Ist uns die Liebe verloren gegangen?

    • (1) 23.01.14 - 09:57
      Einsam...

      Hallo zusammen!

      Ich möchte mir mal euren Rat einholen. Es geht um meine Ehe. Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren zusammen. Er war / ist meine erste große Liebe, ich bin erst Mitte 20. Wir sind nach 5 Jahren zusammengezogen und sind jetzt 6 Jahre verheiratet. Seit 5 Jahren haben wir ein gemeinsames Haus und ein Kind, das 3 Jahre alt ist.

      Wir waren immer relativ glücklich, auch wenn es hin und wieder mal Streit gab. Dann wurde ich schwanger und die Probleme begannen. Seitdem war es sehr schwierig. Ich wurde körperlich und infolge dessen auch psychisch krank. Wir hatten eine sehr harte Zeit, in der wir uns sehr viel gestritten haben. Wir wollten aber immer an unserer Ehe festhalten, weil wir uns einig waren, dass wir uns lieben.

      Nun ist es seit ein paar Monaten wieder etwas harmonischer, aber ich habe das Gefühl, wir leben nur noch nebeneinander her. Wir verstehen uns recht gut, aber es ist zwischen uns eigentlich mehr wie zwischen guten Freunden. Es war nie besonders leicht, weil mein Mann sehr viel gearbeitet hat und es noch immer so ist (seit jeher Workaholic und seit ein paar Monaten auch finanzielle Situation, weil wir uns leider übernommen haben). Wir sehen uns zwar jeden Abend, aber er ist oft müde und hat dann kaum noch Zeit für mich. Es finden keine anregenden Gespräche statt. Er erzählt wenig von der Arbeit, sucht kaum den körperlichen Kontakt. Es wäre schon schön, wenn er ab und an mal über meinen Rücken streichen würde o.ä. Abends auf dem Sofa sitzt er ewig weit von mir entfernt. Wenn ich beim Fernsehen mal etwas kommentiere, reagiert er oft gar nicht.

      Es ist alles so schwierig. Ich habe das Gefühl, dass ich mich von Tag zu Tag mehr von ihm entferne. Emotional gesehen. Er beteuert zwar, dass er mich liebt und ich glaube es ihm auch. Aber er tut rein gar nichts mehr für unsere Beziehung, außer dass er das Geld verdient. Nicht dass ihr denkt, dass ich nicht arbeiten gehe. Das tue ich. Aber er verdient ein Vielfaches von meinem Gehalt und manchmal habe ich den Eindruck, dass er denkt, damit wäre seine Aufgabe in Bezug auf Familie erledigt. Er schickt mir nie mal eine nette SMS, bringt mir keine Blumen o.ä. mit (in all den Jahren habe ich vielleicht fünfmal einen Strauß Blumen bekommen), er organisiert nie ein Date für uns zwei, … Er sucht keinen Körperkontakt, sagt mir selten, dass er mich liebt. Irgendwie kommt von ihm NICHTS und das ist so schade!

      Ich weiß nicht, aber vielleicht war ich früher anspruchsloser. Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, mich von meinem Mann zu trennen. Es ist da noch ein Gefühl. Aber es ist meist nur da, wenn er nicht zuhause ist. Vielleicht Hoffnung, dass es doch anders werden könnte!? Sobald er da ist, ist da nur noch ein bleischweres Gefühl. Und ganz viel Traurigkeit über alles, was sein könnte, aber eben nicht ist.

      Ich will nicht undankbar sein. Wir hatten eine gute Zeit, wenn sie auch nicht immer einfach war. Natürlich frage ich mich, ob ich vielleicht zu schnell aufgebe. Aber ich frage mich auch, ob ich für immer so weiter leben will und das kann ich eindeutig mit Nein beantworten. Andererseits weiß ich auch nicht, ob es mit anderen Männern besser wäre!? Ein anderer Mann ist aktuell nicht im Spiel und war es auch nie.

      Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Vielleicht könnt ihr mir ja mal eure Meinung sagen. Fragen beantworte ich gerne, denn mir ist durchaus bewusst, dass u.U. einige Lücken geblieben sind. Schließlich konnte ich nicht alles hier niederschreiben.

      Schon im Voraus ein großes Danke an euch!

      Gruß

      Einsam...

      • War er denn einmal der Mann, den Du Dir nun wünschst? sprich: Nähe geben, über den Rücken streicheln, Blumen mitbringen, an Dich denken, mal ne liebe sms schreiben.

        Weiß er was Dir fehlt? Was Du Dir von ihm wünschst?

        Lichtchen

        • (3) 23.01.14 - 11:06

          Danke für deine Antwort!

          Ja, die Frage stelle ich mir auch oft. Ob er mal so war, wie ich ihn mir nun wünsche… Ich war eine Zeit lang in psychologischer Behandlung, eben wegen der psychischen Folgen meiner Krankheit. Natürlich redeten wir auch über das aktuelle Verhältnis zu meinem Mann, denn es kam zu Konflikten, weil er nicht wusste, wie er sich nun verhalten sollte und ich fühlte mich im Stich gelassen.

          Jedenfalls meinte mein Psychologe damals, dass mein Mann jemand ist, der nie klar Stellung bezieht. Er bleibt für mich nie klar greifbar und hält sich eher zurück, weil er sich nicht traut, mir auch mal seine Meinung zu sagen. Wir wissen auch nicht, warum es so ist, weil ich keine übermäßig dominante Frau bin, die jedem ihre Meinung aufdrückt. Er schafft es einfach nicht, sich mal klar zu äußern, auch wenn ich ihn direkt anspreche und frage. Oft sagt er, dass ich entscheiden soll, weil er nicht klar Stellung beziehen kann. Mein Psychologe meinte damals, dass das optimale Bedingungen wären, dass man als Partner einfach alles in denjenigen hineininterpretieren kann. Er war wohl nie derjenige, den ich in ihm gesehen habe, sondern immer ein Wunschbild meinerseits.

          Damals dachte ich, dass das Quatsch ist. Aber immer öfter frage ich mich, ob es nicht vielleicht wirklich so ist!? Ob ich nicht wirklich mehr in diese Beziehung hineininterpretiert habe, als es wirklich war. Andererseits tut diese Vorstellung auch weh, weil es bedeuten würde, dass meine Ehe nie das war, was ich mir darunter vorstellte. Dass mein Mann nicht derjenige ist, den ich in ihm gesehen habe.

          Ja, wir haben darüber gesprochen. Ich habe mittlerweile auch schon sehr schonungslos gesagt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es so weitergeht. Dass ich auch schon über Trennung nachgedacht habe, auch wenn ich ihn damit sicher verletzt habe. Er beteuert natürlich, dass er mich liebt, dass er keine Trennung will. Er versucht auch, an sich zu arbeiten, aber meist hält es nur ein paar Tage. Wenn überhaupt… Das ist zwar auf der einen Seite gut, weil ich sehe, dass er sich bemüht. Auf der anderen Seite sehe ich aber, dass es nicht ER ist.

          Gruß

          Einsam...

          • Naja, der Umgang mit einem kranken Partner ist schwierig, ich kann mir gut vorstellen, dass in so einer Situation Unsicherheiten entstehen und auch was kaputt gehen kann.

            Es ist aber schwierig nun zu beurteilen, ob das eine Phase bei euch ist oder eben nicht. Natürlich kann es auch sein, dass Dein Mann Dir eben nicht geben kann, was Du brauchst. Dass Du Dich entwickelt hast und es für Dich in eine andere Richtung gehen sollte, als für ihn.

            Grundsätzlich sollte man nicht die Qualität der Partnerschaft an Blumensträußen festlegen, aber ich denke ich weiß, was Du meinst. Dir fehlt eben Aufmerksamkeit, Beachtung, mal ein liebes Wort. Man sollte den Partner eben nicht wie ein Möbelstück behandeln. Das sollte doch auch Deinem Mann klar sein, zumal Du ja schon so offen mit ihm gesprochen hast.

            Was ist mit Gemeinsamkeit mal außerhalb des Alltags? ohne Kinder? Geht das?

            Gemeinsame Zeit nutzen, wenn die Kinder im Bett sind? Auch wenn dein Mann viel arbeitet, mal ein Abend in der Woche, der nur für euch beide ist? Es klingt so, als hättet ihr das Gemeinsam verloren.

            Lichtchen

            • (5) 23.01.14 - 20:35

              Ja, du hast vollkommen Recht. Es sind die gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit, die mir fehlen.

              Gemeinsamkeiten außerhalb des Alltags gibt es wohl. Es ist für mich aber nicht so richtig befriedigend, weil er mit den Gedanken oft woanders ist und dann auch oft anmerkt, dass uns eigentlich das Geld für einen Kinobesuch fehlt. Wobei es nicht so schlimm ist, dass ein Kinobesuch uns völlig ruinieren würde. Manchmal sagt er mir am Tag vorher, dass er doch lange arbeiten muss oder er schläft im Kino ein. Das ist dann natürlich sehr frustrierend.

              Ich denke auch, dass wir sehen müssen, dass wir uns mehr Raum nur für uns beide schaffen müssen. Sonst wird zumindest auf meiner Seite immer diese Unzufriedenheit sein.

              Danke für deine Ratschläge! Dir noch einen schönen Abend!

      hallo einsam,

      einen Rat kann ich Dir nicht geben.

      Ich finde es schon beachtlich, dass ihr 13 Jahre zusammen seid. kennengelernt habt ihr euch als Jugendliche. Ihr habt schwierige Zeiten gemeistert. Habt ein Kind und ein Haus. Die Verantwortung ist größer und die Aufgaben sind mehr geworden als Familie und als Hausbesitzer.
      Und grundsätzlich: Es ist eine riesige perönliche Entwiklcung von ca. 15 Jahren bis jetzt Mitte 20.

      "Ich weiß nicht, aber vielleicht war ich früher anspruchsloser"
      Nein, ich denke, dass die Zärtlichkeiten selbstverständlicher waren. Wie ich eingangs geschrieben habe: der Alltag ist wenig romantisch. Früher seid ihr nur um euch beide gekreist. Ich kann es nicht so gut ausdrücken.
      Da kommt die Beziehung gern zu kurz.

      Kennt Dein Mann Deine Sehnsucht? Könnt ihr reden?

      Grüße

    • (7) 23.01.14 - 12:03

      Dein Beitrag ist sehr ehrlich und besonders deinem Partner gegenüber fair geschrieben. Im Bezug auf eure bzw. deine Situation vermeidest du Schuldzuweisungen. "So was" ist hier im Forum nur selten zu finden.

      Respekt!!! #danke

      Vorab noch: Wo steht geschrieben, dass die „Erste große Liebe“ nicht die Liebe des Lebens bleiben darf? Aus Kindern werden Leute, und du bist HEUTE eine erwachsene Frau und Mutter. Es zählt nur die Gegenwart und die Zukunft.

      Bis auf das Alter während der Kennenlernphase passt so ziemlich alles - deine Story könnte die unsere sein.

      Wir sind trotzdem noch verheiratet, vielleicht aber gerade wegen unserer "Krise", weil wir in einer scheinbar unlösbaren Situation, trotz innerer und äußerer Widerstände, begannen, frei von gegenseitigen Schuldzuweisungen unsere Fehler aufzuarbeiten. Das war nicht einfach, nichtselten endeten die Gespräche durch meine Schutzhaltung oder Uneinsichtigkeit in Abbrüchen. Doch meine Frau gab nicht auf! Sie war die treibende Kraft!

      Die Krise als Chance.

      Ihr habt beides! Die Frage ist, auf was ihr fokussiert seid (?)".
      Ihr seid jung, dennoch sehr lange zusammen und ihr habt ein volles Programm an Problemen. Nun gut, was tust du als Nächstes? Es gibt immer mindestens zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder Kämpfen. Natürlich gibt es für beide Optionen Gründe bzw. Erklärungen, doch an einer Entscheidung kommt ihr Beiden nicht vorbei.

      Du schreibst: "Er beteuert zwar, dass er mich liebt und ich glaube es ihm auch. Aber er tut rein gar nichts mehr für unsere Beziehung, außer dass er das Geld verdient. Nicht dass ihr denkt, dass ich nicht arbeiten gehe. Das tue ich. Aber er verdient ein Vielfaches von meinem Gehalt und manchmal habe ich den Eindruck, dass er denkt, damit wäre seine Aufgabe in Bezug auf Familie erledigt..."

      Wenn zu den gefühlsbezogenen Problemen die finanziellen ("Wir haben uns übernommen") dazu kommen, spätestens dann gehen bei Frauen alle Warnlampen an. Der eigene Werte-Status und das Wohl des Kindes sind gefährdet! Fataler Weise empfinden Männer das daraus resultierende Verhalten der Partnerin als Bedrohung, z.B. von der Gattin nicht mehr als "vollwertigen" Mann oder "schwächenden" Versorger wahrgenommen zu werden. Also: Schmollen, sich in das eigene Schneckenhäuschen zurückziehen und hoffen, dass die Frau ihre "Fehleinschätzung" korrigiert. Letztendlich ein Kräftemessen, das beide Seiten zunehmend schwächt!

      Vielleicht musste alles so kommen! Vielleicht ist eure Lage ein Wink des Schicksals!
      Die Liebe ist "noch" vorhanden, ihr habt einen kleinen 3-Jährigen Sonnenschein daheim und seid trotz der angespannten Situation immer noch (!) zusammen...

      Aber „MACH WAS“, warte nicht auf Wunder – du bist die Stärkere!
      Viel Glück, Kraft und Zuversicht!#winke#klee

    (12) 23.01.14 - 13:38

    Ich denke, das ihr noch eine Chance habt. Es ist auf beiden Seiten kein anderer im Spiel, Dein Mann hat nur wenig Zeit und ist müde um für eure angespannte finanzielle Situation für Entlastung zu Sorgen, er beteuert, dass er Dich liebt, ihr habt ein gemeinsames Kind, er hat während Deiner Krankheit zu Dir gestanden- für so eine Beziehung lohnt es sich zu kämpfen .

    Vielleicht hattest Du früher nicht so "romantische Bedürfnisse ".

    Gib Deinem Mann eine Chance, sich darauf einzustellen - und zwar mit klaren Ansagen. Er ist kein Gedankenleser. Versucht doch vielleicht , regelmäßig ein tolles Abendessen zu machen, muss ja gar nicht auswärts sein, einfach ein schön gedeckter Tisch, Kerze an, Fernsehn aus- und dann REDEN, damit ihr euch wieder näher kommt. Auch vielleicht "verabreden zu Zärtlichkeit ", auch wenn es erst unromantisch klingt .

    Gib dem ganzen noch Zeit. Gib nicht auf, wenn nach der ersten Ansage nicht gleich alles klappt.
    Ich drücke euch die Daumen.

    (13) 23.01.14 - 13:48

    Ich würde auch gerne etwas dazu schreiben jedoch eher via PN. Dies ist leider nicht möglich da Du ja anonym bleiben möchtest. Viell schreibst Du, wenn Du Lust hast. Habe Deine Zeilen unter Tränen gelesen, weil es genau meine/unsere Geschichte ist. Ich "kämpfe" seit Jahren mit den selben "Problemen".

    Viell können wir uns via PN austauschen ;)

    LG
    #blume

    (14) 23.01.14 - 14:42

    Ich verstehe sehr gut was du meinst. Eine Beziehung befindet sich immer in Bewegung und ist ein Prozess, der niemals endet. Mal ist man sich näher, mal driftet man weiter auseinander. Dein Mann wird nicht von Anfang an beruflich so viel Vollgas gegeben haben, ihr hattet keine finanziellen und existentiellen Sorgen dieser Art, die Kinder waren noch nicht da oder in Planung.

    Vielleicht hat sich dein Mann charakterlich gar nicht verändert. Er ist zielstrebig, ehrgeizig und verfolgt seine beruflichen Ziele. Bisher konntest du dich damit arrangieren oder es war dir selbst nicht so wichtig, das du Blumen bekommst oder mehr Nähe. Jetzt haben sich deine Ansprüche geändert und dir fällt negativ auf, was seit Jahren nicht vorhanden ist. Das ist völlig normal, denke ich. Man muss nur schauen, wie beide wieder auf einen Nenner zu bringen sind.

    Bei euch sind die Voraussetzungen gut. Es ist noch Gefühl vorhanden und ihr könnt wieder zueinander finden. Deinen Mann wirst du vermutlich nicht zum Rosenkavalier umerziehen können. Aber einen Kompromiss wird es bestimmt geben. Vielleicht kann euch eine Paartherapie helfen, die richtigen Wege zu beschreiten und zu ergründen, welches das vordringlichste Problem ist und zuerst angegangen werden sollte.....die finanzielle Misere zu lösen oder als Paar wieder zueinander zu finden.

    (15) 23.01.14 - 15:13

    Hallo,

    ich wollte heute auch hier schreiben und da habe ich deinen Beitrag entdeckt, bei uns ist es genauso und ich weiß nicht mehr weiter, wir haben drei Kinder,

    Das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein ich bin gerade mal 32 :-(
    Dieses Gefühl einsam zu sein obwohl man eine Familie hat ist sehr quälend und belastet mich ich weine viel, die Kraft die meine unglückliche Ehe fordert fehlt mir für meine Kinder.
    Ich muss was ändern damit es besser wird, aber was?

    Wir haben auch mal glückliche Stunden aber die sind so selten geworden, er hört mir auch kaum noch zu, immer am Handy oder Arbeit , ich habe leider keinen Rat und auch keine Möglichkeit gefunden die Situation zu verbessern, fühle mich gelähmt im Moment und kann keinen klaren Gedanken fassen.

    Liebe Grüße #klee

    • (16) 24.01.14 - 15:02

      Mach doch eine eigene Diskussion auf - dafür ist das Forum da. Es wird dir bestimmt nicht schaden - im Gegenteil. LG#winke#blume

(17) 23.01.14 - 16:23

Herzliche Grüße!
Ihr habt euch früh kennengelernt, das ist garnicht schlecht! Ihr hattet nur früher mehr
Zeit füreinander und wart ohne Belastungen.
Der Hauskauf ist sicher die grösste Belastung und dein Mann wird denken "Ich muß
das jetzt finanziell stemmen", das bringt ihn ans Limit, macht ihn unzufrieden mit

sich und der Situation.
Es wurde schon gefragt "Wahr er den früher Anders (Blumen, gemeinsame Unternehmungen)? Wenn ja dann kann man das aufleben lassen. Dafür müsstet ihr
einen Babysitter haben und euch Zeit reservieren. Sage ihm doch mal dass du an einem

Tag mit ihm Allein essen gehen möchtest und dass es dich sehr freuen würde!

Habt ihr etwas was Euch beiden früher Spass gemacht hat? Dann macht es wieder!
Ihr könntet auch tanzen gehen.
Wenn es dir schwer fällt Wünsche zu äußern dann schreibe doch mal einen Brief (den er
dann öffnet wenn du nicht da bist).
Viel Erfolg, kämpfen lohnt sich immer!!

(18) 23.01.14 - 18:06

hallo,

ich lese nur was DU erwartest. aber nichts davon was DU deiner seits getan hast umd die situation zu aendern?

willst du mit ihm kuscheln? dann geh du den ersten schritt? er organisiert kein date? dann organisiere du! du willst mehr sex? dann überraschd ihn!

mein mann bringt mir nie blumen mit oder so. und wenn ich was will seis unternhemen sex date oder zweisamkeit dann ergreife ich oftmals initiative.

und seit dem ich das tue kommt viel mehr zurück.;-) denn ich gebe nun mal... er arbeitet sehr hart hat meist einen 12-16 std tag und trotzdem versuchen wir zeit zu verbringen wo es nur geht... ja manchmal wenn ich auf der couch liege und er im sessel und ich ihn umarmen will steh ich auf und tus... und ich werde nie enttaeuscht... alltagsstress laesst leider viel im schatten stehen aber wir können es aendern..

du bist dir beweusst was falsch laeuft also sprich es an sage ihm was dir durch den kopp geht.... das sind probleme die man lösen kann...

viel erfolg

glg#winke

(19) 24.01.14 - 09:02

Guten Morgen!

Ich danke allen, die mir gestern so nett geantwortet haben!

Zu allererst: Ja, ich möchte unsere Ehe retten. Mir ist gestern im Laufe des Tages eines bewusst geworden: Auch wenn ich fühle, dass momentan keine Nähe zwischen uns ist, ist da immer noch ganz viel Liebe. Von meiner Seite aus auf jeden Fall und er sagt ja, dass es bei ihm genauso ist. Schuldzuweisungen helfen niemandem. Leider versteht mein Mann das nicht.

Gestern Abend habe ich das Gespräch gesucht. Natürlich habe ich ihm gesagt, wie ich fühle. Ich denke, ich kann mit Worten recht gut umgehen, habe versucht, frei von Vorwürfen zu sprechen. Natürlich führt kein Weg daran vorbei, ihm klar zu sagen, was mir momentan fehlt. Er hat es leider wieder als Angriff verstanden. Das macht mich extrem traurig, denn ich will ihm nichts Böses. Im Gegenteil! Ich will versuchen, unsere Ehe zu retten. Er nimmt alles direkt so persönlich und überdramatisiert das Ganze.

Ein Beispiel: Ich sagte ihm, dass ich mich in der Babyzeit unseres Kindes oft alleine gefühlt habe. Ich hätte mich gefreut, wenn wir mehr Zeit zu dritt gehabt hätten und er aktiver am Familienleben teilgenommen hätte. Er versteht: Du hast mich dein ganzes Leben immer alleingelassen! Du Rabenvater und schlechter Ehemann! Das kannst du nie wieder gut machen!

Das regt mich tierisch auf, weil ich einfach nichts sagen kann, ohne dass er es in den falschen Hals bekommt. Und es ist ja auch ein Stück weit albern.

Ich merke auch, dass er geistig immer bei seiner Arbeit und unseren Geldsorgen ist. Mir scheint es fast, dass unsere Ehe an unseren Kontostand geknüpft ist. Natürlich geht es mir mit unserer finanziellen Situation nicht gut. Aber ich sehe es nicht als persönliches Versagen, wenn wir uns Hilfe holen müssen. Um es mal klarer zu machen: Unser Konto ist ca. 1,5 Monatseinkommen im Soll. Das ist machbar, aber ich würde mir gerne helfen lassen, weil ich einfach diese Spannung nicht mehr ertrage. Ich kann mich emotional aber davon distanzieren, weil ich mir selbst denke, es ist nur eine Phase und wir können das wieder in Ordnung bringen. Deshalb muss ich aber trotzdem nicht in allen Lebensbereichen Buße tun. Manchmal kommt es mir so vor, als ob er vermeidet glücklich zu sein, weil er es in seinen Augen nicht verdient hat, denn er hat ja finanziell versagt.

Ein weiteres Problem ist meine Arbeit. Ich hatte ja erwähnt, dass ich krank bin. Leider sah es lange Zeit so aus, dass ich nicht mehr arbeiten gehen kann. Aber ich habe mich hochgekämpft und habe seit 3 Monaten einen supertollen Job, der uns natürlich einerseits Geld in die Kasse spült, auf der anderen Seite aber auch wichtig für mich selbst ist. Ich bekommen Anerkennung, kann wieder etwas leisten. Er hingegen denkt, es sei seine Schuld, dass ich nun wieder arbeiten müsse, weil er nicht in der Lage ist seine Familie zu ernähren. Ich weiß nicht, wie ich ihm klarmachen kann, dass es nicht so ist, denn mit Worten habe ich es zig mal versucht. Es ist, als ob er es nicht hören wollte.

Insg. habe ich bei dem Gespräch gemerkt, dass sich einfach alles um das Geld zu drehen scheint. Er war überhaupt nicht in der Lage zu analysieren, was in unserer Beziehung schief läuft und ist immer wieder zum Thema "Geld" gerutscht. Auf meine Frage, welche Vorschläge oder Wünsche er hätte, um unser Eheleben wieder in Schwung zu bringen, sagte er: "Mir fällt nichts ein!" Das ist schon enttäuschend. Ich hätte ihm auch Zeit gegeben, um darüber nachzudenken. Aber ich hatte den Eindruck, dass das gar nicht sein Wunsch ist.

Natürlich habe ich ihm auch gesagt, dass mir Aufmerksamkeit fehlt. Mir würde es schon helfen, wenn er einfach mal etwas Nettes für mich tut. Z.B. dass ich morgens aufstehe und er hat schon mal den Tisch gedeckt. Oder dass er mir beim Einkaufen meinen Lieblingskäse mitbringt. Aber das tut er nicht. Seit Jahren bin ich enttäuscht, wie es mit meinem Weihnachtsgeschenk abläuft. Meistens denkt er erst zwei Tage vor Weihnachten daran und fährt dann am 24.12. noch schnell hier in einen Geschenkeladen und kauft einen Pizzateller, nur damit er was hat. Meine Wünsche sind gar nicht so riesig. Ich würde mich auch über einen schönen Abend zu zweit freuen. Aber ich wünsche mir, dass er sich Gedanken macht, was mir gefallen könnte.

Es kam die Frage auf, was ich denn tue. Jeden Abend bereite ich alles für ihn vor. Stelle Shampoo und Deo an seinen Platz, lege Kleidung raus, hänge Socken und Unterwäsche über die Heizung, damit sie schön warm ist, damit er sie anzieht. Ich bringe ihm oft Kleinigkeiten mit. Und wenn Dates stattfinden, dann bin immer ich diejenige, die alles organisiert. Es kommt aber nichts zurück und das tut weh.

Wie es weitergehen soll, weiß ich leider nicht. Erst gestern war das Gespräch. Er zeigte nur wenig Einsicht. Er meinte, es wäre nicht wahr, dass er nicht an mich denkt. Das würde er fast den ganzen Tag tun. Ich hatte ihn dann gebeten, mir für heute Geld rauszulegen, denn ich bekomme Besuch und möchte einen Kuchen backen, für den mir noch Zutaten fehlen. Ich habe keinen Zugriff mehr auf unser Konto. Den habe ich freiwillig abgegeben, weil mir die ständigen Vorwürfe, ich sei an unserer finanziellen Situation Schuld, sehr zugesetzt haben. Heute Morgen komme ich in die Küche und suche nach dem Geld, finde aber keines. Ich habe dann bei ihm angerufen und ihn gefragt, wo er das Geld hingelegt hat. Er hat es vergessen! Nun bekomme ich Besuch und kann nicht mal einen Kuchen backen. Und so ist es leider ständig! Ich bitte ihn schon selten um Gefallen, aber er vergisst es immer. Heute hat er auch gesagt, er hätte so viel Stress an der Arbeit und wäre geistig schon dort gewesen. Das sagt doch schon alles.

Ich bin einfach nur traurig, denn ich möchte kämpfen. Aber ich weiß nicht, ob es das überhaupt noch wert ist. Manchmal denke ich, dass ich leicht masochistisch veranlagt sein muss. Ich tue mir doch nur selber damit weh. Und ich frage mich, ob es nicht besser wäre, einfach zu gehen. Der Trennungsschmerz geht irgendwann vorbei. Aber wenn ich ewig in dieser unglücklichen Ehe bleibe, dann wird es immer wehtun, wenn sich nichts ändert. Will ich das?

Ich trenne mich nicht sofort. Ich möchte jetzt erst mal die Gespräche auf der Bank abwarten. Außerdem fahren wir im Sommer ein paar Tage an die Ostsee. Wir waren jetzt 6 Jahre nicht mehr im Urlaub und vielleicht hilft uns das auch ein wenig.

Ich danke euch auf jeden Fall für eure Ratschläge und bin jederzeit offen für weitere Anregungen!

Gruß

Einsam...

  • (20) 24.01.14 - 09:55

    Bisher habe ich nur mitgelesen..., aber ich glaube auf diesen Post möchte ich dir antworten... Ich glaube, ihr habt euch beide etwas "verfahren" und es fehlt gar nicht so viel, um da wieder rauszukommen!

    Deine ausführlichen Schilderungen will ich mal kurz kommentieren. Vielleicht hast du ja Lust, es zu lesen!

    1. "Ich sagte ihm, dass ich mich in der Babyzeit unseres Kindes oft alleine gefühlt habe. Ich hätte mich gefreut, wenn wir mehr Zeit zu dritt gehabt hätten und er aktiver am Familienleben teilgenommen hätte."

    Auch mein Mann ist schnell beleidigt und bezieht alles auf sich (sieht es als sein Fehler), auch wenn es gar nicht so gemeint ist. Wir sind auch seit 13 Jahren zusammen und seit 10 Jahren verheiratet. Ich kenne das Spiel also. Oftmals liegt das aber auch daran, dass ich eine sehr starke Persönlichkeit habe (dominant bin) und er leider kein großes Selbstbewusstsein hat. Dieses Verhältnis kommt immer mal wieder hoch.

    In so einem Gespräch, in dem du für die Verbesserung eurer Beziehung kämpfst, sind die Sätze dort oben kontraproduktiv. Er kann an diesen Situationen nichts mehr ändern. Diese Zeit ist vorbei. Du hast damals so gefühlt, aber die Situation war, wie sie war. Da JETZT drüber zu sprechen, wo ihr doch in die Zukunft schauen wollt, ist aus meiner Sicht nicht sinnvoll und hätte bei meinem Mann zur gleichen, abwehrenden Haltung geführt.

    2. "Ich kann mich emotional aber davon distanzieren, weil ich mir selbst denke, es ist nur eine Phase und wir können das wieder in Ordnung bringen."

    DU kannst dich von euren finanziellen Sorgen distanzieren. ER kann das offensichtlich nicht. Ich finde gut, dass du das kannst. Ich musste das erst lernen. Bei uns liegt der Fall auch ein wenig anders. Wir BEIDE können es mal, und mal können wir es nicht, nur leider nie gleichzeitig! Wenn ich es nicht kann, trage ich die Last der ganzen Welt auf meiner Schulter, fühle mich allein und als die, die es richten muss. Insgeheim ärgere ich mich dann über seine Sorglosigkeit. Umgekehrt lebe ich dann glücklich und erfreue mich an den Dingen, die wir HABEN (was nicht wenig ist) und er gerät total unter Stress und wird dann auch unfair (ICH gehe viel zu sorglos mit Geld um...). Beides ist nicht richtig und nicht einfach. Natürlich belasten solche Situationen eine Beziehung (macht es schwieriger), aber tatsächlich hat das doch gar nichts mit der Beziehung zu tun!

    Was ich NIE machen würde, ist mich finanziell abhängig machen. Das machst du aber, indem du völlig auf Geldzugriff verzichtest. Ändert das! Schließt einen Kompromiss (20€ Taschengeld pro Woche...). Dann ist es nicht so schlimm, wenn dein Mann "vergisst", dir Geld rauszulegen! Er macht das nicht mit Absicht. Ich stelle mich morgens auch oft schon auf die Arbeit ein und vergesse kleine, unregelmäßige Aufträge. Das ist keine Böswilligkeit!

    3. "...dann bin immer ich diejenige, die alles organisiert."

    Das ist bei uns auch der Fall. Das finde ich aber überhaupt nicht schlimm. Ich bin nun mal der dominante Part! Ich denke, er traut sich manche Sachen auch gar nicht, weil er einfach Angst hat, was falsch zu machen (die er nicht haben muss, aber er hat nunmal kein Selbstbewusstsein). Ich genieße die Stunden zu zweit sehr. Denn es sind UNSERE Stunden. Da ist es völlig egal, WER das organisiert hat. Wenn dich das wirklich so stört, wird es in Zukunft schwierig. Denn er wird das nicht von heute auf morgen ändern können...

    Wir sind auch nicht immer glücklich. Es gibt Phasen, in denen jeder von uns zu "kämpfen" hat. Nicht immer "kämpfen" wir in die gleiche Richtung! Aber wir haben so viel zusammen geschafft. Und wir lieben uns! (wie bei euch). Und ja, Geld allein macht nicht glücklich, aber Geld macht es einfacher. Und bei uns merkt man es einfach! Wenn wir nicht akut von Finanzsorgen betroffen sind (das war von Anfang an bei uns immer wieder mal ein Thema), sind wir beide deutlich entspannter!

Top Diskussionen anzeigen