Schwanger mit 40 und panisch ....

    • (1) 26.01.14 - 19:10
      Elisa Gänseblümchen

      Guten Abend.

      Mein Mann und ich sind seit 15 Jahren verheiratet und wir haben (Wunsch)Kinder. Das jüngste ist 6. Wie leben dieses etwas spießige Leben einer Mittelstandsfamilie - keine größeren Probleme, Haus, beruflich einiges erreicht, viel Zeit wird für unsere Kinder und deren Bedürfnisse und Aktivitäten aufgebracht ....

      Wir hatten uns zwei Jahre nach der Geburt des jüngsten eigentlich noch sehr ein Kind gewünscht. Ich war damals 36. Wir übten und übten und übten ... Nach einem Jahr bot der Frauenarzt, die gesamte Diagnosemaschine anzuwerfen, das haben wir abgelehnt. Es wäre Richtung IVF gegangen. Mit Sicherheit hätte ich die Route beim ersten Kind eingeschlagen, aber so wollte ich es nicht.

      Ich habe insgeheim jeden Monat gehofft, immer, damit meine Gedanken nicht so kreisen, einen Billigtest von Ebay gemacht, den Monat abgehakt. Das Thema "Kind" war aber immer im Hinterkopf da. Mein 38. Geburtstag kam und ging. Eigentlich war das die "Deadline" gewesen, mit dem Üben aufzuhören und es gab so viele Gründe, die dagegen sprachen, weiterzumachen. Mein Alter, Alter meines Mannes, berufliche Situation, Alterabstand zu den anderen Kindern. Dann kam mein 39 Geburtstag. Vor wenigen Wochen dann mein 40ster.

      Ich habe mich langsam vom Kinderwunsch distanziert und konnte loslassen, mich über meine gesunden, wirklich netten Kinder freuen und dankbar dafür sein, dass es überhaupt geklappt hat. Wir lernten auch wieder die Freiheiten schätzen, die man so hat, wenn das jüngste Kind 6 ist.

      Über Weihnachten haben wir beschlossen, dass ich mich dieses Jahr sterilisieren lasse und wir das Thema Kinder "abhaken". Jetzt mein "Dilemma" - ich bin völlig überraschend, nach sechs Jahren, schwanger geworden. Ich hatte mir immer gedacht, dass ich überglücklich sein würde, wenn es passiert, aber ich bin ... verwirrt. Versteht mich nicht falsch, es steht außer Frage, dass ich das Kind behalte (auch wenn es behindert wird, ich möchte es behalten).

      Aber ich habe all die Horrorszenarien im Kopf: Ich bin zu alt, das Kind hat ein Down Syndrom, mir passiert bei der Geburt was und mein Mann schafft den Alltag mit den Kindern nicht alleine, der Altersabstand ist zu groß, ich schaffe die Belastung doch nicht ....

      Kennt das jemand? Ich kann mit niemandem reden, ich bin erst in der 6. Woche, es kann noch viel passieren. Ich möchte bis zur 12. Woche warten, auch, wenn doch noch etwas passiert, dass die Kinder es nicht mitbekommen. Aber ich und diese Gefühle, das ist total belastend.

      • (2) 26.01.14 - 19:45

        hallo...erstmal herzlichen glückwunsch...meine geschichte ist ähnlich.
        bei mir warens 4.5jahre des wartens und als soweit war hatte ich angst.
        ich glaube das der körper soviel zu tun hat und auch dein hormonhaushalt extrem durcheinander kommt...ich wünsch dir alles gute für dich und deinen wurm.l.g

        • (3) 26.01.14 - 21:01
          Elisa Gänseblümchen

          Danke für deine Antwort. Ist bei dir denn alles gut gegangen?

          (4) 26.01.14 - 21:37

          leider nicht ich habe es in der 9.ssw verloren...kein herzschlag...
          bin zwar erst 33jahre alt aber wie gesagt knapp 5jahre versucht.
          hey aber denk positiv freu dich still erstmal mit deinem mann...ich wünsch es euch von herzen das alles gut kommt.
          hab mich nun beruflich wider neu orientiert und bin erstmal ausgelastet und abgeschlossen mag nicht monat für monat hoffen und bangen.tat es 5jahre lang.toi toi däumchen sind gedrückt.

          • (5) 27.01.14 - 00:03
            Elisa Gänseblümchen

            :-( #liebdrueck

            Dir alles Gute! Ich kann verstehen, dass du Abstand brauchst. Ich hatte auch einmal eine Fehlgeburt und es dauerte eine Weile, das alles zu verknucksen.

            Freunden von mir ging es ähnlich wie dir, die haben mit 37, 38 und 39 (total ungeplant) noch ein Baby bekommen.

            • (6) 27.01.14 - 08:26

              manchmal schon komisch wenn man eigentlich sein leben nach jahren neu plant dan schlägts doch noch ein.
              übrigens meine freundin ist mit 40ig auch nochmal überraschend ss geworden baby gesund mama auch alle glücklich.
              gibt ja auch ss wie bei mir mutter noch nicht so alt und mit dem baby stimmt was nicht...
              l.g

      (7) 26.01.14 - 20:41

      Ich wurde auf jeden Fall die 12 Wochen abwarten und Tests machen lassen. Gerade dein angesprochenes Downsydrom kann dein ganzen Leben negativ beeinflussen.
      Die tolle Zeit für Freizeit ist flöten - Dauerpflege ein Leben lang
      Berufstätigkeit - vergiss es
      Haus - mit nur einem Einkommen?
      Es gibt heutzutage genug Tests und wenn man weiss worauf man sich einlässt kann man noch immer anders entscheiden und sein Leben darauf abstimmen und viele Abzüge machen

      Sorry aber ich finde das hier eine unnötige Miesmacherei. Ich hab selbst ein behindertes Kind und konnte früher trotzdem arbeiten. Das geht schon!Und von wegen Dauerpflege ein Leben lang. Mut machend klingt deine Aussage echt nicht und ich bin ein wenig entsetzt wie abweisend du schreibst über besondere Kinder!

      Ela#schock

      • Ich finde es auch ganz schön traurig, wie hier über diese besonderen Kinder geschrieben wird. Ich denke, daß muß jeder selber entscheiden, ob er so ein Kind in sein Leben läßt, oder nicht.

        Auch ist klar, daß sich jeder erst einmal ein "normales" Kind wünscht. ABER, so wie hier geschrieben wird, ist total abwertend, spiegelt aber die Meinung der allermeisten Menschen wieder. Nicht umsonst entscheiden sich die allermeisten, ich glaube es sind 95%, bei der Diagnosestellung dafür, daß ihr Kind nicht leben darf. #schmoll

        Ich bin der Meinung, mein Kind gehört in dem Moment zu mir, in dem ich weiß, daß ich SS bin. Egal, ob gesund oder krank, oder eben mit einem Handicap. Ich denke mir immer, wenn ich ein gesundes Kind zur Welt bringe, ist das für den Rest des Lebens auch keine Garantie, das es auch so bleibt. Was ist, wenn sich durch Krankheit oder Unfall plötzlich alles verändert? Dann kann ich es schließlich auch nicht irgendwo aussetzen.

        Aber, wie gesagt, entscheiden muß das jeder selbst.

        • Ich denke es ist so, weil man kaum mit diesen Kindern und später Erwachsenen in Berührung kommt. Sie werden in extra Kindergärten, Schulen, Einrichtungen untergebracht und leben ihr Leben in ihren Familien. Außer für den engsten Familienmitgliedern und Bekannten, gibt es keine Möglichkeiten solche Kinder kennen zu lernen. Man sieht ab und an wie ein schon großes Kind - körperlich und geistig behindert in einem Rollstuhl durch die Gegend gefahren wird. Menschen schauen verlegen rüber, ältere Leute mit Mitleid und man freut sich insgeheim über ein gesundes Kind. Eltern gesunder Kinder können sich nur schwer in ein Alltag mit besonderen Kindern hineinversetzten und sehen nur die Last. Aber es ist oft die Verunsicherung und das Unbekannte

          • (13) 26.01.14 - 21:56

            Und aus den Grund find ich es wichtig das Kinder schon früh mit Behinderungen in Berührung kommen . Wir waren mal im Urlaub in einer Ferienwhnung , in der selben WOche war eine Gruppe mit Kindern aller möglichen Behinderungen da . Die Betreuer haben sich am ende total bedankt das wir sie wie normale Kinder behandelt haben und unsere Kinder ganz normal mit ihnen hat spielen lassen . Und was soll ich sagen meinen Sohn ist nicht mal aufgefallen das die kinder "anderest" sind , nur halt die Kinder die IM Rollstuhl sitzen , da hat er mal gefragt wieso das so ist ...

            Schrecklich ist wenn Erwachsene mit Behinderungen Schwierigkeiten haben , den wie sollen sie dann ein Postivies Beispiel für Kinder sein .

            Lg Martina

            • Sehe ich genauso. Ich war mal in einem Lokal zum Mittagessen. Am Nebentisch saß eine Familie mit einem Kind, daß das Down Syndrom hatte. Der Junge hat ganz normal zu Mittag gegessen. Nicht anders, als jedes "normale" Kind auch.

              Und was soll ich sagen. Ein älteres Ehepaar am anderen Nebentisch hat seine Bestellung vorzeitig storniert, weil ihnen bei diesem Anblick regelrecht der Appetit vergehen würde und sie ein Lokal aufsuchen würden, in dem ihnen so etwas nicht zugemutet würde ! :-[ Also, mir fehlen selten die Worte, aber dazu ist selbst mir nix mehr eingefallen#zitter

              • Oh man das ist so traurig . Zum Glück bleibt mir selten die Sprache weg und ich hätte den Älteren Ehepaar schon meine Meinung gegeigt ... das muss doch für die eltern schlimm sein immer über solche Vorurteile zustossen .

                Ich hab zwei Mischlingkids , aber zum Glück bis auf einmal nie negativ erfahrungen gemacht , ausser das ich öfters gefragt werde ob sie Adpotiert sind ...

                Lg Martina

                • Ich war in diesem Moment so geschockt...dachte erst, ich hätte ich wirklich verhört. Aber die Bedienung hat gut reagiert. Sie meinte, die Entscheidung, das Lokal zu wechseln, wäre sehr gut, denn auf solche Gäste würde man hier keinen Wert legen

              Ich habe manchmal auch das Gefühl, dass eher die ältere Generation ein Problem mit behinderten Menschen hat (sehe ich manchmal die Reaktionen im Bus)

              • (18) 26.01.14 - 22:44

                >>>Ich habe manchmal auch das Gefühl, dass eher die ältere Generation ein Problem mit behinderten Menschen hat (sehe ich manchmal die Reaktionen im Bus)<<<

                Kann ich so nicht bestätigen. Meine Freundin hatte ein Kind mit Trisomie21, die Reaktionen älterer Leute waren nie negativ, ganz im Gegenteil.

                Dieses generelle "ältere Generation" oder "Jugendliche" halte ich sowieso für unpassend. Meiner Meinung nach sind Leute, die mit 65 bescheuert sind auch schon mit 30 bescheuert gewesen. :-)

                • (19) 26.01.14 - 23:05

                  Sicher ist das eine Charakterfrage. Aber war das nicht noch mehr ein tabu-Thema - vor 40,50 Jahren? Die Gesellschaft öffnet sich jetzt doch so richtig für solche Themen, man spricht von barrierefreien Zugängen für Rollstuhlfahrer zum Beispiel.

                  • (20) 26.01.14 - 23:24

                    Wie das vor 50 Jahren war, weiß ich nicht. Das "Kind" meiner Freundin ist jetzt 32 Jahre alt, sie musste sich mit dem Kind nicht verstecken und schon damals gab es viele Hilfen.

        Ja, ich denke, das ist das Problem. Aber ich denke, das Problem ist nicht nur die Verunsicherung, sondern auch der Geist unserer Zeit.

        Alles muß perfekt sein, ob das jetzt der Lebenslauf (am besten super Abi, Studium, tolle Stelle, gesundes und funktionierendes Kind, dann sobald wie möglich wieder in den Job), das Aussehen ist (kein Gramm Fett zu viel, ewig junggeblieben) oder die Lebensführung allgemein (Tolle Hobbies, KLamotten, durchgestyltes Haus, Urlaube, etc.). Die Medien helfen da ja auch noch kräftig nach.

        In so ein Leben passt kein Kind, da es mit so einem Kind ja unendlich schwerer ist, die ach so moderne Selbstverwirklichung durchzuziehen. Aufgrund der vielen medizinischen Möglichkeiten und Diagnoseverfahren ist es heutzutage ja ein leichtes, nach dem Motto "Was nicht passt, wird passend gemacht" zu handeln. (Überspitzt ausgedrückt)

        Bitte nicht falsch verstehen, ich verurteile niemanden, der kein behindertes oder krankes Kind behält, aber trotzdem finde ich einfach die Einstellung, die viele gegenüber diesen Menschen haben, schon traurig.

        • (22) 27.01.14 - 00:06
          Elisa Gänseblümchen

          Hallo,

          da hast du Recht!

          Freunde von uns (kinderlos) haben drei Kinder (Halbgeschwister) in Pflege genommen und später, als es ging, adoptiert. Die Mutter hatte im Laufe der Jahre ein Drogenproblem entwickelt, das jüngste Kind hatte ein fetales Alkoholsyndrom - die anderen beiden haben sich sehr positiv entwickelt und alle Defizite aufgeholt.

          Die hatten auch sehr viele negative Reaktionen, wie man sich "sowas" ans Bein binden kann.

      (23) 01.02.14 - 07:51

      Hi du!
      Sicherlich ist es für manche auch das unbekannte. Aber wenn ich solche Sachen lese wie ich sind es stellenweise auch einfach nur Leute die damit nur nichts zu tun haben wollen. Sonst würden sie ja vielleicht erinnert werden, das es eben auch noch andere Menschen gibt. Und manche wollen es wirklich nicht haben andere müssten sich sonst vielleicht auch damit auseinander setzen das die Welt eben nicht nur 08/15 ist.

      Ela

Weißt du ich könnte jemanden noch verstehen wenn das Kind so schwerstbehindert wäre das es nicht lange leben würde oder ständig beatmet werden müsste. Doch ein Mongoloides Kind ist zwar anders aber lebensfähig. Hier finde ich diese Äußerungen total unmöglich. Klar jeder muss selbst entscheiden ob man so ein besonderes Kind will und sicherlich kann es auch nicht jeder. Das räume ich gerne ein aber deswegen so abwertend zu schreiben finde ich mehr als nur daneben!
Und wie du treffend schreibst wenn ein Unfall passiert kann jedes gesunde Kind schließlich sich auch verändern.

Ob es wirklich die Meinung der allermeisten ist will ich nicht behaupten aber sicherlich von einigen. Außerdem liebe ich mein Kind immer egal wie es ist.

Ela

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