Beziehung ohne Kribbeln?

Hallo ihr Lieben,

ich würde gerne von euch wissen ob ihr denkt dass eine Beziehung auch ohne Kribbeln im Bauch etc. funktionieren kann.

Mein Mann und ich - das war von Anfang an "eine vernünftige Sache", es gab von meiner Seite nie ein Kribbeln o.Ä.

Gefühle - eindeutig ja, aber irgendwie nicht im romantischen Sinn. Wir haben schon vieles durchgestanden, ich kann mich jederzeit auf ihn verlassen, er liebt mich. Alles in allem ist er ein echt toller Mann.

Und trotzdem - trotzdem fehlt mir etwas und ich bin irgendwie unglücklich obwohl ich weiß ich müsste glücklich sein so einen Mann gefunden zu haben #schmoll

Ist es überhaupt möglich, sich das Kribbeln (so es denn am Anfang vorhanden ist) länger zu bewahren, sich nach Jahren immer noch zu freuen wenn er zur Tür reinkommt etc.
Oder ist das eher eine Hollywood-Fantasie?

Ich würde mir das wünschen, dass man sich auch nach Jahren noch in die Augen blickt und glücklich ist, aber ich kann selbst nicht beurteilen ob das überhaupt realistisch ist...

Wie ist das bei euch so? Ich brauche irgendwie ein paar Denkanstöße... #kratz

LG,
die Zweiflerin

Hallo,

möglich ist vieles. Nur, ich könnte mir eine Beziehung ohne Kribbeln nicht vorstellen. Auch nach 15 Jahren Beziehung freue ich mich immer noch auf meinen Mann. Er ebenso.

Ich habe eine Cousine, die ist mit ihrem Freund schon seit 5 Jahren zusammen. (mit 17 zusammen gekommen. Mit 18 ein ungeplantes Kind) Die leben einfach so nebenher zusammen. Sie verstehen sich oft, aber meistens streiten sie. Die sind nur zusammen, weil eine Trennung unbequem erscheint. Mir wäre das viel zu wenig.

Ich hatte, bevor ich mit meinem Mann zusammen gekommen bin, 2 Freunde. Mit beiden habe ich Schluss gemacht. Es hat einfach nicht gekribbelt. Wir hatten uns zwar auch nie gestritten, aber ich wollte mehr von der Liebe.

Du schreibst, ihr habt schon so vieles durchgestanden. Was meinst du damit?

vg

Als ich ihn kennenlernte war ich grade mitten in der Behandlung wg. Depressionen. Ihm ist es ein sehr großes Stück zu verdanken dass ich das alles hinter mir gelassen habe, heute wieder ganz normal leben kann.
Aaaaaber wir kommen quasi aus 2 verschiedenen Welten. Ich Bürojob, er Gastronomie, das ist wie ne andere Welt, mit der ich null anfangen kann.
Wir verstehen uns gut, aber verbringen fast keine Zeit miteinander, in der Woche vielleicht 1-2 Abende, ansonsten bin ich mit Freundinnen unterwegs und er sitzt vor dem PC oder ich vor dem Fernseher und er vor dem PC.
Im August ist er für 2 Wochen unterwegs, er arbeitet da auf einem Volksfest. Das ist für mich wie Urlaub...

Wir waren auch schon 2mal getrennt. Einmal, am Anfang, von ihm aus, vor nem Jahr von meiner Seite aus.

Der Großteil der uns verbindet ist der Alltag der soweit gut läuft und der Kinderwunsch (normalerweile treibe ich mich im "unterstützten Kiwu" rum)

Wenn ich das so schreibe fällt mir auf dass das irgendwie gar nicht gut klingt :-/

Hallo,

also ich bin der Meinung, dass man über Jahre und im Alltag das Kribbeln nicht unbedingt spüren muss.
Wichtiger ist da die Vertrautheit, das gute Gefühl miteinander und dass man gern nach Hause kommt.
Aber am Anfang sollte das Kribbeln schon da sein. Ich glaube, sonst würde bei mir die Beziehung gar nicht beginnen.

Wir sind nun schon einige Jahre zusammen. Schmetterlinge in dem Sinne sind das nicht mehr. Aber mein Mann fährt jetzt mal wieder auf Geschäftreise und das finde ich gar nicht schön. Da habe ich immer vorher schon ein Sehnsuchtsgefühl.

LG

Hm, wenn mans recht bedenkt bin ich damals in diese Beziehung so "reingerutscht", war depressiv, war dankbar dass mir jemand Entscheidungen abnahm.

Das Tragische ist, dass ich gar nicht so gern nach hause komme und eigentlich um jede Stunde dankbar bin die ich alleine hier bin. Ich bin aber auch insgesamt ein Mensch, der sehr gut mit sich alleine sein kann und will. So kann ich meine Akkus aufladen.

Aber bei dem Gedanken ihm sagen zu müssen und vor allem aus Angst vor seiner Reaktion dass ich mich nach nur 2 Jahren Ehe trennen will bricht es mir selber das Herz :-/

Weil du das oben schreibst... wir verbringen auch nicht viele Abende zusammen.
Oft ist einer am PC und einer am Fernseher oder beide am PC. Uns reicht das aber so, wir sind langweilig... ;-)
Die gemeinsame Anwesenheit ist uns genug.
Das sollte aber dann auch beiden so gefallen.

Ich kann auch mal gut alleine sein, aber ich kann gar nicht gut alleine schlafen. #schwitz

Bei euch hört es sich aber echt nicht gut an. Warum habt ihr denn geheiratet?
Nur aus Angst vor seiner Reaktion würde ich nicht an der Beziehung festhalten, denn für jeden gibt es jemanden, wo es richtig passt.

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Ich finde es wichtig, dass es - auch wenn es mal schwierig wird - zumindest am Anfang gekribbelt hat. Was mal da war, ist im Alltag verschütt gegangen, kann aber wiederentdeckt werden. Ein bisschen kann man das auch trainieren. Denk an schöne Momente zu Anfangszeiten, beobachte ihn wohlwollend, Suche nach Dingen, die dir gefallen. Was kann er gut, wofür bewunderst du ihn, etwas, das du vielleicht nicht so gut kannst wie er. Konzentriere dich auf äußerliche Merkmale, die dich ansprechen. Seine Ohren, seine Augen, einen bestimmten Blick, seine Hände....

Das muss nichts außergewöhnliches sein, darin liegt eigentlich der Witz.

Ich glaube schon, dass sich manche Menschen ihre Beziehung mit vergleichen kaputt machen. Das ist nicht so wie in Titanik, wie in Sissi, wie in vielen anderen Liebesfilmen...
Darüberhinaus beschäftigen sich wenige Filme mit länger dauernden Beziehungen, sondern meistens mit dem Kennenlernen. Das spiegelt falsche Realität wider, finde ich.

An einer Beziehung muss man auch arbeiten, damit sie schön bleibt und aufregend. Da ist nicht irgendwo ein Schalter, den man umlegen kann und schon ist wieder das Anfangskribbeln da.
Ich habe das Problem, ich habe einen Partner, der mir alle paar Monate signalisiert, er finde, es ist zwischen uns nicht 'wie früher' und dass er das Schade findet.
Aber er bedauert das nur. Er tut aber nichts. Ich bin diejenige, die immer wieder Vorschläge macht, was man Unternehmen könnte, er sagt nur: ja gut.
Wenn es Probleme gibt, bin ich es, die Lösungen vorschlägt, er zieht nur halbherzig mit, von ihm aus kommt aber nie was, auch keine Alternativvorschläge.
Mich macht das so mürbe.
Und ich glaube, das kommt daher, dass er nur in der Vergangenheit herumhängt und vergleicht mit einem Bild a la Hollywood und findet, das soll einfach so sein. Ohne Zutun.
Es SIND aber Probleme da. Es gibt immer wieder mal Unstimmigkeiten, das ist normal, wenn zwei Menschen zusammen ihr Leben gestalten und das kann man nicht einfach totschweigen oder wegkuscheln.

Hallo,

Wie es mit euch weitergeht musst du entscheiden, hört sich nach deinen Unterbeiträgen ja nicht so berauschend an, von beiden Seiten aus.

ABER ganz DRINGEND möchte ich dir ans Herz legen, VERHÜTET wieder!!!!

Du möchtest ein Kind mit jemanden bewusst in die Welt setzen, und zweifelst an deiner Beziehung???!!!

So was sollte man mit ein bisschen Grips, keinem Kind antun! Ansonsten schreibst du wohl demnächst im Alleinerziehenden Forum....

MfG

Keine Sorge, das ist mir bewusst ;-)
Da es bei uns auf natürlichem Wege sowieso ausgeschlossen ist dass es klappt (und unser Intimleben sich eh in Grenzen hält) brauche ich mir da keine Sorgen zu machen.
Klar dass die nächste Behandlung momentan nicht geplant ist, das versteht sich für mich von selbst.
Aber du hast natürlich Recht, ich werde an dieser Front nichts forcieren...

Dieses richtig echte kribbeln im Bauch, das hatte ich nur bei meinem ersten Freund... Bei meinem jetzigen Mann habe ich mir zwar auch Gedanken gemacht, was ich wohl anziehe usw... aber durchgedreht bin ich nicht ;-) Wir haben uns schon nach 4 Monaten verlobt und nach 10 Monaten geheiratet-weil ich mich gut kenne und wusste, dass er DER Mann ist und rein vernünftig super zu mir passt, also charakterlich und von seinen Eigenschaften (nicht das Finanzielle oder so), bei unserer Hochzeit habe ich nicht geweint oder so(im Gegensatz zu ihm #verliebt ). ABER ich freue mich jedes(!) Mal, wenn er nach Hause kommt, ich freue mich wenn er anruft, mir eine Sms schickt usw. und ich weiß auch, dass ich ihn liebe, auch ohne das Kribbeln. Achja und würden wir heute heiraten(wir sind jetzt 2 Jahre zusammen), dann würde ich auch Rotz und Wasser heulen. Liebe kann sich also noch ganz intensiv entwickeln-bei mir auch ganz ohne kribbeln :-) Aber wenn Du unglücklich bist-dann wird dir auch keiner Tipps geben können, wie man sich das Glücklichsein über Jahre behält-weil Du bist ja jetzt schon nicht mehr glücklich-wie lange seid ihr denn zusammen?
Also ich kann nur sagen, ich werde mich auch in 10 Jahren noch einen Keks freuen, wenn er von einer Geschäftsreise nach Hause kommt #verliebt (aber mit Sicherheit ohne Kribbeln :-D )

Wir sind insgesamt 5 Jahre zusammen...

Ich bin nicht so wirklich unglücklich, aber eben auch nicht glücklich.

Ganz blöde Situation - zum gehen gehts mir zu gut und zum bleiben zu schlecht :-/

Jo, das mit dem anonym schreiben üb ich das nächste Mal ;-)

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Es mag Menschen geben, die sind eher Vernunftsmenschen und für die wäre so eine Beziehung in der man sich versteht und sich mag und an einem Strang zieht, allerdings ohne große Gefühle, das richtige.

Ich kenne sogar eine Familie wo es so war, die beiden haben aus religiösen Gründen auf Drängen der Familie geheiratet. Sie respektieren sich, sie mögen sich, haben Kinder, alles toll.

Für mich wäre das allerdings nichts. Die reinste Katastrophe, ich bin so ein emotionaler Mensch, ich brauche das Kribbeln, die Leidenschaft, ich möchte einen Mann mit Haut und Haaren wollen damit ich mit ihm zusammen bin #cool. Alles andere wäre für mich totlangweilig, da kann ich gleich mit meinem Bruder zusammen wohnen, den mag ich auch ;-)
Klar geht in einer längeren Beziehung auch das Kribbeln weg, aber ein Rest von Spannung und Aufregung auf den Anderen sollte schon da sein.

Das musst du entscheiden was dir wichtig ist und wie du dir dein Leben vorstellst. Das kann dir keiner abnhemen.

Hallo Zweiflerin,

ich hatte selbst ein Jahr lang so eine Beziehung. Die Frau war wunderbar, herzensgut, freundlich, fleißig, ich mochte sie sehr und ich mag sie immer noch.

Aber sie hat bei mir keinerlei Kribbeln ausgelöst. Es war eher wie eine beste Freundin, aber keine Liebe. Es hat nicht funktioniert, ich konnte irgendwann so nicht mehr mit ihr zusammenleben. Von ihrer Seite sah es genau so aus, aber sie hätte sich damit zufrieden gegeben. Die Beziehung ist dann mehr oder weniger in beidseitigem Einverständnis auseinander gegangen, weil es auf mehreren Ebenen nicht gepasst hat und irgendwann mehr Frust da war als Freude aneinander. Seitdem weiß ich genauer was ich möchte und nicht möchte.
Was deine Beziehung angeht, so musst du abwägen was alles positiv ist und was negativ. Das alles hört sich vielleicht albern an, aber so lange die positive Seite länger als die negative ist, hat eure Beziehung eine Chace, auch ohne das Kribbeln. Aber das kannst nur du selbst wissen wie wichtig dir das ist und ob deine Prioritäten vielleicht doch woanders liegen (z.B Gemeinsamkeiten, gleicher Humor, Liebesleben, gleiche Ziele, gleiche Weltanschauung, Zuverlässigkeit usw)
Und ja, man kann sich auch nach Jahren noch freuen wenn der Partner zur Tür hereinkommt. Es ist nicht das Kribbeln im klassischen Sinn wie am Anfang wenn man frisch verliebt ist, aber es ist ein tieferes Gefühl der Verbundenheit und man einfach sehr glücklich ist dass sie/er da ist.

FG
Tom

Hallo,

wie soll sich das Kribbeln denn im Alltag später anfühlen? Eigentlich sollten wir alle wissen, dass die Anfangsverliebtheit, in der man sich ständig angrabbeln muss, später abebbt. Manchmal begräbt der Alltag mit Familie, Job, Verpflichtungen und der Summe an Enttäuschungen, die auch die beste Beziehung mit sich bringt, das Kribbeln auch.

Im Idealfall jedoch kommt es dazwischen immer wieder zum Vorschein.

So geht es mir zumindest. Ich liebe meinen Mann von Herzen. Wir haben auch schlechte Zeiten gehabt und haben sie immer mal wieder. Jedes Mal gehen wir gestärkt daraus hervor. Und manchmal, wenn wir ersticken im Stress, in den Sorgen, im Ärger - dann sagt er genau zur richtigen Zeit das richtige Wort. Dann umarmt er mich einfach still. Dann schaue ich ihn an und mein Herzt hüpft.

Ich liebe diesen Mann, von ganzem Herzen. Manchmal bin ich sauer auf ihn, wir streiten durchaus häufiger, denn ich bin sehr dickköpfig und wahrlich kein einfacher Mensch. Manchmal nerven mich einige seiner Eigenheiten. Aber meistens freue ich mich ehrlich, wenn er da ist. Hin und wieder springe ich ihn dann auch zusammen mit den Kindern an #schein .... aber ihm geht das genauso.

Ich weiß leider nicht, was du erwartest. Man kann selbst zum Gelingen einer Beziehung viel beitragen, man muss sich nur auch die Mühe machen, sich selbst die kleinen Inseln im Alltag zu schaffen, in denen man sich wie ein Teenager fühlen kann.

LG

Seufz.:-)

Sehr schön beschrieben.

Hallo,

ich hatte bei meinem Mann anfangs auch kein kribbeln. Im Gegenteil. Es war ein Blinddate und meine erste Intention war es, wieder wegzulaufen. Aber er war 160 km für mich gefahren und das konnte ich nicht bringen. Es war ein nettes Gespräch und es lief auch mehr. Aber ich hatte das als einmaliges Abenteuer abgehakt.
Ihn hatte es aber erwischt. Und er ließ nicht locker. Und irgendwie bin ich dann in die Beziehung hineingerutscht.
Ich merkte, dass er mir gut tat, auch wenn es keine große Leidenschaft meinerseits gab.

Aber er ist mein Anker. Nur durch ihn habe ich eine schwere Zeit überstanden. Ohne ihn wäre ich definitiv nicht mehr auf dieser Welt.

Anfangs habe ich oft gezweifelt. Habe oft überlegt, ob ich es beenden soll. Auch noch, als wir zusammengezogen sind.

Aber morgen sind wir 7 Jahre zusammen, wohnen seit 5 zusammen, sind seit 3 Jahren verheiratet und letzten Monat kam unsere Tochter zur Welt.

Du siehst, es muss nicht immer kribbeln. Ich brauche diese Sicherheit, die nur er mir geben kann.

Lg