Was soll ich tun? Es kriselt gewaltig nach fast 20 Jahren :-(

    • (1) 26.01.14 - 14:38

      Hallo,

      ich muss euch mal um Rat fragen. Mein Mann und ich sind seit fast 20 Jahren zusammen. Wir haben 3 Kinder im Grundschul- sowie Kindergartenalter und ich habe das Gefühl, dass bei uns die Luft raus ist :-( Ich meine wir streiten uns nicht. Aber irgendwie geht mir seine Art und Weise seit einiger Zeit schon auf den Nerv.

      Gegenüber den Kindern ist er oft ziemlich launisch. Er versucht vor allem unserer Großen oft eins reinzudrücken. Sucht Fehler bei ihr. Behauptet Sachen, von denen er gar nicht weiß, ob das wirklich so war. Er unterstellt ihr halt einfach Dinge. Sei es bei Angelegenheiten aus der Schule oder ihr Verhalten gegenüber ihren Geschwistern. Ich muss zugeben, dass meine Große schon sehr egoistisch ist. Sie macht nur das, was sie will. Alles andere ignoriert sie. Meinen Mann nervt das. Klar, mich natürlich auch, aber auf mich hört sie eher noch als auf ihren Papa. Und sie sagt selbst, dass sie glaubt, dass der Papa sie nicht mehr mag. Oftmals, wenn die zwei mal wieder was auszudiskutieren haben, endet es von meinem Mann mit dem Satz "Geh in dein Zimmer. Ich will dich nicht mehr sehen." Oder er sagt, dass er auszieht und sich eine eigene Wohnung sucht. Für ein Kind (finde ich) harte Sätze. In solchen Momenten denke ich "dann zieh doch einfach aus". Ich sage es nicht, aber es liegt mir wirklich auf der Zunge. Wenn er an unseren Kindern etwas auszusetzen hat, greift mich das persönlich so arg an. Ich denke das ist normal als Mama, aber dennoch... Bei den beiden kleineren Kindern gehts noch einigermaßen mit der Launenhaftigkeit.

      Auch nervt es ihn, dass unsere Kinder so eine große Unordnung machen. Sie spielen schön, aber lassen die Sachen oft auch liegen oder es geht mal was kaputt. Das ist halt so. Das sind Kinder. Und wir wissen auch, dass wenn wir unsere Wohnung mal grundlegend sauber machen (wenn Besuch kommt o.ä.), dass es spätestens am nächsten Tag wieder aussieht als hat eine Bombe eingeschlagen. Ihn stört das momentan. Letztens hat er gesagt, dass er sich manchmal wünscht er hätte keine Kinder. Obwohl er derjenige war, der sich schon zeitig Kinder gewünscht hat und möglichst viele.

      Ich suche den Fehler momentan an unserer eigenen Erziehung früher. Ich bin recht harmonisch erzogen worden. War laut meinen Eltern auch ein ruhiges, liebes Kind. Und er ist recht streng erzogen worden. Bei ihm waren Schläge und Strafen an der Tagesordnung. Sein Vater war Alkoholiker, die Mutter überfordert. Als sie sich endlich getrennt hatten, lebte er mit seiner Mutter allein. Rundrum war noch eine große Familie. Er war halt immer irgendwo untergebracht. Ich denke das wird EIN Problem sein. Dass ich keine Schläge gegenüber den Kindern oder mir dulde, das weiß er und daran hält er sich.

      Wir haben hier auch keine Familie, die mir etwas Unterstützung geben könnte. Ich mache eigentlich alles allein. Versorge die Kinder morgens, mache sie fertig für Schule und Kindergarten. Dann gehe ich arbeiten. Auf dem Heimweg hole ich die Kleinen wieder ab, koche Essen, helfe bei den Hausaufgaben und dann ist es meist schon 15 oder 16 Uhr. Wenn er dann heim kommt, ist im Haushalt oft noch nichts groß passiert. Er setzt sich dann hin, liest in seinem eReader oder macht ein Schläfchen und ruckzuck ist abends. Aber abends habe ich dann auch keine große Lust mich mit ihm zu beschäftigen, weil ich einfach genug vom Tag habe. Das versteht er gar nicht. Er wünscht sich, dass ich den Abend mit ihm mal vorm Fernseh verbringe, wobei mich Fernseh gucken überhaupt nicht interessiert. Ich sitze dann halt vorm PC, surfe durchs Internet und gehe irgendwann ins Bett. Klar, ist von meiner Seite her auch nicht ideal. Aber ich bin abends einfach so k.o., dass ich meine Ruhe möchte. Weggehen können wir abends auch nicht. Wir haben ja niemand, der auf die Kinder aufpasst.

      Es ist schwierig momentan. Einerseits denke ich, warum sollte ich jetzt nach fast 20 Jahren den Kopf in den Sand stecken wegen sowas. Eigentlich sind das nur Kleinigkeiten, die sich mit der Zeit aber anhäufen und worauf ich keine Lust mehr habe. Wenn wir dagegen wirklich mal Zeit zu zweit verbringen (z.B. an freien Vormittagen, wenn die Kinder in Schule und Kindergarten versorgt sind), dann nutzen wir diese Zeit auch wirklich nur für uns. Es kommt leider nicht oft vor. Die meiste Zeit ist einfach Alltag. Ich bin momentan dabei mich beruflich umzuorientieren. Möchte gern etwas anderes machen, finde aber durch meine 3 Kinder nicht wirklich etwas was passt. Das schlaucht ebenfalls.

      Könnt ihr mir vielleicht den ein oder anderen Rat geben? Oftmals kommt man selbst ja nicht auf irgendwelche Ideen etwas zu ändern. Ich traue mich nicht wirklich den Schritt zu machen und auszuziehen. Eben weil ich keine Familie als Rückhalt hier habe. Für mich ist Harmonie wichtig, aber das habe ich momentan ja auch nicht :-(

      • Die eigene Kindheit samt Erziehung ist recht und schön aber kein Freibrief und keine Entschuldigung für alles, was jenseits der 40 noch so kommt.
        Ich hatte auch eine dauerprügelnde Mutter, die egoistisch war bis in die Knochen -und bin anders geworden.
        Mein Mann wurde noch mit dem Gürtel verprügelt - hätte er das einmal bei meinen Kindern probiert, wäre er samt Rahmen aus dem Fenster geflogen.
        So einfach ist das. Aber an sowas hätte er nicht mal ansatzweise gedacht.
        Der Mensch hat auch einen Charakter, den er durch eigenen Willen selber mit formt - und die Sprüche Deines Mannes sehe ich momentan als recht charakterlos an.
        Kinderchaos hin oder her - aber gleich mit Wohnung suchen zu drohen, ist kindisch und dumm - ihm gehen einfach die Argumente aus. Traurig für einen Erwachsenen.
        Da hätte ich ihm wohl schon das Anzeigenblatt mit den Wohnungsangeboten hingeknallt, wenn reden zwecklos ist.

        Weggehen zusammen kann man durchaus, wenn man will - es gibt "Babysitterdienste" genug, die auch auf größere Kinder aufpassen.
        Und - man kann dem Mann zuliebe auch mal fernsehschauen und muss nicht dauernd ins Smartphone oder den PC starren. Dass sich der andere ausgeschlossen fühlt, ist dann logisch. Was glaubst Du, welchen Käse ich mir meinem Mann zuliebe schon angeschaut habe - dafür bestehe ich dann eben wieder auch auf meinen Filmen. Man bricht sich keinen Zacken aus der Krone.

        Im Großen und Ganzen sehe ich eure Probleme als ziemlichen "Alltagskram" an - denn echte Sorgen sind nicht dabei.
        Dein Mann ist launisch - und Du bist bockig - so seh ich das gerade.

        Setzt euch mal alleine zusammen und redet Klartext - und dann gebt beide mal euren Sturkopf ein kleines bißchen auf, das müsste nach 20 gemeinsamen Jahren möglich sein - da kennt man sich nämlich in- und auswendig.
        Du hast nämlich keine Garantie, dass der nächste "besser" und "wunschgemäßer" ist.
        Mit ein bißchen Entgegenkommen beiderseits und mehr Zeit für sich selber müsste der Karren normalerweise wieder zum Laufen gebracht werden.
        Wenn nicht, bleibt immer noch die Trennung. Aber sowas wir Paarberatung gibts auch noch - nur ob ihr dazu Lust habt, weiß ich nicht.
        Alles Gute !
        Liebe Grüße von Moni

        Oha, da habt ihr euch ja noch früher gebunden als wir (beide jetzt Mitte 40, zusammen seit 28 Jahren, 3 Kinder)!

        > Die meiste Zeit ist einfach Alltag.

        Eben. Aber der ganze Zinnober mit Kinder-, Berufs- und Familienwahnsinn macht ja nur Sinn, wenn's auch in der Beziehung stimmt.

        Wir machen im Moment gerade, nach fast 20 Jahren Ehe, eine Paartherapie, und die tut uns beiden uns auch unserer Familie sehr gut!

        > Oftmals kommt man selbst ja nicht auf irgendwelche Ideen etwas zu ändern.

        Genau. Und wenn man da mal einen Dritten draufschauen lässt, kann das wirklich sehr hilfreich sein. Wenn mit dem Auto was ist, lässt man ja auch mal jemanden schauen, der sich damit auskennt.

        > Ich traue mich nicht wirklich den Schritt zu machen und auszuziehen.

        So ein Schritt sollte doch nur der allerallerletzte sein, davor sollte man doch alle Möglichkeiten ausprobiert haben.

        Liebe Grüße!

        Hallo

        Ich lese da auch keine echten Probleme sondern eingeschlichenen Alltagstrott.

        Ich bin auch gerne mal am PC oder am handy trotzdem gucke ich auch mit meinem Mann ab und an tv. Wir gucken allerdings nicht viel.

        Was macht ihr gemeinsam ? Ist das nur das bisschen ab und an am morgen?

        Ihr könntet euch ein Kindermädchen Suchen und dann regelmäßig was gemeinsam unternehmen. Sauna, essen gehen Kino usw.

        Was macht ihr alleine als Ausgleich? Habt ihr hobbies? Wenn nicht dann sucht euch welche.

        Für mich klingt ihr gerade megagestresst und lässt eure Wut aneinander aus.

        Hier hilft wirklich nur aus dem Alltagstrott auszubrechen und einen gemeinsamen Weg zu finden.

        Erst heute war ich mit meinem Mann und #hund eine Stunde ohne Kinder raus. Gestern Abend war ich alleine weg. Letzte Woche war ich mit Mann essen.

        Ende Dezember waren wir mit Freunden wandern und Ende November bin ich mit meinem Mann zuliebe in Mainz zum fussball gefahren.#ball war zwar 90 Minuten abgeschrieben aber wir hatten unseren Spaß. Dafür fährt er demnächst mit mir wandern oder in die Sauna.

        Oder gemeinsam am Abend kochen. Finde ich auch toll.

        Ich glaube auch das dir Unzufriedenheit bei deinem Mann dazu beiträgt das er die Kinder ungerecht behandelt. Kinder brauchen entspannte Eltern und das geht nur wenn man sich selber Auszeiten gönnt.

        Ich wünsche euch alles gute.

        Lg

      • Hallo,

        Ihr seid zu Fest in eurem Alltag eingesessen ohne gemeinsame Interessen und das war sicherlich mal anders, sonst hättet ihr wohl nicht so eine lange zeit miteinander geschafft oder?

        Wir haben auch 3 kleinere Kinder (7,3 und 1 Jahr ) und der Alltag ist verdammt stressig, wir streiten auch oft über Kleinigkeiten, auch wenn der eine mal die Kinder anders behandelt so das es dem anderen nicht passt.
        Grad vorgestern hatten wir so einen Krach, dass ich am liebsten alles hingeschmissen hätte, ich bin krank und fühlte mich total im Stich gelassen weil ich einfach körperlich am Ende war.

        Ich denke ihr müsst euch einfach mal wieder daran erinnern was euch einst zusammen gebracht hat, was waren eure Gemeinsamkeiten und was kann man wieder in euer Leben einbauen was vielleicht lange verloren gegangen ist?
        Nötigenfalls auch mit professioneller Hilfe.
        Vielleicht könnt ihr einmal im Monat einen Babysitter bestellen und mal abends ausgehen (Kino, Essen,Theater etc....)

        Und auch abends kann man sich am Wochenende mal zusammenraufen, zusammen einen Film schauen oder zusammen kochen und schön essen, irgendwas gemeinsames.

        Wir brauchen sowas auch von zeit zu zeit, wenn wir zulange unsere Gemeinsamkeiten vor uns her schieben dann merkt man wie man stets unzufriedener wird und anfängt auf dem anderen rumzuhacken.
        Das ist einfach Alltagstrott, aber trotzdem haben wir uns alle Gemeinsamkeiten bewahrt und haben immer noch den gleichen Film -und Musikgeschmack und noch einiges mehr was uns verbindet.
        Schwierig wird es nur wenn zwei Menschen all das nicht mehr haben, weil man sich in den Jahren zu sehr voneinander weg entwickelt hat, ich den dann hat man wirklich ein Problem.

        LG

        Danke für eure Antworten.

        Wahrscheinlich habt ihr Recht, wenn alles nur der Alltagstrott ist. Ich war mit meinem Mann, seitdem unsere Große vor 9 Jahren geboren ist, nur 2x allein abends weg. Das war beides letztes Jahr (die Jahre davor waren wir nie zusammen weg), weil 1x ich ihm ein Konzertticket geschenkt habe und er 1x mir. Wir hatten beide aber große Probleme einen Babysitter zu finden. Letzten Endes hat es nur "notdürftig" eine Arbeitskollegin und eine Nachbarin gemacht, damit wir nicht alles absagen mussten. Die Jugendlichen, die sich als Babysitter ausbilden lassen und jemanden zum Babysitten suchen per Anzeigen, Aushang o.ä., sind meist unter 16 Jahren und damit dürfen sie nicht nach 20.00 Uhr (oder wars 22.00 Uhr) Kinder betreuen.

        Weil die Suche zu aufwändig war, haben wir es dann gelassen. Eigentlich war es schon unser Plan solche Abende regelmäßig einzulegen. Ansonsten machen wir beide nichts zusammen ohne Kinder. Jeder hat seine Hobbys und dementsprechend Tage in der Woche, wo er unterwegs ist. Natürlich getrennt voneinander, weil es zusammen aufgrund des fehlenden Babysitters einfach nicht geht. Wir haben einfach kaum (von der 1 Stunde abends bis wir ins Bett gehen) keine Zeit zusammen ohne Kinder.

        Wir sind ziemlich jung zusammen gekommen bzw. eher ich. Mein Mann ist etwas älter und hatte schon "Erfahrung". Für mich ist es der erste Partner und wenn das jemals doch scheitern sollte, hätte ich keine Lust auf den Nächsten. Von den Kindern mal abgesehen verstehen (verstanden) wir uns schon gut und man weiß natürlich wie was kommt. So gesehen hätte ich schon etwas zu verlieren.

        Vielleicht sollten wir doch das Babysitterthema nochmal in Angriff nehmen und uns bemühen abends regelmäßig wegzugehen. Mein Mann spricht das zwar ab und zu mal an, überlasst die Suche nach einem Babysitter aber mir. Einmal wollte ein jüngerer Arbeitskollege von ihm mit seiner Freundin babysitten an so einem Konzertabend. Aber der hat sich dann gar nicht mehr gemeldet. Deswegen musste notdürftig unsere Nachbarin einspringen. Deren Tochter würde / könnte sowas zwar auch mal machen, hat aber noch nicht das entsprechende Alter dazu (ist noch keine 12).

        LG

        • Da würde ich auch nicht unbedingt nach einem Teenie schauen, sondern mal bei solchen Babysitterbörsen suchen.

          Ich finde solche Zeiten unglaublich wichtig und wenn ich mir vorstelle jahrelang nicht ein Abend als Paar gehabt zu haben, nee da kann ich mir vorstellen das da irgendwas auf der Strecke bleibt.
          Wir haben das Glück das meine Mutter ab und an mal aufpasst wenn sie zeit hat oder die Schwiegereltern, aber eher seltener weil sie weiter weg wohnen.

          Dieses Jahr fahren wir das erste mal für ein Wochenende allein weg seit der Geburt unserer Mittleren und ich bin soooooo aufgeregt und weiß noch gar nicht wie ich 2 Tage ohne meinen Kleinsten klar kommen soll #rofl
          Aber auch das ist wichtig für uns um nicht nur als Eltern zu versumpfen.

          Ich wünsch euch eine erfolgreiche Suche und alles Gute :-)

          • Danke für deine Antwort. Ich habe bei einer Babysitterbörse nachgefragt. Aber die haben mir ausschließlich Telefonnummern von Jugendlichen unter 16 Jahren gegeben. Also die, die in den letzten 1-2 Jahren diesen Babysitterkurs gemacht haben. Eine andere Börse kenne ich hier in der Nähe nicht.

            Ein ganzes Wochenende ohne Kinder? Für mich fast unvorstellbar. Wenn wir meine Familie im Sommer besuchen, selbst dann haben mein Mann und ich keinen Abend für uns, weil diese nicht auf unsere 3 aufpassen wollen bzw. unsere Kinder uns nicht allein weglassen. Sie sind es halt auch nicht gewohnt ohne uns Eltern zu sein.

            LG

            • Vielleicht könntet ihr auch selber irgendwo eine Anzeige starten, wo ihr eure Ansprüche dazu schreiben könnt.

              Ja, noch ist das Wochenende für mich auch unvorstellbar und davor werden wir es erstmal eine Nacht woanders versuchen.
              Als wir nur den Großen hatten, haben wir das oft gemacht, bei der kleinen höchstens eine Nacht und erst als sie älter als ein Jahr war, weil sie sehr geklammert hat und sich auch erst spät abstillen lies.
              Der Kleinste ist auch so ein kleines Anhängsel, aber alle 3 hängen total an Oma darum denke ich das wird schon.

              Wenn man die Grosselten nicht so oft besuchen kann, dann ist das klar schwerer, kennen wir ja auch.
              Wobei meine Tochter da gar keine Probleme mehr mit hat seit sie 2 ist, die liebt auch Omi und Opi obwohl wir die höchstens 1 mal im Monat sehen.
              Den kleinen kann ich aber auch nur abends wenn er schläft ein paar Std. Dort allein lassen und auch erst wenn wir länger da waren, weil er sich erstmal wieder eingewöhnen muss.
              Seit wir 3 Kinder haben reißen sich aber auch nicht mehr alle darum, mal aufzupassen, ist eben doch eine andere Nummer als ein oder zwei Kinder.
              Ich kann's verstehen es ist für mich ja auch anstrengend.

      (10) 26.01.14 - 20:57

      Zitat: "Ich suche den Fehler momentan an unserer eigenen Erziehung früher. Ich bin recht harmonisch erzogen worden. War laut meinen Eltern auch ein ruhiges, liebes Kind. Und er ist recht streng erzogen worden. Bei ihm waren Schläge und Strafen an der Tagesordnung. Sein Vater war… (usw.)" ...dazu gleich etwas!

      OK, du warst 14 als ihr zusammen gekommen seid. Ihr seid nun 20 Jahren (!) zusammen, verheiratet und…
      ihr 5 seid eine Familie! Herzlichen Glückwunsch! …BOMBE!

      Schau dich mal hier im Forum um! Insgeheim sehnen sich hier so viele nach vergleichbaren "Bedingungen"...

      Manchmal lese ich bei Trennungs-Storys: "Wir haben uns auseinander gelebt oder der Alltag hat uns eingeholt". In Ordnung! Auch gut, jedem das Seine, wie er es will bzw. möchte - Alles im Leben ist freiwillig! Kaum zu lesen ist dagegen, dass jemand schreibt, dass er/sie im Bezug auf Partnerschaft, Ehe und/oder Familie versagt hat. Die wahren Gründe sind vielschichtig. Dem entgegen sind aber die Ausreden und Schuldzuweisungen an den jeweiligen Lebenspartner um ein Vielfaches größer.

      Ihr habt (noch!) alle Trümpfe in euren Händen!

      Wie du hier schreibst, gehe ich davon aus, dass deine Familie momentan auf Hochtouren läuft. Die Kinder sind noch relativ klein und alles unter einen Hut zu kriegen, ist daher sicherlich stressig. Dann sind in deinem Alter noch die Gedanken wie: „War das schon alles?“ oder „Was ist mit mir, mit meinen persönlichen Zielen, mit meiner Weiterentwicklung“ usw. Nach 20 Jahren laufen die Gespräche zunehmend nonverbal ab – Blicke, Bewegungen, Tonfall der Stimme… Du kennst ihn aus dem FF und er dich umgekehrt auch.

      Nicht selten vergisst man jedoch, dass so etwas nur aufgrund gegenseitiger Verbundenheit und tiefen Gefühle füreinander möglich ist. Nach so langer Zeit sind DIESE vielleicht nur etwas „verschüttet“, aber immer noch vorhanden!

      Nun zu deinem Mann.

      War seinerzeit dein Elternhaus für ihn eine Art von Oase, wo er quasi seine schwere Kindheit kompensieren konnte?

      Würde mich nicht wundern, wenn er in deinen Eltern einen adäquaten Ersatz für das eigene Elternhaus gefunden hätte. Wie würdest du sein heutiges Verhältnis zu deinen Eltern beschreiben?

      An dieser Stelle mache ich vorerst einen Cut. Ich habe das Gefühl dir ein wenig helfen zu können. Daher möchte ich vorerst deine Antworten auf meine Fragen abwarten.

      Nur so nebenbei: Meine Frau hat mich jetzt schon 23 Jahre ertragen müssen und wir hatten „ganz andere“ Probleme. Doch ich liebe sie „immer noch“, manchmal sogar mehr als je zuvor!

      LG.#winke#klee

      Hallo,

      das nennt sich Alltag und mit 3 Kindern ist der nicht immer einfach. An der Mutter bleibt in der Regel das meiste an Arbeit hängen. Am Abend möchte jeder von euch beiden etwas anderes machen. Das ist an sich nicht schlimm. Aber ihr solltet auch Kompromisse finden.

      Ich mag z.B. Fernsehen auch nicht besonders, setze mich aber ab und an dazu und dann sehen wir als Familie einen Film, meistens Kinderfilm zusammen. Oder ich bitte meinen Mann eine Reportage einzuschalten, denn solche Sendungen sehe ich mir gerne an.

      Manchmal schicken wir die Kinder nach dem Abendessen in ihre Zimmer und dann essen mein Mann und ich alleine. Wir machen es uns gemütlich mit Kerzen und einen schönem Essen, z.B. Fondue. Das ist dann fast wie im Restaurant.

      Wir haben als Familie mittlerweile auch viele Plätze zu denen wir fahren können, wo Eltern wie Kinder etwas davon haben. Im Frühling Sommer z.B. fahren wir zu einem Campingplatz um die Ecke. Wir setzen uns in Cafe und die Kinder lassen wir dort spielen. Im Sommer sind wir im Freibad und sitzen dort gemütlich auf der Wiese während unsere Tochter alleine im Kinderbecken ist und unser Großer allein im Schwimmbad unterwegs ist. Danach geht dann ein Erwachsener mit ins Wasser. Der andere kann auch mal alleine etwas lesen oder sich ins Cafe setzen. Wir gehen auch oft in den Wald, setzen uns dort auf eine Bank und die Kinder spielen in der Nähe. Im Winter besuchen wir ein Hallenbad. Dort ist ein Cafe im Schwimmbadbereich. Wir setzen uns ins Cafe, die Kinder gehen schwimmen. Das würde auch mit kleinen Kindern klappen, da das Nichtschwimmerbecken direkt am Cafe dran ist.

      Wir haben keinerlei Familie in der Nähe wohnen, haben aber mittlerweile eine Menge an Orten die wir aufsuchen können, an denen wir als Eltern auch mal Entspannung finden. Das war nur ein kleiner Auszug.

      Ihr müsst kreativer werden, dann ist eurer Alltag auch nicht so eintönig.

      LG

      Carola

      Danke für eure Antworten. So habe ich mal ein paar Anregungen bekommen, was ich / wir ändern könnten. Wenn ich andere Mamas höre, kommt da oft etwas Ähnliches, wie es in der Beziehung bei denen läuft. Einerseits denke ich dann "Okay, es ist normal". Andererseits denke ich "Ist das schon alles?" oder "Ändert sich das mal wieder?"

      Ich kenne halt auch keine Zeit, wo ich allein bin. Sei es generell in meinem Leben, noch jetzt wo meine Kinder klein sind. Die ersten Jahre habe ich bei meinen Eltern verbracht bis ich mit meinem jetzigen Mann zusammen gekommen bin. Und seitdem habe ich ihn um mich rundrum + jetzt die Kinder noch.

      Hat man dann nicht manchmal einfach das Verlangen danach auch mal allein zu sein? Irgendwie hab ich mich am Sonntag so gefühlt. Heute sieht die Welt wieder ganz anders aus.

      Ich muss dann oft an die Omas und Opas denken, die fast ihr ganzes Leben zusammen verbracht haben und später sagt der eine nur noch "Hü" und der andere "Hott". Es gibt so viele Leute, die (finde ich) sich später gegenseitig nur noch anmaulen. Ich kenne es auch aus meiner Familie von meinen Omas und Opas. Und dann denke ich "So möchte ich nicht enden." :-(

      Es war bisher immer alles recht harmonisch und ich möchte eigentlich auch, dass das so bleibt. Dass das natürlich auch mit etwas Arbeit verbunden ist, sehe ich ein. Aber wenn dann z.B. wieder eins der Kinder stur wird und behauptet es mag den Papa nicht und er deshalb gleich ausziehen und eine eigene Wohnung suchen will, dann kippt meine Laune gewaltig :-[ Das jetzt nur mal als ein Beispiel.

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