Thema: Spielsucht. Bitte hilft mir ! :(

    • (1) 27.01.14 - 22:19

      Hallo erstmal zu uns, wir sind 3 Jahre lang in einer Beziehung und glücklich miteinander. Gestern habe ich durch Zufall erfahren das mein Freund spielsüchtig ist. Vor knapp 2 Jahren hat er mir gebeichtet das er schon eine große Summe an Geld verzockt hat, und mir damals versprochen, das er es nie wieder tut. Somit sitzt der Schock noch tiefer. Er möchte zwar von sich aus eine Therapie machen was ich total super finde aber nun kommen mir die Zweifel.. 2 Jahre lang wurde ich belogen und mein Vertrauen hat er auch missbraucht. Was ist wenn er wieder rückfällig wird ? Kann ich ihm noch vertrauen, ist sowas mit einer zukünftigen Familie vereinbar ? Ich weiß einfach nicht mehr weiter :(

      LG

      • (2) 27.01.14 - 22:48

        Für mich wäre der Fisch gegessen.
        Mit so einer Hypothek würde ich keine Partnerschaft führen wollen.
        Ist dein Freund so alt wie du?
        Woher hatte er das Geld, um große Summen zu verzocken?

        • (3) 27.01.14 - 22:54

          Nein er ist 2 Jahre älter. Ich weiß es nicht, ich tippe auf Sparbuch Plünderung, durch das Wetten, er macht zurzeit ein Praktikum für's Studium was auch nicht grad schlecht bezahlt wird. Ich weiß einfach nicht weiter, 3 Jahre in einer Beziehung und dann sowas ist für mich wie ein schlag ins Gesicht. Über eine Trennung hab ich mir auch schon Gedanken gemacht. Es wäre naiv zu sagen "wir sind aneinander schon gewohnt" nur fällt es mir auch nicht leicht.. Danke trotzdem für deine Meinung.

          LG

          • (4) 28.01.14 - 00:32

            Ein langjähriger Freund von mir hat Jura studiert, kommt aus einem sehr guten Hause und hat seine Existenz im Casino verspielt. Mehrfach!

            Jetzt ist er 60, arbeitet für als Verkäufer im Sportgeschäft und... spielt weiter. Leider auch mit dem Geld von Freunden und Frauen, die er gefühlsmäßig gezielt von sich abhängig macht und letztendlich ebenfalls für seine Sucht "benutzt". Eine Therapie schläg er aus, wird regelrecht aggressiv wenn man ihn drauf anspricht.

            Mittlerweile ist der Krankheitsverlauf in einem dermaßen hohen Stadium angelangt, dass sich seine Persönlichkeit zu teilen beginnt. Wie bei "Der seltsame Fall des Dr. Jekyll und Mr. Hyde".

            Wenn deine Freund jetzt nicht die Bremse zieht, wird es schwer werden - für Ihn und für euch!

            Viel Glück!

      (5) 27.01.14 - 22:53

      Hallo,

      mein erster Partner ist spielsüchtig gewesen. Ich habe ihn an meinem 18. Geburtstag kennengelernt und bin 4 Jahre mit ihm zusammen gewesen. Inzwischen bin ich 41.

      In der Zeit mit ihm hatte ich reichlich Gelegenheit über diese "Krankheit" zu erfahren.

      Mein Freund damals hat sich sehr gut darauf verstanden überzeugende Lügen zu erzählen, seinen Bekannten, Eltern und allen Leuten um ihn herum Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum Schluss hat er es geschafft meiner Mutter 30 000 DM (damals noch) abzuknöpfen, mit Sprüchen über Umschuldung und Schuldenbegleichung. Als ich dies erfahren hatte, war bei mir der Ofen aus. Von mir direkt hat er nichts bekommen, in dieser Zeit hatte ich ja selbst wenig Geld, aber das Geld hat meine Familie nie wieder gesehen.

      Er war immer gerjenige , der bei den Arbeitgebern Pech hatte, die anderen waren immer Schuld an seinem Unglück. Später wusste ich, dass er auch die immer um Geld betrogen hatte.

      Er hatte auch mehrere Therapien abgebrochen, weil die dort böse zu ihm gewesen sind.

      Ach übrigens, er hatte vor mir schon ein Kind, was ich auch erst später erfahren habe. Zum glück ist mir das erspart geblieben. Ich kann von Glück sprechen, dass ich den endgültigen Absprung geschafft habe. Ich hab nur manchmal Angst, dass ich ihn als Klienten wieder treffen könnte, denn ich kümmere mich im Moment beruflich um Leute, die abgestürzt sind, zu denen er sehr wahrscheinlich gehört.

      Ich habe dann später Sozialpädagogik studiert und eine meiner Freundinnen die ich ich Studium kennengelernt hatte, hatte einen Alkoholiker als Partner. Wir waren dann sowetas wie die Mutter Theresas Zöglinge. Zum Glück nur auf Zeit. Später habe ich dann einen promovierten, und sie einen Tierarzt geheiratet.

      Mein Tipp also: er muss eine Therapie nicht nur duchziehen, sondern auch mehrere Jahre lang beweisen, dass er Clean ist. Dann erst ist an eine tragfähige Partnerschaft zu denken.

      Wünsche Dir viel Glück und Verstand.

      • (6) 27.01.14 - 23:00

        Wow das ist echt heftig, das tut mir leid für dich und deine Familie. Meiner war so gut im lügen das er nicht einmal irgendwelche Ausreden gebraucht hat. Das Problem ist, das ich dieses Jahr 20 werde und 2015 mit meiner Ausbildung fertig bin, da denkt man schon mal an Familie gründen usw. Ich will einfach nicht das ich mir eines Tages Sorgen machen muss wie wir die Brötchen finanzieren sollen vor lauter Zockerei und Schulden..

        Vielen Dank für deinen Beitrag, LG

    (8) 27.01.14 - 23:30

    Du bist jung und Ihr seid noch nicht allzulange zusammen und habt keine Kinder. Das klingt jetzt vielleicht hart, aber wenn Du es schaffst - trenn Dich. Deine Zukunft mit einem spielsüchtigen Mann, der Dich seit zwei Jahren anlügt, wird mit grosser Wahrscheinlichkeit von Lügen und Misstrauen geprägt sein, tu Dir das nicht an.
    Meine Erfahrung mit Spielsucht : ein Mann aus der Familie meiner Freundin war am Anfang seiner Beziehung mit seiner Frau sowohl Alkoholiker als auch spielsüchtig. Dementsprechend sah beider Leben aus : damit sie nicht aus ihrer Wohnung geworfen wurden wegen Mietschulden, musste die Mutter der Frau die Miete zahlen und sie hat ihnen auch zu Essen gekauft. Beide haben ein gemeinsames Kind, das unter diesen Bedingungen sehr gelitten hat. Es gab oft keine Heizung...
    Jedenfalls hat die Frau dann doch irgendwann gesagt - ich trenn mich, das halte ich nicht mehr aus. Daraufhin hat der Mann es geschafft, sich vom Alkohol zu entwöhnen und ist bis heute abstinent (das Ganze ist jetzt viele Jahre her, ihr Kind ist bald 30), spielsüchtig ist er heute noch. Die beiden waren immer arm, nie im Urlaub, sich nie mal was Schönes geleistet, immer nur am Existenzminimum, obwohl er gut verdient und sie auch ein bisschen Geld beisteuert.

    Sie sind immer noch zusammen und lieben sich sehr - aber ich persönlich würde mir so ein Leben echt nicht antun wollen. Du musst selbst entscheiden, aber Du solltest Dir darüber klar sein, worauf Du Dich einlässt.
    Wünsche Dir (und auch Deinem Freund, der wohl am meisten leidet, denn er kann sich nicht von sich selbst trennen...) alles Gute für die Zukunft!

    (9) 28.01.14 - 06:48

    Mach dich so schnell wie möglich vom Acker!

    Ich habe vor einigen Jahren mal 3 Monate in einer Spielotheck gearbeitet. Da tun sich Abgründe auf. Ich hatte das Gefühl ich wäre ein Dealer.

    Irgendwie schaltet das Gehirn der Kunden dort aus, dumm, dumm, dumm wird das Geld dort eingeworfen ohne Rücksicht auf Frau und Kind.

    Klingt jetzt doof, aber am Ende war ich froh "nur" Raucher zu sein. Das Geld was dort verbraucht wird kannste auch direkt ins Klo schmeissen.

    (10) 28.01.14 - 09:09
    spielerfrau-pik-ass

    So ein "Modell" hatte ich auch mal und er hat es verdammt geschickt ne ganze Weile verbergen können, dazu kam dann auch noch Alkohol - da war für mich die Sache beendet :-( Mit sowas eine Familie gründen? Niemals.

    (11) 28.01.14 - 09:31

    "ist sowas mit einer zukünftigen Familie vereinbar ?"

    Nicht Dein Ernst, diese Frage?

(13) 28.01.14 - 12:44

Hallo,

ich habe über vier Jahr, in einer Spielothek (während und nach meiner Lehrzeit) am WE gejobbt. Meine Erfahrung: lass die Finger davon, die wirklich Spielsüchtigen kriegen ihre Spielsucht äußerst selten in den Griff. Ich habe dort vom Banker bis zum Bauarbeiter alles gesehen und es ist extrem erschreckend wie weit ein Mensch gehen kann, wenn er süchtig ist. Da sind zum Teil vorher intakte Familien zerstört worden ohne Rücksicht auf Verluste.
Ich habe auch miterlebt,wie Menschen kriminell wurden wegen der Spielsucht.

Eine Bekannte von mir hat sich Jähre später mit einem Mann eingelassen, der ihr nach einigen Monaten Beziehung seine Spielsucht gestand. Das ging auch nicht gut, er hat sie belogen wo es nur ging, mehrere Therapien gemacht (hat sie sogar angeblich erfolgreich beendet), und ist nach wie vor spielsüchtig.
Es ist wie bei jeder Sucht, Rückfälle sind immer im Bereich des Möglichen, egal wie groß der Wille des Süchtigen ist, damit auf zu hören.

Überleg dir das Ganze wirklich gut!

Gruß Milla

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