Heimliche Liebe

    • (1) 06.04.14 - 11:47
      Quietunhappy

      Hallo zusammen,
      ein heikles Thema, mir ist bewusst, dass ich hier starken Gegenwind bekommen werde, ich möchte aber dennoch andere Meinungen hören und ich muss es mir von der Seele schreiben:
      Ich habe Gefühle für einen Mann in unserem weitläufigeren Freundeskreis, der, genau wie ich, verheiratet ist.
      Wir kennen uns bereits seit über 15 Jahren, immer waren wir in Partnerschaften, freundlich zueinander, aber mehr war nie.

      Aber seit ca. 5 Jahren merke ich, dass mein Herz klopft, wenn er mit mir spricht. Wir haben uns zwei mal geküsst, ein mal, als wir beide noch nicht verheiratet waren, einmal vor kurzem.
      Ich habe ein schlechtes Gewissen - ich habe einen sehr lieben Mann, aber bei uns brennt irgendwie kein Feuer, wir leben seit einigen Jahren nebeneinander her. Wir schlafen auch nicht mehr miteinander, es ist mehr wie eine Freundschaft. :-(
      Genauso scheint ist es bei ihm zu sein, wie ich von ihm selbst und auch von gemeinsamen Bekannten erfahren habe.
      Seit Jahren knistert es zwischen uns. ich will es nicht, versuche es zu verdrängen, aber sobald wir uns sehen, ist es da wieder zwischen uns.

      Glaub Ihr, dass wir mit den falschen Partnern verheiratet sind? So etwas gibt es doch, oder?
      Gruß,

      Unhappy

      • Klar gibt es dass, einen zu heiraten und dann, irgendwann stellt man fest, dass ein anderer besser zu einem passt. Das passiert doch den Leuten laufend, wenn sie noch jünger sind und unverheiratet...
        Aber du solltest dir gewiss sein, dass du momentan von der Sehnsucht lebst, von dem tollen, heimlichen Gefühl zehrst. Aber irgendwann kommt der Alltag, mit jedem Mann, dann gibt es Höhen und Tiefen usw.
        Seid ihr beide nur verheiratet oder sind auch Kinder im Spiel?
        Sollte letzteres zutreffen, würde ich erst einmal versuchen, meine jetzige Beziehung zu retten und aufzufrischen und mir den anderen aus dem Kopf schlagen. Das geht nämlich auch.

        • (3) 06.04.14 - 12:14

          Wir haben ein Kind, er nicht.

          Ich versuche das ja schon seit Jahren, es mir aus dem Kopf zu schlagen. Wenn ich ihn sehe, wirft es mich aber immer wieder zurück.

          Das Problem ist - ich fühle ja nicht aus einer Laune heraus. Mir fehlt schon lange etwas in unserer Beziehung. Mir ist klar, dass es überall Alltag gibt, und dass es nie so sein wird, wie es sich jetzt anfühlt.

          Aber wir haben eine gemeinsame Streitkultur, wir sind uns vom Charakter her sehr ähnlich.

          Die habe ich mit meinem Mann nicht, er kann und will sich nicht streiten, und ich passe mich an. Ich habe das Gefühl, neben ihm zu verkümmern. Manchmal fühle ich mich wie tot. Wir haben schon oft darüber gesprochen, aber er versteht mich nicht. Wir sind einfach total unterschiedlich gestrickt.

          Es ist so schwierig für mich. Es ist ein ständiger Kampf. Ich habe Angst, dass ich in 30 Jahren bereue, nie richtig gelebt zu haben.

      Natürlich kann es passieren dass man den falschen heiratet. Oder dass man sich so auseinander entwickelt dass es einfach nicht mehr passt.

      an deiner stelle würde ich den Fokus jetzt mal auf deine ehe richten. Hat die noch eine Chance? Ist sie rettbar? Willst du sie überhaupt noch? Wenn ja, dann tut beide was dafür.

      Wenn nein, dann leite die Trennung in die Wege.

      Ganz unabhängig von anderen Männern.

      LG

      • (6) 06.04.14 - 12:24

        Ja, Du hast Recht, das ist ganz unabhängig von anderen Männern.

        Macht es Eurer Meinung nach Sinn, in einer unglücklichen Ehe zu verharren, wegen des Kindes, wegen der Gesellschaft, wegen der Familie?

        Meine Mutter würde das nicht verkraften, wenn ich mich trennen würde. #augen

        Davon unabhängig weiß ich nicht, wie ich versuchen soll, meine Ehe zu retten.

        Ich glaube, ich werde eh niemals den Schritt gehen, weil ich dann Schuldgefühle hätte und das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren könnte.

        • Ich finde es macht keinen sinn in so einer ehe zu verharren.

          Das die Gesellschaft, Eltern, die Norm, das kind dann mit dir zufrieden sein können mag ja sein, den ziemlich hohen Preis dafür wirst aber ganz alleine du zahlen! Ohne dass das jemand würdigt, lobt oder als Leistung anerkennt!

          dass ein: trenn dich! Viel leichter gesagt als getan ist ist mir auch klar. Schließlich sind wir alle keine unbeschriebenen Blätter die auf einmal alle Prägungen, Überzeugungen, Ängste und Lebensplanungen einfach so über Bord werfen können. Und du steckst halt in deinen Schuldgefühlen und Normen. Gehört ja auch zu dir.

          du solltest dir auf jeden Fall überlegen was du in welchem Rahmen machen kannst. Ehe ganz bewusst nur noch als Norm und nur noch freundschaftlich laufen lassen? Dafür in anderen Dingen mehr für dich tun, ein Hobby suchen? Oder doch alte Muster durchbrechen und trennen? Bist du übrigens finanziell abhängig?

          Was wäre eigentlich (als Gedankenspiel) wenn dein mann sich trennen würde? Eher Trauer oder erleichterung? Oder wenn du im Lotto gewinnen würdest? Auf Weltreise gehen und somit weg von deiner situation, oder dem mann betrag xy in die hand drücken "das hast du für ein gemütliches leben/auto/haus, im Gegenzug trennen wir uns diskret aber nicht offiziell"?

          Wo liegen deine Träume?

          Lg

          • (8) 06.04.14 - 13:51

            Danke! #liebdrueck

            Ich bin keine starke Frau, ich würde damit nicht fertig werden, schuldig zu sein, dass unsere Ehe kaputt geht. Denn mein Mann würde es so laufen lassen, das weiß ich. Schon allein wegen des Kindes.

            Ja, ich bin finanziell unabhängig - meine Träume??

            Ich denke oft, vielleicht gibt es das nicht, was ich möchte. Ich möchte Freundschaft UND Erotik, Leidenschaft, Lebendigkeit, sich auseinandersetzen, etc... ich möchte eine große Liebe.

            Naiv, oder? Gibt es nach vielen Jahren in einer Beziehung sowieso nicht mehr, irgendwann geht alles in Liebe, Vertrauen, Freundschaft über.

            Ich weiß, ich solte zufrieden sein mit dem, was ich habe!

            • Bitte :-)

              Du solltest übrigens manche Sichtweisen überdenken: eure ehe IST kaputt, eine trennung würde nur Tatsachen offensichtlich machen. Kaputt machen kannst du da nix mehr!

              Ich hatte kürzlich erst eine Diskussion mit einer Freundin, sie so ungefähr: schau doch was du alles hast! Ich: da hast du schon recht, aber ich will auch in anderen Bereichen träumen dürfen! Und etwas anstreben dürfen! (habe selbst im moment ein paar ordentliche probleme, aber nicht von wegen beziehung).

              Außerdem ist eine ehe am Papier für Norm, gesellschaftlich und Eltern mMn nicht so ewig viel.

              LG

              • (10) 06.04.14 - 14:15

                Wann ist eine Ehe denn Deiner Meinung nach kaputt?

                • Eine gute ehe sollte mMn ein paar Punkte beinhalten: Liebe (welcher Art auch immer), Respekt, sich auf Augenhöhe begegnen, gemeinsam in wichtigen Dingen (meistens) an einem Strang ziehen (Kindererziehung, Finanzen, Wohnsituation etc) bzw auch von den Lebenszielen halbwegs kompatibel sein (Belastung kann sonst zu groß sein). Und auch mal problemlos drüber diskutieren können falls man unterschiedlicher Meinung ist.

                  Man sollte gerne zu seinem partner stehen, ihn auch nach Jahren noch immer gerne anderen Leuten vorstellen (und nicht das Gefühl haben ihn am liebsten zu hause zu verstecken), ihn einfach gut finden.

                  Man sollte sich auch Freiraum lassen können, nicht einengen, aber auch Rücksicht auf die Bedürfnisse des anderen nehmen, das wohl des anderen sollte einem am Herzen liegen.

                  fällt mir auf die schnelle ein, gibt sicher noch mehr.

                  LG

                  • Ps sexuelle anziehung gehört auch dazu.

                    ehen können auch ganz sachte zu ende gehen. Zb weil es für einen nicht mehr passt.

                    und: ihr habt ja schon lange kein Gleichgewicht mehr, du schreibst dass du verkümmerst. Wo sind deine Bedürfnisse? Und gemeinsam am Strang ziehen heißt nicht, dass sich einer aufgibt und nur anpasst.

                    LG

    (13) 06.04.14 - 15:19

    Kenn ich.hab ich auch so erlebt.
    gemeinsamer freundeskreis.wir verliebten uns.trennten uns von den jeweiligen patnern.und haben jetzt keinen gemeinsamen freundeskreis mehr.
    die liebe zwischen uns ging auch in die hose.und nun wohne ich 500 km weit weg .hab keine Kontakte mehr .alles verloren

    Hallo.

    Wie du schon schreibst, wenn du dir vorstellen müsstest, jetzt bis zum Ende so leben zu wollen/müssen und du dabei Bauchschmerzen bekommst, was ist das dann für ein Leben.

    Meine erste Ehe war eingeschlafen, unsere Vorstellungen gingen immer mehr auseinander und ich stand auch vor der Frage, so bis zum Ende meines Lebens oder was ändern. Ich habe was geändert. Ich habe mich getrennt und habe meine Jugendliebe wieder gefunden. Mit der bin ich jetzt seit sieben Jahren liiert, davon drei verheiratet. Wir haben noch ein gemeinsames Kind und sind immer noch glücklich. So kann ich mir das vorstellen, bis zum Ende leben zu können. Ich bereue diesen Schritt überhaupt nicht.

    Geh in dir ein und überlege, was dir wichtig ist. Welche Träume hast du und ob du sie so umsetzen kannst.

    Alles Gute.

    LG

    Ich glaube, ich werde eh niemals den Schritt gehen, weil ich dann Schuldgefühle hätte und das mit meinem Gewissen nicht vereinbaren könnte.
    -----
    Seltsame Moral, die du da an den Tag legst. Hier und da ein Kuss mit dem Objekt der Begierde und jahrelanges Anschmachten ist in Ordnung. Aber eine saubere Trennung von deinem Mann macht dir Schuldgefühle? Wie sieht denn dein Mann eure Ehe? Geht es ihm ähnlich? Ich finde es unfairer, an etwas scheinheilig festzuhalten als einen finalen Schlussstrich zu ziehen. Wer weiß, zu was ihr euch noch hinreißen lasst außer die Küsse bisher.

    • (16) 08.04.14 - 13:15

      Ja, Schuldgefühle, vor allem, wegen des Kindes...

      Ich denke eben einfach, ich muss da jetzt durch, muss diese Verantwortung übernehmen.

Hallo,
bei allen Handlungen finde ich sollte man sich immer einmal vorstellen wie es wäre wenn der Partner oder die Partnerin genauso handeln würde.

Spule doch mal die Zeit zurück, vor dem 2. Kuss in deiner jetzigen Partnerschaft.
Es läuft eher mies. Irgendwie ist kein kribbeln mehr da. Zärtlichkeiten oder gar Sex findet nicht mehr statt. Wie du schreibst gute Freunde, aber nicht mehr.
Und in dieser Situation lernt Dein Mann eine andere Frau kennen. Empfindet einen Reiz weil die Frau deinem Mann etwas gibt, das er vermeintlich bei dir nicht findet.
Da würdest du dich doch auch zurecht fragen warum spricht er nicht mit mir.

Sehe den Kuss als ein absolutes Alarmsignal.

Ihr steckt da ganz dick in einer Ehekrise aus der ihr eventuell nicht alleine wieder raus kommt.

<< Glaub Ihr, dass wir mit den falschen Partnern verheiratet sind? So etwas gibt es doch, oder?>>
So etwas gibt es natürlich. Keine Frage. Ob das bei euch so ist kann hier wohl niemand sagen.
Aber es gab doch auch Gründe da für das ihr zusammen seid und dann auch geheiratet habt.

Vllt. solltest du erst mal schauen ob für dich und deinen Mann euerer Ehe noch eine Change hat.

Aus meiner Sicht bist Du gerade dabei in eine handfeste Affäre rein zu rutschen.

LG

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