Hautprobleme ekeln mich an

Hallo Urbia-Leute!

Bin etwas verzweifelt. Mein Freund leidet seit seiner Kindheit an Neurodermitis. Als wir uns kennengelernt haben, war es nicht mehr so schlimm, trockene Haut und viel Eincremen, aber generell okay. Seit einiger Zeit ist es aber richtig schlimm. Das ist vermutlich aufgrund der beruflichen Situation, er arbeitet bei seinem Vater in der Firma und musste jetzt wieder häufiger mit bei den Maschinen helfen. Vor zwei Wochen hat er viel Kühlwasser abbekommen und sah aus wie aus einem Horrorfilm, kein Witz! Auch hat es was mit der Ernährung zu tun, auf bestimmte Lebensmittel reagiert seine Haut.
Bitte nicht falsch verstehen, ich liebe ihn, aber ich ekel mich vor ihm. Wenn er mir mit seinen rauen Händen im Gesicht streichelt finde ich das widerlich. Und auch beim Sex, die Stellen an Armen und Rücken und vor allem am Po versuche ich nicht zu berühren, weil es mich dann ekelt. Letztens gab er mir einen Kuss und lächelte mich an, da riss die trockene Haut an seiner Wange ein und fing an zu bluten, ich hätte mich fast übergeben! Ich weiß, dass er nicht dafür kann und dass es nicht ansteckend ist, aber ich mag eigentlich keine Nähe mehr zulassen. Er merkt das natürlich und hat gefragt, was los ist, aber ich will ihm ja nicht sagen, dass ich ihn fies finde! Das würde ihn total verletzen, er schämt sich ja auch dafür. Und ich schäme mich für mein Empfinden. Aber diese schuppige Haut und die offenen Stellen sind einfach widerlich.

Beruflich ist es halt momentan nicht anders machbar und er arbeitet zudem auch gerne mit den Maschinen. Und was das Essen betrifft, weiß er es zwar, möchte aber nicht immer verzichten. Er sagt selber, er lässt sich nicht alles von seiner Haut verbieten. Früher hat seine Mutter auf alles geachtet, jetzt ist er erwachsen und er hat lieber Juckreiz als immer nur zu verzichten. Ich kann das auch verstehen und er tut mir leid, aber ich ekel mich vor dem Mann, den ich liebe. Was soll ich tun?!? Habt ihr eine Idee? Wenn das so weitergeht, werden wir uns wahrscheinlich trennen, weil ich immer abweisender werde oder mich zu sehr ekel. Eincremen macht er weiterhin und für die offenen Stellen hat er eine spezielle Salbe, damit es sich nicht entzündet, aber er sieht trotzdem furchtbar aus. Irgendwie muss ich damit klarkommen, schätze ich, aber wie?

Bin dankbar für jeden Tipp.

Gruß, "schäme mich..."

Bevor es zu einer Trennung kommt, rede doch lieber mit ihm. Da er seinen Hautzustand durch die Ernährung beeinflussen kann, hat er so die Chance, wenn nicht für sich, doch für Dich etwas dagegen zu tun. Er muss sich nur entsprechend ernähren. Und er muss natürlich wissen, dass Du so keine Berührungen magst.

Hallo,

Ich finde nicht das du dich deswegen schämen musst. Meins wäre das jetzt auch nicht.

Ich würde aber zumindest so fair ihm gegenüber sein und ihm sagen was los ist.

Du kannst ja auch versuchen ihm zu helfen, evtl mal zu einem "neuen" Dermatologen, evtl. Psychologen (!?) googlen nach Behandlungsmöglichkeiten etc.

Da du ja geschrieben hast das er auch einige Dinge bei der Ernährung nicht verträgt, Kauf sie doch dann einfach nicht mehr, so gerät er nicht in Versuchung.

Aber rede mit ihm bevor er selber drauf kommt, er ist ja auch nicht blöd oder? Und ich gehe jetzt mal davon aus das ihr schon länger zusammen seit, da sollte man über sowas schon sprechen können.

Liebe Grüße

Tinkerbell

Hallo,

ist dein Freund denn in Behandlung. Ich denke, dass er irgendwas falsch macht. Ich meine es gibt viele Menschen, die das haben. Aber bei den meisten ist es nicht so extrem. Ich kann deinen Freund zwar verstehen aber ich könnte das auch nicht. Ich sag mal, wenn man sich ekelt, dann ist das ganz sicher nicht perfekt für irgendwelche Romantik.

Ich kenne deinen Freund nicht aber er sollte eventuell den Hautarzt wechseln und sich wegen seiner akuten Hautprobleme in Behandlung begeben. Ich kann nicht glauben, dass man dagegen nichts unternehmen kann. Vielleicht ist er auch noch gegen Stoffe allergisch, die er gar nicht kenn. Wer weiß. Meine Nichte hat Neurodermitis. Sie darf keine Nüsse essen, auch nicht Spuren, die in vielen Produkten vorkommen.

LG

Carola

Als erstes stelle ich mir die Frage: Wie lange seid ihr denn schon zusammen? Es klingt so als wäret ihr erst seit kurzem ein Paar? Wenn nicht, wie hast du es denn bisher "ausgehalten"?

Mein Mann leidet auch an Neurodermitis, teilweise richtig heftig. Aber weißt du was, ich habe ihn so kennengelernt, ich liebe ihn so wie er ist - als Ganzes. Deshalb stört es mich nicht.

Als erwachsene Person hat man normalerweise gelernt damit umzugehen (wenn diese Neurodermitis von klein auf ein ständiger Begleiter ist). Da weiß man dann auf was man bei der Ernährung und Pflege zu achten hat, weiß wie der eigene Körper auf Stress, Kälte und Hitze reagiert. Man kann sich also entsprechend im Alltag so verhalten das die Schübe nicht allzu heftig sind. Auch wenn Mama das 2 Jahrzehnte lang immer für einen geregelt hat, irgendwann lernt man es selbständig zu regeln. Entweder so, oder man hat eben die Hautreaktionen. Letztlich ist man erwachsen und muss mit diesem oder dem anderen selbst klar kommen.

Was du tun kannst? Wogegen, gegen den Ekel? Verhaltenstherapie beispielsweise, bzw. Paartherapie in der ihr lernt offen miteinander zu kommunizieren und lernt euch gegenseitig so anzunehmen wie ihr seid. Wenn ihr euch wirklich liebt dann dürfte das doch eigentlich kein Problem sein?

Deinen Ekel hat dein Freund unter Garantie selbst schon bemerkt. Für ihn ists unter Garantie nicht schön zu merken das du dich vor ihm ekelst. Das wiederum verursacht auch Stresshormone und fördert die Neurodermitisschübe.

Hallo!
Die Ernährung hat da wohl nicht so viel Einfluss, der Dreck und so bei den Maschinen macht da wohl mehr aus. Zudem - so erklärte er mir - gab es immer wieder Phasen, wo es einfach schlimmer war. Als Kleinkind eigentlich permanent, dann wurde es weniger und trat phaseweise auf: mit 5 Jahren, dann mit 8 Jahren, mit 13 noch mal sehr stark, mit 19 ein kleiner Schub und seitdem war es eigentlich stabil, bis jetzt halt (er ist 25 Jahre alt). Er hat es zwar die ganze Zeit und immer mal wieder Schübe, die stressbedingt oder durch bestimmte Kleidung oder auch durch Lebensmittel ausgelöst werden, aber so schlimm wie jetzt war es seit über zehn Jahren nicht mehr. Seine Mutter (die ihn nur selten sieht, die Eltern sind getrennt und sie ist weiter weg gezogen) war letztens auch total schockiert, als sie ihn sah und sagte, er müsse dringend zum Dermatologen und da ist er ausgerastet, er lasse sich nicht bevormunden, es sei sein Leben, er sei kein Kind mehr und so weiter. Er ist offensichtlich sehr empfindlich was das Thema betrifft. :-(

Ich antworte Dir mal als Betroffene.

1. Du schreibst selber, es ist momentan so schlimm aufgrund der beruflichen Situation. D.h. es wird wieder besser werden.

2. Gegen die ganz krassen Auswirkungen kann man etwas machen. Ist er in Behandlung? Hat er gute Medikamente?

3. Du schreibst, Du versuchst Dir nichts anmerken zu lassen. Vergiss es. Er merkt das. Und er wird wohl schon verletzt sein, er weiß ja, wie er aussieht und er merkt, dass Du ihn nicht gerne anfasst.

Tipp? Nimm ihn, wie er ist, unterstütze ihn, wo es geht. Wenn Du Dich nur ekelst und insgeheim wartest, dass der Schub vorbeigeht und er Dich so lange nicht anfasst, gesteh Dir ein, dass Du ihn nicht wirklich liebst. Denn Liebe heißt auch, dass man hinter seinem Partner steht. Und sei es nur in der Form, dass Du ihm wenigstens sagst, was Sache ist. Wenn Du das nicht kannst.... keine Ahnung. Trennung?
Ich glaube, wenn mein Mann sich in dieser Form geekelt hätte, als es mir wirklich schlecht ging (und glaub mir, es *war* heftig), hätte ich ihm die Entscheidung abgenommen und mich von mir aus getrennt.

Das mögen jetzt harte Worte sein, nimm mir das nicht übel. Ich wünsche Dir, dass Du niemals Probleme mit Deinem Äußeren und Deinem Körpergefühl bekommst.

Danke für diesen Beitrag. Den unterschreibe ich voll und ganz.

Hallo!

Er muss Cremen, Cremen, Cremen und nochmal Cremen!

Ich habe auch große Probleme mit Neurodermitis und nebenbei noch Schuppenflechte. Aber wenn ich genug creme, dann ist die Haut eben "nur" trocken-schuppig, reißt aber nicht ein oder wird blutig. Er pflegt da einfach nicht genug.

Mit der Ernährung kann ich ihn sehr gut verstehen, ich sündige da auch ab und zu. Ich weiß genau, dass alles mit Äpfeln, Nüssen etc. nicht erlaubt ist, aber alle paar Monate ein Stück Apfelkuchen will ich dann doch essen. Schließlich bin ich ja auch diejenige, die das büßen muss, aber: wenn ich schon vorher creme und hinterher noch mehr creme hält es sich in Grenzen.

Dabei benutze ich hauptsächlich ganz normale Produkte, also Handcreme, Tagescreme, Body Milk (ich finde das In-Dusch-Zeug klasse!). Das zieht schnell ein und stört wenig. So 5-10 mal am Tag Handcreme muss aber schon sein.

Vielleicht würde es auch helfen, wenn er ein oder zwei mal die Woche ins Solarium gehen würde, neidrige Intensität, es geht nur ums UV-Licht.

Vielen Dank für deine Antwort.
So einfach ist es leider nicht. Wir sind beide Mitte 20 und seit ca 3 Jahren zusammen. Ich habe meinen Freund ebenfalls mit dieser Erkrankung kennengelernt und fand es nicht schlimm, aber da sah er nicht ansatzweise so aus wie jetzt. Ich übertreibe nicht, wenn ich "wie im Horrorfilm" schreibe. Die Leute starren ihn teilweise auch an, es ist also scheinbar nicht nur mein Empfinden. Mir tut das ja auch leid, weil ich ihn liebe, aber ich finde es einfach ekelhaft.

Mein Freund hat auch gelernt damit umzugehen, er benutzt die entsprechenden Mittel (du kannst dir sicherlich vorstellen, wie viele Pflegemittel und Salben wir hier stehen haben), achtet auf den Stoff seiner Kleidung, verzichtet auf bestimmte Lebensmittel (meistens, ab und an gönnt er sich dann doch mal etwas "verbotenes"), etc. Aber momentan bringt das nichts. Ich vermute, es liegt an dem Dreck auf der Arbeit und zumindest bei dem Kühlwasser war die Wirkung offensichtlich. Danach rieselte ihm quasi das Gesicht so runter (da war das auch mit dem Aufplatzen). Er selber sieht das nicht so und glaubt auch nicht, dass es nur deswegen so ist, weil er s ja auch am Rücken und Po wieder so stark hat. Er hat mir erzählt, dass es immer mal Phasen (unabhängig von den Schüben, die er immer hatte und die ich auch kenne) in seinem Leben hatte, wo es ganz extrem war. Als Kleinkind war es immer schlimm, dann beruhigte sich die Haut und alle paar Jahre war es dann ein paar Wochen oder Monate wieder extrem, zuletzt wohl mit 13 und da fast 2 Jahre lang, da war er wohl auch in Kur, das hätte aber nicht viel gebracht. Seit über zehn Jahren hatte er nur kleinere Schübe und die auch nur selten. So, wie er jetzt aussieht, war sogar seine Mutter geschockt. Sie hat ihm gesagt, dass er zum Arzt gehen soll, aber da ist er richtig wütend geworden, er lasse sich nicht mehr bevormunden von ihr und könne das selber entscheiden. Auf ihr "das sieht doch furchtbar aus" kam "dann sehe ich halt furchtbar aus, mir doch egal, dann guckt doch alle weg". Ich glaube also nicht, dass ich da sonderlich mit ihm reden kann, er reagiert da sehr empfindlich. Und ich weiß, dass er sich dafür schämt, aber vor allem hat er viel Trotz entwickelt. Er merkt auch, dass die Leute starren. Wenn kleine Kinder ihn angeekelt angucken, dann schneidet er noch extra Grimassen und findet es lustig (dabei tut es ihm, glaube ich, eigentlich sehr weh). Wenn ich als Freundin ihm jetzt noch sage, dass ich ihn ekelig finde, na, Prost Mahlzeit.

Paartherapie ist immer so ein riesengroßer Schritt. Man kann doch nicht wegen jedem Killefitz zum Psychologen rennen. Mal davon abgesehen, dass ich das übertrieben finde, weiß ich, dass er da völlig beratungsresistent, der würde niemals mit mir zu sowas gehen. Ich bin wirklich verzweifelt...

Zuerst sie mussen wissen das es schon eine ganz normale Sache ist, bei uns Menschen ist es ein Defensiv Mechanismus, wenn wir an jemanden etwas sehen, das nicht in Ordnung ist , dann schlagt der Instinkt im uns das wir uns davon weg halten...

Übrigens: der Dermatologe hilft einem normalerweise auch nicht weiter, den kann er sich schenken.

Ich bekomme seit Jahren immer nur eine neue Cortison-Creme, die kurzfristig hilft, aber die kann man ja nicht ewig anwenden - und danach ist wieder alles beim Alten.

Die letzte Kurpfuscherin meinte dann, ich solle wegen einem Schuppenflechte-Schub Heilfasten. Tolle Idee, wenn man arbeitet und Sport treibt mal eben so zwei Wochen nichts essen. Vor allem weil das auch nur kurzfristig das Hautbild verbessert, und sobald der Stoffwechsel sich erholt hat geht es weiter wie zuvor.

Was meinst du denn, warum ich mich schäme? Ich fühle mich furchtbar deswegen und es tut mir von Herzen leid. Er ist ein toller Mann und ich liebe ihn und möchte ihn nicht verlieren. Ich glaube nicht, dass mein Ekel auf mangelnde Liebe zu schieben ist... aber dass man so empfindet kann ich verstehen, deswegen finde ich auch die ganzen "rede mit ihm"-Ratschläge nicht hilfreich. Das würde ihm sehr weh tun, das möchte ich einfach nicht.

Zu 1. : da bin ich mir noch nicht sicher. Er arbeitet gerne mit den Maschinen und ich merke auch, dass ihm das mehr Spaß macht als der Papierkram. Bei seinem Vater in der Firma kann er beides machen (als Juniorchef). Er selber glaubt übrigens auch nicht, dass es deswegen so ist. Er habe immer so Phasen gehabt. Nur mit dem Kühlwasser sind wir uns einig, das hat er überhaupt nicht vertragen, aber da "kann man nix machen, nur aufpassen, aber passiert halt".

In Behandlung ist er schon, er hat seinen Hautarzt und geht ab und an dahin, bekommt antibiotische Salbe verschrieben und Cortisonmischsalbe (glaub ich), die er auch regelmäßig benutzt. Wir haben hier zig Pflegeprodukte und er cremt sich wirklich viel ein, trotzdem rieseln nach einer Stunde wieder die Hautschuppen.

Danke für deine Antwort... aber ich bin leider immer noch nicht schlauer als vorher.
Ich hoffe, dass du mit deiner Haut besser zurecht kommst, als mein Freund.

Okay, danke... und wie kann ich das abstellen?#schmoll

Er cremt, soweit ich das beurteilen kann, schon viel ein. Trotzdem sieht seine Haut schlimm aus. Das mit der Sonnenbank kann ich ja mal vorschlagen. Ich denke, er will ja auch nicht leiden, allerdings möchte er (bzw im Moment muss er ja sogar) gerne weiter mit den Maschinen arbeiten. Er sieht da den Zusammenhang auch nicht und sagt "selbst wenn, dann ist es halt so!" Ich kann auch mehr als gut verstehen, dass er sich, wie er sagt, nicht alles von seiner Haut verbieten lassen will. Er sagt ja selber, dann erträgt er halt den Juckreiz. Aber das momentan, das ist ja nicht ein bisschen Jucken, das sind offene, schuppige Hautareale überall. Das ist ekelig. Und für ihn vermutlich auch schmerzhaft und quälend. Aber er hat da so ne Trotzigkeit entwickelt, die ich als Selbsschutz sehe, gegen die ich aber wohl kaum was tun kann. Jetzt steh ich da mit meinem Ekel-Liebe-Konflikt und keiner kann mir helfen...

Dir wünsche ich auf jeden Fall alles Gute für dich und deine Haut. :-)

Hallo!

Ja, ich komme gut zurecht. Ich würde behaupten, momentan sieht man es mir nicht an und ich creme nicht mal sonderlich viel. Ich habe eher mal kleine Stellen, wo es juckt und schuppt, aber nicht schlimm.

Aber es gab mal eine Zeit, da habe ich vor Juckreiz und Schmerzen kaum geschlafen. An meinen Füßen und Beinen hatte ich quasi kein Stück heile Haut mehr, da war alles offen und entzündet. Das war krass und letztendlich bin ich in der Klinik gelandet. Hätte ich zu der Zeit meinen Mann nicht gehabt, weiß ich nicht, wie ich es in den Griff bekommen hätte.

Ich kann Dir nur sagen, dass Dein Mann es ziemlich sicher *weiß*. Er weiß, wie er aussieht und er merkt Deine Distanz.

Natürlich kann man Deinen Ekel nicht auf mangelnde Liebe schieben - Ekel hat man oder man hat ihn nicht. Ich meine nur, dass Du ihm und Eurer Beziehung einen Liebesdienst erweisen würdest, wenn Du es als Problem auf den Tisch packen würdest. Es wird ihn nicht völlig überraschend treffen, dass Du Dich scheust, kaputte Haut anzufassen. Schonung ist hier überhaupt nicht angebracht. Finde ich zumindest.

Zum Hautproblem:

Muttermilch hilft Wunder bei Neurodermitis, nicht immer, aber einen Versuch ist es wert.

Da ihr ja keine Kinder habt und du nicht stillst, muss es fremde Frauenmilch sein. Kann man sich aber kaufen.

Guck mal unter http://stillbeziehungen.tk/. Im Forum inserieren Frauen, die ihre Milch verkaufen. Bei solch schlimmem Leiden, würde ich es mal versuchen.

Zu deinem Ekelproblem:

Man muss an seinem Partner nicht alles schön finden. Aber ich finde, wenn man richtigen Ekel empfindet, dann sollte man dem mit professioneller Hilfe auf den Grund gehen. Ich habe mich vor meinem Partner noch nie geekelt, egal, welche Wunden er hatte.

Alles Gute,

eine stillende Mutter, die Hautprobleme kennt

"Auf ihr "das sieht doch furchtbar aus" kam "dann sehe ich halt furchtbar aus, mir doch egal, dann guckt doch alle weg"."

Siehst du da was? Er ist zutiefst getroffen, denn er ist derjenige, der so herumlaufen muss. Es ist seine Haut, die da so verrückt spielt. Ihr anderen schaut alle nur hin oder weg, das Problem trägt er allein.

Ist er wegen der Haut schon einmal in psychologischer Behandlung gewesen? Redet ihr zwei unter vier Augen miteinander wirklich nicht über sein Hautbild, das er zur Zeit hat? Ich meine "du siehst ja furchtbar aus" ist die eine Ansage, aber "ich mache mir Sorgen um dich, um deine Haut, vielleicht sollten wir noch einmal einen anderen Arzt drauf schauen lassen..." klingt ganz anders.

Findet das nicht statt?
MIr klingt das zu sehr nach Schweigen, was da bei euch passiert. Und die Haut ist blöd gesagt der Spiegel zur Seele, und seine Haut zerbröselt ihm grad unter den Fingern weg - und alle schauen hin oder weg und keiner sagt etwas dazu, bis auf die Mutter mut "du siehst ja furchtbar aus, geh mal zum Arzt".
So klingt das, und das klingt nicht gut.

Ich weiss, das geht nicht, aber ich denke, gerade jetzt wäre Berührung, Zuwendung und Aufmerksamkeit gerade wichtig.

Denn dein Partner wird sich fühlen wie ein Aussätziger, und wenn seine Mama geschockt ist, wenn seine Partnerin (du) ihn nichtmehr anfasst, wenn ihn alle anstarren - dann ändert sich daran auch nichts.

Irgendeinen Halt braucht er doch, denn es ist unglaublich frustrierend, wenn man als Betroffener wieder und wieder alle paar Monate solche Schübe bekommt. Und eigentlich sollte die Partnerin, sollten die Verwandten UND die Freunde, die er hat, dieser Halt sein.

Wie ich mit meinem Freund, den ich 7 Jahre durch diese Qual begleitet habe, umgegangen bin, spielt ja keine direkte Rolle, aber glaube mir, es gab sehr schlimme Zeiten, die wir miteinander bewältigt haben.
Wir hatten alles durch. Diäten, Cremes, Spritzen, Allergien angehen, kompletter Zuckerverzicht, Kiffen als Heilmethode (da hat er sich gefreut als junger Kerl, damals), besprechen, Urin-Therapie, alles. Cortison machte seine Haut nur noch dünner und rissiger, auch wenn sie besser heilte, sie riss auch besser wieder auf, dann.

Das nur, um dir zu zeigen, das ist keine Theorie, die ich da heraus kloppe.

Ihr solltet beide lernen, offener mit der Neurodermitis und miteinander umzugehen. Das kann helfen.

L G und viel Kraft,

White

Die Maschinen an sich dürften gar nicht so schlimm sein, sondern die Handwaschpaste um danach wieder sauber zu werden, da sind oft richtige Kristalle drin um den Dreck runter zu rubbeln... mein Mann hat mal mit Maschinen für die Lebensmittelindustrie gearbeitet, die wurden mit Salatöl (also so in etwa) geschmiert, das war natürlich super für die Haut, bei anderen Maschinen ist es eben Mineralöl, aber das verträgt die Haut normal schon.

Direkt nach dem Händewaschen sollte er immer eincremen, und versuchen ohne Handwaschpaste auszukommen.

Und Stress spielt eben auch eine große Rolle.

Aber ich weiß nicht ob Du ihm da viel helfen kannst, wenn er im Moment nichts ändern will?

Hallo,
Ich hab auch Neurodermitis, mal mehr und mal weniger. Das wovon du schreibst, davon hatte ich immer angst. Das sich jemand so ekelt vor mir. Und ich habe viel geweint. Damals hatte ich es von Kopf bis Fuß, sogar an den AugenLidern.

Bei mir kommt es mit Stress und mit der Psyche. Zudem soll ich auf Milch, Zucker und weizenprodukte verzichten.
Kann ich nicht und mach ich nicht.
Und ich war schon bei soviel Ärzten und Heilpraktikern, hat nichts genutzt.
Zudem macht mir der Winter zu schaffen, jedes Jahr kratzte ich mir die Beine blutig.
So, geholfen hat alles nix also probiert man selber blöd rum. Mir hilft bei starken Schüben ne Packung Quark auf die Beine klatschen, mal ein Ölbad (nicht das teure sondern stinknormales OlivenÖl!) Und jeden Tag nur kurz möglichst kühl duschen dafür benutze ich entweder dove oder eucerin aus der Apotheke. Danach mit sheabutter einpinseln.
Vllt kannst du ihm sagen das du dir sorgen machst man kann sich ja denken das es nicht angenehm ist, schmerzen verursacht etc. Du hättest bisschen recherchiert und ein paar tipps gelesen, wollen wir das mal probieren. Er hat ja nix zu verlieren.
Ausser dich, wenn ihr euch nicht in den griff bekommt.
Alles Gute!

Und, ich kann verstehen das er sein Leben nicht nach der Krankheit ausrichten mag, dennoch sollte er einen weg finden der ihm und seiner Haut gut tut. Dann wird die Pflege Alltag und man hat weniger das Gefühl verzichten zu müssen.
Ich kratze zb jeden abend an meinen Beinen, ob es juckt oder nicht. Ich kratze wie verrückt, irgendwie geht's mir dadurch besser aber ich habs soweit im griff das man morgens trotzdem kaum was sieht.
Meine Therapie :-)

Leider gibt es so gut wie keine Psychologen, die sich mit Hautproblemen auskennen. so ne echte Hilfe sind da wenige.

Und die Beziehung spielt natürlich auch eine große Rolle, ich bin sehr froh, dass mein Mann sowas einfach ignoriert. Ich kann während einem Schub eben nicht ins Schwimmbad, aber sonst belastet mich höchstens die Fahrt mit der U-Bahn wenn die Leute gucken.

Ganz schön blöde Situation für Euch beide.

Ich weiß garnicht in wen von Euch ich mich jetzt ehr versetzen kann.

Eins meiner Kinder hatte als Baby sehr schwere Neurodermitis. Fremde haben eigentlich grundsätzlich mit Ekel auf ihn reagiert.
Ich kann also auch den Vorschlag mit der Muttermilch nicht unterschreiben...er war zu dem zeitpunkt voll gestillt, aber Milch half weder innerlich noch äusserlich.
Keine ahnung ob Mutterliebe da nochmal anders reagieren läßt, als die Liebe zum Partner. Ich hab den Kleinen nie ekelig gefunden und mit ihm genau so gekuschelt, wie mit seinen Geschwistern auch. Klar, objektiv sah er nicht süß aus und ich konnte auch verstehen, wenn es andere ekelig fanden.

So, nun seit ein paar Jahren hab ich selber Hautprobleme (Schuppenflechte). Der Körper ist okay, aber Hände und füße sehen eigentlich immer alles andere als nett aus, bzw. fühlen sich zumindest nicht so an. Meine Hände sind immer trocken, da kann ich auch cremen was ich will...schön glatt sind sie fast nie. Und wenn ich sie benutze und nicht nur den ganzen Tag am Schreibtisch sitze, dann sehen sie erst recht schlimm aus. Häufig reissen sie dann auf und sind blutig. Bis vor kurzem fehlten mir 3 Fingernägel, im Moment sind sie zum Glück fast komplett nachgewachsen.
Ich fand es ja selber ekelig, aber was hätte ich tun sollen?
Ich war beim Arzt, hab diverse Internetseiten durchgeschaut und ausprobiert, aber geholfen hat bis jetzt nichts wirklich effektiv. Ich weiß nicht mal, was auf einmal so einen -schub auslöst, dass es von einem Tag "Och sieht ja mal ganz okay aus" auf den anderen "och ne...so kann ich doch niemandem die Hand geben" umschwankt.

Würde mein Mann mich deswegen verlassen, würde mich das aber schon sehr treffen und verletzen!

Was würde ich mir wünschen?
Zum einen, das er auch so hinter mir steht und zum anderen dann halt, dass er mich in schlechten Phasen aufbaut, vielleicht auch mal recherchiert und einen neuen Ansatz einbringt, was ich noch versuchen könnte. Halt den berühmten Tritt in den Allerwertesten, wenn man grad selber kapitulieren will und sich einfach seinem Schicksal hingeben will.
Das er das nicht schön findet, ist mir doch selber klar...und wenn er mal sagt, dass das aber grad ganz schön ekelig aussieht, nehme ich ihm das auch nicht übel.

Egal ob er nicht gerne darüber redet oder nicht: er gehört zum Dermatologen. Auch Dir zuliebe.

So wie ich eine gewisse Hygiene und Zahnpflege inklusive Zahnarztbesuche bei meinem Partner voraussetze, kann man erwarten, dass der Partner bei so gravierenden Hautproblemen, wie du sie beschreibst, etwas dagegen unternimmt.

Einen Tod wird er sterben müssen, und wenn es bei ihm möglich ist, die Krankheit über die Art der Ernährung einzudämmen, dann sollte er das tun und eben auf einige Dinge verzichten.

Dazu solltest Du ihm aber den Ernst der Lage verdeutlichen.....auch auf die Gefahr hin, dass er Dir sagt, dass Du ihn mal kreuzweise kannst und verschwinden sollst.

Als zusätzliches Bonbon für die Haut kann ich Thermalwasser empfehlen. Dies gibt es als Spray in jeder Apotheke. Evtl. helfen auch Bäder, die mit Salz aus dem toten Meer angereichert sind.

Was Deine Reaktion angeht: Kann ich nicht verstehen und schreibe dazu besser nichts.

Hallo,

ich kann dich verstehen und finde das ein sehr schwieriges Thema.

Bei mir ist die Neurodermitis durch eine Aloe Vera Saft Kur komplett weggegangen, vielleicht ist das ja eine Lösung?

lg