Hochzeit gute Freundin

Hallo ihr!

Ich brauche mal eure Hilfe...ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll und mir geht's immer schlechter deswegen. Bin jetzt schon wieder lange vor dem Wecker wach und mach mir Gedanken.

Eine sehr gute Freundin von mir heiratet diesen Sommer. Ich freue mich wirklich sehr für sie, ich mag auch ihren Verlobten und finde, die beiden sind ein tolles Paar. Als sie mir von dem Antrag erzählte, habe ich mich auch total gefreut und gönne ihr bzw ihnen von Herzen ihr Glück. Diese Hochzeit ist definitiv richtig und wird bestimmt ein tolles Fest!

Trotzdem geht es mir bei dem Gedanken an diese Hochzeit bzw die Veranstaltung nicht gut. Das hat verschiedene Gründe, die ich jetzt ungerne aufzählen würde (habe Angst, deswegen angegriffen zu werden oder ein "stell dich nicht so an" zu hören). Wenn ich daran denke, bekomme ich Herzrasen und Schweißausbrüche. Ich diskutiere immer wieder mit mir selber, aber ich kann an meinen Gefühlen nichts ändern, alles in mir sträubt sich dagegen.
Sie ist nicht irgendeine Bekannte, sondern eine sehr gute und langjährige Freundin und natürlich müsste ich auf ihrer Hochzeit anwesend sein. Bzw eigentlich ist meine Anwesenheit nicht wichtig, ich habe keine Aufgabe oder so, und sie hat so viele Gäste, da würde sie mich auch nicht vermissen. Wenn ich nicht da bin, fällt das aber natürlich auf. Sie wäre sicherlich enttäuscht und viele Leute würden sich wundern, wieso ich fehle.

Ich weiß jetzt einfach nicht, was ich machen soll...mich überwinden und den ganzen Tag mit Kloß im Hals irgendwie überstehen? Ich werd mich total unwohl fühlen und mir fallen zig Situationen ein, in denen ich vermutlich heulend rauslaufen würde. Diese Showeinlage will ich aber auf keinen Fall bringen. Vielleicht könnte ich mich zusammenreißen, aber muss ich mir das antun? Ich fange ja jetzt schon ständig an zu weinen, wenn ich mir das nur vorstelle.

Ich weiß einfach nicht, was ich machen soll! Ich bin hin und her gerissen. Die Wahrheit sagen, warum ich nicht kommen möchte, will ich eigentlich auch nicht; sie wäre traurig und enttäuscht, dass ich deswegen an ihrem so wichtigen Tag fehle. Außerdem würde daraus eine riesige Diskussion entstehen,die unsere eigentlich so gute Freundschaft sehr belasten würde. Ausrede erfinden? Sie weiß, dass ich mir extra Urlaub genommen habe. Und "krank sein" find ich auch blöd, sie kennt mich und weiß, dass ich mich von einer simplen Erkältung niemals von sowas abhalten lassen würde. Und eigentlich möchte ich diese Hochzeit auch gerne erleben. Eigentlich will ich da sein. Aber nicht unter diesen Umständen!

Ich brauche einfach mal ein paar neutrale Meinungen. Was würdet ihr tun? Und wie würdet ihr euch fühlen, wenn eine gute Freundin nicht zu eurer Hochzeit kommt? Habt ihr vielleicht sogar Erfahrungen damit, seid selber nicht gegangen oder jemand war nicht bei eurer Hochzeit? Ist eine Freundschaft danach im Eimer? Müsste ich mich als gute Freundin zusammenreißen oder sollte die Braut als gute Freundin Verständnis haben? Was wären für euch nachvollziehbare Gründe um bei so einem wichtigen Termin zu fehlen?

Ich danke euch schon mal für die Antworten.

Liebe Grüße...

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Ich finde auch du solltest ihr die Wahrheit sagen. Ich nehme an du hast gesundheitliche bzw. psychische Gründe für deine Bedenken bezüglich des großen Festes?
Das würde ich als gute Freundin verstehen, aber auch NUR das. Irgendwelche Zickigkeiten fände ich inakzeptabel an so einem wichtigen Tag und auch wenn du mich deswegen anlügen würdest wäre unsere Freundschaft gegessen.

Sag ihr was Sache ist.

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Auch dir danke für die Antwort.

Generell gebe ich dir recht, es ist wichtig, die Wahrheit zu sagen. Ich befürchte aber, dass die Freundschaft dann erst recht kaputt ist. Weiter unten habe ich jemandem die Gründe genannt. Ich gehe davon aus, dass keiner das nachvollziehen kann, vielleicht ist es auch ein psychisches Problem, das mag sein. Aber sicherlich keins, das man mal eben therapieren kann. Ich komme mit den Umständen nicht klar und weiß, dass dieser Tag eine Qual für mich wird. Darüber sprechen würde nichts ändern! Ich muss entweder einfach durchhalten oder fernbleiben.

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Hallo, Bei mir haben ein paar Freundinnen nach vorheriger Zusage aus fadenscheinigen Gründen doch abgesagt, andere haben das Fest vorzeitig verlassen. Ich habe mich mit einer total zerstritten und von den anderen bin ich sehr enttäuscht und möchte nichts mehr mit ihnen zu tun haben bzw. lasse die Freundschaft auslaufen.
Ich kann mir ungefähr vorstellen, was dich quält, ich kenne das auch. Da hilft nur eine Valium, ein Glas Sekt, Augen zu und durch. Du wirst es sonst bereuen und ob es die Freundschaft übersteht, wenn du nicht kommst, ist meiner Meinung nach unsicher. Eine Hochzeit ist echt wichtig für die Braut.

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"Ich kann mir ungefähr vorstellen, was dich quält,"

Deine Glaskugel muss besser sein als meine.

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Da kannst du mal sehen :)

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Ich kann mir nicht vorstellen, was dein Problem sein könnte.

Wenn sie aber eine wirklich gute Freundin ist, solltest du mit ihr über dein Problem reden und sie einweihen. Nur dann hat sie eine Chance, dich zu verstehen.

Würde eine meiner besten Freundinnen mit fadenscheinigen Begründungen meiner Hochzeit fern bleiben, wäre ich wohl sehr enttäuscht.

FG
H. #klee

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"Müsste ich mich als gute Freundin zusammenreißen oder sollte die Braut als gute Freundin Verständnis haben?"

Ich finde es schwierig, was dazu zu sagen, wenn man deine Beweggründe nicht kennt.

"Was wären für euch nachvollziehbare Gründe um bei so einem wichtigen Termin zu fehlen?"

Spontan würde ich sagen: Keiner. Außer, du wärst wirklich krank.

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Danke für die Antwort.

Da ich mich eben versehentlich enttarnt habe, kann ich jetzt auch so weiterschreiben.

Ich habe jemandem weiter unten, stellvertretend für euch alle, die Problematik erklärt. Ich weiß, dass es schwierig ist, zu antworten, wenn man keine Gründe kennt. Ich weiß aber nicht, ob meine Gründe irgendwie nachvollziehbar sind. Ein "stell dich nicht so an" bringt mich nicht weiter, für MICH ist das schlimm und ich hab Angst davor. Ein "du bist ja nur eifersüchtig" hilft mir auch nicht. Selbst wenn's so ist (es ist sicherlich mit ein Grund, neben Enttäuschung, Verletzung und vielem mehr), nützt es mir ja nichts, wenn man mich deswegen angreift. Leider ist mir genau das in einem anderen Forum passiert, das tat sehr weh.

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Ich würde Dir nur verzeihen, dass Du nicht kommen magst, wenn Du mir vorher die absolute Wahrheit sagst !!
Wenn sie wirklich so eine langjährige gute Freundin von Dir ist, sag Ihr doch, was und wo das Problem ist.

Lg

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Wenn ich den Grund nicht wüsste, wäre ich als Braut schwer gekränkt. Irgendeine fadenscheinige Ausrede wäre noch schlimmer...

Ich weiß ja nicht, was deine Beweggründe sind. Mir fallen jetzt nur zwei Möglichkeiten ein, entweder du hast ein ernsthaftes psychisches Problem oder aber Angst einem Ex (oder jemand anderen) über dem Weg zu laufen.
Bei der ersten Möglichkeit würde ich ein offenes Gespräch mit deiner Freundin führen. Ich als Braut hätte dafür großes Verständnis und würde sogar deinen Mut bewundern. Vielleicht könntest du dann ja auch nur zur Kirche kommen, oder ihr am Morgen bei irgendwelchen Vorbereitungen helfen (und sei es, dass du nur einen Beruhigungssekt mit ihr trinkst).
Bei der zweiten Möglichkeit würde ich eventuell die Gelegenheit nutzen und Altlasten aufarbeiten. Manchmal muss man sich seinen Ängsten stellen. Wenn das unmöglich ist, würde ich wieder mit der Braut sprechen. Als Freundin kennt sie dich wohl recht gut und weiß, was los ist und hat vermutlich Verständnis. Aber auch dann könntest du zur Kirche kommen.

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(nach meinem unfreiwilligen Outing schreibe ich jetzt unter meinem nick weiter)

Hallo!

Ich habe meine Gründe eben jemandem erklärt, vielleicht liest du es dir durch und antwortest mir nochmal? Danke auf jeden Fall für deine Antwort. Eine Art Kompromiss, wie du es vorgeschlagen hast, habe ich für mich noch nicht finden können. Auch in der Kirche würde ich mich sehr unwohl fühlen. Vorher vorbeikommen halte ich für ausgeschlossen, wenn ihre Trauzeugin ihr die Haare macht und die Familie da rumwuselt, muss ich nicht noch mehr Unruhe da rein bringen.

Sie bereitet alles minutiös und perfekt vor und fiebert diesem Tag entgegen wie ich es noch nie bei ihr erlebt habe. Sie will eine richtige Prinzessinnenhochzeit mit allem drum und dran und wird mir in dieser Phase immer fremder. Ich entdecke Züge an ihr, die ich vorher nie wahrgenommen habe (und die ich nicht mag). Wenn ich ihr in dieser Zeit mit meiner Problematik ankomme und da versuche, irgendwas zu klären, dann würde das nur scheitern und vermutlich sogar zu Streit führen, auf jeden Fall aber zur emotionalen Distanzierung. Ich rede mir immer wieder ein, dass das nur eine Phase ist und ich das jetzt ignoriere und nichts sage, damit dann nach der Hochzeit wieder alles ist, wie vorher...aber die Hochzeit an sich, die macht mir echt Probleme, weil ich mich einfach nicht entscheiden kann, was ich machen und wie ich den Tag ohne kleinen Zusammenbruch überstehen soll.

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Hallo,

sprich mit Deiner Freundin über Deine Ängste. Sie kennt Dich doch schon lange, somit wird sie doch Verständnis haben?

Besser, Du kommst nicht (oder später oder Du gehst früher), als Du sprengst ihr Fest - meine Meinung..

Ich erinnere mich an eine Bekannte meines Bruders, die während seiner Hochzeitszeremonie laut Rotz und Wasser geheult hat, weil ihre Beziehung mit dem Trauzeugen kurz vorher zerbrochen war. Das war sehr befremdlich für alle Anwesenden, v.a. weil sie doch hätte rausgehen können.

Ich kenne Deine Beweggründe nicht, allerdings gebe ich zu bedenken, dass bis zur Hochzeit noch ein paar Monate verstreichen. A la "die Zeit heilt alle Wunden" und so?

LG
Karin

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Hallo, kurz und knapp: Hintern zusammenkneifen und hingehen. Keiner zwingt dich als Letzte das Fest zu verlassen.
Du schreibst nicht was dein Problem ist. Ich selber habe große Probleme mit "schicken" Veranstaltungen. Während Andere wochenlang ihr Outfit planen, kriege ich Schweißausbrüche weil ich solche Kleidung einfach hasse. Meine Freunde wissen darum Bescheid. Und bisher habe ich es immer geschafft schick aber nicht verkleidet zu solchen Anläsen aufzulaufen. Ich hasse auch Kirchen, aber was muß das muß.

Und ganz ehrlich, die Feiern vor denen es mir am Meisten gegraust hat, waren die schönsten Feste und am Ende war ich glücklich das man mich dabei haben wollte.
An dem Tag geht es nicht um dich.....also Augen zu und durch.
LG

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Ich weiß genau, was du meinst und ein Teil von mir sagt immer "stell dich nicht so an, reiß dich zusammen, das wird bestimmt ein toller Tag!", aber ein anderer Teil sagt immer nur "nein,nein,nein". Ich habe weiter unten die vielseitigen Gründe aufgezählt. Wäre es so ein krasser, eindeutig nachvollziehbarer Grund, hätte ich es der Braut schon lange gesagt. Wäre es nichts schlimmes (für mich) würde ich mich einfach zusammenreißen. Leider ist es irgendwas dazwischen und deswegen bin ich so unentschlossen. Mittlerweile habe ich richtig Angst vor dem Termin...

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Hallo

meine ehemals beste Freundin ( seit 1979 ) kam nicht zu meiner ersten Hochzeit.
Ihre Begründung ,sie habe keinen Urlaub bekommen, fand nicht nur ich fadenscheinig.
Ich hätte ihren mir sehr gut bekannten Chef anrufen können, habe dies aber nicht gemacht.Sie sollte meine Trauzeugin sein, das war seit Jahren so vereinbart.
Ich war auch ( wenige Jahre vorher ) ihre Trauzeugin gewesen.Zurück blieb ein kleiner Stachel, der sich noch auswachsen sollte.
Als ich viele Jahre später zum 2. Mal heiratete kam sie ( mit).Ihr Verhalten im Vorfeld und auf der über zwei Tage stattfindenden Feier wurde allgemein als sehr seltsam und auffällig empfunden.Ins Detail gehen möchte ich nicht.
Danach war für 5 Jahre absolute Funkstille.Mir hatte es endgültig gereicht.
Natürlich spielten dabei noch andere Sachen eine Rolle, die ich lange nicht sehen wollte.
Seit dem vergangen Sommer haben wir wieder Kontakt.Manche jahrzehntelangen Verbindungen endgültig zu lösen, fühlt sich nicht richtig an.
Diese Vorkommnisse haben natürlich ihre Spuren hinterlassen, meine beste Freundin ist sie nicht mehr.
Überlege dir genau ob du fern bleibst.
Wenn man an diesen normalen sozialen Veranstaltungen generell nicht teilnehmen kann, hat man sowieso ein Problem, das bearbeitet gehört.

L.G.