Umgang mit mauernden Partnern/ Freunden

    • (1) 10.03.14 - 23:03

      Hallo!
      Hat jemand gute Tips wie man mit Partnern/ Freunden umgeht welche schnell
      eingeschnappt sind und dies dann tagelang zellebrieren.
      Ja ich weiß, es ist natürlich der Charakter, aber wenn man nicht mehr 20 ist
      und Lebenserfahrung hat, dann kann man doch erwarten daß sich das bessert, oder
      ist das zuviel verlangt?
      Ich meine als Auslöser keine schwerwiegend Dinge wie z.b Fremdgehen, Gewalt
      oder Trennung!
      Für mich ist es verschenkte Zeit wenn der Partner mauert bzw. unzugänglich ist ,weil
      damit keine Lösung der Situation möglich ist. Als Bestrafung taugt es bei mir auch nicht, das ist Kindergarten.
      Bis jetzt habe ich meist mit verstärktem Nachfragen, Ignorieren oder mit positiven
      Werben reagiert aber über die Jahre wird es nicht besser!
      Ich habe auch noch genug Elan um etwas Neues anzuschieben aber Wie?
      Bitte um Ideen und wenn Jemand auch so ist dann bitte mal erklären Warum er

      mauert? Er möchte doch auch Entspannung u. Harmonie Oder?
      Danke!

      • (2) 10.03.14 - 23:26

        >>>Er möchte doch auch Entspannung u. Harmonie Oder?<<<

        Bekommt er ja auch, wenn er sich lange genug einigelt.

        >>>dann kann man doch erwarten daß sich das bessert, oder
        ist das zuviel verlangt?<<<

        Jahrelang würde ich so einen Eiertanz nicht mitmachen, denn zu hoffen, dass "sich" etwas ändert, ist meist vergeblich. In den meisten Fällen verstärken sich solche Verhaltensweisen mit den Jahren. Aus seiner Sicht muss sich vielleicht gar nichts bessern, für ihn läuft es ja.

        (3) 11.03.14 - 01:46

        "Hat jemand gute Tips wie man mit Partnern/ Freunden umgeht welche schnell
        eingeschnappt sind und dies dann tagelang zellebrieren."

        Frühkindliche Verhaltensweisen, mit denen man ein erwünschte Verhalten des Gegenübers erpressen will. Wenn das nicht möglich ist, dann taugt es auch zur Bestrafung. Der andere soll sich schlecht fühlen. Und das tust du, ansonsten würdest du hier ja nicht schreiben.

        Erwachsen ist das Verhalten mit Sicherheit nicht.

        Wie man damit umgeht?
        Wie beim Kleinkind auch. Ignorieren und munter sein Leben leben.

        Ob ich auf Dauer einen Partner ernst nehmen könnte, der frühkindliche Verhaltensweisen beibehalten hat? Wahrscheinlich nicht.

        Grüße
        Luka

        (4) 11.03.14 - 05:01

        Hallo,
        ich probiere es mal. Natürlich kann ich alles nur auf meinen Partner oder mich beziehen.
        Mein Mann und ich sind totale Sturköpfe, während er dann öfter die Flucht ergreift eskaliere ich dann lieber um danach zu ignorieren. Ja, es hat viel mit der Kindheit zu tun, bei Beiden.
        Da wir Beide so "bescheuert" sind können wir gut damit umgehen. Natürlich nicht von Anfang an, es war schon ein Prozess. In früheren Partnerschaften war es allerdings sehr problematisch, bzw unmöglich wenn ein Partner sehr "redebedürftig" war.

        Ich mußte erst kapieren, das seine Flucht eine Möglichkeit ist um eine fiese Eskalation zu vermeiden und ihn nicht gleich "überfalle" wenn er wiederkommt. Jetzt flüchtet er fast überhaupt nicht mehr.
        Genauso wie er bei mir verstanden hat, das dieses ignorieren eigentlich nichts anderes ist.
        Zumindest bei uns geht es nicht um Erpressung, Problemlösung usw.. Es geht eher darum seine Gedanken zu ordnen und sich zu beruhigen. Um dann evtl auch neue Impulse zu bekommen, jeder für sich. Themen haarklein auszudiskutieren und stundenlange Gespräche sind nicht unser Ding. Wir haben es versucht und jedesmal das Gefühl gehabt uns nur im Kreis zu drehen. Das war für uns dann wirklich Zeitverschwendung.
        Du schreibst von tagelangem zelebrieren, das machen wir nicht. Je länger wir zusammen sind, desto kürzer sind diese "Aussetzer" geworden.
        Ich beschreibe dir mal eine Situation vom letzten Wochenende: Auf dem Plan stand etwas im Garten zu bauen, wir hatten unterschiedliche Vorstellungen davon und haben uns darüber in die Köppe bekommen. Naja, das Ende vom Lied: Er springt in sein Auto und verschwindet. Eine Stunde später ist er wieder da und wird von mir komplett ignoriert. Er fängt an zu bauen und ich ignoriere weiter. Etwas später kommt er und sagt einfach nur ich soll mal schauen gehen. Ich gehe wortlos mit Raus. Zu sehen bekomme ich eine Mischung unserer beider Vorstellungen, während wir sein Werk betrachten ohne dabei zu reden. Dann schauen wir uns an und sagen zeitgleich: "Sieht echt geil so aus!" Das war es, Thema vom Tisch. Gemüter beruhigt, Beide zufrieden.
        Klar wir hätten noch stundenlang im Garten diskutieren können, wessen Idee jetzt besser ist. Keiner von uns wäre von seiner Meinung abgewichen. Ne danke, dafür war der Tag einfach zu schade. Durch seine "Flucht" hatte er die Möglichkeit meine Idee zu verdauen und ich konnte mich wieder beruhigen. Das Ignorieren meinerseits verhindert eine erneute Diskussion.

        Leider kann ich dir das Ganze nicht besser beschreiben. Wir können gut so leben. Bei richtigen Problemen vermeiden wir auch vorher Sätze wie: "Wir müssen heute Abend etwas besprechen, es gibt Probleme." Für uns Beide bedeutet das einfach nur sich innerlich auf "Kampf" einstellen und eine Lösung des Problems ist fast unmöglich. Wir beginnen solche Gespräch ohne Vorankündigung und dann funktioniert es auch.

      • Ich weiss, man kann Dinge auch kaputt reden. Aber wie wäre es, wenn du es ihr mal sagst? In einer freundlichen/friedlichen Minute?
        So nach der Art: "Ich habe das Gefühl, dass ich nach einem ungelösten Streit mit dir tagelang ganz allein da stehe und du dich total zurück ziehst. Das tut mir weh und wir können das Problem nicht so schnell lösen, wie ich es gern würde. Kannst du mir das erklären?"

        Oder so ähnlich. Am besten so, wie du eben sprichst. :-) Aber ernsthaft, das hätte ich wohl zu Anfang der Beziehung gefragt, weil gerade das Verhalten im Streit auch wichtig für die Beziehung ist, finde ich.

        Es erinnert mich aber sehr an meine ExSchwiegermutter...
        Viele Menschen strafen ihren Partner mit Liebesentzug, so wie Eltern es auch bei ihren Kindern gerne mal tun. Der Grund kann na klar eine Überforderung oder Unsicherheit des "Ignorierenden" sein. Aber wissen tut das eher er selbst.

        Also, ich würde es zu Friedenszeiten mal ansprechen, was na klar auch eher zu einer neuen Konfrontation führen könnte.

        L G

        White

        Nein, nicht jeder Mensch will Entspannung und Harmonie. Es gibt durchaus auch Menschen, die gerne Streiten und Schmollen, das hat auch eine gewisse Befriedigung an sich.

        Nur die Harmoniesüchtigen erkennen einfach nicht, dass das auch mal Spaß macht...

      • (7) 11.03.14 - 09:05
        Kindergarten!!!!

        Das ist in der Tat Kindergarten.
        Ich würde es genau wie bei Kindern tun...ignorieren und mein Ding machen, so dürfte der Mensch am schnellsten lernen, dass sein Verhalten albern ist und kontraproduktiv.

        Auf Dauer wäre mir das allerdings zu blöd, da es mit zunehmenden Alter meist schlimmer wird, anstatt besser.

        (8) 11.03.14 - 09:10

        Schon krass, dass hier die meisten denken, ein "mauernder" Partner macht das mit Absicht und will seinen Willen durchsetzen bis der andere sich so verhält wie er es möchte... Auch krass, dass geschrieben wird, ein solches Verhalten verschlimmert sich mit den Jahren...

        Traurig, dass einem Partner, der sich einigelt, zurück zieht und schweigt ausschließlich Böses unterstellt wird.

        Bis vor einigen Jahren, habe auch ich mich in Konfliktsituationen zurück gezogen und oft tagelang geschwiegen. Bei meinen Partnern kam das gar nicht gut an, mit wurde Sturheit vorgeworfen und sogar Manipulation.

        In mir sah es aber ganz anders aus. Ich war extrem hilflos, handlungsunfähig und sehr verzweifelt. Ja, weil ich (in der Kindheit) nie gelernt habe mit Konflikten umzugehen.

        Immer und immer wieder ging ich in Gedanken die Situation durch, die Meinungsverschiedenheit oder die Gedanken des anderen. Mein Hirn ratterte in dieser Zeit extrem aber nicht effektiv. Ich war gar nicht in der Lage meine Gefühle und Gedanken in Worte zu fassen.

        Selbst liebevolle Annäherungen meines Partners habe ich abgeschmettert, aber ganz sicher nur, weil ich nicht klar denken konnte.

        Damals sagte ein Freund mir, dass es so nicht weiter gehen kann, dass er es nicht weiter duldet von mir ignoriert zu werden.

        Ich habe mir alle erdenkliche Mühe gegeben mein Verhalten zu ändern. Das war ganz ganz schwierig und bei manchen Personen (Eltern) kann ich es heute noch nicht.

        In manchen Situationen brauche ich auch heute noch eine kleine Auszeit.

        Mein Tipp:
        Sag der Person, dass sie 1 Tag Zeit zum Nachdenken hat, dann wird geredet. Oder verkürze diese Zeit jedesmal ein bisschen mehr.

        Und bitte habe Verständnis, denn dieses Verhalten hat absolut nichts mit DIR zu tun.

        Gruß
        palesun

        • (9) 15.03.14 - 01:48

          Sehe das GENAUSO wie du.. Mein Partner ist auch so, macht das aber absolut nicht mit böser Absicht, sondern weil er nicht anders kann..

      (10) 11.03.14 - 09:17

      Üblicherweise lässt sich ein eingeschnappter Partner mit einer Portion Humor dazu bewegen aufzutauen. Das kostet aber ziemlich viel Überwindung für jenen, der immer und immer wieder auf den Schmollbraten zusteuern muß. Je nach innerer Stärke wird der Drang über die Jahre weniger, den anderen aus seiner Ecke zu zerren.

      Ich persönlich bin eine eher explosive Mischung - meint also - ich detoniere, alles in die Schützengräben und bin dann immer und gerne gesprächsbereit. Ist die andere Hälfte dann ein introvertiertes Gerät, macht dicht und rennt mit einer sich deutlich unter dem Gefrierpunkt befindenden Aura durch die Hütte (und dies dann gerne über einen längeren Zeitraum), wird man erst sauer und dann auch verdammt verstockt. Bekommt man dies nicht in den Griff, landet man unweigerlich in einer Sackgasse.

      Eine ziemlich anstrengende Kiste, die sehr viel Diplomatie und Geduld erfordert.

      Ich persönlich wünsche Dir viel Glück - seufz - denn das wirst Du, neben den o.g. Eigenschaften - brauchen.

      Gzg
      Irmi

      Mein Ex war auch so. #augen

      Wenn es nicht nach seinem Kopf ging oder wir gestritten haben, dann war er tagelang eingeschnappt. Wie ich das gehasst habe. :-[ Anfangs bin ich dann immer auf ihn zugegangen, hab versucht seine Laune wieder zu heben und aus der Reserve zu lockern, aber ich muss sagen, irgendwann hat es mich einfach nur noch genervt.

      Da habe ich ihm gesagt dann schmoll doch bis zum Sanktnimmerleinstag und melde dich wenn du wieder normal bist. #aerger
      Aber wie gesagt, er ist auch mein EX, also es war irgendwann einfach nur noch anstrengend und da hatte ich keinen Bock mehr drauf.

      Mein jetziger Freund hat auch manchmal so Phasen, zum Glück nicht ganz so ausgeprägt, aber da habe ich von Anfang an gesagt er soll das lassen, denn ich werde mich nicht auf den Kopf stellen nur um ihn aus seinem Schmollen wieder rauszuholen. Insofern beruhigt er sich meist nach einigen Stunden von selbst wieder und ist normal.

      Ich wünsche dir viel Geduld und Kraft das auf Dauer mitzumachen.

      • Danke für deine Antwort! Ich habe ja schon vor Jahren einige Sachen ausprobiert
        um in solchen Situationen ein Ventil zu haben.

        Man kann es wohl nicht ganz abstellen und da ist weiter arbeiten ist angesagt.

    (13) 11.03.14 - 14:28

    Passiv-aggressiven Menschen begegnet man - aus Selbstschutz - am besten mit der Exit-Strategie.

    Tür auf, Mensch raus, Tür zu. Tür bleibt zu.

    Alternativ: lernen zu leiden ohne zu jammern.

    Gruß

    Manavgat

    (14) 11.03.14 - 19:43

    "Bis jetzt habe ich meist mit verstärktem Nachfragen, Ignorieren oder mit positiven
    Werben reagiert aber über die Jahre wird es nicht besser!
    Ich habe auch noch genug Elan um etwas Neues anzuschieben aber Wie?"

    Mir fällt spontan nur abfinden ein.

    Dein Partner scheint keine Veranlassung zu sehen, sich zu ändern...was willste da anderes machen, als ihn so zu nehmen, wie er nun mal ist?

    Meine Erfahrung ist übrigens auch die, dass negative Charaktereigenschaften sich mit fortschreitendem Alter eher verstärken, als nachzulassen.

    Ansonsten: Trennung. Wenn die Bereitschaft zur Veränderung nicht gegeben ist, beißt du dir eher die Zähne aus, als dass dein Partner sich in die von dir gewünschte Richtung verändert.

(16) 12.03.14 - 09:27

Also wenn du den schmollenden umwirbst, verstärkst du damit natürlich das Verhalten. Insbesondere, wen du dir immer mehr Mühe gibst, je länger das Mauern andauert.

Ich würde es deshalb so machen: Wenn sich bei mir die Gemüter beruhigt haben und ich mich versöhnen möchte, würde ich alles Nette, das ich zu sagen habe (Entschuldigung, Liebesbekundungen etc.) gleich sagen und dann anbieten, dass ich da bin, um mit ihm zu reden oder auch ohne zu Reden einfach wieder zur Tagesordnung überzugehen, sobald er bereit dafür ist.

Und nach dieser Einladung würde ich nicht weiter auf ihn eingehen, sondern mein eigenes Ding machen. So kann er sich so viel Auszeit nehmen, wie er für sich selbst braucht, ohne dabei jedoch von mir noch weiter fürs Mauern bestärkt zu werden. Ich würde denken, dass mit der Zeit auf diese Art die "Schmollzeit" verkürzt wird.

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