Mein Partner glaubt nicht, dass ich eine Depression habe

    • (1) 14.02.14 - 11:39
      depressiv

      Hallo,

      ich merkte selbst, dass mein Gesundheitszustand sich verschlechtert hat.
      Lustlos, unmotiviert, die Welt war grau bis schwarz. Probleme in der Partnerschaft fingen damit an, dass ich immer weniger Lust auf Sex hatte.

      Es folgte ein totaler Zusammenbruch, in dessen Folge ich einen Autounfall verursacht habe (ohne Fremdbeteiligung).

      Darauf wurde ich medizinisch durchgecheckt, ich bin körperlich und organisch völlig gesund. Die Diagnose: eine mittelschwere Depression.

      Es gibt immer mal Tage, an denen mein Partner verständnisvoll reagiert, voller Euphorie will er dann den Weg der Therapie gemeinsam mit mir gehen, auf mich "warten", dass ich mich ihm körperlich wieder näher komme. Er sagt, er muss aber erst lernen, wie man mit einem erkrankten Partner umgeht. Er muss lernen, eine Depression zu verstehen, denn mit einem gebrochenen Bein, was man ja SEHEN kann, könnte er besser umgehen als mit einer Krankheit, die man nicht sieht.

      Er geht dann auch mit mir Broschüren durch, hat mit einer Bekannten ein Gespräch gehabt, die Krankenschwester ist und ließ sich von ihr erklären, wie er mit mir umgehen soll und er klang recht einsichtig.

      Aber immer wieder rastet er aus, meint, ich spiele mit der Depression und setze sie als Waffe gegen ihn ein. Weil ich keinen Sex mit ihm möchte aus irgendwelchen Gründen - meint er - würde ich die Depression vorschieben.

      Ich verstehe ja, dass er lernen muss, mit meiner Krankheit umzugehen, aber immer wieder sage ich ihm, dass er - wenn er merkt, dass er kurz vorm Ausrasten ist - lieber ne Runde spazieren gehen soll, mit Freunden reden oder sonstwas, aber mich bitte mit seinen Ausrastern verschonen soll!

      Ich brauche gerade ganz viel Ruhe und Harmonie, einen geregelten Tagesablauf.

      Ich kann solche Ausraster zwischendurch nicht gebrauchen.

      Hat jemand Tipps oder ähnliches erlebt?

      Meine Therapie beginnt erst nächste Woche. Wir sind vom Alter her Mitte 40.

      Ich schaffe es, meine Kinder zu versorgen, den Haushalt, meinem Job werde ich ab nächster Woche auch - auf Sparflamme - wieder nachgehen. Aber ich befürchte, ich schaffe es nicht auch noch, gegen meinen Freund und seinen Ausrastern "gegenan zu kämpfen".

      Ich bin im Moment zwar gerne allein, aber es gibt Leute um mich herum, die mir gut tun. Leider muss ich gestehen, dass mein Partner nicht gerade dazugehört.

      Wird es besser werden?

      • Hallo,

        Ich verstehe dich, aber du musst verstehen das vollkommen gesunde Menschen nicht immer psychische Krankheiten verstehen können.
        Das ist bei uns genauso.

        Du müsst erkennen das dein Partner nicht der richtige Ansprechpartner in derlei Hinsicht ist.
        Und wenn er genervt von deinen "Ausreden" ist dann nimm dir das nicht zu herzen, er wird es nicht böse meinen, aber er kann es einfach nicht nachvollziehen.

        Mach deine Therapie und werd gesund und auch er wird dann merken das es dir wieder deutlich besser gehen wird.

        Ich leide auch unter Depressionen, habe mich aber gut im Griff.
        Ab und an habe ich aber mal Tage an denen es wirklich schlimm um mich steht, ich versuche dann einfach Abstand zu halten um nicht alle runter zu ziehen.
        Ich weiß das dann alles nur im Streit endet und ich nicht grad nachvollziehbar denke.
        Wenn einem das bewusst ist, ist es einfacher damit umzugehen.

        LG und gute Besserung!

        • (3) 14.02.14 - 12:08

          Danke.
          Ja, ich halte dann ja auch Abstand, aber das genau wirft mir mein Partner dann vor!
          Dass ich "schon wieder" die Abweisende und Unnahbare "spiele" usw. Ich hätte doch gar keine Depression, sondern nur "keinen Bock" auf ihn.

          Seine neueste Theorie: Wahrscheinlich bin ich nur zu feige, ihm zu sagen, dass es aus ist und deshalb halte ich ihn hin und bin abweisend, obwohl ich schon längst einen anderen habe........

          So etwas Absurdes!

          Und das macht mich so fertig.

          • Kann ich verstehen.

            Nimm ihn einfach hin und wieder mit zur Therapie, dort kann er auch was dazulernen.
            Es hilft immer wenn ein 3. da vermitteln kann.
            Mach ihm auch klar das es nur kontraproduktiv ist wenn er sowas daher redet.

            • >>>Es hilft immer wenn ein 3. da vermitteln kann.<<<

              Das sehen wohl die wenigsten Therapeuten so.

              • (6) 14.02.14 - 13:20

                <<Das sehen wohl die wenigsten Therapeuten so.>>

                Was genau meinst du damit?

                Mein Partner weiß ganz genau, dass er sehr viel Schuld an meinen Depressionen hat bzw. haben könnte.

                Aufgrund verbaler und gewalttätiger Entgleisungen trug er seinen Teil dazu bei. Kontrollen, krankhafte Eifersucht, Unterstellen Fremdgehen meinerseits, Manipulation...die Liste ist lang.

                Er möchte dies gerne vertuschen, wie er es auch vor Freunden/Familie schon erfolgreich tut, weiß aber, dass ich das beim Therapeuten zur Sprache bringen werde und auch muss, damit mir geholfen wird.

                Nun kommen auch Sprüche von ihm, wie "Ja, ich weiß, wenn du einen Therapeuten hast, hast du ja endlich jemanden gefunden, mit dem du über mich lästern kannst." Oder:

                "Genau, dann habt ihr ja einen Schuldigen gefunden."

                Und dann sagte er, dass er hofft, auch mal zu einer Sitzung eingeladen zu werden, damit er meine "Lügen, die ich über ihn verbreiten werde beim Therapeuten, wieder richtig stellen kann."

                Meinst du, mein Therapeut würde meinen Partner gar nicht hin und wieder dabei haben wollen?

                • (7) 14.02.14 - 13:30

                  http://www.re-empowerment.de

                  Mit ihm wirst du nicht gesund werden.

                  Bei dem was du da aufzählst...bist du sicher das er der richtige Partner ist für dich?
                  Ist er denn bereit sich zu ändern bzw. Eventuell mal selbst eine Therapie zu machen gegen seine "Probleme" ?

                  Wenn er gewalttätig wird usw. Wird dir die Therapie allein auch nichts nützen auf Dauer.

                  >>>Was genau meinst du damit?<<<

                  Ganz einfach, es ist DEIN Therapeut!

                  >>>Nun kommen auch Sprüche von ihm, wie "Ja, ich weiß, wenn du einen Therapeuten hast, hast du ja endlich jemanden gefunden, mit dem du über mich lästern kannst." <<<

                  Da musst du drüber stehen.

                  >>>Meinst du, mein Therapeut würde meinen Partner gar nicht hin und wieder dabei haben wollen? <<<

                  Kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Was sollte das bringen?

                  Wenn du es für sinnvoll hältst, gemeinsam mit deinem Mann etwas aufzuarbeiten (ob das nun zur Trennung führt oder nicht), solltet ihr einen Paartherpeuten aufsuchen.

                  • "Kann ich mir nur sehr schwer vorstellen. Was sollte das bringen?"

                    Der Therapeut kann ihrem Mann helfen, ihre Situation zu verstehen. Nach meiner Erfahrung befürworten Therapeuten die zeitweilige Anwesenheit des Partners in der Therapie. Partnerschaft und Depressionen haben ja häufig Wechselwirkung und es ist manchmal unumgänglich, auch hier genauer hinzuschauen.

                    Eine Paartherapie wäre dann der nächste Schritt. Erst einmal muss sie aber anfangen, ihre Depris in den Griff zu kriegen.

                "Aufgrund verbaler und gewalttätiger Entgleisungen trug er seinen Teil dazu bei. Kontrollen, krankhafte Eifersucht, Unterstellen Fremdgehen meinerseits, Manipulation...die Liste ist lang."

                Dann sind seine Anschuldigungen ja nicht wirklich neu oder etwas, worüber man sich wundern müsste. Die zentrale Frage ist, warum bist du (noch) mit einem Mann zusammen, der in hohem Maße dazu beigetragen hat, dass du psychisch krank wurdest? Geändert hat er sich ja offensichtlich kein Stück, und vermutlich wird das auch nicht mehr passieren...

            Ich kenne keinen Therapeuten der eine Sitzung mit Partner vollkommen ablehnt, wenn das der Lösung des Problems dienen könnte.

            • >>>Ich kenne keinen Therapeuten der eine Sitzung mit Partner vollkommen ablehnt,<<<

              Ich kenne jetzt nicht 88 Therapeuten, von daher war meine Aussage nicht repräsentativ. Ich kenne nur die Meinung einiger weniger, die das als kontraproduktiv ansehen, weil dem Patienten unterschwellig vemittelt werden könnte, er sei nicht in der Lage, seine Probleme und Gefühlslage ohne mit jemandem im Schlepptau, rüberzubringen.

              Und dann kommt es noch drauf an, ob der Patient das von sich aus wünscht, oder sich jemand in eine Therapiestunde reindrängeln will.

              • Ja da magst du recht haben.

                Es ging auch eher darum das ihm dabei klargemacht werden könnte wozu die Therapie nützlich für sie ist und nicht darum das er irgendwie ständig dabei hockt.

                Aber scheinbar hat die TE noch ganz andere Probleme mit ihrem Mann, von daher weiß ich nicht ob das was ich vorgeschlagen habe hier überhaupt Sinn hat.

                "weil dem Patienten unterschwellig vemittelt werden könnte, er sei nicht in der Lage, seine Probleme und Gefühlslage ohne mit jemandem im Schlepptau, rüberzubringen."

                Wenn das vermittelt wird dann hat der Therapeut etwas falsch gemacht... oder der Patient gehörig was in den falschen Hals bekommen.

                "Und dann kommt es noch drauf an, ob der Patient das von sich aus wünscht, oder sich jemand in eine Therapiestunde reindrängeln will."

                Das Einverständnis sollte natürlich da sein.

          Das habe ich anders erlebt. Normalerweise schätzen es Therapeuten wenn der Partner mal mitkommt weil die Lebenssituation ja häufig Einflüsse auf Depressionen hat - und anders herum!!!

ich steh auf solchen Situationen auf Körperwärme, kein Sex, am liebsten auf dem Bauch meines Partners ohne Kleidung, die Decke drüber und alles vom anderen spüren, das herz, die Körperwaerme die Stimme, das guggeln im Bauch.....Schafft für mich viel Geborgenheit und hilft halt mir.

Das man verrückt ist, braucht man sich nicht gleich einreden lassen. Es kann schon sein,...aber ich weiß jetzt grad auch nicht mehr dazu zu schreiben.

  • (18) 14.02.14 - 13:22

    So etwas würde mein Partner NIE mitmachen! Einfach nur daliegen...nee, bei ihm muss immer etwas "passieren", welche Art von Sex, ob Akt oder einfach nur oral, ist ihm letztendlich egal, aber er könnte niemals so mit mir daliegen. Das wäre ihm zu wenig.

    • hab mal ein Scherzmail über die Geschlechter bekommen, war ein Video, da sitzt ein kleines Mädchen auf der Rückbank eines Autos und hört nicht mehr zum Reden auf, im Gegensatz wird ein kleiner Junge gezeigt, der andauernd in einen Luftballon rammelt ohne Pause. ...
      War beruflich in einer Männerdominierten Welt und las mal ein berufliches Mail, was der andere dem anderen schickte. Das Mail fing so an: Hallo Peter! Quik and dirty.....

      Soviel über meine Erfahrungen. Schönes Wochenende! Muß aufhören jetzt

(20) 14.02.14 - 15:42

Ich verstehe deinen Partner. Depressive Menschen sind furchtbar. Ihre ständige negative Weltsicht und ihre Schwarzmalerei... Da muss man als Partner schon ein extrem dickes Fell haben, um darüber nicht auszurasten.
Ihr kommt nur gemeinsam da raus, wenn du akzeptierst, dass dein Partner eben auch unter deinen Depressionen (mit-)leidet.

  • Ich gebe Dir recht. Genauso wie Menschen mit gebrochenem Bein. Ich bin auch genervt wenn ich mit ihnen nichts unternehmen kann. Radtour, Spaziergang, selbst die anspruchslosteste Freizeitbeschäftigung fällt flach.

>>>Aber immer wieder rastet er aus, meint, ich spiele mit der Depression und setze sie als Waffe gegen ihn ein. Weil ich keinen Sex mit ihm möchte aus irgendwelchen Gründen - meint er - würde ich die Depression vorschieben.<<<

Vielleicht ist das Zusammenleben mit diesem Mann der Grund bzw. einer einer der Hauptgründe deiner Depression!

LG.#winke#klee

(23) 14.02.14 - 18:32

Mein Exmann war genauso. Deshalb habe ich mich getrennt. Das wäre auch mein rat an dich. Der Psychotherror war echt zuviel. Entweder es hieß ich wäre ja nur faul und würde mich hinter meiner Krankheit verstecken, oder ich wäre total verrückt und krank und würde immer krank sein.
Nun gut, aufgrund meiner körperlichen Gebrechen werde ich tatsächlich immer krank sein, aber wenigstens geht's mir psychisch wieder besser, von schwerer zu leichter Depression.
Inzwischen habe ich einen Freund der damit umgehen kann.
Lg

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