. Dem Kleinen geht's nicht gut und ich habe ihn gebeten bei mit zu bleiben, weil ich nicht alleine sein wollte.
      Wie ihr euch denken könnt ist ihm das egal und ich bin jetzt alleine mit dem kranken Baby.
      Alkohol und Koks ist wichtiger.
      Habe ich null Verständnis, ich trinke nie Alkohol, rauche nicht und Drogen hab ich noch nie angefasst.
      Bin jetzt super traurig und enttäuscht. Denke dass ich auf ihn nie zählen kann. Wer nicht mal auf so etwas jemandem zuliebe verzichten kann ist meiner Meinung nach als Partner nichts wert.
      Soll ich mich von ihm trennen?

        • (5) 18.01.14 - 23:05

          Du hast recht fängt man nicht von heute auf morgen an. Er hatte eine recht wilde Jugend ( ist inzwischen 43) und hat mir auch nichts verheimlicht als wir uns kennen lernten. Hab gesagt, sorry kann ich nicht mit umgehen, mal ein Glas Wein zuviel find ich nicht dramatisch solange es nicht zur Gewohnheit wird aber Koks geht gar nicht. War für ihn kein Problem damit aufzuhören, weil er mich angeblich liebt und ich ihm wichtiger bin. Er nimmt auch nichts heimlich da ich es sofort an seinen Augen sehe. Seit einem Jahr, ich war leider schon schwanger, hat er durch einen neuen Freund wieder ab und zu was genommen und seitdem geht es mit unserer Beziehung nur noch bergab. Ich fühle mich belogen und betrogen. Alle Diskussionen bringen nichts, wenn er eingeladen wird sagt er nicht nein, findet mich kleinlich. Bin inzwischen einfach nur noch traurig

      Allein das Koks würde mir reichen als Trennungsgrund. Da spielt alles andere gar keine Rolle mehr...

      LG

      • (7) 18.01.14 - 23:43

        Danke für deine klaren Worte,
        So habe ich früher auch gedacht. Aber du glaubst gar nicht verbreitet das ist. In allen Gesellschaftsschichten und bei 95% der Männer haben die Frauen keine Ahnung davon.
        Er hatte auch mehr als 3 Jahre die Finger davon gelassen, bis dieser neue Freund kam. Wir hatten so gute Zeiten, er ist Akademiker mit eigener Praxis, beliebt im Ort, kein schlechter Mann. Wünsche mir nur dass es wieder so wird wie es war, doch ist wohl aus und vorbei.

        • Aber das es verbreitet ist, ist kein Entschuldigungsgrund. Und der Freund auch nicht. Jeder hat seinen eigenen Willen.

          Ich lege meine Hand dafür ins Feuer, dass keine in meinem Bekanntenkreis je Koks genommen hat. Das ist hier gar nicht üblich. Hab noch nicht mal davon gehört...

          Ich befürchte, wenn du ihm nicht klar machst, dass du sonst weg bist, wird er nichts an seinem Lebensstil ändern.

          • (9) 19.01.14 - 00:04

            Vielen Dank! Nicht dass ich das alles nicht selber wüsste, doch es von jemand anderem zu hören tut gut. Er wird sich wahrscheinlich eher eine Trennung in Kauf nehmen als sich in sein Leben reinreden zu lassen.
            Ist schon wahr " Liebe macht blind", leider, oder zum Glück, nicht für ewig

        (10) 19.01.14 - 10:32

        "So habe ich früher auch gedacht. Aber du glaubst gar nicht verbreitet das ist."

        Verbreitet oder nicht...du hast keinen Bock auf einen koksenden Mann, und das sollte doch eigentlich reichen, um eine Entscheidung zu treffen. Zumal ich die angebliche Verbreitung auch nicht unterschreiben würde. Ich kenne ein paar Leute, die Koks konsumieren, aber der Normalfall (wie du es darstellst) ist das mit Sicherheit nicht...

        Hinzu kommt, dass du dir von den "ehemalig guten Zeiten" nix kaufen kannst. Dein Mann interessiert sich ja nicht mal mehr für dich oder seine Kinder...was willst du denn bitte mit dem noch?

Hallo,

Da fragst du noch?
Nicht nur das er sich nicht im griff hat und ihr scheinbar Luft für ihn seid, er dröhnt sich die Birne mit Alkohol und Koks zu...
Willst du wirklich das dein Kind in so einem Umfeld groß wird und später selbst drogenabhängig wird?

Weiß die Ex von seinem Konsum, wenn die Kinder ihn besuchen?
Ich würde meine Kinder dort NICHT mehr hingeben wollen, was ist das für ein Vorbild von Vater?

Tu dir und deinem Kind den gefallen und geh weg da, dass ist kein gesundes Umfeld für Kinder.

LG

  • (12) 18.01.14 - 23:55

    Die Ex ist vom Konsum her schlimmer als er.
    Bei ihm wissen nur die engsten Freunde davon. Merkt so kein Mensch.
    Mir tun die Kids auch so leid. Wenn ich gehe verlieren die beiden den einzigen " normalen" Menschen in ihrem Umfeld

    • Oh Gott das wird ja immer schlimmer, da würde ich das Jugendamt einschalten.
      Und selbst wenn es bei ihm "noch" keiner merkt, die Kinder werden das auf jeden fall irgendwann mitbekommen.
      Noch dazu immer die Abneigung vom Vater zu spüren der einfach kein Interesse hat, zudem wird so eine sucht mit den Jahren sicherlich nicht besser, sondern schlimmer.

      Schön und gut wenn er mal davon weg war, jetzt ist er es nicht mehr.
      Und wir reden hier ja nicht davon das er ab und an mal am Wochenende kifft, da würde ich gar nichts zu sagen, er kokst das ist eine schwer abhängig machende Droge.
      Schon allein sowas im Haus zu haben, wo Kinder leben finde ich verantwortungslos.

Das kannst nur Du selbst Dir beantworten - es ist ja nicht entscheidend, was wir für richtig halten und tun würden, sondern was für Dich richtig und wichtig wäre!

Liebst Du ihn noch?

Siehst Du selbst eine Chance, dass sich etws verändert?
Möchtest du ihm noch eine Chance geben?

Stelle Dir selbst diese Fragen und kläre das für Dich. Dann erst kannst Du aktiv werden.

Wir werden Dir das nicht beantworten können.

LG

Andrea

  • (15) 19.01.14 - 00:52

    Liebe Andrea

    vielen Dank für deine Antwort.
    Ja ich liebe ihn und da liegt das Problem. Ich glaube jemanden zu lieben, bedeutet ihn so zu nehmen wie er ist und nicht versuchen ihn zu ändern. Und nun komme ich mit dieser neuen rücksichtslosen Seite von ihm nicht klar.

    Wenn ich nur wüsste woran es liegt, dass alles sich verändert hat.Wir waren so glücklich zusammen bis dieser neue beste Freund P. aufgetaucht ist. Seitdem zählt nur noch P. Meinung . P. Ist jünger, Single,reich und alles was P. macht ist toll und wird mit gemacht. Geht mich nichts an heißt es seit neuestem. Doch sehe ich das eben anders. Ist das die männliche Midlifecrisis und ich muss es nur aussitzen?

    • Hi! Nö, das ist nicht abzusitzen, das ist auch keine Midlifecrisis, das ist ein Suchtproblem und zwar ein handfestes. Und du bist co-abhängig. Hast du davon schon gehört? Google mal. Das bedeutet, dass der Partner alles macht um die Sucht zu verdecken, runterzuspielen, damit nur ja die Gesellschaft nichts merkt. Such dir Hilfe zum Beispiel bei Angehörigen von Suchtkranken (gibt so Selbsthilfegruppen), bei der Drogenberatungsstelle, etc. und sag ihm, dass du alles auffliegen lässt. Dass du nicht mehr bereit bist, seine Sucht zu decken, Ausreden zu finden (ihr wisst ja gar nicht, wie sehr das verbreitet ist #bla - wasn Quatsch!), dass du dich notfalls ans JuA wendest, damit er auch die großen Kinder nicht mehr bekommt. Etc. pp. Einfach dieses ganze wunderbare Konstrukt, das ihr euch da gebaut habt, zerstören. Das ist der einzige Weg, wenn du ihn tatsächlich liebst. Denn - wie gesagt - erst wenn sein Leben nicht mehr funktioniert, wird er vielleicht nachdenken. Wenn er aufhört - auch mit Hilfe - hat er als gebildeter Mann mit funktionierendem Beruf, etc. gute Chancen, es auch durchzuhalten. Dann darfst und sollst und kannst du ihn gern wieder aufnehmen und unterstützen. Wenn er doch nicht aufhört, dann ist es sein Problem. Dann hast ihn aber auch nicht du zerstört, sondern er sich selber.

      Noch was übrigens: Du schreibst Akademiker mit eigener Praxis. Ich geh jetzt mal davon aus, er ist Arzt oder sowas in der Richtung, jedenfalls mit viel Verantwortung. Stell dir vor, er macht so weiter und macht einen gravierenden - vielleicht tödlichen - Fehler in seinem Rausch (und sag mir jetzt nicht, er machts ja nur am WE, das reicht noch weit in den Montag rein), dann musst du dir zumindest moralisch eine Mitschuld zuschreiben, weil du alles gedeckt hast.

      Also, wende dich am besten morgen an eine geeignete Beratung. Plane deine Schritte sorgfältig, lass die da auch wirklich beraten dazu und dann zerstöre diese scheinbar heile Welt, auch wenns noch so wehtut. Hör auf mit Lügen, Verstecken, Verheimlichen. Fahr zu deinen Eltern und erzähl ihnen alles und wenn du dich noch so schämst. Es ist nicht deine Schuld. Und bestehe - falls du zurückkommen willst - darauf, dass er 1. eine Therapie macht, 2. nie wieder Kontakt zu P. hat und diesen optimalerweise anzeigt.

      • (17) 19.01.14 - 12:25

        Danke euch allen. Ich werde morgen gleich mit einer Beratungsstelle Kontakt aufnehmen. So kann es nicht weiter gehen. Bevor ich ihn kannte hatte ich beruflich mit Abhängigen zu tun und weiß eigentlich genau Bescheid. Ja so hart es ist muss ich der Wahrheit ins Auge sehen. Familie wo ich hinkann hab ich keine, werde wohl meine Sachen packen und erstmal ins Hotel.

        Hatten als er um halb 3 heimkam erstmal echt Stress und Schuld an allem bin natürlich ich. Bin kleinlich, verrückt und gönne ihm nichts. Von mir lässt er sich nichts verbieten usw.
        Da gibt es leider nichts mehr zu Überlegen ...

(18) 19.01.14 - 12:32

Da bleibt mir die spucke weg.
Der interessiert sich nicht für euch.
Sein Rausch ist so viel mehr aufregend und seine tiefs kriegt ihr dann ab.
Geh zu einer Beratung und lass dich mal aufklären, wie hoch die Chancen sind, dass das noch was wird und was ER dazu tun muss!
Im Grunde bist du ja alleinerziehend.

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