Ist uns die Liebe verloren gegangen?

    • (1) 23.01.14 - 09:57
      Einsam...

      Hallo zusammen!

      Ich möchte mir mal euren Rat einholen. Es geht um meine Ehe. Mein Mann und ich sind seit 13 Jahren zusammen. Er war / ist meine erste große Liebe, ich bin erst Mitte 20. Wir sind nach 5 Jahren zusammengezogen und sind jetzt 6 Jahre verheiratet. Seit 5 Jahren haben wir ein gemeinsames Haus und ein Kind, das 3 Jahre alt ist.

      Wir waren immer relativ glücklich, auch wenn es hin und wieder mal Streit gab. Dann wurde ich schwanger und die Probleme begannen. Seitdem war es sehr schwierig. Ich wurde körperlich und infolge dessen auch psychisch krank. Wir hatten eine sehr harte Zeit, in der wir uns sehr viel gestritten haben. Wir wollten aber immer an unserer Ehe festhalten, weil wir uns einig waren, dass wir uns lieben.

      Nun ist es seit ein paar Monaten wieder etwas harmonischer, aber ich habe das Gefühl, wir leben nur noch nebeneinander her. Wir verstehen uns recht gut, aber es ist zwischen uns eigentlich mehr wie zwischen guten Freunden. Es war nie besonders leicht, weil mein Mann sehr viel gearbeitet hat und es noch immer so ist (seit jeher Workaholic und seit ein paar Monaten auch finanzielle Situation, weil wir uns leider übernommen haben). Wir sehen uns zwar jeden Abend, aber er ist oft müde und hat dann kaum noch Zeit für mich. Es finden keine anregenden Gespräche statt. Er erzählt wenig von der Arbeit, sucht kaum den körperlichen Kontakt. Es wäre schon schön, wenn er ab und an mal über meinen Rücken streichen würde o.ä. Abends auf dem Sofa sitzt er ewig weit von mir entfernt. Wenn ich beim Fernsehen mal etwas kommentiere, reagiert er oft gar nicht.

      Es ist alles so schwierig. Ich habe das Gefühl, dass ich mich von Tag zu Tag mehr von ihm entferne. Emotional gesehen. Er beteuert zwar, dass er mich liebt und ich glaube es ihm auch. Aber er tut rein gar nichts mehr für unsere Beziehung, außer dass er das Geld verdient. Nicht dass ihr denkt, dass ich nicht arbeiten gehe. Das tue ich. Aber er verdient ein Vielfaches von meinem Gehalt und manchmal habe ich den Eindruck, dass er denkt, damit wäre seine Aufgabe in Bezug auf Familie erledigt. Er schickt mir nie mal eine nette SMS, bringt mir keine Blumen o.ä. mit (in all den Jahren habe ich vielleicht fünfmal einen Strauß Blumen bekommen), er organisiert nie ein Date für uns zwei, … Er sucht keinen Körperkontakt, sagt mir selten, dass er mich liebt. Irgendwie kommt von ihm NICHTS und das ist so schade!

      Ich weiß nicht, aber vielleicht war ich früher anspruchsloser. Immer wieder ertappe ich mich bei dem Gedanken, mich von meinem Mann zu trennen. Es ist da noch ein Gefühl. Aber es ist meist nur da, wenn er nicht zuhause ist. Vielleicht Hoffnung, dass es doch anders werden könnte!? Sobald er da ist, ist da nur noch ein bleischweres Gefühl. Und ganz viel Traurigkeit über alles, was sein könnte, aber eben nicht ist.

      Ich will nicht undankbar sein. Wir hatten eine gute Zeit, wenn sie auch nicht immer einfach war. Natürlich frage ich mich, ob ich vielleicht zu schnell aufgebe. Aber ich frage mich auch, ob ich für immer so weiter leben will und das kann ich eindeutig mit Nein beantworten. Andererseits weiß ich auch nicht, ob es mit anderen Männern besser wäre!? Ein anderer Mann ist aktuell nicht im Spiel und war es auch nie.

      Ich weiß einfach nicht, was ich tun soll. Vielleicht könnt ihr mir ja mal eure Meinung sagen. Fragen beantworte ich gerne, denn mir ist durchaus bewusst, dass u.U. einige Lücken geblieben sind. Schließlich konnte ich nicht alles hier niederschreiben.

      Schon im Voraus ein großes Danke an euch!

      Gruß

      Einsam...

      • War er denn einmal der Mann, den Du Dir nun wünschst? sprich: Nähe geben, über den Rücken streicheln, Blumen mitbringen, an Dich denken, mal ne liebe sms schreiben.

        Weiß er was Dir fehlt? Was Du Dir von ihm wünschst?

        Lichtchen

        • (3) 23.01.14 - 11:06

          Danke für deine Antwort!

          Ja, die Frage stelle ich mir auch oft. Ob er mal so war, wie ich ihn mir nun wünsche… Ich war eine Zeit lang in psychologischer Behandlung, eben wegen der psychischen Folgen meiner Krankheit. Natürlich redeten wir auch über das aktuelle Verhältnis zu meinem Mann, denn es kam zu Konflikten, weil er nicht wusste, wie er sich nun verhalten sollte und ich fühlte mich im Stich gelassen.

          Jedenfalls meinte mein Psychologe damals, dass mein Mann jemand ist, der nie klar Stellung bezieht. Er bleibt für mich nie klar greifbar und hält sich eher zurück, weil er sich nicht traut, mir auch mal seine Meinung zu sagen. Wir wissen auch nicht, warum es so ist, weil ich keine übermäßig dominante Frau bin, die jedem ihre Meinung aufdrückt. Er schafft es einfach nicht, sich mal klar zu äußern, auch wenn ich ihn direkt anspreche und frage. Oft sagt er, dass ich entscheiden soll, weil er nicht klar Stellung beziehen kann. Mein Psychologe meinte damals, dass das optimale Bedingungen wären, dass man als Partner einfach alles in denjenigen hineininterpretieren kann. Er war wohl nie derjenige, den ich in ihm gesehen habe, sondern immer ein Wunschbild meinerseits.

          Damals dachte ich, dass das Quatsch ist. Aber immer öfter frage ich mich, ob es nicht vielleicht wirklich so ist!? Ob ich nicht wirklich mehr in diese Beziehung hineininterpretiert habe, als es wirklich war. Andererseits tut diese Vorstellung auch weh, weil es bedeuten würde, dass meine Ehe nie das war, was ich mir darunter vorstellte. Dass mein Mann nicht derjenige ist, den ich in ihm gesehen habe.

          Ja, wir haben darüber gesprochen. Ich habe mittlerweile auch schon sehr schonungslos gesagt, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass es so weitergeht. Dass ich auch schon über Trennung nachgedacht habe, auch wenn ich ihn damit sicher verletzt habe. Er beteuert natürlich, dass er mich liebt, dass er keine Trennung will. Er versucht auch, an sich zu arbeiten, aber meist hält es nur ein paar Tage. Wenn überhaupt… Das ist zwar auf der einen Seite gut, weil ich sehe, dass er sich bemüht. Auf der anderen Seite sehe ich aber, dass es nicht ER ist.

          Gruß

          Einsam...

          • Naja, der Umgang mit einem kranken Partner ist schwierig, ich kann mir gut vorstellen, dass in so einer Situation Unsicherheiten entstehen und auch was kaputt gehen kann.

            Es ist aber schwierig nun zu beurteilen, ob das eine Phase bei euch ist oder eben nicht. Natürlich kann es auch sein, dass Dein Mann Dir eben nicht geben kann, was Du brauchst. Dass Du Dich entwickelt hast und es für Dich in eine andere Richtung gehen sollte, als für ihn.

            Grundsätzlich sollte man nicht die Qualität der Partnerschaft an Blumensträußen festlegen, aber ich denke ich weiß, was Du meinst. Dir fehlt eben Aufmerksamkeit, Beachtung, mal ein liebes Wort. Man sollte den Partner eben nicht wie ein Möbelstück behandeln. Das sollte doch auch Deinem Mann klar sein, zumal Du ja schon so offen mit ihm gesprochen hast.

            Was ist mit Gemeinsamkeit mal außerhalb des Alltags? ohne Kinder? Geht das?

            Gemeinsame Zeit nutzen, wenn die Kinder im Bett sind? Auch wenn dein Mann viel arbeitet, mal ein Abend in der Woche, der nur für euch beide ist? Es klingt so, als hättet ihr das Gemeinsam verloren.

            Lichtchen

            • (5) 23.01.14 - 20:35

              Ja, du hast vollkommen Recht. Es sind die gemeinsame Zeit, Aufmerksamkeit, Zärtlichkeit, die mir fehlen.

              Gemeinsamkeiten außerhalb des Alltags gibt es wohl. Es ist für mich aber nicht so richtig befriedigend, weil er mit den Gedanken oft woanders ist und dann auch oft anmerkt, dass uns eigentlich das Geld für einen Kinobesuch fehlt. Wobei es nicht so schlimm ist, dass ein Kinobesuch uns völlig ruinieren würde. Manchmal sagt er mir am Tag vorher, dass er doch lange arbeiten muss oder er schläft im Kino ein. Das ist dann natürlich sehr frustrierend.

              Ich denke auch, dass wir sehen müssen, dass wir uns mehr Raum nur für uns beide schaffen müssen. Sonst wird zumindest auf meiner Seite immer diese Unzufriedenheit sein.

              Danke für deine Ratschläge! Dir noch einen schönen Abend!

      hallo einsam,

      einen Rat kann ich Dir nicht geben.

      Ich finde es schon beachtlich, dass ihr 13 Jahre zusammen seid. kennengelernt habt ihr euch als Jugendliche. Ihr habt schwierige Zeiten gemeistert. Habt ein Kind und ein Haus. Die Verantwortung ist größer und die Aufgaben sind mehr geworden als Familie und als Hausbesitzer.
      Und grundsätzlich: Es ist eine riesige perönliche Entwiklcung von ca. 15 Jahren bis jetzt Mitte 20.

      "Ich weiß nicht, aber vielleicht war ich früher anspruchsloser"
      Nein, ich denke, dass die Zärtlichkeiten selbstverständlicher waren. Wie ich eingangs geschrieben habe: der Alltag ist wenig romantisch. Früher seid ihr nur um euch beide gekreist. Ich kann es nicht so gut ausdrücken.
      Da kommt die Beziehung gern zu kurz.

      Kennt Dein Mann Deine Sehnsucht? Könnt ihr reden?

      Grüße

    • (7) 23.01.14 - 12:03

      Dein Beitrag ist sehr ehrlich und besonders deinem Partner gegenüber fair geschrieben. Im Bezug auf eure bzw. deine Situation vermeidest du Schuldzuweisungen. "So was" ist hier im Forum nur selten zu finden.

      Respekt!!! #danke

      Vorab noch: Wo steht geschrieben, dass die „Erste große Liebe“ nicht die Liebe des Lebens bleiben darf? Aus Kindern werden Leute, und du bist HEUTE eine erwachsene Frau und Mutter. Es zählt nur die Gegenwart und die Zukunft.

      Bis auf das Alter während der Kennenlernphase passt so ziemlich alles - deine Story könnte die unsere sein.

      Wir sind trotzdem noch verheiratet, vielleicht aber gerade wegen unserer "Krise", weil wir in einer scheinbar unlösbaren Situation, trotz innerer und äußerer Widerstände, begannen, frei von gegenseitigen Schuldzuweisungen unsere Fehler aufzuarbeiten. Das war nicht einfach, nichtselten endeten die Gespräche durch meine Schutzhaltung oder Uneinsichtigkeit in Abbrüchen. Doch meine Frau gab nicht auf! Sie war die treibende Kraft!

      Die Krise als Chance.

      Ihr habt beides! Die Frage ist, auf was ihr fokussiert seid (?)".
      Ihr seid jung, dennoch sehr lange zusammen und ihr habt ein volles Programm an Problemen. Nun gut, was tust du als Nächstes? Es gibt immer mindestens zwei Möglichkeiten: Aufgeben oder Kämpfen. Natürlich gibt es für beide Optionen Gründe bzw. Erklärungen, doch an einer Entscheidung kommt ihr Beiden nicht vorbei.

      Du schreibst: "Er beteuert zwar, dass er mich liebt und ich glaube es ihm auch. Aber er tut rein gar nichts mehr für unsere Beziehung, außer dass er das Geld verdient. Nicht dass ihr denkt, dass ich nicht arbeiten gehe. Das tue ich. Aber er verdient ein Vielfaches von meinem Gehalt und manchmal habe ich den Eindruck, dass er denkt, damit wäre seine Aufgabe in Bezug auf Familie erledigt..."

      Wenn zu den gefühlsbezogenen Problemen die finanziellen ("Wir haben uns übernommen") dazu kommen, spätestens dann gehen bei Frauen alle Warnlampen an. Der eigene Werte-Status und das Wohl des Kindes sind gefährdet! Fataler Weise empfinden Männer das daraus resultierende Verhalten der Partnerin als Bedrohung, z.B. von der Gattin nicht mehr als "vollwertigen" Mann oder "schwächenden" Versorger wahrgenommen zu werden. Also: Schmollen, sich in das eigene Schneckenhäuschen zurückziehen und hoffen, dass die Frau ihre "Fehleinschätzung" korrigiert. Letztendlich ein Kräftemessen, das beide Seiten zunehmend schwächt!

      Vielleicht musste alles so kommen! Vielleicht ist eure Lage ein Wink des Schicksals!
      Die Liebe ist "noch" vorhanden, ihr habt einen kleinen 3-Jährigen Sonnenschein daheim und seid trotz der angespannten Situation immer noch (!) zusammen...

      Aber „MACH WAS“, warte nicht auf Wunder – du bist die Stärkere!
      Viel Glück, Kraft und Zuversicht!#winke#klee

    Ich denke, das ihr noch eine Chance habt. Es ist auf beiden Seiten kein anderer im Spiel, Dein Mann hat nur wenig Zeit und ist müde um für eure angespannte finanzielle Situation für Entlastung zu Sorgen, er beteuert, dass er Dich liebt, ihr habt ein gemeinsames Kind, er hat während Deiner Krankheit zu Dir gestanden- für so eine Beziehung lohnt es sich zu kämpfen .

    Vielleicht hattest Du früher nicht so "romantische Bedürfnisse ".

    Gib Deinem Mann eine Chance, sich darauf einzustellen - und zwar mit klaren Ansagen. Er ist kein Gedankenleser. Versucht doch vielleicht , regelmäßig ein tolles Abendessen zu machen, muss ja gar nicht auswärts sein, einfach ein schön gedeckter Tisch, Kerze an, Fernsehn aus- und dann REDEN, damit ihr euch wieder näher kommt. Auch vielleicht "verabreden zu Zärtlichkeit ", auch wenn es erst unromantisch klingt .

    Gib dem ganzen noch Zeit. Gib nicht auf, wenn nach der ersten Ansage nicht gleich alles klappt.
    Ich drücke euch die Daumen.

    Ich würde auch gerne etwas dazu schreiben jedoch eher via PN. Dies ist leider nicht möglich da Du ja anonym bleiben möchtest. Viell schreibst Du, wenn Du Lust hast. Habe Deine Zeilen unter Tränen gelesen, weil es genau meine/unsere Geschichte ist. Ich "kämpfe" seit Jahren mit den selben "Problemen".

    Viell können wir uns via PN austauschen ;)

    LG
    #blume

    Ich verstehe sehr gut was du meinst. Eine Beziehung befindet sich immer in Bewegung und ist ein Prozess, der niemals endet. Mal ist man sich näher, mal driftet man weiter auseinander. Dein Mann wird nicht von Anfang an beruflich so viel Vollgas gegeben haben, ihr hattet keine finanziellen und existentiellen Sorgen dieser Art, die Kinder waren noch nicht da oder in Planung.

    Vielleicht hat sich dein Mann charakterlich gar nicht verändert. Er ist zielstrebig, ehrgeizig und verfolgt seine beruflichen Ziele. Bisher konntest du dich damit arrangieren oder es war dir selbst nicht so wichtig, das du Blumen bekommst oder mehr Nähe. Jetzt haben sich deine Ansprüche geändert und dir fällt negativ auf, was seit Jahren nicht vorhanden ist. Das ist völlig normal, denke ich. Man muss nur schauen, wie beide wieder auf einen Nenner zu bringen sind.

    Bei euch sind die Voraussetzungen gut. Es ist noch Gefühl vorhanden und ihr könnt wieder zueinander finden. Deinen Mann wirst du vermutlich nicht zum Rosenkavalier umerziehen können. Aber einen Kompromiss wird es bestimmt geben. Vielleicht kann euch eine Paartherapie helfen, die richtigen Wege zu beschreiten und zu ergründen, welches das vordringlichste Problem ist und zuerst angegangen werden sollte.....die finanzielle Misere zu lösen oder als Paar wieder zueinander zu finden.

    (15) 23.01.14 - 15:13

    Hallo,

    ich wollte heute auch hier schreiben und da habe ich deinen Beitrag entdeckt, bei uns ist es genauso und ich weiß nicht mehr weiter, wir haben drei Kinder,

    Das kann doch jetzt nicht alles gewesen sein ich bin gerade mal 32 :-(
    Dieses Gefühl einsam zu sein obwohl man eine Familie hat ist sehr quälend und belastet mich ich weine viel, die Kraft die meine unglückliche Ehe fordert fehlt mir für meine Kinder.
    Ich muss was ändern damit es besser wird, aber was?

    Wir haben auch mal glückliche Stunden aber die sind so selten geworden, er hört mir auch kaum noch zu, immer am Handy oder Arbeit , ich habe leider keinen Rat und auch keine Möglichkeit gefunden die Situation zu verbessern, fühle mich gelähmt im Moment und kann keinen klaren Gedanken fassen.

    Liebe Grüße #klee

Top Diskussionen anzeigen