Beziehung ohne Kribbeln?

    • (1) 18.05.14 - 11:25
      unsichereZweiflerin

      Hallo ihr Lieben,

      ich würde gerne von euch wissen ob ihr denkt dass eine Beziehung auch ohne Kribbeln im Bauch etc. funktionieren kann.

      Mein Mann und ich - das war von Anfang an "eine vernünftige Sache", es gab von meiner Seite nie ein Kribbeln o.Ä.

      Gefühle - eindeutig ja, aber irgendwie nicht im romantischen Sinn. Wir haben schon vieles durchgestanden, ich kann mich jederzeit auf ihn verlassen, er liebt mich. Alles in allem ist er ein echt toller Mann.

      Und trotzdem - trotzdem fehlt mir etwas und ich bin irgendwie unglücklich obwohl ich weiß ich müsste glücklich sein so einen Mann gefunden zu haben #schmoll

      Ist es überhaupt möglich, sich das Kribbeln (so es denn am Anfang vorhanden ist) länger zu bewahren, sich nach Jahren immer noch zu freuen wenn er zur Tür reinkommt etc.
      Oder ist das eher eine Hollywood-Fantasie?

      Ich würde mir das wünschen, dass man sich auch nach Jahren noch in die Augen blickt und glücklich ist, aber ich kann selbst nicht beurteilen ob das überhaupt realistisch ist...

      Wie ist das bei euch so? Ich brauche irgendwie ein paar Denkanstöße... #kratz

      LG,
      die Zweiflerin

      • Hallo,

        möglich ist vieles. Nur, ich könnte mir eine Beziehung ohne Kribbeln nicht vorstellen. Auch nach 15 Jahren Beziehung freue ich mich immer noch auf meinen Mann. Er ebenso.

        Ich habe eine Cousine, die ist mit ihrem Freund schon seit 5 Jahren zusammen. (mit 17 zusammen gekommen. Mit 18 ein ungeplantes Kind) Die leben einfach so nebenher zusammen. Sie verstehen sich oft, aber meistens streiten sie. Die sind nur zusammen, weil eine Trennung unbequem erscheint. Mir wäre das viel zu wenig.

        Ich hatte, bevor ich mit meinem Mann zusammen gekommen bin, 2 Freunde. Mit beiden habe ich Schluss gemacht. Es hat einfach nicht gekribbelt. Wir hatten uns zwar auch nie gestritten, aber ich wollte mehr von der Liebe.

        Du schreibst, ihr habt schon so vieles durchgestanden. Was meinst du damit?

        vg

        • (3) 18.05.14 - 13:10
          unsichere Zweiflerin

          Als ich ihn kennenlernte war ich grade mitten in der Behandlung wg. Depressionen. Ihm ist es ein sehr großes Stück zu verdanken dass ich das alles hinter mir gelassen habe, heute wieder ganz normal leben kann.
          Aaaaaber wir kommen quasi aus 2 verschiedenen Welten. Ich Bürojob, er Gastronomie, das ist wie ne andere Welt, mit der ich null anfangen kann.
          Wir verstehen uns gut, aber verbringen fast keine Zeit miteinander, in der Woche vielleicht 1-2 Abende, ansonsten bin ich mit Freundinnen unterwegs und er sitzt vor dem PC oder ich vor dem Fernseher und er vor dem PC.
          Im August ist er für 2 Wochen unterwegs, er arbeitet da auf einem Volksfest. Das ist für mich wie Urlaub...

          Wir waren auch schon 2mal getrennt. Einmal, am Anfang, von ihm aus, vor nem Jahr von meiner Seite aus.

          Der Großteil der uns verbindet ist der Alltag der soweit gut läuft und der Kinderwunsch (normalerweile treibe ich mich im "unterstützten Kiwu" rum)

          Wenn ich das so schreibe fällt mir auf dass das irgendwie gar nicht gut klingt :-/

      Hallo,

      also ich bin der Meinung, dass man über Jahre und im Alltag das Kribbeln nicht unbedingt spüren muss.
      Wichtiger ist da die Vertrautheit, das gute Gefühl miteinander und dass man gern nach Hause kommt.
      Aber am Anfang sollte das Kribbeln schon da sein. Ich glaube, sonst würde bei mir die Beziehung gar nicht beginnen.

      Wir sind nun schon einige Jahre zusammen. Schmetterlinge in dem Sinne sind das nicht mehr. Aber mein Mann fährt jetzt mal wieder auf Geschäftreise und das finde ich gar nicht schön. Da habe ich immer vorher schon ein Sehnsuchtsgefühl.

      LG

      • (5) 18.05.14 - 13:14
        unsichereZweiflerin

        Hm, wenn mans recht bedenkt bin ich damals in diese Beziehung so "reingerutscht", war depressiv, war dankbar dass mir jemand Entscheidungen abnahm.

        Das Tragische ist, dass ich gar nicht so gern nach hause komme und eigentlich um jede Stunde dankbar bin die ich alleine hier bin. Ich bin aber auch insgesamt ein Mensch, der sehr gut mit sich alleine sein kann und will. So kann ich meine Akkus aufladen.

        Aber bei dem Gedanken ihm sagen zu müssen und vor allem aus Angst vor seiner Reaktion dass ich mich nach nur 2 Jahren Ehe trennen will bricht es mir selber das Herz :-/

        • Weil du das oben schreibst... wir verbringen auch nicht viele Abende zusammen.
          Oft ist einer am PC und einer am Fernseher oder beide am PC. Uns reicht das aber so, wir sind langweilig... ;-)
          Die gemeinsame Anwesenheit ist uns genug.
          Das sollte aber dann auch beiden so gefallen.

          Ich kann auch mal gut alleine sein, aber ich kann gar nicht gut alleine schlafen. #schwitz

          Bei euch hört es sich aber echt nicht gut an. Warum habt ihr denn geheiratet?
          Nur aus Angst vor seiner Reaktion würde ich nicht an der Beziehung festhalten, denn für jeden gibt es jemanden, wo es richtig passt.

          • (7) 18.05.14 - 13:49
            unsichereZweiflerin

            Das ist genau das was ich mich manchmal frage: reicht mir das so? Möchte ich mehr Action? Wenn ja, was? Ich bin auch nicht der Typ der 3mal die Woche irgendwelche aufregenden Sachen machen möchte, ich bin ja auch täglich ca. 11 Std. ausser Haus.

            Jeder lässt eben dem anderen seine Freiheiten, wir machen aber auch viel füreinander wenn einer Hilfe braucht etc. Also Gefühle, Verbundenheit, Vertrauen sind schon da, zugegeben von seiner Seite mehr als von meiner. Allein deswegen plagt mich manchmal schon das schlechte Gewissen weil ich das nicht in gleichem Maß zurückgeben kann :-(

            Wir haben geheiratet weil der Kinderwunsch da schon so groß war und wir wussten es klappt nur mit medizinischer Hilfe und ich war zu dem Zeitpunkt auch glücklich und wollte wissen wo ich hingehöre. Wobei sich damals schon in meinem Inneren ein klitzekleines, ganz leises Stimmchen gemeldet hat, aber ich hab das damals auf das Lampenfieber geschoben...

            Ich möchte ihn auf keinen Fall verletzen, aber ich befürchte, wenn alles so bleibt wie es ist ist es auch ungerecht ihm gegenüber :-(

    Ich finde es wichtig, dass es - auch wenn es mal schwierig wird - zumindest am Anfang gekribbelt hat. Was mal da war, ist im Alltag verschütt gegangen, kann aber wiederentdeckt werden. Ein bisschen kann man das auch trainieren. Denk an schöne Momente zu Anfangszeiten, beobachte ihn wohlwollend, Suche nach Dingen, die dir gefallen. Was kann er gut, wofür bewunderst du ihn, etwas, das du vielleicht nicht so gut kannst wie er. Konzentriere dich auf äußerliche Merkmale, die dich ansprechen. Seine Ohren, seine Augen, einen bestimmten Blick, seine Hände....

    Das muss nichts außergewöhnliches sein, darin liegt eigentlich der Witz.

    Ich glaube schon, dass sich manche Menschen ihre Beziehung mit vergleichen kaputt machen. Das ist nicht so wie in Titanik, wie in Sissi, wie in vielen anderen Liebesfilmen...
    Darüberhinaus beschäftigen sich wenige Filme mit länger dauernden Beziehungen, sondern meistens mit dem Kennenlernen. Das spiegelt falsche Realität wider, finde ich.

    An einer Beziehung muss man auch arbeiten, damit sie schön bleibt und aufregend. Da ist nicht irgendwo ein Schalter, den man umlegen kann und schon ist wieder das Anfangskribbeln da.
    Ich habe das Problem, ich habe einen Partner, der mir alle paar Monate signalisiert, er finde, es ist zwischen uns nicht 'wie früher' und dass er das Schade findet.
    Aber er bedauert das nur. Er tut aber nichts. Ich bin diejenige, die immer wieder Vorschläge macht, was man Unternehmen könnte, er sagt nur: ja gut.
    Wenn es Probleme gibt, bin ich es, die Lösungen vorschlägt, er zieht nur halbherzig mit, von ihm aus kommt aber nie was, auch keine Alternativvorschläge.
    Mich macht das so mürbe.
    Und ich glaube, das kommt daher, dass er nur in der Vergangenheit herumhängt und vergleicht mit einem Bild a la Hollywood und findet, das soll einfach so sein. Ohne Zutun.
    Es SIND aber Probleme da. Es gibt immer wieder mal Unstimmigkeiten, das ist normal, wenn zwei Menschen zusammen ihr Leben gestalten und das kann man nicht einfach totschweigen oder wegkuscheln.

    Hallo,

    Wie es mit euch weitergeht musst du entscheiden, hört sich nach deinen Unterbeiträgen ja nicht so berauschend an, von beiden Seiten aus.

    ABER ganz DRINGEND möchte ich dir ans Herz legen, VERHÜTET wieder!!!!

    Du möchtest ein Kind mit jemanden bewusst in die Welt setzen, und zweifelst an deiner Beziehung???!!!

    So was sollte man mit ein bisschen Grips, keinem Kind antun! Ansonsten schreibst du wohl demnächst im Alleinerziehenden Forum....

    MfG

    • (11) 18.05.14 - 13:35
      unsichereZweiflerin

      Keine Sorge, das ist mir bewusst ;-)
      Da es bei uns auf natürlichem Wege sowieso ausgeschlossen ist dass es klappt (und unser Intimleben sich eh in Grenzen hält) brauche ich mir da keine Sorgen zu machen.
      Klar dass die nächste Behandlung momentan nicht geplant ist, das versteht sich für mich von selbst.
      Aber du hast natürlich Recht, ich werde an dieser Front nichts forcieren...

Dieses richtig echte kribbeln im Bauch, das hatte ich nur bei meinem ersten Freund... Bei meinem jetzigen Mann habe ich mir zwar auch Gedanken gemacht, was ich wohl anziehe usw... aber durchgedreht bin ich nicht ;-) Wir haben uns schon nach 4 Monaten verlobt und nach 10 Monaten geheiratet-weil ich mich gut kenne und wusste, dass er DER Mann ist und rein vernünftig super zu mir passt, also charakterlich und von seinen Eigenschaften (nicht das Finanzielle oder so), bei unserer Hochzeit habe ich nicht geweint oder so(im Gegensatz zu ihm #verliebt ). ABER ich freue mich jedes(!) Mal, wenn er nach Hause kommt, ich freue mich wenn er anruft, mir eine Sms schickt usw. und ich weiß auch, dass ich ihn liebe, auch ohne das Kribbeln. Achja und würden wir heute heiraten(wir sind jetzt 2 Jahre zusammen), dann würde ich auch Rotz und Wasser heulen. Liebe kann sich also noch ganz intensiv entwickeln-bei mir auch ganz ohne kribbeln :-) Aber wenn Du unglücklich bist-dann wird dir auch keiner Tipps geben können, wie man sich das Glücklichsein über Jahre behält-weil Du bist ja jetzt schon nicht mehr glücklich-wie lange seid ihr denn zusammen?
Also ich kann nur sagen, ich werde mich auch in 10 Jahren noch einen Keks freuen, wenn er von einer Geschäftsreise nach Hause kommt #verliebt (aber mit Sicherheit ohne Kribbeln :-D )

  • Wir sind insgesamt 5 Jahre zusammen...

    Ich bin nicht so wirklich unglücklich, aber eben auch nicht glücklich.

    Ganz blöde Situation - zum gehen gehts mir zu gut und zum bleiben zu schlecht :-/

    • Jo, das mit dem anonym schreiben üb ich das nächste Mal ;-)

      • Kenne ich;)
        Aber Du hast in Deinem ersten Post schon geschrieben, dass Du irgendwie unglücklich bist... Es ist wirklich eine verzwickte Situation. Es kann mehrere Gründe geben, vielleicht ist es die Gewohnheit und Bequemlichkeit, vielleicht auch dass Du ihn nicht verletzen möchtest? Vielleicht aber auch was ganz anderes...

        Du kannst es ja mal durchspielen in Deinem Geiste, wie es wäre sich zu trennen, wie es sich anfühlt, alleine zu leben usw...
        Bei 5 Jahren glaube ich auch nicht, dass sich von selber etwas ändern wird. Aber vielleicht könnt ihr Euch auch "neu entdecken" und Du Dich neu bzw. das Erste mal so richtig in ihn verlieben...

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