Sauberkeit in einer Beziehung

    • (1) 28.01.14 - 09:18
      klitzekleinefrage

      Hallo,

      ich höre momentan einer guten Freundin zu, was ihre Beziehungsprobleme angeht und wollte mir einfach mal ein paar andere Meinungen anhören, weil ich nicht mehr weiß, was ich noch sagen soll.

      Der Partner und sie sind Beide um die 30. Er wohnt die meiste Zeit mit in ihrer Wohnung. Sie ist recht laut, er der leise Typ. Sie hat Beziehungserfahrung (endete die letzten Jahre aber immer im Chaos), er ist fast unerfahren. Ich hatte den Eindruck, sie hat endlich wen, der richtig passt. Nur jetzt (nach so einem Jahr Beziehung) sind sie endgültig im Alltag angekommen. Er ist ein "kleines Ferkelchen". Sie muss ihm dauernd hinterherputzen und ist davon nur noch genervt. Außerdem findet sie in ihrer Küche die Dinge nicht mehr, weil er sie woanders hinräumt.

      Zwischendurch war sie nun zwei Wochen alleine im Urlaub und hat danach erst einmal zwei Tage ihre Wohnung putzen dürfen.

      Es ist ihnen klar, dass wenn sie länger zusammenleben auch irgendwann das Thema Kinderplanung zur Sprache kommen wird.

      Was sagt ihr dazu?

      • Nun ja, Du schreibst, er sei ein "Ferkelchen" und sie müsse hinterherputzen. Das ist sehr subjektiv - woher sollen wir nun wissen, ob er wirklich den Straßendreck bis in den hintersten Winkel trägt und auf dem Tisch drei Tage lang die Tomatensoße verkrustet, oder ob sie bei jedem Krümel schon hektisch den Staubsauger holt?

        Egal wie - die beiden müssen einen Kompromiß finden, nicht Du und nicht wir hier.

        • (3) 28.01.14 - 09:56
          klitzekleinefrage

          Die Kompromisse sind irgendwo schon ausgeschöpft. Inzwischen putzt er die Küche und sie den Rest. Was zum Ergebnis hat, dass sie auch dort hinterherräumen darf.

          Mit Blick auf eine gemeinsame Zukunft geht es bei ihnen so definitiv nicht weiter. Wenn sie zu direkt wird, fängt er an zu weinen, weil er Angst hat, sie zu verlieren.
          Und ich sitze da, höre zu und möchte nicht, dass sie wissend ins Unglück rennt. Denn wenn sie das Ganze ignoriert, wird es auch nicht besser.

          • "Was zum Ergebnis hat, dass sie auch dort hinterherräumen darf."

            Was auch wieder heißen kann, dass er schlampig ist oder dass sie ganz genaue Vorstellungen hat und es nicht auf die Reihe bekommt, ihm da wirklich das Feld zu überlassen ... den Fehler machen ja viele Frauen. "er soll gefälligst im Haushalt mit anpacken, aber dann alles exakt so machen, wie ich es machen würde". Funktioniert nicht.

            Dass sie darüber nicht reden können, ohne dass er weint, würde ich eher als Problem ansehen.

          • (5) 28.01.14 - 10:16

            Das Problem habe ich mit meinem Freund auch, wobei das kein wirkliches Problem ist. Wir sind zusammen in die Wohnung gezogen und haben sie eingeräumt und auch wenn er Geschirr X aus Schrank Y nimmt, kannst du mal nicht davon ausgehen, dass das beim weg räumen auch wieder da landet...
            Ist halt so. Mein Kerl ist an sich auch ne ziemliche Schlampe. Unsere Lösung: er hat ein Arbeits/Müllzimmer, da schmeiß ich alles rein, was mich stört, dann haben wir eine Putzfee, denn wenn ich hier sauber machen würde und er benimmt sich dann so, gäbe es ne richtige Diskussion wegen Respekt vor meiner Arbeit.
            Und ansonsten muss man sich eben verabschieden, von dem Gedanken, dass der Partner das genauso macht, wie man es gern hätte. Er ist halt ein anderer Mensch und händelt gewisse Dinge eben anders.

            "Und ich sitze da, höre zu und möchte nicht, dass sie wissend ins Unglück rennt."

            Nee, klar, das möchte niemand. Aber mit Verlaub - wo genau stürzt sie sich denn ins Unglück? #gruebel Wenn es sie ernsthaft unglücklich macht, dass die Hygienestandards so unterschiedlich sind, klemmt es meiner Meinung nach ganz woanders.

            In einer glücklichen Beziehung macht man wegen solcher Kinkerlitzchen doch kein Fass auf! Da findet man Kompromisse oder haut mal mit der Faust auf den Tisch, wenn es gar nicht anders geht.
            Aber schon der Umstand, dass er anfängt zu weinen, wenn sie deutliche Worte findet, sagt MIR, dass Putzen nicht das Thema ist.

          • Dass er ein altes Schwein ist, steht auf einem extra Blatt - dem würde ich so einheizen, dass ihm die Ohren glühen, auch ohne dass ich jetzt ein Putzteufel wäre.

            Aber dass sich der Waschlappen hinsetzt und heult wegen sowas, finde ich viel schlimmer. Was ist denn das für ein Mann ?
            Da könnte ich wohl auch nicht schweigen und würde ihr mal aufzeigen, was da auf sie zukommt. Wenn sie dann sehenden Auges in ihr Unglück rennt, kannst Du leider nichts machen.
            So eine Freundin hatte ich auch -ich konnte nicht verhindern, dass sie einen Säufer, Kiffer und Arbeitsscheuen heiratete....Torschlußpanik !
            LG Moni

      << Sie muss ihm dauernd hinterherputzen und ist davon nur noch genervt. >>

      Das wird mit der Zeit schlimmer.

      << ... weil er sie woanders hinräumt. >>

      Ist er zu dumm, Ordnung zu halten ? Nach einem Jahr sollte in diesem Punkt Einigkeit bestehen.

      << auch irgendwann das Thema Kinderplanung zur Sprache kommen wird. >>

      Dazu braucht sie einen geeigneten Partner. Den hat sie offensichtlich nicht.

      "Hinterherputzen" ist nun sehr relativ, wenn ich daran denke, dass es Frauen gibt, die schon Schnappatmung bekommen, wenn man(n) keinen Untersetzer für die Kaffeetasse benutzt. Das gleiche gilt im umgekehrten Fall fürs das verräumen von diversen Sachen, weil man sich da einigen- und aufeinander einspielen kann.

      Wenn es nach nur einem Jahr aber schon bei solchem Pille Palle zu als gravierend empfundenen Spannungen kommt, muss ich allerdings Gustav beipflichten: Besser wird das mit der Zeit sicher nicht !

      Ich glaube wenn ihr einzigstes Problem miteinander ist, dass er das Geschirr in die falschen Schränke räumt und sie ein anderes Verständnis von Sauberkeit haben (insofern er kein Messie o.Ä. ist), haben sie doch eine ganz gute Chance auf eine gemeinsame Zukunft...

      Manchmal, gerade wenn viele Beziehungen vorher im Chaos geendet sind, sucht man ja auch -mehr oder weniger unbewusst- nach Fehlern um einem erneutem Fehlschlag vorzubeugen...

      Ich denke, es ist 1. nicht dein Bier und 2. ist ihre Problematik mit einem Gespräch und einem Putzplan erledigt...

      Ich empfehle: Alle ein-zwei Wochen eine Putzfrau und vorher eine Stunde gemeinsam aufräumen.

      (12) 28.01.14 - 13:48

      Ja, wenn ich der Mann wäre, würde ich mich trennen.

      Grüße
      Luka

    "Sauber" empfindet jeder anders und vielleicht kommt es ihr viiiiiiiiel schlimmer vor als es ist.

    Mein Mann ist sehr ordentlich, trotzdem räume ich morgens seine Kaffeetasse in die Spülmaschine, weil er sie ins Spülbecken stellt. Aber das finde ich weder schlimm noch dramatisch. Genauso muss er damit leben, dass mein Schreibtisch ein einziges Schlachtfeld ist während bei ihm alles einen sortierten Platz hat und sogar noch Freiraum übrig bleibt.

    Vielleicht "musste" sie die Wohnung putzen, weil er einfach nicht IHR System durchzieht sondern ein eigener Mensch ist.

    Ich hab das mal irgendwo in einer Serie gesehen. Da ist die Frau auch total ausgeflippt, weil ER keine Untersetzer für Gläser und Co. nimmt und dadurch der Tisch lauter Flecken hat (die Flecken waren aber eher die Pointe des Jokes ;-)).

    Da wir deine Bekannte nicht kennen, steht also die Frage im Raum, ob sie Platz für Ihr hat im Sinne von Toleranz oder sie einfach noch nicht bereit ist, die Eigenarten eines neuen Menschen in ihrem privatesten Lebensraum zu akzeptieren, tolerieren und anzunehmen :-)

    Hallo,

    deine Geschichte hört sich für mich ein wenig merkwürdig an. Sie hat ausreichend Beziehungserfahrung, klammert sich aber anscheinend an einen Typen, der so gar nicht zu ihr passt. Es gibt keinen objektiven Maßstab für die Begriffe "Ferkelchen" und hinterherputzen "müssen", aber offensichtlich haben die beiden unterschiedliche Vorstellungen vom individuell benötigten Wohlfühl-Ambiente. Wieso trennen die beiden sich nicht einfach, ist der Typ im Bett so toll, oder hat sie Angst, keine mehr abzukriegen.

    Sie muss ihm immer hinterherputzen, wenn sie Kinder haben, muss sie denen auch immer hinterherputzen. Männer erziehen zu wollen, war schon immer ein aussichtsloses Unterfangen, entweder sie nimmt ihn so, wie er ist, odeer sie zieht weiter....

    .... meine Meinung

    LG Jupp

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